Lausanne und Montreux

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Lausanne und Montreux

Was ein paar Tage an der Riviera des Genfersees wirklich kosten, warum du zwischen Lausanne und Montreux mit Zug und Schiff besser fährst als mit dem Auto und wie du die Weinterrassen des Lavaux ohne Reisebus erlebst.

Foto: Loïc Privet / Pexels

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1'875 CHF
≈ 938 CHF pro Person
  • Anreise 120 CHF
  • Unterkunft 950 CHF
  • Essen 600 CHF
  • Transport vor Ort 125 CHF
  • Zahnradbahn Rochers-de-Naye 80 CHF

Schätzwerte zur Orientierung, keine Buchungspreise. Anreise heisst hier Bahn oder Auto ab der Schweiz, hin und zurück pro Person. Hotels schwanken saisonal stark, aktuelle Preise findest du über die Links weiter unten.

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Schweizer Franken (CHF). Karten und Twint funktionieren praktisch überall, auch auf der Alp. Viele Läden nehmen Euro an, geben aber Franken zurück, zu einem schlechten Kurs. Trinkgeld ist im Preis inbegriffen, Aufrunden ist üblich. Anreise: Anreise mit Bahn (SBB) oder Auto, ab Zürich 1 bis 4 Stunden.

Hotel-Empfehlungen

Neun Optionen in drei Preisklassen – jeweils die Häuser mit den besten Bewertungen auf Booking.com.

Budget

Lausanne Youth Hostel

Vidy, Lausanne

Die Jugendherberge im Grünen zwischen Olympischem Komitee und Seeufer in Vidy, mit Bus 1 oder 25 in zehn Minuten am Bahnhof. Schlafsäle und einfache Doppel- und Familienzimmer, Frühstück und Transport Card inklusive, Garten mit Grillplatz.

ab CHF 50 / Nacht Ansehen →

Montreux Youth Hostel

Territet, Montreux

Direkt am See in Territet, zwischen Montreux und dem Schloss Chillon, Bahnhof Territet zwei Minuten entfernt. Zimmer schlicht, Terrasse am Wasser, Frühstück und Riviera Card inklusive. Für Festivalbesucher mit kleinem Budget das beste Haus der Riviera, sofern früh gebucht.

ab CHF 50 / Nacht Ansehen →

ibis budget Lausanne Bussigny

Bussigny, Lausanne

Günstigstes Kettenhotel der Region am westlichen Stadtrand, mit Gratisparkplatz und Bahnhof Bussigny in Gehweite, S-Bahn nach Lausanne in zehn Minuten. Zimmer klein und funktional. Für Autofahrer und alle, die nur schlafen und die Riviera mit dem Zug abfahren wollen.

ab CHF 95 / Nacht Ansehen →

Mittelklasse

Hôtel des Voyageurs Lausanne

Altstadt, Lausanne

Kleines Haus in einer Gasse unterhalb der Kathedrale, Place de la Palud und Flon in drei Minuten zu Fuss. Zimmer ruhig und frisch renoviert, Frühstück im Gewölbekeller. Für Städtereisende, die in der Altstadt schlafen wollen, was in Lausanne selten möglich ist.

ab CHF 170 / Nacht Ansehen →

Hotel Alpha-Palmiers by Fassbind

Bahnhof, Lausanne

Grosses Vier-Sterne-Haus mit Palmengarten zwischen Bahnhof und Place Saint-François, Metro M2 vor der Tür. Zimmer modern und zum Teil mit Balkon, gutes Frühstücksbuffet. Für alle, die Lausanne als Basis für Lavaux und Montreux nutzen.

ab CHF 190 / Nacht Ansehen →

Eurotel Montreux

Quai, Montreux

Siebziger-Jahre-Hochhaus direkt am Quai, von aussen keine Schönheit, von innen mit Balkonen und Seeblick aus fast jedem Zimmer. Frühstück mit Blick auf die Dents du Midi, Casino und Bahnhof in fünf Minuten. Der Seeblick zum halben Palastpreis.

ab CHF 190 / Nacht Ansehen →

Luxus

Beau-Rivage Palace

Ouchy, Lausanne

Der Palast von 1861 in Ouchy mit Park bis zum See, zwei Restaurants mit Sternen (Anne-Sophie Pic), Spa und einem Frühstückssaal unter Kristallleuchtern. Hier wurde 1923 der Vertrag von Lausanne unterzeichnet. Für den grossen Anlass, mit Zimmern zum See ab dem Doppelten.

