Geschichte & Hintergrund
Der Grosse Aletschgletscher ist mit rund 20 Kilometern Länge und 10 Milliarden Tonnen Eis der grösste Gletscher der Alpen. Er entsteht am Konkordiaplatz unterhalb von Jungfrau und Mönch, wo drei Firnströme zusammenfliessen und das Eis bis 800 Meter dick ist, und zieht sich in einem weiten Bogen nach Süden bis zur Massaschlucht oberhalb des Rhonetals. Seine beiden dunklen Mittelmoränen, die aus der Luft wie Fahrspuren aussehen, machen ihn zum bekanntesten Gletscher der Welt. Die Sonnenterrasse darüber, Riederalp, Bettmeralp und Fiescheralp auf 1'900 bis 2'200 Metern, war bis ins 20. Jahrhundert reine Sommeralp der Dörfer im Tal: Im Juni trieben die Bauern aus Ried, Betten und Fiesch das Vieh hinauf, im September wieder hinunter. Der Aletschwald am Gletscherrand mit seinen bis zu 1'000 Jahre alten Arven wurde 1933 unter Schutz gestellt, nachdem ein Hotelprojekt abgewehrt worden war; die Villa Cassel auf der Riederfurka, 1902 vom englischen Bankier Ernest Cassel gebaut, in der Winston Churchill als junger Mann Ferien machte, ist heute das Pro Natura Zentrum. Die ersten Seilbahnen kamen 1951 nach Riederalp und Bettmeralp, und die Dörfer entschieden früh, autofrei zu bleiben. 2001 wurde die Region Jungfrau-Aletsch als erstes Naturerbe der Alpen in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Der Gletscher verliert heute rund 50 Meter Länge pro Jahr und hat seit 1870 über drei Kilometer eingebüsst; Prognosen rechnen bis 2100 mit dem Verlust des grössten Teils. Wer ihn sehen will, sollte nicht warten.