Motel One Wien-Staatsoper
Die bekannte Budget-Designkette direkt hinter der Staatsoper und zwei Minuten vom Karlsplatz. Kleine, gute Zimmer, Lounge mit Blick auf die Oper, kein Restaurant. Für die Lage ist der Preis kaum zu schlagen.
Österreich · Wien, Donau & Burgenland · Reiseguide
Was vier Tage in der Kaiserstadt wirklich kosten, warum der Nachtzug die beste Anreise ist und wie du für CHF 15 in der Staatsoper stehst statt für CHF 200 zu sitzen.
Foto: Radubradu / Pexels
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Schätzwerte zur Orientierung, keine Buchungspreise. Anreise heisst hier Bahn oder Auto ab der Schweiz, hin und zurück pro Person. Hotels schwanken saisonal stark, aktuelle Preise findest du über die Links weiter unten.
Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Euro (EUR). Karten gehen fast überall, Hütten und Würstelstände wollen oft Bargeld. Trinkgeld ist Pflicht im Gefühl der Österreicher: 5 bis 10 Prozent, beim Bezahlen «stimmt so» sagen. Die Kurtaxe von CHF 2 bis 4 pro Nacht kommt in Skiorten zum Hotelpreis dazu. Anreise: Anreise mit Bahn (ÖBB Railjet), Auto oder Flug nach Wien, 2 bis 8 Stunden.
Neun Optionen in drei Preisklassen – jeweils die Häuser mit den besten Bewertungen auf Booking.com.
Budget
Die bekannte Budget-Designkette direkt hinter der Staatsoper und zwei Minuten vom Karlsplatz. Kleine, gute Zimmer, Lounge mit Blick auf die Oper, kein Restaurant. Für die Lage ist der Preis kaum zu schlagen.
Grosses Hostel-Hotel fünf Minuten vom Hauptbahnhof, Doppelzimmer und Mehrbettzimmer, Frühstücksbuffet gegen Aufpreis. Perfekt für Ankunft mit Railjet oder Nightjet und für Familien mit kleinem Budget, die Gegend ist zweckmässig, nicht hübsch.
Beliebtes Hostel direkt am Naschmarkt mit Schlafsälen und privaten Zimmern, Bar im Keller und grosser Küche. Ideal für Alleinreisende, die abends Gesellschaft wollen; wer Ruhe braucht, nimmt ein Zimmer zum Hof.
Mittelklasse
Hotel im Jugendstil-Look neben dem Konzerthaus und dem Stadtpark, zehn Minuten zu Fuss zur Oper. Grosszügige Zimmer, Klimt-Reproduktionen, gutes Frühstück. Für Konzertbesucher die beste Lage der Stadt.
Zirkus-Design, Dachterrasse mit einer der besten Bars der Stadt, direkt beim Museumsquartier. Die Zimmer sind verspielt und laut genug, dass Ruhesuchende nach hinten fragen sollten. Für alle, die Wien jung und nicht imperial wollen.
Familiengeführtes Traditionshaus hinter dem Karlsplatz, fünf Minuten von Oper und Naschmarkt. Klassische Zimmer, kleiner Wellnessbereich, sehr gutes Frühstück und ein Service, den Ketten nicht hinbekommen. Für Paare und ältere Reisende.
Luxus
Das Wiener Hotel schlechthin, seit 1876 gegenüber der Staatsoper: rote Samtzimmer, Originalgemälde, die Sachertorte aus dem eigenen Haus. Teuer und manchmal voller Tagesgäste im Café, aber als Hotel so gut wie sein Ruf.
Ehemaliges Palais des Herzogs von Württemberg am Kärntner Ring, Staatsgäste wohnen bis heute hier. Marmortreppe, Butler-Service in den Suiten, Café Imperial mit der Imperialtorte. Das klassischste Haus der Ringstrasse.
Seit 2022 im ehemaligen Bankgebäude am Petersplatz, 99 Zimmer, Dachterrasse mit Blick auf die Peterskirche und den Stephansdom. Moderner Luxus statt Kaiserzeit, Lage besser geht nicht. Für alle, denen Sacher und Imperial zu viel Samt haben.
