Berlin

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Berlin

Was ein langes Wochenende in der Hauptstadt wirklich kostet, warum du für Berlin den Nachtzug statt den Flug nehmen kannst und in welchem Kiez du wohnen solltest, damit du nicht jeden Abend eine halbe Stunde U-Bahn fährst.

Foto: Ch Jawad / Pexels

Was kostet deine Reise nach Berlin?

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1'530 CHF
≈ 765 CHF pro Person
  • Anreise 360 CHF
  • Unterkunft 600 CHF
  • Essen 450 CHF
  • Transport vor Ort 60 CHF
  • Museumspass Berlin (3 Tage) 60 CHF

Schätzwerte zur Orientierung, keine Buchungspreise. Anreise heisst hier Bahn oder Auto ab der Schweiz, hin und zurück pro Person. Hotels schwanken saisonal stark, aktuelle Preise findest du über die Links weiter unten.

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Euro (EUR). Deutschland ist bargeldfreundlicher als die Schweiz: In Bäckereien, Kiosken und kleinen Lokalen heisst es oft «nur Bargeld», Kartenzahlung geht aber fast überall ab CHF 10. Trinkgeld 5 bis 10 Prozent, beim Bezahlen aufrunden und den Betrag nennen. Anreise: Anreise mit Bahn (DB), Auto oder Flug, je nach Ziel 1 bis 8 Stunden.

Hotel-Empfehlungen

Neun Optionen in drei Preisklassen – jeweils die Häuser mit den besten Bewertungen auf Booking.com.

Budget

a&o Berlin Mitte

Mitte (Köpenicker Strasse), Berlin

Grosses Hostel und Budgethotel zwischen Kreuzberg und Mitte, fünf Minuten zur U-Bahn Heinrich-Heine-Strasse. Schlafsäle ab CHF 25, einfache Doppelzimmer mit Bad ab CHF 70, Frühstücksbuffet gegen Aufpreis. Für alle, die das Budget für Museen und Nächte sparen wollen.

ab CHF 70 / Nacht Ansehen →

MEININGER Hotel Berlin Hauptbahnhof

Moabit (am Hauptbahnhof), Berlin

Hybrid aus Hostel und Hotel direkt gegenüber dem Hauptbahnhof, ideal für Nachtzug-Ankünfte am frühen Morgen. Saubere Zimmer, Gästeküche, Reichstag und Tiergarten zu Fuss in zehn Minuten. Abends ist die Gegend ruhig, Mitte erreichst du mit der S-Bahn in einer Station.

ab CHF 80 / Nacht Ansehen →

Motel One Berlin-Hackescher Markt

Mitte (Hackescher Markt), Berlin

Die zuverlässige Budgetkette an der besten Adresse für Erstbesucher: Museumsinsel, Hackesche Höfe und Alexanderplatz zu Fuss, S-Bahn vor der Tür. Kleine, gut gemachte Zimmer, Bar in der Lobby. Früh buchen, das Haus ist an Wochenenden oft voll.

ab CHF 100 / Nacht Ansehen →

Mittelklasse

Michelberger Hotel

Friedrichshain (Warschauer Strasse), Berlin

Das Berliner Hotel der Clubgeneration, gegenüber der Oberbaumbrücke und neben dem Bahnhof Warschauer Strasse. Zimmer vom Kabuff bis zum Loft, Innenhof, gutes Restaurant mit Zutaten vom eigenen Hof. Für alle, die nachts in Friedrichshain und Kreuzberg unterwegs sind.

ab CHF 130 / Nacht Ansehen →

25hours Hotel Bikini Berlin

Charlottenburg (Zoo), Berlin

Im Bikini-Haus zwischen Zoo und Gedächtniskirche, mit Blick in das Affengehege oder auf die City West. Monkey Bar im 10. Stock, Neni-Restaurant, Velos zum Ausleihen. Die beste Wahl, wenn du den Westen und das KaDeWe als Basis willst, Mitte ist mit der S-Bahn 15 Minuten entfernt.

