Linz

Österreich · Wien, Donau & Burgenland · Reiseguide

Linz

Was ein oder zwei Tage in der unterschätzten Stadt an der Donau wirklich kosten, warum du auf dem Weg nach Wien hier aussteigen solltest und wo die Linzer Torte am besten schmeckt.

Foto: Erika Hierschlaeger / Pexels

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1'308 CHF
≈ 654 CHF pro Person
  • Anreise 240 CHF
  • Unterkunft 550 CHF
  • Essen 450 CHF
  • Transport vor Ort 40 CHF
  • Ars Electronica Center mit Deep Space 28 CHF

Schätzwerte zur Orientierung, keine Buchungspreise. Anreise heisst hier Bahn oder Auto ab der Schweiz, hin und zurück pro Person. Hotels schwanken saisonal stark, aktuelle Preise findest du über die Links weiter unten.

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Euro (EUR). Karten gehen fast überall, Hütten und Würstelstände wollen oft Bargeld. Trinkgeld ist Pflicht im Gefühl der Österreicher: 5 bis 10 Prozent, beim Bezahlen «stimmt so» sagen. Die Kurtaxe von CHF 2 bis 4 pro Nacht kommt in Skiorten zum Hotelpreis dazu. Anreise: Anreise mit Bahn (ÖBB Railjet), Auto oder Flug nach Wien, 2 bis 8 Stunden.

Hotel-Empfehlungen

Neun Optionen in drei Preisklassen – jeweils die Häuser mit den besten Bewertungen auf Booking.com.

Budget

Motel One Linz-Hauptplatz

Altstadt, Linz

Die Budget-Designkette direkt am Hauptplatz mit Blick auf die Dreifaltigkeitssäule, Tram und Pöstlingbergbahn vor der Tür. Kleine, gut gemachte Zimmer, Bar in der Lounge. Für die Lage und den Preis die erste Wahl in Linz.

ab CHF 90 / Nacht Ansehen →

ibis Linz City

Bahnhofsviertel, Linz

Zweckmässiges Kettenhotel fünf Minuten vom Hauptbahnhof, saubere Zimmer, Frühstück gegen Aufpreis, Parkplatz. Ideal für den Zwischenstopp mit Gepäck oder die späte Ankunft, in die Innenstadt sind es 20 Minuten zu Fuss oder drei Tramstationen.

ab CHF 70 / Nacht Ansehen →

Stadtoase Kolping Hotel

Innenstadt, Linz

Einfaches, ruhiges Haus an der Gesellenhausstrasse zwischen Landstrasse und Volksgarten, nahe dem Musiktheater, mit gutem Frühstück gegen Aufpreis und freundlicher Führung. Für Reisende mit kleinem Budget, die zentral und ohne Hostelbetrieb wohnen wollen.

ab CHF 95 / Nacht Ansehen →

Mittelklasse

Austria Trend Hotel Schillerpark Linz

Landstrasse, Linz

Grosses Haus der österreichischen Kette an der Landstrasse, zwischen Hauptbahnhof und Hauptplatz, mit Casino im Gebäude und ordentlichen Zimmern. Am Wochenende oft deutlich günstiger. Für alle, die zentral und unkompliziert wohnen wollen.

ab CHF 120 / Nacht Ansehen →

Hotel am Domplatz

Domviertel, Linz

Modernes Designhotel aus Glas direkt neben dem Mariendom, helle Zimmer, Sauna mit Domblick, gutes Frühstück. Ruhige Lage, fünf Minuten zur Landstrasse und zehn zum Hauptplatz. Für Architektur- und Designfreunde die passende Adresse in Linz.

ab CHF 140 / Nacht Ansehen →

Park Inn by Radisson Linz

Innenstadt, Linz

Kettenhotel nahe Hessenplatz und Landstrasse mit grossen Zimmern, Fitnessraum und einem Frühstück, das besser ist als der Kettenname vermuten lässt. Zehn Minuten zu Fuss zum Hauptplatz. Für Familien und Geschäftsreisende, die am Wochenende günstig buchen.

