Hattuşa

Türkei · Zentralanatolien · Reiseguide

Hattuşa

Wie du die 3500 Jahre alte Hethiter-Hauptstadt erreichst, was der Besuch wirklich kostet und warum du dort fast allein durch Löwentor und Felsheiligtum gehst.

Foto: Kürşad Ç. / Pexels

Was kostet deine Reise nach Hattuşa?

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1'585 CHF
≈ 793 CHF pro Person
  • Flüge 600 CHF
  • Unterkunft 250 CHF
  • Essen 250 CHF
  • Transport vor Ort 225 CHF
  • Geführte Tagestour ab Ankara 260 CHF

Schätzwerte zur Orientierung, keine Buchungspreise. Flüge & Hotels schwanken saisonal stark – aktuelle Preise findest du über die Links weiter unten.

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Türkischer Lira (TRY). Der Kurs schwankt stark, deshalb stehen hier alle Preise in CHF. Kartenzahlung ist fast überall möglich, Bargeld brauchst du für Dolmuş, Märkte und Trinkgeld. Flugzeit: 3 bis 4 Stunden.

Hotel-Empfehlungen

Neun Optionen in drei Preisklassen – jeweils die Häuser mit den besten Bewertungen auf Booking.com.

Budget

Hotel Aşıkoğlu

Dorfzentrum, Boğazkale

Die Institution in Boğazkale, seit Jahrzehnten von derselben Familie geführt und bei Archäologen und Reisenden gleichermassen bekannt. Einfache, saubere Zimmer, ein Restaurant mit Hausmannskost, Garten und ein Laden mit Hethiter-Souvenirs. Die Besitzer organisieren Taxi und Guides und kennen das Gelände besser als jeder Reiseführer. Wer eine einzige Adresse im Dorf braucht, nimmt diese.

ab CHF 35 / Nacht Ansehen →

Hotel Baykal

Dorfzentrum, Boğazkale

Kleine, herzliche Pension im Dorf mit wenigen Zimmern, Gemeinschaftsterrasse und Frühstück von der Familie. Rustikal, aber sauber und warm, auch im Herbst. Ideal für Alleinreisende, die abends nicht allein sein wollen: Hier trifft man die anderen, die den Weg nach Hattuşa gefunden haben, und tauscht Tipps für den nächsten Tag aus.

ab CHF 30 / Nacht Ansehen →

Başkent Demiralan Hotel

Ortsrand, Boğazkale

Am Rand des Dorfs Richtung Ruinen, mit Blick auf die Hügel und einem einfachen Campingplatz dazu. Die Zimmer sind schlicht, das Restaurant hat eine Terrasse, und es ist ruhig und nah am Eingang des Geländes. Gute Wahl, wenn du mit dem eigenen Fahrzeug unterwegs bist und morgens als Erster bei den Toren sein willst.

ab CHF 35 / Nacht Ansehen →

Mittelklasse

Grandpark Hotel

Stadtzentrum, Çorum

Modernes Stadthotel im Zentrum von Çorum mit grossen Zimmern, ordentlichem Frühstück und eigenem Parkplatz. Nichts Spektakuläres, aber zuverlässig und sauber, mit Restaurants, Konditoreien und den Leblebi-Röstereien zu Fuss erreichbar. Rund eine Stunde Fahrt bis Hattuşa, eine halbe bis Alacahöyük, deshalb gut als Basis für zwei Nächte mit Mietwagen.

ab CHF 55 / Nacht Ansehen →

Corum Buyuk Hotel

Stadtzentrum, Çorum

Älteres, aber gepflegtes Haus mitten in der Stadt, das traditionell Geschäftsreisende und Archäologen beherbergt. Die Zimmer sind solide, das Frühstück gut, das Personal hilfsbereit, auch wenn es wenig Englisch spricht. Zum Archäologischen Museum und zur Uhrturm-Fussgängerzone sind es wenige Minuten. Preis-Leistung stimmt, mehr darf man nicht erwarten.