ab CHF 150 / Nacht Ansehen →

Hotel Oderberger

Prenzlauer Berg (Oderberger Strasse), Berlin

Ein denkmalgeschütztes Stadtbad von 1902, in dem die Schwimmhalle noch in Betrieb ist und Gäste gratis schwimmen. Ruhige Zimmer, Kastanienallee und Mauerpark um die Ecke. Für alle, die Prenzlauer Berg mit Cafés und Altbau statt Mitte wollen.

ab CHF 140 / Nacht Ansehen →

Luxus

Hotel Adlon Kempinski Berlin

Mitte (Pariser Platz), Berlin

Das Grand Hotel direkt neben dem Brandenburger Tor, Neubau von 1997 nach dem Vorbild von 1907. Klassische Zimmer, Lobby mit Elefantenbrunnen, Zwei-Sterne-Restaurant Lorenz Adlon. Die Adresse, wenn du Berlin einmal in Repräsentation erleben willst, Unter den Linden beginnt vor der Tür.

ab CHF 380 / Nacht Ansehen →

Rocco Forte Hotel De Rome

Mitte (Bebelplatz), Berlin

Ehemaliger Sitz der Dresdner Bank am Bebelplatz, Tresorraum ist heute der Pool. Ruhige Lage neben Staatsoper und Museumsinsel, Dachterrasse mit Blick über Mitte, italienisches Restaurant. Weniger Pomp als das Adlon, mehr Zurückhaltung und Design.

ab CHF 350 / Nacht Ansehen →

The Ritz-Carlton, Berlin

Tiergarten (Potsdamer Platz), Berlin

Hochhaus am Potsdamer Platz, 2019 komplett renoviert, mit grossen Zimmern, Spa und der bekannten Fragrances Bar. Philharmonie, Gemäldegalerie und Tiergarten zu Fuss, die Umgebung ist abends allerdings leer. Für Konzert- und Museumsreisende mit Komfortanspruch.

ab CHF 320 / Nacht Ansehen →

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Erlebnisse, die sich lohnen

Museumsinsel: Neues Museum und Alte Nationalgalerie

Nofretete im Neuen Museum, Caspar David Friedrich in der Alten Nationalgalerie, dazu Altes Museum und Bode-Museum. Einzelticket CHF 14 bis 22, Bereichskarte für alle Häuser CHF 22 bis 24, Museumspass drei Tage CHF 30. Pro Haus 90 Minuten, Zeitfenster online buchen.

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Reichstagskuppel mit Anmeldung

Die gläserne Kuppel von Norman Foster über dem Bundestag, Audioguide inklusive, gratis. Online zwei Wochen vorher mit Passdaten anmelden, Sonnenuntergang ist der beste Termin. Mit Sicherheitskontrolle 60 bis 90 Minuten.

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Mauer-Tour: Bernauer Strasse und East Side Gallery

Die Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Strasse zeigt den einzigen erhaltenen Todesstreifen, gratis, Aussichtsturm inklusive. Die East Side Gallery ist 1,3 Kilometer bemalte Mauer an der Spree. Geführte Velotour zu den Mauerorten ab CHF 30, drei bis vier Stunden.

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Street-Food- und Kiez-Tour Kreuzberg

Markthalle Neun, türkische Bäckereien, Döner und Craft Beer rund um Kottbusser Tor mit jemandem, der den Kiez kennt. Drei Stunden mit Verpflegung ab CHF 60. Donnerstagabend fällt der Street Food Thursday in der Markthalle in die Tour.

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Topographie des Terrors und Holocaust-Mahnmal

Dokumentationszentrum auf dem Gelände der Gestapo-Zentrale, gratis, zwei Stunden. Das Stelenfeld des Holocaust-Mahnmals liegt zehn Minuten entfernt, der Ort der Information darunter ist ebenfalls gratis. Geführte Tour zur NS-Geschichte ab CHF 20.

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Spreefahrt durch Mitte

Eine Stunde auf dem Wasser vom Nikolaiviertel bis zum Hauptbahnhof, vorbei an Museumsinsel, Reichstag und Kanzleramt, CHF 20 bis 25. Bessere Perspektive als jeder Bus, die Dreistunden-Rundfahrt über Landwehrkanal lohnt sich im Sommer mehr.

