Wachau

Österreich · Wien, Donau & Burgenland · Reiseguide

Wachau

Was zwei, drei Tage zwischen Melk und Krems wirklich kosten, warum du den Radweg und nicht das Auto nimmst und wie du Dürnstein siehst, bevor die Schiffe anlegen.

Foto: Carsten Ruthemann / Pexels

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1'689 CHF
≈ 845 CHF pro Person
  • Anreise 300 CHF
  • Unterkunft 700 CHF
  • Essen 500 CHF
  • Transport vor Ort 125 CHF
  • Schifffahrt Melk bis Krems (einfach) 64 CHF

Schätzwerte zur Orientierung, keine Buchungspreise. Anreise heisst hier Bahn oder Auto ab der Schweiz, hin und zurück pro Person. Hotels schwanken saisonal stark, aktuelle Preise findest du über die Links weiter unten.

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Euro (EUR). Karten gehen fast überall, Hütten und Würstelstände wollen oft Bargeld. Trinkgeld ist Pflicht im Gefühl der Österreicher: 5 bis 10 Prozent, beim Bezahlen «stimmt so» sagen. Die Kurtaxe von CHF 2 bis 4 pro Nacht kommt in Skiorten zum Hotelpreis dazu. Anreise: Anreise mit Bahn (ÖBB Railjet), Auto oder Flug nach Wien, 2 bis 8 Stunden.

Hotel-Empfehlungen

Neun Optionen in drei Preisklassen – jeweils die Häuser mit den besten Bewertungen auf Booking.com.

Budget

Gästehaus Turm Wachau

Burg, Weissenkirchen

Gästehaus im alten Ortskern von Weissenkirchen, wenige Schritte zur Wehrkirche, einfache, saubere Zimmer, Frühstück mit Marillenmarmelade aus der Wachau. Für Velofahrer und alle, die abends beim Heurigen sitzen und morgens in die Reben schauen wollen.

ab CHF 90 / Nacht Ansehen →

Hotel Restaurant zur Post

Altstadt, Melk

Familiengeführter Gasthof an der Linzer Strasse beim Rathausplatz, fünf Minuten zu Fuss zum Stift und zum Bahnhof. Solide Zimmer, Sauna, gutes Restaurant mit Wachauer Küche, Vinothek, gratis Leihvelos. Praktische Basis für die Ankunft mit der Bahn und den Start auf dem Radweg.

ab CHF 95 / Nacht Ansehen →

Hotel Unter den Linden

Stein, Krems an der Donau

Traditionshaus in der Altstadt von Stein, direkt am Radweg und nahe der Landesgalerie. Einfache, grosszügige Zimmer, ruhiger Innenhof, Frühstück mit Produkten aus der Region. Gute Wahl für Reisende, die Stadt und Wachau verbinden wollen.

ab CHF 95 / Nacht Ansehen →

Mittelklasse

Hotel Richard Löwenherz

Dürnstein, Wachau

Ehemaliges Klarissenkloster direkt an der Donau mit Terrasse über dem Fluss, Pool im Garten und Zimmern mit alten Gewölben. Tagsüber ist Dürnstein voll, abends gehört die Terrasse den Hotelgästen. Für Paare, die eine Nacht im Postkartenort wollen.

ab CHF 190 / Nacht Ansehen →

Hotel Garni Weinquadrat

Weissenkirchen, Wachau

Kleines Designhotel in einem Winzerhaus mitten in Weissenkirchen, moderne Zimmer, Frühstück mit Wachauer Produkten, eigene Weine zum Probieren. Für alle, denen Gasthöfe zu rustikal und Schlosshotels zu steif sind.

ab CHF 150 / Nacht Ansehen →

Steigenberger Hotel & Spa Krems

Am Goldberg, Krems an der Donau

Grosses Hotel am Hang über Krems mit Spa, Aussenpool und Blick über die Donau bis Göttweig. Zimmer modern und geräumig, Restaurant mit regionaler Küche. Für Familien und alle, die nach dem Velotag ins Wasser wollen; ins Zentrum sind es 15 Minuten zu Fuss bergab.

