Bad Gastein

Österreich · Salzburger Land & Salzkammergut · Reiseguide

Bad Gastein

Ein Wasserfall mitten im Ort, Grandhotels aus der Kaiserzeit, die halb Ruine, halb Designhotel sind, und ein Skigebiet mit 760 Kilometern Piste: Was Bad Gastein kostet, wie du mit dem Nachtzug hinkommst und wann der Ort am besten ist.

Foto: Martin Leitgeb / Pexels

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2'195 CHF
≈ 1'098 CHF pro Person
  • Anreise 240 CHF
  • Unterkunft 700 CHF
  • Essen 500 CHF
  • Transport vor Ort 75 CHF
  • Skipass Ski amadé 6 Tage (Winter) oder Thermenwoche (Sommer) 680 CHF

Schätzwerte zur Orientierung, keine Buchungspreise. Anreise heisst hier Bahn oder Auto ab der Schweiz, hin und zurück pro Person. Hotels schwanken saisonal stark, aktuelle Preise findest du über die Links weiter unten.

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Euro (EUR). Karten gehen fast überall, Hütten und Würstelstände wollen oft Bargeld. Trinkgeld ist Pflicht im Gefühl der Österreicher: 5 bis 10 Prozent, beim Bezahlen «stimmt so» sagen. Die Kurtaxe von CHF 2 bis 4 pro Nacht kommt in Skiorten zum Hotelpreis dazu. Anreise: Anreise mit Bahn (ÖBB Railjet), Auto oder Flug nach Wien, 2 bis 8 Stunden.

Hotel-Empfehlungen

Neun Optionen in drei Preisklassen – jeweils die Häuser mit den besten Bewertungen auf Booking.com.

Budget

Euro Youth Hotel & Krone

Bahnhofsplatz, Bad Gastein

Hostel und einfaches Hotel in einem alten Kurhaus direkt am Bahnhof und 200 Meter von der Stubnerkogelbahn, mit Schlafsälen, Doppelzimmern, Bar und Skiraum. Für Skifahrer mit kleinem Budget und Nachtzug-Ankömmlinge die praktischste Adresse.

ab CHF 40 / Nacht Ansehen →

Hotel Salzburger Hof Bad Gastein

Grillparzerstrasse, Bad Gastein

Grosses, etwas in die Jahre gekommenes Kurhotel mit eigenem Thermalbad, Hallenbad und Halbpension, zwischen Bahnhof und Zentrum. Preis-Leistung stimmt, die Einrichtung ist nicht neu, das Publikum eher älter. Für alle, denen Thermalwasser im Haus wichtiger ist als Design.

ab CHF 95 / Nacht Ansehen →

Boutiquehotel Lindenhof

Stubnerkogelbahn, Bad Gastein

Familiengeführte Villa mit 21 Zimmern an der Poserstrasse, gegenüber der Stubnerkogelbahn und der Piste, mit Sauna, Skiraum und Sonnenterrasse, Frühstück inklusive. Solide, freundlich und preiswert, für ein Skiwochenende oder eine Wanderwoche ohne Ansprüche.

ab CHF 95 / Nacht Ansehen →

Mittelklasse

Hotel Miramonte

Reitlpromenade, Bad Gastein

Das Haus, das die neue Bad-Gastein-Generation geprägt hat: 1950er-Architektur am Hang, Zimmer mit Retrodesign, Sonnenterrasse mit Blick über das Tal, kleiner Spa, Yoga und ein Publikum zwischen Berlin und Stockholm. Zehn Minuten zum Zentrum, etwas abseits der Skibahn.

ab CHF 180 / Nacht Ansehen →

Haus Hirt

Kaiserhofstrasse, Bad Gastein

Alpines Boutique-Hotel über dem Ort, in dem schon Thomas Mann wohnte, mit Spa, Thermalbecken, Kunst an den Wänden und einer guten Küche. Familienfreundlich mit Kinderbetreuung, Skibus zur Bahn. Für Paare und Familien, die Atmosphäre ohne Grandhotel-Preis suchen.