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Tempelhofer Feld mit Velo

Der stillgelegte Flughafen ist der grösste innerstädtische Park der Welt, du fährst auf den Startbahnen. Leihvelo CHF 10 bis 15 pro Tag, Eintritt gratis, Sonnenuntergang am Westrand. Die Führung durch das Flughafengebäude kostet CHF 18 und zeigt den Nazi-Monumentalbau von innen.

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Tagesausflug Potsdam und Sanssouci

40 Minuten mit der S7 oder dem Regionalzug, Ticket ABC CHF 4.50. Schloss Sanssouci CHF 22 mit Zeitfenster, der Park und das Holländische Viertel sind gratis. Geführte Halbtagestour ab Berlin ab CHF 50, auf eigene Faust braucht es einen ganzen Tag.

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Berliner Philharmonie oder Staatsoper

Karten für die Berliner Philharmoniker ab CHF 30, für die Staatsoper Unter den Linden ab CHF 20, Restkarten oft an der Abendkasse. Die Lunchkonzerte in der Philharmonie am Dienstag um 13 Uhr sind gratis, sei um 12 Uhr da.

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Essen & Trinken

Berlin kocht nicht fein, Berlin isst auf der Strasse: Currywurst, Döner, Buletten, Schrippen. Dazu kommt die beste türkische, arabische und vietnamesische Küche Deutschlands, ein Erbe der Gastarbeiter und der DDR-Vertragsarbeiter. Teuer ist hier fast nichts, und die Lokale, die dir am meisten geben, haben oft Neonlicht und Plastikstühle.

Currywurst mit Pommes

Konnopke's Imbiss unter der Hochbahn an der Schönhauser Allee oder Curry 36 am Mehringdamm

Gebratene Wurst in Stücken, Tomatensauce mit Curry obendrauf, ein Pappschälchen, ein Holzpiekser. Mit oder ohne Darm ist die Berliner Glaubensfrage. Mit Pommes CHF 6 bis 8.

Tipp:Bei Konnopke «ohne Darm» bestellen, das ist das Original seit 1960; Curry 36 hat bis 5 Uhr früh offen.

Döner Kebap

Mustafas Gemüse Kebap am Mehringdamm (lange Schlange) oder Imren Grill in Neukölln und Kreuzberg

Fladenbrot, Fleisch vom Spiess, Salat, Sauce. Erfunden oder zumindest perfektioniert in Berlin-Kreuzberg in den Siebzigerjahren. CHF 6 bis 9, die Gemüse-Variante mit Schafskäse und gebratenem Gemüse ist die Berliner Spezialität.

Tipp:Bei Mustafas stehst du 45 Minuten, bei Imren fünf, und Imren ist für Fleischesser besser.

Königsberger Klopse

Max und Moritz in der Oranienstrasse oder Zur letzten Instanz in Mitte

Kalbfleischbällchen in weisser Kapernsauce mit Salzkartoffeln und Roter Bete, preussische Küche aus Ostpreussen. Im Lokal CHF 14 bis 20.

Tipp:Zur letzten Instanz ist das älteste Gasthaus Berlins (1621), reservieren, Touristenanteil hoch, Küche trotzdem gut.

Eisbein mit Sauerkraut und Erbspüree

Traditionslokale in Mitte und Charlottenburg, etwa rund um die Kantstrasse

Gepökelte Schweinshaxe, gekocht statt gebraten wie in Bayern, dazu Erbspüree und Kümmelsauerkraut. Eine Portion ist für zwei, CHF 18 bis 24.

Tipp:Nur bestellen, wenn du danach nichts mehr vorhast.

Bulette mit Schrippe

Fleischereien und Eckkneipen in Prenzlauer Berg und Kreuzberg, oder an den Ständen der Markthalle Neun

Das Berliner Fleischküchlein, kalt oder warm, mit Senf und einem Brötchen, das hier Schrippe heisst. Am Tresen CHF 3 bis 5, der Snack zwischen zwei Museen.

Tipp:In der Eckkneipe steht die Bulette oft in der Vitrine auf dem Tresen, einfach bestellen, kalt ist normal.

Berliner Pfannkuchen

Jede Berliner Bäckerei, traditionell etwa in Charlottenburg und Schöneberg

Das, was der Rest der Welt Berliner nennt: Hefeteig in Fett gebacken, mit Konfitüre gefüllt, bezuckert. CHF 1.50 bis 2.50 beim Bäcker, an Silvester mit Senf als Scherz.

