Wein, Zander, Gans und Mangalitza: wie das Burgenland isst
Das Nordburgenland ist pannonisch, das heisst halb ungarisch: Paprika, Gulasch, Mangalitza-Wollschwein, Gans im Herbst, Zander aus dem See und Wein, sehr viel Wein. Rund um den See wachsen auf 6'000 Hektaren vor allem Rotweine: Blaufränkisch vom Leithaberg und aus Rust, Zweigelt aus dem Seewinkel, dazu Weissweine und die edelsüssen Ausbruch- und Beerenauslesen, für die Rust und Illmitz berühmt sind und die der Nebel vom See möglich macht. Ein Viertel kostet beim Heurigen CHF 3.50 bis 5, eine Flasche ab Hof CHF 8 bis 14, Spitzenweine von Gütern wie Feiler-Artinger in Rust, Kracher in Illmitz oder Umathum in Frauenkirchen CHF 20 bis 60. Die Heurigen heissen hier oft Buschenschank und öffnen nur zu bestimmten Wochen, erkennbar am Buschen über der Tür. Gegessen wird Zander in Kürbiskernpanade oder gebraten (CHF 18 bis 26), Fogosch ist dasselbe auf Ungarisch, Paprikahendl mit Nockerln (CHF 15 bis 18), Grammelpogatscherl zum Wein, und ab Martini am 11. November Gansl mit Rotkraut und Knödel (CHF 25 bis 32), zu dem das ganze Burgenland Gansl-Wochen ausruft. Die Wirtshäuser in Rust, Mörbisch, Illmitz und Podersdorf sind solide und günstig, Reservieren am Wochenende ist in Rust Pflicht. Und der Uhudler, ein Wein aus alten amerikanischen Direktträgerreben, der nach Erdbeere schmeckt, kommt aus dem Südburgenland, nicht vom See, lass dir nichts erzählen.