Frankfurt am Main

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Frankfurt am Main

Was zwei Tage in der Bankenstadt wirklich kosten, warum Frankfurt besser ist als sein Ruf, wo du Apfelwein trinkst und was es mit dem Bahnhofsviertel auf sich hat.

Foto: Masood Aslami / Pexels

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1'415 CHF
≈ 708 CHF pro Person
  • Anreise 200 CHF
  • Unterkunft 625 CHF
  • Essen 450 CHF
  • Transport vor Ort 50 CHF
  • Main Tower, zwei Museen und Apfelweinabend 90 CHF

Schätzwerte zur Orientierung, keine Buchungspreise. Anreise heisst hier Bahn oder Auto ab der Schweiz, hin und zurück pro Person. Hotels schwanken saisonal stark, aktuelle Preise findest du über die Links weiter unten.

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Euro (EUR). Deutschland ist bargeldfreundlicher als die Schweiz: In Bäckereien, Kiosken und kleinen Lokalen heisst es oft «nur Bargeld», Kartenzahlung geht aber fast überall ab CHF 10. Trinkgeld 5 bis 10 Prozent, beim Bezahlen aufrunden und den Betrag nennen. Anreise: Anreise mit Bahn (DB), Auto oder Flug, je nach Ziel 1 bis 8 Stunden.

Hotel-Empfehlungen

Neun Optionen in drei Preisklassen – jeweils die Häuser mit den besten Bewertungen auf Booking.com.

Budget

Five Elements Hostel Frankfurt

Bahnhofsviertel, Frankfurt am Main

Gut bewertetes Hostel zwei Minuten vom Hauptbahnhof mit Doppelzimmern, Schlafsälen, Bar und Gemeinschaftsküche. Die Lage im Bahnhofsviertel ist praktisch, aber rau, dafür ist der Preis für Frankfurt unschlagbar. Für Solo-Reisende und Weiterreisende.

ab CHF 35 / Nacht Ansehen →

Motel One Frankfurt-Römer

Altstadt, Frankfurt am Main

Motel One direkt zwischen Römer und Main, Standardzimmer klein, Betten gut, Lobby-Bar mit Blick auf die Altstadt. Fussläufig zu Museumsufer, Kleinmarkthalle und Sachsenhausen. Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis in der Innenstadt, ausserhalb der Messen.

ab CHF 95 / Nacht Ansehen →

ibis Frankfurt Centrum

Sachsenhausen, Frankfurt am Main

Ibis am Sachsenhäuser Mainufer, direkt am Museumsufer, Zimmer schlicht und sauber, Frühstück gegen Aufpreis. Über die Brücke bist du in zehn Minuten am Römer, die Apfelweinwirtschaften liegen hinter dem Haus. Für Preisbewusste, die ruhig wohnen wollen.

ab CHF 75 / Nacht Ansehen →

Mittelklasse

Ruby Louise Hotel Frankfurt

Innenstadt, Frankfurt am Main

Ruby-Haus im alten Commerzbank-Gebäude am Rossmarkt, mit Jugendstiltreppenhaus, Bar in der ehemaligen Schalterhalle und schmalen, gut gemachten Zimmern. Zur Zeil, zum Römer und zum Main Tower je fünf Minuten. Für Paare und Alleinreisende, die Design wollen.

ab CHF 115 / Nacht Ansehen →

25hours Hotel The Trip

Bahnhofsviertel, Frankfurt am Main

Das Reise-Themenhotel von 25hours an der Niddastrasse, Zimmer mit Weltkarten und Fundstücken, Restaurant Bar Shuka mit levantinischer Küche, Dachterrasse. Gute Stimmung, die Lage im Bahnhofsviertel musst du mögen. Für Menschen, die Frankfurt nicht glattgebügelt wollen.

ab CHF 120 / Nacht Ansehen →

Lindner Hotel Frankfurt Main Plaza

Deutschherrnviertel, Frankfurt am Main

Hochhaushotel am Sachsenhäuser Mainufer mit Art-déco-Anklängen, grosse Zimmer, viele mit Blick auf Skyline und Main, Pool und Sauna. Zum Museumsufer 15 Minuten zu Fuss, zur Innenstadt über die Brücke 20 Minuten. Für Komfort zum Mittelklassepreis am Wochenende.

