Türkei · Städte & Kultur · 8 Tage

Istanbul und Kappadokien

Die Stadt auf zwei Kontinenten und die Feenkamine in einer Woche: Diese Route ist der Grund, warum die meisten zum ersten Mal in die Türkei reisen, und sie funktioniert komplett ohne Auto.

Die Route, Tag für Tag

  1. Tag 1 bis 3

    Istanbul: Sultanahmet, Bosporus und Kadıköy

    Du landest am Flughafen Istanbul oder in Sabiha Gökçen und kaufst als Erstes eine Istanbulkart, mit der du Metro, Tram und Fähre für wenige Rappen pro Fahrt benutzt. Der erste Tag gehört Sultanahmet: Hagia Sophia am frühen Morgen, Blaue Moschee, Zisterne, nachmittags Topkapı-Palast, wofür du das Ticket online kaufst. Am zweiten Tag Gewürzbasar statt Grand Bazaar, dann mit der Linienfähre ab Eminönü den Bosporus hoch nach Sarıyer, zurück über Beyoğlu und die İstiklal-Strasse. Der dritte Tag beginnt mit der Fähre nach Kadıköy auf die asiatische Seite, wo du zwischen Fischmarkt, Cafés und Buchläden siehst, wie Istanbuler leben. Drei Nächte, weil zwei zu wenig sind und vier den Kappadokien-Puffer kosten. Schlafen in Beyoğlu oder Karaköy, Mittelklasse rund CHF 80 pro Nacht, zentral und abends lebendig. Weiter nach Kappadokien: Inlandflug nach Kayseri, 80 Minuten, danach 75 Kilometer Shuttle nach Göreme, oder Nachtbus ab Esenler, zehn Stunden.

    Touren an diesem Stopp: Hagia Sophia und Topkapı mit Guide ↗Bosporus-Bootsfahrt ↗Street-Food-Tour Kadıköy ↗

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  2. Tag 4 bis 7

    Kappadokien: Ballon, Täler und unterirdische Städte

    Vier Nächte in Göreme oder Uçhisar, in einem Mittelklasse-Höhlenhotel mit Frühstücksterrasse, von der du morgens die Ballons siehst. Buch die Ballonfahrt für den ersten Morgen, dann hast du drei Ersatztermine, falls der Wind sie streicht, was im Frühling jede dritte Fahrt trifft. Der Rest des Tages gehört dem Freilichtmuseum Göreme und dem Sonnenuntergang auf dem Felsen von Uçhisar. Am zweiten Tag wanderst du durch das Rosental und das Liebestal, gratis und fast menschenleer, wenn du vor neun startest. Für den dritten Tag mietest du einen Roller oder buchst die Südtour mit Derinkuyu und dem Ihlara-Tal, dem grünen Canyon mit über hundert Felskirchen. Der vierte Tag bleibt für Avanos und die Töpferscheibe oder einfach für die Terrasse. Essen: Testi Kebap einmal, danach Gözleme vom Stand. Rückreise: Shuttle nach Kayseri oder Nevşehir, eine Stunde, Flug nach Istanbul und Anschluss in die Schweiz, oder Nachtbus zurück nach Istanbul.

    Touren an diesem Stopp: Ballonfahrt bei Sonnenaufgang ↗Südtour Ihlara-Tal und Derinkuyu ↗Rollermiete Göreme ↗

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  3. Tag 8

    Istanbul: Letzter Morgen und Heimflug

    Wenn du den Nachtbus zurück genommen hast, kommst du gegen sieben Uhr in Istanbul an und hast einen halben Tag, bevor der Abendflug geht. Lass das Gepäck in der Aufbewahrung am Busterminal Esenler oder in einem Schliessfach am Flughafen, das spart den Hotelcheck-in. Fahr mit der Metro nach Eminönü und frühstück dort, wo du beim ersten Mal keine Zeit hattest: Menemen und Simit am Goldenen Horn, danach ein letzter Çay auf der Galatabrücke zwischen den Anglern. Wer nachmittags fliegt, schafft noch den Süleymaniye-Komplex, die ruhigere und schönere Moschee über dem Horn, oder eine Stunde Gewürzbasar für die Mitbringsel: Pistazien, Lokum, Sumach, Tee aus Rize. Wer mit dem Inlandflug zurückkommt, bucht den Anschluss gleich durch und sieht Istanbul nur vom Transitbereich, was völlig in Ordnung ist. Rückreise: Metro M11 oder Havaist-Bus zum Flughafen Istanbul, je nach Verkehr 45 bis 90 Minuten, Flug nach Zürich gut drei Stunden.

    Touren an diesem Stopp: Türkisches Frühstück am Goldenen Horn ↗

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Was die Route kostet

Grobe Gesamtkosten pro Person in CHF für die ganze Route, Mittelklasse, zu zweit unterwegs. Flüge und Hotels schwanken saisonal, Details stehen auf den Reiseziel-Seiten.