Tipp:Sag Pfannkuchen, nicht Berliner, sonst gibt es einen Blick.

Hummus und Falafel aus Neukölln

Sonnenallee in Neukölln, zwischen Hermannplatz und S-Bahn Sonnenallee

Die Sonnenallee ist die arabische Hauptstrasse Berlins, mit syrischen und libanesischen Bäckereien, Hummus-Lokalen und Schawarma. Teller mit Hummus, Falafel, Brot und Salat CHF 7 bis 12.

Tipp:Die Lokale ohne Speisekarte auf Deutsch sind die besseren, bestellen geht mit Zeigen.

Vietnamesische Pho und Bun

Dong Xuan Center in Lichtenberg (Grossmarkt mit Kantinen) oder die Lokale rund um Rosenthaler Platz in Mitte

Ein Erbe der DDR-Vertragsarbeiter: Berlin hat eine der grössten vietnamesischen Gemeinden Europas. Pho CHF 9 bis 13, Bun Bo Nam Bo CHF 10 bis 14.

Tipp:Das Dong Xuan Center ist eine Tramfahrt entfernt und wirkt wie Hanoi, Kantinen in Halle 1 und 2, nur Bargeld.

Markthalle Neun und Street Food Thursday

Markthalle Neun, Eisenbahnstrasse, Kreuzberg

Historische Markthalle in Kreuzberg mit Bäckerei, Metzgerei, Käse und Craft-Beer-Brauerei. Donnerstagabend ab 17 Uhr Street Food aus aller Welt, Gericht CHF 7 bis 12.

Tipp:Donnerstag vor 18 Uhr kommen, danach ist es voll; samstags ist Wochenmarkt mit Frühstück.

Food-Tour buchen: Berlin

Mit Guide durch Märkte und Lokale, inklusive Kostproben.

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Geschichte & Hintergrund

Berlin ist für eine europäische Hauptstadt jung: Erst 1237 wird das Fischerstädtchen Cölln an der Spree erstmals erwähnt, Berlin am anderen Ufer wenig später. Aufgestiegen ist die Doppelstadt mit den Hohenzollern, die hier ab 1415 als Markgrafen und Kurfürsten von Brandenburg residierten und ab 1701 als Könige in Preussen. Friedrich der Grosse machte Berlin im 18. Jahrhundert zur Stadt der Aufklärung, der Hugenotten und der Kasernen; Unter den Linden, das Forum Fridericianum und Schloss Charlottenburg stammen aus dieser Zeit. 1871 wurde Berlin Hauptstadt des Deutschen Reichs und wuchs in 40 Jahren von 800'000 auf fast vier Millionen Einwohner, mit Mietskasernen, Hinterhöfen und Fabriken, die bis heute das Bild von Kreuzberg, Neukölln und Prenzlauer Berg prägen. Die Zwanzigerjahre brachten Kabarett, Bauhaus und Babylon Berlin, die Nazis ab 1933 Terror, Krieg und die Zerstörung von rund einem Drittel der Stadt. 1945 teilten die Alliierten Berlin in vier Sektoren, 1948 bis 1949 hielt die Luftbrücke West-Berlin am Leben, und am 13. August 1961 begann die DDR mit dem Bau der Mauer, die 28 Jahre lang mitten durch die Stadt lief. West-Berlin wurde zur subventionierten Insel mit Wehrdienstbefreiung, was Künstler, Studenten und türkische Gastarbeiter nach Kreuzberg brachte; Ost-Berlin wurde Hauptstadt der DDR mit Fernsehturm und Palast der Republik. Der Mauerfall am 9. November 1989 und der Regierungsumzug 1999 machten aus zwei halben Städten wieder eine. Der Leerstand der Neunzigerjahre schuf die Clubkultur, für die Berlin heute berühmt ist. Seither steigen die Mieten, die Stadt wächst wieder, und die Narbe der Mauer ist an vielen Stellen nur noch eine Pflastersteinreihe im Asphalt.