ab CHF 140 / Nacht Ansehen →

Luxus

Steigenberger Icon Frankfurter Hof

Innenstadt, Frankfurt am Main

Das Grandhotel der Stadt seit 1876 am Kaiserplatz, zwischen Bankenviertel und Römer. Klassische Zimmer, Sterneküche, Bar Oscar's, ein Haus, in dem Verträge unterschrieben und Staatsgäste beherbergt werden. Für alle, die das alte Frankfurt erleben wollen.

ab CHF 300 / Nacht Ansehen →

Jumeirah Frankfurt

Innenstadt, Frankfurt am Main

Luxus im Hochhaus am Thurn-und-Taxis-Palais neben der Zeil, Zimmer ab dem 7. Stock mit Skyline-Blick, grosses Spa mit Pool, Restaurant Max on One. Modern, gross, perfekt gelegen, mit dem Service, den man von der Marke erwartet.

ab CHF 280 / Nacht Ansehen →

Roomers Frankfurt

Gutleutviertel, Frankfurt am Main

Dunkles, verführerisches Designhotel zwischen Hauptbahnhof und Main, mit einer der besten Bars der Stadt, Dachterrasse mit Spa und Restaurant. Nicht für Familien, sondern für Paare und Nachtmenschen. Die Lage an der Gutleutstrasse ist ruhiger als das Bahnhofsviertel.

ab CHF 220 / Nacht Ansehen →

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Erlebnisse, die sich lohnen

Main Tower Aussichtsplattform

Die einzige öffentliche Plattform in einem Frankfurter Hochhaus, 200 Meter, Eintritt CHF 10, Lift in 45 Sekunden. Eine Stunde vor Sonnenuntergang kommen, dann siehst du Stadt, Taunus und Lichter. Bei starkem Wind geschlossen, vorher online prüfen.

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Städel Museum

700 Jahre europäische Kunst von Botticelli über Vermeer, Monet und Kirchner bis zur Gegenwart, Eintritt CHF 16, am Wochenende CHF 18, mit MuseumsuferCard inklusive. Drei Stunden einplanen, das Café im Garten lohnt die Pause.

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Altstadt-Rundgang Römer, Dom und neue Altstadt

Zwei Stunden mit Guide durch Römerberg, Kaiserdom, Paulskirche und die 2018 wiederaufgebaute Altstadt, ab CHF 15. Erklärt, warum Frankfurt nach dem Krieg anders gebaut hat als Köln oder München. Danach Rindswurst in der Kleinmarkthalle.

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Apfelwein-Tour durch Sachsenhausen

Geführt durch drei Apfelweinwirtschaften mit Ebbelwoi, Handkäs und Grüner Sosse, zwei bis drei Stunden ab CHF 40. Für den ersten Abend eine gute Einführung in die Frankfurter Trinkkultur, danach kennst du die Regeln.

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Ebbelwei-Express

Historische Tram mit Apfelwein, Saft und Brezel an Bord, eine Stunde Rundfahrt durch Sachsenhausen, Innenstadt und Zoo, CHF 9, nur am Wochenende und an Feiertagen. Touristisch, aber charmant, Abfahrt am Zoo oder am Römer.

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Mainschifffahrt mit Skylineblick

Eine Stunde auf dem Main mit Blick auf Skyline, Museumsufer und die Brücken, ab CHF 15 mit der Primus-Linie am Eisernen Steg. Abends als Lichterfahrt am schönsten, die Tagesfahrten in den Rheingau sind lang.

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Palmengarten

22 Hektar Gärten und Gewächshäuser im Westend, Tropicarium, Rosengarten, Weiher mit Ruderbooten, Eintritt CHF 8. Gut für einen Vormittag mit Kindern oder bei Regen, in der Nebensaison ruhig. Mit U-Bahn zehn Minuten vom Zentrum.