ab CHF 200 / Nacht Ansehen →

Hotel Norica Therme

Zentrum, Bad Hofgastein

Vier-Sterne-Thermenhotel mit direktem Bademantelgang in die Alpentherme Gastein, Halbpension und Spa, im flachen Zentrum von Bad Hofgastein. Für Familien und Thermengäste, Skibus zur Schlossalmbahn, Bad Gastein mit dem Bus zehn Minuten.

ab CHF 170 / Nacht Ansehen →

Luxus

Hotel Straubinger

Straubingerplatz, Bad Gastein

Das Grandhotel von 1791 direkt am Wasserfall, nach zwanzig Jahren Leerstand 2023 als Luxushotel neu eröffnet, mit hohen Räumen, Thermal-Spa und Restaurant am Platz. Das Herzstück der Ortsmitte und das Haus für alle, die Bad Gastein so erleben wollen, wie es Kaiser Wilhelm sah.

ab CHF 380 / Nacht Ansehen →

Das Regina Bad Gastein

Kaiser-Franz-Josef-Strasse, Bad Gastein

Belle-Époque-Villa mit Zimmern zwischen Jugendstil und skandinavischem Design, Thermalbecken auf der Terrasse mit Blick über das Tal und einem viel gelobten Restaurant. Zwischen Zentrum und Bahnhof gelegen, für Paare, die Stil und Thermalwasser wollen.

ab CHF 280 / Nacht Ansehen →

Alpenhaus Gasteinertal

Kötschachtal, Bad Gastein

Spa-Hotel am Eingang des Kötschachtals in ruhiger Lage mit grossem Thermal- und Wellnessbereich, Naturbadeteich, Haubenküche und Hotelbus zur Stubnerkogelbahn. Für alle, die nach dem Skitag oder der Wanderung Ruhe, Wasser und gutes Essen wollen, zehn Minuten vom Trubel.

ab CHF 300 / Nacht Ansehen →

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Erlebnisse, die sich lohnen

Stubnerkogel mit Hängebrücke und Glocknerblick

Mit der Bahn vom Bahnhof auf 2'246 Meter, dann über die 140 Meter lange Hängebrücke zur Glasplattform Glocknerblick und den Felsenweg. Bahn hin und zurück CHF 35, mit Gastein Card ermässigt, zwei bis drei Stunden, nur bei Sicht. Juni bis Oktober und als Skiberg im Winter.

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Felsentherme Bad Gastein

In den Fels gebaute Therme mit Innen- und Aussenbecken aus den 17 heissen Quellen, Saunadorf und Bergblick. 4 Stunden CHF 30 bis 34, Tageskarte CHF 38 bis 42, Sauna extra, nach 17 Uhr voll von Skifahrern, vormittags fast leer.

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Gasteiner Heilstollen

Einfahrt mit dem Stollenzug zwei Kilometer in den alten Goldberg, eine Stunde bei bis zu 41 Grad in radonhaltiger Luft, Therapie bei Rheuma und Atemwegen. Einzelne Einfahrt nach ärztlicher Untersuchung CHF 80 bis 90, Halbtag, keine Wellness. In Böckstein, Bus gratis mit Gästekarte.

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Skipass Gastein und Ski amadé

Vier Skiberge im Tal mit rund 200 Pistenkilometern und Gültigkeit in ganz Ski amadé mit 760 Kilometern. Tageskarte um CHF 70, sechs Tage CHF 340 bis 370, online 5 bis 10 Prozent günstiger. Sportgastein für Freerider, Schlossalm für Familien, Stubnerkogel ab dem Bahnhof.

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Alpentherme Gastein in Bad Hofgastein

Die grössere, modernere Therme des Tals mit Familienbereich, Rutschen, Saunawelt und Ruhewelt mit Thermalsee. Tageskarte CHF 40 bis 45, 4 Stunden CHF 32 bis 36, mit Gastein Card ermässigt. Für Familien die bessere Wahl, Bus zehn Minuten ab Bad Gastein.