ab CHF 170 / Nacht Ansehen →

Luxus

Hotel Schloss Dürnstein

Dürnstein, Wachau

Barockschloss von 1630 über der Donau, seit Generationen in Familienbesitz, Mitglied bei Relais & Châteaux. Terrasse mit dem bekanntesten Blick der Wachau, Innen- und Aussenpool, Küche mit Hauben. Das klassische Wachau-Hotel, mit Preis.

ab CHF 320 / Nacht Ansehen →

Landhaus Bacher

Mautern an der Donau, Wachau

Eines der besten Restaurants Österreichs mit angeschlossenen Zimmern, am Südufer gegenüber von Krems. Grosser Garten, ruhige Lage, Küche von Thomas Dorfer mit mehreren Hauben. Für alle, die wegen des Essens kommen und dann nicht mehr fahren wollen.

ab CHF 280 / Nacht Ansehen →

LOISIUM Wine & Spa Hotel Langenlois

Langenlois, Kamptal

Designhotel von Steven Holl mitten in den Weingärten von Langenlois im Kamptal, zehn Kilometer nördlich von Krems, mit grossem Spa, Weinbar und der Loisium Weinwelt nebenan. Für Paare, die Architektur, Wein und Ruhe verbinden wollen; nach Dürnstein sind es 20 Autominuten.

ab CHF 260 / Nacht Ansehen →

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Erlebnisse, die sich lohnen

Stift Melk mit Bibliothek und Stiftskirche

Das barocke Benediktinerstift über der Donau, Eintritt rund CHF 15, mit Führung CHF 18, Stiftspark CHF 5 extra. Bibliothek, Marmorsaal und Kirche sind der Kern, 90 Minuten bis zwei Stunden. Bei Öffnung um 9 Uhr kommen, bevor die Schiffsgruppen eintreffen.

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Schifffahrt Melk bis Krems

Die klassische Fahrt flussabwärts durch das ganze Tal, rund 3 Stunden für CHF 32 einfach, von April bis Oktober mehrmals täglich mit Brandner oder DDSG. Oberdeck auf der rechten Seite in Fahrtrichtung für Dürnstein. Velos können mit (CHF 3 bis 4), Verpflegung an Bord ist teuer.

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Donauradweg Melk bis Krems

38 flache Kilometer auf dem bekanntesten Radweg Europas, mit Fähren zwischen den Ufern. Velo ab CHF 20, E-Bike ab CHF 40 pro Tag bei Verleihern in Melk, Spitz und Krems, Einweg-Rückgabe meist möglich. Mit Pausen in Spitz, Weissenkirchen und Dürnstein ein voller Tag.

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Dürnstein mit Burgruine und Stiftskirche

Der blaue Kirchturm am Fluss, die Hauptgasse mit Marillenläden und der Aufstieg zur Ruine, in der Richard Löwenherz sass: 30 Minuten steil bergauf, gratis, mit dem besten Blick über die Donauschleife. Vor 10 Uhr oder nach 17 Uhr, dazwischen ist Dürnstein ein Busparkplatz.

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Weinverkostung bei einem Wachauer Winzer

Fünf bis acht Weine mit Erklärung der Kategorien Steinfeder, Federspiel und Smaragd, CHF 10 bis 20 pro Person, bei Kauf oft erlassen; die Domäne Wachau in Dürnstein bietet Kellerführungen für rund CHF 15. Geführte Weintouren mit mehreren Gütern und Fahrer kosten CHF 90 bis 150 pro Person.

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Welterbesteig: Etappe Spitz bis Weissenkirchen

Die schönste Etappe des 180 Kilometer langen Wanderwegs führt über Terrassen und Trockensteinmauern mit Blick auf die Donau, rund 12 Kilometer und 4 Stunden, gratis, mit Einkehr in Joching oder Wösendorf. Festes Schuhwerk, im Sommer vor 9 Uhr starten.

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Stift Göttweig

Das «österreichische Montecassino» auf dem Hügel südlich von Krems, Barockstiege, Kirche und Museum für rund CHF 10, Stiftsterrasse mit Restaurant und Blick über das Donautal. Mit dem Bus ab Krems oder 90 Minuten zu Fuss bergauf. Halber Tag, deutlich weniger Besucher als Melk.

