Türkei · Kulinarik · 9 Tage

Mesopotamien kulinarisch

Die beste Küche der Türkei liegt im Südosten: Baklava, Lahmacun, Kebab in zwanzig Varianten und Frühstück mit Leber. Dazu die ältesten Tempel der Welt, eine Steinstadt über der Ebene und Götterköpfe auf 2'150 Metern.

Die Route, Tag für Tag

  1. Tag 1 bis 2

    Gaziantep: Baklava, Zeugma und Kupferbasar

    Du fliegst über Istanbul nach Gaziantep, gut sechs Stunden, und übernimmst das Auto am Flughafen, parkierst es aber gleich am Hotel: Die Altstadt läufst du zu Fuss. Gaziantep ist UNESCO-Stadt der Gastronomie, und du beginnst mit dem Wichtigsten, Baklava in einer der alten Konditoreien, mit Pistazien aus der Region, Butter aus Schafsmilch, dünn, nicht zu süss, zum Frühstück, wie die Einheimischen. Danach der Kupferbasar, die Pistazienhändler und mittags Beyran, die scharfe Lammsuppe, oder Lahmacun aus dem Steinofen. Der Nachmittag gehört dem Zeugma-Mosaikmuseum mit dem Zigeunermädchen, dem berühmtesten Mosaik der Türkei, nimm dir zwei Stunden. Am zweiten Tag fährst du 120 Kilometer nach Halfeti am Euphrat, zur halbversunkenen Stadt mit dem Minarett im Wasser, Bootstour und Fisch am Ufer, abends zurück für Katmer, das Pistazienblätterteig-Dessert. Schlafen in einem Mittelklassehotel nahe der Burg, rund CHF 60 pro Nacht. Weiter nach Şanlıurfa: 140 Kilometer auf der Autobahn O-52, eineinhalb Stunden, Maut per Plakette.

    Touren an diesem Stopp: Street-Food-Tour Gaziantep ↗Baklava-Workshop ↗Halfeti Bootstour ↗

    Zum Reiseguide Gaziantep →
  2. Tag 3 bis 4

    Şanlıurfa: Göbekli Tepe, Balıklıgöl und Sıra Gecesi

    Şanlıurfa, kurz Urfa, ist die Stadt der Propheten und der schärfsten Küche der Türkei: İsot heisst der dunkle Chili, den sie hier auf alles streuen. Fahr am ersten Morgen zu Göbekli Tepe, 20 Kilometer nordöstlich, den ältesten Tempelanlagen der Welt, 12'000 Jahre alt, T-förmige Pfeiler mit Tierreliefs unter einem Schutzdach. Nimm einen Guide oder die Audioführung, ohne Erklärung ist es ein Hügel mit Steinen. Danach ins Archäologiemuseum in der Stadt, wo die Originalfunde stehen. Nachmittags der Balıklıgöl, der Teich mit den heiligen Karpfen, und die Altstadt mit ihren überwölbten Basargassen, zum Abendessen Urfa-Kebab und Ciğer, Leber vom Spiess, die hier zum Frühstück gegessen wird. Der zweite Tag führt nach Harran, 45 Kilometer südlich, zu den Lehm-Bienenkorbhäusern und der ältesten Universität der islamischen Welt, nachmittags Karahan Tepe, der neue Fundort. Abends ein Sıra Gecesi, der traditionelle Musikabend mit Çiğ Köfte, buch ihn über das Hotel. Schlafen in einem Konak-Hotel in der Altstadt, rund CHF 55 pro Nacht. Weiter nach Mardin: 190 Kilometer über die D400 Richtung Osten, zweieinhalb Stunden.

    Touren an diesem Stopp: Göbekli Tepe mit Guide ↗Harran und Karahan Tepe ↗Sıra Gecesi Musikabend ↗

    Zum Reiseguide Şanlıurfa →
  3. Tag 5 bis 6

    Mardin: Steinstadt über Mesopotamien und die Klöster

    Mardin siehst du schon von weitem: eine Stadt aus honigfarbenem Kalkstein, terrassenförmig an einen Berg gebaut, darunter die mesopotamische Ebene bis nach Syrien. Du schläfst in der Altstadt in einem Steinhaus mit Terrasse, Mittelklasse rund CHF 65, nicht unten in der Neustadt, auch wenn sie günstiger ist, denn der Abendblick von der Terrasse ist der Grund für Mardin. Der erste Tag gehört der Hauptgasse und den Treppengassen dahinter, der Zinciriye-Medrese, dem Museum im alten Patriarchat und dem Essen: Kaburga Dolması, gefüllte Lammrippe, Sembusek, die halbmondförmigen Teigtaschen, und Mırra, der bittere Kaffee, dazu Mardin-Seife und Mandelkonfekt als Mitbringsel. Am zweiten Tag fährst du zum Safrankloster Deyrulzafaran, sechs Kilometer, danach in den Tur Abdin zum Kloster Mor Gabriel, dem ältesten noch bewohnten syrisch-orthodoxen Kloster, und nach Midyat mit seinen Silberschmieden, zusammen 150 Kilometer Rundfahrt. Wer Zeit hat, nimmt Dara mit, die vergessene Festungsstadt. Weiter nach Diyarbakır: 95 Kilometer auf der D950 nach Norden, eineinhalb Stunden.

