Harz

Deutschland · Sachsen & Harz · Reiseguide

Harz

Was eine Woche im nördlichsten Mittelgebirge Deutschlands wirklich kostet, ob die Brockenbahn ihre CHF 50 wert ist und warum Quedlinburg die schönste Stadt ist, von der du noch nie gehört hast.

Foto: Mark Moormann / Pexels

Was kostet deine Reise nach Harz?

Schieb die Werte auf deine Reise zurecht – der Rechner aktualisiert live (CHF).

1'360 CHF
≈ 680 CHF pro Person
  • Anreise 360 CHF
  • Unterkunft 475 CHF
  • Essen 350 CHF
  • Transport vor Ort 75 CHF
  • Brockenbahn hin und zurück 100 CHF

Schätzwerte zur Orientierung, keine Buchungspreise. Anreise heisst hier Bahn oder Auto ab der Schweiz, hin und zurück pro Person. Hotels schwanken saisonal stark, aktuelle Preise findest du über die Links weiter unten.

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Euro (EUR). Deutschland ist bargeldfreundlicher als die Schweiz: In Bäckereien, Kiosken und kleinen Lokalen heisst es oft «nur Bargeld», Kartenzahlung geht aber fast überall ab CHF 10. Trinkgeld 5 bis 10 Prozent, beim Bezahlen aufrunden und den Betrag nennen. Anreise: Anreise mit Bahn (DB), Auto oder Flug, je nach Ziel 1 bis 8 Stunden.

Hotel-Empfehlungen

Neun Optionen in drei Preisklassen – jeweils die Häuser mit den besten Bewertungen auf Booking.com.

Budget

HKK Hotel Wernigerode

Pfarrstrasse, Wernigerode

Grosses Tagungshotel am Rand der Altstadt, fünf Gehminuten vom Marktplatz und zehn zum Bahnhof der Brockenbahn, mit Hallenbad, Sauna und zwei Restaurants. Zimmer funktional, Preise oft unter denen der kleinen Altstadthotels. Für Brockenwanderer, die früh los wollen.

ab CHF 85 / Nacht Ansehen →

Hotel Zum Bär Quedlinburg

Altstadt, Quedlinburg

Traditionshaus direkt am Marktplatz von Quedlinburg, seit Jahrhunderten Gasthof, mit einfachen, sauberen Zimmern und sächsisch-anhaltischer Küche im Restaurant. Für alle, die mitten im Fachwerk schlafen wollen, ohne viel zu zahlen.

ab CHF 75 / Nacht Ansehen →

Altstadt-Hotel Gosequell

Altstadt, Goslar

Kleines Hotel in einem Fachwerkhaus der Goslarer Altstadt, fünf Minuten vom Marktplatz und von der Kaiserpfalz. Schlichte Zimmer, gutes Frühstück, Parkplätze in der Nähe. Für ein bis zwei Nächte in Goslar.

ab CHF 75 / Nacht Ansehen →

Mittelklasse

Hotel Travel Charme Gothisches Haus Wernigerode

Marktplatz, Wernigerode

Fachwerkhotel direkt am Marktplatz von Wernigerode, gegenüber dem Rathaus, mit Spa, Pool und mehreren Restaurants. Zimmer teils im historischen Teil, teils im Neubau. Für Paare, die die Brockenbahn vor der Tür und abends Komfort wollen.

ab CHF 130 / Nacht Ansehen →

Romantik Hotel am Brühl

Altstadt, Quedlinburg

Familiengeführtes Hotel am Rand der Quedlinburger Altstadt, am Brühlpark unterhalb des Schlossbergs, mit Garten, Sauna und einem der besseren Restaurants der Stadt. Ruhig, fünf Minuten zum Markt, Parkplätze am Haus.

ab CHF 120 / Nacht Ansehen →

Hotel Der Achtermann

Altstadt, Goslar

Grosses Hotel in einem Stadtmauerturm und angebauten Flügeln am Rand der Goslarer Altstadt, direkt am Bahnhof. Pool, Sauna, Restaurant, viele Zimmer mit Blick auf die Dächer. Praktisch für die Ankunft mit dem Zug.

