a&o Köln Neumarkt
Grosses Hostel-Hotel der a&o-Kette direkt am Neumarkt, Doppelzimmer und Mehrbettzimmer, Bar und Frühstücksbuffet gegen Aufpreis. Nicht gemütlich, aber sauber, zentral und günstig. Für Solo-Reisende und Gruppen.
Deutschland · Rheinland & Mosel · Reiseguide
Was ein Wochenende in der Domstadt wirklich kostet, warum du den Dom morgens um 6 Uhr besuchen solltest, wie du im Brauhaus nicht als Tourist auffällst und was am Karneval dran ist.
Foto: Pham Ngoc Anh / Pexels
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Schätzwerte zur Orientierung, keine Buchungspreise. Anreise heisst hier Bahn oder Auto ab der Schweiz, hin und zurück pro Person. Hotels schwanken saisonal stark, aktuelle Preise findest du über die Links weiter unten.
Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Euro (EUR). Deutschland ist bargeldfreundlicher als die Schweiz: In Bäckereien, Kiosken und kleinen Lokalen heisst es oft «nur Bargeld», Kartenzahlung geht aber fast überall ab CHF 10. Trinkgeld 5 bis 10 Prozent, beim Bezahlen aufrunden und den Betrag nennen. Anreise: Anreise mit Bahn (DB), Auto oder Flug, je nach Ziel 1 bis 8 Stunden.
Neun Optionen in drei Preisklassen – jeweils die Häuser mit den besten Bewertungen auf Booking.com.
Budget
Grosses Hostel-Hotel der a&o-Kette direkt am Neumarkt, Doppelzimmer und Mehrbettzimmer, Bar und Frühstücksbuffet gegen Aufpreis. Nicht gemütlich, aber sauber, zentral und günstig. Für Solo-Reisende und Gruppen.
Motel One mit dem gewohnten Standard: gutes Bett, kleines Zimmer, Design-Lobby mit Bar. Liegt zwischen Altstadt und Südstadt, zehn Minuten zu Fuss zum Dom, Severinstrasse um die Ecke. Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis in Köln.
Hostel-Hotel-Mix der Meininger-Kette an der Bahnstation Köln West, Ehrenfeld beginnt vor der Tür. Doppelzimmer mit eigenem Bad, Gemeinschaftsküche, Spielzimmer. Für alle, die abends in Ehrenfeld ausgehen und tagsüber in zehn Minuten am Dom sein wollen.
Mittelklasse
Ruby-Haus im Friesenviertel mit schmalem Konzept: schöne Zimmer, Bar statt Rezeption, Dachterrasse. Das Belgische Viertel und die Brauhäuser an der Friesenstrasse liegen fussläufig. Für Paare, die Design mögen und kein Frühstücksbuffet brauchen.
Verspieltes 25hours im Gerling-Hochhaus zwischen Friesenplatz und Dom, Zimmer mit Jules-Verne-Thema, Restaurant und Bar im obersten Stock mit Blick über die Stadt. Gute Lage für alles, die Zimmer zur Strasse sind laut.
Künstlerhotel mit Geschichte im Belgischen Viertel, mit Kunst an den Wänden, einem Anbau von Architekt Rüdiger Kramm und dem Café Central im Erdgeschoss. Zimmer unterschiedlich, die neueren sind besser. Für alle, die Köln von seiner kreativen Seite sehen wollen.
Luxus
Das Grandhotel Kölns seit 1863, direkt gegenüber dem Dom-Hauptportal, in Familienbesitz. Klassische Zimmer, Restaurant Hanse Stube, japanisches Restaurant Taku. Hier wohnst du wie Kaiser und Kanzler vor dir, mit Domblick gegen Aufpreis.
Auf der rechten Rheinseite am Fuss der Hohenzollernbrücke, mit der besten Aussicht der Stadt: Dom und Altstadt liegen gegenüber. Grosse Zimmer, Pool, Spa, Terrasse am Rhein. Über die Brücke bist du in zehn Minuten am Dom.
Boutiquehotel im neugotischen ehemaligen Stadtarchiv beim Gereonskloster, 34 Zimmer mit Designklassikern, hohe Decken, Bibliothek. Keine Grandhotel-Infrastruktur, dafür ein Haus, das Architekturfreunde begeistert. Dom und Belgisches Viertel je zehn Minuten.