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Goethe-Haus und Deutsches Romantik-Museum

Das Geburtshaus Goethes am Grossen Hirschgraben mit Originalmöbeln und das 2021 eröffnete Romantik-Museum daneben, Kombiticket CHF 12. Eine bis zwei Stunden, Audioguide inklusive. Für alle, die beim Namen Frankfurt mehr als Banken hören wollen.

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Tagesausflug Mainz oder Wiesbaden

Mainz mit Dom, Gutenberg-Museum und Chagall-Fenstern in St. Stephan in 40 Minuten mit der S-Bahn, Wiesbaden mit Kurhaus, Neroberg und der Kaiser-Friedrich-Therme in 45 Minuten. Beide im RMV-Tagesticket für CHF 18 enthalten, geführt ab CHF 20.

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Essen & Trinken

Die Frankfurter Küche ist Apfelweinküche: sauer, grün, mit Kraut und Rippchen, dazu kommen die Rindswurst und die Grüne Sosse, die Goethe angeblich schon liebte. Dazu hat die Stadt mit 180 Nationen eine der internationalsten Gastroszenen Deutschlands, vom japanischen Bankenviertel-Lunch bis zum eritreischen Lokal im Bahnhofsviertel. Günstig isst du in der Kleinmarkthalle und in den Apfelweinwirtschaften.

Grüne Sosse

Zum Gemalten Haus, Schweizer Strasse, oder Apfelwein Wagner, Sachsenhausen

Kalte Sauce aus sieben Kräutern (Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer, Schnittlauch) mit Joghurt, saurer Sahne und Ei, zu Pellkartoffeln und hartgekochten Eiern. Frankfurts Nationalgericht, CHF 11 bis 15.

Tipp:Am Gründonnerstag isst die ganze Stadt Grüne Sosse, und von Mai bis September schmecken die Kräuter am besten.

Handkäs mit Musik

Jede Apfelweinwirtschaft in Sachsenhausen, besonders im Zum Feuerrädchen an der Textorstrasse

Sauermilchkäse, mariniert in Essig, Öl, Zwiebeln und Kümmel, mit Brot und Butter. Die «Musik» ist die Marinade, oder das, was danach kommt. Scharf, säuerlich, perfekt zum Apfelwein, CHF 6 bis 8.

Tipp:Mit dem Messer essen, nicht mit der Gabel, das ist in Frankfurt die Regel, die niemand erklärt.

Frankfurter Rindswurst

Fleischerei Schreiber in der Kleinmarkthalle oder Gref-Völsing an der Hanauer Landstrasse

Reine Rindfleischwurst aus dem Wasserbad, 1894 von der Metzgerei Gref-Völsing erfunden, mit Senf und Brötchen. Die Schlange an der Kleinmarkthalle ist der Beweis, CHF 3.50 bis 4.50.

Tipp:Samstags ab 11 Uhr stehst du 20 Minuten an, unter der Woche vormittags gehts schneller.

Rippchen mit Kraut

Adolf Wagner, Schweizer Strasse, oder Dauth-Schneider, Neuer Wall

Gepökeltes, gekochtes Schweinekotelett auf Sauerkraut mit Brot oder Kartoffelpüree, die Frankfurter Hauptmahlzeit zum Apfelwein. Saftig, nicht knusprig, CHF 13 bis 17.

Frankfurter Würstchen

Kleinmarkthalle oder Metzgereien in Bornheim an der Berger Strasse

Dünne geräucherte Schweinswürste im Saitling, nur in Frankfurt und Umgebung so genannt werden dürfen, im Wasser erhitzt, nie gekocht. Ein Paar mit Brot und Senf CHF 6 bis 8, in der Wirtschaft mit Kartoffelsalat CHF 10 bis 12.

Tipp:Die Dose vom Supermarkt ist nicht dasselbe, vom Metzger sind sie zarter.

Apfelwein vom Bembel

Sachsenhausen rund um Schweizer Strasse und Textorstrasse, oder die Kelterei Possmann in Rödelheim

Vergorener Apfelsaft, 5 bis 7 Prozent, sauer und trocken, aus dem grauen Steinzeugkrug ins Gerippte geschenkt. Pur, sauergespritzt mit Wasser oder süss mit Limonade. CHF 3 bis 3.50 pro Glas, Bembel ab CHF 18.

