Deutschland · Bahnreise · 8 Tage

Berlin bis Dresden

Mit dem Nightjet ab Zürich nach Berlin, dann mit ICE und Deutschlandticket durch den Osten: drei Städte, die günstiger und spannender sind als ihr Ruf, und zum Schluss die Bastei um 7 Uhr morgens.

Die Route, Tag für Tag

  1. Tag 1 bis 3

    Berlin: Mauer, Museumsinsel und der richtige Kiez

    Der Nightjet fährt am Abend ab Zürich HB und ab Basel SBB und kommt gegen 8 Uhr in Berlin Hauptbahnhof an, Liegewagen ab CHF 80 pro Richtung, Schlafwagen ab CHF 130, früh gebucht. Du hast damit drei volle Tage: Tag 1 Regierungsviertel, Reichstagskuppel mit Voranmeldung, Brandenburger Tor, Holocaust-Mahnmal und abends Kreuzberg. Tag 2 Museumsinsel mit dem Museumspass für drei Tage (CHF 30, fünf Häuser, Pergamon-Panorama), Hackesche Höfe, Prenzlauer Berg. Tag 3 Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Strasse, East Side Gallery, Tempelhofer Feld mit dem Velo. Du wohnst in Mitte rund um Rosenthaler Platz oder in Prenzlauer Berg, von dort bist du überall in 20 Minuten mit U- und S-Bahn, CHF 100 bis 140 das Doppelzimmer. Das Deutschlandticket aktivierst du am ersten Tag in der DB-Navigator-App, es gilt ab sofort für alle BVG-Linien. Weiter nach Leipzig: ICE ab Hauptbahnhof in 1 Stunde 15, stündlich, Sparpreis ab CHF 20, wenn du zwei Wochen vorher buchst, mit dem Deutschlandticket im Regionalexpress in 2 Stunden 30 mit Umstieg.

    Touren an diesem Stopp: Berlin Mauer und Kalter Krieg Rundgang ↗Museumsinsel Berlin Führung ↗Reichstag Kuppel Führung ↗

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  2. Tag 4

    Leipzig: Bach, Plagwitz und die günstigste Grossstadt

    Ein Tag und eine Nacht reichen für den Kern, und der liegt fünf Minuten vom Hauptbahnhof: Thomaskirche mit Bachs Grab, Nikolaikirche, wo 1989 die Montagsdemonstrationen begannen, Mädlerpassage, Markt und Altes Rathaus, alles innerhalb des Rings zu Fuss. Nachmittags fährst du mit der Tram 14 nach Plagwitz, wo in der Baumwollspinnerei Galerien in alten Fabrikhallen sitzen und der Karl-Heine-Kanal mit Kanu oder Velo zu erkunden ist. Wenn du an einem Freitag oder Samstag da bist, hörst du die Motette des Thomanerchors in der Thomaskirche für CHF 3, 45 Minuten Bach am Ort, für den er schrieb, 30 Minuten vorher da sein. Du wohnst im Zentrum oder in der Südvorstadt an der Karl-Liebknecht-Strasse, wo die Kneipen sind, CHF 85 bis 120 das Doppelzimmer, Budgetketten am Bahnhof ab CHF 55. Abends Gose im Bayerischen Bahnhof, das sauer-salzige Leipziger Bier, oder Leipziger Allerlei, wenn du es ausprobieren willst. Weiter nach Dresden: ICE oder IC in 1 Stunde 10, mit dem Deutschlandticket im Regionalexpress RE50 in 1 Stunde 40 ohne Aufpreis, beide stündlich ab Hauptbahnhof.

    Touren an diesem Stopp: Stadtführung Leipzig Altstadt und Bach ↗Baumwollspinnerei und Plagwitz Tour ↗

