Mosel

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Mosel

Was eine Woche zwischen Trier und Koblenz wirklich kostet, wo du Riesling direkt beim Winzer trinkst, warum der Moselradweg besser ist als das Auto und wann die Dörfer dir allein gehören.

Foto: Dani Mota / Pexels

Was kostet deine Reise nach Mosel?

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1'410 CHF
≈ 705 CHF pro Person
  • Anreise 240 CHF
  • Unterkunft 550 CHF
  • Essen 450 CHF
  • Transport vor Ort 100 CHF
  • Weinprobe beim Winzer und Burg Eltz 70 CHF

Schätzwerte zur Orientierung, keine Buchungspreise. Anreise heisst hier Bahn oder Auto ab der Schweiz, hin und zurück pro Person. Hotels schwanken saisonal stark, aktuelle Preise findest du über die Links weiter unten.

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Euro (EUR). Deutschland ist bargeldfreundlicher als die Schweiz: In Bäckereien, Kiosken und kleinen Lokalen heisst es oft «nur Bargeld», Kartenzahlung geht aber fast überall ab CHF 10. Trinkgeld 5 bis 10 Prozent, beim Bezahlen aufrunden und den Betrag nennen. Anreise: Anreise mit Bahn (DB), Auto oder Flug, je nach Ziel 1 bis 8 Stunden.

Hotel-Empfehlungen

Neun Optionen in drei Preisklassen – jeweils die Häuser mit den besten Bewertungen auf Booking.com.

Budget

Hotel Villa Vinum Cochem

Cond, Cochem

Freundliches kleines Hotel am gegenüberliegenden Ufer von Cochem, mit Blick auf Burg und Altstadt, die über die Brücke in zehn Minuten erreichbar ist. Einfache, saubere Zimmer, Frühstück inklusive, Velos können untergestellt werden. Für Radfahrer und Preisbewusste.

ab CHF 100 / Nacht Ansehen →

ibis Styles Trier

Mitte, Trier

Ibis Styles zwischen Hauptbahnhof und Porta Nigra, bunte Zimmer, Frühstück und WLAN inklusive, fünf Minuten zu Fuss in die Altstadt. Kein Charme, aber verlässlich und für Trier das beste Budgetangebot. Gut als erster Halt vor dem Radweg.

ab CHF 80 / Nacht Ansehen →

Moselhotel & Restaurant Zur Traube

Löf, Untermosel

Familiengeführter Gasthof direkt am Moselufer und am Radweg zwischen Koblenz und Cochem, Bahnhof im Dorf, Burg Eltz ist ein Wandertag entfernt. Schlichte Zimmer, einige mit Moselblick, gute Küche und eigener Wein. Für Radfahrer und Wanderer, die Ruhe suchen.

ab CHF 70 / Nacht Ansehen →

Mittelklasse

Moselschlösschen Spa & Resort

Traben, Traben-Trarbach

Jugendstilhotel direkt an der Uferpromenade von Traben-Trarbach mit Spa, Pool und Restaurant, Zimmer teils mit Blick auf Fluss und Grevenburg. Gute Basis für die Mittelmosel zwischen Bernkastel und Zell, mit Moselweinbahn vor der Tür. Für Paare und Weinreisende.

ab CHF 140 / Nacht Ansehen →

Hotel Moselpark

Kues, Bernkastel-Kues

Grosses Ferienhotel im Kurgebiet von Kues mit Hallenbad, Sauna, Bowling und Tennis, zwanzig Minuten zu Fuss zur Altstadt von Bernkastel über die Brücke. Nicht intim, aber praktisch, familienfreundlich und mit der besten Infrastruktur im Ort. Für Familien und Regentage.

ab CHF 125 / Nacht Ansehen →

Romantik Hotel Zur Glocke

Altstadt, Trier

Kleines Hotel in einem Barockhaus hinter dem Hauptmarkt, mit gutem Restaurant und Weinstube, mitten im Zentrum und trotzdem ruhig. Zimmer individuell, teils mit Holzbalken. Für alle, die Trier als Altstadt und nicht als Hotelkette erleben wollen.

