Graz

Österreich · Steiermark & Kärnten · Reiseguide

Graz

Was ein langes Wochenende in Österreichs zweitgrösster Stadt wirklich kostet, warum du mit dem Nightjet anreisen solltest und wo die Grazer selbst ihr Kürbiskernöl kaufen.

Foto: Alyona Nagel / Pexels

Was kostet deine Reise nach Graz?

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1'570 CHF
≈ 785 CHF pro Person
  • Anreise 280 CHF
  • Unterkunft 650 CHF
  • Essen 450 CHF
  • Transport vor Ort 40 CHF
  • Tag an der Südsteirischen Weinstrasse (Tour mit Buschenschank) 150 CHF

Schätzwerte zur Orientierung, keine Buchungspreise. Anreise heisst hier Bahn oder Auto ab der Schweiz, hin und zurück pro Person. Hotels schwanken saisonal stark, aktuelle Preise findest du über die Links weiter unten.

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Euro (EUR). Karten gehen fast überall, Hütten und Würstelstände wollen oft Bargeld. Trinkgeld ist Pflicht im Gefühl der Österreicher: 5 bis 10 Prozent, beim Bezahlen «stimmt so» sagen. Die Kurtaxe von CHF 2 bis 4 pro Nacht kommt in Skiorten zum Hotelpreis dazu. Anreise: Anreise mit Bahn (ÖBB Railjet), Auto oder Flug nach Wien, 2 bis 8 Stunden.

Hotel-Empfehlungen

Neun Optionen in drei Preisklassen – jeweils die Häuser mit den besten Bewertungen auf Booking.com.

Budget

a&o Graz Hauptbahnhof

Hauptbahnhof, Graz

Grosses Hostel-Hotel der deutschen Kette direkt beim Hauptbahnhof: Betten im Schlafsaal und einfache Doppelzimmer mit eigenem Bad, Bar, Frühstücksbuffet gegen Aufpreis. Mit der Tram in acht Minuten am Hauptplatz, für Nightjet-Ankünfte ideal.

ab CHF 60 / Nacht Ansehen →

Hotel Daniel Graz

Hauptbahnhof, Graz

Designhotel im Sechzigerjahre-Bau neben dem Bahnhof mit kleinen, cleveren Zimmern, Espressobar, Vespa- und Veloverleih. Günstig, stilsicher und für Alleinreisende und Paare, die wenig Zeit im Zimmer verbringen.

ab CHF 85 / Nacht Ansehen →

Motel One Graz

Hauptbahnhof, Graz

Die bekannte Formel der Kette: gutes Bett, Regendusche, Lounge mit Bar, wenig Schnickschnack. Steht an der Annenstrasse zwischen Bahnhof und Lend, 15 Minuten zu Fuss zum Kunsthaus. Faires Preis-Leistungs-Verhältnis.

ab CHF 90 / Nacht Ansehen →

Mittelklasse

Hotel Weitzer Graz

Gries, Graz

Grosses Traditionshaus am Murufer gegenüber der Altstadt, seit 1909 in Familienbesitz, Zimmer in verschiedenen Stilen vom klassischen bis zum modernen Flügel. Hauptplatz in fünf Minuten zu Fuss, dazu das Café Weitzer mit Kaffeehausatmosphäre.

ab CHF 125 / Nacht Ansehen →

Augarten Art Hotel

Jakomini, Graz

Kleines Kunsthotel mit zeitgenössischer Sammlung in den Gängen, Innenpool und ruhiger Lage am Augarten, zehn Gehminuten südlich der Altstadt. Für alle, die Design mögen, ohne dafür Lautstärke in Kauf zu nehmen.

ab CHF 140 / Nacht Ansehen →

Hotel Gollner

Jakomini, Graz

Familiengeführtes Haus am Jakominiplatz, dem Tram-Knoten der Stadt, mit grosszügigen Zimmern und Dachterrasse mit Blick auf den Schlossberg. Zwei Minuten zu Fuss in die Altstadt, unaufgeregt und sehr gut geführt.