ab CHF 500 / Nacht Ansehen →

Fairmont Le Montreux Palace

Quai, Montreux

Das Belle-Epoque-Haus von 1906, in dem Nabokov 16 Jahre lebte und das Jazzfestival seine Gäste unterbringt. Jugendstilsäle, Spa mit Seeblick, Zimmer vom kleinen Stadtzimmer bis zur Suite mit Balkon über dem Quai. Das Montreux der Postkarte.

ab CHF 450 / Nacht Ansehen →

Lausanne Palace

Zentrum, Lausanne

Fünf-Sterne-Haus von 1915 oben in der Stadt, mit Blick über die Dächer auf den See und einem der besten Spas der Westschweiz. Coco Chanel wohnte hier, das IOC tagt hier. Für Gäste, die im Zentrum statt am See schlafen und abends zu Fuss in die Altstadt wollen.

ab CHF 450 / Nacht Ansehen →

Buchst du über diese Links, erhalten wir eine kleine Provision – für dich ohne Aufpreis.

Erlebnisse, die sich lohnen

Olympisches Museum

Das Museum des IOC in Ouchy mit Fackeln aller Spiele, Medaillen, interaktiven Stationen und einem Park mit Skulpturen und Seeblick. CHF 20, mit Museumspass gratis, zwei bis drei Stunden. Für Kinder ab sechs eines der besten Museen der Schweiz.

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Schloss Chillon

Die Wasserburg auf dem Felsen zwischen Montreux und Villeneuve, mit Kellern, Rittersälen und Byrons eingeritztem Namen. CHF 15, mit Riviera Card die Hälfte, eineinhalb bis zwei Stunden. Zu Fuss vom Quai in Montreux 45 Minuten oder mit dem Schiff direkt vor das Tor.

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Lavaux-Weinwanderung mit Degustation

Durch die UNESCO-Terrassen von Saint-Saphorin oder Chexbres hinunter nach Rivaz und Cully, zwei bis drei Stunden, gratis, mit Halt in der Lavaux Vinorama (CHF 17 für drei Weine). Geführt mit Winzerbesuch und Degustation ab CHF 90.

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Zahnradbahn Rochers-de-Naye

Ab Bahnhof Montreux in 55 Minuten auf 2'042 Meter, regulär rund CHF 75 retour, mit Halbtax oder Riviera Card die Hälfte. Oben Murmeltierpark, Alpengarten, Rundblick auf See, Alpen und Jura. Halbtag einplanen, bei Nebel am See oben oft Sonne.

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Schifffahrt Lausanne nach Montreux

Mit dem CGN-Dampfer von Ouchy entlang der Lavaux-Terrassen über Vevey nach Montreux und Chillon, rund 90 Minuten, CHF 25 mit Halbtax. Die Belle-Epoque-Raddampfer fahren vor allem im Sommerfahrplan. Hinfahrt Schiff, Rückfahrt S-Bahn ist die richtige Kombination.

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Chaplin's World

Das Herrenhaus in Corsier oberhalb von Vevey, in dem Charlie Chaplin bis 1977 lebte, mit Studio-Nachbau und originalen Wohnräumen. CHF 30, zwei bis drei Stunden, Bus 212 ab Bahnhof Vevey. Teurer als andere Museen, aber eines der bestgemachten im Land.

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Kathedrale und Altstadt Lausanne

Die grösste gotische Kirche der Schweiz mit Rosenfenster und dem Turmaufstieg (CHF 5, 224 Stufen), die Escaliers du Marché hinunter zur Place de la Palud und weiter ins Flon. Geführte Stadtrundgänge ab CHF 20, zwei Stunden; abends um 22 Uhr ruft der Turmwächter.

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Lavaux Express

Der kleine Zug auf Rädern fährt ab Lutry oder Cully in einer Stunde durch die Rebberge, April bis Oktober, CHF 15. Für alle, die das Lavaux ohne Wandern sehen wollen, mit Kindern oder mit wenig Zeit. Sitzplätze an Wochenenden vorher reservieren.