ab CHF 170 / Nacht Ansehen →

Luxus

Schloss Lieser, Autograph Collection

Lieser, Mittelmosel

Neorenaissance-Schloss von 1884 am Moselufer, drei Kilometer von Bernkastel-Kues, seit 2019 Hotel der Autograph Collection mit Spa, Weinkeller und Restaurant. Grosse Zimmer mit Stuck und Parkett, Terrasse zum Fluss. Für ein oder zwei Nächte Schlossgefühl an der Mosel.

ab CHF 230 / Nacht Ansehen →

Hotel Villa Hügel

Bergstrasse, Trier

Jugendstilvilla am Hang über Trier mit Blick auf die Stadt, Pool im Garten, Spa und eines der besten Restaurants der Region. Zehn Minuten zu Fuss bergab in die Altstadt, bergauf nimmt man das Taxi. Für Geniesser, die Trier mit Ruhe verbinden wollen.

ab CHF 200 / Nacht Ansehen →

Weinromantikhotel Richtershof

Mülheim an der Mosel, Mittelmosel

Ehemaliges Weingut aus dem 17. Jahrhundert, umgebaut zu einem Hotel mit Park, Spa, Vinothek und Restaurant Culinarium R mit Michelin-Stern. Fünf Kilometer von Bernkastel, ruhig im Dorf gelegen, Weinproben im Haus. Für alle, die wegen des Rieslings kommen.

ab CHF 190 / Nacht Ansehen →

Buchst du über diese Links, erhalten wir eine kleine Provision – für dich ohne Aufpreis.

Erlebnisse, die sich lohnen

Burg Eltz

Die unzerstörte Märchenburg im Seitental, Führung CHF 14 mit Schatzkammer, April bis Anfang November. Wanderung ab Bahnhof Moselkern 90 Minuten durch den Wald, oder Parkplatz mit Shuttle. Vor 10 Uhr oder nach 15 Uhr kommen, mittags sind die Busse da.

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Calmont-Klettersteig

Drei Kilometer durch den steilsten Weinberg Europas zwischen Bremm und Ediger-Eller, mit Leitern und Stahlseilen, 2 bis 3 Stunden, gratis. Nicht bei Nässe, nicht mit Höhenangst, mit festen Schuhen. Der Blick auf die Bremmer Moselschleife ist der beste im Tal.

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Trier: Porta Nigra und Römerbauten

Antikencard für CHF 12 mit Porta Nigra, Kaiserthermen, Amphitheater, Barbarathermen und Landesmuseum. Ein voller Tag, geführte Rundgänge ab CHF 12, die Führung durch die Porta Nigra mit dem Zenturio ist schauspielerisch, aber Kinder lieben sie.

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Weinprobe beim Winzer an der Mittelmosel

Fünf bis acht Rieslinge aus Steillagen mit Erklärung, 90 Minuten, CHF 15 bis 30, bei Kauf oft verrechnet. Bei den grossen Namen in Wehlen, Bernkastel und Brauneberg anmelden, kleine Güter haben offene Vinotheken. Nachmittags hingehen, dann hat der Winzer Zeit.

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Moselradweg Trier bis Koblenz

190 Kilometer flach am Fluss in vier Tagen, Mietvelo CHF 15 bis 20 pro Tag, E-Bike CHF 40, Gepäcktransport CHF 15 pro Etappe. Geführte und organisierte Touren mit Hotels ab CHF 500 für fünf Tage. Die Regionalbahn nimmt Velos gratis mit, falls die Beine streiken.

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Schifffahrt Cochem bis Beilstein

Zwei Stunden auf dem Fluss zum Klosterdorf Beilstein und zurück, CHF 18, mit Halt zum Aussteigen. Zeigt die Untermosel mit Reichsburg und Weinbergen, mehr Schiff braucht es nicht. Von April bis Oktober mehrmals täglich.

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Reichsburg Cochem

Neugotisch wiederaufgebaute Burg hoch über Cochem, nur mit Führung, CHF 9, 40 Minuten, 20 Minuten Aufstieg oder Shuttlebus. Der Blick ins Tal ist der Hauptgewinn, das Innere ist Historismus. Die Ritteressen am Abend sind Kitsch, aber ehrlicher Kitsch.