ab CHF 110 / Nacht Ansehen →

Luxus

Hotel Theophano

Marktplatz, Quedlinburg

Boutique-Hotel in einem Fachwerkhaus-Ensemble aus dem 16. und 17. Jahrhundert direkt am Markt von Quedlinburg, mit Gewölbekeller-Restaurant und individuell eingerichteten Zimmern mit Balken und Antiquitäten. Für alle, die im Welterbe schlafen wollen.

ab CHF 140 / Nacht Ansehen →

Schlosshotel Blankenburg

Blankenburg (Harz)

Hotel in einem Schlossflügel oberhalb der Fachwerkstadt Blankenburg, zwischen Wernigerode und Quedlinburg, mit Barockgärten, Restaurant und Blick ins Vorland. Ruhig und herrschaftlich, mit Auto als Basis für alle drei Städte ideal.

ab CHF 150 / Nacht Ansehen →

Hotel Kaiserworth Goslar

Marktplatz, Goslar

Das Gildehaus der Gewandschneider von 1494 direkt am Marktplatz von Goslar, mit Kaiserfiguren an der Fassade, historischen Zimmern mit Blick auf Markt und Glockenspiel, Restaurant und Weinkeller. Das traditionsreichste Haus im Westharz.

ab CHF 140 / Nacht Ansehen →

Buchst du über diese Links, erhalten wir eine kleine Provision – für dich ohne Aufpreis.

Erlebnisse, die sich lohnen

Brockenbahn auf den Brocken

Mit der Dampflok der Harzer Schmalspurbahnen ab Wernigerode in 100 Minuten auf den höchsten Berg Norddeutschlands, CHF 50 hin und zurück, ab Schierke CHF 45. Nur bei klarem Wetter, früh am Tag, sonst steht oben Nebel. Halber Tag.

Ansehen & buchen →

Wanderung auf den Brocken

Ab Schierke über den Eckerlochstieg in zweieinhalb Stunden oder ab Torfhaus über den Goetheweg in zwei Stunden, 400 bis 600 Höhenmeter, gratis, mit der Dampfbahn als Begleitung. Brockenhaus-Museum oben CHF 6, Jacke auch im Sommer.

Ansehen & buchen →

Quedlinburg: Altstadt und Schlossberg

Geführter Rundgang durch 2'000 Fachwerkhäuser, zur Stiftskirche mit dem Grab Heinrichs I. und dem Domschatz, CHF 6 Eintritt, Führung CHF 8 bis 12, zwei Stunden. Das Fachwerkmuseum im Ständerbau für CHF 4 danach, abends die leeren Gassen.

Ansehen & buchen →

Goslar: Kaiserpfalz und Bergwerk Rammelsberg

Vormittags die Kaiserpfalz für CHF 9 und die Altstadt mit Glockenspiel, nachmittags das UNESCO-Bergwerk mit Grubenfahrt im Bergmannszug oder durch den Roeder-Stollen, CHF 16 bis 19, zwei Stunden, 12 Grad unter Tage.

Ansehen & buchen →

Schloss Wernigerode

Das Schloss der Grafen zu Stolberg-Wernigerode, im 19. Jahrhundert zum Märchenschloss umgebaut, mit Blick zum Brocken, Eintritt CHF 9, 90 Minuten. Zu Fuss 20 Minuten von der Altstadt oder mit der Bimmelbahn für CHF 6.

Ansehen & buchen →

Bodetal: Rosstrappe und Hexentanzplatz

Mit der Seilbahn in Thale auf die Rosstrappe oder mit der Kabinenbahn auf den Hexentanzplatz, CHF 10 bis 14, dann zu Fuss durch die Schlucht nach Treseburg und mit dem Bus zurück. Vier Stunden, die wildeste Schlucht Norddeutschlands.