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Die Sommerresidenz der Habsburger mit 1'441 Räumen, die Grand Tour zeigt 40 davon für rund CHF 28, die Imperial Tour 22 für CHF 24. Zeitfenster online buchen, sonst wartest du im Sommer zwei Stunden. Für Schloss, Gloriette und Gärten einen halben Tag rechnen, der Park ist gratis.
Die Winterresidenz mit Sisi Museum, Kaiserappartements und Silberkammer in einem Ticket für rund CHF 18. Das Sisi Museum ist besser als sein Kitschruf, 90 Minuten reichen. Die Spanische Hofreitschule nebenan zeigt die Morgenarbeit der Lipizzaner für CHF 16.
Barockschloss des Prinzen Eugen mit der grössten Klimt-Sammlung der Welt, Eintritt rund CHF 17 online, Zeitfenster nötig. Der Kuss hängt im ersten Stock, komm bei Öffnung um 9 Uhr. Der Garten zwischen Oberem und Unterem Belvedere ist gratis und einer der schönsten Spaziergänge der Stadt.
Oper oder Ballett auf Weltniveau für CHF 13 bis 18, Verkauf online am Vortag ab 10 Uhr und an der Abendkasse ab zwei Stunden vor Beginn. Wer sitzen will: Führungen durchs Haus kosten CHF 15 und dauern 40 Minuten. Sommerpause Juli bis Anfang September.
Der Dom ist gratis, der Aufstieg über 343 Stufen auf den Südturm kostet CHF 6 und lohnt den Blick über die Dächer. Katakomben-Führung mit den Urnen der Habsburger CHF 7, der Nordturm mit der Pummerin per Lift CHF 7. Für alles zusammen rund zwei Stunden.
Bruegel, Vermeer, Velázquez, die Kunstkammer und der schönste Museumsbau der Ringstrasse, Eintritt rund CHF 22. Der Bruegel-Saal allein ist den Preis wert. Donnerstagabend bis 21 Uhr ist es leer, und das Café unter der Kuppel ist eine Attraktion für sich. Mindestens drei Stunden.
Eine Runde im Riesenrad von 1897 dauert 15 Minuten und kostet rund CHF 14, am schönsten bei Dämmerung. Der Wurstelprater drumherum ist ein Rummelplatz mit Eintritt frei und Fahrgeschäften ab CHF 3, der Grüne Prater dahinter ein sechs Kilometer langer Park zum Velofahren.
Geführte Heurigentouren mit Weinprobe, Buffet und Erklärung des Gemischten Satzes kosten CHF 60 bis 90 pro Person, auf eigene Faust kommst du mit Tram 31 nach Stammersdorf für CHF 25 bis 35 pro Person durch. Beide Varianten dauern einen Abend, der zweite ist der echtere.
Der Goldene Saal des Musikvereins ist der Saal des Neujahrskonzerts, Karten für die Wiener Philharmoniker oder die Symphoniker kosten CHF 30 bis 150, Stehplätze ab CHF 10. Meide die Touristenkonzerte in Kostüm und schau ins Programm der beiden Häuser, dort spielt man ernsthaft.
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Die Wiener Küche ist die einzige Küche der Welt, die nach einer Stadt benannt ist, und sie ist ein Erbe des Vielvölkerstaats: Schnitzel aus Mailand, Gulasch aus Ungarn, Powidl und Knödel aus Böhmen, Kaffee aus Konstantinopel. Gegessen wird im Beisl, dem Wiener Gasthaus, im Kaffeehaus, beim Heurigen und am Würstelstand. Teuer ist es selten, schlecht nur dort, wo das Schnitzel mit Pommes und Ketchup auf einem Foto draussen hängt.
Dünn geklopftes Kalbfleisch, in Butterschmalz goldgelb und souffliert herausgebacken, dazu Erdäpfelsalat mit Kernöl und ein Zitronenschnitz. Das echte vom Kalb kostet CHF 24 bis 30, die Schweinevariante («Wiener Art») CHF 14 bis 18. Figlmüller ist das berühmteste Schnitzel der Stadt, aber vom Schwein und mit Schlange.
