Oberes Mittelrheintal

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Oberes Mittelrheintal

Was fünf Tage im Burgental zwischen Rüdesheim und Koblenz wirklich kosten, welche der 40 Burgen du besuchen solltest, wann das Schiff sich lohnt und wie du Rüdesheim überlebst.

Foto: Juergen Striewski / Pexels

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1'425 CHF
≈ 713 CHF pro Person
  • Anreise 220 CHF
  • Unterkunft 550 CHF
  • Essen 450 CHF
  • Transport vor Ort 125 CHF
  • KD-Schiff Rüdesheim bis St. Goar und Marksburg 80 CHF

Schätzwerte zur Orientierung, keine Buchungspreise. Anreise heisst hier Bahn oder Auto ab der Schweiz, hin und zurück pro Person. Hotels schwanken saisonal stark, aktuelle Preise findest du über die Links weiter unten.

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Euro (EUR). Deutschland ist bargeldfreundlicher als die Schweiz: In Bäckereien, Kiosken und kleinen Lokalen heisst es oft «nur Bargeld», Kartenzahlung geht aber fast überall ab CHF 10. Trinkgeld 5 bis 10 Prozent, beim Bezahlen aufrunden und den Betrag nennen. Anreise: Anreise mit Bahn (DB), Auto oder Flug, je nach Ziel 1 bis 8 Stunden.

Hotel-Empfehlungen

Neun Optionen in drei Preisklassen – jeweils die Häuser mit den besten Bewertungen auf Booking.com.

Budget

Altkölnischer Hof

Marktplatz, Bacharach

Familiengeführtes Fachwerkhotel direkt am Marktplatz von Bacharach, drei Minuten vom Bahnhof, mit Restaurant und eigenen Weinen. Zimmer schlicht und gepflegt, Frühstück inklusive. Wer einmal in einer Burg schlafen will: Die Jugendherberge auf Burg Stahleck oberhalb ist nur direkt buchbar. Für Wanderer und Bahnreisende.

ab CHF 90 / Nacht Ansehen →

Rhein-Hotel Bacharach

Stadtmauer, Bacharach

Familienbetrieb in der mittelalterlichen Stadtmauer direkt am Rhein, Zimmer mit Fluss- oder Weinbergblick, gutes Restaurant Stüber mit regionaler Küche und eigenem Wein. Die Bahn fährt vor dem Haus, Ohrstöpsel liegen bereit. Für alle, die Bacharach als Basis nehmen.

ab CHF 85 / Nacht Ansehen →

Hotel Rheinlust

Rheinallee, Boppard

Grosses Haus an der Bopparder Rheinpromenade mit einfachen, sauberen Zimmern, Terrasse zum Fluss und Restaurant. Nicht modern, aber zentral, mit Sessellift, Schiffsanleger und Bahnhof in Gehweite. Für Preisbewusste, die Boppard als Standort wählen.

ab CHF 95 / Nacht Ansehen →

Mittelklasse

Bellevue Rheinhotel

Rheinallee, Boppard

Jugendstilhotel von 1887 an der Bopparder Promenade, in Familienbesitz, mit Pool, Sauna, Terrasse und Restaurant Le Chopin. Zimmer zur Rheinseite mit Balkon, die Bahn liegt hinter dem Haus. Das klassische Rheinhotel, für Paare und alle, die die alte Rheinromantik suchen.

ab CHF 140 / Nacht Ansehen →

Romantik Hotel Schloss Rheinfels

Burg Rheinfels, St. Goar

Hotel in den Mauern der Burgruine Rheinfels hoch über St. Goar, mit Blick auf Loreley und Burg Katz, Spa und Restaurant. Zimmer unterschiedlich, die im Altbau charmanter. Oben ist es still, keine Bahn, dafür 15 Minuten Aufstieg oder Shuttle. Für die Loreley-Tage.