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Der grösste gotische Dom Nordeuropas, Eintritt gratis, Turm CHF 7, Schatzkammer CHF 7. Komm vor 7 Uhr für das Kirchenschiff, der Turm öffnet um 9 Uhr, dann gleich hinauf, bevor die Schlange wächst. Zwei Stunden mit allem.
Eine der grössten Picasso-Sammlungen Europas, Pop Art, russische Avantgarde und Fotografie, direkt hinter dem Dom. Eintritt CHF 12, am ersten Donnerstag im Monat gratis. Zwei bis drei Stunden einplanen.
Geführt durch drei bis vier Brauhäuser der Altstadt mit Kölsch-Proben, Köbes-Kunde und Rheinischer Küche, zwei bis drei Stunden ab CHF 35. Für den ersten Abend eine gute Einführung, danach findest du den Weg allein.
Lindt-Museum im Rheinauhafen mit gläserner Fabrik, Tropenhaus und Schokoladenbrunnen, Eintritt CHF 15. Mit Kindern ein Höhepunkt, für Erwachsene eine gute Stunde. Danach am Rhein entlang zu den Kranhäusern.
Eine Stunde auf dem Rhein mit Blick auf Dom, Altstadt und Kranhäuser, ab CHF 18 mit der KD. Die kurze Fahrt reicht, die Tagesfahrten sind lang und landschaftlich mässig. Abends als Lichterfahrt am schönsten.
Zwei Stunden durch das ehemalige Arbeiterviertel mit Murals, Hinterhöfen, Moschee und der Venloer Strasse, geführt ab CHF 20. Zeigt das Köln jenseits von Dom und Altstadt, danach bleibst du am besten zum Essen.
Stadtführung zu Römermauer, Ubiermonument und den Resten des Statthalterpalastes unter dem Rathaus, 90 Minuten ab CHF 15. Das Römisch-Germanische Museum zeigt bis zur Sanierung eine Auswahl im Belgischen Haus am Neumarkt, Eintritt CHF 6.
Seit 1957 schwebt die Seilbahn über den Rhein vom Zoo zum Rheinpark in Deutz, einfache Fahrt CHF 6, hin und zurück CHF 9, nur von April bis Oktober. Mit dem Claudius-Therme-Besuch im Rheinpark ab CHF 25 ein entspannter Nachmittag.
UNESCO-Welterbe mit dem Treppenhaus von Balthasar Neumann, 15 Minuten mit der S-Bahn, Führung CHF 10, nur mit Führung zugänglich und montags geschlossen. Mit Schloss Falkenlust und dem Phantasialand nebenan ein ganzer Tag.
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Kölns Küche ist Brauhausküche: deftig, schweinelastig, mit Kartoffeln und Apfelmus, und sie gehört zum Kölsch wie der Köbes. Daneben hat die Stadt durch türkische Einwanderung die beste Döner- und Mezze-Szene Westdeutschlands und in Ehrenfeld und im Belgischen Viertel eine junge Küche, die mit dem Brauhaus nichts zu tun hat. Teuer ist hier nichts, ausser du isst am Dom.
Himmel und Erde: Kartoffelstampf mit Apfelmus, darauf gebratene Blutwurst, hier Flönz genannt, und Röstzwiebeln. Süss, salzig, deftig, das Kölner Gericht schlechthin. CHF 13 bis 17 im Brauhaus.
Tipp:Wer Blutwurst scheut, bestellt sie trotzdem, die Kölner Flönz ist mild und knusprig gebraten.
Gepökelte und gekochte Schweinshaxe mit Sauerkraut und Kartoffelpüree, eine Portion reicht für einen hungrigen Menschen oder zwei vernünftige. CHF 16 bis 22.
Tipp:Mittags gibt es in vielen Brauhäusern kleinere Portionen zum Wochenmenüpreis um CHF 10.
Kein halbes Huhn, sondern ein Roggenbrötchen mit mittelaltem Gouda, Butter, Senf, Zwiebeln und Gurke. Der Klassiker zum Kölsch, CHF 6 bis 8. Wer ein Huhn erwartet, wird vom Köbes ausgelacht, das gehört dazu.