Tipp:Frag, ob es vom Kalb ist, und bestell den Erdäpfelsalat dazu, nicht Pommes. Mittags ist das Schnitzel als Menü oft CHF 5 günstiger.
Gekochtes Rindfleisch aus dem Hüftdeckel, in Suppe mit Markknochen serviert, dazu Apfelkren, Schnittlauchsauce und Rösterdäpfel. Das Leibgericht von Franz Joseph, CHF 28 bis 36 als Menü in mehreren Gängen.
Tipp:Erst die Suppe mit dem Mark auf Schwarzbrot, dann das Fleisch; die Bedienung erklärt die Reihenfolge, wenn du fragst.
Schokoladentorte mit Marillenmarmelade unter der Glasur, beim Sacher CHF 9 pro Stück, bei Demel CHF 8, dort heisst sie «Demel-Torte». Der Apfelstrudel mit Vanillesauce kostet CHF 6 bis 8 und ist meist das bessere Stück.
Tipp:Die Torte zum Mitnehmen in der Holzschachtel ist das Mitbringsel, am Flughafen gibt es sie auch, aber teurer.
Grobe Brühwurst mit Käsestückchen, die beim Braten austreten, dazu Semmel oder Schwarzbrot, Senf und Pfefferoni. CHF 5 bis 6 und das Wiener Nachtessen nach dem Konzert.
Tipp:Bestellt wird «a Eitrige mit an Buckl und an Süssen», also Käsekrainer mit Brotscherzel und süssem Senf.
Wiener Saftgulasch vom Rind, dunkel und mit viel Zwiebel geschmort, mit Semmel oder als Fiakergulasch mit Spiegelei, Würstel und Essiggurke. CHF 14 bis 20, als Frühstück nach einer langen Nacht in Wien erlaubt.
Tipp:Gulasch ist am zweiten Tag besser, darum ist es in alten Beisln oft gut und in neuen Lokalen oft dünn.
Halb Kaffee, halb Milch, mit Milchschaum, auf dem Silbertablett mit einem Glas Wasser serviert. CHF 5 bis 6, dafür gehört dir der Tisch für zwei Stunden samt Zeitungen.
Tipp:Bestell nie «einen Kaffee», sondern Melange, Kleinen Braunen, Verlängerten oder Einspänner, und schick den Ober nicht weg, wenn er nicht sofort kommt, das ist Teil des Spiels.
Kalte Platte vom Buffet nach Gewicht: Schweinsbraten, Blunzn, Liptauer, Kümmelbraten, Essiggemüse, dazu Schwarzbrot. CHF 10 bis 18 pro Person, das Viertel Gemischter Satz, Wiens eigener Weisswein aus gemischt gepflanzten Reben, CHF 4 bis 5.
Tipp:Nur Lokale mit ausgesteckten Föhrenbuschen und dem Schild «Ausg'steckt» schenken eigenen Wein aus; in Grinzing zahlst du für die Busse davor mit.
Der Naschmarkt ist 1,5 Kilometer Stände von Essiggurken bis Falafel, dazu Lokale, die bis mittags Frühstück servieren, CHF 12 bis 20. Käsekrapfen oder gefüllte Weinblätter vom Stand CHF 3 bis 5.
Tipp:Samstags ist Flohmarkt am Ende des Marktes, dann früh kommen; die «Probier mal»-Stände mit Trockenfrüchten rechnen zu Fantasiepreisen ab.
Zerrissener Pfannkuchen mit Rosinen, in Butter karamellisiert, mit Puderzucker und Zwetschkenkompott. CHF 12 bis 16 als Hauptgericht, in Wien eine ernsthafte Mahlzeit und keine Nachspeise.
Tipp:Dauert frisch 20 Minuten, das ist ein gutes Zeichen; wer in 5 Minuten serviert, hat ihn vorbereitet.
Mit Guide durch Märkte und Lokale, inklusive Kostproben.