ab CHF 150 / Nacht Ansehen →

Breuer's Rüdesheimer Schloss

Drosselgasse, Rüdesheim am Rhein

Historisches Weingut und Hotel der Familie Breuer direkt an der Drosselgasse, mit Innenhof, Weinstube und eigenen Rheingau-Weinen. Tagsüber Trubel vor der Tür, abends ruhig, Zimmer individuell und gut. Für alle, die Rüdesheim trotz allem als Standort wollen.

ab CHF 130 / Nacht Ansehen →

Luxus

Burghotel Auf Schönburg

Schönburg, Oberwesel

Hotel in der 1'000 Jahre alten Schönburg hoch über Oberwesel, 25 Zimmer mit Himmelbetten, Türmen und Blick ins Tal, Restaurant mit Rheinblick-Terrasse. Ruhig, abgelegen, keine Bahn zu hören. Für ein oder zwei Nächte das Burgerlebnis, das das Tal verspricht.

ab CHF 220 / Nacht Ansehen →

Burg Reichenstein

Burg Reichenstein, Trechtingshausen

Hotel in einer neugotisch ausgebauten Burg am Südende des Tals, mit Museum, Restaurant Puricelli und Zimmern mit Rheinblick. Kleiner und weniger bekannt als Schönburg, dafür mit eigenem Museum im Haus. Für Geschichtsinteressierte, die Bingen und Bacharach erkunden wollen.

ab CHF 180 / Nacht Ansehen →

Hotel Krone Assmannshausen

Assmannshausen, Rüdesheim am Rhein

Traditionshaus seit 1541 am Rheinufer im Rotweindorf Assmannshausen, mit Pool, Terrasse, grossem Weinkeller und einem Restaurant, in dem schon Goethe und Freiligrath sassen. Zimmer klassisch, teils mit Rheinblick, Bahn hinter dem Haus. Für Geniesser und Weinfreunde.

ab CHF 170 / Nacht Ansehen →

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Erlebnisse, die sich lohnen

KD-Schiff Rüdesheim bis St. Goar

Zwei Stunden flussabwärts durch den dichtesten Burgenabschnitt bis zur Loreley, CHF 28, mit der Bahn für CHF 6 zurück. Kleinere Reedereien sind günstiger. Oberdeck auf der Steuerbordseite, Richtung Koblenz rechts, da liegen die meisten Burgen.

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Marksburg bei Braubach

Die einzige nie zerstörte Höhenburg am Mittelrhein, nur mit Führung, CHF 10, 50 Minuten durch Küche, Rittersaal und Waffenkammer. Ab Bahnhof Braubach 20 Minuten Aufstieg. Täglich geöffnet, im Winter mit kürzeren Zeiten. Die authentischste Burg des Tals.

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Seilbahn Rüdesheim und Niederwalddenkmal

Zweisitzige Kabinen schweben über die Weinberge zum Germania-Denkmal, CHF 9 hin und zurück, mit dem Ring-Ticket für CHF 20 inklusive Waldwanderung, Sessellift Assmannshausen und Schiff zurück. Morgens um 9.30 Uhr fahren, bevor die Busse in Rüdesheim ankommen.

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Loreley-Plateau und Burg Rheinfels

Kulturpark auf dem Felsen mit Aussichtspunkten, Besucherzentrum CHF 3, Bus ab St. Goarshausen oder 30 Minuten zu Fuss. Mit der Fähre nach St. Goar und hinauf zur Ruine Rheinfels mit Minengängen, CHF 6, Taschenlampe mitnehmen. Zusammen ein halber Tag.

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Pfalzgrafenstein bei Kaub

Die weisse Zollburg auf der Insel im Rhein, Fähre ab Kaub plus Eintritt CHF 10, 45 Minuten für den Rundgang, der Weg hin ist das Erlebnis. Von Kaub aus auch Burg Gutenfels sichtbar und das Blücher-Museum, wo der General 1814 den Rhein überquerte.