Tipp:Das erste Glas schmeckt komisch, das dritte richtig, und am nächsten Morgen weisst du, warum die Frankfurter spritzen.

Frankfurter Kranz

Café Laumer an der Bockenheimer Landstrasse oder Konditoreien im Nordend

Buttercremetorte in Kranzform mit Krokant und Kirschen obenauf, schwer, süss, ein Stück Nachkriegsdeutschland in Perfektion. Ein Stück CHF 4 bis 6 in Konditoreien, in Cafés mit Kaffee CHF 9.

Bethmännchen

Weihnachtsmarkt am Römerberg, ganzjährig in der Kleinmarkthalle

Kleine Marzipankugeln mit drei Mandelhälften, benannt nach der Bankiersfamilie Bethmann, seit 1838 das Frankfurter Weihnachtsgebäck. Eine Tüte CHF 6 bis 10, auf dem Weihnachtsmarkt an jedem zweiten Stand.

Tipp:Ursprünglich hatten sie vier Mandeln, eine fiel weg, als der vierte Sohn des Bankiers starb, so erzählt es zumindest Frankfurt.

Food-Tour buchen: Frankfurt am Main

Mit Guide durch Märkte und Lokale, inklusive Kostproben.

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Geschichte & Hintergrund

Frankfurt verdankt seinen Namen einer Furt der Franken durch den Main, die Karl der Grosse 794 erstmals urkundlich als Franconofurd erwähnte. Im Mittelalter wurde die Stadt zum politischen Zentrum des Reiches: Seit 1356 schrieb die Goldene Bulle vor, dass die deutschen Könige hier gewählt werden, und ab 1562 wurden sie im Dom St. Bartholomäus auch gekrönt, insgesamt zehn Kaiser. Das Rathaus Römer am gleichnamigen Platz war Schauplatz der Krönungsmahle. Gleichzeitig wuchs Frankfurt dank seiner Messen, die seit 1240 unter kaiserlichem Schutz standen, zur Handelsstadt, in der ab dem 16. Jahrhundert Buchhändler aus ganz Europa zusammenkamen, der Ursprung der heutigen Buchmesse. Im 18. Jahrhundert wurde hier Goethe geboren, und 1848 tagte in der Paulskirche die erste frei gewählte deutsche Nationalversammlung, die an einer Verfassung für ein geeintes Deutschland scheiterte. Die Familie Rothschild baute von der Judengasse aus ein Bankhaus auf, das Frankfurt zum Finanzplatz machte. 1866 verlor die Freie Stadt ihre Unabhängigkeit an Preussen. Der Zweite Weltkrieg zerstörte die grösste Fachwerkaltstadt Deutschlands fast vollständig, und anders als in anderen Städten entschied sich Frankfurt für die Moderne: Hochhäuser ab den 1970er Jahren, die Europäische Zentralbank seit 1998, Skyline statt Rekonstruktion. Erst 2018 wurde ein Stück der Altstadt zwischen Dom und Römer nach historischen Plänen neu gebaut. Heute ist Frankfurt mit 770'000 Einwohnern klein für eine Finanzmetropole, aber mit dem grössten Flughafen und dem wichtigsten Bahnknoten Deutschlands die Stadt, durch die alle einmal durchkommen.

Insider-Tipps

Anreise und Mobilität: das Drehkreuz, drei Stunden ab Basel

Frankfurt ist für Reisende aus der Schweiz die am einfachsten erreichbare deutsche Grossstadt. Der ICE fährt ab Basel SBB direkt in 2 Stunden 50 Minuten zum Hauptbahnhof, ab Zürich mit Umstieg in Basel in knapp 4 Stunden, ab Bern ebenfalls rund 4 Stunden. Sparpreise ab CHF 25 pro Strecke, wenn du früh buchst, flexibel kostet die Strecke CHF 100. Wer mit dem Auto kommt, braucht ab Basel 3 Stunden über die A5, mautfrei, Parkhäuser in der Innenstadt CHF 25 bis 30 pro Tag, das Auto lässt du besser im Hotel stehen. Fliegen musst du nicht, Frankfurt ist aber das Drehkreuz, wenn du von hier weiter willst: Der Fernbahnhof am Flughafen hat ICE-Anschluss in alle Richtungen, Köln in einer Stunde, Berlin in vier, Hamburg in dreieinhalb. In der Stadt nutzt du U-Bahn, S-Bahn und Tram des RMV, Einzelfahrt CHF 3.50, Tageskarte CHF 7, oder du gehst zu Fuss: Vom Hauptbahnhof zum Römer sind es 20 Minuten, nach Sachsenhausen über den Eisernen Steg 25. Die Frankfurt Card für CHF 12 pro Tag enthält den Nahverkehr inklusive Flughafen und Rabatte in Museen. Velos von Nextbike oder Call a Bike kosten CHF 1 pro halbe Stunde, die Mainuferwege sind flach und schön.

