Österreich · Roadtrip · 10 Tage

Grossglockner-Roadtrip

Von der Mozartstadt über 36 Kehren auf 2'504 Meter und hinunter an den wärmsten See der Alpen: die klassische Alpenrunde mit dem eigenen Auto, ehrlich gerechnet.

Die Route, Tag für Tag

  1. Tag 1 bis 2

    Salzburg: Ankommen in der Mozartstadt

    Ab Zürich fährst du 530 Kilometer über die A1 nach München und die A8 nach Salzburg, gut fünfeinhalb Stunden mit einer Pause. Die österreichische Vignette kaufst du vorher digital, die deutsche Autobahn ist gratis. In Salzburg stellst du das Auto für zwei Tage in eine Garage am Rand der Altstadt, Parken in der Stadt kostet CHF 20 bis 30 pro Tag und nervt. Dann zu Fuss: Getreidegasse am frühen Morgen, bevor die Busse kommen, Aufstieg zur Festung Hohensalzburg ohne Bahn, nachmittags Schloss Hellbrunn mit den Wasserspielen, abends über die Staatsbrücke in die Steingasse, wo die Salzburger selbst essen. Die Salzburg Card für 48 Stunden lohnt sich ab dem zweiten Museum. Du schläfst am rechten Salzach-Ufer rund um die Linzer Gasse, genauso zentral wie die Altstadt und 20 bis 30 Prozent günstiger. Weiter nach Zell am See: 90 Kilometer über die Tauernautobahn A10 bis Bischofshofen und die B311, eineinhalb Stunden, mit Kaffee in Werfen und Blick auf die Burg Hohenwerfen eher zweieinhalb.

    Touren an diesem Stopp: Altstadt-Rundgang Salzburg ↗Sound of Music Tour ↗

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  2. Tag 3 bis 5

    Zell am See: See, Gletscher und die Strasse auf 2'504 Meter

    Drei Tage, weil hier drei verschiedene Ausflüge warten und du nicht jeden Morgen packen willst. Mit der Übernachtung bekommst du von Mitte Mai bis Ende Oktober die Zell am See-Kaprun Sommerkarte gratis, und die enthält täglich eine Berg- und Talfahrt auf Schmittenhöhe, Kitzsteinhorn und Maiskogel, dazu Schiff und Strandbad. Tag drei gehört dem Kitzsteinhorn: 3'029 Meter, Gipfelwelt 3000, im Juli noch Schnee. Tag vier fährst du die Schmittenhöhe hinauf und am Nachmittag zum Baden an den See, 22 Grad im Hochsommer. Tag fünf ist der Tag für die Krimmler Wasserfälle, 55 Kilometer durch den Pinzgau, oder einfach Ruhe. Du schläfst in einem Hotel mit Halbpension in Zell oder Kaprun, die Pensionen in Schüttdorf sind günstiger. Weiter nach Klagenfurt über die Grossglockner-Hochalpenstrasse: ab Bruck 48 Kilometer Passstrasse mit Maut von CHF 42 bis 45 pro Auto, Hochtor auf 2'504 Metern, Abstecher zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe mit Blick auf die Pasterze, Mittag in Heiligenblut, dann durch das Mölltal über Spittal auf die A10 und A2. Rund 190 Kilometer, reine Fahrzeit vier Stunden, mit Fotostopps und Murmeltieren ein ganzer Tag.

    Touren an diesem Stopp: Kitzsteinhorn Gipfelwelt 3000 ↗Krimmler Wasserfälle Ausflug ↗

