Deutschland · Wandern · 8 Tage

Harz und Sachsen Wandern

Zwei Mittelgebirge, die Schweizer unterschätzen: der Harz mit Brocken, Dampfbahn und Hexenstieg, dann die Sandsteinfelsen der Sächsischen Schweiz auf dem Malerweg, zum Schluss ein Tag Dresden. Alles mit Bahn und Bus.

Die Route, Tag für Tag

  1. Tag 1 bis 4

    Wernigerode: Brocken zu Fuss, Dampfbahn zurück und eine Etappe Hexenstieg

    Ab Basel oder Zürich fährst du mit dem ICE über Frankfurt nach Göttingen oder über Erfurt und Halle, dann mit dem Regionalzug nach Wernigerode, sieben bis acht Stunden mit ein bis zwei Umstiegen, Sparpreis ab CHF 60. Du wohnst vier Nächte in Wernigerode, der praktischsten Basis mit Bahnhof der Brockenbahn, Fachwerk-Altstadt und Schloss, Pension oder Mittelklassehotel CHF 85 bis 120 das Doppelzimmer. Tag 2 der Brocken: Mit dem Bus bis Schierke, von dort zu Fuss über den Eckerlochstieg in zweieinhalb Stunden auf den Gipfel, hinunter mit der Dampfbahn nach Wernigerode für CHF 30, 100 Minuten mit Spitzkehren durch den Wald. Tag 3 der Hexenstieg: Mit Bus und Bahn nach Treseburg, dann die schönste Etappe des 97 Kilometer langen Weges durch das Bodetal nach Thale, 10 Kilometer am Fluss zwischen 200 Meter hohen Felswänden, drei Stunden, dann Seilbahn auf den Hexentanzplatz. Tag 4 Quedlinburg mit dem Zug in 30 Minuten, 2'000 Fachwerkhäuser, Stiftskirche und Schlossberg. Weiter mit der Bahn: Wernigerode über Halberstadt und Halle nach Dresden, dort S-Bahn S1 nach Bad Schandau, fünf bis sechs Stunden.

    Touren an diesem Stopp: Brockenbahn Ticket Harzer Schmalspurbahnen ↗Geführte Wanderung Bodetal Hexenstieg ↗Stadtführung Quedlinburg ↗

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  2. Tag 5 bis 7

    Bad Schandau: Malerweg-Etappen, Schrammsteine und die Bastei um 7 Uhr

    Bad Schandau ist die Basis ohne Auto: Fähre vom S-Bahn-Halt hinüber, Kirnitzschtalbahn, Busse und die Gästekarte, die mit der Kurtaxe von rund CHF 3 pro Nacht kommt und Bus, Fähre und S-Bahn zwischen Pirna und Schöna deckt. Du wohnst drei Nächte in einer Pension oder einem Mittelklassehotel am Markt, CHF 85 bis 120 das Doppelzimmer. Tag 5 nach der Ankunft: Mit der Kirnitzschtalbahn zum Lichtenhainer Wasserfall und über das Felsentor Kuhstall zurück, zwei bis drei Stunden. Tag 6 die Malerweg-Etappe 4 in Teilen: Mit dem Bus zu den Schrammsteinen, über die Leitern des Wildschützensteigs hinauf, den Gratweg mit Blick über das Elbtal entlang, hinunter nach Schmilka und mit Fähre und S-Bahn zurück, fünf bis sechs Stunden, 15 Kilometer, 600 Höhenmeter, Trittsicherheit nötig. Tag 7 die Bastei: Mit der S-Bahn um 6.30 Uhr nach Rathen, Fähre, in 40 Minuten hinauf, um 7.30 Uhr hast du die Brücke fast allein, dann die Malerweg-Etappe 2 durch die Schwedenlöcher und den Amselgrund zurück nach Rathen, drei Stunden, nachmittags Festung Königstein, CHF 14. Weiter nach Dresden: S-Bahn S1 in 45 Minuten, halbstündlich.