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Sportgastein und Nassfeld

Hochtal auf 1'600 Meter am Talende mit Almen, Ankogel-Blick und Ruhe, Mautstrasse CHF 8 pro Auto im Sommer, Bus gratis mit Gästekarte, Rundweg zwei Stunden. Im Winter das schneesicherste Freeride-Gebiet des Tals mit der Goldbergbahn auf 2'700 Meter.

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Wasserfall-Rundgang und Kaiser-Wilhelm-Promenade

Der 341 Meter hohe Wasserfall der Gasteiner Ache mitten im Ort, vom Kongressplatz über die Wasserfallbrücke bis zur Promenade mit Café Gamskar und dem besten Blick auf die Grandhotels. Gratis, eine Stunde, abends beleuchtet, bei Schneeschmelze im Juni am lautesten.

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Gasteiner Museum und Kraftwerk

Kurgeschichte mit Fotos der kaiserlichen Gäste im Grand Hotel de l'Europe (CHF 6, eine Stunde) und das alte Kraftwerk am Wasserfall als Kunstraum mit wechselnden Ausstellungen, im Sommer Festival sommer.frische.kunst. Für Regentage und alle, die den Ort verstehen wollen.

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Essen & Trinken

Bad Gastein isst in zwei Registern: Pinzgauer und Pongauer Hausmannskost auf den Hütten und in den alten Gasthäusern, Kasnocken, Schlipfkrapfen, Wild aus dem Tal, und daneben die neuen Küchen in den renovierten Belle-Époque-Hotels, die regional kochen, aber mit Wiener Weinkarte. Dazu das Kaffeehaus-Erbe der Kurgäste. Preise liegen unter Zell am See und deutlich unter der Schweiz, nur in den Designhotels zahlst du Stadtpreise.

Kasnocken und Pressknödel

Hütten am Stubnerkogel und auf der Schlossalm, Gasthäuser in Böckstein

Nocken mit Bergkäse in der Eisenpfanne oder flache Käseknödel in der Rindsuppe, auf den Hütten des Stubnerkogels und der Schlossalm das sichere Mittagessen für CHF 14 bis 18. Mit Krautsalat als Gegengewicht.

Tipp:Auf den Skihütten vor 11.30 Uhr essen, dann bekommst du einen Platz an der Sonne und die Nocken frisch aus der Pfanne.

Wild aus dem Gasteinertal

Traditionsgasthäuser in Bad Gastein und im Kötschachtal, Hotelrestaurants mit Halbpension im Oktober

Hirschragout, Rehrücken oder Gamsgulasch mit Serviettenknödel, Rotkraut und Preiselbeeren, im Herbst in fast jedem Gasthaus, CHF 22 bis 32. Das Tal ist Jagdgebiet seit Kaiser Wilhelms Zeiten, das Wild kommt wirklich von hier.

Tipp:Oktober ist Wildwochen-Zeit, dann gibt es Menüs für CHF 35 bis 45, oft besser als die Karte.

Schlipfkrapfen

Gasthäuser in Bad Hofgastein und Dorfgastein, Tagesgericht in Bad Gastein

Halbmondförmige Teigtaschen mit Kartoffel-Topfen-Füllung, in brauner Butter mit Schnittlauch, ein Pongauer und Pinzgauer Klassiker, CHF 12 bis 15 als Hauptgang. Vegetarisch, sättigend, und nach einem Skitag genau richtig.

Tipp:Oft nur an bestimmten Wochentagen frisch, auf die Tafel am Eingang achten oder im Hotel nachfragen.

Gasteiner Bauernkrapfen

Almen im Kötschachtal und in Sportgastein, Bauernmarkt in Bad Hofgastein

Dünn gezogener Hefeteig, im Schmalz gebacken, mit Sauerkraut als Hauptgang oder mit Preiselbeeren und Staubzucker als Süsses, CHF 6 bis 10. Auf den Almen im Sommer am besten.

