Diyarbakır

Türkei · Südostanatolien · Reiseguide

Diyarbakır

Was eine Reise in die Stadt hinter den schwarzen Mauern wirklich kostet, wie sicher es heute ist und welche Erlebnisse den Weg an den Tigris lohnen.

Foto: Cengiz Kudat / Pexels

Was kostet deine Reise nach Diyarbakır?

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1'385 CHF
≈ 693 CHF pro Person
  • Flüge 800 CHF
  • Unterkunft 275 CHF
  • Essen 250 CHF
  • Transport vor Ort 60 CHF

Schätzwerte zur Orientierung, keine Buchungspreise. Flüge & Hotels schwanken saisonal stark – aktuelle Preise findest du über die Links weiter unten.

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Türkischer Lira (TRY). Der Kurs schwankt stark, deshalb stehen hier alle Preise in CHF. Kartenzahlung ist fast überall möglich, Bargeld brauchst du für Dolmuş, Märkte und Trinkgeld. Flugzeit: 3 bis 4 Stunden.

Hotel-Empfehlungen

Neun Optionen in drei Preisklassen – jeweils die Häuser mit den besten Bewertungen auf Booking.com.

Budget

Malabadi Hotel

Kayapınar, Diyarbakır

Vier-Sterne-Haus mit Pool an der Ausfallstrasse Richtung Flughafen, rund zehn Taximinuten von den Stadtmauern. Für die Kategorie günstig, Zimmer solide, Frühstück ordentlich. Wer abends lieber Ruhe als Altstadtlärm will und mit dem Taxi pendelt, ist hier gut aufgehoben.

ab CHF 60 / Nacht Ansehen →

Sur Central Hotel

Sur, Diyarbakır

Kleines, neueres Hotel direkt an der Gazi Caddesi, der Hauptachse durch die Altstadt innerhalb der Mauern. Die Zimmer sind schlicht, aber sauber und klimatisiert, das Frühstück einfach. Das Argument ist die Lage: Basar, Ulu Camii und die Leberlokale erreichst du in wenigen Minuten zu Fuss. Zur Strasse hin kann es abends laut sein, besser ein Zimmer nach hinten nehmen.

ab CHF 35 / Nacht Ansehen →

Plaza Hotel Diyarbakir

Yenişehir, Diyarbakır

Solides Stadthotel in der Neustadt mit funktionalen, sauberen Zimmern, verlässlichem WLAN und einem ordentlichen Frühstück. Beliebt bei türkischen Geschäftsreisenden, entsprechend unaufgeregt und gut organisiert. Zur Altstadt sind es zehn Minuten mit dem Taxi oder eine halbe Stunde zu Fuss. Für Alleinreisende eine unkomplizierte Wahl ohne Überraschungen, aber auch ohne Charme.

ab CHF 45 / Nacht Ansehen →

Mittelklasse

Amida Boutique Otel

Zentrum, Diyarbakır

Kleines Boutique-Hotel mit modern eingerichteten Zimmern, gutem Frühstück und einem Team, das sich um Tipps und Transfers kümmert. Auf Booking eines der bestbewerteten Häuser der Stadt, ohne historischen Rahmen, dafür mit einem Komfort, der im Südosten in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich ist. Die Mauern und der Basar sind mit dem Taxi in wenigen Minuten erreicht.

ab CHF 60 / Nacht Ansehen →

The Green Park Diyarbakir

Sur, Diyarbakır

Grosses Hotel an der Gazi Caddesi direkt in Sur, mit Pool, Spa, Hamam und Restaurant. Die Lage ist der Trumpf: Mauern, Ulu Cami und Basare erreichst du zu Fuss. Die Bewertungen schwanken allerdings, vor allem beim Service, deshalb vor der Buchung die aktuellen Rezensionen anschauen.

ab CHF 65 / Nacht Ansehen →

SV Business Hotel Diyarbakır

Yenişehir, Diyarbakır

Vier-Sterne-Businesshotel im Zentrum der Neustadt, mit modernen Zimmern, Fitnessraum, Restaurant und sehr gutem Frühstück. Die Lage an der Hauptstrasse ist praktisch, die Altstadt erreichst du zu Fuss in 20 Minuten oder mit Taxi in fünf. Das Frühstück wird oft als Highlight genannt.