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Rheinsteig-Etappe Kaub bis St. Goarshausen

22 Kilometer und 6 Stunden über Weinberge, Hochfläche und die Loreley, mit 800 Höhenmetern im Auf und Ab, gut markiert, gratis. Mit Bahn zurück nach Kaub. Geführte Wanderungen mit Weinprobe ab CHF 30. Die schönste Tagesetappe im Tal.

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Weinprobe in Bacharach oder Oberwesel

Mittelrhein-Riesling von Steillagen, weniger bekannt und günstiger als Rheingau und Mosel, fünf bis sechs Weine für CHF 12 bis 20 beim Winzer, etwa in der Weinstube Zum Grünen Baum in Bacharach mit dem Weinkarussell von 15 Proben. Eine Stunde, am besten am späten Nachmittag.

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Sessellift Boppard zum Vierseenblick

Alter Sessellift aus den Weinbergen zum Aussichtspunkt, wo die Rheinschleife wie vier getrennte Seen aussieht, CHF 10 hin und zurück, April bis Oktober. Mit dem Gedeonseck nebenan und einem Rundweg 2 Stunden. Alternativ zu Fuss in 45 Minuten hinauf.

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Koblenz: Deutsches Eck und Festung Ehrenbreitstein

Mit der Seilbahn über den Rhein zur Festung, CHF 15 mit Eintritt, Blick auf Rhein-Mosel-Mündung und Deutsches Eck, zwei bis drei Stunden. Dazu die Altstadt mit Schängelbrunnen und das Schloss Stolzenfels südlich der Stadt, CHF 7. Der richtige Abschluss am Nordende des Tals.

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Essen & Trinken

Am Mittelrhein isst man, was Winzer essen: Spiessbraten, Wurst, Kartoffeln, dazu Riesling von Steillagen, die kaum jemand kennt, und in Assmannshausen Spätburgunder. Das Tal ist gastronomisch nicht die Mosel und schon gar nicht Frankfurt, aber in den Weinstuben von Bacharach und Oberwesel isst du ehrlich und günstig. Die Drosselgasse in Rüdesheim ist der Ort, an dem du nicht isst.

Mittelrhein-Riesling

Weinstube Zum Grünen Baum in Bacharach, Winzer in Oberwesel und am Bopparder Hamm

Riesling von Schieferterrassen zwischen Bacharach und Boppard, das kleinste bekannte Weinbaugebiet Deutschlands, mineralisch, spritzig, günstiger als Rheingau und Mosel. Ein Viertel in der Weinstube CHF 3.50 bis 5, die Flasche beim Winzer CHF 8 bis 14.

Tipp:Das Bacharacher Weinkarussell mit 15 kleinen Proben für CHF 25 ist die beste Einführung ins Tal.

Assmannshäuser Spätburgunder

Hotel Krone Assmannshausen oder die Weingüter im Dorf, Staatsweingut Assmannshausen

Der Rotwein des Rheingaus aus dem Höllenberg bei Assmannshausen, seit dem Mittelalter angebaut, leicht und elegant, einer der besten Pinots Deutschlands. Ein Glas CHF 5 bis 8, Flaschen ab CHF 15, Spitzen über CHF 50.

Spiessbraten

Gasthöfe auf den Rheinhöhen und Weinfeste in Oberwesel und Bacharach

Schweinenacken mit Zwiebeln und Speck, auf dem Spiess über Buchenholz gegrillt, dazu Bratkartoffeln und Salat. Das Festessen des Hunsrücks und der Rheinhöhen, CHF 14 bis 19, an Weinfesten vom Stand CHF 8 im Brötchen.

Tipp:Das Original wird im Schwenker über offenem Feuer gegart, frag danach.

Rheinischer Döppekooche

Gasthöfe in Boppard, Braubach und Koblenz

Kartoffelauflauf mit Mettwurst und Zwiebeln aus dem Topf, mit Apfelmus, schwer und gut, das Winter- und Kirmesessen zwischen Koblenz und Bonn. CHF 10 bis 14, oft als Tagesgericht.

