Heidelberg

Deutschland · Südwesten · Reiseguide

Heidelberg

Was zwei bis drei Tage in der Stadt am Neckar wirklich kosten, wie du ab Basel in anderthalb Stunden da bist und warum das Schloss um 8 Uhr morgens ein anderer Ort ist als um 12 Uhr mittags.

Foto: Iryna Shapoval / Pexels

Was kostet deine Reise nach Heidelberg?

Schieb die Werte auf deine Reise zurecht – der Rechner aktualisiert live (CHF).

1'320 CHF
≈ 660 CHF pro Person
  • Anreise 140 CHF
  • Unterkunft 650 CHF
  • Essen 450 CHF
  • Transport vor Ort 50 CHF
  • Schloss mit Bergbahn bis Königstuhl 30 CHF

Schätzwerte zur Orientierung, keine Buchungspreise. Anreise heisst hier Bahn oder Auto ab der Schweiz, hin und zurück pro Person. Hotels schwanken saisonal stark, aktuelle Preise findest du über die Links weiter unten.

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Euro (EUR). Deutschland ist bargeldfreundlicher als die Schweiz: In Bäckereien, Kiosken und kleinen Lokalen heisst es oft «nur Bargeld», Kartenzahlung geht aber fast überall ab CHF 10. Trinkgeld 5 bis 10 Prozent, beim Bezahlen aufrunden und den Betrag nennen. Anreise: Anreise mit Bahn (DB), Auto oder Flug, je nach Ziel 1 bis 8 Stunden.

Hotel-Empfehlungen

Neun Optionen in drei Preisklassen – jeweils die Häuser mit den besten Bewertungen auf Booking.com.

Budget

Lotte The Backpackers

Altstadt, Heidelberg

Kleines, familiäres Hostel in einer Seitengasse der Altstadt, drei Minuten von Marktplatz und Alter Brücke. Schlafsäle und wenige Doppelzimmer, Gemeinschaftsküche, Wohnzimmer-Atmosphäre. Für Solo-Reisende und Paare mit kleinem Budget die beste Lage der Stadt.

ab CHF 35 / Nacht Ansehen →

ibis Heidelberg Hauptbahnhof

Weststadt, Heidelberg

Kettenhotel direkt am Hauptbahnhof mit den üblichen kleinen, sauberen Zimmern. Tram in die Altstadt in zehn Minuten, S-Bahn nach Schwetzingen und Speyer vor der Tür. Für Ausflugstage und frühe Züge die praktischste Adresse.

ab CHF 75 / Nacht Ansehen →

B&B Hotel Heidelberg

Bahnstadt, Heidelberg

Neubau in der Bahnstadt hinter dem Hauptbahnhof, Zimmer schlicht und gut schallisoliert, Frühstück günstig dazu buchbar. Keine Atmosphäre, aber fairer Preis, Parkplätze und 20 Minuten zu Fuss in die Altstadt.

ab CHF 70 / Nacht Ansehen →

Mittelklasse

Hotel Villa Marstall

Altstadt, Heidelberg

Klassizistische Villa direkt am Neckarufer neben dem Marstall, 20 Zimmer, ruhig trotz Altstadtlage, Frühstück im Gewölbe. Von der Alten Brücke zwei Minuten, vom Schloss zehn. Für Paare, die zentral und leise wohnen wollen.

ab CHF 150 / Nacht Ansehen →

Hotel Goldener Hecht

Altstadt, Heidelberg

Traditionshaus direkt am Brückentor der Alten Brücke, Goethe wollte hier angeblich übernachten und bekam kein Zimmer. Kleine Zimmer, einige mit Blick auf Brücke und Neckar, Restaurant im Erdgeschoss. Lage schlägt Komfort.

ab CHF 130 / Nacht Ansehen →

Leonardo Hotel Heidelberg City Center

Bergheim, Heidelberg

Grösseres Hotel zwischen Hauptbahnhof und Bismarckplatz mit Pool, Sauna und Tiefgarage. Zimmer modern und geräumig, Altstadt in 15 Minuten zu Fuss. Gute Wahl für Familien und für alle, die mit dem Auto kommen.