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Alimentarium und Markt Vevey

Das Museum für Ernährung der Nestlé-Stiftung am Quai von Vevey, CHF 15, zwei Stunden, mit Kochateliers für Kinder. Am Dienstag und Samstag davor der Markt auf der Grande Place, im Sommer mit Weinausschank. Gut mit Chaplin's World zu einem Vevey-Tag kombinierbar.

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Essen & Trinken

Die Waadt kocht französisch mit Schweizer Bodenhaftung: Fisch aus dem See, Wurst mit geschützter Herkunft, Lauch und Kartoffeln im Winter und zu allem Chasselas aus dem Lavaux. Am ehrlichsten isst und trinkst du in den Pintes und Caveaux der Winzerdörfer, am schönsten an einem Quai bei Sonnenuntergang, und das Tagesmenü ist überall der Weg, gut und bezahlbar zu essen.

Filets de perche

Fischlokale am Quai in Ouchy, Vevey und Montreux sowie in den Pintes in Cully und Lutry

Kleine Eglifilets in Butter gebraten, mit Zitrone, Pommes frites und Tartarsauce. Das Gericht des Genfersees, CHF 32 bis 45, je nachdem, ob der Fisch wirklich aus dem See kommt.

Tipp:«Perche du Léman» ist selten und teuer, die Zuchtfilets aus dem Ausland schmecken fast gleich; ehrliche Lokale schreiben es auf die Karte.

Papet vaudois

Pintes in den Lavaux-Dörfern und Brasserien in der Lausanner Altstadt

Lauch und Kartoffeln lange geschmort, darauf die Saucisse aux choux, eine geräucherte Kohlwurst mit geschützter Herkunft. Winteressen der Waadtländer, CHF 24 bis 30.

Tipp:Im September ist das Gericht das Fest im Dorf Lutry, dann gibt es es an jedem Stand.

Malakoff

Lokale in Vinzel, Luins und Bursins an der Côte westlich von Lausanne

Frittierte Käsekugeln aus Gruyère und Weisswein, aussen knusprig, innen flüssig. CHF 7 bis 9 pro Stück, zwei bis drei machen satt.

Vacherin Mont-d'Or

Käsereien und Märkte in Lausanne (Place de la Riponne, Mittwoch und Samstag), als Gericht in vielen Pintes im Winter

Weichkäse aus dem Vallée de Joux in der Fichtenholzschachtel, mit Knoblauch und Weisswein im Ofen geschmolzen und mit Kartoffeln gelöffelt. Nur Oktober bis März, CHF 25 bis 30 für zwei.

Tipp:Selber machen ist einfach: Schachtel in den Ofen, 25 Minuten bei 180 Grad, fertig.

Taillé aux greubons

Bäckereien in Lausanne, Vevey und Montreux, in den Caveaux zum Wein

Blätterteiggebäck mit Grieben, salzig und knusprig, das traditionelle Waadtländer Apérogebäck zum Weisswein. CHF 2 bis 3 pro Stück in der Bäckerei.

Chasselas Dézaley Grand Cru

Caveaux in Epesses, Rivaz, Cully und Saint-Saphorin, Wochenenden Mai bis Oktober

Der Chasselas aus den steilsten Lagen des Lavaux, mineralisch, mit Noten von Honig und Feuerstein, einer der grossen Weissweine der Schweiz. Im Caveau CHF 4 bis 5 pro Deziliter, die Flasche beim Winzer ab CHF 22.

Tipp:Die Caveaux wechseln wöchentlich den ausschenkenden Winzer; der Plan hängt an der Tür und steht auf lavaux.ch.

Saucisson vaudois

Metzgereien in der Lausanner Altstadt und auf dem Markt in Vevey

Geräucherte Schweinswurst mit geschützter Herkunft, gekocht und mit Kartoffelsalat oder im Brotteig als Saucisson en brioche serviert. CHF 18 bis 26 im Lokal, CHF 8 bis 10 beim Metzger.

Tarte à la crème

Bäckereien und Tea-Rooms in den Lavaux-Dörfern und in Vevey

Flacher Rahmkuchen mit Zucker und Zimt, Waadtländer Sonntagsdessert, einfach und sehr süss. CHF 4 bis 6 das Stück.

Food-Tour buchen: Lausanne und Montreux

Mit Guide durch Märkte und Lokale, inklusive Kostproben.