Tipp:Teilen, ein Krapfen ist tellergross. Und am Wochenende backen viele Almen nur vormittags.

Kaiserschmarrn

Hütten am Graukogel und Stubnerkogel, Cafés an der Kaiser-Wilhelm-Promenade

In Bad Gastein mit kaiserlicher Legitimation: Franz Joseph war Stammgast. Zerrissen, karamellisiert, mit Zwetschkenröster, auf den Hütten CHF 12 bis 16, in den Hotelcafés CHF 14 bis 18 mit Blick auf den Wasserfall.

Tipp:Frisch dauert er 15 Minuten, bestell ihn mit dem Hauptgang. Zwei Personen teilen sich problemlos einen.

Gasteiner Mineralwasser und Bier aus der Region

In jedem Gasthaus und auf den Hütten, Kaltenhausen-Biere in den Gastro-Betrieben der Hotels

Das Gasteiner wird in Bad Hofgastein abgefüllt und steht in ganz Österreich im Regal, hier kostet es CHF 3 bis 4 die Flasche im Gasthaus. Dazu Stiegl aus Salzburg oder Bier vom Hofbräu Kaltenhausen, Halbe CHF 4.50 bis 5.50.

Tipp:Leitungswasser ist Bergquellwasser und gratis, wenn du ausdrücklich danach fragst, sonst steht die Flasche auf der Rechnung.

Kaffee und Torte mit Wasserfallblick

Café Gamskar an der Kaiser-Wilhelm-Promenade, Cafés am Straubingerplatz

Die Kurgäste haben die Kaffeehauskultur mitgebracht: Melange CHF 4.50 bis 5.50, Sachertorte oder Topfenstrudel CHF 5 bis 7. In den Belle-Époque-Hotels sitzt du dabei im Jugendstilsaal oder auf der Terrasse über dem Wasserfall.

Tipp:Das Café Gamskar hat den besten Blick auf Ort und Wasserfall, nachmittags zwischen 14 und 16 Uhr voll, vormittags leer.

Food-Tour buchen: Bad Gastein

Mit Guide durch Märkte und Lokale, inklusive Kostproben.

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Geschichte & Hintergrund

Das Gasteinertal ist seit dem Mittelalter wegen zweier Dinge bekannt: Gold und heisses Wasser. Im 15. und 16. Jahrhundert war der Radhausberg über Böckstein eines der ergiebigsten Goldbergwerke der Alpen, die Gewerkenfamilien Weitmoser und Zott wurden so reich, dass Salzburger Fürsterzbischöfe bei ihnen Geld liehen. Die Thermalquellen, 17 Quellen mit bis zu 47 Grad, wurden schon damals gefasst; Kaiser Friedrich III. und Paracelsus badeten hier. Als das Gold zur Neige ging, blieb das Wasser, und im 19. Jahrhundert machte es Bad Gastein zum Treffpunkt des europäischen Hochadels: Kaiser Wilhelm I. kam fast jeden Sommer, Franz Joseph und Sisi, Bismarck, Schopenhauer, Thomas Mann, Somerset Maugham. Weil im engen Tal kein Platz war, baute man die Grandhotels senkrecht an den Hang um den 341 Meter hohen Wasserfall der Gasteiner Ache, sechs, sieben Stockwerke hoch, mit Aufzügen und Belle-Époque-Fassaden, die heute aussehen, als hätte jemand ein Stück Wien in eine Bergschlucht gestellt. 1905 kam die Tauernbahn, 1946 entdeckten Bergleute im stillgelegten Goldstollen am Radhausberg, dass die warme, radonhaltige Luft Gelenkbeschwerden lindert, der Heilstollen wurde 1952 eröffnet. In den 1970er und 1980er Jahren verlor der Ort an Glanz, viele Grandhotels standen leer, ein Wiener Investor kaufte die halbe Ortsmitte und liess sie 20 Jahre verfallen. Seit etwa 2010 kommen Künstler, Berliner und Skandinavier, die in den verblichenen Palästen ein eigenes Lebensgefühl fanden; 2023 eröffnete das sanierte Straubinger als Luxushotel. Bad Gastein ist heute beides: Kurort mit Rollator und Designziel mit Dachterrassen-Bar, Verfall und Aufbruch in derselben Strasse.