Ansehen & buchen →

Harzer Hexenstieg: eine Etappe

Eine der fünf bis sechs Etappen des 97 Kilometer langen Weges von Osterode nach Thale, etwa über den Brocken oder durch das Bodetal, 15 bis 20 Kilometer. Gratis, Gepäcktransport ab CHF 15 pro Etappe, Stempelheft der Harzer Wandernadel mitnehmen.

Ansehen & buchen →

Selketalbahn ab Quedlinburg

Die stille Schwester der Brockenbahn: mit Dampf von Quedlinburg durch das Selketal nach Alexisbad und Harzgerode, CHF 15 bis 25 hin und zurück, zwei bis drei Stunden, kaum Touristen. Mit Wanderung von Alexisbad nach Mägdesprung kombinierbar.

Ansehen & buchen →

Walpurgisnacht am 30. April

Hexenfeste in Thale, Schierke, Wernigerode und zwei Dutzend Orten, mit Umzügen, Feuer und Musik bis Mitternacht, Eintritt gratis bis CHF 15 je nach Ort. Hotels ein halbes Jahr vorher buchen, Thale ist am grössten, Schierke am stimmungsvollsten.

Ansehen & buchen →

Buchst du über diese Links, erhalten wir eine kleine Provision – für dich ohne Aufpreis.

Essen & Trinken

Der Harz isst, was Bergleute und Köhler assen: Wild, Forelle, Kartoffeln, Käse mit Geruch und einen Kräuterlikör dazu. Die Harzer Küche ist einfach und ehrlich, Fine Dining findest du in den Hotels von Quedlinburg und Wernigerode, der Rest ist Gasthaus. Auf den Hütten und in den Fachwerkstädten zahlst du halb so viel wie in einer Schweizer Beiz.

Harzer Roller

Gasthäuser in Wernigerode und Quedlinburg, Harzkäserei in Hasserode

Der berühmteste Käse Deutschlands mit dem schlechtesten Ruf: Sauermilchkäse mit Rotschmiere, fast fettfrei, streng im Geruch, mild im Geschmack, wenn er jung ist. Mit Musik, also mit Zwiebeln, Essig und Öl, für CHF 5 bis 7 als Brotzeit.

Tipp:Einmal probieren gehört dazu, der Geruch ist schlimmer als der Geschmack. Zum Bier, nicht zum Wein.

Wildgulasch und Wildschweinbraten

Gasthäuser in Schierke, Braunlage und im Bodetal, Hotelrestaurants in Quedlinburg

Hirsch und Wildschwein aus den Harzwäldern, geschmort mit Wacholder, Pilzen und Preiselbeeren, dazu Klösse und Rotkohl. CHF 16 bis 24, in den Jagd- und Berggasthäusern am besten.

Tipp:Im Herbst und Winter frisch, die Wildwochen im Oktober und November sind die beste Zeit.

Harzer Forelle

Fischzuchten und Gasthäuser im Bodetal und im Okertal

Bachforelle aus den Harzbächen und Teichen, gebraten oder geräuchert, mit Kartoffeln und Meerrettich. CHF 14 bis 19, geräuchert aus den Fischzuchten für CHF 5 bis 7 pro Fisch.

Tipp:Die geräucherte Forelle als Picknick für die Brockenwanderung mitnehmen.

Harzer Schmorwurst und Bratkartoffeln

Gasthäuser in Goslar und Clausthal-Zellerfeld, Markttage in Wernigerode

Grobe Bratwurst, in Zwiebelsauce geschmort, mit Bratkartoffeln und Sauerkraut, das Alltagsgericht der Bergleute. CHF 10 bis 14, in jedem Gasthaus.

Tipp:Das günstigste warme Essen im Harz, mittags oft für CHF 9.

Baumkuchen aus Wernigerode

Harzer Baumkuchen-Schaubäckerei in Wernigerode-Hasserode

Der Baumkuchen, Schicht für Schicht am Spiess gebacken, hat im Harz und in Salzwedel Tradition, in Wernigerode gibt es eine Schaubäckerei. Ein Stück CHF 3 bis 5, ganze Kuchen ab CHF 15.