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Krems und Stein mit Kunstmeile

Zwei Altstädte, dazwischen die Kunstmeile mit Kunsthalle Krems, Karikaturmuseum und der Landesgalerie Niederösterreich im schiefen Kubus, Kombiticket rund CHF 15. Stadtführungen ab CHF 10 pro Person. Gut für einen Regentag oder den Abend nach dem Velotag mit Studentenlokalen in der Unteren Landstrasse.

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Burgruine Aggstein

Die wehrhafteste Burg der Wachau auf einem Felsen 300 Meter über dem Südufer, Eintritt rund CHF 8, mit Rittersaal, Taverne und einem Blick, der weiter reicht als jener von Dürnstein. Ab Melk mit Velo oder Bus, dann 45 Minuten Aufstieg. Zwei bis drei Stunden einplanen, im Winter geschlossen.

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Essen & Trinken

In der Wachau wird gegessen, was Fluss, Terrassen und Höfe hergeben: Donauwaller und Zander, Schweinsbraten und Blunzn beim Heurigen, Marillen in Knödeln, Gläsern und Flaschen, und dazu der beste Weisswein Österreichs. Nobelküche gibt es auch, das Landhaus Bacher in Mautern gehört zu den besten Häusern des Landes, aber das Herz der Region schlägt im Heurigen mit Brettljause und Federspiel.

Wachauer Marillenknödel

Gasthöfe in Spitz und Weissenkirchen, Stände an der Donaustrasse zur Erntezeit

Ganze Marille mit Würfelzucker im Topfen- oder Kartoffelteig, in Butterbröseln gewälzt, zwei Stück CHF 10 bis 12 im Gasthaus, einer am Strassenstand CHF 4. Im Juli mit frischen Marillen, sonst aus dem Tiefkühler, was die Lokale ehrlich sagen.

Tipp:Als Hauptgericht bestellen, nicht als Dessert nach dem Schweinsbraten, drei Knödel sind eine Mahlzeit.

Brettljause beim Heurigen

Ausg'steckte Heurige in Joching, Wösendorf, Weissenkirchen und Rossatz

Holzbrett mit Speck, Schmalz, Liptauer, Presswurst, Käse, Essiggurkerl und Bauernbrot, CHF 10 bis 14 pro Person, meist für zwei reichlich. Dazu ein Viertel Federspiel für CHF 4 bis 5.

Tipp:Heurige haben nur wenige Wochen im Jahr offen, die Termine stehen auf den Gemeindewebsites; abends ab 18 Uhr sind sie am schönsten.

Grüner Veltliner Federspiel und Riesling Smaragd

Domäne Wachau in Dürnstein, Weingüter in Weissenkirchen, Spitz und Joching

Der Federspiel ist der frische Alltagswein mit Pfefferl, ab Hof CHF 10 bis 14 die Flasche; der Smaragd ist kräftig, mineralisch und lagerfähig, CHF 20 bis 40. Degustation mit fünf bis acht Weinen CHF 10 bis 20.

Tipp:Smaragd ist nach der Eidechse auf den Mauern benannt, nicht nach dem Stein, und ein guter Federspiel ist oft der bessere Kauf.

Donauwaller und Zander

Gasthöfe am Fluss in Spitz, Rossatz und Mautern

Fisch aus Donau und Teichen, gebraten mit Erdäpfeln oder als Wallerbäckchen, CHF 22 bis 30 im Gasthaus. Der Waller ist fester, der Zander feiner, beide besser als jedes importierte Meeresfischangebot.

Tipp:Nach dem Fisch des Tages fragen, nicht nach der Karte; was gerade aus dem Netz kommt, ist günstiger.

Wachauer Laberl

Bäckerei Schmidl in Dürnstein, das Original

Kleines, knuspriges Weizenbrötchen mit Roggenanteil, 1905 vom Bäcker Schmidl in Dürnstein erfunden und heute in ganz Österreich kopiert. CHF 0.60 bis 0.80 das Stück, zum Frühstück oder als Grundlage jeder Jause.

Tipp:Morgens vor 9 Uhr frisch aus dem Ofen, dazu Marillenmarmelade kaufen und ans Ufer setzen.