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Wien beginnt als römisches Legionslager Vindobona um das Jahr 100, und der Grundriss des Lagers steckt heute noch im Strassennetz rund um den Graben und den Hohen Markt. Im Mittelalter wurde die Stadt Sitz der Babenberger, ab 1278 der Habsburger, die hier über 600 Jahre regierten und Wien zur Hauptstadt eines Reichs machten, das von Spanien bis Ungarn reichte. Zweimal standen die Osmanen vor den Mauern, 1529 und 1683; die zweite Belagerung endete mit der Entsatzschlacht am Kahlenberg und, so will es die Legende, mit dem ersten Wiener Kaffeehaus. Das 18. Jahrhundert brachte Maria Theresia, Schönbrunn und den Barock, das 19. Jahrhundert den Wiener Kongress 1815, der Europa neu ordnete, und ab 1857 die Ringstrasse, als Kaiser Franz Joseph die Stadtmauern schleifen liess. Um 1900 war Wien mit zwei Millionen Einwohnern die viertgrösste Stadt der Welt und ein Labor der Moderne: Freud, Klimt, Schiele, Mahler, Schönberg, Otto Wagner und Adolf Loos arbeiteten gleichzeitig hier. Mit dem Ende der Monarchie 1918 schrumpfte das Reich auf ein Zehntel, und das «Rote Wien» baute in den Zwanzigerjahren Gemeindebauten wie den Karl-Marx-Hof, in denen heute noch ein Viertel der Stadt wohnt. 1938 folgte der Anschluss, die Vertreibung und Ermordung der jüdischen Bevölkerung, 1945 die Teilung in vier Besatzungszonen bis zum Staatsvertrag 1955. Seit 1979 ist Wien dritter UNO-Sitz, seit den Neunzigerjahren wächst die Stadt wieder und steht in den Rankings der lebenswertesten Städte regelmässig ganz oben.
Der ÖBB Railjet fährt ab Zürich HB alle zwei Stunden direkt nach Wien Hauptbahnhof, Fahrzeit rund 8 Stunden über Buchs, Innsbruck, Salzburg und Linz. Sparschiene-Tickets gibt es ab CHF 30 bis 40 einfach, wenn du einige Wochen vorher buchst, der Normalpreis liegt bei rund CHF 120. Die schönste Variante ist der Nightjet: Abfahrt in Zürich gegen 21 Uhr, Ankunft in Wien um 8 Uhr, Liegewagen ab CHF 60 bis 80, Schlafwagen-Abteil für zwei ab CHF 200 inklusive Frühstück. Du sparst eine Hotelnacht und bist ausgeschlafen in der Stadt. Ab Basel und Bern steigst du in Zürich zu, ab München dauert der Railjet 4 Stunden. Der Flug ab Zürich dauert 1 Stunde 20 Minuten und kostet mit Swiss oder Austrian hin und zurück CHF 150 bis 300; mit Anfahrt, Sicherheitskontrolle und der S-Bahn oder dem CAT vom Flughafen (S7 für CHF 4.50, der CAT für CHF 14 ist kaum schneller) bist du am Ende auch 5 Stunden unterwegs. Mit dem Auto sind es 740 Kilometer und 8 Stunden, dazu Vignette (CHF 11 für 10 Tage) und Parkgebühren von CHF 25 bis 40 pro Tag in der Innenstadt. In Wien selbst brauchst du kein Auto, es ist eher im Weg.
Wien hat ein riesiges Hotelangebot, und die Preise sind fair: Ein Mittelklasse-Doppelzimmer kostet unter der Woche CHF 100 bis 150, an Adventwochenenden und zum Opernball im Februar das Doppelte. Die Hotels direkt am Ring und um den Stephansplatz verlangen CHF 250 und mehr, dabei bist du vom 7. Bezirk (Neubau) oder vom Gebiet um den Naschmarkt in zehn Minuten zu Fuss im Zentrum. Unsere Faustregel: Alles innerhalb des Gürtels, der zweiten Ringstrasse, ist zentral genug. Neubau und Josefstadt sind ruhig und voller guter Lokale, die Leopoldstadt beim Karmelitermarkt ist jung und nah am Prater, der 4. Bezirk zwischen Naschmarkt und Hauptbahnhof ist praktisch für Railjet und Nightjet. Vorsicht bei Hotels am Hauptbahnhof selbst oder in Favoriten: günstig, aber abends wenig Charme. Buchen solltest du vier bis acht Wochen vorher, für Dezember und Mai bis Juni früher. Die Ortstaxe von rund 3 Prozent kommt manchmal erst an der Rezeption dazu. Ferienwohnungen sind im Zentrum seit 2024 stark eingeschränkt, viele Angebote sind nicht mehr legal; ein Hotel ist die sicherere Wahl.