ab CHF 120 / Nacht Ansehen →

Luxus

Arcotel Nike Linz

Donauufer, Linz

Hochhaus direkt an der Donau neben dem Brucknerhaus, Zimmer mit Flussblick, Pool und Sauna im obersten Stock, Terrasse über dem Wasser. Nicht klassischer Luxus, aber das beste Hotel mit Donaublick der Stadt, zehn Minuten zu Fuss zum Hauptplatz.

ab CHF 170 / Nacht Ansehen →

Hotel Schwarzer Bär Linz

Altstadt, Linz

Traditionshaus in der Herrenstrasse, in dem der Tenor Richard Tauber geboren wurde, mit individuell eingerichteten Zimmern, Restaurant Lubitsch und Lage zwischen Dom und Hauptplatz. Für alle, die Geschichte statt Kettenstandard wollen, bei moderatem Preis.

ab CHF 160 / Nacht Ansehen →

Courtyard by Marriott Linz

Europaplatz, Linz

Neueres Hotel der Marriott-Gruppe nahe Hauptbahnhof und Design Center mit grossen Zimmern, Fitness und Restaurant, das gehobenste der Kettenhotels in Linz. In die Innenstadt zehn Minuten mit der Tram. Für Komfortreisende mit frühem Zug.

ab CHF 170 / Nacht Ansehen →

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Erlebnisse, die sich lohnen

Ars Electronica Center mit Deep Space 8K

Das Museum der Zukunft am Nordufer: KI, Robotik, Biolabor und Medienkunst zum Mitmachen, Eintritt rund CHF 13, Kinder CHF 10. Deep Space 8K ist im Preis enthalten, die Vorführungen haben feste Zeiten. Drei Stunden einplanen, montags geschlossen.

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Lentos Kunstmuseum

Gläserner Riegel am Donauufer mit Klimt, Schiele, Kokoschka und Gegenwartskunst, Eintritt rund CHF 10. Die Fassade leuchtet nachts in wechselnden Farben, das Café hat Terrasse zum Fluss. 90 Minuten bis zwei Stunden, montags geschlossen, donnerstags bis 20 Uhr.

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Pöstlingbergbahn und Grottenbahn

Mit der steilen Tram ab Hauptplatz in 20 Minuten auf den Hausberg, hin und zurück rund CHF 7.50. Oben Basilika, Aussicht bis zu den Alpen und die Grottenbahn durchs Zwergenreich für Kinder (CHF 7, März bis November und Advent). Zwei bis drei Stunden inklusive Fahrt.

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Mural Harbor: Graffiti-Führung im Hafen

Über 300 Wandbilder auf Silos und Lagerhallen, nur mit Führung zugänglich: zu Fuss rund CHF 20, mit dem Boot CHF 25, jeweils zwei Stunden und mit eigener Spraydose. April bis Oktober, vorher buchen, Bus 27 oder Tram ab Zentrum.

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Altstadt und Hauptplatz mit Schlossmuseum

Der 13'000 Quadratmeter grosse Hauptplatz mit der Dreifaltigkeitssäule, die Gassen zum Schloss hinauf und das Schlossmuseum mit Landesgeschichte und Aussichtsterrasse für CHF 7. Geführte Stadtrundgänge ab CHF 10 pro Person, 90 Minuten. Abends sind die Gassen um den Alten Markt voll Leben.

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Mariendom mit Turmaufstieg

Die grösste Kirche Österreichs, neugotisch, mit Platz für 20'000 Menschen und Glasfenstern, die Linz um 1900 zeigen. Eintritt frei, der Turm für CHF 6 mit Führung, 395 Stufen. Eine Stunde, und die Turmführungen haben feste Zeiten.

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voestalpine Stahlwelt mit Werkstour

Erlebnisausstellung über den Stahl, der Linz gross gemacht hat, mit Werkstour im Bus durch das Hüttengelände; Ausstellung rund CHF 10, mit Tour CHF 15 bis 20, Tour nur mit Anmeldung. Drei Stunden, für Technikinteressierte und Familien mit grösseren Kindern.