ab CHF 135 / Nacht Ansehen →

Luxus

Grand Hôtel Wiesler

Lend, Graz

Jugendstilhaus von 1909 direkt an der Mur mit Blick auf Schlossberg und Altstadt, heute als lässiges Grand Hotel geführt: Vintage-Möbel, Plattenspieler im Zimmer, bekannte Frühstücks- und Brunchadresse. Kunsthaus und Hauptbrücke liegen vor der Tür.

ab CHF 190 / Nacht Ansehen →

Parkhotel Graz

Innere Stadt, Graz

Traditionshaus am Stadtpark in Familienbesitz, klassische Zimmer mit Antiquitäten, Spa mit Pool und ein Garten, in dem im Sommer gegessen wird. Fünf Minuten zu Fuss zum Hauptplatz, für alle, die das alte Graz wollen.

ab CHF 200 / Nacht Ansehen →

Kai 36 Hotel zwischen Fels und Fluss

Innere Stadt, Graz

Kleines Designhotel, in den Fels des Schlossbergs gebaut, mit Blick über die Mur auf die Altstadt und Zimmern, die sich zum Fluss öffnen. Nur wenige Zimmer, ruhig trotz Zentrumslage, Frühstück mit regionalen Produkten.

ab CHF 220 / Nacht Ansehen →

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Erlebnisse, die sich lohnen

Schlossberg mit Uhrturm

Der Hausberg der Stadt mit dem Uhrturm von 1560, dessen grosser Zeiger die Stunden zeigt. Zu Fuss über 260 Stufen gratis, mit der Schlossbergbahn CHF 3, Kasematten-Führung CHF 5. Für Aufstieg, Rundgang und Aussicht zwei Stunden einplanen, am schönsten in der Abendsonne.

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Altstadtführung durch die Innenhöfe

Zwei Stunden mit Stadtführer durch Landhaushof, Gemaltes Haus, Hofgasse und die Höfe, die ohne Schlüssel zu sind. Die offizielle Tour von Graz Tourismus kostet CHF 14, Sonntagvormittag ist es am ruhigsten.

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Kunsthaus Graz

Die blaue Blase von 2003 mit wechselnden Ausstellungen zeitgenössischer Kunst, Eintritt CHF 10 oder im Joanneum-24-Stunden-Ticket für CHF 18. Die Architektur ist der Hauptgrund, 60 bis 90 Minuten reichen, abends leuchtet die Fassade.

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Landeszeughaus

Vier Stockwerke voll mit 32'000 Rüstungen, Helmen und Musketen aus der Türkenkriegszeit, exakt so gelagert wie im 17. Jahrhundert. Eintritt CHF 10, Führung empfehlenswert, 90 Minuten. Eines der eindrücklichsten Museen Österreichs, und kaum jemand kennt es.

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Schloss Eggenberg

Barockschloss als Kalender gebaut: 365 Fenster, 24 Prunkräume mit 600 Deckengemälden, Pfauen im Park. Prunkräume nur mit Führung, April bis Oktober, CHF 18 inklusive Park und Museen. Mit der Tram 1 in 20 Minuten, halber Tag.

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Südsteirische Weinstrasse mit Buschenschank

Halbtages- oder Tagestour ab Graz zu zwei bis drei Weingütern in Gamlitz und Ratsch, mit Verkostung und Jause, CHF 70 bis 90. Die Alternative ohne Tour: S-Bahn nach Ehrenhausen und E-Bike. Mai, Juni und September sind die besten Monate.

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Bauernmarkt am Kaiser-Josef-Platz

Montag bis Samstag von 6 bis 13 Uhr der grösste Bauernmarkt der Stadt, direkt neben der Oper: Kürbiskernöl, Käferbohnen, Verhackertes, Obst aus der Oststeiermark. Zum Frühstück einen Leberkäse und ein Glas Most am Stand, CHF 5. Gratis und das echteste Graz.