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Geschichte & Hintergrund

Lausanne wuchs aus dem römischen Lousonna am Seeufer von Vidy, zog sich im Frühmittelalter aber auf die drei Hügel oberhalb zurück, wo der Bischof seine Kathedrale baute. Sie wurde 1275 im Beisein von Papst und Kaiser geweiht und ist bis heute die grösste gotische Kirche der Schweiz; jede Nacht ruft der Turmwächter von 22 bis 2 Uhr die Stunden aus, seit über 600 Jahren. 1536 eroberte Bern das Waadtland, führte die Reformation ein und regierte 262 Jahre als Landvogt, bis die Waadtländer 1798 mit französischer Hilfe frei wurden und 1803 ein eigener Kanton. Im 19. Jahrhundert kamen die Engländer: Erst für die Kur, dann für das Klima, und die Bahn von 1861 machte aus Montreux eine Riviera mit Palästen und Palmen. Lord Byron hatte schon 1816 das Schloss Chillon besucht und den Namen des Gefangenen Bonivard in eine Säule geritzt. 1915 holte Pierre de Coubertin das Internationale Olympische Komitee aus dem kriegsgeplagten Paris nach Lausanne, das seither «Olympische Hauptstadt» heisst. Das Lavaux, die Weinterrassen zwischen Lausanne und Vevey, wurde im 12. Jahrhundert von Zisterziensermönchen angelegt und ist seit 2007 UNESCO-Welterbe. Montreux bekam 1967 sein Jazzfestival, 1971 brannte das Casino bei einem Konzert von Frank Zappa ab, was Deep Purple zu «Smoke on the Water» inspirierte, und Freddie Mercury nahm hier bis 1991 auf; seine Statue steht am Quai.

Insider-Tipps

Anreise und Mobilität: Zug, Metro, Schiff, und das Auto bleibt stehen

Ab Zürich fährt der IC in 2 Stunden 10 Minuten nach Lausanne und in 2 Stunden 40 Minuten nach Montreux, ab Bern in 65 beziehungsweise 90 Minuten, ab Basel sind es rund 2 Stunden 20 Minuten bis Lausanne. Mit Halbtax kostet Zürich retour rund CHF 80, Sparbillette ab CHF 20 pro Richtung. Mit dem Auto sind es 230 Kilometer über die A1, aber Lausanne ist eine der steilsten Städte Europas mit teuren Parkhäusern (CHF 25 bis 40 pro Tag), und in Montreux ist die Seestrasse im Sommer verstopft. Zwischen den beiden Orten fährt die S-Bahn alle 15 Minuten, 25 Minuten Fahrt, CHF 7 mit Halbtax. Wer in einem Hotel oder einer Jugendherberge übernachtet, bekommt in Lausanne die Lausanne Transport Card und in Montreux die Riviera Card, mit denen der lokale ÖV gratis ist; die Riviera Card gibt dazu 50 Prozent auf Bergbahnen und Schiffe. In Lausanne brauchst du die Metro M2, die einzige U-Bahn der Schweiz, die 400 Höhenmeter vom See in Ouchy bis zum Bahnhof und in die Altstadt überwindet. Die CGN-Schiffe verbinden Lausanne-Ouchy, Vevey, Montreux und Chillon, Halbtax gilt, und die Fahrt entlang des Lavaux ist die schönste Strecke des Sees, rund 90 Minuten, CHF 25 mit Halbtax.

Unterkunft: Lausanne für die Stadt, Montreux für den See, Vevey als Kompromiss

Lausanne hat drei Lagen. Rund um den Bahnhof wohnst du praktisch, mit M2 nach oben und unten, Mittelklasse ab CHF 160. Die Altstadt um Kathedrale und Place de la Palud ist am Abend schön und tagsüber laut, Hotels sind selten. Ouchy unten am See hat die Paläste (Beau-Rivage Palace ab CHF 500) und die Promenade, dafür bist du von der Stadt eine Metrofahrt entfernt. Montreux reiht die grossen Häuser am Quai auf: Fairmont Le Montreux Palace, Eden Palace, Grand Hotel Suisse Majestic, Zimmer mit Seeblick ab CHF 300. Die günstigeren Hotels liegen eine oder zwei Strassen hinter dem Quai am Hang, ab CHF 150, und die Jugendherberge in Territet steht direkt am See für CHF 50. Die Preisfalle heisst Montreux Jazz: In den zwei Festivalwochen Anfang Juli kostet jedes Zimmer das Doppelte bis Dreifache, und ohne Buchung im Winter bekommst du gar nichts. Dasselbe in kleinerem Mass an Weihnachten mit dem Weihnachtsmarkt. Der ehrliche Kompromiss ist Vevey: kleiner, charmanter, mit Markt und dem Alimentarium, zehn Minuten mit dem Zug von Montreux und 15 von Lausanne, Hotels 20 bis 30 Prozent günstiger. Wer Wein mag, schläft in einem der Winzerdörfer im Lavaux (Cully, Epesses, Rivaz), kleine B&B und Gasthöfe ab CHF 140, mit der S-Bahn alle 30 Minuten in beide Richtungen.