Die grösste Ersparnis in Wien sind die Stehplätze: In der Staatsoper kosten sie CHF 13 bis 18, Verkauf online ab 10 Uhr am Vortag oder an der Abendkasse zwei Stunden vor Beginn, und du hörst dieselbe Vorstellung wie die Leute auf den CHF 250-Plätzen. Im Musikverein und im Konzerthaus gibt es Stehplätze oder Restkarten ab CHF 10 bis 20. Finger weg von den Verkäufern in Mozartperücke vor der Oper: Die Konzerte sind teuer und mittelmässig. Die 72-Stunden-Karte der Wiener Linien kostet rund CHF 17 und zahlt sich ab der dritten Fahrt aus; die Vienna City Card lohnt sich nur, wenn du mehrere Museen an einem Tag machst. Fiaker-Fahrten kosten CHF 55 für 20 Minuten und CHF 100 für 40 Minuten, das ist ein Fotomotiv, keine Stadtrundfahrt. Schönbrunn: Die Gärten sind gratis, die Grand Tour durch 40 Räume kostet rund CHF 28; wer nur die Gloriette und den Blick will, spart sich den Eintritt. Museen sind mit CHF 15 bis 22 nicht billig, dafür kostet das Kunsthistorische am Abend mit der Jahreskarte nichts extra, und die Bundesmuseen sind für alle unter 19 gratis. Leitungswasser ist in Wien Hochquellwasser und wird im Kaffeehaus zur Melange ungefragt serviert.
Wien ist eine Ganzjahresstadt, aber die Preise schwanken stark. Der Advent ab Mitte November bringt 20 Christkindlmärkte, Punsch für CHF 5 und volle Hotels; wer das will, bucht im September. Januar und Februar sind kalt, günstig und kulturell dicht: Ballsaison, Opernsaison, leere Museen. Mai und Juni sind die schönsten Monate, mit Heurigen in Grinzing und Stammersdorf, den Wiener Festwochen und Abenden am Donaukanal, entsprechend teuer. Im Juli und August haben Staatsoper, Burgtheater und Musikverein geschlossen, dafür läuft das Filmfestival am Rathausplatz gratis, die Stadt ist leerer, die Hotels sind 20 bis 30 Prozent günstiger. Wer wegen der Kultur kommt, meidet also den Hochsommer; wer wegen Heurigen, Prater und Alter Donau kommt, hat dann die beste Zeit. Der Herbst ist Sturm-Zeit beim Heurigen (vergorener Traubenmost, Ende September bis Oktober) und bringt die Viennale Ende Oktober. Rechne im Advent und zum Opernball mit CHF 200 pro Doppelzimmer, sonst mit CHF 120 bis 150.
Die Touristenrunde ist Stephansdom, Hofburg, Schönbrunn, Belvedere, und die ist in Ordnung. Das andere Wien liegt eine Tramfahrt weiter. Der Zentralfriedhof mit der Tram 71 ist drei Quadratkilometer gross, hier liegen Beethoven, Schubert, Brahms, Strauss und Falco; der alte jüdische Teil ist überwachsen und still, Eintritt frei. Der Karl-Marx-Hof in Heiligenstadt (U4) ist mit über einem Kilometer der längste Wohnbau der Welt und das Symbol des Roten Wien, das kleine Museum im Waschsalon kostet CHF 6. Die Alte Donau ist Wiens Badesee mitten in der Stadt: Gänsehäufel mit Eintritt CHF 7, Ruderboot ab CHF 15 pro Stunde, Fischlokale am Ufer. Vom Kahlenberg (Bus 38A ab Heiligenstadt) siehst du die ganze Stadt und wanderst in einer Stunde über die Weinberge nach Nussdorf hinunter, wo die Heurigen stehen. Im Museumsquartier solltest du nicht nur Leopold Museum und mumok sehen (je rund CHF 17), sondern dich abends auf die Enzis setzen, die bunten Möbel im Hof, mit einem Getränk aus dem Supermarkt, was ausdrücklich erlaubt ist. Und die Secession mit Klimts Beethovenfries (CHF 11) steht direkt am Naschmarkt und wird trotzdem oft übergangen.