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KZ-Gedenkstätte Mauthausen

Das ehemalige Konzentrationslager 25 Kilometer donauabwärts, Eintritt frei, Audioguide CHF 3, Führungen für Gruppen und Einzelbesucher ab CHF 5. Mit Bahn bis Mauthausen und Bus oder Taxi, ab Linz auch als geführter Ausflug. Einen halben Tag einplanen, nicht für kleine Kinder.

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Donau-Rundfahrt ab Linz

Die Linzer Stadtschifffahrt fährt im Sommer einstündige Rundfahrten für rund CHF 15 und Tagesfahrten nach Passau oder in die Schlögener Schlinge für CHF 30 bis 40 einfach. Vom Wasser aus siehst du Lentos, Ars Electronica Center und den Hafen in einer Linie.

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Essen & Trinken

Linz isst oberösterreichisch: Knödel in allen Formen, Schweinsbraten, Most und Bier, und dazu die Torte, die den Namen der Stadt in die Welt getragen hat. Die Preise liegen rund 20 Prozent unter Wien, die Portionen darüber. Die besten Adressen findest du in der Altstadt zwischen Hauptplatz und Schloss, auf dem Südbahnhofmarkt und in den Gasthäusern von Urfahr.

Linzer Torte

Konditorei Jindrak an der Herrenstrasse, k.u.k. Hofbäckerei in der Pfarrgasse

Mürbteig mit Haselnüssen, Zimt und Nelken, gefüllt mit Ribiselmarmelade, oben das Teiggitter, nach einem Rezept von 1653 das älteste Tortenrezept der Welt. Ein Stück CHF 4 bis 5, mit Kaffee CHF 7 bis 9, eine kleine Torte in der Holzschachtel zum Mitnehmen ab CHF 12.

Tipp:Die Torte schmeckt nach zwei, drei Tagen besser als frisch, deshalb ist sie das ideale Mitbringsel; die Hofbäckerei hat die schönere Stube.

Grammelknödel mit Sauerkraut

Gasthäuser in der Altstadt und in Urfahr, etwa Klosterhof an der Landstrasse

Kartoffelknödel, gefüllt mit Grammeln, den gerösteten Schweineschwarten, auf warmem Sauerkraut, CHF 12 bis 15. Das oberösterreichische Nationalgericht, deftig und ehrlich.

Tipp:Ein Knödel reicht zum Mittag, zwei sind ein Nachmittag ohne Programm.

Schweinsbraten mit Semmelknödel

Klosterhof an der Landstrasse mit dem grössten Gastgarten der Stadt

Kruste, Kümmel, dunkler Saft, Semmelknödel und Speckkrautsalat, in Oberösterreich sonntags Pflicht, CHF 14 bis 18. In den Biergärten im Sommer das Gericht zum Krügerl.

Tipp:Sonntag um 12 Uhr ohne Reservierung ist aussichtslos, um 13.30 Uhr findest du Platz.

Most und Mostviertler Jause

Mostschänken rund um Linz und auf dem Südbahnhofmarkt

Vergorener Apfel- oder Birnensaft mit 5 bis 7 Prozent, trocken und herb, ein Viertel CHF 3, dazu Speck, Käse und Brot auf dem Brett für CHF 9 bis 12. Das Getränk der Bauern westlich und südlich von Linz.

Tipp:Most schmeckt säuerlich und nicht süss, wer Cidre erwartet, bestellt besser einen «Gespritzten» mit Mineral.

Bratwürstel mit Kraut vom Südbahnhofmarkt

Südbahnhofmarkt, Dienstag, Freitag und Samstag vormittags

Der Südbahnhofmarkt ist der schönste Markt der Stadt, mit Bauernständen, Käse, Fisch und Imbissbuden; ein Paar Bratwürstel mit Kraut und Senf kostet CHF 5 bis 6, der Leberkäse in der Semmel CHF 4.

Tipp:Samstag vor 10 Uhr kommen, dann sind die Bauernstände voll und die Linzer sind alle da.