ab CHF 50 / Nacht Ansehen →

Hotel Dalgiclar

Stadtzentrum, Çorum

Vier-Sterne-Hotel in der Innenstadt von Çorum mit modernen Zimmern, Restaurant und Fitnessraum. Ruhiger als die Hotels an der Durchgangsstrasse, das Frühstück ist abwechslungsreich, und der Parkplatz ist für Mietwagenfahrer praktisch. Mit dem Auto bist du in einer guten Stunde in Boğazkale und in dreissig Minuten bei den Fürstengräbern von Alacahöyük.

ab CHF 60 / Nacht Ansehen →

Luxus

Anitta Hotel

İnönü Caddesi, Çorum

Das klassische Fünf-Sterne-Haus von Çorum, benannt nach einem hethitischen König, mit Hallenbad, Hamam, Spa und Panoramarestaurant. Ehrlich gesagt der Luxus einer Provinzstadt, nicht Istanbul, aber mit Abstand der bequemste Ort der Region und ideal, wenn du nach einem staubigen Tag in Hattuşa ein richtiges Bad und ein grosses Frühstück willst.

ab CHF 80 / Nacht Ansehen →

Anvatar Termal Hotel

Stadtrand, Çorum

Grosses Thermalhotel am Rand von Çorum mit eigenem Heilwasser, Thermalbecken, Hamam, Sauna und Spa. Die Zimmer sind geräumig, das Buffet reichhaltig und das Personal auf Erholungsgäste eingestellt. Beliebt bei türkischen Familien an Wochenenden, unter der Woche angenehm ruhig. Das warme Thermalbad nach dem Ruinentag auf dem Plateau ist das eigentliche Argument.

ab CHF 85 / Nacht Ansehen →

Hilton Garden Inn Ankara Gimat

Yenimahalle, Ankara

Wer Hattuşa als Tagestour ab Ankara macht, braucht ein Hotel in der Hauptstadt, idealerweise an der Ausfallstrasse nach Osten statt im Zentrum. Verlässlicher internationaler Standard, Parkplatz, gutes Frühstück, Fitnessraum, und morgens bist du ohne Stadtverkehr auf der Autobahn Richtung Kırıkkale. Abends zurück, ohne durch halb Ankara zu müssen.

ab CHF 90 / Nacht Ansehen →

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Erlebnisse, die sich lohnen

Tagestour Hattuşa ab Ankara

Für alle ohne Mietwagen: Fahrt, Guide und Eintritte für Hattuşa und Yazılıkaya in einem langen Tag, meist mit Stopp für Mittagessen in Boğazkale. Früh los, spät zurück, dafür verstehst du, was du siehst. Alacahöyük ist je nach Anbieter dabei, vorher fragen.

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Geführter Rundgang durch Hattuşa

Löwentor, Yerkapı-Tunnel, Sphinxtor, Grosser Tempel und Königsburg mit einem lokalen Guide, zu Fuss oder mit dem eigenen Auto als Fahrzeug. Ohne Erklärung sind die Ruinen Mauerreste, mit Guide eine Hauptstadt mit Archiv, Tempeln und Verteidigungsanlagen. Zwei bis drei Stunden.

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Felsheiligtum Yazılıkaya

Über 90 Götter als Prozession in den Fels gemeisselt, die zwölf Unterweltsgötter in Kammer B sind das berühmteste Bild der Hethiter. Spätnachmittags im Streiflicht hingehen, mittags sind die Reliefs flach und kaum zu erkennen. Im Hattuşa-Ticket enthalten, drei Kilometer vom Gelände.

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Alacahöyük und die Fürstengräber

Älter als Hattuşa: Sphinxtor mit Reliefs, Grabgruben aus der Zeit um 2500 vor Christus und ein kleines Museum mit Repliken der berühmten Sonnenscheiben. 35 Kilometer nördlich von Boğazkale, eine Stunde Besuch, mit Hattuşa in einem Tag machbar, wenn du ein Auto hast.