ab CHF 120 / Nacht Ansehen →

Luxus

Der Europäische Hof Heidelberg

Altstadt, Heidelberg

Das Grandhotel der Stadt, seit 1865 in Familienbesitz, am Rand der Altstadt beim Bismarckplatz. Innengarten, Spa auf dem Dach, Restaurant Kurfürstenstube, Service alter Schule. Für Jubiläen und für alle, die Heidelberg so erleben wollen, wie es sich selbst sieht.

ab CHF 320 / Nacht Ansehen →

Heidelberg Suites

Neuenheim, Heidelberg

Boutique-Hotel in einer Gründerzeitvilla am Neckarufer gegenüber der Altstadt, von Michele Bönan eingerichtet, Suiten mit Blick auf Schloss und Alte Brücke. Eigenes Boot für Flussfahrten, Frühstück auf der Terrasse. Der schönste Blick der Stadt, mit Preis.

ab CHF 350 / Nacht Ansehen →

Hotel Die Hirschgasse Heidelberg

Neuenheim, Heidelberg

Seit 1472 Gasthaus, früher Mensur-Ort der Studentenverbindungen, heute Suiten-Hotel am Fuss des Philosophenwegs. Das Restaurant Le Gourmet gehört zu den besten der Region, die Mensurstube ist die historische Alternative. Ruhig, grün, zehn Minuten zu Fuss zur Alten Brücke.

ab CHF 260 / Nacht Ansehen →

Buchst du über diese Links, erhalten wir eine kleine Provision – für dich ohne Aufpreis.

Erlebnisse, die sich lohnen

Schloss Heidelberg mit Führung

Der Schlosshof mit Bergbahn kostet CHF 10, die Innenführung CHF 6 extra und dauert eine Stunde. Vor 10 Uhr oder nach 16 Uhr gehen, dazwischen gehören Hof und Fass den Busgruppen. Mit Apothekenmuseum und Garten zwei bis drei Stunden einplanen.

Ansehen & buchen →

Altstadt-Rundgang mit Studentenkarzer

Zwei Stunden durch Hauptstrasse, Universitätsplatz, Heiliggeistkirche und den Studentenkarzer, in dem Studenten bis 1914 für Nachtruhestörung einsassen und die Wände bemalten. Geführt ab CHF 15, auf eigene Faust kostet der Karzer CHF 4.

Ansehen & buchen →

Philosophenweg und Heiligenberg

Gratis und der beste Blick auf Schloss und Altstadt: über den steilen Schlangenweg ab der Alten Brücke in 20 Minuten hinauf, weiter zur Thingstätte und zum Michaelskloster auf dem Heiligenberg in einer weiteren Stunde. Morgens gehen, dann steht die Sonne richtig.

Ansehen & buchen →

Bergbahn zum Königstuhl und Falknerei

Zwei Bahnen übereinander, die obere von 1907 mit Holzwagen, hin und zurück rund CHF 15 inklusive Schlosshof. Oben Falknerei Tinnunculus mit Flugvorführungen (CHF 8, meist 11 und 15 Uhr) und Aussicht bis in den Pfälzerwald. Zurück zu Fuss in anderthalb Stunden.

Ansehen & buchen →

Neckar-Schifffahrt nach Neckarsteinach

Mit der Weissen Flotte in anderthalb Stunden flussaufwärts zur Vierburgenstadt, CHF 20 hin und zurück, April bis Oktober. Hinfahrt mit dem Schiff, Burgenrundweg zwei Stunden, zurück mit der S-Bahn in 15 Minuten. Die Rundfahrt um die Altstadt für CHF 15 ist die kurze Alternative.

Ansehen & buchen →

Schloss und Schlossgarten Schwetzingen

Barockgarten mit Moschee, Badhaus und Rokokotheater, 15 Minuten mit der S-Bahn, Eintritt CHF 8 im Sommer, Schlossführung CHF 6 extra. Zwei bis drei Stunden, im Spargelfrühling mit Mittagessen am Schlossplatz einen halben Tag.

Ansehen & buchen →

Speyer: Kaiserdom und Technik Museum

Der grösste romanische Dom der Welt ist gratis, Kaisergruft und Turm kosten CHF 8, der Judenhof CHF 4. Das Technik Museum mit Jumbojet, U-Boot und Buran-Raumfähre kostet CHF 22 und braucht drei Stunden. 45 Minuten mit der S-Bahn, ein voller Tag.

