Deutschland · Roadtrip · 8 Tage

Rhein und Mosel

Mit dem eigenen Auto ab Basel nach Köln, dann flussaufwärts durch das Burgental des Mittelrheins, in die Schleifen der Mosel zu den Winzern und über Heidelberg zurück. Acht Tage Burgen, Riesling und Fähren.

Die Route, Tag für Tag

  1. Tag 1 bis 2

    Köln: Dom um 6.30 Uhr, Kölsch mit Regeln und das Auto in der Garage

    Ab Basel fährst du 500 Kilometer über die A5 und A61 nach Köln, fünf Stunden ohne Stau, um Frankfurt und Koblenz an Freitagen eher sechs, oder du nimmst den ICE ab Basel in vier Stunden und mietest den Wagen erst in Köln. In der Stadt braucht es kein Auto: Hotel mit Garage in der Neustadt-Süd oder im Belgischen Viertel, CHF 110 bis 140 das Doppelzimmer, Parkplatz CHF 20 bis 25 pro Nacht. Tag 1 abends Brauhaus: Kölsch in der 0,2-Liter-Stange, der Köbes bringt nach, bis du den Deckel aufs Glas legst, Halver Hahn und Himmel un Ääd für CHF 15. Tag 2 um 6.30 Uhr in den Dom, wenn er öffnet und leer ist, dann die 533 Stufen auf den Turm (CHF 6) vor den Reisegruppen, danach Museum Ludwig, nachmittags Rheinpromenade und Hohenzollernbrücke, abends Ehrenfeld. Weiter ins Mittelrheintal: 130 Kilometer, A555 und A61 bis Koblenz in einer Stunde, dann am linken Ufer auf der B9 über Boppard und St. Goar nach Bacharach, eine weitere Stunde, mit Halt am Deutschen Eck eher drei.

    Touren an diesem Stopp: Kölner Dom Führung mit Turmbesteigung ↗Brauhaus-Tour Köln ↗Rheinschifffahrt Köln Panorama ↗

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  2. Tag 3 bis 4

    Bacharach: Burgen, Loreley und Fähren statt Brücken

    Zwischen Koblenz und Rüdesheim gibt es auf 65 Kilometern keine Brücke, dafür Autofähren in Boppard, St. Goar, Kaub und Bingen für CHF 5 bis 6 pro Auto, und das ist Teil des Vergnügens. Du wohnst zwei Nächte in Bacharach, dem schönsten Städtchen des Tals, in einer Weinstube mit Zimmern an der Oberstrasse, CHF 100 bis 130 das Doppelzimmer, oder oben auf Burg Stahleck in der Jugendherberge mit dem besten Blick für CHF 35. Tag 3 nachmittags die Stadtmauer rundherum gehen, abends Riesling in der Weinstube. Tag 4: Mit dem Auto nach Braubach zur Marksburg, der einzigen nie zerstörten Höhenburg am Rhein, Führung CHF 10, dann über die Fähre St. Goar hinauf zum Loreley-Plateau, das als Felsen beeindruckt und als Mythos ernüchtert, mittags Oberwesel mit der vollständigsten Stadtmauer, nachmittags Fähre nach Kaub zur Zollburg Pfalzgrafenstein im Fluss. Ohne Auto nimmst du das KD-Schiff bis St. Goar und die Regionalbahn zurück. Weiter an die Mosel: 100 Kilometer, B9 nach Koblenz, dann die B49 am Fluss nach Cochem, zwei Stunden, mit Abstecher zur Burg Eltz ab Moselkern zwei mehr.

    Touren an diesem Stopp: KD-Schifffahrt Rhein Bacharach St. Goar ↗Marksburg Führung Braubach ↗Weinprobe Bacharach Riesling ↗

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  3. Tag 5 bis 6

    Mosel: Calmont, Winzerzimmer und Riesling vom Schiefer

    Die Mosel ist der ruhigere der beiden Flüsse, und du wohnst nicht in Cochem, das von Busgruppen überlaufen ist, sondern 50 Kilometer flussaufwärts in Bernkastel-Kues oder in einem Dorf der Mittelmosel wie Zeltingen, Wehlen oder Ürzig, beim Winzer mit Gästezimmern für CHF 80 bis 110 das Doppelzimmer, Weinprobe am Abend für CHF 10 bis 20 mit fünf bis sechs Weinen. Tag 5 auf dem Weg: Cochem kurz für die Reichsburg von aussen, dann Bremm für den Calmont-Klettersteig durch den steilsten Weinberg Europas mit 65 Grad Neigung, drei Stunden mit Leitern und Drahtseilen, feste Schuhe und Schwindelfreiheit nötig, der Blick in die Moselschleife ist der beste des Tals. Tag 6: Morgens mit dem Rad auf dem Moselradweg von Bernkastel nach Traben-Trarbach, 25 Kilometer flach, Velo CHF 15, mittags Strausswirtschaft, nachmittags Bernkastel mit Spitzhäuschen und Markt, abends Riesling von Schieferlagen wie Wehlener Sonnenuhr direkt beim Erzeuger. Weiter nach Heidelberg: 220 Kilometer über die A1, A61 und A6, zweieinhalb Stunden, mit Halt in Trier an der Porta Nigra eher vier.

