Türkei · Roadtrip · 12 Tage

Schwarzmeer-Roadtrip

Teeplantagen bis ans Meer, Klöster an Felswänden, osmanische Holzhäuser und eine Küste, an der kaum ein Schweizer je war. Zwölf Tage, gut 1'200 Kilometer, viel Grün und viel Regen.

Die Route, Tag für Tag

  1. Tag 1 bis 3

    Trabzon: Sümela, Uzungöl und die Stadt am Hang

    Du fliegst über Istanbul nach Trabzon, insgesamt sechs bis sieben Stunden, und übernimmst das Auto am Flughafen, der direkt am Meer liegt. Der erste Nachmittag gehört der Stadt: die Hagia Sophia von Trabzon mit ihren Fresken, der Hügel Boztepe mit dem Blick über die Bucht, abends Akçaabat-Köfte oder Hamsi, die kleinen Sardellen, in der Saison in jeder Form. Am zweiten Tag fährst du früh ins Altındere-Tal zum Kloster Sümela, 45 Kilometer, das wie ein Schwalbennest 300 Meter über dem Tal in der Felswand klebt. Vor neun Uhr bist du fast allein, ab zehn kommen die Busse. Nachmittags zurück über die Teegärten von Maçka. Der dritte Tag führt nach Uzungöl, 100 Kilometer, der See mit den Holzhäusern auf 1'100 Metern, im Hochsommer voll mit Gästen aus den Golfstaaten, im Juni und September still. Schlafen in Trabzon in einem Mittelklassehotel am Meydan, rund CHF 60 pro Nacht. Weiter nach Rize: 75 Kilometer auf der Küstenschnellstrasse D010, eine Stunde.

    Touren an diesem Stopp: Kloster Sümela ab Trabzon ↗Uzungöl Tagesausflug ↗

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  2. Tag 4 bis 6

    Rize: Teegärten, Fırtına-Tal und Ayder

    Rize ist die Teehauptstadt der Türkei, und du siehst das an jedem Hang: Teegärten bis ans Meer, gepflückt von Hand, meist von Frauen mit Körben auf dem Rücken. Am ersten Tag besuchst du den Teegarten über der Stadt mit Aussichtsterrasse, trinkst dort den Tee mit Blick aufs Schwarze Meer und fährst nachmittags ins Fırtına-Tal, das Sturmtal, mit seinen osmanischen Bogenbrücken aus Stein über türkisgrünem Wasser bis nach Çamlıhemşin. Zwei Nächte schläfst du oben in Ayder auf 1'350 Metern in einer Holzlodge mit Thermalbad, oder in einer der ruhigeren Pensionen im Tal, rund CHF 70 pro Nacht. Von dort geht es am zweiten Tag mit dem Auto, bei Regen mit einem Fahrer im Allrad, auf die Hochalmen Pokut und Sal, wo du über den Wolken stehst, wenn unten Nebel liegt. Der dritte Tag ist eine Wanderung zur Burg Zilkale oder ein Ruhetag, Muhlama zum Frühstück, der Käse-Maisbrei der Region. Weiter nach Amasya: 470 Kilometer über die D010 bis Samsun und dann die D795 landeinwärts, sechs bis sieben Stunden mit Pausen. Das ist die längste Etappe der Route, früh losfahren.

    Touren an diesem Stopp: Hochalmen Pokut und Sal mit Allrad ↗Fırtına-Tal und Zilkale ↗Rafting auf dem Fırtına ↗

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  3. Tag 7 bis 8

    Amasya: Konaks am Fluss und Königsgräber im Fels

    Nach der langen Fahrt ist Amasya die Belohnung: eine Stadt in einer engen Flussschlucht, am Nordufer eine Reihe weiss-brauner osmanischer Holzhäuser, die Yalıboyu-Konaks, darüber in der Felswand die Gräber der pontischen Könige, nachts angestrahlt. Du schläfst in einem dieser Konaks, das ist der ganze Unterschied zwischen einem guten und einem belanglosen Besuch, Mittelklasse rund CHF 55 pro Nacht mit Innenhof und Blick auf den Fluss. Am ersten Abend reicht der Spaziergang am Yeşilırmak entlang und ein Abendessen mit Blick auf die beleuchteten Gräber. Der zweite Tag beginnt mit dem Aufstieg zu den Felsgräbern, 15 Minuten Treppe, und weiter zur Burg oben auf dem Berg, von wo du die ganze Stadt im Flussbogen siehst. Nachmittags die Prinzenstadt zu Fuss: die Sultan-Beyazıt-Moschee, das Museum mit den Mumien, die Medresen, dazu der Apfel, für den Amasya berühmt ist. Zwei Nächte, mehr braucht die Stadt nicht, weniger wäre schade. Weiter nach Safranbolu: 330 Kilometer über Çorum und die D100 nach Westen, rund viereinhalb Stunden, unterwegs lohnt Hattuşa als Umweg von zwei Stunden.