Handkäs und Spundekäs

Weinstuben in Rüdesheim abseits der Drosselgasse, in Bingen und Lorch

Handkäs mit Musik wie in Frankfurt im hessischen Rheingau, Spundekäs, ein cremiger Frischkäse mit Paprika und Zwiebeln, mit Brezel in Rheinhessen. Die Weinstubensnacks, CHF 6 bis 8.

Tipp:Spundekäs gibt es fast nur rund um Mainz und Bingen, am Südrand des Tals.

Rheinischer Sauerbraten

Altstadtgasthöfe in Koblenz und Weinstuben in Bacharach

Rindfleisch, tagelang in Essig und Gewürzen mariniert, mit Rosinensauce, Klössen und Apfelmus, das Sonntagsessen der Region. CHF 17 bis 23 in Gasthöfen, am besten in Boppard und Koblenz.

Federweisser mit Zwiebelkuchen

Jede Weinstube im Tal im Herbst, Weinfeste in Bacharach und St. Goar

Gärender junger Wein, süss und prickelnd, mit warmem Zwiebelkuchen mit Speck, nur von September bis Oktober. Glas CHF 3, Stück Kuchen CHF 4 bis 5, die Kombination gehört zur Weinlese.

Tipp:Federweisser gärt weiter, die Flasche nie liegend transportieren und nicht in den Kofferraum legen.

Rüdesheimer Kaffee

Cafés in Rüdesheim, ehrlicher im Café im Asbach-Besucherzentrum

Kaffee mit Asbach Uralt, flambiert mit Zucker, mit Sahne und Schokoraspeln, 1957 für die Drosselgasse erfunden. Touristisch, aber an einem kalten Nachmittag in Ordnung, CHF 8 bis 10.

Tipp:Einmal reicht, und lieber nach der Seilbahn als vorher.

Food-Tour buchen: Oberes Mittelrheintal

Mit Guide durch Märkte und Lokale, inklusive Kostproben.

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Geschichte & Hintergrund

Das Obere Mittelrheintal zwischen Bingen und Rüdesheim im Süden und Koblenz im Norden ist 67 Kilometer lang, und auf dieser Strecke durchbricht der Rhein das Rheinische Schiefergebirge in einem engen Tal, das seit 2002 UNESCO-Welterbe ist. Die Römer legten hier den Limes an und pflanzten die ersten Reben, Boppard war das Kastell Bodobrica, dessen Mauern noch stehen. Im Mittelalter wurde das Tal zur wichtigsten Handelsstrasse Europas und gleichzeitig zur Zollfalle: Auf 67 Kilometern erhoben Erzbischöfe, Grafen und Ritter an rund 40 Burgen Zoll von jedem Schiff, die Pfalzgrafenstein auf einer Insel bei Kaub sperrte den Fluss mit Ketten. Der Reichtum der Burgherren war der Grund für die Dichte der Festungen, die man heute bewundert, und der Grund dafür, dass man sie Raubritterburgen nannte. Die meisten wurden im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 von französischen Truppen gesprengt, nur die Marksburg bei Braubach blieb unzerstört. Was heute steht, sind grösstenteils Ruinen oder Rekonstruktionen des 19. Jahrhunderts, als die Rheinromantik begann: Lord Byron, Victor Hugo und William Turner reisten her, Heinrich Heine schrieb 1824 das Gedicht von der Loreley, der Jungfrau auf dem Felsen, die die Schiffer mit ihrem Gesang ins Verderben lockt, und die preussischen Könige kauften und bauten Burgen wie Stolzenfels als Sommersitz. Die ersten Dampfschiffe fuhren ab 1827, die Eisenbahn kam 1859 auf der linken und 1869 auf der rechten Rheinseite, und seither rauscht sie durch jedes Dorf. Der Rhein blieb Wasserstrasse: Rund 150 Frachtschiffe passieren täglich die Loreley, wo der Fluss auf 113 Meter verengt und 25 Meter tief ist, und das Tal ist mit seinen Weinbergen, Burgen und Fachwerkstädtchen eine Kulturlandschaft, die seit 200 Jahren vom Tourismus lebt und trotzdem Dörfer hat, in denen die Hälfte der Häuser leer steht.