Ansehen & buchen →

Weinprobe an der Badischen Bergstrasse

Die Weinberge beginnen hinter dem Schloss: Riesling und Spätburgunder in Schriesheim, Weinheim und Heppenheim, Wanderung mit vier bis sechs Weinen ab CHF 30, zwei bis drei Stunden. Im September und Oktober Weinfeste in fast jedem Ort, S-Bahn zurück bis Mitternacht.

Ansehen & buchen →

Kneipentour durch die Altstadt

Rund 300 Lokale auf einem Quadratkilometer, Studentenkneipen seit 1703, Brauhäuser und die Bars der Unteren Strasse. Geführt mit drei bis vier Stationen ab CHF 30, auf eigene Faust kostet das Bier CHF 4. Donnerstag ist der Studentenabend.

Ansehen & buchen →

Buchst du über diese Links, erhalten wir eine kleine Provision – für dich ohne Aufpreis.

Essen & Trinken

Heidelberg kocht kurpfälzisch, also deftig, mit Pfälzer Einflüssen von der anderen Rheinseite und schwäbischen aus dem Süden: Saumagen, Maultaschen, Dampfnudeln, Spargel im Frühling, Zwiebelkuchen im Herbst. Dazu Wein von der Bergstrasse und Bier aus zwei Altstadtbrauereien. Die besten Teller stehen in den Studentenkneipen und nicht in den Restaurants am Marktplatz.

Kurpfälzer Saumagen

Zum Roten Ochsen, Hauptstrasse, und die Brauhäuser der Altstadt

Schweinefleisch, Kartoffeln und Majoran im Schweinemagen gegart, in Scheiben gebraten, mit Sauerkraut und Brot. Klingt schlimmer, als es schmeckt, Helmut Kohl servierte es Staatsgästen. CHF 14 bis 18.

Tipp:Abends ab 18 Uhr, die Studentenkneipen haben mittags oft geschlossen.

Maultaschen

Vetter's Alt Heidelberger Brauhaus, Steingasse, und Gasthäuser in Neuenheim

Schwäbische Teigtaschen mit Fleisch, Spinat und Brät, in der Brühe oder geröstet mit Ei und Zwiebeln. In Heidelberg auf fast jeder Karte, ein Teller CHF 12 bis 16.

Tipp:Die geröstete Variante mit Kartoffelsalat nehmen, nicht die in der Brühe.

Schwetzinger Spargel

Schlossplatz Schwetzingen und Spargelhöfe in Reilingen und Hockenheim

Weisser Spargel vom Sandboden zwischen Schwetzingen und Hockenheim, April bis 24. Juni, mit Schinken, Sauce hollandaise und Kartoffeln. CHF 20 bis 26 pro Teller, am Stand ein Kilo roh CHF 10 bis 14.

Tipp:Spargel mit Kratzete (zerrissenem Pfannkuchen) ist die badische Variante, selten und gut.

Dampfnudel

Gasthäuser der Altstadt und Kuchenstände auf dem Wochenmarkt am Marktplatz

Hefekloss mit knuspriger Salzkruste unten und weichem Teig oben, mit Vanillesauce oder Weinschaum, in der Pfalz auch als Hauptgang mit Kartoffelsuppe. CHF 7 bis 10.

Tipp:Als Mittagessen mit Kartoffelsuppe bestellen, das ist die ehrliche Pfälzer Art und füllt den ganzen Tag.

Heidelberger Studentenkuss

Café Knösel, Haspelgasse, das Originalcafé

Nougat auf Waffel, von Zartbitterschokolade umhüllt, 1863 erfunden, damit Studenten den Pensionatsmädchen eine Süssigkeit schenken durften, die die Gouvernanten nicht beanstandeten. Ein Stück CHF 1.50, die Schachtel ab CHF 8.

Tipp:Das Café ist klein und mittags voll, die Schokolade gibt es auch im Laden nebenan zum Mitnehmen.