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Murinsel und Lendplatz

Die Stahlmuschel von Vito Acconci schwimmt seit 2003 in der Mur und verbindet beide Ufer, gratis, mit Café. Danach über den Lendplatz mit Markt (Montag bis Samstag) und in die Bars der Mariahilferstrasse. Eine gute Stunde, am besten am Samstagvormittag.

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Kochkurs steirische Küche

Backhendl, Käferbohnensalat und Kürbiskernöl-Dressing selber machen, drei bis vier Stunden mit Essen, ab CHF 90. Gute Alternative für einen Regentag und das einzige Souvenir, das nicht im Koffer Platz braucht.

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Essen & Trinken

Graz nennt sich Genusshauptstadt, und das ist weniger Marketing als sonst: Die Bauern der Süd- und Oststeiermark liefern direkt in die Stadt, auf die Märkte und in die Küchen. Kürbiskernöl, Käferbohnen, Backhendl, Schilcher und Sauvignon Blanc sind die Eckpfeiler, und die Küche ist bodenständig, nicht fein. Teuer ist nur, wer am Hauptplatz sitzen bleibt.

Steirischer Backhendlsalat mit Kürbiskernöl

Der Steirer, Belgiergasse, oder die Gasthäuser rund um den Franziskanerplatz

Knusprig paniertes Hendl auf Blattsalat, Käferbohnen und Erdäpfeln, darüber das dunkelgrüne Kernöl und Apfelessig. Das Grazer Nationalgericht und ein vollwertiges Mittagessen. CHF 15 bis 19.

Tipp:Das Öl gehört grosszügig drauf, wer sparsam dosiert, hat es nicht verstanden. Nachher nicht mit Wasser auf dem Hemd reiben, Sonnenlicht bleicht Kernölflecken aus.

Käferbohnensalat

Jeder Buschenschank an der Weinstrasse und die Stände am Kaiser-Josef-Platz

Grosse, violett gesprenkelte Bohnen aus der Steiermark, lauwarm mit Zwiebeln, Essig und viel Kürbiskernöl. Als Vorspeise oder Beilage, CHF 6 bis 9.

Tipp:Mit Ei und Zwiebel heisst er «steirischer Wurzelsalat», bestell ihn zum Bier am Nachmittag.

Steirisches Wurzelfleisch

Landhauskeller in der Schmiedgasse und die Gasthäuser in der Sporgasse

Gekochtes Schweinefleisch mit Wurzelgemüse, Kren und Kümmel, deftig und sättigend, das Gericht für kalte Tage. CHF 16 bis 20 mit Salzerdäpfeln.

Tipp:Frisch geriebener Kren brennt in der Nase, das gehört so. Dazu ein Glas Welschriesling.

Frankowitsch-Brötchen

Frankowitsch, Stempfergasse, Altstadt

Kleine, belegte Brötchen mit Ei, Lachs, Verhackertem oder Käse, seit 1932 eine Grazer Institution. Zum Stehen am Tresen mit einem Glas Sekt, CHF 2 bis 3 pro Stück.

Tipp:Samstagvormittag ab 11 Uhr steht halb Graz dort, das ist Teil des Programms.

Brettljause im Buschenschank

Buschenschänken in Gamlitz, Ratsch und Leutschach an der Südsteirischen Weinstrasse

Holzbrett mit Verhackertem (gewürztem Speckaufstrich), Geselchtem, Käse, Kren, Bohnensalat und Bauernbrot, dazu der eigene Wein des Hofs. CHF 12 bis 18 pro Person, reicht meist für zwei.

Tipp:Im Buschenschank gibt es nur Kaltes und nur eigenen Wein, das ist gesetzlich so geregelt. Donnerstag bis Sonntag ab 14 Uhr, im Winter oft Pause.

Grazer Krauthäuptel

Bauernmarkt am Lendplatz und am Kaiser-Josef-Platz, Gastgärten in der Altstadt

Zarter, grüner Kopfsalat mit roten Blatträndern, eine geschützte Grazer Sorte, von April bis Oktober auf jeder Karte. Mit Kernöl und Essig angemacht CHF 5 bis 7, meist als Beilage.