Insider-Tipps

Anreise und Mobilität: Bahn auf beiden Ufern, Fähren statt Brücken

Das Tal liegt für Reisende aus der Schweiz praktisch an der Strecke: Der ICE ab Basel fährt in 2 Stunden 50 Minuten nach Frankfurt oder in gut 3 Stunden nach Mainz, von dort bringt dich die Regionalbahn in 30 bis 60 Minuten nach Rüdesheim, Bacharach, St. Goar oder Boppard. Insgesamt 4 bis 5 Stunden, Sparpreise ab CHF 30 pro Strecke. Mit dem Auto sind es ab Basel 3,5 Stunden bis Bingen über die A5 und A61, ohne Maut. Im Tal brauchst du das Auto aber kaum: Auf beiden Ufern fahren Regionalbahnen im Stundentakt, linksrheinisch die RB 26 von Mainz über Bingen, Bacharach und Boppard nach Koblenz, rechtsrheinisch die RB 10 von Wiesbaden über Rüdesheim, Kaub und St. Goarshausen. Zwischen Mainz und Koblenz gibt es keine einzige Brücke, 67 Kilometer lang, deshalb setzen Autofähren über, in Bingen, Lorch, Kaub, St. Goar und Boppard, CHF 1.50 bis 2 pro Person, CHF 5 bis 7 pro Auto. Das Rheinland-Pfalz-Ticket für CHF 28 pro Person und Tag, jede weitere Person CHF 6, gilt in allen Regionalbahnen und Bussen auf beiden Ufern inklusive Hessen-Abschnitt. Der Rheinradweg ist flach und führt auf beiden Seiten durch das Tal, Mietvelos CHF 15 bis 20 pro Tag, und die Bahn nimmt Velos gratis mit.

Loreley: der Felsen, der Mythos und die Realität

Die Loreley ist ein 132 Meter hoher Schieferfelsen bei St. Goarshausen, an dem der Rhein die engste und tiefste Stelle hat. Mehr ist es nicht, und das solltest du wissen, bevor du mit Erwartungen hinfährst. Der Mythos stammt von Clemens Brentano, der die Figur 1801 erfand, Heine machte sie 1824 berühmt und Friedrich Silcher vertonte sie. Oben auf dem Plateau gibt es seit 2019 einen neuen Kulturpark mit Aussichtspunkten, Besucherzentrum (CHF 3) und der Freilichtbühne, auf der im Sommer Konzerte stattfinden. Hinauf kommst du mit dem Bus ab St. Goarshausen (CHF 3), zu Fuss über den Treppenweg in 30 Minuten oder mit dem Auto, Parkplatz CHF 5. Der Blick in die Flussschleife ist schön, am besten am späten Nachmittag, wenn die Sonne das Tal von Westen beleuchtet. Vom Schiff aus ist der Felsen eher unauffällig, der Kapitän spielt das Lied, und das ist der Moment. Ehrlich gesagt lohnt sich die Loreley als Stopp von einer Stunde, nicht als Ziel. Die Loreley-Statue auf der Hafenmole von St. Goarshausen ist Kitsch von 1983. Spannender ist das Ufer gegenüber: St. Goar mit Burg Rheinfels, der grössten Ruine am Rhein, Eintritt CHF 6, mit unterirdischen Minengängen, in die du mit Taschenlampe gehen darfst.