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Museum für Anatolische Zivilisationen, Ankara

Hier liegen die Originale: Keilschrifttafeln, die Sonnenscheiben von Alacahöyük, die Torreliefs aus Hattuşa und Funde aus Çatalhöyük. Das beste archäologische Museum der Türkei in einer alten Karawanserei unter der Zitadelle und die ideale Einführung vor dem Besuch in Hattuşa.

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Archäologisches Museum Çorum

Modernes, hervorragend gemachtes Museum mit Funden aus Hattuşa, Alacahöyük und der Umgebung, untergebracht in einem historischen Spitalgebäude im Zentrum von Çorum. Gute Erklärungen auf Englisch, nachgebaute Grabkammern, Keilschrifttafeln. Zwei Stunden, kaum Besucher, ideal vor oder nach dem Gelände.

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Leblebi-Röstereien in Çorum

Geröstete Kichererbsen in Dutzenden Sorten, mit Salz, Zucker, Nelken oder Schokolade, direkt aus den alten Röstereien der Innenstadt von Çorum. Probieren ist gratis, ein Beutel kostet wenige Franken, und die Röster erklären dir gerne, warum ihre besser sind als die der Konkurrenz. Das Mitbringsel der Region.

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Ausflug nach Amasya

Zwei Stunden östlich: pontische Königsgräber im Fels über der Stadt, osmanische Holzhäuser am Fluss Yeşilırmak und eine der schönsten Kleinstädte Anatoliens. Perfekter nächster Halt nach Hattuşa, am besten mit einer Übernachtung in einem der restaurierten Konaks am Wasser.

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Essen & Trinken

Rund um Hattuşa isst du anatolische Dorfküche: Suppe, Pide, Köfte und Hausmannskost in den Pensionen von Boğazkale. Für mehr fährst du nach Çorum, der Stadt der gerösteten Kichererbsen, die auch das Lamm im Kupferkessel und den Weizenbrei Keşkek pflegt.

Çorum Leblebisi

Alte Röstereien in der Innenstadt von Çorum

Geröstete Kichererbsen, in Dutzenden Varianten: weiss, gelb, gesalzen, mit Zucker, Nelken oder Schokolade. Leicht, knusprig, süchtig machend. Ein halbes Kilo CHF 2 bis 4.

Tipp:Die weissen (beyaz) sind die klassischen; frisch geröstet riechst du es durch die ganze Gasse.

İskilip Dolması

Lokale im Zentrum von Çorum und in İskilip, oft nur auf Vorbestellung

Lamm am Stück mit gewürztem Reis, über Stunden im grossen Kupferkessel gedämpft, bis beides ineinander schmilzt. Ein Hochzeits- und Festtagsessen aus dem Ort İskilip. CHF 6 bis 9 pro Portion.

Tipp:Am Vortag fragen oder bestellen, der Kessel wird nicht für eine Person angesetzt.

Keşkek

Lokantas in Çorum und Pensionen in Boğazkale auf Anfrage

Weizen und Lamm, stundenlang gekocht und geschlagen, bis ein cremiger Brei entsteht, mit heisser Butter und Paprika übergossen. UNESCO-geschütztes Hochzeitsessen Anatoliens. CHF 4 bis 6.

Tipp:Mit Ayran, und nicht zu viel danach planen, es ist schwer und wärmend.

Hausmannskost in der Pension

Hotel Aşıkoğlu und die anderen Pensionen im Dorfzentrum von Boğazkale

Das Abendessen in den Pensionen von Boğazkale: Linsensuppe, Gemüseeintopf, Köfte oder Hühnchen, Reis, Salat, Joghurt und Tee. So kochen die Familien selbst. CHF 6 bis 9 pro Person.

Tipp:Am Nachmittag anmelden, dann wird mitgekocht; Alternativen gibt es im Dorf abends kaum.

Suppe und Pide in der Lokanta

Lokantas und Pide-Bäckereien an der Hauptstrasse von Boğazkale

Das Mittagessen im Dorf: Mercimek Çorbası mit Brot und Zitrone, dazu eine Pide mit Hackfleisch oder Käse aus dem Steinofen. CHF 4 bis 7, satt für den Nachmittag auf dem Gelände.

