Konya

Türkei · Zentralanatolien · Reiseguide

Konya

Was Konya wirklich kostet, wo du die tanzenden Derwische ohne Show-Charakter erlebst und warum die Stadt mehr ist als ein Stopp auf dem Weg nach Kappadokien.

Foto: Erdem Horat / Pexels

Was kostet deine Reise nach Konya?

Schieb die Werte auf deine Reise zurecht – der Rechner aktualisiert live (CHF).

1'370 CHF
≈ 685 CHF pro Person
  • Flüge 700 CHF
  • Unterkunft 300 CHF
  • Essen 250 CHF
  • Transport vor Ort 50 CHF
  • Hochgeschwindigkeitszug ab Istanbul (hin und zurück) 70 CHF

Schätzwerte zur Orientierung, keine Buchungspreise. Flüge & Hotels schwanken saisonal stark – aktuelle Preise findest du über die Links weiter unten.

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Türkischer Lira (TRY). Der Kurs schwankt stark, deshalb stehen hier alle Preise in CHF. Kartenzahlung ist fast überall möglich, Bargeld brauchst du für Dolmuş, Märkte und Trinkgeld. Flugzeit: 3 bis 4 Stunden.

Hotel-Empfehlungen

Neun Optionen in drei Preisklassen – jeweils die Häuser mit den besten Bewertungen auf Booking.com.

Budget

THINK HOTEL

Aziziye Mah., Konya

Farbenfrohes Designhotel an der Mevlana Caddesi, vier Gehminuten vom Mevlana-Museum. Die Zimmer sind modern und sauber, das Frühstücksbuffet mit lokalen Spezialitäten wird in den Bewertungen immer wieder gelobt, ebenso Lage und Personal. Parkplatz vorhanden. Für den Preis bekommst du hier deutlich mehr Komfort als in den älteren Häusern rund ums Museum.

ab CHF 50 / Nacht Ansehen →

Balikcilar Hotel

Aziziye Mah., Konya

Seit Jahrzehnten eine feste Adresse neben dem Mevlana-Mausoleum, mit viel türkischer Deko, Teppichen in den Gängen und einer Dachterrasse mit direktem Blick auf die Kuppel. Die Zimmer sind etwas in die Jahre gekommen, dafür gross, ruhig und günstig. Gutes Frühstück, Restaurant im Haus mit lokaler Küche, Gruppen aus Kappadokien sind hier öfter zu Gast.

ab CHF 45 / Nacht Ansehen →

Selçuk Hotel

Şems-i Tebrizi Mah., Konya

Klassisches, familiengeführtes Stadthotel im Zentrum, wenige Gehminuten zu Alaeddin-Hügel, Fussgängerzone und Mevlana-Museum. Ordentliche Zimmer mit Klimaanlage, verlässliches Frühstück, faire Preise und ein Personal, das dir den Weg zur Sema-Halle gerne aufzeichnet. Nichts Besonderes, aber alles, was man für zwei Nächte in Konya braucht, und das zu einem ehrlichen Preis.

ab CHF 50 / Nacht Ansehen →

Mittelklasse

Hich Hotel Konya

Aziziye Mah., Konya

Das schönste Boutique-Hotel der Stadt: ein restauriertes historisches Haus mit nur wenigen Zimmern, modernem Design, alten Steinmauern und einem ruhigen Innenhof, 200 Meter vom Mevlana-Museum entfernt. Persönlicher Service, sehr gutes Frühstück, abends Tee im Hof. Früh buchen, die wenigen Zimmer sind vor allem an Wochenenden und im Dezember schnell ausgebucht.

ab CHF 85 / Nacht Ansehen →

Rumi Hotel

Aziziye Mah., Konya

Solides Vier-Sterne-Hotel direkt an der Mevlana-Strasse, mit einer Frühstücksterrasse im obersten Stock, von der du auf die Kuppel des Mausoleums schaust. Die Zimmer sind modern, ruhig und gut schallisoliert, der Service aufmerksam und englischsprachig. Beste Wahl, wenn du Komfort willst, aber trotzdem mitten in der Altstadt sein möchtest und auf ein Taxi verzichten willst.

ab CHF 70 / Nacht Ansehen →

Anemon Grand Konya Otel

Alaaddin Bulvarı, Konya

Kettenhotel der türkischen Anemon-Gruppe am Alaeddin-Hügel, genau zwischen Altstadt und Geschäftsviertel. Grosse Zimmer, gutes Frühstücksbuffet, Restaurant im Haus und ein eigener Parkplatz, was mit Mietwagen in Konyas Zentrum Gold wert ist. Zu Fuss bist du in zehn Minuten bei den seldschukischen Medresen und in zwanzig Minuten beim Mevlana-Museum.