Flammkuchen

Weinstuben in der Unteren Strasse und Biergarten der Kulturbrauerei, Leyergasse

Hauchdünner Teig mit Rahm, Speck und Zwiebeln aus dem Holzofen, in Heidelberg aus dem nahen Elsass übernommen und in jeder Weinstube zu haben. CHF 10 bis 14, reicht für eine Person.

Tipp:Mit einem Viertel Riesling von der Bergstrasse, nicht mit Bier.

Zwiebelkuchen mit Neuem Wein

Weinfeste in Schriesheim und Weinheim an der Bergstrasse, Weingüter mit Ausschank

Hefeteig mit Zwiebeln, Speck und Rahm, dazu gärender Traubenmost, der harmlos schmeckt und es nicht ist. September und Oktober, ein Stück mit Glas CHF 8 bis 11.

Tipp:Der Neue Wein gärt im Magen weiter, zwei Gläser sind genug.

Bier aus der Altstadtbrauerei

Kulturbrauerei Heidelberg, Leyergasse, und Vetter's, Steingasse

Zwei Brauereien brauen im Zentrum: Vetter's mit dem Vetter 33, einem der stärksten Biere der Welt, und die Kulturbrauerei mit Hellem und Weizen im schönsten Biergarten der Stadt. Ein Halber CHF 4 bis 5.

Tipp:Das Vetter 33 hat 10,5 Prozent, es wird im kleinen Glas serviert, das hat seinen Grund.

Food-Tour buchen: Heidelberg

Mit Guide durch Märkte und Lokale, inklusive Kostproben.

Ansehen & buchen →

Buchst du über diese Links, erhalten wir eine kleine Provision – für dich ohne Aufpreis.

Geschichte & Hintergrund

Heidelberg verdankt seinen Ruhm einer Mischung aus Zerstörung und Zufall. Die Stadt wird 1196 erstmals erwähnt, 1386 gründet Kurfürst Ruprecht I. die Universität, die älteste auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands. Die Pfalzgrafen bei Rhein, später Kurfürsten, bauen das Schloss über dem Neckar vom 13. bis ins 17. Jahrhundert immer weiter aus, zu einer der grössten Renaissance-Anlagen nördlich der Alpen. Dann kommt der Pfälzische Erbfolgekrieg: 1689 und 1693 sprengen französische Truppen Schloss und Stadt, 1764 schlägt der Blitz ein, und die Kurfürsten ziehen nach Mannheim und Schwetzingen. Die Ruine bleibt stehen, weil niemand das Geld hat, sie abzureissen oder wieder aufzubauen. Genau deshalb kommen heute die Besucher: Die Romantiker um Eichendorff, Brentano und Hölderlin entdecken um 1800 die bewachsene Ruine über dem Fluss als Sinnbild der Vergänglichkeit, William Turner malt sie, Mark Twain schreibt 1880 in «Bummel durch Europa» seitenlang über das Schloss und die Studenten. Die Altstadt mit ihren Barockhäusern stammt grösstenteils aus der Zeit nach den Zerstörungen, gebaut auf dem mittelalterlichen Strassenraster. Im Zweiten Weltkrieg bleibt Heidelberg als eine der wenigen deutschen Grossstädte praktisch unbeschädigt, die US-Armee richtet hier ihr europäisches Hauptquartier ein und bleibt bis 2013. Die Universität prägt die Stadt bis heute: rund 30'000 Studierende auf 160'000 Einwohner, dazu Max-Planck-Institute, das Deutsche Krebsforschungszentrum und eine Kneipendichte, die sich seit dem 19. Jahrhundert kaum verändert hat. Dass Heidelberg kein UNESCO-Welterbe ist, liegt an zwei abgelehnten Bewerbungen. Der Stadt scheint es nicht zu schaden: Sie gehört zu den meistbesuchten Deutschlands, und die meisten Besucher bleiben nur vier Stunden. Das ist deine Chance.