Reibekuchen, also Kartoffelpuffer, drei Stück mit Apfelmus oder Schwarzbrot und Rübenkraut, CHF 7 bis 10. An den Weihnachtsmärkten und am Karneval der Snack an jeder Ecke.
Tipp:Rievkooche mit Lachs ist die Touristenversion, Apfelmus ist das Original.
Obergäriges helles Bier, nur in Köln gebraut, nur in der 0,2-Liter-Stange serviert. Früh, Gaffel, Päffgen, Sion, Reissdorf und Mühlen schmecken erkennbar unterschiedlich. CHF 2.20 bis 2.80 pro Glas.
Tipp:Bierdeckel auf das Glas legen, wenn du genug hast, sonst kommt das nächste.
Die Keupstrasse in Mülheim ist die türkischste Strasse Deutschlands: Döner mit Fladenbrot aus dem Steinofen CHF 7 bis 9, Lahmacun CHF 4, Mezze-Teller CHF 12 bis 15, Baklava in Konditoreien mit Vitrinen voller Pistazien.
Tipp:Abends ab 19 Uhr ist die Strasse am lebendigsten, am Wochenende reservieren viele Familien.
Rindfleisch, tagelang in Essig mariniert, mit Rosinen in der Sauce, dazu Klösse und Apfelmus, das sonntägliche Festessen des Rheinlands. CHF 18 bis 24. Traditionell war es Pferdefleisch, das bieten heute nur noch wenige Lokale ausdrücklich an.
Frittiertes Schmalzgebäck mit Zucker, in Mandelform oder als Rauten, am Karneval und an Weihnachten an jedem Stand. Eine Tüte CHF 4 bis 6.
Tipp:Warm aus dem Fett kaufen, kalt sind sie nur halb so gut.
Mit Guide durch Märkte und Lokale, inklusive Kostproben.
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Köln ist eine der ältesten Städte Deutschlands. Die Römer gründeten 38 v. Chr. eine Siedlung der Ubier am Rhein, und 50 n. Chr. erhob Kaiser Claudius sie auf Betreiben seiner Frau Agrippina, die hier geboren war, zur Colonia Claudia Ara Agrippinensium. Aus Colonia wurde Köln. Die Stadt war Hauptstadt der Provinz Niedergermanien, hatte Stadtmauer, Wasserleitung aus der Eifel und ein Prätorium, dessen Reste du heute unter dem Rathaus besichtigen kannst. Im Mittelalter wurde Köln die grösste Stadt des Heiligen Römischen Reiches, reicher als Paris, Mitglied der Hanse und mit 40'000 Einwohnern eine echte Metropole. 1164 brachte Erzbischof Rainald von Dassel die Gebeine der Heiligen Drei Könige aus Mailand her, und für diese Reliquien begann man 1248 mit dem Bau des Doms. 1560 ging das Geld aus, ein Baukran stand 300 Jahre lang als Wahrzeichen auf dem Südturm, und erst 1880 wurde der Dom nach den mittelalterlichen Plänen vollendet. Die Bürger hatten 1288 in der Schlacht von Worringen ihren Erzbischof vertrieben und machten Köln zur Freien Reichsstadt, die Bischöfe residierten fortan in Bonn. Napoleon brachte 1794 das Ende der Reichsstadt und nebenbei die Hausnummern, aus denen die Marke 4711 entstand. Im Zweiten Weltkrieg zerstörten über 260 Luftangriffe rund 90 Prozent der Innenstadt, der Dom stand beschädigt, aber aufrecht in den Trümmern. Der Wiederaufbau war schnell und nicht immer schön, weshalb Köln heute eine Stadt ist, die man nicht wegen ihrer Fassaden liebt, sondern wegen ihrer Leute, ihrer Museen und ihrer Brauhäuser.