Marillenschnaps und Marillennektar

Ab-Hof-Verkauf in Rossatz, Arnsdorf und Spitz, Destillerien in Dürnstein

Der Schnaps aus Wachauer Marillen ist mild und fruchtig, eine Halbliterflasche ab Hof CHF 25 bis 40, ein Stamperl im Lokal CHF 4 bis 6. Der Nektar für Kinder und Fahrer CHF 3 das Glas, CHF 6 bis 8 die Flasche.

Tipp:Nur Flaschen mit dem Zusatz «Wachauer Marille» kaufen, der Rest ist oft importierte Aprikose mit regionalem Etikett.

Schweinsbraten mit Knödel und Krautsalat

Prandtauerhof in Joching, Gasthöfe in Melk und Spitz

Kruste, Kümmel, Natursaft, Semmelknödel und warmer Speckkrautsalat, der Sonntagsbraten jeder Wachauer Küche, CHF 16 bis 20. Beim Heurigen als kalte Scheiben auf dem Brett.

Tipp:Sonntagmittag ohne Reservierung geht in der Wachau nicht, die Niederösterreicher sind schneller.

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Geschichte & Hintergrund

Die Wachau ist der 36 Kilometer lange Donaudurchbruch zwischen Melk und Krems, und sie ist seit der Steinzeit besiedelt: Die Venus von Willendorf, eine 30'000 Jahre alte Frauenfigur aus Kalkstein, wurde 1908 hier am Donauufer gefunden, das Original steht heute im Naturhistorischen Museum in Wien. Die Römer sicherten den Fluss als Grenze, und mit den Babenbergern wurde Melk im 10. Jahrhundert für kurze Zeit Residenz der Markgrafen, bevor sie die Burg 1089 den Benediktinern übergaben. Daraus wurde Stift Melk, dessen barocker Neubau von Jakob Prandtauer zwischen 1702 und 1736 das Donautal bis heute überragt. Dürnstein ist berühmt für einen Gefangenen: Richard Löwenherz sass 1192 und 1193 auf der Burg über dem Ort fest, nachdem er auf dem Rückweg vom Kreuzzug den Herzog Leopold V. beleidigt hatte; das Lösegeld von 150'000 Mark Silber finanzierte die Stadtgründung von Wiener Neustadt. Der Weinbau kam mit den Klöstern, bayerische und Salzburger Stifte besassen über Jahrhunderte die besten Lagen und bauten die Terrassen aus Trockensteinmauern, die der Wachau ihr Gesicht geben. Die Marille, die Aprikose, kam vermutlich mit den Römern und wurde im 20. Jahrhundert zur zweiten Spezialität. 1955 verhinderten Winzer und Naturschützer den Bau eines Donaukraftwerks bei Rührsdorf, 1983 ein zweites Projekt, deshalb fliesst die Donau hier als einer der letzten Abschnitte in Österreich frei. Seit 2000 ist die Wachau UNESCO-Weltkulturerbe, und die Winzervereinigung Vinea Wachau mit ihren Kategorien Steinfeder, Federspiel und Smaragd hat den Grünen Veltliner und Riesling von hier weltweit bekannt gemacht.