Burgen: welche sich lohnen und welche nicht

Rund 40 Burgen stehen im Tal, und du kannst nicht alle besuchen. Unsere Reihenfolge: Die Marksburg bei Braubach ist die einzige nie zerstörte Höhenburg am Rhein, Führung CHF 10, eine Stunde, mit Küche, Folterkammer und Rittersaal, authentischer als alles andere. Die Pfalzgrafenstein auf der Insel bei Kaub ist die Zollburg im Fluss, Fähre und Eintritt CHF 10, 45 Minuten, mehr Erlebnis als Besichtigung. Burg Rheinfels über St. Goar ist eine Ruine zum Erkunden, CHF 6, mit Kindern der beste Nachmittag. Schloss Stolzenfels bei Koblenz ist die preussische Rheinromantik in Reinkultur, CHF 7, neugotisch, mit Park. Burg Sooneck und Burg Reichenstein bei Trechtingshausen sind klein und ruhig, Reichenstein mit Hotel und Restaurant. Die Burg Katz über St. Goarshausen ist privat und geschlossen, die Burg Maus daneben bietet Falknervorführungen für CHF 10. Schönburg über Oberwesel ist Hotel, Burg Stahleck über Bacharach Jugendherberge, beide kannst du als Gast betreten, als Besucher nur den Hof. Burg Rheinstein, die erste von preussischen Prinzen restaurierte Burg, CHF 7, lohnt den Aufstieg vor allem für den Blick. Lass die Burgen aus, die nur als Restaurant funktionieren, und plane pro Tag höchstens zwei, denn der Aufstieg kostet jedes Mal 20 bis 40 Minuten.

Bacharach, Boppard, Oberwesel: wo du wohnen solltest

Bacharach ist das schönste Städtchen des Tals: Fachwerk, Stadtmauer, auf der du rundherum gehen kannst, die Wernerkapelle als gotische Ruine, Weinstuben an der Oberstrasse. 1'800 Einwohner, abends still, und Burg Stahleck darüber ist Jugendherberge mit dem besten Blick für CHF 35 pro Nacht. Oberwesel hat die vollständigste Stadtmauer mit 16 Türmen, die Liebfrauenkirche mit dem Goldaltar und weniger Touristen als Bacharach. Boppard liegt an der grössten Rheinschleife, ist mit 15'000 Einwohnern eine kleine Stadt mit Promenade, römischen Kastellmauern und dem Sessellift zum Vierseenblick, wo der Rhein wie vier Seen aussieht, CHF 10 hin und zurück. St. Goar ist zentral für Loreley und Rheinfels, aber klein. Rüdesheim ist am berühmtesten und am schlimmsten: Die Drosselgasse ist 144 Meter lang, mit Weinstuben, Blasmusik und Reisegruppen aus aller Welt, nachmittags ein Gedränge. Übernachte dort nicht, komm am Morgen für die Seilbahn und geh. Kaub, Lorch, Braubach und Rhens sind ruhige Dörfer mit Gasthöfen ab CHF 70. Ein Mittelklasse-Doppelzimmer am Rhein kostet CHF 100 bis 140, mit Rheinblick CHF 20 mehr, und der Rheinblick heisst auch Bahnblick: Die Gleise liegen zwischen Hotel und Fluss, Güterzüge fahren nachts. Zimmer zum Hof nehmen oder Ohrstöpsel mitnehmen, das ist kein Scherz.

Kostenfallen, Spartricks und Timing

Das Tal ist günstig, wenn du es richtig machst. Die Schiffe der Köln-Düsseldorfer sind der grösste Posten: Rüdesheim bis St. Goar kostet CHF 28 einfach, 2 Stunden flussabwärts, zurück mit der Bahn für CHF 6, das ist die richtige Kombination, denn flussaufwärts dauert es doppelt so lang und du siehst dasselbe. Kleine Reedereien wie Bingen-Rüdesheimer oder Loreley-Linie sind 20 bis 30 Prozent günstiger als die KD. Die Seilbahn in Rüdesheim zum Niederwalddenkmal kostet CHF 9 hin und zurück, das Ring-Ticket für CHF 20 kombiniert Seilbahn, Wanderung durch den Wald, Sessellift nach Assmannshausen und Schiff zurück, das ist der beste Tag im Südteil des Tals. Weinstuben am Rhein verlangen CHF 4 bis 6 für das Viertel Riesling, beim Winzer in Oberwesel oder Lorch CHF 3. Rhein in Flammen ist das grosse Feuerwerk, fünfmal im Sommer an verschiedenen Orten: Bonn Anfang Mai, Rüdesheim Anfang Juli, Koblenz zweiter Samstag im August, Oberwesel Mitte September, St. Goar dritter Samstag im September. Vom Ufer ist es gratis, vom Schiff kostet es CHF 80 bis 150, und Hotels sind an diesen Wochenenden ausgebucht und teurer. Die beste Zeit ist Mai bis Juni und September bis Mitte Oktober, Juli und August sind heiss und voll, November bis März ist das Tal zu, die Schiffe fahren kaum, die Burgen haben Winterzeiten.