Ab Basel SBB fährt der ICE direkt nach Köln Hauptbahnhof, Fahrzeit rund 4 Stunden, ab Zürich mit Umstieg in Basel oder Mannheim 5 Stunden. Sparpreise der Deutschen Bahn gibt es ab CHF 30 pro Strecke, wenn du vier bis acht Wochen vorher buchst, der Normalpreis liegt bei CHF 120. Das Halbtax gilt nur bis zur Grenze, der Sparpreis ist meist das bessere Geschäft. Der Hauptbahnhof liegt direkt neben dem Dom, du steigst aus und stehst davor. Mit dem Auto brauchst du ab Basel 5 Stunden über die A5, Maut gibt es keine, aber in Köln ist das Auto nur Ballast: Parkhäuser kosten CHF 25 bis 35 pro Tag, die Innenstadt ist Umweltzone mit grüner Plakette. Ein Flug ab Zürich nach Köln/Bonn ist möglich, lohnt sich aber gegenüber dem Zug kaum, weil du mit Anfahrt und Check-in ebenso lange unterwegs bist. In der Stadt fährst du mit der KVB, Einzelticket CHF 3.30, Tagesticket CHF 8, die 24-Stunden-KölnCard für CHF 10 enthält den Nahverkehr und Rabatte in Museen. Die Innenstadt ist aber so kompakt, dass du vom Dom bis zum Belgischen Viertel in 20 Minuten zu Fuss gehst.
Der Dom ist gratis und von 6 Uhr morgens bis 20 Uhr geöffnet, und genau das solltest du nutzen: Um 6.30 Uhr hast du das Kirchenschiff praktisch allein, kannst den Dreikönigenschrein und das Gerhard-Richter-Fenster in Ruhe anschauen. Ab 10 Uhr stehen die Reisegruppen davor, ab 11 Uhr ist der Zugang während der Messen eingeschränkt. Der Turmaufstieg kostet CHF 7, 533 Stufen ohne Lift, oben hast du den Blick über Rhein und Stadt. Rechne mit einer Stunde inklusive Warten, bei schönem Wetter am Wochenende auch länger. Die Schatzkammer mit dem Domschatz kostet noch einmal CHF 7, das Kombiticket CHF 10. Gleich neben dem Dom liegt das Römisch-Germanische Museum, das aber bis voraussichtlich 2027 wegen Sanierung ins Belgische Haus am Neumarkt ausgelagert ist. Die Südseite des Doms mit dem berühmten Blick auf die Hohenzollernbrücke ist am besten vom Rheinufer beim Museum Ludwig, am späten Nachmittag mit Sonne auf der Fassade. Nimm dir fünf Minuten für die Domplatte: Hier siehst du, wie die Stadt nach dem Krieg um die Kathedrale herum gebaut wurde, und zwar nicht besonders rücksichtsvoll.
Kölsch ist obergäriges Bier, hell, leicht, serviert im 0,2-Liter-Stangenglas, und das Brauhaus funktioniert nach eigenen Regeln. Der Köbes, der Kellner in blauer Schürze, bringt dir ungefragt ein neues Kölsch, sobald dein Glas leer ist, und macht einen Strich auf den Bierdeckel. Willst du aufhören, legst du den Deckel auf das Glas. Bestellst du ein Wasser, bekommst du einen Spruch, und ein Pils solltest du gar nicht erst erwähnen. Ein Kölsch kostet CHF 2.20 bis 2.80, zehn Striche sind an einem Abend normal, danach lohnt sich das Nachrechnen trotzdem. Zu essen gibt es Rheinische Küche: Himmel un Ääd, Hämmche, Halver Hahn (ein Roggenbrötchen mit Käse, kein Huhn), alles CHF 12 bis 22. Die grossen Häuser in der Altstadt, Früh am Dom, Peters, Gaffel am Dom, sind touristisch, aber echt und gut. Ruhiger und mehr Kölner sind im Päffgen an der Friesenstrasse, im Brauhaus Sion oder im Malzmühle am Heumarkt, wo Bill Clinton einst sass. Reservieren geht in den meisten Brauhäusern nicht, du setzt dich an einen Tisch, an dem Platz ist, und das ist Teil des Erlebnisses. Bezahlt wird beim Köbes, bar oder Karte, Trinkgeld aufrunden auf glatte CHF 5.
