Genf

Schweiz · Genfersee & Wallis · Reiseguide

Genf

Was ein Wochenende in der internationalen Stadt am See wirklich kostet, warum du die Gratis-Transportkarte deines Hotels brauchst und wo Genf nicht nach Banken, sondern nach Quartier aussieht.

Foto: Christopher Politano / Pexels

Was kostet deine Reise nach Genf?

Schieb die Werte auf deine Reise zurecht – der Rechner aktualisiert live (CHF).

1'835 CHF
≈ 918 CHF pro Person
  • Anreise 140 CHF
  • Unterkunft 1'000 CHF
  • Essen 600 CHF
  • Transport vor Ort 25 CHF
  • CERN-Besuch mit Seerundfahrt 70 CHF

Schätzwerte zur Orientierung, keine Buchungspreise. Anreise heisst hier Bahn oder Auto ab der Schweiz, hin und zurück pro Person. Hotels schwanken saisonal stark, aktuelle Preise findest du über die Links weiter unten.

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Schweizer Franken (CHF). Karten und Twint funktionieren praktisch überall, auch auf der Alp. Viele Läden nehmen Euro an, geben aber Franken zurück, zu einem schlechten Kurs. Trinkgeld ist im Preis inbegriffen, Aufrunden ist üblich. Anreise: Anreise mit Bahn (SBB) oder Auto, ab Zürich 1 bis 4 Stunden.

Hotel-Empfehlungen

Neun Optionen in drei Preisklassen – jeweils die Häuser mit den besten Bewertungen auf Booking.com.

Budget

Geneva Hostel

Pâquis, Genf

Das grosse Jugendherbergs-Haus der Stadt, fünf Minuten vom Bahnhof und vom See. Schlafsäle und einfache Doppelzimmer, Gemeinschaftsküche, Frühstück inklusive, Transport Card an der Rezeption. Für Solo-Reisende und Familien mit kleinem Budget die einzige wirklich günstige Adresse in Genf.

ab CHF 45 / Nacht Ansehen →

ibis Genève Centre Nations

Nations, Genf

Standard-Ibis zwischen Bahnhof und UNO-Viertel, kleine Zimmer, verlässlich sauber, Tram vor der Tür. Für Besuche der internationalen Organisationen und des Rotkreuz-Museums gut gelegen, zum See sind es 15 Minuten zu Fuss.

ab CHF 110 / Nacht Ansehen →

Hotel Bernina Geneva

Cornavin, Genf

Einfaches Zwei-Sterne-Haus direkt gegenüber dem Bahnhof Cornavin, seit Jahrzehnten eine Adresse für Durchreisende. Zimmer schlicht und zum Teil hellhörig, dafür Lage und Preis, die es in Genf sonst kaum gibt.

ab CHF 120 / Nacht Ansehen →

Mittelklasse

Hotel Cornavin Geneva

Cornavin, Genf

Vier-Sterne-Haus neben dem Bahnhof, bekannt aus Hergés «Tim und Struppi»-Band «Der Fall Bienlein» und mit der grössten Pendeluhr der Welt in der Lobby. Moderne Zimmer, Dachterrasse mit Blick auf Jet d'Eau und Salève, ideal für ein Wochenende ohne Auto.

ab CHF 190 / Nacht Ansehen →

Hotel Edelweiss Geneva

Pâquis, Genf

Chalet-Stil mitten in den Pâquis, mit Arvenholz, Kuhglocken und einem Restaurant mit Fondue und Folklore am Abend. Kitschig, aber bewusst und gut gemacht, Zimmer ruhig zum Innenhof. Für Gäste, die in der Stadt ein Stück Berg wollen.

ab CHF 180 / Nacht Ansehen →

Hotel N'vY Geneva

Pâquis, Genf

Design-Hotel der Manotel-Gruppe mit Pop-Art-Lobby, guter Bar und einem Steakhouse im Haus. Zimmer modern und gut schallisoliert, Bahnhof und See je fünf Minuten. Für Paare und Städtereisende, die es urbaner mögen als das klassische Genfer Hotel.