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Bernkastel-Kues und Burg Landshut

Marktplatz mit Spitzhäuschen, Weinkulturelles Zentrum im Cusanusstift mit Vinothek von 150 Moselweinen zum Probieren für CHF 20, und die Burgruine mit Blick über die Schleife, 30 Minuten Aufstieg oder Bähnchen CHF 6. Mit Weinprobe ein halber Tag.

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Geierlay-Hängebrücke und Hunsrück

360 Meter lange Hängeseilbrücke über das Mörsdorfer Bachtal, 100 Meter hoch, gratis, Parkplatz CHF 5, 40 Minuten ab Cochem. Rundweg 6 Kilometer, am Wochenende Schlange auf der Brücke. Mit der Ehrbachklamm ein guter Tag abseits des Weins.

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Essen & Trinken

Die Moselküche ist Winzerküche: deftig, einfach, mit Riesling in der Sauce und Riesling im Glas. Dazu kommen Trier mit einer Studentenstadt-Gastronomie und die Nähe zu Luxemburg und Frankreich, die man in Pastete und Sauce merkt. Teuer ist nichts, ausser du sitzt am Marktplatz von Cochem, und die besten Mahlzeiten bekommst du in der Strausswirtschaft beim Winzer.

Moselriesling

Strausswirtschaften in Ürzig, Kröv, Pünderich oder Winningen, Vinothek im Cusanusstift Bernkastel-Kues

Das Getränk, das alles bestimmt: Schieferriesling von trocken bis edelsüss, 8 bis 12 Prozent, mit der Säure, die zu allem passt. Ein Viertel in der Strausswirtschaft CHF 3.50 bis 5, die Flasche beim Winzer CHF 8 bis 15, Grosse Gewächse CHF 30 bis 60.

Tipp:Kabinett feinherb ist der Einstieg, Spätlese süss zum Dessert, und Federweisser im September nur frisch vom Fass.

Winzerteller

Jede Strausswirtschaft im Tal, besonders gut rund um Traben-Trarbach und Zell

Brett mit Schinken, Blutwurst, Leberwurst, Hausmacher Käse, Senf, Gurke und Bauernbrot, das Standardessen zum Riesling beim Winzer. CHF 10 bis 14, reichlich für eine Person.

Tipp:Vesperzeit ist ab 16 Uhr, viele Strausswirtschaften haben nur wenige Wochen im Jahr offen, Aushänge im Dorf lesen.

Tresterfleisch

Winzerlokale an der Mittelmosel zwischen Bernkastel und Piesport, von September bis November

Schweinenacken, über Nacht in Trester, den Pressrückständen der Weinlese, und Riesling mariniert, dann gebraten, mit Bratkartoffeln. Ein Herbstgericht zur Lesezeit, CHF 15 bis 19.

Debbekooche

Gasthöfe der Untermosel zwischen Cochem und Koblenz

Kartoffelauflauf mit Speck und Zwiebeln, stundenlang im gusseisernen Topf gebacken, mit Apfelmus und Riesling, das Winteressen der Moselaner. Schwer und gut, CHF 11 bis 14, am Dienstag in vielen Gasthöfen als Tagesgericht.

Tipp:Heisst je nach Dorf Dibbelabbes, Schales oder Döppekooche, ist aber überall dasselbe.

Moselforelle

Gasthöfe an der Ehrbachklamm und im Elzbachtal bei Burg Eltz

Forelle aus den Bächen der Seitentäler, blau gekocht oder Müllerin mit Mandeln, dazu Salzkartoffeln, der Fisch zum trockenen Riesling. CHF 18 bis 24.

Viez

Kneipen rund um den Viehmarkt in Trier und Viezstuben im Olewiger Tal

Trierer Apfelwein, saurer und derber als der Frankfurter, aus dem weissen Porzellanbecher, Viezporz genannt. CHF 2.50 bis 3 der Becher, in Trier und an der Saar das Getränk der Einheimischen neben dem Riesling.

Tipp:Viez mit Mineralwasser heisst Viezschorle und ist im Sommer erfrischender als pur.