Tipp:Nur die Grazer Sorte heisst so, im Juni ist er am besten.

Kürbiskernöl-Eis

Eisdielen in der Altstadt und rund um den Hauptplatz, im Sommer fast überall im Angebot

Vanilleeis mit einem Schuss Kernöl darüber oder gleich als eigene Sorte: nussig, dunkelgrün, überraschend gut. Eine Kugel CHF 2 bis 2.50.

Tipp:Erst mit einem Löffel Öl auf Vanille probieren, bevor du die ganze Kugel bestellst.

Schilcher und Sauvignon Blanc

Weinbars rund um den Mehlplatz und den Färberplatz, Buschenschänken an der Weinstrasse

Schilcher ist der säurebetonte Roséwein der Weststeiermark, im Herbst als Sturm, der halbvergorene junge Wein, in jedem Lokal. Sauvignon Blanc von der Südsteiermark ist der ernste Wein der Region. Das Achtel CHF 3 bis 5, Sturm CHF 3.

Tipp:Sturm gibt es nur von Mitte September bis Ende Oktober, man stösst damit nicht an und sagt «Mahlzeit» statt «Prost».

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Geschichte & Hintergrund

Graz liegt dort, wo die Mur aus den Alpen ins Hügelland tritt, und der Name kommt vom slawischen «gradec», kleine Burg. Diese Burg stand auf dem Schlossberg, dem Dolomitfelsen mitten in der Stadt, der bis heute alles überragt. Im 15. Jahrhundert machte Kaiser Friedrich III. Graz zu seiner Residenz, und von 1564 bis 1619 war die Stadt Hauptstadt von Innerösterreich, zuständig für Steiermark, Kärnten, Krain und die Militärgrenze gegen die Osmanen. Aus dieser Zeit stammt das Landeszeughaus mit rund 32'000 Waffen und Rüstungen, das grösste erhaltene historische Zeughaus der Welt, und aus derselben Zeit kommen die italienischen Baumeister, die der Altstadt ihre Renaissancehöfe gaben, allen voran das Landhaus. Kaiser Ferdinand II., in Graz aufgewachsen, zog 1619 nach Wien, und Graz wurde zur Provinzstadt, was der Altstadt gut bekam: Es wurde wenig abgerissen. 1809 sprengten Napoleons Truppen die Festung auf dem Schlossberg, die Grazer kauften Uhrturm und Glockenturm für 2'987 Gulden frei. Im 19. Jahrhundert kamen die Südbahn, die Universität wuchs, und Graz wurde zur «Pensionopolis», in der sich die Offiziere und Beamten der Monarchie zur Ruhe setzten. 1999 wurde die Altstadt UNESCO-Welterbe, 2010 kam Schloss Eggenberg dazu. 2003 war Graz Kulturhauptstadt Europas, und aus diesem Jahr stammen die beiden Bauten, die heute auf jeder Postkarte sind: das Kunsthaus von Peter Cook und Colin Fournier, die blaue Blase am Lendkai, und die Murinsel von Vito Acconci. Heute hat Graz rund 300'000 Einwohner, vier Universitäten und mit 60'000 Studierenden den Ruf als jüngste Stadt Österreichs.