Tipp:Vor dem Rundgang essen, auf dem weitläufigen Gelände von Hattuşa gibt es nichts.

Çay und Ayran im Dorf

Teehäuser am Dorfplatz von Boğazkale

Tee im Teehaus von Boğazkale, wo die Männer des Dorfs sitzen, 30 bis 50 Rappen das Glas, und kalter Ayran nach dem Marsch über die Ruinen für rund einen Franken.

Tipp:Hinsetzen ist erwünscht, oft lädt dich jemand ein; eine Runde zurückzahlen gehört sich.

Geschichte & Hintergrund

Hattuşa war die Hauptstadt des Hethiterreichs, einer Grossmacht, die im zweiten Jahrtausend vor Christus auf Augenhöhe mit Ägypten und Babylon stand und heute kaum jemand kennt. Die Stadt liegt auf einem Hochplateau beim Dorf Boğazkale, rund 200 Kilometer östlich von Ankara, geschützt von Schluchten und Felsen. Um 1650 vor Christus machte König Hattušili I. den Ort zu seinem Sitz, auf dem Höhepunkt umfasste die Stadt über 180 Hektar, umgeben von einer sechs Kilometer langen Mauer mit monumentalen Toren. Hier wurden Tausende Tontafeln in Keilschrift gefunden, darunter der Friedensvertrag von Kadesch mit Ramses II., der älteste erhaltene Friedensvertrag der Welt, von dem eine Kopie im UNO-Hauptquartier in New York hängt. Um 1180 vor Christus wurde Hattuşa verlassen und ging in Flammen auf, die Gründe sind bis heute nicht geklärt. Über die Hethiter wusste man bis ins 19. Jahrhundert fast nichts, erst die Ausgrabungen des Deutschen Archäologischen Instituts ab 1906 brachten die vergessene Hochkultur zurück. Seit 1986 ist Hattuşa UNESCO-Welterbe, und die Grabungen laufen bis heute. Das Felsheiligtum Yazılıkaya mit seinen Götterprozessionen und die Fürstengräber von Alacahöyük liegen in der Nähe und gehören zum Besuch dazu.

Insider-Tipps

Mit oder ohne Mietwagen: die wichtigste Entscheidung

Hattuşa ohne eigenes Fahrzeug ist möglich, aber anstrengend. Die Ruinen verteilen sich über ein Gelände von mehreren Kilometern mit 300 Metern Höhenunterschied, dazu kommen Yazılıkaya (3 km) und Alacahöyük (35 km). Mit Mietwagen ab Ankara ist alles einfach: zweieinhalb bis drei Stunden Autobahn und Landstrasse, rund CHF 40 bis 50 pro Tag plus Benzin, und du fährst die Rundstrasse durch die Stadt in eigenem Tempo. Ohne Auto nimmst du den Bus von Ankara nach Sungurlu (ca. 3 Stunden, CHF 8 bis 10) und von dort ein Taxi nach Boğazkale (30 km, rund CHF 15 bis 20). Die Pensionen im Dorf organisieren dir Taxifahrer, die dich für einen Pauschalpreis von etwa CHF 25 bis 35 den ganzen Tag über das Gelände und nach Yazılıkaya fahren. Alternative für Zeitknappe: eine geführte Tagestour ab Ankara, die um CHF 120 bis 150 kostet und lang ist, dafür alles erklärt.

Das Gelände richtig abgehen: unten starten, oben enden

Das Gelände hat eine Einbahn-Rundstrasse von rund fünf Kilometern. Zu Fuss brauchst du drei bis vier Stunden, mit dem Auto und Stopps zwei. Beginne beim Grossen Tempel in der Unterstadt, dem Heiligtum des Wettergottes, wo du die Lagerräume mit den riesigen eingegrabenen Vorratskrügen siehst. Dann hoch zum Löwentor, dem bekanntesten Motiv Hattuşas, weiter zum Yerkapı, der künstlichen Rampe mit dem 70 Meter langen Tunnel, durch den du hindurchgehen kannst. Oben das Sphinxtor und der Blick über die gesamte Stadt. Auf dem Weg zurück das Königstor und die Burg Büyükkale mit dem Archiv, in dem die Tontafeln lagen. Die rekonstruierte Stadtmauer mit Lehmziegeltürmen am Eingang zeigt dir, wie das Ganze einst aussah. Sonnenhut, Wasser und feste Schuhe sind Pflicht, Schatten gibt es praktisch keinen.