    Touren an diesem Stopp: Geführte Wanderung Schrammsteine Malerweg ↗Bastei und Schwedenlöcher Wanderung ↗Festung Königstein Ticket ↗

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  3. Tag 8

    Dresden: Frauenkirche, Elbufer und der lange Zug nach Hause

    Der letzte Tag ist Stadt nach einer Woche Wald und Fels, und Dresden ist dafür genau richtig: Du kommst am Morgen mit der S-Bahn am Hauptbahnhof an, gibst das Gepäck im Schliessfach ab (CHF 4 bis 6) und gehst in 15 Minuten zur Altstadt. Frauenkirche um 10 Uhr, wenn sie öffnet, Kuppelaufstieg für CHF 10 mit Blick über die Elbe, Brühlsche Terrasse, Zwinger, Residenzschloss mit dem Historischen Grünen Gewölbe mit vorab gebuchtem Zeitticket, oder Gemäldegalerie Alte Meister mit der Sixtinischen Madonna, CHF 14. Mittagessen in der Neustadt auf der anderen Elbseite, wo die Dresdner essen, nicht am Neumarkt, dann eine Stunde am Elbufer unter der Augustusbrücke mit Blick auf die Silhouette, die Canaletto gemalt hat. Rückreise: ICE ab Dresden Hauptbahnhof über Leipzig und Frankfurt nach Basel und Zürich, sieben bis acht Stunden mit ein bis zwei Umstiegen, Sparpreis ab CHF 60, Abfahrt gegen 14 Uhr, Ankunft am späten Abend. Alternativ ICE nach Berlin in zwei Stunden und abends in den Nightjet, dann bist du am Morgen zu Hause.

    Touren an diesem Stopp: Altstadt-Rundgang Dresden mit Frauenkirche ↗Historisches Grünes Gewölbe Ticket ↗

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Was die Route kostet

Grobe Gesamtkosten pro Person in CHF für die ganze Route, Mittelklasse, zu zweit unterwegs. Flüge und Hotels schwanken saisonal, Details stehen auf den Reiseziel-Seiten.

  • Anreise 200 CHF
  • Unterkunft 350 CHF
  • Essen 300 CHF
  • Mobilität vor Ort 130 CHF
980 CHF
Gesamt pro Person · 8 Tage

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Euro (EUR). Deutschland ist bargeldfreundlicher als die Schweiz: In Bäckereien, Kiosken und kleinen Lokalen heisst es oft «nur Bargeld», Kartenzahlung geht aber fast überall ab CHF 10. Trinkgeld 5 bis 10 Prozent, beim Bezahlen aufrunden und den Betrag nennen.

Tipps für die Route

Richtung umdrehen ist sinnvoll, wenn du am Ende im Nachtzug schlafen willst: ICE nach Dresden, Sächsische Schweiz zuerst, dann Harz, und ab Wernigerode über Berlin in den Nightjet. Vorteil: Die schwierigeren Wanderungen mit Leitern und Stiegen kommen, wenn du frisch bist, der sanftere Harz zum Ausklang. Nachteil: Die Bastei um 7 Uhr braucht dann eine frühe erste Nacht in Bad Schandau.

Buchen: Die ICE-Sparpreise ab CHF 60 pro Strecke gibt es sechs Monate im Voraus und sie sind vier Wochen vorher meist weg, der Flexpreis liegt bei CHF 150. Pensionen in Wernigerode und Bad Schandau sind im Mai, Juni, September und Oktober an Wochenenden voll, unter der Woche frei. Die Brockenbahn braucht keine Reservierung, die Gästekarten bekommst du bei der Ankunft in der Unterkunft.

Nebensaison heisst hier Mai bis Juni und September bis Oktober. Im Sommer ist die Bastei an Wochenenden ein Laufsteg und der Brocken voll, im Herbst leuchten die Buchen im Bodetal und im Elbsandstein. Die Walpurgisnacht am 30. April im Harz ist laut und ausgebucht, der Striezelmarkt in Dresden ab Ende November schön und teuer. Im Winter sind Stiegen vereist und gesperrt.

Ausrüstung: Wanderschuhe mit Profil, weil die Sandsteinstiegen bei Nässe rutschig sind, Regenjacke, weil der Brocken an 300 Tagen im Jahr Nebel oder Regen hat, und Handschuhe für die Eisenleitern am Wildschützensteig. Stöcke sind auf den Leitern im Weg, am Rucksack befestigen. Trinkwasser für den ganzen Tag, in der Sächsischen Schweiz gibt es zwischen den Hütten oft nichts.