Rheinsteig, Rheinburgenweg und die Hochflächen

Das Tal von oben ist schöner als von unten, und die Wanderwege sind der Grund, länger zu bleiben. Der Rheinsteig führt rechtsrheinisch 320 Kilometer von Wiesbaden nach Bonn, der Rheinburgenweg linksrheinisch 200 Kilometer, beide gut markiert, mit Etappen von 15 bis 20 Kilometern und Auf- und Abstiegen von je 500 Metern, denn der Weg springt zwischen Ufer und Hochfläche. Die schönsten Tagesetappen: Kaub bis St. Goarshausen über die Loreley, 22 Kilometer, 6 Stunden; Boppard bis Braubach, 17 Kilometer, mit dem Blick vom Gedeonseck; Bacharach bis Oberwesel über die Höhe, 12 Kilometer, 3 Stunden mit Burgen und Weinbergen. Kürzer sind die Traumschleifen, Rundwege von 6 bis 15 Kilometern, etwa der Rheingold-Rundweg bei Trechtingshausen oder die Mittelrhein-Klettersteige in Boppard, ein leichter Klettersteig im Weinberg, gratis, 2 Stunden, Ausrüstung nicht nötig. Von der Bahn aus kommst du überall hin, und die Fähren verbinden die Ufer. Auf den Hochflächen liegen Dörfer, die kein Tourist sieht, mit Gasthöfen, in denen das Schnitzel CHF 12 kostet. Und am Nordende liegt Koblenz, wo Mosel und Rhein am Deutschen Eck zusammenfliessen: Seilbahn über den Rhein zur Festung Ehrenbreitstein, CHF 15 mit Festungseintritt, einer der grössten Festungen Europas mit Blick über beide Flüsse. Koblenz ist als Tagesziel am Ende des Tals genau richtig.

Häufige Fragen zu Oberes Mittelrheintal

Wie komme ich von der Schweiz ins Mittelrheintal?

Mit dem ICE ab Basel nach Mainz in gut 3 Stunden, dann Regionalbahn nach Bacharach, St. Goar oder Boppard in 30 bis 60 Minuten, insgesamt 4 bis 5 Stunden, Sparpreise ab CHF 30 pro Strecke. Ab Zürich und Bern mit Umstieg in Basel eine Stunde mehr. Mit dem Auto 3,5 Stunden ab Basel bis Bingen über A5 und A61, ohne Maut. Im Tal brauchst du das Auto nicht, Bahn, Fähre und Schiff reichen.

Wie viele Tage braucht man für das Mittelrheintal?

Drei Tage reichen für Schiff, Loreley, zwei Burgen und Bacharach. Mit vier bis fünf Tagen kommen Rüdesheim mit Seilbahn, eine Rheinsteig-Etappe, Boppard und Koblenz dazu. Wer wandern will, bleibt eine Woche und läuft den Rheinburgenweg oder Rheinsteig etappenweise mit Bahnrückfahrt. Als Tagesausflug ab Frankfurt oder Mainz geht Rüdesheim mit Schiff bis St. Goar, das ist aber nur ein Vorgeschmack.

Lohnt sich die Schifffahrt auf dem Rhein?

