Geschichte & Hintergrund
Graz liegt dort, wo die Mur aus den Alpen ins Hügelland tritt, und der Name kommt vom slawischen «gradec», kleine Burg. Diese Burg stand auf dem Schlossberg, dem Dolomitfelsen mitten in der Stadt, der bis heute alles überragt. Im 15. Jahrhundert machte Kaiser Friedrich III. Graz zu seiner Residenz, und von 1564 bis 1619 war die Stadt Hauptstadt von Innerösterreich, zuständig für Steiermark, Kärnten, Krain und die Militärgrenze gegen die Osmanen. Aus dieser Zeit stammt das Landeszeughaus mit rund 32'000 Waffen und Rüstungen, das grösste erhaltene historische Zeughaus der Welt, und aus derselben Zeit kommen die italienischen Baumeister, die der Altstadt ihre Renaissancehöfe gaben, allen voran das Landhaus. Kaiser Ferdinand II., in Graz aufgewachsen, zog 1619 nach Wien, und Graz wurde zur Provinzstadt, was der Altstadt gut bekam: Es wurde wenig abgerissen. 1809 sprengten Napoleons Truppen die Festung auf dem Schlossberg, die Grazer kauften Uhrturm und Glockenturm für 2'987 Gulden frei. Im 19. Jahrhundert kamen die Südbahn, die Universität wuchs, und Graz wurde zur «Pensionopolis», in der sich die Offiziere und Beamten der Monarchie zur Ruhe setzten. 1999 wurde die Altstadt UNESCO-Welterbe, 2010 kam Schloss Eggenberg dazu. 2003 war Graz Kulturhauptstadt Europas, und aus diesem Jahr stammen die beiden Bauten, die heute auf jeder Postkarte sind: das Kunsthaus von Peter Cook und Colin Fournier, die blaue Blase am Lendkai, und die Murinsel von Vito Acconci. Heute hat Graz rund 300'000 Einwohner, vier Universitäten und mit 60'000 Studierenden den Ruf als jüngste Stadt Österreichs.