ab CHF 75 / Nacht Ansehen →

Luxus

Dedeman Konya Hotel & Convention Center

Selçuklu, Konya

Das etablierte Fünf-Sterne-Haus der Stadt im modernen Bezirk Selçuklu: Hallenbad, Spa, Hamam, mehrere Restaurants und eine der wenigen Hotelbars Konyas, in der du ein Glas Wein bekommst. Etwas ausserhalb des Zentrums, Tram und Taxi bringen dich in einer Viertelstunde zum Mevlana-Museum. Ruhig, zuverlässig, international, mit Blick über die Stadt aus den oberen Stockwerken.

ab CHF 110 / Nacht Ansehen →

Bayır Diamond Hotel & Convention Center

Selçuklu, Konya

Grosses, glänzendes Fünf-Sterne-Hotel mit Pool, Hamam, Spa und einem Panoramarestaurant in den oberen Etagen. Beliebt für Kongresse und Hochzeiten, was die Preise an Wochenenden und in ruhigen Monaten deutlich drückt. Die Zimmer sind geräumig und modern. Für die Altstadt brauchst du ein Taxi, dafür bekommst du hier den meisten Komfort pro Franken in ganz Konya.

ab CHF 100 / Nacht Ansehen →

Ramada Plaza by Wyndham Konya

Selçuklu, Konya

Internationaler Standard im Hochhaus mit Blick über die Stadt, Hallenbad, Fitnessraum und Spa. Die Zimmer sind modern und schallisoliert, das Frühstück umfangreich, und das Personal ist an ausländische Gäste gewöhnt. Liegt im Geschäftsviertel direkt an der Tramlinie, mit der du in rund 20 Minuten am Mevlana-Museum bist, ohne dich mit Taxis herumschlagen zu müssen.

ab CHF 95 / Nacht Ansehen →

Buchst du über diese Links, erhalten wir eine kleine Provision – für dich ohne Aufpreis.

Erlebnisse, die sich lohnen

Mevlana-Museum und Mausoleum

Das Grab des Dichters Rumi unter der türkisen Kuppel, Wallfahrtsort und schönstes Bauwerk der Stadt. Direkt zur Öffnung kommen, bevor die Busse aus Kappadokien eintreffen, respektvoll kleiden, die Derwischzellen nicht auslassen. Mit Guide verstehst du die Symbolik, die dir sonst entgeht.

Ansehen & buchen →

Sema-Zeremonie der tanzenden Derwische

Jeden Samstag im Mevlana Kültür Merkezi, gratis und ohne Show-Charakter. Mindestens eine halbe Stunde früher kommen, still bleiben, nicht applaudieren und das Handy weglassen. Eines der eindrücklichsten Erlebnisse in der Türkei, und ganz anders als die Touristenversion in Istanbul.

Ansehen & buchen →

Tagestour Çatalhöyük

9000 Jahre alte Siedlung und UNESCO-Welterbe, 45 Kilometer vor der Stadt in der Ebene. Mit Guide wird aus Lehmmauern unter Schutzdächern eine der ältesten Städte der Menschheit. Ohne Erklärung bleibt vieles unverständlich. Halbtag inklusive Fahrt, im Sommer früh starten.

Ansehen & buchen →

Seldschukischer Stadtrundgang

Alaeddin-Moschee, Karatay-Medrese und İnce Minareli Medrese in zwei Stunden zu Fuss, alles innerhalb eines Kilometers. Die Keramikkuppel der Karatay-Medrese ist allein die Reise wert, das Portal der İnce Minareli zeigt, warum die Seldschuken als Steinmetze berühmt sind.

Ansehen & buchen →

Karatay-Medrese (Keramikmuseum)

Seldschukische Koranschule aus dem 13. Jahrhundert mit einer vollständig gekachelten Kuppel in Türkis und Schwarz, dazu eine Sammlung von Fliesen aus dem Sommerpalast Kubadabad. Klein, günstig, überwältigend. 30 Minuten reichen, aber du wirst länger nach oben schauen.