Trierer Rieslingcrème

Restaurants in Trier und Weinhotels an der Mittelmosel

Luftige Weincrème aus Riesling, Ei und Sahne, mit Traubenkompott oder Beeren, das Dessert des Tals. CHF 7 bis 10, in besseren Häusern mit Spätlese im Glas dazu.

Weinbergspfirsich-Likör und Pfirsichkuchen

Winzerläden in Cochem und Beilstein, Wochenmarkt Bernkastel am Dienstag und Freitag

Der rote Weinbergspfirsich wächst zwischen den Reben, ist klein, säuerlich und wird zu Likör, Konfitüre und Kuchen verarbeitet. Likör ab CHF 10 die Flasche, Kuchenstück CHF 4, Ernte im September.

Tipp:Der Likör ist das bessere Mitbringsel als eine Flasche mittelmässigen Weins aus dem Souvenirladen.

Food-Tour buchen: Mosel

Mit Guide durch Märkte und Lokale, inklusive Kostproben.

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Geschichte & Hintergrund

Die Mosel entspringt in den Vogesen, fliesst durch Lothringen und Luxemburg und mündet nach 544 Kilometern in Koblenz in den Rhein. Der deutsche Abschnitt zwischen Trier und Koblenz ist der berühmte: 195 Kilometer in engen Schleifen durch Schiefer, so gewunden, dass die Luftlinie nur 100 Kilometer misst. Die Römer brachten den Wein. Trier, 16 v. Chr. als Augusta Treverorum gegründet, war im 4. Jahrhundert Kaiserresidenz und mit 80'000 Einwohnern die grösste Stadt nördlich der Alpen, und Konstantin der Grosse regierte von hier aus. Porta Nigra, Kaiserthermen, Amphitheater und die Konstantinbasilika stehen noch, ebenso die Igeler Säule, ein römisches Grabmal von 23 Metern Höhe. Der Dichter Ausonius beschrieb im Jahr 371 in seinem Gedicht Mosella Weinberge, Fische und Villen am Fluss, und vieles davon stimmt heute noch. Im Mittelalter regierten die Kurfürsten von Trier über das Tal, Burgen wie die Reichsburg Cochem, Burg Eltz und die Marksburg am Rhein sicherten Zölle und Handelswege. Bernkastel erhielt 1291 Stadtrechte, Nikolaus von Kues, geboren 1401 in Kues gegenüber, wurde einer der grossen Gelehrten seiner Zeit und stiftete das Hospital, das heute noch Wein verkauft. Im 19. Jahrhundert war Moselriesling teurer als Bordeaux, die Weine der Steillagen Bernkasteler Doctor und Wehlener Sonnenuhr gingen an Kaiserhöfe und nach London. Der Niedergang kam mit der Massenproduktion süsser Weine in den 1970er Jahren, der Wiederaufstieg mit einer neuen Winzergeneration seit den 1990ern. Heute ist die Mosel mit 8'700 Hektar das grösste Steillagen-Weinbaugebiet der Welt, und der Calmont bei Bremm mit 65 Grad Neigung der steilste Weinberg Europas.

Insider-Tipps

Anreise und Mobilität: Bahn ins Tal, Velo im Tal

Von der Schweiz kommst du mit der Bahn über Basel und Koblenz oder über Mannheim und Saarbrücken nach Trier, 5 bis 6 Stunden ab Basel, Sparpreise ab CHF 40 pro Strecke. Ab Koblenz fährt die Moselstrecke der DB am Fluss entlang bis Trier, mit Halt in Cochem, Bullay und Wittlich, allerdings nicht in Bernkastel-Kues, das seit 1962 keinen Bahnhof mehr hat, dorthin fährt der Bus 300 ab Wittlich oder Bullay. Zwischen Bullay und Traben-Trarbach verkehrt die kleine Moselweinbahn. Mit dem Auto sind es ab Basel 4 Stunden nach Trier über Saarbrücken, ab Zürich 5 Stunden, mautfrei, und das Auto ist im Tal durchaus praktisch, weil die Dörfer verstreut liegen und die Busse abends dünn werden. Aber: Die B49 und B53 am Ufer sind im Sommer voll, Parken in Cochem und Bernkastel kostet CHF 8 bis 15 pro Tag, und wer Wein probiert, fährt nicht. Die Lösung ist das Velo. Der Moselradweg führt 240 Kilometer flach am Ufer entlang von Perl bis Koblenz, Trier bis Koblenz sind 190 Kilometer in vier gemütlichen Tagen, Mietvelo CHF 15 bis 20 pro Tag, E-Bike CHF 35 bis 45, Gepäcktransport zwischen den Hotels bietet jedes grössere Vermietgeschäft für CHF 15 pro Etappe an. Die Regionalbahn nimmt Velos gratis mit, so kannst du Etappen abkürzen.