Insider-Tipps

Anreise: Nightjet, Railjet via Wien oder Auto über die Tauern

Graz liegt für Schweizer Verhältnisse weit weg, rund 730 Kilometer ab Zürich, und es gibt keinen schnellen Weg. Die beste Lösung ist der Nightjet: Er fährt abends in Zürich ab, ein Wagenteil wird nachts abgehängt und steht morgens gegen 8 Uhr in Graz. Liegewagen ab CHF 60 bis 90 pro Person und Richtung, Schlafwagen ab CHF 120, Sparschiene-Preise gibt es sechs Monate im Voraus. Am Tag nimmst du den Railjet Zürich bis Wien (rund 8 Stunden) und steigst dort auf den Railjet nach Graz um (2 Stunden 35 über den Semmering), insgesamt 10 bis 11 Stunden, mit Halbtax bis zur Grenze und ÖBB-Sparschiene zusammen CHF 110 bis 160 hin und zurück. Mit dem Auto sind es 7 bis 8 Stunden über Arlberg, Innsbruck, Salzburg und die A9 durch den Bosruck- und Gleinalmtunnel. Österreich braucht die Vignette (10 Tage CHF 12), dazu kommen Sondermauten: Arlbergtunnel CHF 12, Bosruck und Gleinalm zusammen rund CHF 15, jeweils pro Richtung. In Graz selbst lässt du das Auto stehen: Die Altstadt ist Fussgänger- und Tramzone, Parkhäuser kosten CHF 20 bis 30 pro Tag. Ein 24-Stunden-Ticket für Tram und Bus kostet CHF 6, vom Hauptbahnhof bist du mit der Tram 1, 3, 6 oder 7 in acht Minuten am Hauptplatz.

Unterkunft: Altstadt, Lend oder Bahnhof

Graz ist eine kompakte Stadt, und fast alles liegt in einem Kreis von zwei Kilometern um den Hauptplatz. Die Altstadt östlich der Mur ist die klassische Wahl, ruhig am Abend, mit den Traditionshäusern wie dem Parkhotel am Stadtpark. Westlich der Mur liegt der Bezirk Lend rund um das Kunsthaus und den Lendplatz: früher die schlechte Seite, heute das Quartier mit den Cafés, dem Samstagsmarkt und den jungen Hotels. Von Lend bist du in fünf Minuten über die Hauptbrücke in der Altstadt, und die Preise sind 10 bis 20 Prozent tiefer. Rund um den Hauptbahnhof stehen die Ketten, zehn Minuten mit der Tram vom Zentrum, zweckmässig und am günstigsten. Preise: Ein Doppelzimmer in der Mittelklasse kostet CHF 110 bis 150, was für österreichische Städte normal und für Schweizer Verhältnisse günstig ist. Teuer wird es nur an zwei Wochenenden: beim Aufsteirern Mitte September, dem grossen Trachtenfest, und in der Adventszeit, wenn die Weihnachtsmärkte die Hotels füllen. Dann buchst du drei Monate im Voraus oder zahlst das Doppelte. Die Ortstaxe liegt bei rund CHF 3 pro Person und Nacht und kommt an der Rezeption dazu.

Kostenfallen und Spartricks: Joanneum-Ticket und Schlossbergbahn

Graz ist günstig, und die wenigen Fallen sind schnell erklärt. Der Schlossberg ist gratis, wenn du zu Fuss gehst: 260 Stufen vom Schlossbergplatz, 15 Minuten, auf dem Weg hast du schon den besten Blick. Die Schlossbergbahn kostet CHF 3 pro Fahrt und ist im 24-Stunden-Ticket inklusive, der Lift im Fels CHF 2.50. Der Uhrturm kostet nichts, die Führung durch die Kasematten CHF 5. Museen: Das Universalmuseum Joanneum betreibt Kunsthaus, Landeszeughaus, Neue Galerie, Naturkundemuseum und Schloss Eggenberg, und das 24-Stunden-Ticket für alle Häuser kostet rund CHF 18 statt CHF 10 pro Haus. Wer zwei Häuser sieht, hat es schon raus. Eggenberg mit Prunkräumen und Park kostet separat CHF 18, der Park allein CHF 2. Die Murinsel ist frei zugänglich, das Café darauf hat normale Preise. Die Preisfalle sind die Lokale direkt am Hauptplatz und in der Sporgasse mit Speisekarten in vier Sprachen: Ein Schnitzel kostet dort CHF 24 statt CHF 17 zwei Gassen weiter. Und Kürbiskernöl kaufst du am Bauernmarkt für CHF 14 bis 18 pro halben Liter, nicht im Souvenirladen für CHF 25. Achte auf das grüne «g.g.A.»-Siegel, dann ist es echtes Steirisches Kürbiskernöl.