ab CHF 210 / Nacht Ansehen →

Luxus

Beau-Rivage Genève

Quai du Mont-Blanc, Genf

Seit 1865 in Familienbesitz, das Grand Hotel der Stadt, in dem Kaiserin Sisi 1898 starb. Atrium mit Marmor, Zimmer zum See mit Blick auf den Jet d'Eau, Restaurant Le Chat-Botté mit Michelin-Stern. Für einen Anlass, nicht für den Durchschnittstrip.

ab CHF 650 / Nacht Ansehen →

Four Seasons Hotel des Bergues Geneva

Quai des Bergues, Genf

Das älteste Luxushotel Genfs von 1834, an der Stelle, wo die Rhone den See verlässt. Spa auf dem Dach mit Pool und Blick auf den Jet d'Eau, italienisches Restaurant Il Lago, Service auf dem Niveau, das die Marke verspricht. Der Klassiker unter den Genfer Palästen.

ab CHF 800 / Nacht Ansehen →

Mandarin Oriental, Geneva

Quai Turrettini, Genf

An der Rhone statt am See, dafür ruhiger und mit einem der besten Spas der Stadt. Art-déco-Haus mit grossen Zimmern, Restaurant Yakumanka für peruanisch-japanische Küche, Altstadt in fünf Minuten zu Fuss. Für Gäste, die Luxus ohne Jet-d'Eau-Postkarte wollen.

ab CHF 600 / Nacht Ansehen →

Buchst du über diese Links, erhalten wir eine kleine Provision – für dich ohne Aufpreis.

Erlebnisse, die sich lohnen

UNO-Führung im Palais des Nations

Der Sitz der Vereinten Nationen in Europa mit Versammlungssaal, Ratssaal und Park, Führung rund 1 Stunde für CHF 22. Online vorbuchen und Pass mitnehmen, ohne kommst du nicht rein. Davor der dreibeinige Stuhl auf der Place des Nations als Mahnmal gegen Landminen.

Ansehen & buchen →

CERN Science Gateway

Das neue Besucherzentrum des Teilchenforschungszentrums, gratis, Dienstag bis Sonntag offen, zwei bis drei Stunden. Führungen in die Anlagen sind begehrt und müssen Wochen vorher online gebucht werden. Tram 18 ab Cornavin fährt direkt hin.

Ansehen & buchen →

Rotkreuz-Museum

Das Internationale Museum des Roten Kreuzes und Roten Halbmonds gegenüber der UNO, CHF 15, 90 Minuten bis zwei Stunden. Drei Ausstellungsräume zu Würde, Familie und Katastrophen, emotional stark und für Kinder ab zwölf. Eines der besten Museen der Schweiz.

Ansehen & buchen →

Altstadt-Rundgang mit Kathedrale

Vom Place du Bourg-de-Four hinauf zur Kathedrale Saint-Pierre, auf den Turm (CHF 7, 157 Stufen), zur Maison Tavel (gratis) und zum Reformationsdenkmal im Parc des Bastions. Geführt zwei Stunden ab CHF 25, auf eigene Faust ein halber Tag mit Pausen.

Ansehen & buchen →

Seerundfahrt mit der CGN

Die Belle-Epoque-Raddampfer der CGN fahren ab Genf nach Nyon, Yvoire und bis Lausanne. Eine Rundfahrt von einer Stunde kostet rund CHF 20, Halbtax und GA gelten, der Halbtag nach Yvoire mit Mittelalterdorf rund CHF 50. Das Schiff ist die schönste Art, den See zu sehen.

Ansehen & buchen →

Bains des Pâquis

Die Badeanstalt von 1932 auf der Mole im See, CHF 2 Eintritt, im Winter Sauna und Hammam ab CHF 20, Buvette mit Fondue und Frühstück. Sonnenaufgang von hier, mit dem Jet d'Eau gegenüber, ist der Genfer Moment, den du nicht bezahlen musst.

Ansehen & buchen →

Patek-Philippe-Museum

Fünf Jahrhunderte Uhrmacherkunst in Plainpalais, CHF 10, zwei Stunden, Führungen auf Deutsch am Samstag. Auch wer sich nicht für Uhren interessiert, staunt über die Automaten und Emailarbeiten im 18. Jahrhundert. Fotografieren verboten, Rucksack an die Garderobe.