    Touren an diesem Stopp: Weinprobe beim Winzer Bernkastel-Kues ↗Burg Eltz Ticket und Führung ↗Moselschifffahrt Bernkastel ↗

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  4. Tag 7 bis 8

    Heidelberg: Schloss um 8 Uhr, Philosophenweg und Rückfahrt nach Basel

    Heidelberg ist der städtische Schlusspunkt, anderthalb Autostunden vor Basel, und funktioniert wie das Schloss: Zeitpunkt schlägt Ticket. Du kommst am Nachmittag von Tag 7 an, stellst das Auto ins Parkhaus unter dem Kornmarkt (CHF 20 bis 25 pro Tag) und gehst die Hauptstrasse hinunter, die längste Fussgängerzone Deutschlands, abends Studentenkneipe in der Unteren Strasse, Bier CHF 4, Teller CHF 12 bis 16. Du wohnst in der Altstadt zwischen Bismarckplatz und Karlstor oder ruhiger in Neuenheim auf der anderen Neckarseite, CHF 120 bis 160 das Doppelzimmer, Heidelberg ist für Deutschland teuer. Tag 8 um 8 Uhr öffnet der Schlosshof, die Busgruppen kommen gegen 10, in diesen zwei Stunden hast du Altan, Fassbau und den Blick über die Dächer für CHF 10 inklusive Bergbahn fast allein, danach über die Alte Brücke auf den Philosophenweg für das Postkartenbild. Rückreise: Mittags losfahren, 280 Kilometer über die A5 nach Basel, drei Stunden, am Freitagnachmittag mit Stau um Karlsruhe vier. Wer den Wagen in Köln gemietet hat, gibt ihn am Hauptbahnhof ab und nimmt den ICE nach Basel in 1 Stunde 40.

    Touren an diesem Stopp: Schloss Heidelberg Führung ↗Altstadt-Rundgang Heidelberg ↗

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Was die Route kostet

Grobe Gesamtkosten pro Person in CHF für die ganze Route, Mittelklasse, zu zweit unterwegs. Flüge und Hotels schwanken saisonal, Details stehen auf den Reiseziel-Seiten.

  • Anreise 80 CHF
  • Unterkunft 420 CHF
  • Essen 360 CHF
  • Mobilität vor Ort 180 CHF
1'040 CHF
Gesamt pro Person · 8 Tage

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Euro (EUR). Deutschland ist bargeldfreundlicher als die Schweiz: In Bäckereien, Kiosken und kleinen Lokalen heisst es oft «nur Bargeld», Kartenzahlung geht aber fast überall ab CHF 10. Trinkgeld 5 bis 10 Prozent, beim Bezahlen aufrunden und den Betrag nennen.

Mietwagen für diese Route

Mietwagen-Vergleich folgt, sobald der Partnerlink freigeschaltet ist. Bis dahin: direkt beim Vermieter oder am Zielflughafen vergleichen.

Tipps für die Route

Richtung umdrehen ist für Reisende aus Zürich und der Ostschweiz sinnvoll: über Heidelberg an die Mosel, dann den Rhein hinunter nach Köln und mit dem ICE oder über die A61 heim. Vorteil: Du beginnst mit der kurzen Etappe und steigerst dich zum Dom. Nachteil: Die Heimfahrt ab Köln ist mit 500 Kilometern die längste Strecke der Woche, am Ende müde.

Eigenes Auto oder Mietwagen? Das eigene Auto spart CHF 250 bis 350 pro Person und braucht nur die grüne Umweltplakette für Köln und Heidelberg (CHF 6 bis 15 bei TÜV oder Dekra, vorher online bestellen) und eine Pannenversicherung, die in Deutschland gilt. Wer nicht acht Stunden Autobahn will, fährt mit dem ICE nach Köln, mietet dort und gibt in Heidelberg ab, die Einwegmiete innerhalb Deutschlands kostet CHF 50 bis 80 Aufschlag.