ab CHF 85 / Nacht Ansehen →

Luxus

Radisson Blu Hotel Diyarbakır

Kayapınar, Diyarbakır

Das grösste Fünf-Sterne-Haus der Stadt, mit Pool, Spa, Hamam, mehreren Restaurants und Zimmern mit Blick auf die Stadt. Internationaler Standard, verlässlicher Service, oft zu Preisen weit unter dem, was du in Istanbul zahlen würdest. Für den Komfort nach einem heissen Tag.

ab CHF 110 / Nacht Ansehen →

Wyndham Garden Diyarbakır

Yenişehir, Diyarbakır

Moderner Kettenstandard in der Neustadt: grosse Betten, gutes Frühstück, Fitnessraum, Bar. Kein Charme, aber keine Überraschungen, und das Haus ist für den Südosten sehr gut geführt. Mit Taxi zehn Minuten zur Altstadt. Eine sichere Wahl für die erste Nacht. Eigener Parkplatz vorhanden.

ab CHF 95 / Nacht Ansehen →

Novotel Diyarbakır

Kayapınar, Diyarbakır

Gut geführtes Hotel der Accor-Gruppe mit Pool, Spa, Fitness und einem Restaurant, das regionale Küche anständig interpretiert. Grosse, moderne Zimmer, familienfreundlich, ruhige Lage in der Neustadt. Mit dem Taxi zehn Minuten zu den Mauern. Der Pool ist im Sommer ein echtes Plus.

ab CHF 120 / Nacht Ansehen →

Buchst du über diese Links, erhalten wir eine kleine Provision – für dich ohne Aufpreis.

Erlebnisse, die sich lohnen

Rundgang Stadtmauer und Sur

Mit Guide über die Basaltmauer, durch die Tore, zur Ulu Camii und in die Karawansereien. Du verstehst, wo Geschichte und Gegenwart der Stadt aufeinandertreffen. Rund drei bis vier Stunden. Ab CHF 25 pro Person.

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Hevsel-Gärten und Zehnaugenbrücke

Durch die UNESCO-Gärten hinunter zum Tigris und zur Basaltbrücke aus dem 11. Jahrhundert. Zum Sonnenuntergang der beste Blick auf die ganze Mauer. Zwei bis drei Stunden, zu Fuss oder mit Guide.

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İçkale und Archäologiemuseum

Die Zitadelle im Nordosten der Altstadt mit restaurierten Mauern, Kirche und dem Archäologiemuseum in alten Verwaltungsgebäuden. Guter Startpunkt mit Blick über Stadt und Fluss. Eintritt gering. Rund zwei Stunden einplanen, morgens am ruhigsten.

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Frühstück im Hasan-Paşa-Hanı

Die grosse Frühstücksplatte mit Dutzenden Schälchen im Hof einer Karawanserei aus dem 16. Jahrhundert. Kein Ticket nötig, aber Teil jeder guten Food-Tour. Am Wochenende früh hin. Rund CHF 10 pro Person.

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Surp-Giragos-Kirche und Dört-Ayaklı-Minare

Die restaurierte armenische Kirche, einst die grösste im Nahen Osten, und das Minarett auf vier Säulen, beide in Sur. Zeugen der Vielfalt, die die Stadt einmal hatte. Zu Fuss im Altstadt-Rundgang.

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Dengbêj-Haus: kurdische Sänger

Nachmittags singen ältere Männer im Hof des Dengbêj Evi epische kurdische Geschichten, ohne Eintritt, ohne Bühne. Eines der ehrlichsten Erlebnisse in der Stadt. Leise sein und zuhören. Nachmittags ab etwa 14 Uhr.

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Tagesausflug Mardin ab Diyarbakır

Die goldene Steinstadt liegt 90 Minuten entfernt, mit Deyrulzafaran-Kloster unterwegs. Als Tagestour mit Fahrer machbar, besser mit einer Übernachtung. Ab CHF 50 pro Person. Mit Fahrer und Guide, auf Wunsch inklusive Midyat.

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Malabadi-Brücke und Hasankeyf

Die seldschukische Malabadi-Brücke mit ihrem riesigen Bogen und die Reste von Hasankeyf am Tigris-Stausee, zwei Stunden östlich. Für alle, die Geschichte und Landschaft verbinden wollen. Ganztagestour. Mit Fahrer ab CHF 60 pro Person.

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Essen & Trinken

Diyarbakır isst Leber zum Frühstück, Wassermelonen so gross wie Kürbisse und Lamm in jeder Form; die kurdische Küche der Stadt ist würziger als die von Antep und einfacher. Die besten Lokale sind oft die schmucklosesten in den Gassen von Sur.