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  3. Tag 5 bis 6

    Dresden: Frauenkirche am Morgen, Neustadt am Abend

    Du wohnst in der Äusseren Neustadt zwischen Albertplatz und Alaunpark oder in der eleganteren Inneren Neustadt an der Königstrasse, 15 Minuten zu Fuss über die Augustusbrücke in die Altstadt, CHF 95 bis 130 das Doppelzimmer und 30 bis 50 Prozent günstiger als am Neumarkt. Tag 5: Frauenkirche um 10 Uhr, wenn sie öffnet, Kuppelaufstieg für CHF 10 mit Blick über die Elbe, dann Brühlsche Terrasse, Zwinger und das Residenzschloss mit dem Tagesticket für Grünes Gewölbe, Rüstkammer und Türckische Cammer, das Historische Grüne Gewölbe mit Zeitticket Tage vorher buchen. Tag 6: Gemäldegalerie Alte Meister mit der Sixtinischen Madonna am Vormittag, nachmittags mit dem Raddampfer nach Pillnitz oder mit der Tram 11 nach Loschwitz zum Blauen Wunder und der Standseilbahn, abends Neustadt, wo die Dresdner essen gehen. Wer eine Semperoper-Vorstellung will, bucht sie Wochen vorher, gute Plätze ab CHF 75, Stehplätze ab CHF 15. Weiter in die Sächsische Schweiz: S-Bahn S1 ab Hauptbahnhof oder Neustadt im Halbstundentakt durch das Elbtal nach Bad Schandau, 45 Minuten, mit dem Deutschlandticket ohne Aufpreis, Fähre über die Elbe inklusive.

    Touren an diesem Stopp: Altstadt-Rundgang Dresden mit Frauenkirche ↗Dampfschifffahrt Elbe Dresden ↗Semperoper Führung ↗

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  4. Tag 7 bis 8

    Bad Schandau: Bastei um 7 Uhr und Heimfahrt durch das Elbtal

    Bad Schandau ist der Nationalparkort ohne Auto: S-Bahn-Halt auf der anderen Elbseite, Fähre hinüber, Kirnitzschtalbahn, Busse und die Gästekarte, die mit der Kurtaxe von rund CHF 3 pro Nacht kommt und Bus und S-Bahn zwischen Pirna und Schöna deckt. Du wohnst in einer Pension oder einem Mittelklassehotel am Markt, CHF 85 bis 120 das Doppelzimmer. Tag 7 nach der Ankunft am Vormittag: Mit dem Bus 241 zu den Schrammsteinen und über den Gratweg mit Blick ins Elbtal zurück, drei bis vier Stunden, oder gemütlicher mit der Kirnitzschtalbahn zum Lichtenhainer Wasserfall und zum Kuhstall. Tag 8 früh: Mit der S-Bahn um 6.30 Uhr nach Rathen, Fähre, in 40 Minuten hinauf zur Bastei, um 7.30 Uhr hast du die Brücke fast allein, ab 10 Uhr ist sie ein Laufsteg. Rückreise: Mit der S-Bahn zurück nach Dresden Hauptbahnhof, dann ICE über Leipzig und Frankfurt nach Basel und Zürich, sieben bis acht Stunden mit ein bis zwei Umstiegen, Sparpreis ab CHF 60, Ankunft am Abend.

    Touren an diesem Stopp: Bastei und Schwedenlöcher geführte Wanderung ↗Festung Königstein Ticket ↗

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Was die Route kostet

Grobe Gesamtkosten pro Person in CHF für die ganze Route, Mittelklasse, zu zweit unterwegs. Flüge und Hotels schwanken saisonal, Details stehen auf den Reiseziel-Seiten.

  • Anreise 200 CHF
  • Unterkunft 390 CHF
  • Essen 320 CHF
  • Mobilität vor Ort 120 CHF
1'030 CHF
Gesamt pro Person · 8 Tage

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Euro (EUR). Deutschland ist bargeldfreundlicher als die Schweiz: In Bäckereien, Kiosken und kleinen Lokalen heisst es oft «nur Bargeld», Kartenzahlung geht aber fast überall ab CHF 10. Trinkgeld 5 bis 10 Prozent, beim Bezahlen aufrunden und den Betrag nennen.

Tipps für die Route

Richtung umdrehen lohnt sich, wenn du die Städte als Steigerung willst: ICE ab Basel nach Dresden am ersten Tag, Sächsische Schweiz, Leipzig, dann Berlin mit dem Nightjet zurück. Vorteil: Du schläfst die letzte Nacht im Zug und bist am Morgen zu Hause, der lange ICE-Tag liegt am Anfang, wenn du frisch bist. Nachteil: Die Bastei um 7 Uhr setzt eine frühe Anreise voraus.

Das Deutschlandticket kostet rund CHF 60 pro Kalendermonat, ist ein Abo, das du vor Monatsende kündigen musst, und gilt in allen Regionalzügen, S-Bahnen, Trams und Bussen, nicht im ICE, IC und EC. Für acht Tage rechnet es sich ab der zweiten Stadt, weil Tageskarten in Berlin und Dresden CHF 9 bis 10 kosten. Buchen in der DB-Navigator-App mit Schweizer Kreditkarte geht.