Insider-Tipps

Anreise: Flug, Nachtzug oder der lange ICE-Tag

Ab Zürich fliegen Swiss und easyJet mehrmals täglich nach Berlin Brandenburg (BER), 1 Stunde 25 Minuten, hin und zurück ab CHF 80 bei früher Buchung, realistisch CHF 120 bis 200. Vom BER bringt dich der Flughafenexpress FEX oder die S-Bahn in 30 bis 40 Minuten zum Hauptbahnhof, Ticket ABC rund CHF 4.50. Ab Basel und Genf fliegt easyJet ebenfalls. Die entspannte Alternative ist der ÖBB Nightjet ab Zürich HB und Basel: Abfahrt am Abend, Ankunft gegen 8 Uhr in Berlin Hauptbahnhof, Liegewagen ab CHF 80, Schlafwagen ab CHF 150 pro Person und Richtung, Frühstück im Schlafwagen inklusive. Du sparst eine Hotelnacht und bist mitten in der Stadt. Tagsüber fährt der ICE ab Basel oder Zürich in 8 bis 9 Stunden mit Umstieg, Sparpreise ab CHF 40 pro Richtung, wenn du drei Monate vorher buchst, mit Halbtax gibt es auf DB-Strecken keinen Rabatt. Mit dem Auto sind es 850 Kilometer und 9 Stunden ab Zürich, ohne Maut, aber in Berlin brauchst du es nicht und zahlst CHF 20 bis 30 pro Tag fürs Parkhaus. In der Stadt gilt: BVG-Tageskarte AB CHF 10, 4-Fahrten-Karte CHF 11, oder das Deutschlandticket für rund CHF 60 im Monat, das sich ab dem sechsten Tag lohnt und auch für Potsdam, Hamburg und Rügen gilt. Leihvelos und E-Scooter stehen überall, Berlin ist flach.

Unterkunft: der Kiez entscheidet, nicht die Sterne

Berlin hat keine Altstadt, in der sich alles sammelt. Mitte rund um Hackescher Markt und Rosenthaler Platz ist zentral, gut angebunden und abends ruhiger, als du denkst; hier liegen die meisten Ketten- und Designhotels. Prenzlauer Berg ist das Quartier für Cafés, Altbauten und Familien, Kreuzberg rund um Bergmannstrasse und Oranienstrasse für Bars, Kanal und türkische Küche, Neukölln an der Weserstrasse für das Nachtleben jenseits der Touristenpfade, Friedrichshain um den Boxhagener Platz für Clubs und Flohmarkt. Charlottenburg im Westen ist bürgerlich, hat das KaDeWe und den Zoo und ist mit der S-Bahn in 15 Minuten in Mitte. Die ehrlichen Preise: Hostelbett CHF 25 bis 40, Motel One, Ibis und a&o CHF 80 bis 130, Mittelklasse im Kiez CHF 110 bis 170, Adlon und Co. ab CHF 350. Preisfallen sind die Messe- und Marathonwochen (ITB im März, IFA im September, Marathon Ende September), dann verdoppeln sich die Zimmer. Buche sechs bis acht Wochen vorher, für Wochenenden im Mai, Juni und September früher. Ferienwohnungen sind in Berlin stark reguliert, viele Angebote sind nicht legal; halte dich an Hotels oder Aparthotels. Die City Tax von 7,5 Prozent kommt auf den Zimmerpreis, auf Booking ist sie meist schon drin.

Kostenfallen und Spartricks: Museumspass, Reichstag, Currywurst

Berlin ist für Schweizer ein Preisschock nach unten: Bier CHF 4, Döner CHF 7, Mittagessen CHF 12 bis 16, Kaffee CHF 3.50. Die Fallen liegen woanders. Checkpoint Charlie ist ein nachgebautes Wachhäuschen mit Souvenirshops; das Mauermuseum daneben kostet CHF 17 und ist das Geld nicht wert, die Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Strasse ist gratis und besser. Der Fernsehturm kostet CHF 25 bis 30 und hat Schlangen; die Reichstagskuppel ist gratis, du musst dich nur online mit Pass anmelden, am besten zwei Wochen vorher, Sonnenuntergang ist der schönste Termin. Hop-on-hop-off-Busse für CHF 30 bringen dir nichts, was die Buslinie 100 vom Zoo zum Alexanderplatz nicht für CHF 3.50 zeigt. Für Museen lohnt der Museumspass Berlin: drei Tage, über 30 Häuser inklusive Museumsinsel, CHF 30, einzeln kostet allein die Museumsinsel CHF 20 bis 22 pro Haus. Der erste Sonntag im Monat ist in den staatlichen Museen gratis, dann aber voll. Topographie des Terrors, East Side Gallery, Tempelhofer Feld, Holocaust-Mahnmal und die meisten Parks kosten nichts. Trinkgeld 5 bis 10 Prozent, du nennst beim Bezahlen den Gesamtbetrag. Karte geht fast überall, Spätis, Imbisse und manche Kneipen wollen Bargeld. Leitungswasser im Restaurant ist unüblich, eine Flasche Wasser kostet CHF 3 bis 5, das summiert sich.