    Touren an diesem Stopp: Altstadt-Führung Mardin ↗Klöster im Tur Abdin und Midyat ↗

    Zum Reiseguide Mardin →
  4. Tag 7

    Diyarbakır: Stadtmauer, Hevsel-Gärten und Leber zum Frühstück

    Diyarbakır ist die grösste kurdische Stadt der Türkei, und sie ist ehrlich: laut, lebendig, mit einer fünf Kilometer langen Stadtmauer aus schwarzem Basalt, die nach der Chinesischen Mauer als längste der Welt gilt. Ein Tag reicht für das Wesentliche, weil die Stadt kompakt ist. Du frühstückst wie die Einheimischen Ciğer, Leber vom Grill mit Zwiebeln und Petersilie, um sieben Uhr morgens bei einem der Ciğerci am Markt, danach läufst du durch Sur, die Altstadt innerhalb der Mauern: die Ulu Camii, eine der ältesten Moscheen Anatoliens, die armenische Kirche Surp Giragos, die Karawanserei Hasan Paşa Hanı für einen Çay im Innenhof. Steig an der Keçi Burcu auf die Mauer, von dort siehst du die Hevsel-Gärten am Tigris, seit Jahrtausenden bewirtschaftet, und die Zehnaugenbrücke. Nachmittags Kadayıf mit Käse und Diyarbakır-Wassermelone, die hier so gross wird, dass sie ein Fest hat. Schlafen in einem Mittelklassehotel in oder nahe Sur, rund CHF 55. Weiter zum Nemrut: 200 Kilometer über Siverek und Kahta nach Karadut auf der D360 und D885, dreieinhalb Stunden mit Fährstopp oder Brücke über den Atatürk-Stausee.

    Touren an diesem Stopp: Stadtmauer und Altstadt Sur ↗Food-Tour Diyarbakır ↗

    Zum Reiseguide Diyarbakır →
  5. Tag 8 bis 9

    Nemrut: Götterköpfe im Morgenlicht und Rückfahrt

    Der Berg Nemrut ist der Schlussakkord: Auf 2'150 Metern liess sich König Antiochos I. von Kommagene im 1. Jahrhundert vor Christus einen Grabhügel aufschütten, flankiert von zwei Terrassen mit kolossalen Statuen, deren Köpfe heute am Boden stehen und in die Ebene schauen. Du schläfst in Karadut, dem Dorf am Fuss des Berges, in einer einfachen Pension mit Halbpension, rund CHF 50 pro Nacht, weil der Weg zum Gipfel von dort nur zwölf Kilometer ist. Am ersten Abend fährst du hoch zum Sonnenuntergang auf der Westterrasse, um die Lage zu kennen, am nächsten Morgen um vier zum Sonnenaufgang auf der Ostterrasse, der ehrlich gesagt die bessere Hälfte ist, warm anziehen, auch im Juli hat es oben fünf Grad. Danach frühstückst du in der Pension und besuchst auf der Rückfahrt die Stätten im Tal: den Grabhügel Karakuş, die römische Cendere-Brücke und Arsameia mit dem Herakles-Relief, alles an einer Strasse. Rückreise: 90 Kilometer zum Flughafen Adıyaman mit wenigen Flügen, verlässlicher 250 Kilometer zurück nach Gaziantep über die D360 und O-52, dreieinhalb Stunden, dort das Auto abgeben und über Istanbul nach Zürich fliegen.

    Touren an diesem Stopp: Nemrut Sonnenaufgang ab Karadut ↗Kommagene-Rundfahrt Arsameia und Cendere ↗

    Zum Reiseguide Nemrut →

Buchst du über diese Links, erhalten wir eine kleine Provision – für dich ohne Aufpreis.

Was die Route kostet

Grobe Gesamtkosten pro Person in CHF für die ganze Route, Mittelklasse, zu zweit unterwegs. Flüge und Hotels schwanken saisonal, Details stehen auf den Reiseziel-Seiten.

  • Anreise 400 CHF
  • Unterkunft 230 CHF
  • Essen 260 CHF
  • Mobilität vor Ort 330 CHF
1'220 CHF
Gesamt pro Person · 9 Tage

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Türkischer Lira (TRY). Der Kurs schwankt stark, deshalb stehen hier alle Preise in CHF. Kartenzahlung ist fast überall möglich, Bargeld brauchst du für Dolmuş, Märkte und Trinkgeld.

Mietwagen für diese Route

Mietwagen-Vergleich folgt, sobald der Partnerlink freigeschaltet ist. Bis dahin: direkt beim Vermieter oder am Zielflughafen vergleichen.

Tipps für die Route

Die Route geht auch rückwärts: Flug nach Adıyaman oder Malatya, zuerst Nemrut, dann Diyarbakır, Mardin, Urfa und zum Schluss Gaziantep mit Baklava als Abschied und Rückflug von dort ohne Einwegmiete. Der Nachteil: Du beginnst mit der anstrengendsten Nacht. Die meisten mögen den Sonnenaufgang lieber als Höhepunkt am Ende.