Insider-Tipps

Anreise: ab Basel in anderthalb Stunden, das Auto bleibt besser zu Hause

Ab Basel SBB fährt der ICE direkt nach Heidelberg, 1 Stunde 40 Minuten ohne Umsteigen, Sparpreise ab CHF 20 für die einfache Fahrt, wenn du zwei bis drei Wochen vorher buchst, sonst CHF 50 bis 60. Ab Zürich bist du mit Umstieg in Basel in knapp 3 Stunden da, ab Bern in 2 Stunden 45 Minuten. Das Halbtax gilt nur bis zur Grenze, die SBB verkauft aber Sparbillette bis Heidelberg, vergleich beide Apps. Aus Deutschland und Österreich: Frankfurt ist 50 Minuten entfernt, München gut 3 Stunden, Wien 7 Stunden mit dem Railjet nach München und weiter. Mit dem Auto sind es ab Basel 270 Kilometer über die A5, 2 Stunden 30 Minuten ohne Stau, am Freitagnachmittag eher 3 Stunden 30. Keine Maut, keine Vignette. Vor Ort brauchst du das Auto nicht: Die Altstadt ist Fussgängerzone, Parkhäuser kosten CHF 20 bis 25 pro Tag, und die Park-and-ride-Plätze am Stadtrand sind die bessere Wahl. Vom Hauptbahnhof fahren Tram und Bus in zehn Minuten in die Altstadt, Einzelfahrt CHF 3. Die HeidelbergCARD für CHF 22 bis 25 bündelt zwei Tage ÖV, Schlossticket mit Bergbahn und Rabatte, sie rechnet sich ab dem ersten Tag.

Das Schloss: Zeitpunkt schlägt Ticket

Der Schlosshof öffnet um 8 Uhr, die Busgruppen kommen gegen 10. In diesen zwei Stunden hast du Altan, Fassbau und den Blick über die Dächer fast allein. Das Ticket für CHF 10 enthält die Bergbahn vom Kornmarkt hinauf, den Hof, das Grosse Fass mit 220'000 Litern und das Deutsche Apothekenmuseum, das besser ist, als es klingt. Die Innenräume siehst du nur mit Führung, CHF 6 extra, eine Stunde, lohnt sich bei schlechtem Wetter. Der Schlossgarten (Hortus Palatinus) ist gratis und ohne Ticket zugänglich, auch abends, wenn das Schloss angestrahlt wird. Fahr mit der historischen Bergbahn von 1907 weiter zum Königstuhl auf 568 Meter, Kombiticket hin und zurück rund CHF 15: Blick über die Rheinebene bis zum Pfälzerwald, Falknerei Tinnunculus mit Flugvorführungen (CHF 8) und ein Netz von Wanderwegen hinunter. Die Schlossbeleuchtung mit Feuerwerk findet dreimal im Jahr statt, Anfang Juni, Mitte Juli und Anfang September, immer samstags: Hotels sind an diesen Wochenenden Monate vorher voll, der beste Platz ist gratis auf der Neckarwiese am Nordufer oder auf der Alten Brücke, wenn du eine Stunde vorher kommst.

Unterkunft: Altstadt, Neuenheim oder Bahnhof

Heidelberg hat für Deutschland hohe Hotelpreise, weil es wenige Betten und viele Kongresse gibt. Ein Mittelklasse-Doppelzimmer kostet CHF 120 bis 160, unter der Woche bei Messen in Mannheim und Frankfurt auch CHF 200. Drei Lagen kommen in Frage. Die Altstadt zwischen Bismarckplatz und Karlstor ist die schönste und lauteste: Die Kneipen in der Unteren Strasse laufen bis 3 Uhr, frag nach einem Zimmer zum Hof. Neuenheim am Nordufer ist ruhig, bürgerlich, mit dem besten Blick auf Schloss und Altstadt, über die Alte Brücke bist du in zehn Minuten drüben, hier stehen auch die Villen mit den teuren Zimmern. Bergheim und die Weststadt rund um den Hauptbahnhof haben die Kettenhotels für CHF 80 bis 110, Jugendstilfassaden, 15 Minuten zu Fuss zur Altstadt. Preisfalle: Zimmer mit «Schlossblick» kosten CHF 40 bis 80 Aufpreis, dabei siehst du das Schloss von jeder Neckarbrücke gratis. Buche für Mai, Juni, September und den Weihnachtsmarkt sechs bis acht Wochen voraus, an den Schlossbeleuchtungs-Samstagen früher. Im Januar und Februar fallen die Preise um ein Drittel.