Ja, einmal, flussabwärts, von Rüdesheim oder Bingen bis St. Goar, zwei Stunden für CHF 28 mit der KD oder günstiger mit kleinen Reedereien. Das ist der klassische Abschnitt mit den meisten Burgen und der Loreley. Zurück mit der Bahn für CHF 6. Flussaufwärts dauert es doppelt so lang, und längere Fahrten werden eintönig. Die Rhein-in-Flammen-Fahrten für CHF 80 bis 150 lohnen sich nur, wenn du das Feuerwerk vom Wasser erleben willst, das Ufer ist gratis.

Wann ist Rhein in Flammen?

Fünfmal im Jahr an wechselnden Orten: Bonn Anfang Mai, Rüdesheim und Bingen Anfang Juli, Koblenz am zweiten Samstag im August mit dem grössten Feuerwerk ab der Festung Ehrenbreitstein, Oberwesel Mitte September, St. Goar und St. Goarshausen am dritten Samstag im September mit der Loreley als Kulisse. Ein Schiffskonvoi mit bis zu 50 beleuchteten Schiffen fährt dem Feuerwerk entgegen. Hotels an den Terminen Monate vorher buchen.

Was kostet eine Woche im Mittelrheintal?

Rechne mit CHF 110 bis 140 pro Person und Tag ohne Anreise: Mittelklasse-Doppelzimmer CHF 110, Essen und Wein CHF 45, Bahn, Fähre und einmal Schiff CHF 20 bis 25, Burgen und Seilbahn CHF 15 bis 20. Fünf Tage mit Anreise ab Basel für CHF 110 hin und zurück kosten rund CHF 700 pro Person. In Gasthöfen und der Jugendherberge Burg Stahleck kommst du mit CHF 80 pro Tag aus. Das Tal ist günstiger als jedes Schweizer Seeufer.

Ist der Bahnlärm am Rhein wirklich so schlimm?

Ja, das ist keine Übertreibung. Auf beiden Ufern liegen Hauptstrecken, auf denen rund um die Uhr Güterzüge fahren, bis zu 400 pro Tag, und die Gleise verlaufen zwischen den Orten und dem Fluss, oft direkt hinter den Hotels. Zimmer mit Rheinblick haben die Gleise unter dem Fenster. Frag bei der Buchung nach Zimmern zur Hof- oder Bergseite, nimm Ohrstöpsel mit, oder wohn oberhalb des Tals auf einer Burg wie Schönburg oder Stahleck, da ist es still.

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Aktivitäten in der Region

Veranstaltungen

Mai 1

Rhein in Flammen

Fest

1. Mai 2027 Fünf Termine Mai bis September; 2027 voraussichtlich: Bonn 1. Mai, Rüdesheim/Bingen 3. Juli, Koblenz 14. August, Oberwesel 11. September, St. Goar 18. September

An fünf Abenden im Sommerhalbjahr fährt ein Konvoi aus rund 50 beleuchteten Schiffen den Rhein hinunter, während die Burgen und Ufer bengalisch rot angestrahlt werden und mehrere Feuerwerke nacheinander über dem Fluss stehen. Jeder Termin hat eine eigene Strecke: Bonn mit dem grossen Abschlussfeuerwerk in der Rheinaue, Rüdesheim und Bingen am Binger Loch, Koblenz von Spay bis zum Deutschen Eck, Oberwesel mit der Schönburg und St. Goar mit Loreley und Burg Rheinfels. Am schönsten ist es vom Schiff aus, Plätze kosten rund CHF 60 bis 150 (EUR 65 bis 160) mit Abendessen und sind Monate vorher weg; vom Ufer aus siehst du gratis mit, musst dir aber früh am Nachmittag einen Platz sichern. Die Orte sind an diesen Abenden voll, Parkplätze gibt es nicht, und die letzten Züge zurück sind gerammelt. Bei Regen findet alles trotzdem statt.

Für Reisende: Kombiniere einen der Termine mit zwei oder drei Tagen im Oberen Mittelrheintal, die Rheinsteig-Etappen zwischen St. Goar und Oberwesel sind genau an diesen Wochenenden am lohnendsten, aber Hotels dort sind dann knapp.

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