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  3. Tag 6 bis 8

    Klagenfurt und Wörthersee: Badetage am wärmsten Alpensee

    Nach dem Gletscher der See: Der Wörthersee hat im Juli 24 Grad, und drei Nächte sind das Minimum, damit du nicht nur ankommst und wieder packst. Erster Tag Faulenzen am Steg, am besten am Ostufer bei Krumpendorf oder in Klagenfurt-Loretto, wo das Strandbad kaum etwas kostet. Zweiter Tag Rundfahrt mit dem Auto: Pyramidenkogel mit dem höchsten Holzaussichtsturm der Welt, Maria Wörth mit der Kirche auf der Halbinsel, Velden für einen Kaffee an der Promenade, nicht fürs Hotel. Dritter Tag Klagenfurt selbst, Lindwurm, Alter Platz, Minimundus mit Kindern, oder eine Schifffahrt über den ganzen See. Mit der Kärnten Card für rund CHF 50 pro Woche sind Turm, Schiff und über 100 weitere Ziele drin. Du schläfst in einer Pension mit eigenem Badeplatz am Ostufer oder in einem Stadthotel in Klagenfurt, Velden und Pörtschach kosten im August CHF 250 bis 400 pro Zimmer. Weiter nach Graz: 140 Kilometer über die A2 und den Packsattel, eindreiviertel Stunden, ohne Maut ausser der Vignette.

    Touren an diesem Stopp: Schifffahrt Wörthersee ↗Pyramidenkogel Aussichtsturm ↗

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  4. Tag 9 bis 10

    Graz: Schlossberg, Kürbiskernöl und Heimfahrt

    Graz ist das entspannte Finale: Das Auto bleibt in der Garage, die Altstadt liegt in einem Kreis von zwei Kilometern. Du gehst die 260 Stufen auf den Schlossberg, gratis und mit dem besten Blick, besuchst das Kunsthaus und den Lendplatz am Samstagmorgen mit dem Markt, isst Backhendlsalat mit Kernöl und trinkst am Abend einen Schilcher. Wer am zehnten Tag noch Zeit hat, fährt 40 Minuten an die Südsteirische Weinstrasse und sitzt bei einem Buschenschank mit Brettljause, im September während der Lese am schönsten. Du schläfst im Bezirk Lend, westlich der Mur, bei den Cafés und den jungen Hotels, günstiger und lebendiger als die Altstadt. Rückreise nach Zürich: 760 Kilometer, zuerst über die A9 nach Liezen, durch das Ennstal an Schladming vorbei und bei Radstadt auf die Tauernautobahn A10 nach Salzburg, dann München und Lindau. Acht bis neun Stunden mit Pausen; wer das nicht an einem Stück will, hängt eine Nacht in Salzburg oder am Chiemsee an.

    Touren an diesem Stopp: Altstadt-Führung Graz ↗Südsteirische Weinstrasse Tour ↗

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Was die Route kostet

Grobe Gesamtkosten pro Person in CHF für die ganze Route, Mittelklasse, zu zweit unterwegs. Flüge und Hotels schwanken saisonal, Details stehen auf den Reiseziel-Seiten.

  • Anreise 180 CHF
  • Unterkunft 720 CHF
  • Essen 500 CHF
  • Mobilität vor Ort 220 CHF
1'620 CHF
Gesamt pro Person · 10 Tage

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Euro (EUR). Karten gehen fast überall, Hütten und Würstelstände wollen oft Bargeld. Trinkgeld ist Pflicht im Gefühl der Österreicher: 5 bis 10 Prozent, beim Bezahlen «stimmt so» sagen. Die Kurtaxe von CHF 2 bis 4 pro Nacht kommt in Skiorten zum Hotelpreis dazu.

Mietwagen für diese Route

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Tipps für die Route

Reihenfolge umdrehen lohnt sich, wenn du im Juli oder August fährst: Dann startest du in Graz, bist am Wörthersee, bevor die Hochsaison richtig anzieht, und kommst über die Hochalpenstrasse von Süden nach Norden, mit der Pasterze am Morgen und weniger Verkehr. Nachteil: Die lange Anreise nach Graz, 760 Kilometer, steht dann am ersten Tag, nicht am letzten.

Die Grossglockner-Hochalpenstrasse ist von Anfang Mai bis Ende Oktober geöffnet, nachts gesperrt, und im Juni und September ist sie am schönsten: Schnee an den Rändern, wenige Busse, Murmeltiere an der Edelweissspitze. Das Ticket kaufst du online im Vorverkauf etwas günstiger, und es gilt den ganzen Tag, mit Rückkehr bis zur Sperre am Abend.