Linzer Bier und Kleinbrauereien

Brauhäuser in der Innenstadt und Lokale am Hauptplatz

Linz hat eine Reihe kleiner Brauereien und Brauhäuser mit eigenen Bieren, das Krügerl kostet CHF 4 bis 5 und ist damit günstiger als in Wien. Im Sommer in den Gastgärten am Hauptplatz oder am Donaustrand.

Tipp:Ein «Seidl» ist ein kleines Bier mit 0,3 Litern, ein «Krügerl» ein halber Liter, bestell das richtige.

Kaiserschmarrn und Strudel im Kaffeehaus

Café Traxlmayr an der Promenade, das klassische Kaffeehaus der Stadt

Linz hat Kaffeehauskultur wie Wien, nur ohne Schlangen: Apfel- oder Topfenstrudel mit Vanillesauce CHF 5 bis 7, Kaiserschmarrn CHF 10 bis 13, Melange CHF 4.50. Die Konditoreien an der Landstrasse und am Hauptplatz sind nachmittags voll mit Linzern.

Tipp:Traxlmayr hat Zeitungen, Billardtische und Kellner mit Fliege, zwei Stunden mit einer Melange sind ausdrücklich erwünscht.

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Geschichte & Hintergrund

Linz hiess bei den Römern Lentia und war ein Kastell am Donaulimes, seit dem Mittelalter ist die Stadt der Umschlagplatz zwischen Böhmen, Bayern und der Donau. 1489 bis 1493 war Linz unter Kaiser Friedrich III. sogar Residenzstadt des Heiligen Römischen Reichs, der Kaiser starb hier, und das Linzer Schloss stammt im Kern aus dieser Zeit. Johannes Kepler lehrte von 1612 bis 1626 an der Landschaftsschule und schrieb in Linz seine Harmonices Mundi, Anton Bruckner war im 19. Jahrhundert Domorganist, Adalbert Stifter Schulrat. Das 20. Jahrhundert prägte die Stadt zweimal brutal: Hitler, der hier zur Schule gegangen war, erklärte Linz 1938 zur «Patenstadt des Führers» und liess die Hermann-Göring-Werke bauen, das heutige Stahlwerk der voestalpine, mit Zwangsarbeitern aus dem nahen Konzentrationslager Mauthausen. Nach 1945 verlief die Demarkationslinie zwischen der amerikanischen und der sowjetischen Zone mitten durch die Stadt, auf der Donau. Aus der Stahlstadt mit schlechter Luft wurde ab den Siebzigerjahren eine Kulturstadt: 1974 erste Klangwolke, 1979 das erste Ars Electronica Festival, 2003 das Lentos Kunstmuseum als gläserner Riegel am Fluss, 2009 die Kulturhauptstadt Europas mit dem Neubau des Ars Electronica Center am Nordufer, 2013 das Musiktheater am Volksgarten, das modernste Opernhaus Europas. Seit 2014 ist Linz UNESCO City of Media Arts. Die Linzer Torte ist nebenbei das älteste bekannte Tortenrezept der Welt, aufgeschrieben 1653, und die Pöstlingbergbahn fährt seit 1898 als eine der steilsten Adhäsionsbahnen der Welt auf den Hausberg.

Insider-Tipps

Anreise: der Zwischenstopp auf der Westbahn

Linz Hauptbahnhof liegt auf der Westbahn, und das ist das Argument: Der Railjet ab Zürich braucht knapp 6 Stunden bis Linz, dann noch 1 Stunde 15 Minuten bis Wien. Mit der Sparschiene buchst du Zürich bis Linz ab CHF 25 bis 35 einfach, der Normalpreis liegt bei rund CHF 95. Ab Linz fahren Railjet und Westbahn (das private Konkurrenzunternehmen, oft günstiger und mit Ticket im Zug kaufbar) alle halbe Stunde nach Wien für CHF 15 bis 30. Ein Zwischenstopp ist mit der Sparschiene nicht möglich, weil sie zuggebunden ist; buch deshalb zwei Tickets, Zürich bis Linz und Linz bis Wien, das ist in der Summe oft gleich teuer. Ab München sind es 2 Stunden, ab Salzburg 1 Stunde 10 Minuten. Mit dem Auto sind es ab Zürich 560 Kilometer über Bregenz, München und Passau oder über Salzburg, 5 bis 6 Stunden, plus Vignette CHF 11 für 10 Tage; Parkhaus in der Innenstadt CHF 15 bis 25 pro Tag. Der Flughafen Linz-Hörsching hat kaum Linienverbindungen ab der Schweiz, vergiss ihn. Vom Hauptbahnhof bist du mit der Tram 1, 2 oder 3 in sieben Minuten am Hauptplatz, oder du gehst 20 Minuten die Landstrasse hinunter, die Fussgängerzone und Einkaufsstrasse, und bist angekommen.

