Türkei · Roadtrip · 12 Tage

Ägäis-Rundreise

Antike Städte, Weindörfer, Kalkterrassen und die schönsten Buchten der Westküste in einer Runde ab Izmir. Zwölf Tage, fünf Quartiere, rund 800 Kilometer auf guten Strassen.

Die Route, Tag für Tag

  1. Tag 1 bis 2

    Izmir: Kordon, Kemeraltı und das Auto am zweiten Tag

    Du fliegst nach Izmir, ab Zürich meist mit Umstieg in Istanbul, direkt nur im Sommer. Lass das Auto noch am Flughafen stehen und fahr mit der İZBAN-Bahn in die Stadt: Izmir erkundest du besser zu Fuss. Nachmittags der Kemeraltı-Basar mit seinen Innenhöfen und Kaffeehäusern, abends der Kordon, die drei Kilometer lange Uferpromenade, an der die Stadt nach Sonnenuntergang spazieren geht. Am zweiten Tag frühstückst du Boyoz und Çay, fährst mit dem Asansör hoch für den Blick über die Bucht und nimmst am Nachmittag den Mietwagen am Flughafen oder in Alsancak entgegen. Zwei Nächte reichen, Izmir ist angenehm, aber kein Ziel für eine Woche. Schlafen in Alsancak, Mittelklasse rund CHF 80 das Doppelzimmer, fussläufig zu Kordon und Bahn. Weiter nach Çeşme: 85 Kilometer über die Autobahn O-32, eine knappe Stunde, Maut per HGS-Plakette am Mietwagen.

    Touren an diesem Stopp: Basar- und Street-Food-Tour Izmir ↗Stadtführung Izmir ↗

    Zum Reiseguide Izmir →
  2. Tag 3 bis 4

    Çeşme: Alaçatı, Ilıca und Wind

    Die Halbinsel von Çeşme ist die Spitze der türkischen Ägäis und windig wie keine andere Ecke des Landes: Der Meltem bläst im Sommer jeden Nachmittag, weshalb die Bucht von Alaçatı eines der besten Surfreviere Europas ist. Ein Tag für Alaçatı, am besten morgens, wenn die Steingassen mit den blauen Fensterläden noch leer sind, mittags Mittagessen abseits der Hauptgasse Kemalpaşa, wo die Preise Istanbul-Niveau haben. Nachmittags ein Surfkurs oder einfach zuschauen. Der zweite Tag ist Strandtag: Ilıca mit seinen warmen Quellen im Meer, oder weiter nach Altınkum und Pırlanta, wo das Wasser karibisch türkis ist. Wer Griechenland sehen will, nimmt die Fähre nach Chios, 30 Minuten, Pass nicht vergessen. Schlafen in Çeşme-Stadt oder Ilıca, nicht in Alaçatı selbst, dort kostet ein Mittelklassezimmer im Sommer CHF 130 und mehr. Weiter nach Kuşadası: 150 Kilometer, zurück über die O-32 und dann die Autobahn O-31 Richtung Aydın, rund zwei Stunden.

    Touren an diesem Stopp: Windsurfkurs Alaçatı ↗Tagesausflug nach Chios ↗

    Zum Reiseguide Çeşme →
  3. Tag 5 bis 7

    Kuşadası: Ephesus, Şirince und drei antike Städte

    Kuşadası selbst ist ein Kreuzfahrthafen mit Strandpromenade, aber als Basis unschlagbar: Ephesus liegt 20 Minuten entfernt. Fahr am ersten Morgen um acht hin, geh am oberen Tor hinein und bergab, dann bist du an der Celsus-Bibliothek, bevor die Busse aus dem Hafen eintreffen. Die Terrassenhäuser kosten extra Eintritt und sind das Beste der Anlage. Nachmittags ins Haus der Mutter Maria und ins Weindorf Şirince in den Hügeln, abends dort essen und Fruchtwein probieren. Der zweite Tag gehört den drei anderen antiken Städten: Priene auf dem Berghügel, das Theater von Milet und der Apollontempel von Didyma, zusammen 150 Kilometer Rundfahrt, mit eigenem Auto problemlos. Der dritte Tag ist für Strand oder den Nationalpark Dilek mit seinen Buchten. Drei Nächte, weil die Antike hier dichter ist als irgendwo sonst in der Türkei. Schlafen in einem Mittelklassehotel am Hang über dem Hafen, rund CHF 70 pro Nacht. Weiter nach Pamukkale: 190 Kilometer über Aydın auf der D320 und D585, knapp drei Stunden.