Kostenfallen und Spartricks: wo Heidelberg günstiger ist als zu Hause

Für Reisende aus der Schweiz ist Heidelberg ein Preisschock in die angenehme Richtung: ein Bier für CHF 4, ein Mittagsteller in der Studentenkneipe für CHF 12 bis 16, Cappuccino CHF 3.50, ein Abendessen mit Wein zu zweit CHF 60 bis 80. Teuer wird es nur an zwei Orten: in den Restaurants direkt am Marktplatz und am Kornmarkt, wo die Karte in sechs Sprachen hängt, und in den Souvenirläden der Hauptstrasse. Die Studentenkneipen Zum Roten Ochsen und Zum Seppl in der Hauptstrasse sind über 300 Jahre alt, haben Kritzeleien von Bismarck bis Mark Twain an den Wänden und sind kein Touristentheater, nur abends voll. Ausflüge: Das Baden-Württemberg-Ticket für CHF 25 (jede weitere Person CHF 8) gilt einen Tag in allen Regionalzügen und Bussen, damit fährst du nach Schwetzingen, Speyer und Mannheim für weniger als eine Einzelfahrt. Wer eine Woche oder länger in Deutschland ist, nimmt das Deutschlandticket für CHF 55 im Monat, monatlich kündbar. Museen: Das Kurpfälzische Museum kostet CHF 3, der Studentenkarzer mit Universitätsmuseum CHF 4, die Universitätsbibliothek mit dem Codex Manesse-Faksimile ist gratis. Vorsicht bei Neckarfahrten mit «Schlossblick-Dinner»: CHF 70 bis 90 für ein mittelmässiges Menü, die normale Rundfahrt kostet CHF 15.

Timing: Rheinebene heisst heiss, und der Dezember ist die zweite Hochsaison

Heidelberg liegt in der Oberrheinischen Tiefebene, einer der wärmsten Ecken Deutschlands. Im Juli und August sind 33 bis 36 Grad normal, die Altstadt staut die Hitze, und die Schlossbesichtigung um 14 Uhr wird zur Qual. Die besten Monate sind Mai, Juni, September und Oktober: 20 bis 26 Grad, Weinfeste an der Bergstrasse, der Neckar noch warm genug für die Neckarwiese. Im Frühling blühen die Mandel- und Kirschbäume an der Bergstrasse zwischen Weinheim und Heppenheim schon im März, zwei Wochen vor der Schweiz. Der Heidelberger Frühling, ein Klassikfestival im März und April, bringt gute Konzerte und volle Hotels. Der Weihnachtsmarkt von Ende November bis 22. Dezember verteilt sich auf fünf Plätze, der schönste ist der Karlsplatz mit der Eisbahn direkt unter dem Schloss, unter der Woche abends ist er voll, aber erträglich, an Adventssamstagen kommen Busse aus ganz Süddeutschland. Grundregel für das ganze Jahr: Dienstag bis Donnerstag ist Heidelberg halb so voll wie am Wochenende. Für den Philosophenweg gehst du morgens vor 10 Uhr hinauf, über den steilen Schlangenweg ab der Alten Brücke, dann liegt die Sonne auf dem Schloss und du hast die Bänke für dich.

Ausflüge: Schwetzingen, Speyer, Neckarsteinach

Drei Ausflüge lohnen sich, alle mit der S-Bahn. Schwetzingen ist 15 Minuten entfernt: Der Schlossgarten der Kurfürsten (CHF 8 im Sommer, CHF 5 im Winter) ist einer der grossen Barockgärten Europas, mit Moschee, Apollotempel und Rokokotheater, 72 Hektar, plane zwei bis drei Stunden. Von April bis Juni ist Spargelzeit, der Schwetzinger Spargel ist in Deutschland ein Begriff, am Schlossplatz stehen die Stände, ein Spargelteller mit Schinken kostet CHF 20 bis 26. Speyer liegt 45 Minuten entfernt: Der Kaiserdom von 1061 ist die grösste erhaltene romanische Kirche der Welt und UNESCO-Welterbe, Eintritt gratis, Kaisergruft und Turm CHF 8. Der mittelalterliche Judenhof mit der Mikwe gehört seit 2021 ebenfalls zum Welterbe (CHF 4). Das Technik Museum Speyer mit Boeing 747 auf Stelzen und russischem Space Shuttle kostet CHF 22, Kinder lieben es, plane einen halben Tag. Neckarsteinach, 15 Minuten flussaufwärts, hat vier Burgen auf einem Bergrücken und einen Rundweg von zwei Stunden; die Rückfahrt mit dem Schiff der Weissen Flotte (CHF 12) ist die schönste Art, Heidelberg zu erreichen. Mannheim, 15 Minuten, ist nicht schön, hat aber die beste Kunsthalle der Region (CHF 11) und türkisches Essen im Jungbusch, das sich lohnt.