Unterkunft: Innenstadt oder Urfahr, beides günstig

Linz ist eine Messe- und Geschäftsstadt, und das bestimmt die Preise: Unter der Woche sind die Hotels mit Geschäftsreisenden belegt und kosten CHF 110 bis 150, am Wochenende fallen die Preise auf CHF 80 bis 120 für ein Mittelklasse-Doppelzimmer. Das ist umgekehrt zu Wien und Salzburg, und für Städtereisende ein Glück. Die Innenstadt zwischen Hauptbahnhof und Hauptplatz ist kompakt, alles ist zu Fuss erreichbar; Hotels an der Landstrasse sind zentral und tagsüber belebt, abends ruhig. Rund um den Hauptplatz und in der Altstadt wohnst du am schönsten, mit Blick auf die Donau und den Pöstlingberg. Urfahr, der Stadtteil am Nordufer, ist studentisch und einige Franken günstiger, mit dem Ars Electronica Center und dem Talstation der Pöstlingbergbahn vor der Tür, über die Nibelungenbrücke bist du in fünf Minuten in der Altstadt. Die Hotels am Hauptbahnhof sind praktisch für den Zwischenstopp mit Gepäck, aber ohne Charme. Buchen: Während des Ars Electronica Festivals Anfang September, zur Klangwolke und zum Linzer Krone-Fest ist die Stadt voll, dann früh buchen. Sonst reicht eine Woche vorher. Die Ortstaxe beträgt rund CHF 3 pro Person und Nacht.

Kostenfallen und Spartricks: Linz-Card, Museumskombis und Westbahn-Tickets

Linz ist keine teure Stadt, aber die Museen summieren sich: Ars Electronica Center rund CHF 13, Lentos CHF 10, Schlossmuseum CHF 7, Pöstlingbergbahn hin und zurück CHF 7.50 plus Grottenbahn CHF 7. Die Linz-Card für einen Tag (rund CHF 28) oder drei Tage (rund CHF 38) enthält alle Museen, den Stadtverkehr und die Pöstlingbergbahn, und sie rechnet sich ab zwei Museen plus Bergbahn an einem Tag, also für die meisten. Das 24-Stunden-Ticket der Linz AG Linien kostet CHF 5.50, eine Einzelfahrt CHF 2.70, die Innenstadt gehst du aber zu Fuss. Die Westbahn verkauft Tickets nach Wien und Salzburg auch im Zug ohne Aufschlag und hat eine Lounge-Klasse, die weniger kostet als die 1. Klasse der ÖBB. Mittagsmenüs in der Innenstadt kosten CHF 11 bis 15, deutlich weniger als in Wien, und die Linzer Torte als Stück CHF 4 bis 5, als Mitbringsel CHF 12 bis 25 je nach Grösse und Konditorei. Deep Space 8K im Ars Electronica Center ist im Eintritt enthalten, aber die Vorführungen haben feste Zeiten, schau vorher ins Programm, sonst stehst du vor verschlossener Tür. Und das Höhenrausch-Gelände auf den Dächern der Innenstadt gibt es seit 2021 nicht mehr als Dauereinrichtung, alte Reiseführer führen dich dort ins Leere.