Trier: Rom nördlich der Alpen

Trier ist die älteste Stadt Deutschlands und der richtige Anfang, weil hier die Römer das Tal erklären. Die Porta Nigra, das schwarze Stadttor aus dem 2. Jahrhundert, ist das besterhaltene römische Stadttor nördlich der Alpen, Eintritt CHF 4, der Blick von oben auf die Simeonstrasse lohnt. Dazu die Kaiserthermen (CHF 4), das Amphitheater (CHF 4), die Konstantinbasilika mit dem grössten erhaltenen Einzelraum der Antike, 67 Meter lang, gratis als evangelische Kirche, und der Dom mit dem Heiligen Rock, dem angeblichen Gewand Christi, das alle paar Jahrzehnte gezeigt wird. Die Antikencard für CHF 12 enthält vier römische Bauten und das Rheinische Landesmuseum, eines der besten Römermuseen des Landes mit dem Neumagener Weinschiff und einem Goldschatz von 2'600 Münzen. Rechne für Trier mit einem vollen Tag, zwei, wenn du das Karl-Marx-Haus (CHF 5) und die Igeler Säule mitnimmst. Der Hauptmarkt mit dem Marktkreuz von 958 und der Steipe ist mittags voll mit Reisegruppen, der Viehmarkt und die Gassen hinter dem Dom sind ruhiger. Ehrlich: Trier ist eine Studentenstadt mit 110'000 Einwohnern, abends gemütlich, nicht schick, und die Weinstuben im Olewiger Tal am Stadtrand sind günstiger als in Cochem.

Cochem, Bernkastel-Kues und die Dörfer dazwischen

Cochem an der Untermosel mit der Reichsburg auf dem Felsen ist das Postkartenmotiv und entsprechend überlaufen: Im Juli und August und an Herbstwochenenden schieben sich Busgruppen durch die drei Gassen, Parkplätze sind mittags voll, Eis kostet CHF 2.50 die Kugel. Die Burg ist eine Neugotik-Rekonstruktion von 1877, Führung CHF 9, 20 Minuten Aufstieg, der Blick ins Tal ist besser als das Innere. Der Sessellift zum Pinnerkreuz für CHF 9 hin und zurück bietet denselben Blick mit weniger Schweiss. Bernkastel-Kues an der Mittelmosel ist schöner: der Marktplatz mit dem Spitzhäuschen von 1416, das Fachwerk, die Burgruine Landshut mit Blick über die Schleife, erreichbar mit dem Bähnchen für CHF 6 oder zu Fuss in 30 Minuten. Bernkastel ist genauso voll, aber grösser. Die eigentliche Mosel liegt dazwischen und daneben: Beilstein, das «Dornröschen der Mosel», ein Dorf mit 140 Einwohnern und einem Karmeliterkloster, am Morgen vor 10 Uhr magisch, ab 11 Uhr Busse. Traben-Trarbach mit Jugendstilvillen und unterirdischen Weinkellern. Zell mit der Schwarzen Katz. Ediger-Eller, Pünderich, Ürzig, Kröv: Winzerdörfer, in denen du in der Strausswirtschaft sitzt, bei der der Winzer selbst einschenkt und ein Glas Riesling CHF 3 bis 4 kostet.

