Geschichte & Hintergrund
Schladming liegt im obersten Ennstal auf 745 Metern, eingeklemmt zwischen dem Dachsteinmassiv im Norden und den Schladminger Tauern im Süden, und war lange keine Tourismus-, sondern eine Bergbaustadt. Im 14. Jahrhundert wurden hier Silber, Blei, Kupfer und Kobalt abgebaut, und 1322 erhielt Schladming das Stadtrecht. Die Bergleute hatten ein eigenes Bergrecht, die «Schladminger Bergbrief» von 1408, und sie waren selbstbewusst: Im Bauernkrieg von 1525 schlossen sie sich dem Aufstand gegen Landesfürst und Erzbischof an, besiegten ein Heer der Obrigkeit, und die Rache war brutal. Schladming wurde niedergebrannt, verlor das Stadtrecht und bekam es erst 1925 zurück, nach genau 400 Jahren. Die Reformation hielt sich hier länger als anderswo in der Steiermark, und die evangelische Kirche von 1862 ist die grösste Protestantenkirche der Steiermark. Als der Bergbau im 19. Jahrhundert zu Ende ging, kam die Eisenbahn, 1875 die Strecke Bischofshofen bis Selzthal, und mit ihr die ersten Sommergäste und Bergsteiger, die den Dachstein wollten. Der Winter kam spät: Die erste Planai-Seilbahn fuhr 1973, und 1982 richtete Schladming die alpine Ski-WM aus, mit einer Planai-Abfahrt, die Harti Weirather gewann. Seit 1997 ist der Nachtslalom auf der Planai der lauteste Weltcupabend der Saison, 2013 kam die zweite WM, die dem Ort die neue Talstation, das Congress und die Hohenhaus Tenne bescherte. Ramsau am Dachstein, das Hochplateau 300 Meter über der Stadt, hatte 1999 die Nordische WM und ist seither das Langlaufzentrum Österreichs. Heute hat Schladming rund 7'000 Einwohner und im Winter an einem Spitzentag mehr Skifahrer als die Stadt Bewohner.