    Touren an diesem Stopp: Stadtführung Amasya ↗Hattuşa Tagesausflug ↗

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  4. Tag 9 bis 10

    Safranbolu: Die osmanische Stadt, die stehen geblieben ist

    Safranbolu ist UNESCO-Welterbe, weil hier eine ganze osmanische Stadt aus dem 18. und 19. Jahrhundert erhalten ist: rund 2'000 Fachwerkhäuser mit vorkragenden Obergeschossen, Kopfsteingassen, eine Karawanserei und ein Hamam, der noch in Betrieb ist. Komm unter der Woche, am Wochenende schieben sich Reisegruppen aus Ankara durch die Gassen und die Konaks kosten mehr. Du schläfst in einem restaurierten Konak mit originalen Holzdecken und eingebautem Bad, Mittelklasse rund CHF 65 pro Nacht. Der erste Nachmittag ist für die Altstadt Çarşı: das Kaymakamlar-Haus als Museum, der Cinci Han, die Werkstätten der Schuhmacher und Kupferschmiede, zum Abschluss ein Bad im Cinci Hamam. Am zweiten Tag fährst du zum İncekaya-Aquädukt und in den Tokatlı-Canyon mit der Glasplattform, nachmittags ins Yörük-Dorf, das noch ursprünglicher ist als Safranbolu. Kauf Safran nur in Fäden und frag nach der Herkunft, der echte kommt aus den Dörfern ringsum. Weiter nach Sinop: 330 Kilometer über Kastamonu und die D030 zur Küste, rund fünf Stunden mit Pausen, landschaftlich die schönste Etappe der Reise.

    Touren an diesem Stopp: Altstadt-Führung Safranbolu ↗Tokatlı-Canyon und Yörük-Dorf ↗

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  5. Tag 11 bis 12

    Sinop: Gefängnis, Hamsilos und das Ende am Kap

    Sinop liegt auf einer Halbinsel am nördlichsten Punkt der Türkei und ist die ruhigste Hafenstadt am Schwarzen Meer. Das historische Gefängnis innerhalb der Festungsmauern, 1887 bis 1997 in Betrieb, ist der eigentliche Grund für den Besuch: Zellenblöcke, Innenhöfe, die Geschichten der Schriftsteller, die hier sassen. Danach die Festungsmauern, der Hafen mit den Fischerbooten und abends Mantı oder frischer Fisch an der Uferpromenade. Am zweiten Tag fährst du elf Kilometer nach Norden nach Hamsilos, der schmalen Waldbucht, die als einziger Fjord der Türkei verkauft wird, weiter zum Kap İnceburun mit Leuchtturm, und nachmittags an den Karakum-Strand oder zu den Erfelek-Wasserfällen, 30 Kilometer landeinwärts, eine Kette von 28 Kaskaden im Wald. Schlafen in einem einfachen Mittelklassehotel am Hafen, rund CHF 55 pro Nacht. Rückreise: Flughafen Sinop mit Flügen nach Istanbul an einzelnen Tagen, zuverlässiger der Flughafen Samsun, 170 Kilometer über die D010, zweieinhalb Stunden, dort das Auto abgeben und über Istanbul nach Zürich fliegen.

    Touren an diesem Stopp: Bootstour Hamsilos und Kap ↗Erfelek-Wasserfälle ↗

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Was die Route kostet

Grobe Gesamtkosten pro Person in CHF für die ganze Route, Mittelklasse, zu zweit unterwegs. Flüge und Hotels schwanken saisonal, Details stehen auf den Reiseziel-Seiten.

  • Anreise 380 CHF
  • Unterkunft 350 CHF
  • Essen 360 CHF
  • Mobilität vor Ort 480 CHF
1'570 CHF
Gesamt pro Person · 12 Tage

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Türkischer Lira (TRY). Der Kurs schwankt stark, deshalb stehen hier alle Preise in CHF. Kartenzahlung ist fast überall möglich, Bargeld brauchst du für Dolmuş, Märkte und Trinkgeld.

Mietwagen für diese Route

Mietwagen-Vergleich folgt, sobald der Partnerlink freigeschaltet ist. Bis dahin: direkt beim Vermieter oder am Zielflughafen vergleichen.

Tipps für die Route

Die Route lässt sich auch von West nach Ost fahren: Flug nach Ankara, mit dem Auto in drei Stunden nach Safranbolu, dann Sinop, Amasya, Rize und Rückflug ab Trabzon. Das bringt die längste Etappe in die Mitte und das beste Stück, die Hochalmen, ans Ende. Nachteil: Du gibst das Auto in Trabzon ab, wo die Einwegmiete ab Ankara teurer ist als ab Samsun.