Das Kaffeehaus ist ein Wohnzimmer mit Bedienung: Eine Melange kostet CHF 5 bis 6, und damit darfst du zwei Stunden bleiben, Zeitung lesen und arbeiten, niemand treibt dich. Café Central und Sacher haben Schlangen und Preise, Café Sperl, Café Prückel, Café Jelinek und Café Hawelka haben dieselbe Patina ohne Schlange. Bestelle einen «Kleinen Braunen» oder eine Melange, nie einen «Kaffee». Der Heurige ist das Wiener Weinlokal mit eigenem Wein: Buffet mit Blunzn, Liptauer und Schweinsbraten für CHF 10 bis 18, ein Viertel Gemischter Satz CHF 4 bis 5. Grinzing ist touristisch, Stammersdorf und Strebersdorf im 21. Bezirk und Neustift am Walde sind echter. «Ausg'steckt» heisst: offen. Der Würstelstand ist die dritte Institution: Käsekrainer mit Senf und Semmel für CHF 5 bis 6, am Hohen Markt oder an der Albertina bis spät in die Nacht, und ja, man bestellt eine «Eitrige mit an Buckl». Tipps zum Schnitzel findest du weiter unten bei Essen und Trinken.
Am besten mit dem Railjet ab Zürich (8 Stunden, direkt, Sparschiene ab CHF 30 bis 40 einfach) oder mit dem Nightjet über Nacht (Liegewagen ab CHF 60 bis 80, du sparst eine Hotelnacht). Der Flug dauert 1 Stunde 20 Minuten, kostet hin und zurück CHF 150 bis 300 und ist mit Transfer am Ende kaum schneller als die Bahn. Mit dem Auto 740 Kilometer, Vignette nötig, in Wien selbst brauchst du es nicht.
Drei volle Tage für das Zentrum, Schönbrunn und ein Museum. Mit vier bis fünf Tagen kommst du zum Heurigen, auf den Kahlenberg, an die Alte Donau und in die Oper. Wien eignet sich gut als Basis: Die Wachau und der Neusiedler See sind je eine Stunde entfernt, Bratislava eine Stunde mit dem Zug oder dem Schiff. Ein Wochenende reicht für den ersten Eindruck, mehr ist besser.
Deutlich günstiger, etwa 30 bis 40 Prozent. Ein Schnitzel im guten Gasthaus kostet CHF 18 bis 24, ein Bier CHF 4.50, eine Melange CHF 5.50, ein Mittelklasse-Doppelzimmer CHF 120 bis 150, die 72-Stunden-Karte für den ÖV CHF 17. Teuer sind Opernsitzplätze, Fiaker und die Museen (CHF 15 bis 22). Mit CHF 100 bis 130 pro Person und Tag ohne Anreise lebst du gut.
Ja, fast immer. Sitzplätze gehen zwei Monate vorher in den Verkauf und sind bei bekannten Opern schnell weg, Restkarten gibt es online bis kurz vor Beginn. Stehplätze (CHF 13 bis 18) werden online ab 10 Uhr am Vortag und an der Abendkasse ab zwei Stunden vor Beginn verkauft; früh anstellen, einen Schal zum Reservieren des Platzes an der Brüstung mitbringen. Von Juli bis Anfang September ist Sommerpause.
Mit U-Bahn, Tram und Bus der Wiener Linien, eines der besten Netze Europas. Einzelfahrt CHF 2.60, 24 Stunden CHF 7.50, 72 Stunden rund CHF 17, Wochenkarte Montag bis Montag CHF 16. Die U-Bahn fährt an Wochenenden die ganze Nacht. Das Zentrum innerhalb des Rings gehst du zu Fuss, für Heurige und Kahlenberg nimmst du Tram und Bus. Taxis sind fair (CHF 12 bis 15 quer durch die Stadt), Citybikes kosten 1 Euro pro halbe Stunde.