    Touren an diesem Stopp: Ephesus mit Terrassenhäusern ↗Priene, Milet und Didyma ↗Kochkurs im Weindorf Şirince ↗

    Zum Reiseguide Kuşadası →
  4. Tag 8 bis 9

    Pamukkale: Kalkterrassen am Abend, Hierapolis am Morgen

    Die meisten sehen Pamukkale als Tagesausflug um die Mittagszeit, wenn der Kalk blendet und die Terrassen voll sind. Du kommst am Nachmittag an, beziehst eine Pension im Dorf unterhalb der Terrassen und gehst erst nach 17 Uhr durch das Südtor hoch, barfuss über den warmen Kalk, bis die Sonne hinter den Terrassen untergeht und die Busse längst weg sind. Am nächsten Morgen zurück aufs Gelände, das Ticket gilt für den Tag, diesmal für Hierapolis: das Theater, die Nekropole, das Tor des Domitian, im Kleopatra-Pool zwischen Säulen schwimmen, falls dir der Aufpreis von rund CHF 15 das wert ist. Nachmittags kannst du nach Laodikeia fahren, 15 Kilometer, fast leer, oder in den roten Thermalquellen von Karahayıt sitzen. Zwei Nächte sind richtig: eine wäre Stress, drei zu viel. Schlafen im Dorf Pamukkale in einer Pension mit Pool, rund CHF 60 das Doppelzimmer, der Thermalpool im Hotel ist hier Standard. Weiter nach Bodrum: 240 Kilometer über Denizli, Tavas und Muğla auf der D330 und D550, gut dreieinhalb Stunden, kurvig im Mittelteil.

    Touren an diesem Stopp: Paragliding über den Terrassen ↗Ballonfahrt Pamukkale ↗

    Zum Reiseguide Pamukkale →
  5. Tag 10 bis 12

    Bodrum: Kastell, Gümüşlük und Rückgabe

    Bodrum ist am Ende der Runde genau richtig: drei Nächte, in denen du nicht mehr fahren musst, ausser du willst. Der erste Tag gehört der Stadt: das Kreuzritterkastell mit dem Unterwassermuseum und dem ältesten Schiffswrack der Welt, das Mausoleum von Halikarnassos, von dem kaum etwas übrig ist, die weissen Gassen und abends der Hafen. Am zweiten Tag fährst du über die Halbinsel: Gümüşlük am Westzipfel mit Fischrestaurants direkt am Wasser und der Insel, zu der du hinüberwatest, dann Türkbükü an der Nordküste, wenn du sehen willst, wo Istanbuls Geld den Sommer verbringt. Der dritte Tag ist Boots- oder Strandtag, Bitez und Akyarlar sind günstiger und windiger als die Stadtstrände. Schlafen in Bodrum-Stadt oder Gümbet in einem Mittelklassehotel, rund CHF 90 pro Nacht, im Oktober deutlich weniger. Rückreise: 36 Kilometer zum Flughafen Bodrum-Milas, 40 Minuten, Auto abgeben, Flug über Istanbul nach Zürich. Wer die Einwegmiete sparen will, fährt 240 Kilometer zurück nach Izmir, dreieinhalb Stunden.

    Touren an diesem Stopp: Bootstour Bodrum-Halbinsel ↗Tagesausflug nach Kos ↗Kastell und Altstadt-Führung ↗

    Zum Reiseguide Bodrum →

Buchst du über diese Links, erhalten wir eine kleine Provision – für dich ohne Aufpreis.

Was die Route kostet

Grobe Gesamtkosten pro Person in CHF für die ganze Route, Mittelklasse, zu zweit unterwegs. Flüge und Hotels schwanken saisonal, Details stehen auf den Reiseziel-Seiten.

  • Anreise 320 CHF
  • Unterkunft 480 CHF
  • Essen 400 CHF
  • Mobilität vor Ort 420 CHF
1'620 CHF
Gesamt pro Person · 12 Tage

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Türkischer Lira (TRY). Der Kurs schwankt stark, deshalb stehen hier alle Preise in CHF. Kartenzahlung ist fast überall möglich, Bargeld brauchst du für Dolmuş, Märkte und Trinkgeld.

Mietwagen für diese Route

Mietwagen-Vergleich folgt, sobald der Partnerlink freigeschaltet ist. Bis dahin: direkt beim Vermieter oder am Zielflughafen vergleichen.

Tipps für die Route

Die Runde lässt sich in Bodrum beginnen und in Izmir beenden, dann liegt Pamukkale in der Mitte und du musst dich an den Ägäis-Tagen am Ende nicht mehr beeilen. Die Reihenfolge hier hat einen Grund: Nach Izmir fährst du nur eine Stunde zum ersten Strand und am Ende liegt der Flughafen Bodrum näher an der Rückgabe als Izmir an Bodrum.