Ansehen & buchen →

Sille, das alte griechische Dorf

Acht Kilometer ausserhalb: ein ehemals griechisch-orthodoxes Dorf mit der restaurierten Aya-Elenia-Kirche, Felswohnungen, einem kleinen Museum und Teegärten am Bach. Mit dem Stadtbus erreichbar. Ideal für einen ruhigen Nachmittag ohne Busse, mit Gözleme und Tee unter Bäumen.

Ansehen & buchen →

Kochkurs: Etli Ekmek und Konya-Küche

Lerne, den meterlangen Fladen und Fırın Kebabı selbst zu machen, dazu die Nachspeisen der Region. Kleine Gruppen, meist bei Familien zu Hause oder in einem Lokal am Vormittag, inklusive gemeinsamem Essen. Ehrlicher als jedes Restaurant und der direkteste Weg zu den Menschen in Konya.

Ansehen & buchen →

Panorama-Museum und Şems-i Tebrizi

Das Panorama-Museum erzählt Rumis Leben in einem 360-Grad-Gemälde mit Ton und Licht, direkt neben dem Mausoleum, und ist eine gute Einführung für alle ohne Vorwissen. Danach zur kleinen Moschee seines Lehrers Şems, fünf Gehminuten entfernt, wo die Pilger ebenfalls hinziehen.

Ansehen & buchen →

Ausflug zum Kratersee Meke

Rund 100 Kilometer südöstlich liegt der Kratersee Meke mit seinem Vulkankegel in der Mitte, ein unwirklicher Ort in der Steppe, der je nach Jahr fast trocken liegt. Nur mit Mietwagen oder Tour erreichbar, gut mit Çatalhöyük kombinierbar. Für Fotografen und Ruhesuchende.

Ansehen & buchen →

Buchst du über diese Links, erhalten wir eine kleine Provision – für dich ohne Aufpreis.

Essen & Trinken

Konya hat eine der eigenständigsten Regionalküchen der Türkei, geprägt von der seldschukischen Palastküche und von Hochzeitsessen, die seit Jahrhunderten gleich gekocht werden: Lamm aus dem Ofen, meterlange Fladen, Okra-Suppe. Alles ist günstig, und zum Essen gibt es Ayran, nicht Bier.

Etli Ekmek

Hacı Şükrü, nahe dem Mevlana-Museum

Ein über einen Meter langer, hauchdünner Fladen mit Hackfleisch, Zwiebeln, Tomaten und Peperoni, in wenigen Minuten im Steinofen gebacken. Knusprig und leicht, reicht für zwei. CHF 4 bis 6.

Tipp:Mit Ayran aus dem Tonkrug bestellen und mit Zitrone und Peterli belegt essen; mittags ist es am frischesten.

Fırın Kebabı

Mevlevi Sofrası, gegenüber dem Mevlana-Museum

Lammschulter und Rippen, über Stunden im Ofen gegart, bis das Fleisch vom Knochen fällt, serviert auf Pide ohne jede Sauce. Das Festessen der Stadt. CHF 9 bis 14 pro Portion.

Tipp:Am Vormittag kommt der Kebab aus dem Ofen, früh am Mittag gibt es die besten Stücke.

Tirit

Lokantas rund um die Mevlana Caddesi

Altbackenes Brot, mit Fleischbrühe getränkt, darauf zerzupftes Lamm, Joghurt, Zwiebeln und heisse Butter. Deftig und erstaunlich gut. CHF 4 bis 6.

Tipp:Mittags bestellen, abends ist Tirit oft aus; ein halber Teller reicht als Vorspeise.

Bamya Çorbası

Suppenküchen und Lokantas im Zentrum

Suppe aus winzigen getrockneten Okraschoten mit Lamm, Zitrone und Tomate, säuerlich und leicht. Der erste Gang jedes Konya-Hochzeitsessens. CHF 1.50 bis 2.50.

Tipp:Mit Brot und einem Spritzer Zitrone; sie wird traditionell nach dem Hauptgang serviert, in Lokantas auch davor.

Mevlana Şekeri

Süsswarenläden rund um das Mevlana-Museum

Kleine, harte Zuckerbonbons mit Minz- oder Rosenaroma, in Dosen und Schachteln mit dem Bild des Derwischklosters. Das klassische Mitbringsel aus Konya. CHF 2 bis 4 pro Packung.

Tipp:In den Läden an der Mevlana Caddesi gibt es die Bonbons offen, dort kannst du probieren.

Höşmerim

Konditoreien im Zentrum und Dessertkarten der Lokantas

Warmes Dessert aus ungesalzenem Frischkäse, Griess, Butter und Zucker, körnig und leicht karamellisiert, mit Walnüssen. CHF 2 bis 3 pro Portion.