Vignette und Maut ehrlich gerechnet: Die digitale Zehntagesvignette kostet rund CHF 12, die Tauernautobahn hat zwischen Golling und Spittal eine Sondermaut von rund CHF 15 pro Richtung für Tauern- und Katschbergtunnel, die Hochalpenstrasse CHF 42 bis 45 pro Auto. Wer die Tauerntunnel-Maut sparen will, fährt auf der Heimreise durch das Ennstal und erst bei Radstadt auf die A10, dann umgeht man den Mautabschnitt.

Fahrstil auf der Hochalpenstrasse: 36 Kehren, bis zu 12 Prozent Steigung, viele Motorräder und Velofahrer. Bergab im kleinen Gang fahren statt dauernd bremsen, an den Kehren nicht überholen, bei Nebel am Hochtor die Nebelscheinwerfer an. Das Thermometer am Fuscher Törl zeigt auch im August gelegentlich 5 Grad, und die Strasse kann nach Neuschnee kurzfristig sperren, das steht morgens auf der Website der Betreiber.

Hotels am Wörthersee früh buchen, alles andere nicht: Salzburg und Graz haben genug Betten, Zell am See hat im Sommer Platz, aber am Wörthersee sind die Pensionen mit eigenem Steg im Juli und August vier bis sechs Monate vorher weg. Wer flexibel ist, fährt die Route Mitte Juni oder im September, dann kostet dasselbe Zimmer 30 bis 40 Prozent weniger und der See ist immer noch 22 Grad warm.

Häufige Fragen zur Route Grossglockner-Roadtrip

Reichen zehn Tage für diese Route?

Ja, mit zwei Nächten in Salzburg, drei in Zell am See, drei am Wörthersee und einer bis zwei in Graz. Wer weniger Zeit hat, streicht Graz und fährt vom Wörthersee über die Tauernautobahn direkt nach Hause, das spart zwei Tage und 150 Kilometer. Wer mehr Zeit hat, hängt zwei Nächte in Heiligenblut oder im Mölltal an.

Wann ist die beste Zeit für den Grossglockner-Roadtrip?

Juni und September. Die Hochalpenstrasse ist geöffnet, der Wörthersee hat Badetemperatur, und die Hotels kosten deutlich weniger als im Hochsommer. Juli und August funktionieren auch, dann aber mit Stau an der Mautstelle am Wochenende und vollen Stegen am See. Im Mai und Oktober ist die Strasse offen, aber der See zu kalt.

Geht die Route auch mit Bahn und Bus?

Teilweise. Salzburg, Zell am See, Klagenfurt und Graz haben Bahnhöfe, und der Railjet verbindet sie. Die Hochalpenstrasse selbst fährst du dann mit dem Postbus ab Zell am See bis zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe im Sommer oder buchst eine Tagestour. Das Auto gewinnt bei dieser Route trotzdem klar, weil der Pass der Kern der Reise ist.

Was kostet der Roadtrip für zwei Personen?

Rechne mit rund CHF 1'600 pro Person: Benzin und Vignette für die An- und Heimreise rund CHF 180, neun Nächte Mittelklasse rund CHF 720, Essen CHF 500 und für Benzin vor Ort, Maut und Parkgaragen rund CHF 220. Bergbahnen in Zell am See sind mit der Sommerkarte inklusive, am Wörthersee zahlst du mit der Kärnten Card wenig extra.

Ist die Grossglockner-Hochalpenstrasse schwierig zu fahren?

Nein, sie ist breit, gut asphaltiert und hat überall Leitplanken. Anspruchsvoll sind nur die vielen Kehren bergab, der Verkehr mit Motorrädern und Reisebussen und das Wetter, das oben schnell wechselt. Mit einem normalen Auto, kleinem Gang bergab und einer Stunde Puffer ist sie für jede Fahrerin und jeden Fahrer machbar.

Gibt es eine kürzere oder längere Variante?

Kürzer: Salzburg, Zell am See und zurück über den Pass bis Heiligenblut und am selben Tag wieder zurück, sieben Tage ohne Wörthersee und Graz. Länger: nach Graz noch zwei Tage an der Südsteirischen Weinstrasse oder auf dem Rückweg zwei Nächte in Hallstatt, dann sind es 13 bis 14 Tage.

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