Einwegmiete zwischen Trabzon und Samsun kostet bei den grossen Vermietern CHF 50 bis 100 Zuschlag, zwischen Trabzon und Ankara deutlich mehr. Nimm ein Auto mit etwas Bodenfreiheit, kein Allrad nötig, aber die Hochalmen über Ayder sind Schotter. Bei Regen fährst du dort mit einem lokalen Fahrer, 50 bis 80 Franken für den Tag für das ganze Auto.

Die Küstenschnellstrasse D010 ist vierspurig, schnell und langweilig, mit Tunneln und Lastwagen. Rechne trotzdem mit 70 Kilometern pro Stunde im Schnitt. Im Landesinneren sind die Strassen zweispurig, kurvig und gut. Maut fällt keine an, die Autobahn um Samsun ist frei. Tankstellen sind häufig, auch nachts, Karte überall.

Es regnet. Die Ostschwarzmeerküste ist die nasseste Region der Türkei, auch im Juli, und auf den Hochalmen liegt bis Juni Schnee. Pack eine echte Regenjacke, Wanderschuhe mit Profil und eine Fleecejacke für Ayder, wo es nachts auch im August zehn Grad hat. Für Sümela und die Alm-Fahrt plan den Morgen ein, nachmittags zieht fast immer Nebel auf.

Juni und September sind ideal: grüne Hänge, Tee-Ernte, die Almen schneefrei, Uzungöl und Ayder ohne die Reisegruppen vom Golf, die im Juli und August die Preise verdoppeln. Oktober färbt die Wälder um Safranbolu und Sinop, ist aber oben schon kalt. Im Winter ist Ayder nur mit Ketten erreichbar und Sümela zeitweise gesperrt.

Buch die Konaks in Amasya und Safranbolu vorher, die guten Häuser haben nur fünf bis zehn Zimmer. In Trabzon, Rize und Sinop findest du auch spontan ein Zimmer. Für Sümela kaufst du das Ticket am Tor, rund CHF 20, der Shuttle von der unteren Strasse zum Kloster kostet extra, zu Fuss sind es 40 Minuten bergauf durch den Wald.

Häufige Fragen zur Route Schwarzmeer-Roadtrip

Wie lange braucht man für das Schwarze Meer?

Zwölf Tage für die Strecke von Trabzon nach Sinop mit fünf Quartieren. Weniger geht nur, wenn du einen Teil weglässt: Trabzon, Rize und Amasya in acht Tagen mit Rückflug ab Samsun, oder Safranbolu, Sinop und Amasya in sieben Tagen ab Ankara. Beides sind schöne, eigenständige Reisen.

Wann ist die beste Reisezeit?

Juni und September. Dann sind die Hochalmen schneefrei, die Teegärten im Saft und die Reisegruppen vom Golf noch nicht oder nicht mehr da. Juli und August sind grün, aber voll in Ayder und Uzungöl. Im Mai blüht alles, auf den Almen liegt aber Schnee. Oktober ist schön bunt und am Meer noch mild.

Geht die Route mit Bus und Dolmuş?

Teilweise. Fernbusse verbinden alle fünf Städte, die Etappen dauern dann aber sechs bis zehn Stunden. Sümela, Uzungöl und Ayder erreichst du mit Tagestouren ab Trabzon und Rize, die Hochalmen nur mit Fahrer. Zu zweit ist der Mietwagen nicht teurer als die Touren und du gewinnst die Freiheit, in Teedörfern anzuhalten.

Was kostet der Roadtrip pro Person?

Rund CHF 1'570 pro Person zu zweit in der Mittelklasse: Flug über Istanbul 380, elf Hotelnächte 350, Essen 360, Mietwagen zwölf Tage mit Benzin für 1'200 Kilometer, Einwegzuschlag und Allradfahrer 480. Das Schwarze Meer ist günstiger als die Küste im Süden, nur das Benzin kostet bei den Distanzen.

Ist das Fahren am Schwarzen Meer anspruchsvoll?

Auf der Küstenstrasse nicht, sie ist breit und gerade. Im Landesinneren und in den Tälern musst du mit engen Kurven, Nebel, Kühen und Teetraktoren rechnen, und auf den Almstrassen mit Schotter. Fahr nicht nachts, halte bei Nebel Abstand und lass die Hochalmen bei Starkregen aus. Ein Schweizer Führerschein reicht.

Gibt es eine kürzere oder längere Variante?

Kürzer: Nur der Osten, Trabzon und Rize in sechs Tagen mit Rückflug ab Trabzon, ohne lange Etappen. Länger: Nach Rize noch nach Artvin und in die georgischen Täler, oder vor Amasya zwei Nächte in Hattuşa und Çorum, dann wird es eine Zweiwochenreise durch das Hethiterland.

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