Insider-Tipps

Anreise: Nachtzug, Railjet oder Auto über Fernpass und Pass Thurn

Bad Gastein liegt an der Tauernbahn, und der Bahnhof steht oberhalb des Ortes direkt neben der Stubnerkogelbahn. Der klassische Weg ist der Railjet ab Zürich nach Salzburg (5 Stunden 30 Minuten) und weiter mit dem Zug durch das Salzachtal nach Bad Gastein (1 Stunde 20 Minuten), insgesamt rund 7 Stunden 30 Minuten, mit Sparschiene und Halbtax hin und zurück CHF 100 bis 150 pro Person. Die schönere Variante ist der Nightjet: Der Nachtzug Zürich bis Wien oder Graz lässt sich so legen, dass du am Morgen in Salzburg oder Schwarzach-St. Veit umsteigst und um 9 Uhr am Stubnerkogel bist; im Winter gibt es zusätzlich den Ski-Nightjet, der je nach Saison direkt im Gasteinertal hält, Fahrplan jährlich prüfen. Liegewagen ab CHF 60 bis 90 pro Person, Schlafwagen ab CHF 120, dafür sparst du eine Hotelnacht und kommst ausgeschlafen an. Mit dem Auto sind es ab Zürich rund 5 Stunden über Arlberg oder Fernpass, Kitzbühel und Pass Thurn oder über Salzburg und die Tauernautobahn (Vignette CHF 12 für zehn Tage). Im Ort brauchst du das Auto nicht: Skibusse und der Linienbus zwischen Bad Gastein, Bad Hofgastein und Dorfgastein sind mit Gästekarte und Skipass gratis, die Ortsteile sind steil, und viele Hotels haben keine oder teure Garagen (CHF 10 bis 18 pro Tag).

Der Ort verstehen: Wasserfall, Hang und die leeren Hotels

Bad Gastein ist kein flacher Ort, sondern eine Treppe. Zwischen dem Bahnhof oben auf 1'080 Metern und dem Kongressplatz am Wasserfall liegen 100 Höhenmeter und vier Serpentinen, und noch einmal so viel bis hinunter zur Felsentherme und zum Ortsteil Böckstein. Es gibt Treppen, Aufzüge im Kongresshaus und in einigen Hotels und den Ortsbus, aber plan ein, dass jeder Weg bergauf oder bergab geht; mit Kinderwagen, Rollkoffer oder nach einem Skitag ist das ein Thema bei der Hotelwahl. Das Zentrum um den Straubingerplatz war bis 2023 ein surrealer Anblick: Das Hotel Straubinger, das Badeschloss und die alte Post standen zwanzig Jahre leer, mit kaputten Fenstern über der Hauptstrasse. Das Land Salzburg kaufte 2017 die Häuser zurück, das Straubinger und das Badeschloss sind inzwischen als Hotels wieder offen. Ein paar Gebäude stehen weiterhin leer, und genau diese Mischung aus Grandezza und Patina ist es, die den Ort so fotogen macht und seit zehn Jahren Künstler, Festivals und Designhotels anzieht. Der Wasserfall ist im Mai und Juni am lautesten und abends beleuchtet. Der Kaiser-Wilhelm-Promenadenweg führt flach am Hang entlang zum Café Gamskar mit dem besten Blick auf Ort und Wasserfall, 20 Minuten. Bad Hofgastein, zehn Minuten talabwärts, ist das Gegenteil: flach, breiter, mit der grossen Alpentherme, mehr Familien, weniger Atmosphäre, oft günstiger und ebenso gut ans Skigebiet angebunden.