Die ICE-Strecken Berlin bis Leipzig und Leipzig bis Dresden kosten als Sparpreis CHF 15 bis 30, wenn du zwei bis drei Wochen vorher buchst, spontan CHF 50 bis 70. Der Nightjet Zürich bis Berlin ist sechs Monate im Voraus buchbar, die günstigsten Liegewagenplätze für CHF 80 sind an Freitagen und Sonntagen zuerst weg. Buch den Nachtzug zuerst, dann die Hotels.

Nebensaison heisst hier Mai, Juni, September und Oktober: Hotels CHF 20 bis 30 günstiger als zu Messen und im Advent, Temperaturen für Stadtbesichtigung und für die Bastei. Vermeide Leipzig zur Buchmesse Ende März und Dresden im Advent an Wochenenden, dann sind die Zimmer doppelt so teuer. Juli und August sind heiss, Berlin wird staubig, dafür sind die Hotelpreise tiefer.

Unpünktlichkeit der Deutschen Bahn ist real: Jeder dritte Fernzug kommt verspätet. Plan 20 Minuten Puffer bei Umstiegen, nimm bei Sparpreisen die Zugbindung ernst (sie fällt bei mehr als 20 Minuten Verspätung weg, dann darfst du jeden Zug nehmen), und buch den Heimweg nicht mit dem letzten Anschluss in Basel. Die S-Bahn S1 in die Sächsische Schweiz ist zuverlässig.

Häufige Fragen zur Route Berlin bis Dresden

Wie lange braucht man für Berlin, Leipzig und Dresden?

Acht Tage sind das richtige Mass: drei Tage Berlin, ein Tag Leipzig, zwei Tage Dresden, zwei Tage Sächsische Schweiz mit Rückreise. Berlin allein könnte eine Woche füllen, Leipzig ist an einem Tag greifbar, Dresden braucht zwei für Museen und Elbe. Wer die Bastei auslässt, schafft die drei Städte in sechs Tagen.

Wann ist die beste Reisezeit?

Mai, Juni und September: 18 bis 25 Grad, lange Abende an Spree und Elbe, Biergärten offen, Hotels bezahlbar. Oktober ist mit Laub in der Sächsischen Schweiz und dem Festival of Lights in Berlin schön, aber kühler. Der Advent mit dem Striezelmarkt in Dresden ist stimmungsvoll und teuer, Januar bis März günstig und grau.

Warum Bahn statt Auto oder Flug?

Weil das Auto in allen drei Städten nur Parkgebühren von CHF 25 bis 35 pro Tag kostet und die Sächsische Schweiz mit S-Bahn, Fähre und Gästekarte ohne Auto besser funktioniert. Der Flug nach Berlin ist mit 1 Stunde 25 schneller als der Nightjet, dafür fährst du am Ende sowieso mit dem ICE heim oder zurück nach Berlin. Bahn ist hier nicht Verzicht, sondern die einfachste Variante.

Was kostet die Route pro Person?

Rund CHF 1'030 pro Person zu zweit in der Mittelklasse: CHF 200 für Nightjet hin und ICE zurück, CHF 390 für sieben Hotelnächte, CHF 320 für Essen und CHF 120 für Deutschlandticket plus zwei ICE-Sparpreise. Museen kommen dazu, rund CHF 80 für Museumspass Berlin, Residenzschloss und Frauenkirche. Mit Hostels und Imbiss sind CHF 750 realistisch.

Ist die Reise sicher und einfach ohne Auto?

Ja. Alle drei Städte haben dichte U-, S-Bahn- und Tramnetze, die bis spät fahren, Berlin am Wochenende durchgehend. Üblich sind Taschendiebe am Alexanderplatz, im Hauptbahnhof und in der Dresdner Neustadt nachts, mehr nicht. In der Sächsischen Schweiz sind die Wege markiert und die Busse fahren bis in die Täler, feste Schuhe reichen, Kletterausrüstung brauchst du nicht.

Gibt es eine kürzere oder längere Variante?

Kürzer in fünf Tagen: Nightjet nach Berlin, zwei Tage dort, ICE nach Dresden, zwei Tage mit Tagesausflug zur Bastei, ICE heim; Leipzig fällt weg. Länger in elf Tagen: zwei Tage Leipzig mit Völkerschlachtdenkmal und Neuseenland, eine Nacht in Potsdam mit Sanssouci zwischen Berlin und Leipzig, und drei Nächte in Bad Schandau für Schrammsteine, Festung Königstein und eine Malerweg-Etappe.

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