Tipp:Warm bestellen, am besten direkt nach dem Fırın Kebabı.

Sac Arası

Konditoreien im Zentrum

Hauchdünne Teigblätter mit Walnüssen und Sirup, zwischen zwei Blechen gebacken, knusprig und weniger süss als Baklava. Eine Spezialität aus Konya. CHF 2 bis 4.

Tipp:Mit einem Schälchen Kaymak und türkischem Kaffee am Nachmittag.

Çay auf dem Alaaddin-Hügel

Teegärten auf dem Alaaddin Tepesi

Tee im Tulpenglas in den Teegärten auf dem Hügel mit der seldschukischen Moschee, dem höchsten Punkt der Altstadt. 40 bis 60 Rappen pro Glas, nachgeschenkt wird, solange du sitzt.

Tipp:Nach Sonnenuntergang, wenn die Stadt sich hier trifft; Alkohol gibt es nicht, dafür Backgammon.

Geschichte & Hintergrund

Konya ist eine der ältesten dauerhaft bewohnten Städte der Welt. Rund 40 Kilometer südöstlich liegt Çatalhöyük, eine jungsteinzeitliche Siedlung aus der Zeit um 7000 vor Christus, in der mehrere tausend Menschen in dicht aneinander gebauten Lehmhäusern lebten und die Dächer als Strassen nutzten. In der Antike hiess die Stadt Ikonion, der Apostel Paulus predigte hier. Ihre grosse Zeit kam aber mit den Seldschuken: Von 1097 bis ins 13. Jahrhundert war Konya Hauptstadt des Sultanats Rum, und Sultan Alaeddin Keykubad machte sie zu einem Zentrum von Kunst, Wissenschaft und Architektur. In diese Blütezeit fiel die Ankunft des persischen Dichters und Mystikers Dschalal ad-Din Rumi, in der Türkei Mevlana genannt. Er lebte und lehrte in Konya bis zu seinem Tod 1273, seine Anhänger gründeten den Orden der Mevlevi, die tanzenden Derwische. Sein Mausoleum mit der türkisen Kuppel ist bis heute das Herz der Stadt und einer der meistbesuchten Orte der Türkei. Die Osmanen übernahmen Konya im 15. Jahrhundert, Atatürk verbot 1925 die Derwischorden, die Sema-Zeremonie überlebte als kulturelles Erbe. Heute ist Konya mit über zwei Millionen Einwohnern eine wirtschaftlich starke, religiös geprägte Grossstadt und die Kornkammer der Türkei.

Insider-Tipps

Das Mevlana-Museum: früh kommen, lange bleiben

Das Mausoleum von Rumi ist der Grund, warum die meisten nach Konya kommen, und es ist jeden Weg wert. Der Eintritt ist für ausländische Besucher mit rund CHF 10 moderat, Einheimische und Pilger kommen gratis. Komm direkt zur Öffnung um 9 Uhr: Ab dem späten Vormittag rollen die Busse aus Kappadokien an, und am Nachmittag stehst du in der Schlange vor dem Sarkophag. Respektiere, dass dies für viele kein Museum, sondern ein Wallfahrtsort ist. Schultern und Knie bedeckt, Frauen tragen im Grabraum ein Kopftuch (wird am Eingang kostenlos abgegeben), Fotos ohne Blitz und ohne Posen vor den Gräbern. Nimm dir Zeit für die Nebenräume: Die alten Derwischzellen zeigen mit Figuren, wie die Novizen 1001 Tage lang lebten und lernten. Der Rosengarten vor dem Eingang ist am frühen Abend mit beleuchteter Kuppel der schönste Platz der Stadt.

Sema-Zeremonie: die echte ist gratis

Die tanzenden Derwische gibt es in Istanbul für CHF 30 bis 50 als Touristenprogramm mit Getränk. In Konya ist das anders: Im Mevlana Kültür Merkezi, einer grossen Halle wenige Minuten vom Mausoleum entfernt, findet jeden Samstagabend eine Sema statt, die als religiöse Zeremonie und nicht als Show verstanden wird. Der Eintritt ist frei, die Plätze werden nach Reihenfolge vergeben, also mindestens eine halbe Stunde vorher da sein. Im Sommer sind die Zeremonien zum Teil im Freien. Verhalte dich wie in einer Kirche: kein Applaus, kein Reden, kein Handy-Licht. Wer vom 10. bis 17. Dezember in Konya ist, erlebt die Şeb-i Arus, die Gedenkwoche zu Rumis Todestag, mit täglichen Zeremonien, dann brauchst du allerdings Tickets und ein Hotel Monate im Voraus. Kleine Semas in Restaurants der Altstadt sind zwar hübsch inszeniert, aber genau das: inszeniert.