Timing und Saison: Mai, September und die kalten Monate

Die beste Zeit ist Mai bis Juni und September: 18 bis 25 Grad, lange Abende, die Stadt lebt draussen, an Kanal, Spree und in den Biergärten. Juli und August sind heiss und staubig, viele Berliner sind weg, die Clubs machen Open Airs, Hotelpreise sind eher tiefer als im Mai. Oktober bringt goldenes Laub im Tiergarten und das Festival of Lights, November bis Februar ist grau, 0 bis 5 Grad und ein eisiger Ostwind, dafür sind die Museen leer und Zimmer ab CHF 70 zu haben. Die Weihnachtsmärkte am Gendarmenmarkt und in der Kulturbrauerei sind schön, der am Alexanderplatz ist Rummel. Berlin ist eine Spätaufsteher-Stadt: Cafés öffnen um 9 oder 10 Uhr, Brunch läuft bis 15 Uhr, Läden schliessen um 20 Uhr, sonntags ist alles ausser Spätis, Museen und Gastronomie zu. Die Clubs füllen sich erst nach 1 Uhr. Wer die Museumsinsel sehen will, geht Dienstag bis Freitag direkt um 10 Uhr oder nach 16 Uhr, am Wochenende stehen Schlangen. Das Pergamonmuseum ist wegen Sanierung bis mindestens 2027 geschlossen; das Pergamon Panorama gegenüber zeigt den Altar als Rundbild, und das Neue Museum mit Nofretete ist ohnehin das lohnendere Haus. Die Berlinale im Februar und das Karneval der Kulturen an Pfingsten sind die Wochenenden, die Hotels füllen.

Kreuzberg, Neukölln, Prenzlauer Berg: wie du die Kieze läufst

Nimm dir pro Tag einen Kiez. Prenzlauer Berg: Start am Kollwitzplatz (Samstag Wochenmarkt), die Kastanienallee hinunter, Kulturbrauerei, dann am Sonntag der Mauerpark mit Flohmarkt und dem Karaoke im Amphitheater ab 15 Uhr, im Sommer tausend Leute. Kreuzberg hat zwei Gesichter: Der Bergmannkiez rund um Marheinekeplatz und Chamissoplatz ist Altbau, Cafés und Buchläden, das Tempelhofer Feld liegt daneben, ein stillgelegter Flughafen, auf dem Berliner auf der Startbahn Rollschuh fahren. Das andere Kreuzberg liegt um Kottbusser Tor, Oranienstrasse und Landwehrkanal: türkisch, punkig, laut, mit dem Türkenmarkt am Maybachufer am Dienstag und Freitag und der Markthalle Neun mit dem Street Food Thursday. Vom Kanal läufst du nach Neukölln: Weserstrasse für Bars, Schillerkiez für Cafés, Sonnenallee für arabische Bäckereien und das beste Hummus der Stadt, und der Klunkerkranich auf dem Parkdeck der Neukölln Arcaden für den Sonnenuntergang (CHF 5 bis 8 Eintritt am Abend). Friedrichshain erreichst du über die Oberbaumbrücke mit der East Side Gallery. Für Potsdam mit Sanssouci rechnest du 40 Minuten S-Bahn, Ticket ABC CHF 4.50, Schloss CHF 22, der Park ist gratis. Und ja, die Spreewald-Gurken, der Wannsee und die Pfaueninsel sind echte Sommerausflüge, Fähre zur Pfaueninsel CHF 6.