Die Altstadt zwischen Dom und Heumarkt klingt nach der naheliegenden Wahl, aber nachts ist es dort laut, vor allem am Wochenende und in den Wochen vor Karneval, wenn Junggesellenabschiede durch die Gassen ziehen. Besser wohnst du in der Neustadt-Süd rund um die Severinstrasse, im Belgischen Viertel oder in Ehrenfeld, alles mit der Bahn in 10 Minuten am Dom. Das Bahnhofsviertel um den Breslauer Platz ist praktisch, aber ohne Charme. Ein Mittelklasse-Doppelzimmer kostet unter der Woche CHF 100 bis 140, am Wochenende CHF 130 bis 180, und dann gibt es die Messe: Köln hat Gamescom im August, Anuga im Oktober in geraden Jahren, Photokina und die Möbelmesse imm im Januar. In Messewochen verdoppeln sich die Preise, und Zimmer unter CHF 250 sind selten. Prüfe den Messekalender, bevor du buchst. Zum Karneval, also von Weiberfastnacht bis Aschermittwoch, sind Hotels Monate vorher ausgebucht. Deutz auf der rechten Rheinseite ist eine gute Ausweichlage mit dem besten Blick auf Dom und Altstadt, mit der Bahn eine Station.
Köln ist für Schweizer günstig, und die Museen sind das Beste daran. Museum Ludwig (Picasso, Pop Art, CHF 12), Wallraf-Richartz (Altmeister und Impressionisten, CHF 11), Schokoladenmuseum (CHF 15, mit Kindern lohnt es sich, ohne weniger) und das Museum für Angewandte Kunst. Am ersten Donnerstag im Monat ist der KölnTag: freier Eintritt in die städtischen Museen bis 22 Uhr für alle, nicht nur für Kölner, das Museum Ludwig und das Wallraf gehören dazu. Die MuseumsCard für CHF 20 gilt zwei Tage für alle städtischen Museen und am ersten Tag auch für den Nahverkehr. Die KölnCard mit 50 Prozent Rabatt lohnt sich dagegen nur, wenn du wirklich drei Museen an einem Tag schaffst. Kostenfalle Nummer eins ist das Essen direkt am Dom und am Alter Markt: Pizza für CHF 18 und Kaffee für CHF 5 bei mittelmässiger Qualität. Zwei Strassen weiter, auf der Eigelstein oder in der Südstadt, kostet dasselbe die Hälfte. Rheinschifffahrten mit der KD ab CHF 18 für die Panoramafahrt sind nett, aber eine Stunde reicht, die Fahrt nach Bonn ist landschaftlich unspektakulär. Flaschen-Kölsch im Kiosk, hier Büdchen genannt, kostet CHF 1.50.
Das Belgische Viertel zwischen Aachener Strasse und Friesenplatz ist Kölns Quartier für Cafés, kleine Läden und Bars rund um den Brüsseler Platz, abends im Sommer sitzt dort halb Köln auf den Treppen der Kirche St. Michael. Ehrenfeld, ein ehemaliges Arbeiterviertel im Westen, ist rauer, mit Streetart an der Venloer Strasse, türkischen Bäckereien, Clubs und dem besten Döner der Stadt. Beides sind die Orte, an denen du abends essen solltest, nicht die Altstadt. Dazu kommt das Rheinufer im Rheinauhafen mit den drei Kranhäusern, ein guter Spaziergang am Abend. Und dann der Karneval: Von Weiberfastnacht am Donnerstag bis Veilchendienstag steht die Stadt still, Rosenmontagszug mit einer Million Menschen an der Strecke, Kostümpflicht in allen Kneipen, Kölsch ab 11.11 Uhr morgens. Ehrlich gesagt: Wenn du nicht feiern willst, meide Köln in dieser Woche komplett, denn Hotels sind teuer, Museen leer, Lokale voll. Wenn du es erleben willst, dann an Weiberfastnacht in der Südstadt oder in Ehrenfeld und nicht am Heumarkt, und nimm Bargeld mit, denn die Kneipen geben Kölsch durchs Fenster raus. Der Sessionsauftakt am 11.11. ist eine kleinere Version davon.
Mit dem ICE ab Basel SBB direkt in rund 4 Stunden, ab Zürich und Bern mit einem Umstieg in Basel in 5 Stunden. Sparpreise ab CHF 30 pro Strecke, früh buchen, Normalpreis CHF 120. Mit dem Auto sind es 5 Stunden ab Basel über die A5, mautfrei, aber in Köln kostet das Parkhaus CHF 25 bis 35 pro Tag und du brauchst es nicht. Der Flug lohnt sich zeitlich nicht.