Die Vienna City Card (ab CHF 16 für 24 Stunden inklusive ÖV) bringt 10 bis 25 Prozent Rabatt auf Museen und Führungen, das lohnt sich nur, wenn du ohnehin die 24- oder 72-Stunden-Karte kaufen würdest und mehrere Museen planst. Der Vienna Pass (ab CHF 85 pro Tag) rechnet sich erst ab drei teuren Eintritten pro Tag, also bei Schönbrunn, Kunsthistorischem und Riesenrad an einem Tag. Für die meisten ist die ÖV-Karte plus Einzeleintritte günstiger.
Wien · Wachau · Neusiedler See
Kaiserstadt, Donautal und Steppensee in einer Woche, alles mit Bahn, Schiff und Velo: die Route für alle, die Österreich lieber vom Fenster und vom Sattel aus sehen.
Salzburg · Wien · Graz
Mozartstadt, Kaiserstadt und die unterschätzte Südstadt in einer Woche, alles mit dem Zug, die Rückfahrt im Schlaf: die Städteroute für alle, die den Bahnhof mitten in der Stadt wollen.
Der Opernball ist der Höhepunkt der Wiener Ballsaison: Die Staatsoper wird für eine Nacht zum Ballsaal, 144 Debütantenpaare eröffnen in Weiss und Frack mit der Polonaise, danach tanzen rund 5000 Gäste bis fünf Uhr früh. Die Eintrittskarte kostet rund CHF 400 (EUR 415), eine Loge mehrere Zehntausend Franken, dazu kommt die Kleiderordnung mit Frack und bodenlangem Kleid, die am Eingang kontrolliert wird. Für die meisten Reisenden ist der Ball eine Fernsehsendung und ein Grund, am Nachmittag am Ring vorbeizuschauen, wo sich Schaulustige und Demonstranten versammeln. Die Wiener Ballsaison bietet im Januar und Februar Dutzende weiterer Bälle (Kaffeesieder, Zuckerbäcker, Jägerball) mit Karten ab rund CHF 100, die näher an der Stadtkultur sind als der Opernball. Hotels rund um den Ring sind in der Opernballnacht teurer als sonst.
Für Reisende: Wer tanzen will, besucht besser einen der kleineren Bälle, zum Beispiel den Kaffeesiederball in der Hofburg, Karten gibt es dort oft noch kurzfristig; Walzer-Crashkurse bieten die Tanzschulen Elmayer und Rueff an.
Fünf Wochen Theater, Musiktheater, Tanz und Performance an rund 20 Spielstätten der Stadt, vom Museumsquartier über das Theater an der Wien bis zu Fabrikhallen in Simmering. Die Festwochen sind das experimentelle Gegenstück zu Staatsoper und Burgtheater: internationale Regieteams, Uraufführungen, politische Themen, vieles auf Englisch oder mit Übertiteln. Karten kosten rund CHF 20 bis 90 (EUR 20 bis 95), Studierende und unter 27-Jährige deutlich weniger, ein Teil der Vorstellungen ist gratis, darunter das Eröffnungskonzert auf dem Rathausplatz. Die Hotelpreise sind im Mai und Juni in Wien ohnehin hoch, die Festwochen allein füllen die Stadt aber nicht. Wer klassischen Walzer und Sisi erwartet, ist hier falsch.
Für Reisende: Programm ab Februar online, die bekanntesten Produktionen sind im April weg; mit der Wien-Karte oder dem Öffi-Ticket kommst du auch zu den Spielstätten am Stadtrand problemlos.