Timing: Ars Electronica, Klangwolke, Advent und ruhige Wochenenden

Linz hat zwei Wochen im Jahr, in denen die Welt hinschaut, und 50, in denen die Stadt den Linzern gehört. Anfang September findet das Ars Electronica Festival statt, fünf Tage Medienkunst in der Postcity, im Center und in der ganzen Stadt, mit Tagespässen ab CHF 30; parallel dazu die Klangwolke im Donaupark, ein gratis Open-Air-Spektakel mit Musik, Licht und Hunderttausend Zuschauern am Ufer, und das Brucknerfest bis Oktober. Wer das will, bucht das Hotel im Frühling. Der Linzer Advent auf dem Hauptplatz und im Volksgarten ist kleiner und ruhiger als jener in Salzburg und Wien, mit Punsch für CHF 4.50 und ohne Reisebusse. Die Pöstlingbergbahn fährt ganzjährig, die Grottenbahn hat von März bis Anfang November offen und im Advent. Der Sommer bringt das Pflasterspektakel Ende Juli, ein Strassenkunstfestival mit Gauklern aus ganz Europa, gratis, und lange Abende am Donaustrand in Urfahr. Für einen Zwischenstopp ist jeder Tag gut, mit zwei Einschränkungen: Montags sind Lentos, Nordico und Schlossmuseum geschlossen, das Ars Electronica Center hat Dienstag bis Sonntag offen. Und am Wochenende ist die Stadt leer und günstig, das ist ein Vorteil.

Unterschätzt: Mural Harbor, Stahlwelt, Mauthausen und die Donau

Im Linzer Hafen, 15 Minuten mit dem Bus vom Zentrum, ist mit dem Mural Harbor eine der grössten Graffiti-Galerien Europas entstanden: über 300 Wandbilder auf Lagerhallen und Silos, zu sehen nur mit Führung, zu Fuss für rund CHF 20 oder vom Boot aus für CHF 25, inklusive Spraydose zum Selbstversuch. Buchen musst du vorher, die Touren laufen von April bis Oktober. Die voestalpine Stahlwelt am Werksgelände erklärt mit einer Ausstellung und einer Werkstour (CHF 15 bis 20) die Stadt besser als jedes Museum, weil Linz ohne den Stahl nicht zu verstehen ist. Die KZ-Gedenkstätte Mauthausen liegt 25 Kilometer donauabwärts, Eintritt frei, Audioguide CHF 3, mit Bahn und Bus oder Taxi in einer Stunde erreichbar; es ist kein Ausflug, sondern ein Besuch, der einen halben Tag und etwas Ruhe danach braucht, und er gehört zu Linz dazu. Der Mariendom ist die grösste Kirche Österreichs, grösser als der Stephansdom, mit einem Turmaufstieg für CHF 6. Am Donauufer in Urfahr liegt der Donaustrand mit Liegestühlen und Bar im Sommer, und flussaufwärts fährt die Linzer Stadtschifffahrt Rundfahrten für CHF 15. Wer länger bleibt, nimmt das Schiff oder die Bahn nach Passau oder in die Schlögener Schlinge, wo die Donau eine komplette Kehre macht.

Linzer Torte, Mostviertel und Donauwirte: wie Linz isst

Die Linzer Torte ist Mürbteig mit Nüssen, Zimt und Nelken, Ribiselmarmelade und dem Gitter obendrauf, und jede Konditorei hat ihr eigenes Rezept. Jindrak hat den Ruf und die grösste Produktion, die k.u.k. Hofbäckerei in der Pfarrgasse mit der alten Werkstatt ist die schönere Adresse, und beide verkaufen Torten in Holzschachteln, die ein Jahr halten. Ein Stück mit Kaffee kostet CHF 7 bis 9. Oberösterreich ist Knödelland: Im Gasthaus gibt es Grammelknödel, Speckknödel und Fleischknödel mit Sauerkraut für CHF 12 bis 16, dazu Most, der vergorene Birnen- oder Apfelsaft, ein Viertel CHF 3. Die Linzer trinken Bier aus den kleinen Brauereien der Region und essen Bratwürstel mit Kraut am Hauptplatz; das Linzer Krone-Fest und der Urfahraner Markt im Mai und Oktober sind Volksfeste mit Bierzelt, kein Touristenprogramm. Die Innenstadt zwischen Altstadt und Landstrasse hat eine dichte Gastroszene mit Gasthäusern, Studentenbeisln und neuen Lokalen, die Preise liegen etwa 20 Prozent unter Wien. Reservieren brauchst du nur am Wochenende, und die Küche macht in Linz früher zu als in Wien, gegen 21 Uhr.