Insider-Tipps

Anreise: Railjet bis St. Pölten oder Melk, dann Schiff, Velo oder Regionalbahn

Von der Schweiz fährst du mit dem Railjet ab Zürich bis St. Pölten (rund 7 Stunden) oder steigst in Linz oder Amstetten in den Regionalzug nach Melk um, insgesamt 7 bis 8 Stunden; Sparschiene-Tickets ab CHF 30 bis 40 einfach, Normalpreis rund CHF 110. Ab Wien ist es ein Katzensprung: Railjet nach St. Pölten in 25 Minuten, Regionalzug nach Melk in einer Stunde, oder die Franz-Josefs-Bahn nach Krems in gut einer Stunde, CHF 15 bis 20. Zwischen Melk und Krems gibt es seit der Stilllegung der Wachaubahn als Regelverkehr am Nordufer nur noch den Bus (WL1, stündlich, in die Wachau-Karte eingeschlossen) und von April bis Oktober die Schiffe der Brandner Schifffahrt und der DDSG, Melk bis Krems rund 3 Stunden flussabwärts für CHF 32, aufwärts länger. Die Wachaubahn fährt im Sommer als Ausflugszug zwischen Krems und Emmersdorf. Mit dem Auto sind es ab Zürich 650 Kilometer über Salzburg und Linz, 7 Stunden plus Vignette; vor Ort ist das Auto am Wochenende eher ein Problem, weil die Parkplätze in Dürnstein und Spitz um 10 Uhr voll sind und CHF 6 bis 10 pro Tag kosten. Unser Rat: Mit der Bahn nach Melk, ein Velo mieten (nextbike-Stationen oder lokale Verleiher ab CHF 20 pro Tag, E-Bike ab CHF 40) und auf dem Donauradweg flussabwärts fahren.

Unterkunft: Winzerzimmer statt Dürnstein-Schlosshotel

Die Wachau ist eine Region der Gasthöfe und Winzerpensionen, und das ist gut so. Ein Doppelzimmer bei einem Winzer mit Frühstück kostet CHF 80 bis 120, ein Gasthof am Fluss CHF 120 bis 180, die bekannten Häuser in Dürnstein (Schloss Dürnstein, Richard Löwenherz) CHF 250 bis 400. Dürnstein ist tagsüber von Schiffsgästen überlaufen und abends ab 18 Uhr menschenleer und wunderschön, das spricht für eine Nacht dort, aber nicht für drei. Weissenkirchen ist das schönste Dorf mit der besten Mischung aus Heurigen und Ruhe, Spitz hat den Bahnhof der Wachaubahn und den Tausendeimerberg, Joching und Wösendorf sind die Winzerdörfer dazwischen. Krems und Stein am Ostende haben Stadtgefühl, Studentenlokale und günstigere Zimmer ab CHF 90, und du kommst auch ohne Schiff weg. Melk am Westende ist durch das Stift geprägt und abends ruhig. Buchen: Für Wochenenden im Mai, zur Marillenblüte Anfang April und zur Lese im Oktober zwei bis drei Monate vorher, unter der Woche reicht oft eine Woche. Viele Betriebe schliessen von November bis März, das solltest du vor einer Winterreise prüfen.

Kostenfallen und Spartricks: Wachau-Karte, Kombitickets und der Nordufer-Trick

Die Wachau ist günstig, wenn du sie wie die Niederösterreicher machst, und teuer, wenn du sie wie eine Flusskreuzfahrt machst. Die Wachau-Karte gibt es bei vielen Gastgebern gratis zur Übernachtung oder für wenige Franken zu kaufen und enthält den Bus WL1 sowie Rabatte für Schiff, Stift und Museen. Stift Melk kostet rund CHF 15 ohne Führung, mit Führung CHF 18, dazu der Stiftspark mit CHF 5; wer nur die Bibliothek und die Kirche will, nimmt das Ticket ohne Führung und ist in 90 Minuten durch. Das Kombiticket Schiff plus Stift gibt es ab Melk, es spart rund CHF 5. Auf dem Schiff kosten Essen und Getränke das Anderthalbfache vom Ufer, kauf dir in Melk ein Marillenbrot und eine Flasche Veltliner für die Fahrt. Der grösste Spartrick ist die Fähre: Zwischen Spitz und Arnsdorf sowie Weissenkirchen und St. Lorenz fahren Rollfähren für CHF 2 bis 3 pro Person mit Velo, so wechselst du das Ufer und meidest die Busstrasse. Weindegustationen bei den Winzern kosten CHF 10 bis 20 für fünf bis acht Weine und werden beim Kauf von zwei Flaschen oft erlassen; ein guter Federspiel kostet ab Hof CHF 10 bis 14, derselbe Wein in Zürich das Doppelte. Die Burgruine Dürnstein und der Aufstieg kosten nichts.