Skyline, Römer und die neue Altstadt: was sich lohnt

Die Skyline ist das, was Frankfurt von jeder anderen deutschen Stadt unterscheidet, und der beste Blick darauf kostet nichts: vom Eisernen Steg, von der Flösserbrücke oder vom Sachsenhäuser Mainufer am Abend. Wer hinauf will, nimmt den Main Tower, die einzige öffentlich zugängliche Aussichtsplattform, 200 Meter, Eintritt CHF 10, am besten eine Stunde vor Sonnenuntergang. Der Römerberg mit dem Rathaus und den Fachwerkhäusern ist der Fotopunkt, der Römer selbst kostet CHF 2 für den Kaisersaal mit den Kaiserporträts. Die 2018 eröffnete neue Altstadt zwischen Römer und Dom ist umstritten, aber gelungen: 35 Häuser, davon 15 Rekonstruktionen, der Hühnermarkt mit Stoltze-Brunnen, die Goldene Waage mit Café. Der Kaiserdom St. Bartholomäus ist gratis, der Turm mit 328 Stufen kostet CHF 3 und ist günstiger als der Main Tower. Die Paulskirche, Wiege der deutschen Demokratie, wird bis 2026 saniert. Was sich weniger lohnt: die Zeil als Einkaufsstrasse, dieselben Ketten wie überall, und der Palmengarten nur, wenn du Zeit hast. Ehrlich gesagt siehst du Römer, Dom und Altstadt in zwei Stunden, der Rest von Frankfurt sind die Museen und die Quartiere.

Museumsufer: zwölf Museen am Main

Das Museumsufer am Sachsenhäuser Mainufer ist Frankfurts stärkstes Argument, und die meisten Reisenden verpassen es. Das Städel ist eines der besten Kunstmuseen Deutschlands, von Vermeer über Monet bis Bacon, Eintritt CHF 16, am Wochenende CHF 18. Daneben das Deutsche Filmmuseum (CHF 6), das Museum für Angewandte Kunst von Richard Meier (CHF 12), das Architekturmuseum, das Kommunikationsmuseum, die Liebieghaus-Skulpturensammlung (CHF 12) und auf der anderen Mainseite die Schirn Kunsthalle (wechselnd, CHF 14), das Museum für Moderne Kunst (CHF 14) und das Historische Museum am Römer (CHF 8). Der Trick ist die MuseumsuferCard: CHF 32 für zwei aufeinanderfolgende Tage, 39 Museen, kein Anstehen, sie rechnet sich ab dem dritten Museum. Das MuseumsuferTicket für ein Jahr kostet CHF 80. Am letzten Samstag im August ist Museumsuferfest, drei Tage lang Buden und Bühnen am Main, alle Museen für ein Button von CHF 8, aber dann ist es voll und die Hotels sind teuer. Plan für das Städel drei Stunden, es hat ein gutes Café mit Gartenterrasse. Der Spaziergang am Ufer zwischen den Museen ist an sich schon der halbe Tag.