  • Anreise 320 CHF
  • Unterkunft 300 CHF
  • Essen 260 CHF
  • Mobilität vor Ort 170 CHF
1'050 CHF
Gesamt pro Person · 8 Tage

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Türkischer Lira (TRY). Der Kurs schwankt stark, deshalb stehen hier alle Preise in CHF. Kartenzahlung ist fast überall möglich, Bargeld brauchst du für Dolmuş, Märkte und Trinkgeld.

Tipps für die Route

Umgekehrt ist besser, wenn der Rückflug früh am Morgen geht: Fang in Kappadokien an und beende die Reise in Istanbul, dann wohnst du die letzte Nacht in Flughafennähe und hast den Ballonpuffer am Anfang. Nachteil: Nach den Feenkaminen wirkt Sultanahmet laut und voll. Die meisten fahren deshalb lieber in der hier beschriebenen Richtung.

Flug oder Nachtbus: Der Inlandflug Istanbul nach Kayseri kostet früh gebucht CHF 40 bis 80 und dauert 80 Minuten, dazu eine Stunde zum Flughafen und eine Stunde Shuttle nach Göreme. Der Nachtbus ab Esenler fährt gegen 21 Uhr, kostet CHF 20 bis 30 und hält morgens direkt in Göreme. Die Busse sind bequem, aber zehn Stunden bleiben zehn Stunden.

Buch die Ballonfahrt direkt beim Anbieter oder über das Hotel, nicht über den Erstbesten im Internet, und frag nach dem Datum der Letztprüfung des Ballons. 200 Franken sind der ehrliche Preis in der Saison, im November oder Februar zahlst du 130. Wird die Fahrt wegen Wind abgesagt, bekommst du das Geld zurück oder einen neuen Termin, deshalb vier Nächte.

Tickets für Hagia Sophia, Topkapı und das Freilichtmuseum Göreme sind in den letzten Jahren stark gestiegen, für Ausländer liegen sie bei je 25 bis 30 Euro. Ein Museumspass lohnt sich nur, wenn du fünf oder mehr Stätten siehst. Hagia Sophia: Touristen betreten die Galerie über einen eigenen Eingang, die Gebetsebene bleibt Gläubigen vorbehalten.

Nebensaison heisst hier November bis März: Istanbul hat dann 5 bis 12 Grad und Regen, Kappadokien oft Schnee auf den Feenkaminen, was wunderschön ist. Hotels kosten die Hälfte, Sultanahmet ist leer. Dafür fallen Ballonfahrten öfter aus und die Täler sind matschig. April, Mai, Oktober und November sind der beste Kompromiss.

Häufige Fragen zur Route Istanbul und Kappadokien

Reichen acht Tage für Istanbul und Kappadokien?

Ja, wenn du die Aufteilung drei plus vier einhältst und zwischen beiden fliegst oder den Nachtbus nimmst. Mit zehn Tagen hast du in Istanbul Zeit für die Prinzeninseln und in Kappadokien für Hattuşa oder Konya. Weniger als sieben Tage lohnt sich wegen der Flugzeiten kaum.

Wann ist die beste Reisezeit?

April bis Juni und September bis November. Istanbul hat dann 15 bis 25 Grad, Kappadokien stabile Ballonbedingungen und grüne Täler. Der Hochsommer ist in Istanbul schwül und in Kappadokien mit 35 Grad zu heiss zum Wandern. Winter ist günstig und schön, aber mit Ballonrisiko.

Brauche ich einen Mietwagen?

Nein. In Istanbul wäre ein Auto ein Fehler, Metro, Tram und Fähre bringen dich überall hin. In Kappadokien reichen Roller, Tagestouren und das Hotelshuttle. Nur wer von Kappadokien weiter nach Konya oder an die Küste will, mietet sinnvollerweise ab Kayseri ein Auto.

Was kostet die Woche pro Person?

Rund CHF 1'050 pro Person zu zweit in der Mittelklasse: Flug 320, sieben Hotelnächte 300, Essen 260, Inlandflug oder Bus, Istanbulkart, Shuttles und Eintritte 170. Die Ballonfahrt kommt mit 130 bis 200 Franken dazu und ist der grösste Einzelposten der ganzen Reise.

Ist die Route sicher und einfach zu organisieren?

Istanbul und Kappadokien sind die touristisch bestorganisierten Orte der Türkei. Die üblichen Grossstadtregeln gelten: Wertsachen vorne tragen, Taxis mit Taxameter oder per App, Schuhputzer und Teppichhändler freundlich ignorieren. Hotels in Göreme organisieren Shuttle, Ballon und Touren für dich, du musst kaum selbst etwas buchen.

Gibt es eine kürzere oder längere Variante?

Kürzer: fünf Tage mit zwei Nächten Istanbul und zwei in Kappadokien, Hin- und Rückflug über Kayseri, nur bei stabilem Wetter sinnvoll. Länger: zwölf Tage mit Ankara und Hattuşa dazwischen oder mit drei Badetagen in Antalya am Ende, dorthin fliegst du von Kayseri in einer Stunde.

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