Timing: Marillenblüte, Sommerstau, Lese und der leere November

Die Wachau hat vier Gesichter. Anfang bis Mitte April blühen rund 100'000 Marillenbäume, zehn Tage lang ist das ganze Tal weiss und rosa, und die Niederösterreicher wissen das; wer die Blüte will, muss unter der Woche kommen und kann den Termin erst zwei Wochen vorher sicher planen. Mai und Juni sind grün, mild und voll an Wochenenden, Montag bis Donnerstag ideal. Juli ist Marillenernte mit Ständen an jeder Strasse, dazu 30 Grad im Tal und das Sommerfest in Spitz. Der Hochsommer bringt Hitze, viele Velofahrer und tagsüber bis zu zehn Kreuzfahrtschiffe an den Anlegern von Dürnstein und Melk; wenn du dann kommst, sieh die Orte vor 10 Uhr und nach 17 Uhr und sei tagsüber in den Weinbergen. September und Oktober sind die beste Zeit: Lese, Sturm in den Heurigen, warmes Licht, Weinherbst-Veranstaltungen, farbige Reben und Nebel am Morgen über dem Fluss. Allerheiligen ist der letzte volle Tag, dann schliessen Schiffe und viele Lokale bis Ostern, und die Wachau gehört von November bis März den Einheimischen, einigen Heurigen und einem Stift, das offen bleibt. Für Wanderer ist der Welterbesteig mit 180 Kilometern in 14 Etappen zwischen April und Oktober begehbar, die schönste Etappe ist Spitz bis Weissenkirchen über die Terrassen.

Unterschätzt: Südufer, Göttweig, Krems-Stein und Willendorf

Die Reisebusse fahren das Nordufer mit Dürnstein, Weissenkirchen und Spitz. Das Südufer zwischen Melk und Mautern ist stiller und hat die besseren Wanderungen: Von Rossatz oder Rührsdorf schaust du auf Dürnstein hinüber, in Arnsdorf und Rossatz stehen Marillen- und Winzerhöfe ohne Schiffsgäste, und die Ruine Aggstein auf dem Felsen über dem Fluss (Eintritt CHF 8) ist die eindrücklichere Burg. Stift Göttweig thront südlich von Krems auf einem Hügel, barock wie Melk, mit halb so vielen Besuchern, Eintritt rund CHF 10, und die Stiftsterrasse ist ein guter Platz für ein Mittagessen mit Blick. Krems und Stein sind zwei zusammengewachsene Städte mit mittelalterlichen Gassen, der Kunsthalle Krems, dem Karikaturmuseum und der Landesgalerie Niederösterreich, die 2019 als schiefer Kubus am Donauufer eröffnet wurde (Kombiticket rund CHF 15). Willendorf hat eine kleine Venus-Schauhöhle am Fundort, Spitz das Schifffahrtsmuseum, und in Melk lohnt sich neben dem Stift die Altstadt mit dem Rathausplatz, wo die Melker nach 17 Uhr wieder unter sich sind. Für den Blick von oben: der Seekopf über Dürnstein (eine Stunde Aufstieg) oder der Tausendeimerberg über Spitz, beide gratis und besser als jede Aussichtsterrasse.

Heuriger, Marille, Veltliner: was du essen und trinken solltest

Die Wachauer Küche ist Weinbauernküche: Schweinsbraten, Blunzengröstl, Donaufisch, dazu Marillen in jeder Form und vor allem Wein. Der Heurige ist hier echter als in Wien, weil er oft nur drei Wochen im Jahr öffnet, wenn der Winzer Zeit hat; das Schild «Ausg'steckt» und ein Föhrenbuschen über der Tür zeigen es an, die Termine stehen auf den Websites der Gemeinden. Ein Brettljause mit Speck, Schmalz, Liptauer und Brot kostet CHF 10 bis 14, ein Viertel Federspiel CHF 4 bis 5. Die drei Wachauer Kategorien sind leicht zu merken: Steinfeder ist leicht und bis 11,5 Prozent, Federspiel ist der Alltagswein bis 12,5 Prozent, Smaragd ist kräftig, spät gelesen und ab 12,5 Prozent, nach der Smaragdeidechse benannt, die sich auf den Terrassenmauern sonnt. Grüner Veltliner und Riesling sind die Rebsorten, alles andere ist Nebensache. Die Marille gibt es als Knödel, Marmelade, Schnaps und Nektar, und die Bezeichnung «Wachauer Marille» ist geschützt; kauf sie ab Hof oder am Strassenstand im Juli, nicht als Kiste im Souvenirladen. Die Winzer der Domäne Wachau in Dürnstein verkaufen ab Kellerei, die Gasthöfe Prandtauerhof in Joching und Jamek in Joching sind Institutionen, die es seit Jahrzehnten gibt. Reservieren solltest du am Wochenende überall.