Tipp:Zuschauen ist gratis, der Kuchen mit Schokolade hält zwei Wochen, als Mitbringsel besser als jede Hexe aus Plastik.

Schierker Feuerstein

Jede Gaststätte im Oberharz, die alte Apotheke in Schierke

Halbbitterer Kräuterlikör, 1908 vom Apotheker in Schierke erfunden, nach der Wanderung als Verdauungsschnaps oder im Winter heiss. CHF 2.50 bis 3.50 das Glas, die Flasche ab CHF 12.

Tipp:Einer reicht, zwei auch, er hat 35 Prozent.

Hasseröder und Harzer Biere

Brauhaus Goslar, Brauhaus Lüdde in Quedlinburg

Das Hasseröder aus Wernigerode ist das grosse Harzer Bier, dazu kommen kleine Brauereien in Quedlinburg, Goslar, dem Ursprungsort der Gose, und Braunlage. Ein Halber CHF 3.50 bis 4.50.

Tipp:Die Gose, das Sauerbier, das Leipzig berühmt machte, kommt aus Goslar, das Brauhaus dort braut sie wieder.

Kaffee und Kuchen im Fachwerk

Cafés rund um den Markt und den Schlossberg in Quedlinburg, Breite Strasse in Wernigerode

Quedlinburg und Wernigerode haben Konditoreien in Häusern aus dem 16. Jahrhundert, mit Mohn-, Streusel- und Käsekuchen für CHF 3 bis 4 das Stück, Kaffee CHF 3. Nachmittags um 15 Uhr sind sie voll.

Tipp:Draussen sitzen mit Blick auf das Fachwerk ist das günstigste Erlebnis im Welterbe.

Buchst du über diese Links, erhalten wir eine kleine Provision – für dich ohne Aufpreis.

Geschichte & Hintergrund

Der Harz war über tausend Jahre das Bergwerk Deutschlands. Um 968 entdeckte man am Rammelsberg bei Goslar Silber, Blei und Kupfer, und das Erz machte aus dem Städtchen eine Kaiserstadt: Heinrich II. und die Salier bauten die Kaiserpfalz, 23 Reichstage fanden hier statt, Goslar war im 11. Jahrhundert ein Zentrum des Reiches. Der Rammelsberg wurde erst 1988 stillgelegt, nach über tausend Jahren Dauerbetrieb, und ist heute mit der Goslarer Altstadt UNESCO-Welterbe. In Quedlinburg am Nordrand wurde 919 Heinrich I. zum ersten deutschen König erhoben, sein Grab liegt in der Stiftskirche auf dem Schlossberg, und das Damenstift, das seine Witwe gründete, machte die Stadt bis 1802 zu einem der mächtigsten Frauenklöster Europas. Über 2'000 Fachwerkhäuser aus acht Jahrhunderten stehen dort, die DDR hatte kein Geld zum Abriss, und so überlebte die geschlossenste mittelalterliche Altstadt Deutschlands, seit 1994 UNESCO-Welterbe. Wernigerode mit seinem Rathaus und dem Schloss der Grafen zu Stolberg-Wernigerode war im 19. Jahrhundert eine Sommerfrische, Heinrich Heine stieg 1824 auf den Brocken und schrieb die Harzreise, Goethe war schon 1777 im Winter oben. Der Brocken mit seinen 1'141 Metern ist der höchste Berg Norddeutschlands, umgeben von Hexensagen, die Goethe in der Walpurgisnacht des Faust verewigte. Von 1961 bis 1989 lief die innerdeutsche Grenze mitten durch den Harz, der Brocken war Sperrgebiet mit sowjetischen und Stasi-Abhöranlagen, und am 3. Dezember 1989 erzwangen Tausende Wanderer seine Öffnung. Seit 2006 sind beide Teile im Nationalpark Harz vereint, und seit 2018 hat der Borkenkäfer die Fichtenwälder auf grossen Flächen absterben lassen, was heute das Bild prägt und der Anfang eines neuen Waldes ist.