Zwei volle Tage reichen für Dom, zwei Museen, Rheinufer und zwei Brauhausabende. Mit einem dritten Tag schaffst du Ehrenfeld, das Belgische Viertel und einen Abstecher nach Bonn oder Brühl mit Schloss Augustusburg. Köln ist auch eine gute Zwischenstation auf dem Weg nach Hamburg oder Amsterdam, dann genügt eine Nacht für Dom und Brauhaus.
Mai, Juni und September: mildes Wetter, Biergärten am Rhein offen, keine grossen Messen. Der Sommer ist gut, aber im August ist Gamescom und die Hotels sind teuer. Der Advent mit sieben Weihnachtsmärkten, der schönste am Dom, ist stimmungsvoll und voll. Karneval im Februar oder März nur, wenn du feiern willst. Im November regnet es viel, dafür sind Hotels günstig.
Rechne mit CHF 120 bis 150 pro Person und Tag ohne Anreise: Mittelklasse-Doppelzimmer CHF 120, Essen und Kölsch CHF 45, Nahverkehr CHF 8, Museen und Dom-Turm CHF 20 bis 30. Mit Anreise ab Basel für CHF 130 hin und zurück kommst du für zwei Nächte auf rund CHF 450 pro Person. Köln ist damit etwa 30 Prozent günstiger als Zürich oder Basel.
Nur bedingt. Die KölnCard kostet CHF 10 für 24 Stunden und enthält den Nahverkehr plus bis zu 50 Prozent Rabatt in Museen und bei Stadtführungen. Da du in der Innenstadt fast alles zu Fuss erreichst und die Museumsrabatte oft nur 20 Prozent sind, ist die MuseumsCard für CHF 20 mit zwei Tagen Eintritt in alle städtischen Museen meist das bessere Geschäft. Am ersten Donnerstag im Monat ist der Eintritt ohnehin gratis.
Köln ist eine sichere Grossstadt. Rund um den Hauptbahnhof, am Breslauer Platz und am Ebertplatz gibt es Taschendiebe und nachts manchmal Betrunkene, das ist unangenehm, aber nicht gefährlich. Am Karneval gilt: Wertsachen am Körper tragen, Handy nicht in der Gesässtasche. Die Altstadt ist bis spät in die Nacht belebt, die Neustadt-Viertel sind auch für Alleinreisende unproblematisch.
Die «fünfte Jahreszeit» beginnt zwar am 11. November, richtig los geht es aber an Weiberfastnacht: Um 11.11 Uhr wird auf dem Alter Markt der Strassenkarneval eröffnet, danach feiern Hunderttausende verkleidet in den Kneipen der Altstadt, der Südstadt und in Ehrenfeld. Höhepunkt ist der Rosenmontagszug, rund acht Kilometer lang mit über 10 000 Teilnehmenden, Prunkwagen und tonnenweise Kamelle, die in die Menge fliegen, am Strassenrand stehen über eine Million Menschen. Die Stimmung ist herzlich, aber alkoholgetrieben und laut, kölsche Lieder lernst du zwangsläufig. Hotels kosten in dieser Woche das Doppelte bis Dreifache und sind Monate vorher weg, ohne Kostüm fällst du auf. Museen und viele Läden haben an Rosenmontag geschlossen.
Für Reisende: Für den Rosenmontagszug bis 9 Uhr einen Platz an der Strecke suchen, am besten in der Severinstrasse oder am Neumarkt; wer dem Trubel entgehen will, meidet Köln in dieser Woche ganz.
Was zwei Tage in der Bankenstadt wirklich kosten, warum Frankfurt besser ist als sein Ruf, wo du Apfelwein trinkst und was es mit dem Bahnhofsviertel auf sich hat.
Was eine Woche zwischen Trier und Koblenz wirklich kostet, wo du Riesling direkt beim Winzer trinkst, warum der Moselradweg besser ist als das Auto und wann die Dörfer dir allein gehören.
Was fünf Tage im Burgental zwischen Rüdesheim und Koblenz wirklich kosten, welche der 40 Burgen du besuchen solltest, wann das Schiff sich lohnt und wie du Rüdesheim überlebst.