Ansehen & buchen →

Salève mit Seilbahn

Der Hausberg der Genfer liegt in Frankreich, Bus 8 bis Veyrier-Douane, über die Grenze zu Fuss, Seilbahn rund CHF 15 retour. Oben Blick auf Stadt, See und Mont Blanc, Wanderwege, Gleitschirmflieger. Pass oder ID mitnehmen, Halbtag einplanen.

Ansehen & buchen →

Weinprobe in Satigny

Das grösste Weinbaudorf der Schweiz liegt zwölf Minuten mit dem Zug von Cornavin. Degustationen in den Weingütern ab CHF 10 bis 15, geführte Touren mit drei Kellereien ab CHF 90. Am Tag der offenen Weinkeller im Mai ist das ganze Dorf unterwegs.

Ansehen & buchen →

Buchst du über diese Links, erhalten wir eine kleine Provision – für dich ohne Aufpreis.

Essen & Trinken

Genf isst französisch, mit den Zutaten des Sees und des Genfer Gemüsebaus, und daneben so international wie kaum eine Stadt dieser Grösse: In den Pâquis liegen Beirut, Asmara und Bangkok in einer Strasse. Die eigene Küche ist klein, aber sie existiert, im Winter mit Longeole und Cardon, im Sommer mit Fisch und Chasselas am See.

Longeole

Brasserien in Carouge und rund um die Place du Bourg-de-Four

Grobe Schweinewurst mit Fenchelsamen und Schwarte, zwei Stunden gekocht, mit Kartoffelgratin oder Linsen. Herzhaft und winterlich, CHF 28 bis 35 in der Brasserie.

Tipp:Nur von Oktober bis März auf der Karte, eine Portion reicht für den ganzen Tag.

Filets de perche au beurre

Buvette des Bains des Pâquis und die Fischlokale am Quai in Eaux-Vives

Eglifilets in Butter gebraten, mit Zitrone, Pommes frites und Tartar. Der Genfersee-Klassiker, CHF 32 bis 45, wenn der Fisch wirklich aus dem See kommt, sonst günstiger.

Tipp:Frag nach der Herkunft, «du lac» ist selten und teuer, Zuchtegli ehrlich und gut.

Gratin de cardons

Markt in Plainpalais und Halle de Rive im Winter, als Gericht in Carouger Bistros

Die Genfer Distel mit geschützter Herkunft (AOP), geschmort und mit Käse überbacken, schmeckt zwischen Artischocke und Sellerie. Beilage CHF 10 bis 14, Weihnachtsgericht der Genfer.

Fondue moitié-moitié

Buvette des Bains des Pâquis, im Winter mit Blick auf den Jet d'Eau

Halb Gruyère, halb Vacherin Fribourgeois, cremiger als das Zürcher Fondue, mit Brot und Kirsch. CHF 25 bis 32 pro Person.

Tipp:Die Buvette nimmt keine Reservation, vor 18.30 Uhr kommen oder bis 20 Uhr warten.

Malakoff

Lokale in Vinzel und Luins an der Côte, 30 Minuten mit dem Zug

Frittierte Käsebällchen aus Gruyère, Weisswein und Knoblauch, eine Spezialität aus Vinzel an der Côte, benannt nach der Krim-Schlacht von 1855. CHF 7 bis 9 pro Stück, zwei sind ein Essen.

Marmite de l'Escalade

Jede Confiserie der Stadt ab Ende November, etwa Auer an der Rue de Rive

Schokoladentopf gefüllt mit Marzipangemüse, der am 12. Dezember am Tisch zerschlagen wird. Von CHF 5 für die kleine bis CHF 80 für die Schaufensterversion.

Tipp:Der Älteste und der Jüngste zerschlagen sie gemeinsam mit dem Satz «Ainsi périssent les ennemis de la République».

Genfer Chasselas

Weingüter in Satigny, Buvettes am See

Leichter Weisswein aus Satigny und Dardagny, der zum Fisch gehört. CHF 6 bis 9 pro Deziliter im Lokal, die Flasche ab CHF 14 im Weingut.

Tipp:Der Gamaret, eine Genfer Rotweinzüchtung von 1970, ist der spannendere Wein, wenn du Rotwein magst.

Mezze in den Pâquis

Rue de Berne und Rue de Monthoux, Pâquis

Hummus, Taboulé, Falafel und gegrilltes Fleisch in den libanesischen Lokalen rund um die Rue de Berne, für CHF 20 bis 28 pro Person satt. Die günstigste gute Küche der Stadt.