Sachsenhausen und Apfelwein: die gemütliche Seite

Alt-Sachsenhausen südlich des Mains ist das Frankfurter Gegenstück zum Brauhaus: Apfelweinwirtschaften mit langen Holztischen, Bembel aus grauem Steinzeug und geripptem Glas. Apfelwein, hier Ebbelwoi, kostet CHF 3 bis 3.50 das Glas, der Bembel mit 2 Litern rund CHF 18, sauer, trocken, gewöhnungsbedürftig, und zu Handkäs mit Musik, Grüner Sosse und Rippchen mit Kraut passt er perfekt. Die Kneipengassen rund um die Klappergasse und Grosse Rittergasse sind an Wochenenden laut und touristisch, mit Junggesellenabschieden und Ballermann-Gefühl. Die guten Wirtschaften liegen ein paar Schritte weiter: Zum Gemalten Haus an der Schweizer Strasse, Apfelwein Wagner nebenan, Zum Feuerrädchen an der Textorstrasse, Adolf Wagner mit Garten im Sommer. Reservieren ist in den grossen Häusern möglich und am Wochenende sinnvoll. Die Schweizer Strasse selbst, benannt nach dem Weg Richtung Schweiz, ist eine der schönsten Einkaufs- und Cafémeilen der Stadt. Ausserhalb von Sachsenhausen findest du Apfelwein in Bornheim an der Berger Strasse, die ruhiger ist, und im Nordend. Der Ebbelwei-Express, eine historische Tram mit Apfelwein und Brezel für CHF 9, fährt am Wochenende eine Stunde durch die Stadt, nett für den ersten Nachmittag.

Unterkunft und Kostenfallen: Messe prüfen, Bahnhofsviertel ehrlich

Frankfurt hat über 50'000 Hotelbetten für Geschäftsreisende, und das bestimmt die Preise: Unter der Woche ohne Messe zahlst du für ein Mittelklasse-Doppelzimmer CHF 110 bis 150, am Wochenende oft weniger, weil die Banker weg sind, Frankfurt ist eine der wenigen Städte, in denen Samstag günstiger ist als Dienstag. In Messewochen verdreifachen sich die Preise: Buchmesse im Oktober, IAA alle zwei Jahre im September, Ambiente im Februar, Light and Building, Achema. Prüfe den Kalender der Messe Frankfurt, bevor du buchst, sonst zahlst du CHF 400 für ein Ibis. Gute Lagen sind Sachsenhausen, das Nordend, Bornheim und das Westend, alles ruhig und mit U-Bahn in zehn Minuten im Zentrum. Das Bahnhofsviertel, zwischen Hauptbahnhof und Innenstadt, ist günstig und praktisch, aber ehrlich gesagt das härteste Quartier Deutschlands: offene Drogenszene an der Taunusstrasse und Niddastrasse, Rotlicht, Obdachlose, und das sichtbar, auch tagsüber. Gefährlich wird es selten, unangenehm ist es oft. Die Kaiserstrasse selbst ist in Ordnung, mit guten Restaurants und Bars, und das Viertel hat die beste asiatische Küche der Stadt, aber mit Kindern oder wer sich davon stören lässt, wohnt besser anderswo. Eine Kostenfalle ist das Essen direkt am Römerberg, die zweite der Flughafen-ICE: Wer nur in die Stadt will, nimmt die S-Bahn für CHF 6 statt des Taxis für CHF 40.

Kleinmarkthalle, Quartiere und Ausflüge: Frankfurt für den zweiten Tag

Die Kleinmarkthalle an der Hasengasse ist Frankfurts Bauch und der beste Ort für ein Mittagessen: 60 Stände mit Käse, Wurst, Fisch, Gemüse, italienischen und türkischen Feinkosthändlern, oben eine Weinbar mit Blick in die Halle. Die Schlange an der Fleischerei Schreiber für die Frankfurter Rindswurst mit Senf ist legendär, CHF 3.50, samstags steht halb Frankfurt an. Danach ins Nordend an die Oeder Weg oder nach Bornheim auf die Berger Strasse, Frankfurts gemütlichste Quartiere mit Cafés, Weinbars und Gründerzeitfassaden. Das Bankenviertel ist abends und am Wochenende menschenleer, aber architektonisch sehenswert, der Spaziergang von der Alten Oper über die Taunusanlage zum Main Tower dauert 30 Minuten. Der Grüngürtel und der Stadtwald sind grösser, als man erwartet, der Lohrberg im Nordosten hat Frankfurts einzigen Weinberg mit Blick auf die Skyline. Für Ausflüge liegt Frankfurt perfekt: Mainz mit Dom und Gutenberg-Museum in 40 Minuten mit der S-Bahn, Wiesbaden mit Kurhaus und Thermen in 45 Minuten, der Rheingau mit Rüdesheim und Eltville in einer Stunde, Heidelberg und Darmstadt mit der Mathildenhöhe je unter einer Stunde. Und die Höchster Altstadt im Westen Frankfurts ist ein Fachwerkdorf, das die Bomben überlebt hat, mit S-Bahn 15 Minuten.