Kostenfallen und Spartricks: Riviera Card, Bergbahn-Kombis, Caveaux

Die Riviera ist nicht billiger als Genf, aber man kann sie besser aushebeln. Erstens: Die Riviera Card aus dem Hotel halbiert die Zahnradbahn auf die Rochers-de-Naye (regulär rund CHF 75 retour ab Montreux, mit Halbtax CHF 38, mit Riviera Card ebenfalls 50 Prozent) und den Eintritt ins Schloss Chillon (regulär CHF 15). Zweitens: Das Olympische Museum kostet CHF 20, der Park davor mit Skulpturen und Seeblick nichts, und mit dem Schweizer Museumspass oder der Raiffeisen-Karte kommst du gratis rein. Drittens: Die Caveaux der Winzer im Lavaux, kleine Weinstuben in Cully, Epesses, Rivaz und Saint-Saphorin, schenken an Wochenenden von Mai bis Oktober Deziliter für CHF 3 bis 5 aus, mit Käse und Trockenfleisch dazu; das ist die günstigste Weinprobe der Schweiz, und die Winzer stehen selbst am Tresen. Viertens: Mittags das Tagesmenü für CHF 20 bis 26, auch in Lokalen, die abends CHF 60 kosten. Die Fallen: Filets de perche am Quai von Montreux für CHF 48 ohne Herkunftsangabe, die Fahrt auf den Glacier 3000 als «Ausflug ab Montreux» für CHF 150, wenn du das Hochgebirge auch günstiger haben kannst, und Parken am See an Festtagen. Und: Das Montreux Jazz hat seit Jahren ein grosses Gratisprogramm am Seeufer und im Park, die Hauptbühnen kosten CHF 80 bis 250, aber den Festivalstimmung bekommst du für nichts.

Timing: Jazz im Juli, Weinlese im Oktober, Weihnachtsmarkt im Dezember

Das Montreux Jazz Festival läuft zwei Wochen Anfang bis Mitte Juli, 2025 erstmals am neuen Standort rund um das Casino und am Seeufer, weil das Kongresszentrum umgebaut wird. Für Musikfans ist das die Zeit, für alle anderen die Zeit, in der Montreux voll und teuer ist. Mai, Juni und September sind die schönsten Monate für den See: Badewetter ab Mitte Juni, die Quais voll blühend, die Schiffe im Sommerfahrplan. Der Oktober ist für das Lavaux der beste Monat: Weinlese, goldene Reben, Nebel am Morgen und Sonne am Nachmittag, die Caveaux noch offen. Alle 20 bis 25 Jahre findet in Vevey die Fête des Vignerons statt, das letzte Mal 2019, das nächste Mal um 2040, also nichts, was du planen musst. Dezember bringt den Weihnachtsmarkt in Montreux am Quai mit dem fliegenden Weihnachtsmann über dem See und vollen Zügen am Wochenende; der Markt in Lausanne auf der Place Saint-François ist kleiner und ruhiger. Januar und Februar sind grau am See und sonnig auf den Rochers-de-Naye, wo oberhalb des Nebels geschneeschuhlaufen und gerodelt wird. Lausanne selbst ist Universitätsstadt mit 50'000 Studierenden und lebt deshalb auch im November: Das Flon-Quartier mit Bars und Clubs füllt sich ab Donnerstag.