Yazılıkaya: das Felsheiligtum nicht auslassen

Drei Kilometer von der Stadt entfernt liegt Yazılıkaya, das bedeutendste religiöse Bauwerk der Hethiter. In zwei natürlichen Felskammern sind über 90 Gottheiten als Prozession in den Stein gemeisselt: Links schreiten die männlichen Götter, rechts die Göttinnen aufeinander zu, in der Mitte treffen sich Wettergott Teschub und Sonnengöttin Hepat. In der schmaleren Kammer B stehen die zwölf Unterweltsgötter in Reih und Glied, eines der ikonischsten Bilder der anatolischen Archäologie. Komm am besten am späten Nachmittag, dann fällt das Licht schräg auf die Reliefs und die Figuren treten hervor, mittags sind sie flach und schwer zu erkennen. Der Eintritt ist im Ticket für Hattuşa enthalten, zusammen rund CHF 10 bis 12. Rechne mit einer Stunde. Wer ein Fernglas dabeihat, sieht die Hieroglyphen neben den Figuren.

Alacahöyük und das Museum in Boğazkale

Alacahöyük liegt 35 Kilometer nördlich und ist älter als Hattuşa: Die Fürstengräber aus der Zeit um 2500 vor Christus lieferten die berühmten Sonnenscheiben und Hirschstandarten, die du heute im Museum für Anatolische Zivilisationen in Ankara siehst und die zum Symbol Ankaras geworden sind. Vor Ort stehen das Sphinxtor mit seinen Reliefs (die Originale sind in Ankara, die Kopien an Ort und Stelle sind gut), die Grabgruben und ein kleines Museum. Eine Stunde reicht. Das Museum in Boğazkale selbst ist klein, aber wichtig: Dort stehen zwei der originalen Sphingen vom Sphinxtor, die 2011 nach einem Jahrzehnte langen Rechtsstreit aus Berlin zurückgekehrt sind. Wer sich für die Hethiter ernsthaft interessiert, plant vor oder nach Hattuşa einen halben Tag im Museum in Ankara ein, dort liegt der grösste Teil der Funde, inklusive der Keilschrifttafeln.

Übernachten: Boğazkale oder Çorum?

Boğazkale ist ein Dorf mit rund 1500 Einwohnern und einer Handvoll Pensionen, die seit Jahrzehnten von Archäologen und Individualreisenden leben. Die Zimmer sind einfach, das Essen ist Hausmannskost, die Besitzer kennen jede Ecke des Geländes und organisieren Taxis und Guides. Für CHF 30 bis 45 pro Nacht mit Frühstück bist du morgens als Erster auf dem Gelände, und das lohnt sich: Um 9 Uhr allein am Löwentor zu stehen, ist ein Gefühl, das du in Ephesus nie bekommst. Çorum, 85 Kilometer weiter, ist eine Provinzstadt mit richtigen Hotels, Hallenbad und Restaurants mit Auswahl, sinnvoll als Basis, wenn du Komfort brauchst oder von Osten her anreist. Das Archäologische Museum in Çorum ist hervorragend und zeigt Funde aus Hattuşa und Alacahöyük. Dazwischen liegt nichts, plane Tanken und Bargeld in Sungurlu oder Çorum ein, in Boğazkale gibt es keinen Bankomaten, auf den du dich verlassen solltest.