Ciğer

Ciğerci Xale Mehemed, Sur, Diyarbakır

Lammleber in kleinen Würfeln am Spiess, zwischen Stücken Fettschwanz, über Holzkohle; mit Zwiebeln, Sumach, Petersilie, scharfer Paprika und Fladenbrot. CHF 3 bis 5.

Tipp:Zum Frühstück ab 6 Uhr, am Wochenende mit Schlange; bestell nach Anzahl Spiessen.

Kaburga Dolması

Restaurants in den restaurierten Hans von Sur rund um die Ulu Camii

Lammbrust mit Reis, Mandeln, Pinienkernen und Gewürzen gefüllt, erst gekocht, dann im Ofen gebräunt; aussen knusprig, innen würzig. CHF 12 bis 18 pro Person.

Tipp:Für zwei bis vier Personen, vorbestellen lohnt sich.

Meftune

Lokantas mit Hausmannskost in Sur und im Ofis-Viertel

Eintopf aus Lamm, Auberginen und Knoblauch, mit Sumach gesäuert, über Bulgur-Pilaw. CHF 5 bis 8.

Tipp:Ein Mittagsgericht; frag nach dem Tagesmenü.

Diyarbakır Karpuzu

Strassenstände in Sur und der Markt im Stadtteil Bağlar

Wassermelonen vom Tigrisufer, 20 bis 40 Kilo schwer, süss und fest; im Sommer an jeder Ecke scheibenweise. Ein Stück CHF 0.50 bis 1.

Tipp:Saison Juli bis September; im September gibt es ein Wassermelonenfest mit Wettwiegen.

Burma Kadayıf

Konditoreien an der Gazi Caddesi in Sur

Engelshaar-Teig um Walnüsse gerollt, in Butter gebacken und in Sirup getaucht; die Süssigkeit der Stadt. CHF 2 bis 3 pro Stück.

Tipp:Nach dem Essen, mit Tee; in Boxen gut zu transportieren.

Örgü Peyniri

Käsehändler im Basar bei der Ulu Camii

Geflochtener Käse aus Diyarbakır, salzig und faserig, zum Frühstück oder gegrillt; vakuumiert ein gutes Mitbringsel. CHF 6 bis 9 pro Kilo.

Tipp:Vor dem Essen kurz wässern, dann ist er weniger salzig.

Meyan Şerbeti

Strassenverkäufer in Sur, vor allem im Sommer

Kaltes Süssholz-Sorbet, bitter-süss, von Strassenverkäufern mit Kupferkannen auf dem Rücken ausgeschenkt. CHF 0.30 bis 0.50 das Glas.

Tipp:Ein Glas, nicht mehr: Süssholz treibt den Blutdruck hoch.

Geschichte & Hintergrund

Diyarbakır liegt auf einem Basaltplateau über dem Tigris und ist seit mindestens 5000 Jahren bewohnt. Hurriter, Assyrer, Römer und Byzantiner haben hier Festungen gebaut, und die römische Stadtmauer aus schwarzem Basalt, fast sechs Kilometer lang mit 82 Türmen, gehört zu den längsten erhaltenen Stadtmauern der Welt. Nur die Chinesische Mauer ist länger. Zwischen den Mauern und dem Fluss liegen die Hevsel-Gärten, seit Jahrtausenden bewirtschaftete Obst- und Gemüsefelder, die die Stadt ernährten; beide zusammen sind seit 2015 UNESCO-Welterbe. Nach der arabischen Eroberung im 7. Jahrhundert hiess die Stadt nach dem Stamm der Bakr Diyar Bakr, Land der Bakr. Die Ulu Camii, eine der ältesten Moscheen Anatoliens, wurde mit Säulen aus römischen Bauten errichtet. Diyarbakır ist das kulturelle Zentrum der Kurden in der Türkei, mit allem, was das politisch bedeutet. Die Altstadt Sur wurde in den Kämpfen von 2015 und 2016 schwer beschädigt, Teile wurden abgerissen und neu gebaut. Heute ist die Stadt wieder ruhig, die Mauern und Gärten sind zugänglich, und wer kommt, erlebt eine Stadt mit zwei Millionen Menschen, viel Stolz, viel Musik und einer der ehrlichsten Küchen der Türkei.