Thermalwasser: Felsentherme, Alpentherme und der Heilstollen

Die 17 Quellen liefern täglich rund fünf Millionen Liter bis zu 47 Grad warmes Wasser, und viele Hotels haben eigene Thermalbecken, was ein echtes Argument bei der Hotelwahl ist. Öffentlich gibt es zwei Thermen: Die Felsentherme in Bad Gastein ist in den Fels gebaut, mit Innen- und Aussenbecken, Saunadorf und Blick auf die Berge, 4 Stunden CHF 30 bis 34, Tageskarte CHF 38 bis 42, Sauna extra. Die Alpentherme in Bad Hofgastein ist moderner, grösser, mit Familienbereich, Rutschen und Ruhewelt, Tageskarte CHF 40 bis 45. Die Gastein Card, die du als Übernachtungsgast bekommst, gibt Rabatte auf beide. Der Gasteiner Heilstollen in Böckstein ist etwas anderes: Ein Zug fährt dich zwei Kilometer in den alten Goldbergwerkstollen, wo du bei 37 bis 41 Grad und 70 bis 100 Prozent Luftfeuchtigkeit eine Stunde auf Liegen in radonhaltiger Luft verbringst. Das ist eine medizinische Therapie, vor allem bei Rheuma, Morbus Bechterew und Atemwegserkrankungen, mit ärztlicher Untersuchung vorab, nicht Wellness. Eine Einfahrt kostet CHF 80 bis 90, die Kur sind zehn Einfahrten, viele Kassen übernehmen Teile davon. Wer gesund ist und neugierig, kann eine einzelne Schnuppereinfahrt buchen, sollte aber wissen, dass Radon ein radioaktives Gas ist, die Dosis einer Einfahrt gilt als unbedenklich, und dass es in der Hitze anstrengend wird. Eviano meint: Für Rheumatiker eine Reise wert, für alle anderen reicht die Therme.

Ski amadé und der Stubnerkogel: das Skigebiet ehrlich eingeschätzt

Das Gasteinertal hat vier Skiberge: Stubnerkogel direkt ab dem Bahnhof Bad Gastein (bis 2'250 Meter, verbunden mit der Schlossalm in Bad Hofgastein, zusammen rund 90 Pistenkilometer, die Hauptsache), Graukogel gegenüber (klein, steil, alt, für ruhige Tage und Pulverschnee), Dorfgastein-Grossarl (Familienberg am Taleingang, Bus 25 Minuten) und Sportgastein auf 2'700 Meter hinter Böckstein, das schneesicherste und schönste Freeride-Gelände, Mautstrasse mit Skipass gratis. Der Skipass Gastein kostet um CHF 70 pro Tag, sechs Tage CHF 340 bis 370, und gilt automatisch in ganz Ski amadé, also auch in Schladming, Flachau, Wagrain, Zauchensee und 760 Pistenkilometern, die du aber nur mit Auto oder Zug (Flachau und Schladming sind 45 bis 75 Minuten entfernt) erreichst. Ehrlich: Gastein allein hat genug für eine Woche, die Verbindung Stubnerkogel-Schlossalm ist seit der neuen Schlossalmbahn 2018 richtig gut, die Abfahrten sind lang und mittelschwer, oben windig und oft hart. Die Talabfahrt nach Bad Gastein ist steil und am Nachmittag ein Buckelfeld. Skipass und Hotel liegen zusammen rund 30 Prozent unter Davos. Der Online-Vorverkauf spart 5 bis 10 Prozent, Skimiete CHF 140 bis 200 pro Woche. Im Sommer ist der Stubnerkogel für die Hängebrücke da: 140 Meter lang auf 2'300 Meter, mit der Glasplattform Glocknerblick und dem Felsenweg, Bahn hin und zurück CHF 35, mit Gastein Card ermässigt. Langlauf gibt es in Böckstein und Sportgastein, Rodeln vom Graukogel.