Das grösste Open-Air-Festival Europas mit freiem Eintritt: An drei Tagen spielen auf rund einem Dutzend Bühnen entlang der Donauinsel mehrere Hundert Acts, von Austropop und Schlager bis Hip-Hop, Elektro und Kabarett, dazu Sportflächen, Kinderprogramm und Hunderte Essstände. Rund 2,5 Millionen Besuche werden gezählt, die Hauptbühne vor der Reichsbrücke füllt sich am Samstagabend so, dass sie zeitweise gesperrt wird. Die Anreise klappt nur mit der U-Bahn (U1 Donauinsel, U6 Neue Donau), die am Wochenende durchgehend fährt, und auch dort stehst du in Schlangen. Das Bier kostet rund CHF 5 bis 6 (EUR 5 bis 6), die Toiletten sind so, wie du es bei dieser Grösse erwartest. Für ein konzentriertes Konzerterlebnis ist das Fest nichts, als Sommerabend mit Wiener Publikum, Blick auf die Skyline und Bad in der Neuen Donau schon.
Für Reisende: Komm am Freitag oder am Sonntagnachmittag, wenn es sich noch ausgeht, und bring Badesachen mit, die Neue Donau ist am Festgelände zum Schwimmen offen; Hotels in Wien sind an diesem Wochenende nicht teurer als sonst.
Der österreichische Nationalfeiertag erinnert an das Neutralitätsgesetz vom 26. Oktober 1955: Läden, Banken und Behörden sind geschlossen, Restaurants, Museen und Bergbahnen offen, die Bahnen fahren nach Feiertagsfahrplan. In Wien zeigt das Bundesheer am Heldenplatz Panzer, Hubschrauber und Feldküche, die Bundesmuseen und viele Landesmuseen haben an diesem Tag freien Eintritt, mit entsprechenden Schlangen vor dem Kunsthistorischen Museum. Traditionell ist der 26. Oktober ein Wandertag, die Fit-Märsche in den Bundesländern und das milde Herbstwetter füllen die Hütten im Wienerwald und in den Voralpen. Fällt der Tag günstig, entsteht ein verlängertes Wochenende, an dem Südtirol und die Alpenpässe voll sind; 2027 ist er ein Dienstag, viele nehmen den Montag frei. Die Herbstferien in Österreich beginnen am Tag danach, also sind Thermen und Familienhotels die Woche über gut gebucht.
Für Reisende: Den freien Museumseintritt in Wien am Vormittag nutzen, ab Mittag sind die Schlangen lang; wer die Panzer am Heldenplatz nicht sehen will, weicht nach Schönbrunn oder in die Weinberge in Grinzing aus.
Wien hat über 20 Adventmärkte, und sie könnten unterschiedlicher nicht sein: Der Christkindlmarkt auf dem Rathausplatz ist der grösste und touristischste, mit Riesenrad, Eislaufbahn durch den Park und drei Millionen Besuchern, viele Stände verkaufen Massenware. Schöner sind der Markt vor Schloss Schönbrunn, der Kunsthandwerksmarkt am Spittelberg in den Biedermeiergassen, der Markt am Karlsplatz mit Handgemachtem und der Altwiener Markt auf der Freyung. Punsch kostet rund CHF 5 bis 6 (EUR 5 bis 6) plus Becherpfand, Essen an den Ständen CHF 8 bis 15, die Qualität schwankt stark. Am Wochenende sind die grossen Märkte ab 16 Uhr überfüllt, unter der Woche nachmittags geht es. Die Hotelpreise in Wien steigen im Advent deutlich, die Adventwochenenden sind die teuersten des Jahres neben Silvester, und es ist kalt, nass und früh dunkel, was zum Punsch passt.
Für Reisende: Komm an einem Werktag und starte in Schönbrunn um 15 Uhr, dann Spittelberg in der Dämmerung und zum Schluss der Rathausplatz, wenn das Rathaus beleuchtet ist; die meisten Märkte schliessen am 23. oder 24. Dezember, einige laufen bis 26. Dezember oder Neujahr weiter.
Was zwei, drei Tage zwischen Melk und Krems wirklich kosten, warum du den Radweg und nicht das Auto nimmst und wie du Dürnstein siehst, bevor die Schiffe anlegen.
Was ein oder zwei Tage in der unterschätzten Stadt an der Donau wirklich kosten, warum du auf dem Weg nach Wien hier aussteigen solltest und wo die Linzer Torte am besten schmeckt.
Was drei, vier Tage am Steppensee wirklich kosten, warum der Radweg um den See besser ist als jeder Strand und wie du die Störche in Rust siehst, bevor die Busse kommen.