Vor Ort ohne Auto: Im Harz decken die Gästekarte HATIX und die Bahn zwischen Wernigerode, Quedlinburg und Thale die meisten Wege, Busse fahren nach Schierke und Treseburg stündlich bis zweistündlich, Fahrpläne vorher prüfen, der letzte Bus aus dem Bodetal fährt früh. In der Sächsischen Schweiz fahren S-Bahn halbstündlich, Fähren alle 15 Minuten und der Bus 241 ins Kirnitzschtal, mit Gästekarte ohne Aufpreis.

Sicherheit auf den Stiegen: Die Leitern und Klammern am Wildschützensteig, in den Schwedenlöchern und am Kuhstall sind einfache Hilfen, keine Klettersteige, aber bei Regen oder Frost tabu. Der Nationalpark sperrt nach Stürmen und bei Waldbrandgefahr Wege, Hinweise hängen an den Einstiegen, die Nationalparkverwaltung informiert online. Im Harz liegen auf dem Brocken selbst im Mai noch Schneereste.

Häufige Fragen zur Route Harz und Sachsen Wandern

Wie lange braucht man für Harz und Sächsische Schweiz?

Acht Tage mit vier Nächten Harz, drei Nächten Sächsische Schweiz und einem Tag Dresden sind das richtige Mass bei sieben bis acht Stunden Anreise pro Richtung. Der Harz braucht drei Wandertage für Brocken, Bodetal und Quedlinburg, die Sächsische Schweiz drei für Schrammsteine, Bastei und Kirnitzschtal. Wer nur ein Gebirge will, schafft es in fünf Tagen.

Wann ist die beste Reisezeit?

Mai, Juni, September und Oktober. Im Mai blühen die Buchenwälder im Bodetal und im Elbtal, im Juni sind die Tage lang und die Felsen trocken, September und Oktober bringen klare Sicht vom Brocken und Laubfärbung im Sandstein. Juli und August sind heiss auf den Felsen und voll an der Bastei. Von November bis März sind viele Stiegen vereist, die Brockenbahn fährt aber ganzjährig.

Geht das wirklich ohne Auto?

Ja, besser als mit. Wernigerode und Bad Schandau liegen an Bahnlinien, die Gästekarten HATIX im Harz und die Kurkarte in der Sächsischen Schweiz decken Busse, S-Bahn und Fähren, die Brockenbahn und die Kirnitzschtalbahn sind selbst Teil des Erlebnisses. Ein Auto brauchst du nur für abgelegene Startpunkte wie Torfhaus, und Parkplätze an der Bastei und in Schierke sind mittags voll und kosten CHF 8 bis 10.

Was kostet die Route pro Person?

Rund CHF 980 pro Person zu zweit in Pensionen und Mittelklassehotels: CHF 200 für ICE hin und zurück mit Sparpreisen, CHF 350 für sieben Nächte, CHF 300 für Essen mit Brotzeit am Berg und CHF 130 für Brockenbahn, Zugfahrt zwischen den Gebirgen, Kurtaxen und Seilbahn Thale. Das Wandern selbst kostet nichts. Mit Jugendherbergen und Selbstverpflegung sind CHF 700 realistisch.

Wie schwierig sind die Wanderungen?

Mittel. Der Brocken-Aufstieg von Schierke hat 500 Höhenmeter auf gutem Weg, das Bodetal ist flach und felsig, die Schrammsteine verlangen mit Eisenleitern und Gratweg Trittsicherheit und Schwindelfreiheit, aber keine Kletterausrüstung. Alle Wege sind markiert, Hütten und Gasthäuser liegen an den Routen. Kritisch wird es nur bei Nässe auf dem Sandstein und bei Nebel auf dem Brocken, dann lieber Quedlinburg oder Festung Königstein.

Gibt es eine kürzere oder längere Variante?

Kürzer in fünf Tagen: Nur die Sächsische Schweiz mit vier Nächten in Bad Schandau und Dresden am letzten Tag, Anreise mit dem ICE direkt. Länger in zwölf Tagen: Den Hexenstieg in vier Etappen von Osterode über Torfhaus und den Brocken bis Thale komplett gehen, mit Gepäcktransport, dann fünf Nächte Sächsische Schweiz mit drei weiteren Malerweg-Etappen rund um Schmilka, Gohrisch und Pfaffenstein.

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