Unterkunft und Preisfallen: Belle-Époque, Kurhotels und das Kleingedruckte

Bad Gastein hat drei Hotelwelten. Die renovierten Belle-Époque-Häuser rund um den Wasserfall (Straubinger, Badeschloss, Haus Hirt, Miramonte, Regina) sind das, weswegen du herkommst: Stuck, hohe Räume, Dachterrassen, Kunst, Preise ab CHF 180 bis 450. Die klassischen Kurhotels mit Thermalbad im Haus, eigener Kurabteilung und Halbpension sind oft etwas altmodisch, dafür mit Thermalwasser inklusive, CHF 110 bis 180, und ihr Publikum ist im Schnitt älter. Und dann die Pensionen und Appartements in Böckstein und oberhalb des Bahnhofs ab CHF 70, ideal für Skifahrer, die nur schlafen. Hotels am Bahnhof sind für Skifahrer perfekt (Stubnerkogelbahn in zwei Minuten), für den Ort aber 15 Minuten Treppe. Preisfallen: Die Kurtaxe von CHF 3 bis 4 pro Person und Nacht, Thermalbad oft nur zu bestimmten Zeiten, Mindestaufenthalt sieben Nächte in den Winterferien, Garagen extra. Saison: Weihnachten bis Dreikönig, Februar und Ostern sind teuer und voll, Januar und März günstig und gut. Der Sommer ist ruhiger, hier zählen Wanderer, Thermengäste und Kurgäste, Mitte Juli bis Ende August voll, Juni und September schön und leer. In der Zwischensaison (Mitte April bis Mitte Mai, Ende Oktober bis Anfang Dezember) schliessen viele Häuser, die Thermen bleiben offen. Buchen: Winterferien im Herbst, Rest sechs bis acht Wochen vorher. Das Sommerfestival sommer.frische.kunst im August und die Snow Jazz Gastein im März sind Gründe, genau dann zu kommen.

Unterschätzt: Sportgastein, Nassfeld, Böckstein und das Kötschachtal

Der schönste Teil des Tals liegt hinter Böckstein: Die Gasteiner Alpenstrasse führt acht Kilometer zum Nassfeld und nach Sportgastein auf 1'600 Meter, Maut CHF 8 pro Auto im Sommer, Bus mit Gästekarte gratis. Oben ein weites Hochtal mit Almen, dem Blick auf den Ankogel und einem der ruhigsten Wandergebiete des Salzburger Landes, Rundweg zwei Stunden, für Geübte der Aufstieg zum Kreuzkogel. Im Winter ist Sportgastein das Freeride-Gebiet, im Sommer sieht man dort kaum zwanzig Leute am Tag. Böckstein selbst, der Ortsteil am Talende, hat das Montanmuseum Altböckstein in der alten Goldwäsche, die Wallfahrtskirche und die Bahnverladung für die Autoschleuse; im Sommer das Pilzesammeln, im Winter die Loipe. Das Kötschachtal zweigt am Ortsrand von Bad Gastein ab und ist ein flaches, autofreies Seitental mit dem Grünen Baum am Eingang und Almen weiter hinten, zwei Stunden hin und zurück, auch mit Kinderwagen. Auf der Bad Hofgasteiner Seite: Die Schlossalm mit der neuen Bahn und dem Hohe-Tauern-Blick, und das Heimatmuseum im Weitmoserschlössl mit der Geschichte des Goldabbaus. Für Kultur: Das Gasteiner Museum im Grand Hotel de l'Europe erzählt die Kurgeschichte mit Fotos der kaiserlichen Gäste, das Kraftwerk, eine ehemalige Stromzentrale, ist heute Kunstraum und Veranstaltungsort mit Blick in den Wasserfall. Und komm auch im Sommer mit Badesachen, viele Hotelthermalbecken sind zugänglich.