Tipp:Mittags gibt es Sandwich-Varianten für CHF 10 bis 12 zum Mitnehmen an den See.

Buchst du über diese Links, erhalten wir eine kleine Provision – für dich ohne Aufpreis.

Geschichte & Hintergrund

Genf war schon römisch, als Caesar 58 v. Chr. die Brücke über die Rhone abbrechen liess, um die Helvetier aufzuhalten. Im Mittelalter machten die Messen die Stadt reich, und die Bischöfe und Savoyer stritten um sie, bis Genf sich 1536 als Republik von beiden löste. Im selben Jahr kam Jean Calvin, und aus der Handelsstadt wurde das «protestantische Rom»: strenge Sitten, aber auch Schulen, Druckereien und Zuflucht für Glaubensflüchtlinge aus Frankreich und Italien, die Uhrmacherei und Bankwesen mitbrachten. Die Nacht der Escalade 1602, in der die Genfer den Angriff Savoyens abwehrten, feiert die Stadt bis heute im Dezember. 1815 trat Genf der Eidgenossenschaft bei, als letzter Kanton zusammen mit Wallis und Neuenburg. Henry Dunant gründete 1863 das Rote Kreuz, 1864 wurde die erste Genfer Konvention unterzeichnet, und seither ist Genf die Stadt der Verhandlungen: Völkerbund ab 1920, danach UNO, WHO, WTO, UNHCR und rund 40 internationale Organisationen mit 750 Nichtregierungsorganisationen. Das CERN im Westen der Stadt hat 1989 nebenbei das World Wide Web hervorgebracht. Heute ist Genf mit 200'000 Einwohnern die zweitgrösste Stadt der Schweiz, fast jeder zweite hat keinen Schweizer Pass, und der Jet d'Eau, ursprünglich 1886 ein Überdruckventil der Wasserwerke, schiesst 140 Meter hoch über den See.

Insider-Tipps

Anreise und Mobilität: Bahn, Gratis-ÖV und Mouettes

Ab Zürich fährt der IC in 2 Stunden 45 Minuten nach Genève Cornavin, ab Bern in 1 Stunde 45 Minuten, ab Basel in 2 Stunden 40 Minuten. Mit Halbtax kostet Zürich retour rund CHF 90, Sparbillette gibt es ab CHF 25 pro Richtung, wenn du zwei bis drei Wochen vorher buchst. Mit dem Auto sind es 280 Kilometer über die A1, aber Parken in Genf kostet CHF 30 bis 50 pro Tag, und die Stadt ist ein einziger Einbahn- und Baustellenkreis. Lass das Auto zu Hause oder in einem P+R am Stadtrand (CHF 12 pro Tag inklusive Tageskarte). Vor Ort brauchst du kaum ÖV, weil fast alles zu Fuss erreichbar ist, und wenn doch, ist er gratis: Jedes Hotel, Hostel und jeder Campingplatz gibt dir bei der Ankunft die Geneva Transport Card, mit der Tram, Bus, Zug im Stadtgebiet und die gelben Mouettes-Boote über den See nichts kosten. Schon am Anreisetag gilt ein Gratisticket ab dem Bahnhof Cornavin, das du am Automaten in der Gepäckhalle ziehst, 80 Minuten gültig. Die Mouettes sind die beste Stadtrundfahrt der Welt: Von den Pâquis zum Jardin Anglais in fünf Minuten, mit Blick auf den Jet d'Eau und bei Föhn auf den Mont Blanc.