Leblebi, Essen und die Reisekombination

Çorum ist in der ganzen Türkei für Leblebi bekannt: geröstete Kichererbsen, die in Dutzenden Varianten verkauft werden, mit Salz, mit Zucker, mit Gewürznelken, mit Schokolade. Ein halbes Kilo kostet wenige Franken, und ein Beutel aus einer der alten Röstereien in der Innenstadt von Çorum ist das ehrlichste Mitbringsel aus der Region. Das Essen in Boğazkale beschränkt sich auf die Pensionen und ein paar Lokantas mit Tagesgerichten, Suppe, Pide und Köfte für CHF 4 bis 7. In Çorum findest du gute Kebabhäuser und Konditoreien. Zur Planung: Hattuşa liegt zwischen Ankara und dem Schwarzen Meer, was die Kombination mit Amasya (Felsengräber, osmanische Häuser am Fluss, 2 Stunden) und Safranbolu nahelegt. Wer nach Kappadokien weiterfährt, braucht mit dem Mietwagen rund vier Stunden. Ein Tag für Hattuşa plus Yazılıkaya, ein halber für Alacahöyük und Çorum, mehr braucht es nicht.

Häufige Fragen zu Hattuşa

Wie viele Tage sollte man für Hattuşa einplanen?

Ein voller Tag für die Stadt und Yazılıkaya, mit Übernachtung in Boğazkale, damit du morgens früh und abends im schrägen Licht auf dem Gelände bist. Alacahöyük und das Museum in Çorum passen in einen zweiten halben Tag. Als Tagestour ab Ankara ist alles in einem langen Tag machbar, aber hetzig.

Wann ist die beste Reisezeit für Hattuşa?

Mai, Juni, September und Oktober. Das Gelände liegt auf über 1000 Metern, im Sommer ist es heiss und schattenlos, im Winter liegt oft Schnee und die Pensionen sind teilweise geschlossen. Im Mai ist das Plateau grün und voller Wildblumen, das ist die schönste Zeit. Früh morgens und spät nachmittags ist das Licht auf den Reliefs am besten.

Wie komme ich aus der Schweiz nach Hattuşa?

Flug ab Zürich nach Ankara (ESB), direkt mit Turkish Airlines in rund 3,5 Stunden oder mit Umstieg in Istanbul, ab etwa CHF 280 bis 350. Ab Ankara mit dem Mietwagen 2,5 bis 3 Stunden über Kırıkkale und Sungurlu nach Boğazkale. Ohne Auto: Bus ab Ankara nach Sungurlu, dann Taxi. Alternativ Flug nach Istanbul und Zug nach Ankara, das kostet mehr Zeit.

Kann ich Hattuşa ohne Mietwagen besuchen?

Ja, aber mit Aufwand. Bus Ankara nach Sungurlu, Taxi nach Boğazkale, und die Pension organisiert dir einen Fahrer, der dich für einen Pauschalpreis über das Gelände und nach Yazılıkaya bringt. Das Gelände selbst zu Fuss zu gehen ist möglich, aber fünf Kilometer mit 300 Höhenmetern ohne Schatten. Für Alacahöyük brauchst du in jedem Fall ein Taxi oder eine Tour.

Was kostet der Eintritt und was ist dabei?

Das Ticket für Hattuşa gilt auch für Yazılıkaya und kostet für ausländische Besucher rund CHF 10 bis 12, Alacahöyük und das Museum in Boğazkale kosten separat wenige Franken. Guides vor Ort verlangen rund CHF 30 bis 50 für eine Führung, was sich lohnt, weil die Ruinen ohne Erklärung schwer zu lesen sind. Mit dem Museumspass Türkei ist der Eintritt inklusive.

Lohnt sich das Museum für Anatolische Zivilisationen in Ankara dazu?

Unbedingt, und idealerweise vor dem Besuch. Dort liegen die wichtigsten Funde aus Hattuşa und Alacahöyük: die Keilschrifttafeln, die Sonnenscheiben, die Originalreliefs der Tore. Wer sie gesehen hat, versteht vor Ort, was er anschaut. Das Museum liegt in der Altstadt unter der Zitadelle und braucht rund zwei Stunden, der Eintritt liegt bei rund CHF 12.

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