Weinproben und Autofahren vertragen sich nicht, deshalb sind die Quartiere so gewählt, dass du abends zu Fuss zum Winzer kommst. In Deutschland gilt 0,5 Promille, bei Unfall ab 0,3, Kontrollen an Weinfestwochenenden sind üblich. Plan die Weinproben auf den Abend, die Fahrten auf den Morgen, und nimm am Calmont-Tag und am Radtag das Auto gar nicht erst.

September und Oktober sind die Monate der Weinfeste an Rhein und Mosel, mit Weinlese, Federweisser und Zwiebelkuchen, fast jedes Dorf hat an einem Wochenende sein Fest, Bernkastel Anfang September, Bacharach Ende August und Mitte Oktober. Dann sind Hotels voll und Winzerzimmer Monate vorher weg. Mai und Juni sind grün, ruhig und CHF 20 günstiger, der Calmont ist dann noch nicht heiss.

Fahren im Tal: Die B9 am Rhein und die B49 an der Mosel sind zweispurige Uferstrassen mit Tempo 70 bis 100, Ortsdurchfahrten mit 50, viele Motorräder an Wochenenden, Wohnmobile im Sommer. Die Fähren über den Rhein fahren alle 15 bis 20 Minuten bis etwa 20 Uhr, Kaub und Boppard auch länger, Kartenzahlung nicht überall, hab CHF 10 in Euro-Münzen dabei. Burg Eltz hat einen Parkplatz mit Pendelbus, CHF 3.

Häufige Fragen zur Route Rhein und Mosel

Wie lange braucht man für Rhein und Mosel?

Acht Tage mit vier Quartieren sind das richtige Mass: zwei Tage Köln, zwei Tage Mittelrheintal, zwei Tage Mosel, zwei Tage Heidelberg mit Heimfahrt. Jede Etappe ist unter 250 Kilometern, du fährst nie länger als drei Stunden am Stück. Wer nur die Flüsse will, lässt Köln und Heidelberg weg und ist in fünf Tagen durch.

Wann ist die beste Reisezeit?

Mai, Juni, September und Oktober. Im Frühsommer sind die Weinberge grün, die Dörfer leer und der Calmont angenehm zu gehen. September und Oktober bringen Weinlese, Weinfeste, Federweisser und goldene Hänge, aber auch volle Hotels. Juli und August sind heiss, die Uferstrassen voll und der Rhein hat an Hitzewochenenden Niedrigwasser, dann fallen Schiffe aus.

Geht die Route auch ohne Auto?

Am Rhein ja: Bahnen auf beiden Ufern, Fähren und KD-Schiffe verbinden alle Städtchen, der ICE bringt dich ab Basel nach Köln und von Heidelberg zurück. Die Mosel ist schwieriger, weil Bernkastel seit 1962 keinen Bahnhof hat, du fährst mit Zug bis Bullay oder Wittlich und mit dem Bus weiter oder mietest ein Velo und nutzt den Moselradweg. Das Auto spart hier Zeit, nicht Geld.

Was kostet die Route pro Person?

Rund CHF 1'040 pro Person zu zweit im eigenen Auto: CHF 80 Benzin für An- und Rückreise, CHF 420 für sieben Nächte in Mittelklassehotels und Winzerzimmern, CHF 360 für Essen und CHF 180 für Benzin unterwegs, Fähren, Parkhäuser, Schiff und Weinproben. Mit Mietwagen ab Köln kommen CHF 250 bis 300 pro Person dazu, mit Winzerzimmern und Strausswirtschaft sparst du CHF 150.

Wie ist das Fahren an Rhein und Mosel?

Einfach, aber langsam. Die Uferstrassen sind zweispurig, kurvig und voll mit Wohnmobilen und Motorrädern an Wochenenden, dafür ist das Panorama ständig da. Rheinfähren ersetzen Brücken zwischen Koblenz und Bingen. Parkplätze in Cochem, Bernkastel und Heidelberg sind mittags voll, komm früh oder spät. Deutsche Autobahnen sind mautfrei, Köln und Heidelberg verlangen die grüne Umweltplakette.

Gibt es eine kürzere oder längere Variante?

Kürzer in fünf Tagen: ICE nach Koblenz, Mietwagen dort, zwei Nächte Bacharach, zwei Nächte Bernkastel, Rückgabe in Trier und mit dem Zug heim. Länger in elf Tagen: eine Nacht in Trier für Porta Nigra und Kaiserthermen, eine Nacht in Rüdesheim mit Niederwalddenkmal und Seilbahn, und einen dritten Tag in Köln für Brühl mit Schloss Augustusburg oder einen Abstecher nach Bonn.

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