Unterkunft: Pâquis statt Rive Gauche, und wann die Stadt voll ist

Genf ist mit Zürich die teuerste Hotelstadt der Schweiz, und der Grund ist nicht der Tourismus, sondern die Konferenzen. Wenn im Januar der Autosalon lief oder im März die Uhrenmesse Watches and Wonders stattfindet, kostet ein Ibis CHF 250, in einer normalen Woche CHF 110. Prüf deshalb vor dem Buchen den Veranstaltungskalender von Palexpo. Die grossen Namen (Beau-Rivage, Four Seasons, Mandarin Oriental) stehen am rechten Ufer am Quai du Mont-Blanc, und ein Zimmer mit Seeblick kostet dort ab CHF 600. Das Quartier dahinter, die Pâquis, ist das Gegenteil: eng, multikulturell, mit libanesischen, eritreischen und portugiesischen Lokalen, einem Rotlichtanteil, der tagsüber kaum auffällt, und soliden Mittelklassehotels für CHF 150 bis 220. Von hier bist du in fünf Minuten am Bahnhof und am See. Wer es ruhiger will, nimmt Eaux-Vives am linken Ufer (neuer Bahnhof, CEVA-Linie) oder Carouge, das mit dem Tram 12 in zehn Minuten im Zentrum ist. Hostels gibt es wenige, das Geneva Hostel in den Pâquis ist das grösste, ab CHF 45 im Schlafsaal. Und falls du über die Grenze schielst: Annemasse in Frankreich hat Hotels für die Hälfte und ist mit dem Léman Express in 20 Minuten in Cornavin, die Transport Card gilt dort allerdings nicht.

Kostenfallen und Spartricks: Gratis-Museen, Mittagsmenü, Seezugang

Ein Cappuccino am Quai kostet CHF 6, ein Bier CHF 8 bis 9, ein Abendessen mit Wein schnell CHF 70 pro Person. Dagegen hilft Folgendes. Erstens: Die städtischen Museen (Musée d'Art et d'Histoire, Musée Ariana für Keramik, Maison Tavel in der Altstadt) sind in der Dauerausstellung gratis, immer. Das Rote-Kreuz-Museum kostet CHF 15, das Patek-Philippe-Museum CHF 10, die UNO-Führung CHF 22, das CERN ist gratis. Zweitens: Mittags gibt es überall das «plat du jour» für CHF 18 bis 25, in den gleichen Lokalen, die abends das Doppelte verlangen. Drittens: Der See ist dein Freibad. Die Bains des Pâquis kosten CHF 2 Eintritt, am Plage des Eaux-Vives, dem 2020 aufgeschütteten Stadtstrand, zahlst du nichts, und die Plage de Baby-Plage beim Jardin Anglais ist gratis für Familien. Viertens: Die Migros- und Coop-Restaurants sind kein Abstieg, sondern das, was Genfer Angestellte mittags tun. Fünftens: Wasser aus den Brunnen ist Trinkwasser, bestell im Restaurant «une carafe» statt Mineralwasser, das sonst CHF 8 kostet. Und die Falle: Lokale direkt an der Place du Bourg-de-Four mit Fotomenü, wo du CHF 35 für ein Fondue zahlst, das in Carouge CHF 26 kostet.

Timing: Escalade, Fêtes de Genève und die Jet-d'Eau-Frage

Genf ist ein Ganzjahresziel, aber der Charakter wechselt. Mai bis September ist Seezeit: Die Bains des Pâquis haben bis 21 Uhr offen, die Mouettes fahren im dichten Takt, abends sitzt die ganze Stadt am Wasser. Die Fêtes de Genève im August bringen Feuerwerk, Buden und volle Hotels, in den letzten Jahren in abgespeckter Form. Im Herbst ist die Stadt leer und günstig, und die Weinberge in Satigny und Dardagny sind zehn Minuten mit dem Zug entfernt. Dezember ist die schönste Zeit für Genf, wenn du Kälte verträgst: Am Wochenende um den 12. Dezember feiert die Stadt die Escalade mit Fackelumzug in historischen Kostümen durch die Altstadt, Glühwein und der Marmite, einem Schokoladentopf mit Marzipangemüse, den der jüngste und der älteste am Tisch zerschlagen. Der Jet d'Eau läuft nicht immer: Bei starkem Wind, Frost und manchmal im Winter wird er abgestellt, und abends ist er bis 22.30 Uhr beleuchtet. Wenn er dir wichtig ist, prüf den Tag. Die Bise, der kalte Nordostwind, kann im Winter und Frühling tagelang blasen und friert bei minus 10 Grad die Quais mit Eisskulpturen aus Gischt zu. Meide die Messe- und Konferenzwochen, siehe oben, und nutz die Sommerferien im Juli, wenn die internationalen Angestellten weg sind und die Preise sinken.