Seldschukische Architektur jenseits von Mevlana

Konya hat die dichteste Sammlung seldschukischer Bauwerke der Türkei, und die meisten Besucher laufen daran vorbei. Starte am Alaeddin-Hügel mit der Alaeddin-Moschee aus dem 12. Jahrhundert, in deren Innerem die Sultane des Sultanats Rum begraben liegen. Am Fuss des Hügels steht die Karatay-Medrese, heute ein Museum für seldschukische Keramik: Die türkisblaue Kuppel innen ist eines der schönsten Dinge, die du in Anatolien sehen wirst. Fünf Gehminuten weiter die İnce Minareli Medrese mit ihrem berühmten, überreich verzierten Portal, das zeigt, warum die seldschukische Steinmetzkunst so gerühmt wird. Alle drei Orte liegen innerhalb eines Kilometers, der Eintritt kostet je zwei bis vier Franken, und du bist in zwei Stunden durch. Dazwischen liegt die Fussgängerzone mit Teegärten, in denen ein Çay weniger als einen Franken kostet.

Çatalhöyük: 9000 Jahre alt, und fast allein dort

Çatalhöyük gehört zu den wichtigsten archäologischen Stätten der Welt und ist UNESCO-Welterbe, trotzdem triffst du dort an einem normalen Tag oft auf weniger als zehn Besucher. Die Siedlung liegt rund 45 Kilometer südöstlich von Konya in der flachen Ebene. Zwei grosse Schutzdächer überspannen die Grabungsflächen, dazwischen ein kleines Museum mit Repliken der berühmten Wandmalereien und einem nachgebauten Haus, in das du hineinklettern darfst. Der Eintritt ist gering. Ohne Guide ist die Stätte allerdings schwer zu lesen: Du siehst Lehmmauern in verschiedenen Schichten, der Kontext fehlt. Lies dich vorher ein oder buche eine geführte Halbtagestour ab Konya. Hinkommen: Mietwagen oder Taxi, rechne mit rund CHF 35 bis 50 für die Hin- und Rückfahrt mit Wartezeit. Öffentlich ist es umständlich, ein Dolmuş bringt dich nach Çumra, von dort musst du ein Taxi nehmen.

Essen in Konya: Etli Ekmek und keine Scheu vor dem Bauch

Konya hat eine der eigenständigsten Regionalküchen der Türkei. Das Nationalgericht ist Etli Ekmek: ein über einen Meter langer, hauchdünner Fladen mit Hackfleisch, Tomaten und Peperoni, direkt aus dem Steinofen. Kostet in einem einfachen Lokal CHF 4 bis 6 und reicht für zwei. Dazu Ayran aus dem Tonkrug. Probiere auch Fırın Kebabı, stundenlang im Ofen gegartes Lammfleisch, das auf dem Knochen zerfällt, und Tirit, eingeweichtes Brot mit Fleischbrühe und Joghurt. Die bekanntesten Lokale liegen um die Mevlana-Strasse, aber gute Etli-Ekmek-Öfen findest du in jedem Quartier. Zum Abschluss Höşmerim oder Sac Arası, ein Blätterteig mit Walnüssen und Sirup. Wichtig: Konya ist konservativ, Alkohol bekommst du nur in wenigen Hotels und Lokalen. Wer ein Bier zum Essen erwartet, wird enttäuscht. Dafür ist ein kompletter Abend mit Vorspeisen, Hauptgang und Tee für CHF 12 bis 15 pro Person realistisch.

Anreise und Verhalten: der Zug schlägt das Flugzeug

Konya hat einen eigenen Flughafen, aber die klügere Anreise ist der Hochgeschwindigkeitszug YHT. Ab Ankara brauchst du rund zwei Stunden für etwa CHF 10 bis 15, ab Istanbul (Söğütlüçeşme oder Pendik) viereinhalb bis fünf Stunden für CHF 15 bis 20. Tickets kaufst du online bei TCDD Taşımacılık, in der Hochsaison und an Wochenenden früh buchen. Der Bahnhof liegt etwas ausserhalb, die Strassenbahn bringt dich in zwanzig Minuten ins Zentrum. Vor Ort reicht die Tram für fast alles, eine Fahrt kostet unter einem Franken. Zum Verhalten: Konya ist die religiöseste Grossstadt der Türkei. Niemand erwartet, dass du dich verkleidest, aber kurze Shorts und bauchfreie Tops fallen hier auf, und während des Ramadan isst du tagsüber besser nicht demonstrativ auf der Strasse. Die Menschen sind dafür auffallend hilfsbereit und freuen sich sichtlich über Gäste, die nicht nur für eine Stunde aus dem Bus steigen.