Zwischen Izmir, Çeşme und Aydın fährst du auf Autobahnen mit Maut. Die HGS-Plakette klebt am Mietwagen, die Gebühren werden vom Vermieter nachbelastet, rund CHF 10 bis 20 für die ganze Runde. Die Landstrassen D320, D585 und D330 sind mautfrei, zweispurig und in gutem Zustand, nur zwischen Tavas und Muğla kurvig und langsam.

Mai und Oktober sind die Monate dieser Route: Ephesus bei 25 Grad statt 38, Çeşme ohne die Istanbuler Sommerpreise, das Meer in Bodrum noch oder schon 22 Grad. Im Juli und August kosten die Hotels in Çeşme und Bodrum doppelt, und Pamukkale wird zur Glutpfanne. Im Winter sind die Strandorte halb geschlossen, Ephesus und Pamukkale aber herrlich leer.

Buch die Hotels in Çeşme und Bodrum vor der Reise, sie sind im Sommer und an türkischen Feiertagen schnell voll. Kuşadası, Pamukkale und Izmir haben so viele Betten, dass du auch kurzfristig etwas findest. Für Ephesus kaufst du das Ticket online, das spart die Schlange am Tor, und die Terrassenhäuser zahlst du dazu.

Tankstellen findest du alle 20 Kilometer, viele mit gutem Çay und sauberen Toiletten, bezahlt wird mit Karte. Parkieren ist in Alaçatı und Bodrum-Stadt im Sommer mühsam, nutz die bewachten Parkplätze am Ortsrand für wenige Franken. Am Kreuzfahrthafen in Kuşadası halten die Polizisten den Verkehr an, wenn ein Schiff anlegt, plan für die Fahrt nach Ephesus eine Viertelstunde mehr ein.

Mitnehmen: Schuhe mit Profil für Ephesus und Priene, der Marmor ist glatt, einen Beutel für die Schuhe auf den Pamukkale-Terrassen, wo du barfuss gehen musst, Badesachen für den Kleopatra-Pool und für Ilıca, und für die Chios-Fähre den Pass. Die Kreditkarte reicht fast überall, Bargeld für Dolmuş, Parkwächter und den Fischmarkt in Gümüşlük.

Häufige Fragen zur Route Ägäis-Rundreise

Wie viele Tage braucht man für die türkische Ägäis?

Zwölf Tage für die ganze Runde mit fünf Quartieren und je zwei bis drei Nächten. In neun Tagen lässt du Çeşme weg und fährst von Izmir direkt nach Kuşadası. Weniger als eine Woche heisst, Pamukkale zu streichen, dann bleibt aber eine schöne Ägäis-Woche zwischen Izmir, Ephesus und Bodrum.

Wann ist die beste Zeit?

Mai, Juni, September und Oktober. Dann sind die Ruinen bei 22 bis 30 Grad begehbar, das Meer warm genug und die Preise in Çeşme und Bodrum ein Drittel unter dem Sommerniveau. Im April blühen die Hänge um Ephesus, baden ist aber kalt. Juli und August sind heiss, voll und teuer.

Mietwagen oder öffentlicher Verkehr?

Mietwagen. Die Städte sind mit Fernbussen verbunden, aber Şirince, Priene, Milet, Didyma, die Buchten um Çeşme und die Halbinsel von Bodrum erreichst du nur mit Umwegen und Dolmuş-Wechseln. Ein Kleinwagen kostet rund CHF 30 bis 45 pro Tag, Benzin etwa wie in der Schweiz, und zu zweit bist du mit Auto günstiger als mit Touren.

Was kostet die Rundreise pro Person?

Rund CHF 1'600 pro Person zu zweit in der Mittelklasse: Flug 320, elf Hotelnächte 480, Essen 400, Mietwagen mit Benzin, Maut und Einwegzuschlag 420. Die Eintritte für Ephesus, Pamukkale und das Kastell kommen mit zusammen rund CHF 80 dazu. Im Oktober sparst du bei den Hotels gut 150 Franken.

Wie fährt es sich an der Ägäis?

Einfach. Autobahnen und Landstrassen sind gut ausgebaut und beschildert, der Verkehr ausserhalb von Izmir ruhig. Beachte die Kreisverkehre, in denen niemand Vorfahrt gewährt, die Radarkontrollen auf der D320 und die Traktoren in der Olivenernte im Oktober. Ein Schweizer Führerschein genügt, die Vollkasko ohne Selbstbehalt buchst du vorher online.

Welche kürzere oder längere Variante gibt es?

Kürzer: Izmir, Kuşadası, Bodrum in acht Tagen ohne Çeşme und Pamukkale. Länger: Nach Pamukkale zwei Nächte in Dalyan mit Schildkrötenstrand einschieben oder in Bodrum die Fähre nach Kos nehmen und einen griechischen Tag anhängen. Mit Datça, der Halbinsel südlich von Bodrum, wird es eine ruhige dritte Woche.

Weitere Routen durch Türkei