Unterschätzt: Carouge, Plainpalais, Salève und der Mont Blanc im Blick

Carouge wurde im 18. Jahrhundert vom König von Sardinien als Konkurrenzstadt zu Genf gebaut, mit italienischen Architekten und breiten Strassen, und fühlt sich bis heute wie ein piemontesisches Städtchen an: niedrige Häuser, Innenhöfe mit Glyzinien, Handwerker, Boutiquen und die besten Bars der Region rund um die Place du Marché. Mittwoch und Samstag ist Markt. Plainpalais, die grosse rautenförmige Ebene südlich der Altstadt, hat Mittwoch, Samstag und Sonntag einen Flohmarkt, am Rand das MAMCO für Gegenwartskunst und das Patek-Philippe-Museum, und in den Strassen dahinter die Bars der Studenten. Die Altstadt selbst ist klein, aber geh auf den Turm der Kathedrale Saint-Pierre (CHF 7), 157 Stufen, bester Blick über See und Jura. Und dann der Salève: Der Hausberg der Genfer liegt in Frankreich, die Seilbahn ab Veyrier (Bus 8, Pass nicht vergessen) bringt dich für rund CHF 15 retour auf 1'100 Meter, von wo du die Stadt, den See und die Mont-Blanc-Kette vor dir hast. Oben gibt es Wanderwege, Gleitschirmflieger und ein Restaurant, das günstiger ist als unten. Bei klarem Wetter siehst du den Mont Blanc auch von der Stadt, am besten vom Quai Wilson oder vom Pont du Mont-Blanc frühmorgens.

Essen und Trinken: Genfer Küche gibt es, man muss sie suchen

Genf isst französisch und international, aber es gibt eine eigene Küche. Die Longeole ist eine grobe Schweinewurst mit Fenchelsamen, die stundenlang gekocht und mit Kartoffelgratin oder Linsen serviert wird, im Winter in jeder guten Brasserie für CHF 28 bis 35. Die Filets de perche kommen auch hier auf den Tisch, meist aus Zucht oder aus osteuropäischen Seen, ehrliche Lokale schreiben es dazu. Das Cardon épineux, eine Distelart aus dem Genfer Gemüsebau mit geschützter Herkunft, gibt es nur im Winter als Gratin. Der Genfer Wein ist unterschätzt: Chasselas, Gamay und Gamaret aus Satigny, dem grössten Weinbaudorf der Schweiz, kosten im Lokal CHF 6 bis 9 pro Deziliter. Zum Ausgehen sind die Buvettes am See die beste Adresse: Die Buvette der Bains des Pâquis serviert im Winter Fondue für CHF 25 mit Blick auf den Jet d'Eau, im Sommer gegrillten Fisch und Salate zu Preisen, die für Genf anständig sind. In den Pâquis isst du libanesisch, äthiopisch oder thailändisch für CHF 18 bis 25, in Carouge gibt es die Bistros mit Tageskarte. Auf dem Markt in Plainpalais (Dienstag, Freitag) und in der Halle de Rive findest du Käse, Brot und Wurst für ein Picknick am See, was in Genf die ehrlichste Art zu essen ist.

Häufige Fragen zu Genf

Wie komme ich nach Genf, und brauche ich ein Auto?

Mit der Bahn: ab Zürich 2 Stunden 45 Minuten, ab Bern 1 Stunde 45 Minuten, ab Basel 2 Stunden 40 Minuten, alle halbe Stunde direkt nach Genève Cornavin. Mit Halbtax kostet Zürich retour rund CHF 90, Sparbillette ab CHF 25 pro Weg. Ein Auto ist in Genf ein Nachteil: Parken CHF 30 bis 50 pro Tag, Stau, Einbahnen. Vor Ort hast du mit der Geneva Transport Card deines Hotels den gesamten ÖV und die Mouettes-Boote gratis.

Wie viele Tage braucht man für Genf?

Zwei volle Tage reichen für die Stadt: einer für Altstadt, Kathedrale, Seeufer und Bains des Pâquis, einer für UNO, Rotes-Kreuz-Museum oder CERN und abends Carouge. Mit einem dritten Tag machst du den Salève, die Weinberge in Satigny oder fährst mit dem Schiff der CGN nach Yvoire oder Nyon. Länger als drei Tage lohnt sich nur als Basis für den ganzen Genfersee.