Häufige Fragen zu Heidelberg

Wie viele Tage sollte man für Heidelberg einplanen?

Zwei volle Tage für die Stadt: ein Tag Schloss, Königstuhl und Altstadt, ein Tag Philosophenweg, Neuenheim und Museen. Mit Schwetzingen und Speyer wird es ein verlängertes Wochenende von drei Tagen. Ein Tagesausflug ab Basel ist machbar, 1 Stunde 40 pro Richtung, aber dann siehst du Heidelberg genau in den vollsten Stunden und verpasst den Abend in den Kneipen, der zur Stadt gehört.

Wie komme ich hin, und brauche ich ein Auto?

Ab Basel mit dem ICE direkt in 1 Stunde 40, Sparpreis ab CHF 20 pro Richtung, ab Zürich in knapp 3 Stunden mit Umstieg in Basel. Mit dem Auto ab Basel 2 Stunden 30 über die A5, ohne Maut. Vor Ort ist das Auto ein Nachteil: Fussgängerzone, Parkhäuser für CHF 20 bis 25 pro Tag, und Schwetzingen und Speyer erreichst du mit der S-Bahn schneller als mit dem Auto und der Parkplatzsuche.

Wann ist die beste Reisezeit für Heidelberg?

Mai, Juni, September und Oktober, am besten Dienstag bis Donnerstag. Der Hochsommer ist mit 35 Grad in der Rheinebene anstrengend, Juli und August sind zudem die vollsten Monate. Der Weihnachtsmarkt im Dezember ist schön und voll, Januar und Februar sind grau, leer und ein Drittel günstiger. Wer die Schlossbeleuchtung sehen will, plant einen der drei Samstage im Juni, Juli oder September und bucht das Hotel drei Monate vorher.

Was kostet ein Tag in Heidelberg?

Mit Mittelklasse-Hotel, zwei Restaurantbesuchen, Schloss und ÖV rechne mit CHF 130 bis 160 pro Person und Tag zu zweit, ohne Anreise. Sparsam, mit Hostel oder Kettenhotel am Bahnhof, Mittag in der Studentenkneipe und Picknick auf der Neckarwiese, kommst du mit CHF 70 bis 90 aus. Das ist rund ein Drittel weniger als in Zürich oder Luzern bei vergleichbarem Standard.

Lohnt sich das Schloss, oder reicht der Blick von aussen?

Es lohnt sich, wenn du vor 10 Uhr oder nach 16 Uhr hingehst und die Bergbahn zum Königstuhl mitnimmst. Die Ruine ist von innen eindrücklicher als vom Philosophenweg aus, das Apothekenmuseum und das Grosse Fass sind im CHF 10-Ticket enthalten. Die Innenführung für CHF 6 kannst du dir sparen, wenn die Sonne scheint. Der Schlossgarten mit der besten Aussicht ist ohnehin gratis.

Ist Heidelberg etwas für Kinder und Familien?

Ja, besser als sein Ruf als Romantikerstadt vermuten lässt. Die Bergbahn, die Falknerei auf dem Königstuhl, der Märchenparadies-Freizeitpark daneben und das Technik Museum Speyer mit begehbarem Jumbojet füllen zwei Tage. Die Neckarwiese ist im Sommer Spielplatz, Grillplatz und Badewiese zugleich, gratis. Restaurants sind kindertauglich und günstig, und Tram und Bus sind für Kinder unter 6 kostenlos.

Routen mit diesem Ziel

Weitere Reiseziele in Südwesten