Häufige Fragen zu Frankfurt am Main

Wie komme ich am besten von der Schweiz nach Frankfurt?

Mit dem ICE ab Basel SBB direkt in 2 Stunden 50 Minuten, ab Zürich und Bern mit einem Umstieg in rund 4 Stunden. Sparpreise ab CHF 25, flexibel CHF 100 pro Strecke. Mit dem Auto 3 Stunden ab Basel über die A5 ohne Maut, aber in der Stadt kostet das Parken CHF 25 bis 30 pro Tag und du brauchst es nicht. Ein Flug lohnt sich nicht, der Flughafen ist nur als Drehkreuz für Weiterreisen interessant.

Lohnt sich Frankfurt als Städtereise, oder nur als Zwischenstopp?

Beides. Als Zwischenstopp auf dem Weg nach Köln, Berlin oder Hamburg reicht eine Nacht für Römer, Skyline und einen Apfelweinabend. Als eigene Städtereise sind zwei Nächte richtig: ein Tag Museumsufer und Sachsenhausen, ein Tag Altstadt, Kleinmarkthalle und Quartiere. Mit einem dritten Tag machst du einen Ausflug nach Mainz, Wiesbaden oder in den Rheingau. Länger als drei Nächte brauchst du nicht.

Was kostet ein Wochenende in Frankfurt?

Ohne Messe rechne mit CHF 130 bis 160 pro Person und Tag ohne Anreise: Mittelklasse-Doppelzimmer CHF 125, Essen und Apfelwein CHF 45, Nahverkehr CHF 7, Museen und Main Tower CHF 25 bis 35. Zwei Nächte mit Anreise ab Basel für CHF 100 hin und zurück kosten rund CHF 420 pro Person. In einer Messewoche kommen für das Hotel CHF 200 bis 300 pro Nacht dazu, dann lieber verschieben.

Wann ist die beste Reisezeit für Frankfurt?

Mai bis Juli und September: warm, Biergärten und Apfelweingärten offen, Mainufer belebt. Ende August ist das Museumsuferfest, schön, aber voll. Oktober ist Buchmesse, dann sind Hotels unbezahlbar. Der Weihnachtsmarkt am Römerberg ab Ende November ist einer der ältesten Deutschlands und sehr stimmungsvoll. Wochenenden sind in Frankfurt generell günstiger und ruhiger als Wochentage.

Ist das Bahnhofsviertel gefährlich?

Gefährlich selten, unangenehm oft. Rund um Taunusstrasse, Niddastrasse und Elbestrasse gibt es eine offene Drogenszene, die du auch tagsüber siehst, dazu Rotlicht und Obdachlosigkeit. Die Kaiserstrasse und die Münchener Strasse sind belebt und in Ordnung, mit guter Gastronomie. Wenn du dort wohnst, nimm abends die Kaiserstrasse und nicht die Nebenstrassen. Mit Kindern wohnst du besser in Sachsenhausen oder im Nordend.

Wie trinkt man Apfelwein richtig?

Aus dem Gerippten, dem Glas mit Rautenschliff, pur oder «sauergespritzt» mit Mineralwasser, was auch Frankfurter so trinken. «Süssgespritzt» mit Limonade gilt als Anfängergetränk. Bestellt wird der Bembel für den Tisch, 2 oder 4 Liter, den Deckel legt der Wirt drauf, wenn du nichts mehr willst, tust du es selbst. Dazu gehören Handkäs mit Musik oder Grüne Sosse. Er ist sauer und hat 5 bis 7 Prozent Alkohol, das unterschätzt man.

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