Insider-Tipps

Anreise: ICE nach Göttingen oder Braunschweig, dann Regionalzug

Der Harz liegt für Schweizer gut auf der ICE-Strecke nach Norden: Ab Basel oder Zürich fährst du über Frankfurt nach Göttingen oder Kassel, dann weiter mit dem Regionalzug nach Goslar oder über Halle und Halberstadt nach Wernigerode und Quedlinburg, insgesamt 6 bis 8 Stunden mit ein bis zwei Umstiegen, Sparpreis ab rund CHF 60 pro Strecke, früh gebucht. Alternativ fährst du über Berlin, von dort braucht die Regionalbahn nach Wernigerode drei Stunden. Mit dem Auto sind es ab Zürich rund 700 Kilometer über Frankfurt und Kassel, 7 Stunden, ohne Maut, Kosten rund CHF 160 pro Fahrt. Anders als in der Sächsischen Schweiz lohnt sich das Auto im Harz: Die drei Städte liegen je 30 bis 50 Kilometer auseinander, die Busse der HVB und des HATIX-Verbunds fahren, aber selten und am Wochenende noch seltener, und viele Wanderstarts im Oberharz sind ohne Auto schwer erreichbar. Wer ohne Auto kommt, wohnt in Wernigerode: Dort starten Brockenbahn und Harzer Schmalspurbahnen, die mit 140 Kilometern Netz das Gebirge erschliessen, und Quedlinburg ist mit dem Regionalzug in 40 Minuten erreichbar. Mit der Gästekarte HATIX, die in vielen Orten mit der Kurtaxe kommt, fährst du die Linienbusse im Ostharz gratis. Velo ist im Harz nur für Trainierte, die Volksbank-Arena-Harz-Routen für Mountainbiker sind gut ausgeschildert.

Wohnen: Wernigerode oder Quedlinburg, nicht Braunlage

Wernigerode ist der praktischste Ort: Brockenbahn, Schloss, Fachwerk-Altstadt, Gastronomie, und mit CHF 85 bis 120 für ein Mittelklasse-Doppelzimmer günstig. Quedlinburg ist der schönste, ein Fachwerk-Freilichtmuseum mit 2'000 Häusern, in dem die Hotels oft selbst Baudenkmäler sind, ab CHF 90, abends ruhig und fast leer, wenn die Tagesgäste weg sind. Goslar hat mit Kaiserpfalz und Rammelsberg die grösste Geschichte und liegt im Westharz, von den anderen beiden 50 Kilometer entfernt, als eigener Stopp für ein bis zwei Nächte gut. Die Kurorte im Oberharz, Braunlage, Schierke, Sankt Andreasberg, sind Wanderbasen mit Nachkriegsarchitektur und Pensionen ab CHF 60, aber abends tot und für die Städte zu weit weg. Preisfallen: Walpurgisnacht am 30. April, dann ist der ganze Harz ausgebucht und doppelt so teuer, die Adventswochenenden in Quedlinburg und Goslar, und die Herbstferien der norddeutschen Länder im Oktober. Unter der Woche im Mai, Juni oder September gibt es Zimmer auch kurzfristig. Kurtaxe von CHF 2 bis 3 pro Nacht kommt dazu, bringt aber oft den Busverkehr gratis. Ferienwohnungen sind im Harz verbreitet und günstig, für Familien ab CHF 70 pro Nacht, mit Mindestaufenthalt von drei bis sieben Nächten.