Häufige Fragen zu Wachau

Wie komme ich von der Schweiz in die Wachau, und brauche ich ein Auto?

Mit dem Railjet ab Zürich bis St. Pölten oder mit Umstieg bis Melk, 7 bis 8 Stunden, Sparschiene ab CHF 30 bis 40 einfach, Normalpreis rund CHF 110. Ab Wien bist du in einer Stunde in Melk oder Krems. Ein Auto brauchst du nicht: Der Donauradweg, der Bus WL1, die Schiffe von April bis Oktober und die Rollfähren verbinden alle Orte. Mit dem Auto (650 Kilometer, 7 Stunden) ärgerst du dich am Wochenende über volle Parkplätze.

Wie viele Tage braucht man für die Wachau?

Als Tagesausflug ab Wien geht es, aber du siehst dann nur Dürnstein und das Stift Melk mit allen anderen. Zwei Nächte sind richtig: ein Tag Melk und Schiff oder Velo bis Spitz, ein Tag Weissenkirchen, Dürnstein und Krems mit Heurigen am Abend. Wer wandert oder Göttweig und das Südufer mitnehmen will, bleibt drei bis vier Nächte. Die Wachau lässt sich gut mit Wien oder Linz kombinieren.

Schiff oder Velo: was ist besser?

Beides, in dieser Reihenfolge: Flussabwärts mit dem Velo von Melk nach Krems sind es 38 flache Kilometer, drei bis vier Stunden mit Pausen, der Radweg führt beidseitig am Fluss entlang und ist für Kinder geeignet. Das Schiff (Melk bis Krems CHF 32, rund 3 Stunden) ist entspannt, aber du bist mit vielen anderen an Bord und siehst die Dörfer nur vom Wasser. Die beste Kombination: hin mit dem Velo, zurück mit der Bahn, oder das Velo aufs Schiff (CHF 3 bis 4 Zuschlag) und einen Abschnitt fahren lassen.

Wann ist die beste Reisezeit?

Mitte September bis Mitte Oktober für Lese, Sturm, Heurige und Herbstfarben, Mai und Juni für grünes Tal und lange Abende, jeweils unter der Woche. Die Marillenblüte Anfang bis Mitte April ist spektakulär, aber kurz und schwer zu treffen. Juli und August sind heiss und voll mit Kreuzfahrtschiffen, dafür ist Marillenernte. Von November bis März sind Schiffe, viele Lokale und Hotels geschlossen, das Stift Melk ist offen.

Was kostet die Wachau pro Tag?

Weniger als die meisten denken. Ein Doppelzimmer beim Winzer mit Frühstück kostet CHF 80 bis 120, ein Gasthof am Fluss CHF 120 bis 180, ein Mittagessen CHF 15 bis 22, der Heurigenabend mit Jause und zwei Vierteln CHF 25 pro Person, das Velo CHF 20 pro Tag, Stift Melk CHF 15, das Schiff CHF 32. Rechne mit CHF 100 bis 130 pro Person und Tag ohne Anreise, in Dürnsteins Schlosshotels entsprechend mehr.

Lohnt sich Stift Melk, oder reicht der Blick von aussen?

Es lohnt sich, und zwar wegen der Bibliothek mit 100'000 Bänden und der Stiftskirche, die zu den prächtigsten Barockkirchen Europas gehört. Eintritt rund CHF 15, mit Führung CHF 18, das Stift ist ganzjährig offen (im Winter nur mit Führung). Komm bei Öffnung um 9 Uhr oder nach 15 Uhr, wenn die Schiffsgruppen weg sind. Der Blick von der Altane über die Donau ist der beste des Tals, und der Stiftspark mit dem barocken Gartenpavillon kostet CHF 5 extra.

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