Was kostet Genf pro Tag ehrlich?

Mit Mittelklassehotel für zwei, Mittagsmenü, einfachem Abendessen, einem Museum und Kaffee am See rechne mit CHF 180 bis 220 pro Person und Tag, ÖV ist gratis. Sparsam mit Hostel, Picknick vom Markt und Gratis-Museen sind CHF 90 bis 110 machbar. Für den Luxus-Modus am Quai du Mont-Blanc gibt es nach oben keine Grenze. Teurer wird es nur in den Messewochen, dann verdoppeln sich die Hotelpreise.

Lohnt sich das CERN, und wie besuche ich es?

Ja, und es kostet nichts. Das Science Gateway, das 2023 eröffnete Besucherzentrum mit Ausstellungen, Laborshows und einem Blick auf echte Detektoren, ist Dienstag bis Sonntag offen, Tram 18 fährt ab Cornavin in 25 Minuten direkt hin. Für geführte Touren in die Anlagen musst du dich vorher online anmelden, und sie sind oft Wochen im Voraus weg; manche Plätze werden kurzfristig frei, also mehrmals schauen. Zwei bis drei Stunden einplanen, für Kinder ab etwa acht Jahren geeignet.

Kann ich im Genfersee baden, und wo?

Ja, und die Genfer tun es von Mai bis Oktober, die Hartgesottenen das ganze Jahr. Die Bains des Pâquis (CHF 2) sind die Institution: Steg, Sauna im Winter, Buvette, Blick auf den Jet d'Eau. Die Plage des Eaux-Vives am linken Ufer ist gratis und neu, Baby-Plage daneben ist flach und für Familien. Das Wasser hat im Sommer 20 bis 24 Grad und ist sauber. Die Genthod-Bellevue-Bäder weiter nördlich sind ruhiger und mit dem Zug in zehn Minuten erreichbar.

Welche Sprache spricht man, und komme ich mit Deutsch durch?

Genf ist französischsprachig, und ein «Bonjour» beim Betreten eines Ladens ist keine Höflichkeit, sondern Pflicht. Englisch funktioniert wegen der internationalen Organisationen fast überall, Deutsch im Hotel und bei der SBB, in der Beiz in Carouge eher nicht. Mit ein paar Brocken Französisch wirst du spürbar freundlicher behandelt. Preise und Speisekarten sind oft nur auf Französisch, «plat du jour» ist das Wort, das du kennen musst.

Routen mit diesem Ziel

Aktivitäten in der Region

Veranstaltungen

Dez 11

Fête de l'Escalade Genf

Fest

11. Dezember 2026 Wochenende um den 12. Dezember; 2026: 11. bis 13. Dezember, 2027: 10. bis 12. Dezember

Genf feiert die abgewehrte Eroberung durch Savoyen in der Nacht auf den 12. Dezember 1602, als der Legende nach die Mère Royaume einen heissen Suppentopf auf die Angreifer kippte. Deshalb werden in diesen Tagen überall Schokoladentöpfe (Marmites) verkauft, gefüllt mit Marzipangemüse, die der Jüngste und der Älteste am Tisch gemeinsam zerschlagen, mit dem Spruch «Ainsi périssent les ennemis de la République». Am Festwochenende zieht am Sonntagabend ein Fackelzug mit über 800 Personen in Kostümen von 1602, Pferden, Kanonen und Trommeln durch die Altstadt, am Freitag und Samstag gibt es Gemüsesuppe aus Kesseln, Glühwein und Kinder in Verkleidung, dazu am Vorwochenende den Course de l'Escalade, den grössten Volkslauf der Schweiz, durch die Altstadt. Eintritt gibt es keinen, die Altstadtgassen sind am Sonntagabend voll, aber nicht unangenehm. Hotels in Genf sind an diesem Wochenende normal gebucht, die Stadt ist im Dezember günstiger als im Sommer.

Für Reisende: Für den Fackelzug am Sonntag ab 17 Uhr an der Rue de l'Hôtel-de-Ville oder beim Bourg-de-Four stehen, der Umzug dauert gut zwei Stunden; die Marmites gibt es ab Ende November in jeder Confiserie, die kleinen ab rund CHF 8.

Weitere Reiseziele in Genfersee & Wallis