Clubs: Berghain, Türpolitik und die ehrliche Rechnung

Berlin ist die Clubhauptstadt Europas, aber die Regeln sind eigen. Das Berghain öffnet Samstagnacht und läuft bis Montagmorgen, Eintritt CHF 25 bis 30, die Schlange dauert ein bis drei Stunden, und die Tür lässt viele nicht rein. Die ehrlichen Tipps: schwarz, unauffällig, nüchtern, kleine Gruppe, kein Smalltalk mit dem Türsteher, kein Handy. Am Sonntagnachmittag ist die Schlange kurz und der Klang im Haus am besten. Wer das Risiko nicht will, geht ins Sisyphos in Lichtenberg (Open-Air-Gelände, von Freitag bis Montag, CHF 20), in den Tresor am Köpenicker Ufer, ins ://about blank am Ostkreuz oder in die Wilde Renate in Friedrichshain. Das KitKat ist ein Fetischclub mit Dresscode, informier dich vorher. Watergate hat Ende 2024 geschlossen, das Clubsterben ist real, prüfe aktuelle Programme auf Resident Advisor. In allen Clubs werden Kameras abgeklebt, Fotos sind tabu. Getränke kosten CHF 4 bis 6 für Bier, CHF 10 bis 14 für Longdrinks, Garderobe CHF 2 bis 3, Clubs akzeptieren oft nur Bargeld. Vor dem Club heisst Berlin Späti: Bier für CHF 1.50 bis 2.50 auf der Bordsteinkante, das ist legal und üblich. Die Nacht endet mit der U-Bahn, die am Wochenende durchfährt, oder mit dem Nachtbus; Taxis kosten CHF 15 bis 25 quer durch die Stadt.

Häufige Fragen zu Berlin

Wie komme ich ab der Schweiz nach Berlin, und was kostet es?

Am schnellsten per Flug ab Zürich nach Berlin Brandenburg (BER), 1 Stunde 25 Minuten, hin und zurück CHF 100 bis 200 mit Swiss oder easyJet, dazu CHF 4.50 für S-Bahn oder FEX in die Stadt. Am schönsten mit dem ÖBB Nightjet ab Zürich oder Basel: Liegewagen ab CHF 80 pro Richtung, Ankunft morgens am Hauptbahnhof. Der ICE braucht tagsüber 8 bis 9 Stunden. Ein Auto brauchst du in Berlin nicht, Parkhäuser kosten CHF 20 bis 30 pro Tag.

Wie viele Tage braucht man für Berlin?

Drei volle Tage sind das Minimum: ein Tag Mitte mit Museumsinsel, Reichstag und Brandenburger Tor, ein Tag Mauergeschichte mit Bernauer Strasse, Topographie des Terrors und East Side Gallery, ein Tag Kieze mit Kreuzberg und Neukölln. Mit Prenzlauer Berg, Potsdam, Tempelhofer Feld und einer Clubnacht wirst du fünf Tage problemlos voll. Berlin ist neunmal so gross wie Paris innerhalb der Stadtgrenzen, plane Wege von 30 bis 40 Minuten ein.

Wann ist die beste Reisezeit für Berlin?

Mai, Juni und September: mild, lange Abende, Biergärten und Kanalufer voll, Hotels aber auch am teuersten. Juli und August sind heiss, die Stadt leerer und oft günstiger. Von November bis Februar ist es grau und kalt mit Ostwind, dafür bekommst du Zimmer ab CHF 70 und leere Museen. Meide Messewochen (ITB im März, IFA im September) und das Marathonwochenende Ende September, dann sind die Preise doppelt so hoch.

In welchem Quartier soll ich wohnen?

Mitte zwischen Hackescher Markt und Rosenthaler Platz, wenn du zum ersten Mal kommst und alles zu Fuss oder mit zwei Stationen erreichen willst. Prenzlauer Berg für Cafés und Ruhe, Kreuzberg oder Neukölln, wenn du abends ausgehen willst, ohne nachts U-Bahn zu fahren. Charlottenburg ist gediegen und günstig, aber vom Osten entfernt. Vermeide Hotels direkt am Alexanderplatz und am Potsdamer Platz, beides ist abends tot.

Wie teuer ist Berlin im Vergleich zu Zürich?