Unterschätzt: Lavaux zu Fuss, Vevey, Rochers-de-Naye und die Sauvabelin-Türme

Die Wanderung durch das Lavaux ist der beste Halbtag der Region und kostet nichts. Nimm die S-Bahn nach Saint-Saphorin oder Chexbres und lauf durch die Terrassen abwärts nach Rivaz, Epesses und Cully, zwei bis drei Stunden auf asphaltierten Winzerwegen zwischen Mauern, mit See und Savoyer Alpen unter dir. Unterwegs liegt die Lavaux Vinorama in Rivaz mit Film und Degustation (CHF 17 für drei Weine). Vevey ist die Stadt, die zwischen den grossen Namen untergeht, zu Unrecht: Nestlé-Hauptsitz und Alimentarium (Museum für Ernährung, CHF 15), die riesige Gabel im See, die Chaplin-Statue am Quai und oberhalb in Corsier das Chaplin's World, das Haus, in dem Charlie Chaplin 25 Jahre lebte (CHF 30, zwei bis drei Stunden, lohnt sich wirklich). Dienstag und Samstag ist Markt auf der Grande Place, im Sommer mit Weinausschank in Gläsern, die du am Stand kaufst. Die Rochers-de-Naye auf 2'042 Metern erreichst du mit der Zahnradbahn ab Montreux in 55 Minuten; oben Murmeltierpark, Alpengarten, Rundblick auf See, Alpen und Jura, und im Winter Schneeschuhwege. In Lausanne selbst geh zum Sauvabelin-Turm im Wald oberhalb der Stadt (Bus 16), ein 35 Meter hoher Holzturm mit Wendeltreppe, gratis, mit Blick über die Stadt bis zum Mont Blanc, und danach durch den Park Hermitage mit der Fondation de l'Hermitage hinunter in die Altstadt.

Essen und Trinken: Egli, Papet und der Chasselas vom Dézaley

Die Waadt ist der Kanton, in dem die Schweiz französisch isst, mit eigenen Gerichten. Die Filets de perche, in Butter gebratene Eglifilets mit Zitrone und Pommes frites, sind das Gericht des Sees. Ehrlich gesagt kommen die meisten aus Zuchten in Estland oder Polen, weil der See nicht genug hergibt; die guten Lokale schreiben «perche du Léman» drauf und verlangen CHF 45, die anderen CHF 32 mit ebenso guten Filets. Der Papet vaudois, Lauch und Kartoffeln mit der Saucisse aux choux, einer geräucherten Kohlwurst mit geschützter Herkunft, ist das Winteressen der Waadtländer, CHF 24 bis 30 in den Pintes, den Dorfbeizen. Der Wein ist Chasselas, hier mit Lagen wie Dézaley und Calamin, die Grand-Cru-Status haben, mineralisch und zum Fisch gemacht; im Lokal CHF 6 bis 10 pro Deziliter, in den Caveaux CHF 3 bis 5. Dazu Vacherin Mont-d'Or aus dem Vallée de Joux im Winter, im Ofen geschmolzen und mit Kartoffeln gelöffelt, CHF 25 bis 30 für zwei. Die beste Konditorei-Spezialität ist die Taillé aux greubons, ein Blätterteiggebäck mit Grieben, zum Weisswein am Vormittag. In Lausanne isst du gut und günstig im Flon und rund um die Place de la Riponne, in Montreux hinter dem Quai in der Rue du Marché, und das beste Preis-Leistungs-Verhältnis haben die Pintes in den Lavaux-Dörfern, wo die Winzer selbst essen gehen.

Häufige Fragen zu Lausanne und Montreux

Wie komme ich nach Lausanne und Montreux, und brauche ich ein Auto?

Mit der Bahn ab Zürich in 2 Stunden 10 Minuten nach Lausanne und 2 Stunden 40 Minuten nach Montreux, ab Bern in gut einer Stunde, mit Halbtax rund CHF 80 retour ab Zürich, Sparbillette ab CHF 20. Ein Auto brauchst du nicht: Zwischen Lausanne, Vevey und Montreux fährt die S-Bahn alle 15 Minuten, dazu Schiffe und die Metro M2 in Lausanne. Mit der Lausanne Transport Card oder der Riviera Card aus deinem Hotel ist der lokale ÖV gratis.

Wie viele Tage braucht man für Lausanne und Montreux?