Kostenfallen und Spartricks: Brockenbahn, Bergbahnen, Eintritte

Die Brockenbahn ist das teuerste Erlebnis im Harz: CHF 50 pro Person hin und zurück ab Wernigerode, CHF 45 ab Drei Annen Hohne oder Schierke, für eine Dampfzugfahrt von 100 Minuten pro Richtung durch den Wald. Es lohnt sich, einmal, für die Dampflok und die Spitzkehren über 1'000 Meter, aber nicht an einem Nebeltag, dann siehst du oben nichts. Spartrick: Hinauf mit der Bahn ab Schierke, zu Fuss hinunter über den Eckerlochstieg oder den Goetheweg, dann zahlst du nur die einfache Fahrt für CHF 30, oder gleich zu Fuss ab Schierke in zweieinhalb Stunden und ab Torfhaus über den Goetheweg in zwei Stunden, gratis. Die Brockenkuppe selbst kostet nichts, das Brockenhaus-Museum CHF 6. Die Seilbahnen in Thale ins Bodetal und die Kabinenbahn auf den Hexentanzplatz kosten CHF 10 bis 14 hin und zurück, die Wurmberg-Seilbahn in Braunlage CHF 18, beides fair. Eintritte: Schloss Wernigerode CHF 9, Kaiserpfalz Goslar CHF 9, Rammelsberg mit Grubenfahrt CHF 16 bis 19, Stiftskirche Quedlinburg mit Domschatz CHF 6, Schloss Quedlinburg wird saniert, Teile sind geschlossen. Die HarzCard für vier Tage kostet rund CHF 60 und lohnt sich ab drei grossen Eintritten plus einer Bahn. Essen ist günstig: Hauptgericht CHF 12 bis 18, Mittagsmenü CHF 10, Kaffee und Kuchen CHF 6, Bier CHF 4.

Timing: Walpurgis, Sommer, Herbst und der Winter mit Fragezeichen

Die Walpurgisnacht am 30. April ist das Harz-Fest schlechthin: In Thale, Schierke, Wernigerode und zwei Dutzend anderen Orten tanzen Hexen und Teufel, mit Feuer, Umzügen und Musik, in Thale auf dem Hexentanzplatz mit zehntausend Besuchern. Schön und laut, buch ein halbes Jahr vorher. Mai bis Juni ist die beste Wanderzeit, frisches Grün in den Laubwäldern des Vorharzes, Bodetal in Bestform, wenig Gäste unter der Woche. Juli und August sind die Familienzeit, der Harz ist voll, aber nie überlaufen wie die Sächsische Schweiz, und oben auf dem Brocken ist es mit 15 Grad im Sommer angenehm, der Berg hat ein Klima wie Island mit 300 Nebeltagen im Jahr, nimm immer eine Jacke mit. Der Herbst im Oktober ist mit dem Laub in Quedlinburg und im Bodetal die schönste Zeit, die Herbstferien ausgenommen. Der Winter ist ein Fragezeichen: Der Harz war ein Skigebiet, Braunlage am Wurmberg und Schierke haben Lifte, aber Schnee liegt nur noch wenige Wochen und meist auf Kunstschnee, für Schweizer kein Grund zum Kommen. Der Brocken im Raureif mit der Dampfbahn im Schnee ist dagegen ein Erlebnis, und die Weihnachtsmärkte in Quedlinburg mit den «Adventshöfen» und in Goslar mit dem Weihnachtswald sind unter den schönsten Deutschlands, die Hotels dann aber an Wochenenden voll.