Häufige Fragen zu Konya

Wie viele Tage sollte man für Konya einplanen?

Zwei volle Tage sind ideal: ein Tag für Mevlana-Museum, Altstadt und die seldschukischen Bauten, ein halber Tag für Çatalhöyük, und ein Samstagabend für die Sema-Zeremonie. Wer Konya nur als Zwischenstopp zwischen Kappadokien und der Mittelmeerküste einbaut, sollte mindestens eine Übernachtung einplanen, sonst siehst du nur die Busparkplätze.

Wann ist die beste Reisezeit für Konya?

April bis Juni und September bis Oktober mit angenehmen 18 bis 28 Grad. Der Sommer ist trocken und heiss (über 35 Grad auf der Hochebene), der Winter kalt und oft mit Schnee. Die Şeb-i Arus im Dezember ist das grösste Ereignis des Jahres, aber Hotels sind dann voll und teuer. Freitags ist die Stadt um die Mittagszeit wegen des Gebets ruhiger.

Wie komme ich aus der Schweiz nach Konya?

Zwei Varianten: Flug ab Zürich nach Istanbul und weiter mit Turkish Airlines oder Pegasus nach Konya (KYA), insgesamt rund 5 bis 6 Stunden, ab etwa CHF 320. Oder Flug nach Istanbul oder Ankara und dann mit dem Hochgeschwindigkeitszug YHT, der ab Ankara in rund 2 Stunden in Konya ist. Die Zugvariante ist günstiger, bequemer und bringt dich mitten durch die anatolische Steppe.

Wann und wo sehe ich die tanzenden Derwische in Konya?

Die offizielle Sema findet jeden Samstagabend im Mevlana Kültür Merkezi statt, Eintritt frei, Beginn meist um 19 oder 20 Uhr je nach Saison. Früh kommen, die Plätze sind begrenzt. Im Dezember gibt es während der Gedenkwoche Şeb-i Arus täglich Zeremonien mit Ticketpflicht. Alles andere, was in Restaurants angeboten wird, ist Show für Touristen.

Gibt es in Konya Alkohol?

Kaum. Konya ist die konservativste Grossstadt der Türkei, die allermeisten Restaurants schenken keinen Alkohol aus, und Läden mit Alkohollizenz sind selten. Einige grössere Hotels haben eine Bar. Wer darauf Wert legt, kauft vorher ein oder stellt sich auf Ayran und Tee ein. Es ist Teil der Erfahrung, nicht ein Mangel.

Lohnt sich Çatalhöyük wirklich?

Wenn dich Geschichte interessiert, unbedingt: 9000 Jahre alte Siedlung, UNESCO-Welterbe, fast keine Besucher. Wer aber spektakuläre Ruinen wie in Ephesus erwartet, wird enttäuscht, es sind Lehmmauern unter Schutzdächern. Der Besuch wird mit Vorwissen oder Guide um ein Vielfaches besser. Rechne mit einem halben Tag inklusive Fahrt.

Veranstaltungen

Dez 17

Şeb-i Arus Gedenkfeier Konya

Kultur

17. Dezember 2026 7. bis 17. Dezember, Höhepunkt am 17. Dezember

Die Hochzeitsnacht, so nennen die Mevlevi den Todestag des Mystikers Rumi am 17. Dezember 1273. Zehn Tage lang gibt es in Konya tägliche Sema-Zeremonien der tanzenden Derwische in einer grossen Halle, dazu Konzerte und Vorträge. Die Zeremonien sind keine Show, sondern Gottesdienst: ruhig bleiben, nicht applaudieren. Tickets über die Stadt Konya, oft gratis, aber begrenzt und Wochen vorher vergriffen.

Für Reisende: Konya ist um den 17. Dezember ausgebucht, der Schnellzug aus Ankara und Istanbul ist dann voll; Tickets und Hotel früh organisieren.

Weitere Reiseziele in Zentralanatolien