Ohne Einwegmiete bleibt es billiger: Gaziantep hin und zurück, das Auto dort nehmen und zurückgeben, die 250 Kilometer vom Nemrut nach Gaziantep sind ein halber Tag. Die Autobahn O-52 zwischen Gaziantep und Urfa hat Maut per HGS-Plakette, rund CHF 5 pro Richtung, der Rest sind mautfreie, neue Landstrassen. Benzin wie in der Schweiz.

April, Mai, Oktober und November sind die Monate. Im Juni wird es heiss, im Juli und August liegt die Ebene bei 40 bis 45 Grad, da macht selbst Baklava keine Freude mehr, und Göbekli Tepe hat keinen Schatten. Im Winter ist der Nemrut wegen Schnee von November bis April gesperrt, dann endet die Route in Diyarbakır.

Iss morgens Baklava, mittags Kebab, abends Mezze, und lass dir vom Hotel die Lokale nennen, in denen die Einheimischen essen, nicht die mit dem Bildmenü an der Burg. In Gaziantep lohnt ein Kochkurs oder eine Food-Tour am ersten Tag, danach weisst du, was du bestellst. Vegetarier essen gut: Çiğ Köfte ohne Fleisch, Linsensuppe, Auberginen in allen Formen.

Buch für den Nemrut eine Pension in Karadut mit Halbpension, denn das Dorf hat kein Restaurant, und frag nach dem Transfer zum Gipfel, falls du nachts nicht selbst die Serpentinen fahren willst, rund CHF 25 für das Auto. Für Göbekli Tepe und das Zeugma-Museum kaufst du Tickets am Eingang, die Preise für Ausländer liegen bei je 15 bis 20 Euro. Die Sıra Gecesi in Urfa buchst du über das Hotel.

Sicherheit: Die Region ist ruhig, Mardin und Gaziantep sind touristisch gut erschlossen, Diyarbakır normaler Alltag. Du siehst Polizeiposten und gepanzerte Fahrzeuge, das ist Routine. Prüf vor der Reise die Reisehinweise des EDA für die Provinzen an der syrischen Grenze und halte dich an Hauptstrassen. Die Menschen sind so gastfreundlich, dass du mehr Tee trinken wirst, als dir lieb ist.

Häufige Fragen zur Route Mesopotamien kulinarisch

Wie viele Tage braucht man für Südostanatolien?

Neun Tage für die fünf Stationen mit zwei Nächten pro Stadt und einer Nacht in Diyarbakır. In sieben Tagen lässt du Diyarbakır weg und fährst von Mardin direkt zum Nemrut. Mit zwölf Tagen bleibst du länger in Mardin, nimmst Hasankeyf am Tigris mit oder hängst Malatya und seine Aprikosen an.

Wann ist die beste Reisezeit?

April, Mai, Oktober und November mit 20 bis 30 Grad. Im Mai sind die Felder um Harran grün, im Oktober ist Pistazienernte in Gaziantep. Sommer ist mit über 40 Grad kaum auszuhalten, Winter in der Ebene mild, aber der Nemrut ist dann gesperrt und es kann in Mardin schneien.

Brauche ich einen Mietwagen?

Für Gaziantep, Urfa, Mardin und Diyarbakır nicht zwingend, dazwischen fahren bequeme Fernbusse, und vor Ort reichen Taxi und Dolmuş. Für Göbekli Tepe, die Klöster im Tur Abdin, Halfeti und den Nemrut sparst du mit dem Auto Zeit und Geld, denn Touren kosten zu zweit schnell gleich viel wie ein Mietwagen für den Tag.

Was kostet die kulinarische Woche pro Person?

Rund CHF 1'220 pro Person zu zweit in der Mittelklasse: Flug über Istanbul 400, acht Hotelnächte 230, Essen 260, Mietwagen neun Tage mit Benzin, Maut und Einwegzuschlag 330. Essen ist hier so günstig, dass du im Essensbudget auch die Food-Tour und den Kochkurs unterbringst.

Ist die Region sicher und wie fährt es sich?

Für Reisende sicher, mit sichtbarer Polizeipräsenz. Die Strassen sind neu und leer, Autobahn zwischen Gaziantep und Urfa, Landstrassen danach. Nachts nicht fahren, die Serpentinen zum Nemrut sind steil und ohne Leitplanken, bei Nässe mit Respekt. Prüf vor der Reise die Hinweise des EDA, ein Schweizer Führerschein reicht.

Gibt es eine kürzere oder längere Variante?

Kürzer: Gaziantep und Şanlıurfa in vier Tagen als Essens- und Göbekli-Tepe-Wochenende mit Hin- und Rückflug Gaziantep. Länger: Nach dem Nemrut weiter nach Malatya mit Aprikosen und Flug von dort, oder vor Gaziantep zwei Tage in Hatay mit Antakya, dessen Küche noch einmal eine eigene Welt ist.

Weitere Routen durch Türkei