Häufige Fragen zu Bad Gastein

Wie komme ich von der Schweiz nach Bad Gastein, und brauche ich ein Auto?

Mit dem Railjet ab Zürich nach Salzburg und weiter durch das Salzachtal, rund 7 Stunden 30 Minuten, hin und zurück CHF 100 bis 150 mit Sparschiene und Halbtax. Schöner ist der Nightjet über Nacht mit Umstieg am Morgen, Liegewagen ab CHF 60 bis 90. Mit dem Auto rund 5 Stunden. Vor Ort brauchst du kein Auto: Der Bahnhof liegt an der Stubnerkogelbahn, Skibus und Linienbus sind mit Gästekarte gratis, und der Ort ist so steil, dass Parken ohnehin mühsam ist.

Was kostet eine Skiwoche in Bad Gastein?

Skipass sechs Tage CHF 340 bis 370 (gilt in ganz Ski amadé), Mittelklasse-Hotel mit Halbpension CHF 110 bis 170 pro Person und Nacht ausserhalb der Ferien, Skimiete CHF 140 bis 200, Hüttenessen CHF 15 bis 22, Therme CHF 30 bis 40 pro Besuch, wenn das Hotel kein eigenes Thermalbad hat. Rechne mit CHF 1'400 bis 2'000 pro Person inklusive Anreise, in den Februar-Ferien 20 bis 30 Prozent mehr. Das liegt deutlich unter Davos oder Lenzerheide bei ähnlichem Skigebiet.

Lohnt sich Bad Gastein im Sommer?

Ja, wenn du Thermalwasser, Wandern und den eigentümlichen Charme der Belle-Époque-Häuser magst. Die Hängebrücke am Stubnerkogel, Sportgastein, das Kötschachtal und der Wasserfall bei Schneeschmelze sind die Höhepunkte, dazu das Kunstfestival im August. Wer Badeseen und Bergdorf-Idylle sucht, ist in Zell am See besser aufgehoben. Juni und September sind die besten Sommermonate, die Preise liegen dann 30 Prozent unter dem Winter.

Was ist der Heilstollen, und ist er etwas für mich?

Ein alter Goldbergwerkstollen in Böckstein, in dem du bei 37 bis 41 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit eine Stunde radonhaltige Luft atmest, eine anerkannte Therapie bei Rheuma, Bechterew, Arthrose und Atemwegserkrankungen. Eine Einfahrt kostet CHF 80 bis 90 nach ärztlicher Untersuchung, eine Kur sind zehn Einfahrten über drei Wochen. Für Gesunde ist es keine Wellness-Attraktion, Radon ist radioaktiv und die Hitze anstrengend. Wer nur entspannen will, geht in die Felsentherme.

Bad Gastein oder Bad Hofgastein, wo wohne ich besser?

Bad Gastein für Atmosphäre, Wasserfall, Belle-Époque-Hotels, Bars und den direkten Zugang zum Stubnerkogel am Bahnhof, dafür steil und mit Treppen. Bad Hofgastein für Familien, die grössere Alpentherme, flache Wege, mehr Supermärkte und die Schlossalmbahn, oft 10 bis 20 Prozent günstiger. Beide hängen am selben Skigebiet und sind mit dem Gratisbus zehn Minuten auseinander. Dorfgastein ist die dritte, ruhigste Option am Taleingang für Familien mit kleinen Kindern.

Wann ist die beste Reisezeit für Bad Gastein?

Für Ski: Januar nach Dreikönig und März, mit Snow Jazz Gastein im März als Extra, gute Schneelage dank Sportgastein bis April. Für den Sommer: Juni, wenn der Wasserfall am lautesten ist, und September mit klarer Luft, beide ruhig und günstig. Weihnachten, Februar und August sind voll und teuer. Mitte April bis Mitte Mai und November sind Zwischensaison mit vielen geschlossenen Hotels, nur die Thermen laufen durch.

Aktivitäten in der Region

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