Ungefähr die Hälfte bis zwei Drittel. Ein Bier im Lokal CHF 4 statt 7, ein Mittagessen CHF 12 bis 16 statt 25, ein Mittelklasse-Doppelzimmer CHF 110 bis 150 statt 200 bis 250, eine U-Bahn-Tageskarte CHF 10. Mit CHF 90 bis 120 pro Tag und Person inklusive Hotel kommst du gut durch, mit Hostel und Imbiss auch mit CHF 60. Museen und Clubs sind die grössten Einzelposten, beide zwischen CHF 20 und 30.

Ist Berlin sicher, und was ist mit Taschendieben?

Berlin ist für eine Millionenstadt sicher, aber nicht Zürich. Taschendiebe arbeiten auf der Museumsinsel, am Alexanderplatz, in der Warschauer Strasse und in den vollen U-Bahnen, Rucksack nach vorne, Handy nicht in die Gesässtasche. Rund um Kottbusser Tor, Görlitzer Park und Leopoldplatz wird offen gedealt, das ist unangenehm, aber Touristen werden in Ruhe gelassen. Nachts sind U- und S-Bahn belebt und in Ordnung. Velofahrer: Berliner Autofahrer sind ruppig, Velostreifen enden im Nichts, fahr defensiv.

Routen mit diesem Ziel

Aktivitäten in der Region

Veranstaltungen

Feb 11

Berlinale (Internationale Filmfestspiele Berlin)

Kultur

11. Februar 2027 Zweite Februarhälfte, elf Tage; 2027: 11. bis 21. Februar

Die Berlinale ist neben Cannes und Venedig das wichtigste Filmfestival Europas und das einzige der drei, das sich ausdrücklich ans Publikum richtet: Über 300 000 Kinokarten werden an Zuschauerinnen und Zuschauer verkauft, der Wettbewerb um den Goldenen Bären läuft im Berlinale Palast am Potsdamer Platz, weitere Reihen in Kinos von Charlottenburg bis Friedrichshain. Karten kosten rund CHF 15 bis 20 (EUR 15 bis 20) und gehen jeweils drei Tage vor der Vorstellung online in den Verkauf, Premieren mit Stars sind in Minuten weg, Wiederholungsvorstellungen bekommst du meist. Der rote Teppich ist von einem Absperrgitter aus gut zu sehen, bei Berliner Februartemperaturen um null Grad. Hotels sind um den Potsdamer Platz teurer, die Stadt insgesamt aber nicht ausgebucht.

Für Reisende: Für Februar ist Berlin ohnehin günstig; lege dir vorab ein Konto auf der Ticketseite an und schau dir Nebenreihen wie Panorama oder Forum an, dort sind oft die interessanteren Filme und freien Plätze.

Sep 26

Berlin-Marathon

Sport

26. September 2027 Letzter Sonntag im September; 2027 voraussichtlich 26. September

Der schnellste Marathon der Welt: Auf der flachen Strecke durch Tiergarten, Kreuzberg, Neukölln und Charlottenburg wurden die meisten Weltrekorde der letzten Jahrzehnte gelaufen, rund 50 000 Läuferinnen und Läufer gehen an den Start, über eine Million Menschen stehen an der Strecke. Die Stimmung ist von der ersten bis zur letzten Läuferin laut und herzlich, mit Bands an jedem Kilometer und dem Zieleinlauf durch das Brandenburger Tor. Startplätze werden im Herbst zuvor verlost, die Chance liegt bei rund einem Drittel, die Gebühr bei rund CHF 150 bis 200 (EUR 160 bis 210), sicherer sind Charity-Plätze oder Reiseveranstalter mit Startplatz. Am Samstag läuft der Inlineskate-Marathon auf derselben Strecke, am Marathonsonntag ist die halbe Innenstadt gesperrt. Hotels sind an diesem Wochenende voll und teurer als sonst, die Stadt ist aber gross genug, dass du mit etwas Vorlauf fündig wirst.

Für Reisende: Als Zuschauer stehst du am Potsdamer Platz oder in der Karl-Marx-Strasse gut und kannst mit der U-Bahn zwischen zwei Streckenabschnitten wechseln; wer in Berlin an diesem Sonntag einen Ausflug plant, bleibt besser ausserhalb des S-Bahn-Rings.

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