Insider-Tipps

Sicherheit: die nüchterne Einschätzung

Diyarbakır hat einen Ruf, der aus den Jahren 2015 und 2016 stammt, als in der Altstadt Sur gekämpft wurde. Seither ist die Stadt ruhig. Das EDA rät zur Vorsicht in den Provinzen des Südostens und von Reisen in die Grenzgebiete zu Syrien und Irak ab; Diyarbakır-Stadt gehört zu den Orten, die man mit gesundem Menschenverstand besuchen kann. Was das praktisch heisst: Reisehinweise vor der Abreise lesen, Demonstrationen und grosse Menschenansammlungen meiden, politische Diskussionen nicht selbst anfangen, Polizeikontrollen mit Pass gelassen hinnehmen. Die Polizeipräsenz ist sichtbar, vor allem in Sur, und sie gilt nicht dir. Als Tourist wirst du hier mit einer Mischung aus Überraschung und Freude empfangen, weil so wenige kommen. Reisende, auch Frauen allein, berichten von positiven Erfahrungen. Abends in Sur in den beleuchteten Hauptgassen bleiben, wie in jeder Stadt dieser Grösse.

Die Mauern: wo du hochgehst und wo nicht

Die Basaltmauer umschliesst die gesamte Altstadt, und du kannst an mehreren Stellen hinauf. Der beste Abschnitt für den Blick auf den Tigris und die Hevsel-Gärten ist bei der Keçi Burcu, dem Ziegenturm, im Süden, und beim Mardin-Tor. Im Westen beim Urfa-Tor und an der İçkale, der Zitadelle im Nordosten, sind die Mauern restauriert und gut begehbar. Die İçkale beherbergt heute das Archäologiemuseum in alten Gefängnis- und Verwaltungsgebäuden, der Eintritt ist gering. Nicht überall ist die Mauerkrone gesichert, es gibt Abschnitte ohne Geländer mit zehn Metern Tiefe daneben. Mit Kindern aufpassen, und abends nicht mehr hoch. Der Spaziergang aussen um die Mauer dauert rund zwei Stunden; ein schöner Teil ist der Park zwischen Mardin-Tor und Tigris, wo abends die Familien picknicken.

Hevsel-Gärten und die Zehnaugenbrücke

Unter der Mauer, zwischen Stadt und Fluss, liegen die Hevsel-Gärten: Pappelhaine, Gemüsefelder, Maulbeerbäume und schmale Wege, die seit der Antike so bewirtschaftet werden. Du gehst vom Mardin-Tor hinunter und bist in zehn Minuten in einer anderen Welt, grün, still, mit dem Tigris am Ende. Dort überspannt die Zehnaugenbrücke (On Gözlü Köprü) aus dem 11. Jahrhundert den Fluss, aus demselben schwarzen Basalt wie die Mauer. Am späten Nachmittag sitzen Familien am Ufer, es gibt Teegärten und im Sommer Lokale, die Fisch aus dem Tigris anbieten. Zum Sonnenuntergang vom gegenüberliegenden Ufer aus siehst du die ganze Stadtmauer über den Gärten, das beste Foto von Diyarbakır. Taxi zur Brücke kostet wenige Franken, zurück nimmst du den Weg durch die Gärten. Nimm Wasser mit, in den Gärten gibt es nur wenige Stände, und im Sommer sind die Wege ab Mittag ohne Schatten.

Sur: die Altstadt zwischen Alt und Neu

Sur ist die Altstadt innerhalb der Mauern, und sie hat zwei Gesichter. Der westliche Teil mit der Ulu Camii, dem Hasan-Paşa-Hanı und dem Basar ist intakt, lebendig und voller Teehäuser. Der östliche Teil wurde nach den Kämpfen grossflächig abgerissen und mit neuen Häusern im alten Stil wieder aufgebaut, was man sieht und was die Einheimischen unterschiedlich beurteilen. Sehenswert sind die Ulu Camii mit ihrem riesigen Hof, die armenische Surp-Giragos-Kirche, die restauriert und wiedereröffnet ist, die Kirche Meryem Ana der syrischen Christen und die Dört-Ayaklı-Minare, das Minarett auf vier Säulen. Der Hasan-Paşa-Hanı, eine Karawanserei aus dem 16. Jahrhundert, ist der Ort fürs Frühstück: Im Hof gibt es die berühmten Serpme Kahvaltı, Frühstücksplatten mit Dutzenden Schälchen, für CHF 8 bis 12 pro Person. Das Cemil-Paşa-Konağı ist ein schönes Stadtmuseum.