Riesling: Weingüter, Strausswirtschaften, Weinfeste

Moselriesling ist leicht, hat 8 bis 12 Prozent Alkohol, viel Säure, Schiefer im Geschmack und reicht von knochentrocken bis edelsüss. Die grossen Namen der Mittelmosel sind Joh. Jos. Prüm und S.A. Prüm in Wehlen, Dr. Loosen in Bernkastel, Markus Molitor in Wehlen, Fritz Haag in Brauneberg, Egon Müller an der Saar und Clemens Busch in Pünderich. Bei den berühmten Gütern musst du eine Probe vorher anmelden, CHF 15 bis 30 für fünf bis acht Weine, bei Kauf oft verrechnet. Entspannter sind die kleinen Güter, die eine Vinothek mit offener Tür haben, und die Strausswirtschaften, saisonale Ausschänke der Winzer mit einfachem Essen, Besenwirtschaften in anderen Regionen, erkennbar am Strauss oder Besen am Tor. Ein Viertel Riesling kostet dort CHF 3.50 bis 5, ein Winzerteller mit Schinken und Käse CHF 10 bis 14. Die Weinfeste beginnen im Juni und ziehen sich bis Oktober durch jedes Dorf: das Bernkasteler Weinfest Anfang September mit Feuerwerk, das Cochemer Ende August, das Winninger Weinfest, das älteste Deutschlands, Ende August. Dann sind Hotels voll und laut, aber die Stimmung ist echt. Eine Flasche guten Rieslings kostet beim Winzer CHF 8 bis 15, die Grossen Gewächse CHF 30 bis 60, und das Weingut verschickt in die Schweiz, aber Zoll und Versand machen es ab zwölf Flaschen teuer, 6 Flaschen im Kofferraum sind einfacher.

Unterkunft, Timing und Kostenfallen

Hotels an der Mosel sind günstig, aber die Saison ist kurz: Von Ostern bis Ende Oktober ist alles offen, von November bis März schliessen viele Häuser, Schiffe fahren nicht und die Dörfer wirken verlassen, was seinen eigenen Reiz hat. Die teuerste Zeit sind Juli, August und die Weinfest-Wochenenden im September, dann kostet ein Mittelklasse-Doppelzimmer CHF 130 bis 160, im Mai, Juni und Oktober unter der Woche CHF 90 bis 120. Die schönste Reisezeit ist die zweite Septemberhälfte bis Mitte Oktober: Weinlese, goldene Reben, Federweisser, noch warm. Winzerpensionen ab CHF 60 für das Doppelzimmer mit Frühstück sind die ehrlichste Unterkunft, meist über Booking buchbar, manchmal nur per Telefon. Die Gästekarte der Mosel, in vielen Orten im Übernachtungspreis enthalten, gibt Rabatte auf Schiffe und Museen, frag an der Rezeption. Kostenfallen: Essen direkt am Marktplatz in Cochem und Bernkastel, wo das Schnitzel CHF 22 kostet und mittelmässig ist, drei Gassen weiter CHF 15 und besser. Die Schiffstagesfahrten der KD und der Mosel-Schiffstouristik sind mit CHF 30 bis 40 pro Strecke nicht billig, und nach zwei Stunden hast du die Landschaft gesehen, die Kurzfahrt Cochem bis Beilstein für CHF 18 reicht. Die Reichsburg Cochem ist nur mit Führung zugänglich und innen weniger spektakulär als der Blick von aussen.

Burg Eltz, Calmont und die stillen Seitentäler

Burg Eltz ist die eine Burg, die du sehen musst: seit 850 Jahren im Besitz derselben Familie, nie zerstört, versteckt in einem Seitental des Elzbachs, Führung CHF 14 inklusive Schatzkammer, April bis Anfang November. Der Parkplatz liegt 1,3 Kilometer entfernt, Shuttle CHF 2, schöner ist die Wanderung ab Bahnhof Moselkern durch den Wald, 5 Kilometer, 90 Minuten, leicht. Komm vor 10 Uhr oder nach 15 Uhr, mittags stehen Reisebusse im Tal. Der Calmont-Klettersteig zwischen Bremm und Ediger-Eller führt durch den steilsten Weinberg Europas, 3 Kilometer mit Leitern, Trittbügeln und Stahlseilen, 2 bis 3 Stunden, gratis, nicht bei Nässe und nicht mit Höhenangst, dafür ist der Blick auf die Moselschleife um Bremm das beste Panorama des Tals. Weniger wild sind der Moselsteig, ein 365 Kilometer langer Fernwanderweg in 24 Etappen, und die Seitensprünge genannten Rundwege von 10 bis 15 Kilometern durch Weinberge und Wald. Unterschätzt sind die Seitentäler und die Hochflächen: die Ehrbachklamm bei Brodenbach, die Eifel-Maare eine halbe Stunde nördlich, der Hunsrück mit der Geierlay-Hängebrücke, 360 Meter lang, gratis, 40 Minuten ab Cochem mit dem Auto. Und die Terrassenmosel zwischen Zell und Koblenz mit Winningen, Kobern-Gondorf und Hatzenport ist weniger besucht als die Mittelmosel, bei gleicher Schönheit und besserem Bahnanschluss.