Häufige Fragen zu Linz

Wie komme ich von der Schweiz nach Linz, und wie baue ich den Zwischenstopp ein?

Der Railjet fährt ab Zürich direkt nach Linz, knapp 6 Stunden, Sparschiene ab CHF 25 bis 35 einfach, Normalpreis rund CHF 95. Nach Wien sind es ab Linz noch 75 Minuten mit Railjet oder Westbahn für CHF 15 bis 30. Weil Sparschiene-Tickets zuggebunden sind, buchst du zwei Tickets: Zürich bis Linz und Linz bis Wien. Mit dem Auto sind es 560 Kilometer und 5 bis 6 Stunden, ein Auto brauchst du in Linz nicht.

Wie viele Stunden oder Tage sollte ich für Linz einplanen?

Für den Zwischenstopp reichen fünf bis sechs Stunden: Gepäck ins Schliessfach am Hauptbahnhof (CHF 3 bis 5), Tram zum Hauptplatz, Ars Electronica Center oder Lentos, Pöstlingberg, Linzer Torte, zurück. Ein voller Tag mit Übernachtung erlaubt beide Museen, den Hauptplatz am Abend und ein Gasthaus. Zwei Tage brauchst du für Mural Harbor, Stahlwelt oder Mauthausen. Länger bleibt kaum jemand, und das ist in Ordnung.

Was kostet Linz im Vergleich zu Wien und Salzburg?

Linz ist die günstigste der drei Städte: Mittelklasse-Doppelzimmer am Wochenende CHF 80 bis 120, unter der Woche CHF 110 bis 150, Mittagsmenü CHF 11 bis 15, Bier CHF 4.20, Museen CHF 7 bis 13, die Linz-Card mit allem für CHF 28 pro Tag. Rechne mit CHF 90 bis 110 pro Person und Tag ohne Anreise. Salzburg kostet rund 30 Prozent mehr, Wien 20 Prozent.

Lohnt sich das Ars Electronica Center?

Ja, es ist das Museum, das Linz von allen anderen Städten unterscheidet: Künstliche Intelligenz, Biotechnologie, Robotik und Medienkunst zum Anfassen, dazu Deep Space 8K, ein Raum mit 16 mal 9 Meter grosser Projektion auf Wand und Boden, in dem Vorführungen von Weltraumflügen bis zu Gemälden in Gigapixel laufen. Eintritt rund CHF 13, drei Stunden einplanen, Deep-Space-Zeiten vorher prüfen. Für Kinder ab acht Jahren eines der besten Museen Europas, abends leuchtet die Fassade in Farben.

Pöstlingberg: wie komme ich hinauf, und was gibt es dort?

Mit der Pöstlingbergbahn ab Hauptplatz, einer Tram, die in 20 Minuten 255 Höhenmeter mit bis zu 11,6 Prozent Steigung überwindet, hin und zurück rund CHF 7.50, im Tagesticket oder der Linz-Card enthalten. Oben stehen die Wallfahrtsbasilika, die Grottenbahn mit dem Zwergenreich für Kinder (CHF 7) und eine Aussichtsterrasse über Stadt, Donau und bis zu den Alpen. Zu Fuss hinauf dauert es 45 Minuten, der Weg ist steil, aber schön. Eine bis zwei Stunden oben reichen.

Wann ist die beste Zeit für Linz?

Für den Zwischenstopp jeder Tag ausser Montag, weil dann Lentos und Schlossmuseum geschlossen sind. Anfang September mit Ars Electronica Festival und Klangwolke ist die Stadt am lebendigsten und am vollsten, dann Hotel Monate vorher buchen. Mai bis September haben die besten Abende am Donaustrand und auf dem Hauptplatz, Juli bringt das Pflasterspektakel. Der Advent ist ruhig und schön, Januar und Februar sind grau, aber Museen gehen immer.

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