Leber zum Frühstück und Wassermelonen

Diyarbakır frühstückt Ciğer, Leberspiesse vom Holzkohlegrill, mit Zwiebeln, Sumach, Petersilie und Fladenbrot, in den Leberlokalen rund um den Basar ab sechs Uhr morgens. Die Portion kostet CHF 3 bis 5, dazu Ayran oder Tee. Wer sich das nicht traut, bekommt im Hasan-Paşa-Hanı die grosse Frühstücksplatte. Weitere Spezialitäten: Meftune, ein Eintopf aus Lamm und Auberginen mit Sumach, Kaburga Dolması, gefüllte Lammrippen, und Lahmacun mit viel Zwiebel. Berühmt ist Diyarbakır für seine Wassermelonen, die auf den fruchtbaren Böden am Tigris bis zu 40 Kilo schwer werden. Im Sommer gibt es sie an jeder Ecke, im Herbst ein Wassermelonenfest. Für Süsses: Burma Kadayıf mit Walnüssen und Kadayıf mit Pistazien. Alkohol gibt es in einigen Restaurants und in der Neustadt, in Sur eher selten.

Kurdische Kultur: Musik, Sprache, Alltag

Diyarbakır ist die wichtigste kurdische Stadt der Türkei, und das merkst du an der Sprache auf der Strasse, an der Musik aus den Teehäusern und an einem Selbstbewusstsein, das anders ist als anderswo. Dengbêj, die traditionellen Sänger, die epische Geschichten vortragen, haben in Sur ein eigenes Haus, das Dengbêj Evi, wo ältere Männer nachmittags singen und du zuhören kannst, frei und ohne Eintritt. Das ist eines der ehrlichsten Erlebnisse der Stadt. Ein paar Worte Kurdisch, «Spas» für Danke und «Roj baş» für guten Tag, werden mit grosser Freude aufgenommen. Türkisch sprechen alle. Politik ist allgegenwärtig, aber als Gast hörst du besser zu, als dass du urteilst. Die Menschen erzählen gern, wenn sie merken, dass du dich für ihre Stadt interessierst, und laden dich dann zum Tee ein, oft zum Essen, manchmal nach Hause.

Häufige Fragen zu Diyarbakır

Wie viele Tage sollte man für Diyarbakır einplanen?

Zwei volle Tage: einer für die Mauern, İçkale und Sur, einer für die Hevsel-Gärten, den Tigris und die Zehnaugenbrücke mit viel Zeit in Teehäusern. Diyarbakır lässt sich gut mit Mardin (90 Minuten) kombinieren, drei bis vier Tage für beide Städte zusammen sind realistisch.

Wann ist die beste Reisezeit?

April, Mai, September und Oktober. Im Sommer wird es über 40 Grad, und der schwarze Basalt speichert die Hitze. Im Winter kann es kalt werden, mit gelegentlichem Schnee. Der Frühling ist die schönste Zeit, dann sind die Hevsel-Gärten grün.

Wie kommt man ab der Schweiz nach Diyarbakır?

Über Istanbul nach Diyarbakır (DIY) mit Turkish Airlines oder Pegasus, der Flughafen liegt nur 15 Minuten von der Altstadt. Hin- und Rückflug ab Zürich CHF 350 bis 480. Diyarbakır ist gut angebunden und ein guter Start- oder Endpunkt für eine Rundreise mit Mardin und Şanlıurfa.

Ist Diyarbakır sicher für Touristen?

Die Stadt ist seit Jahren ruhig, und Besucher berichten von sehr positiven Erfahrungen. Das EDA rät zur Vorsicht im Südosten und von Reisen in die Grenzgebiete zu Syrien und Irak ab; die Stadt selbst ist davon nicht erfasst. Lies vor der Reise die aktuellen Reisehinweise, meide Demonstrationen, nimm Polizeikontrollen gelassen. Mehr dazu im Insider-Teil oben.

Wird in Diyarbakır Türkisch oder Kurdisch gesprochen?

Beides, auf der Strasse oft Kurdisch (Kurmandschi), in Hotels, Behörden und Läden Türkisch. Englisch sprechen eher die Jungen und das Hotelpersonal. Ein paar Worte Kurdisch werden mit besonderer Freude aufgenommen, Türkisch versteht jeder.

Kann man in Sur abends unterwegs sein?

Ja, in den belebten Hauptgassen rund um Ulu Camii, Hasan-Paşa-Hanı und Basar, wo die Teehäuser bis spät offen sind. Die Seitengassen im östlichen, neu gebauten Teil sind abends leer und schlecht beleuchtet, die meidest du besser, wie überall. Taxis sind günstig und zuverlässig.

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