Drei Tage sind ein guter Richtwert: ein Tag Lausanne mit Kathedrale, Altstadt, Olympischem Museum und Ouchy, ein Tag Lavaux-Wanderung mit Caveau und Vevey, ein Tag Montreux mit Schloss Chillon und Rochers-de-Naye. Mit vier Tagen kommen Chaplin's World und eine Schifffahrt dazu. Wer nur ein Wochenende hat, nimmt Lausanne oder Montreux plus Lavaux, nicht alles.

Was kostet die Riviera pro Tag?

Mit Mittelklassehotel für zwei, Tagesmenü, einem Abendessen mit Wein, einem Museum oder dem Schloss Chillon und ÖV rechne mit CHF 170 bis 210 pro Person und Tag. Die Bergbahn auf die Rochers-de-Naye kommt mit rund CHF 40 (Halbtax oder Riviera Card) dazu. Sparsam mit Jugendherberge, Picknick aus dem Markt in Vevey und Caveau statt Restaurant sind CHF 90 bis 110 realistisch. In der Jazz-Woche rechne mit dem Doppelten für das Hotel.

Lohnt sich das Schloss Chillon?

Ja, es ist die meistbesuchte historische Stätte der Schweiz, und das zu Recht: eine Wasserburg auf einem Felsen im See, mit Kellergewölben, Rittersaal, Kapelle und Byrons eingeritztem Namen. Eintritt CHF 15, mit Riviera Card die Hälfte, eineinhalb bis zwei Stunden mit dem Audioguide. Komm vor 10 Uhr oder nach 16 Uhr, mittags kommen die Busse. Schönster Weg: Zu Fuss von Montreux am Seeufer entlang, 45 Minuten, oder mit dem Schiff direkt vor das Tor.

Wie plane ich das Montreux Jazz Festival?

Das Festival dauert zwei Wochen Anfang bis Mitte Juli. Die Konzerte in den grossen Sälen kosten CHF 80 bis 250 und sind ab Vorverkaufsstart im April oft binnen Stunden weg. Das Gratisprogramm am Seeufer, im Park und auf kleinen Bühnen läuft jeden Abend und ist für viele Besucher das eigentliche Festival. Hotels in Montreux buchst du spätestens im Winter, oder du schläfst in Vevey oder Lausanne und fährst mit der S-Bahn, die während des Festivals auch nachts fährt.

Kann man das Lavaux ohne Wandern besuchen?

Ja. Der Lavaux Express, ein kleiner Zug auf Rädern, fährt von Lutry und Cully durch die Rebberge, rund eine Stunde für CHF 15, April bis Oktober. Die S-Bahn hält in jedem Winzerdorf, du kannst also in Epesses aussteigen, ins Caveau gehen und in Rivaz wieder einsteigen. Das CGN-Schiff zwischen Lausanne und Montreux zeigt dir die Terrassen vom See aus. Und von Chexbres oberhalb hast du den berühmten Blick auf die Terrassen, 30 Meter vom Bahnhof entfernt.

Routen mit diesem Ziel

Veranstaltungen

Jul 2

Montreux Jazz Festival

Kultur

2. Juli 2027 Erste Julihälfte, 16 Tage; 2027 voraussichtlich 2. bis 17. Juli

Seit 1967 am Ufer des Genfersees, längst nicht mehr nur Jazz: Im Auditorium Stravinski und im Lab spielen Weltstars von Pop über Soul bis Elektro, drumherum gibt es rund 250 Gratiskonzerte auf Seebühnen, in Parks und auf dem Schiff. Karten für die grossen Namen kosten CHF 100 bis 300 und sind im April innerhalb von Stunden weg, der Wiederverkauf über die offizielle Plattform ist der einzige seriöse Weg. Der Seeuferweg wird zur zwei Kilometer langen Festmeile mit Essständen, Bars und Menschenmassen bis drei Uhr früh, das ist für Nachtschwärmer grossartig und für alle anderen laut. Hotels in Montreux und Vevey kosten in diesen zwei Wochen das Doppelte und sind früh ausgebucht, Lausanne (20 Minuten mit der S-Bahn) und das Lavaux sind die Alternative. Nach den Hauptkonzerten fahren Sonderzüge Richtung Lausanne.

Für Reisende: Die Gratiskonzerte und die Stimmung am See lohnen auch ohne Ticket, vor allem unter der Woche; wer Ruhe will, reist in der zweiten Julihälfte an, dann ist die Riviera wieder normal.

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