Timing: Aufsteirern, Advent und die Hitze im Juli

Graz liegt auf 350 Metern am Rand des Alpenvorlands und hat das wärmste Stadtklima Österreichs. Juli und August bringen regelmässig 32 bis 35 Grad, die Altstadt staut die Hitze, und die Grazer sitzen dann am Hilmteich oder in den Schanigärten am Lendplatz. Der beste Monat ist der September: warm, die Weinlese an der Weinstrasse beginnt, und am dritten Wochenende ist Aufsteirern, das Volkskulturfest mit 100'000 Menschen in Tracht in der Altstadt, Musik auf allen Plätzen, gratis. Oktober ist Sturmzeit, der junge, gärende Wein wird in den Buschenschänken ausgeschenkt, und der Styriarte-Sommer ist vorbei, dafür läuft der Steirische Herbst, das Avantgarde-Festival. Von Ende November bis 24. Dezember gibt es 14 Adventmärkte in der Stadt, die Eiskrippe im Landhaushof und das grosse Adventkalender-Fenster am Rathaus. Das ist schön und voll, Hotels dann früh buchen. Januar und Februar sind grau und ruhig, mit den tiefsten Hotelpreisen, und ab Ostern wachen die Gastgärten auf. Mai und Juni sind ideal für den Ausflug an die Weinstrasse, wenn die Rebhänge grün sind und die Buschenschänken noch nicht voll.

Unterschätzt: Lend, Eggenberg und die Dachböden der Altstadt

Der Schlossberg, das Kunsthaus und die Murinsel macht jeder, und das ist richtig so. Dazu gehören drei Dinge, die auf weniger Listen stehen. Erstens der Blick von oben in die Altstadt: Die Grazer Altstadt besteht aus hunderten Innenhöfen, und die schönsten siehst du nur, wenn du reingehst, etwa das Landhaus mit den Arkaden, das Gemalte Haus in der Herrengasse und die Hofgasse. Die Stadt bietet samstags Altstadtführungen für CHF 14 an, mit denen du in Höfe kommst, die sonst zu sind. Zweitens Schloss Eggenberg im Westen, 20 Minuten mit der Tram 1: ein Barockschloss, das als Kalender gebaut wurde, 365 Fenster, 24 Prunkräume, 52 Türen, mit Pfauen im Park. Die meisten Touristen schaffen es nicht hinaus, und das ist ihr Fehler. Drittens der Lendplatz am Samstagvormittag, wenn der Markt läuft und die Grazer mit dem Kaffee in der Hand ihre Woche planen. Die Mariahilferstrasse dahinter hat die Läden und Bars, die in Zürich-West stehen könnten, nur halb so teuer. Wer Zeit hat, fährt mit der Tram 7 zum Botanischen Garten mit den Glashäusern von Volker Giencke oder spaziert durch den Stadtpark zum Hilmteich.

Ausflug: Südsteirische Weinstrasse und Buschenschank

Die Südsteirische Weinstrasse ist der Grund, warum viele Wiener nach Graz fahren, und sie liegt 45 Minuten südlich der Stadt an der slowenischen Grenze: steile Rebhänge, Klapotetze (die hölzernen Windräder gegen die Vögel), Sauvignon Blanc und Buschenschänken, in denen die Winzer ihren eigenen Wein und eine kalte Jause ausschenken dürfen, aber nichts Warmes. Mit dem Auto fährst du die Strecke Ehrenhausen, Gamlitz, Ratsch, Glanz, Leutschach, rund 30 Kilometer Kurven, und das Problem ist offensichtlich: Wer fährt, trinkt nicht. Lösung eins: Die S-Bahn S5 bringt dich in 45 Minuten für CHF 10 nach Ehrenhausen oder Leibnitz, dort gibt es Leihvelos, und die Weinstrassen-Taxis fahren zu fixen Preisen zwischen den Buschenschänken. Lösung zwei: Eine geführte Halbtagestour ab Graz mit zwei bis drei Weingütern kostet CHF 70 bis 90 inklusive Verkostung. Eine Brettljause mit Verhackertem, Käferbohnensalat und Kürbiskernöl kostet im Buschenschank CHF 12 bis 18, ein Viertel Wein CHF 3 bis 4. Die bekannten Namen sind Tement, Polz, Gross und Sattlerhof, Verkostung dort auf Anmeldung. Die Buschenschänken haben meist von Donnerstag bis Sonntag ab 14 Uhr offen und von November bis März oft Pause; im Herbst sind sie an Wochenenden voll. Übernachten in Gamlitz oder Ratsch kostet im Weingasthof CHF 100 bis 150 und ist der schönere Plan als die Rückfahrt.