Häufige Fragen zu Mosel

Wie komme ich von der Schweiz an die Mosel?

Mit der Bahn ab Basel in 5 bis 6 Stunden nach Trier oder Koblenz, mit Umstieg in Mannheim oder Saarbrücken, Sparpreise ab CHF 40 pro Strecke. Ab Koblenz fährt die Regionalbahn am Fluss entlang in alle grösseren Orte ausser Bernkastel. Mit dem Auto 4 Stunden ab Basel, 5 ab Zürich, ohne Maut. Das Auto ist im Tal praktisch, aber mit Velo und Regionalbahn kommst du überall hin und kannst Wein trinken.

Wie viele Tage sollte man für die Mosel einplanen?

Fünf Tage sind ein guter Richtwert: ein Tag Trier, zwei Tage Mittelmosel mit Bernkastel-Kues, Weingütern und Traben-Trarbach, zwei Tage Untermosel mit Cochem, Beilstein, Burg Eltz und Calmont. Wer den Radweg von Trier nach Koblenz fährt, braucht vier Radtage plus einen Tag Trier. Ein Wochenende reicht für Cochem, Beilstein und Burg Eltz ab Koblenz, dann aber ohne Trier.

Wann ist die beste Reisezeit für die Mosel?

Mitte September bis Mitte Oktober: Weinlese, Federweisser, goldene Weinberge, Weinfeste und noch mildes Wetter. Mai und Juni sind grün, ruhig und günstig. Juli und August sind heiss, voll und am teuersten. Von November bis März ist das Tal still, viele Hotels und Lokale sind zu, die Schiffe fahren nicht. Weinfest-Wochenenden im September vorher prüfen, dann sind Hotels Wochen vorher ausgebucht.

Was kostet eine Woche an der Mosel?

Rechne mit CHF 110 bis 140 pro Person und Tag ohne Anreise: Mittelklasse-Doppelzimmer CHF 110, Essen und Wein CHF 45, Velo oder Bahn CHF 10 bis 20, Eintritte und Weinproben CHF 15 bis 25. Sieben Tage mit Anreise ab Basel für CHF 120 kosten rund CHF 950 pro Person. In Winzerpensionen und Strausswirtschaften kommst du mit CHF 80 pro Tag durch. Die Mosel ist etwa halb so teuer wie das Wallis oder das Lavaux.

Lohnt sich die Schifffahrt auf der Mosel?

Für eine oder zwei Stunden ja, für den ganzen Tag nein. Die Strecke Cochem bis Beilstein für CHF 18 hin und zurück zeigt die Untermosel mit Burg und Weinbergen in zwei Stunden, die Rundfahrt um die Schleife bei Bernkastel dauert eine Stunde für CHF 14. Die Tagesfahrten Koblenz bis Cochem mit der KD dauern fünf Stunden flussaufwärts und sind träge. Das Velo auf dem Uferweg ist schneller und zeigt dasselbe, mit Halt in jedem Dorf.

Kann ich Wein aus Deutschland in die Schweiz mitnehmen?

Ja, 5 Liter pro Person ab 17 Jahren sind zollfrei, also sechs Flaschen zu 0,75 Liter, darüber zahlst du CHF 2 pro Liter Zoll plus Mehrwertsteuer, was bei einer Kiste noch immer günstiger ist als der Kauf in der Schweiz. Ab einem Warenwert von CHF 150 pro Person wird die Mehrwertsteuer auf alles fällig, deklariere deshalb ehrlich an der Grenze. Weingüter verschicken auch in die Schweiz, aber Versand und Verzollung machen Einzelkartons teuer.

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