Häufige Fragen zu Graz

Wie komme ich ab der Schweiz nach Graz, und was kostet es?

Am besten mit dem Nightjet: abends in Zürich einsteigen, morgens in Graz aufwachen, Liegewagen ab CHF 60 bis 90 pro Richtung. Tagsüber fährst du mit dem Railjet nach Wien und steigst dort um, 10 bis 11 Stunden, hin und zurück CHF 110 bis 160 mit Halbtax und Sparschiene. Mit dem Auto sind es 7 bis 8 Stunden und rund 730 Kilometer, Vignette und Tunnelmauten etwa CHF 40 pro Richtung. In Graz brauchst du das Auto nicht, alles geht zu Fuss oder mit der Tram.

Wie viele Tage lohnen sich in Graz?

Zwei volle Tage für die Stadt: einer für Schlossberg, Altstadt und Landeszeughaus, einer für Lend, Kunsthaus, Murinsel und Schloss Eggenberg. Ein dritter Tag für die Südsteirische Weinstrasse ist der eigentliche Grund für die Reise. Mit der langen Anreise macht das vier Nächte, ideal von Donnerstag bis Montag mit dem Nightjet in beide Richtungen.

Was kostet Graz im Vergleich zur Schweiz?

Rund ein Drittel weniger. Ein Mittelklasse-Doppelzimmer CHF 110 bis 150, ein Mittagsmenü CHF 12 bis 16, ein Schnitzel mit Salat CHF 17 bis 20, ein grosses Bier CHF 4.50, der Cappuccino CHF 3.80. Das 24-Stunden-Ticket für den ÖV kostet CHF 6, Museen CHF 10 bis 18. Mit CHF 90 bis 110 pro Tag und Person ohne Anreise bist du komfortabel unterwegs.

Wann ist die beste Reisezeit für Graz?

September: warm, Weinlese, das Aufsteirern am dritten Wochenende. Mai und Juni sind die zweite Wahl mit grünen Rebhängen und leeren Buschenschänken. Juli und August werden mit 32 bis 35 Grad heiss, die Altstadt kühlt nachts kaum ab. Der Advent ist stimmungsvoll und voll, Januar bis März ruhig und günstig, viele Buschenschänken haben dann aber geschlossen.

Lohnt sich die Südsteirische Weinstrasse ohne Auto?

Ja, mit etwas Planung. Die S-Bahn S5 fährt stündlich ab Graz Hauptbahnhof nach Leibnitz und Ehrenhausen, 45 Minuten, CHF 10. Von dort gibt es Leihvelos und E-Bikes sowie Weinstrassen-Taxis mit Fixpreisen. Am einfachsten ist eine geführte Halbtagestour ab Graz für CHF 70 bis 90 mit Verkostung, dann muss niemand fahren. Wer bleibt, übernachtet in Gamlitz oder Ratsch im Weingasthof.

Welches Kürbiskernöl soll ich kaufen und wo?

Nur Flaschen mit dem grünen Siegel «Steirisches Kürbiskernöl g.g.A.», das garantiert steirische Kerne und steirische Pressung. Kauf es direkt bei den Bauern am Kaiser-Josef-Platz oder am Lendplatz, CHF 14 bis 18 pro halben Liter, dort darfst du probieren. Dunkel und kühl lagern, es hält rund ein Jahr. Gutes Öl ist dunkelgrün, fast schwarz, und riecht nach gerösteten Kernen, nicht ranzig.

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