Unterschätzt: Bodetal, Hexenstieg, Stolberg und die Schmalspurbahnen

Das Bodetal zwischen Thale und Treseburg ist die wildeste Schlucht Norddeutschlands, zehn Kilometer Felsen, Fluss und Wald, mit Rosstrappe und Hexentanzplatz auf den Felsen darüber, drei bis vier Stunden auf einem Weg, der einfach ist, aber Schuhe braucht, mit der Seilbahn auf die Rosstrappe und zu Fuss hinunter. Der Harzer Hexenstieg ist mit 97 Kilometern von Osterode über den Brocken nach Thale der grosse Weitwanderweg, in fünf bis sechs Etappen, du kannst ihn in Teilen gehen, Etappe 3 über den Brocken und Etappe 5 durch das Bodetal sind die besten, Gepäcktransport ab CHF 15 pro Etappe. Die Harzer Schmalspurbahnen fahren nicht nur auf den Brocken: Die Selketalbahn von Quedlinburg über Alexisbad nach Harzgerode und Stiege ist die ruhige Schwester, mit Dampf durch ein stilles Tal, CHF 15 bis 25, kaum Touristen. Stolberg im Südharz ist eine Fachwerkstadt wie Quedlinburg, nur winzig und unbekannt, mit Schloss und dem Geburtshaus von Thomas Müntzer, 40 Minuten von Quedlinburg. Die Teufelsmauer bei Blankenburg und Weddersleben ist eine kilometerlange Sandsteinklippe mit Rundweg, eine Stunde, gratis. Im Westharz lohnt das Oberharzer Wasserregal, ein UNESCO-Teichsystem der Bergleute aus dem 16. Jahrhundert, mit Wanderwegen um die Teiche bei Clausthal-Zellerfeld, und die Okertalsperre. Bad Harzburg hat einen Baumwipfelpfad für CHF 10, für Familien gut, für Alpenländer kein Muss.

Drei UNESCO-Städte und wie du sie aufteilst

Quedlinburg ist die Stadt für einen ganzen Tag und einen Abend: Der Schlossberg mit Stiftskirche und dem Grab Heinrichs I., das Domschatz-Kabinett, der Münzenberg gegenüber mit den kleinsten Häusern, dann die Gassen rund um den Markt, Word und Finkenherd, wo das Fachwerk am ältesten ist. Das Fachwerkmuseum im Ständerbau von 1346 kostet CHF 4 und erklärt, was du siehst. Abends, wenn die Busse weg sind, gehört die Stadt dir. Goslar braucht einen Tag: Die Kaiserpfalz mit den wilhelminischen Historiengemälden, der Marktplatz mit dem Glockenspiel um 9, 12, 15 und 18 Uhr, die Gassen mit Schiefer und Fachwerk, und am Nachmittag das Bergwerk Rammelsberg mit der Grubenfahrt im Bergmannszug oder zu Fuss durch den Roeder-Stollen, drei Stunden, kalt, Jacke mitnehmen. Wernigerode ist die lebendigste der drei und braucht einen halben Tag: das Rathaus von 1498, die Breite Strasse mit dem Krummelschen Haus, dann 20 Minuten hinauf zum Schloss oder mit der Bimmelbahn für CHF 6, das Schloss ist ein Neuschwanstein des Nordens aus dem 19. Jahrhundert, mit Blick zum Brocken. Alle drei haben Mittwoch- und Samstagsmärkte. Wer nur eine schafft: Quedlinburg.

Häufige Fragen zu Harz

Wie komme ich ab der Schweiz in den Harz und brauche ich ein Auto?

Mit dem ICE über Frankfurt nach Göttingen oder Kassel, dann Regionalzug nach Goslar oder Wernigerode, 6 bis 8 Stunden mit ein bis zwei Umstiegen, Sparpreis ab rund CHF 60 pro Strecke bei früher Buchung. Mit dem Auto rund 700 Kilometer, 7 Stunden, keine Maut. Vor Ort ist ein Auto sinnvoll, weil die drei Städte 30 bis 50 Kilometer auseinanderliegen und Busse selten fahren. Ohne Auto wohnst du in Wernigerode und nutzt Schmalspurbahn, Regionalzug und Gästekarte für Busse.

Wie viele Tage für den Harz?

Vier bis fünf Tage für die drei UNESCO-Städte und den Brocken mit einer Wanderung. Eine Woche, wenn du das Bodetal, die Selketalbahn und Stolberg mitnimmst oder zwei Etappen Hexenstieg gehst. Ein Wochenende reicht für Quedlinburg und Wernigerode mit Brockenbahn, dann fehlt dir Goslar. Der Harz ist auch ein guter Stopp zwischen Süddeutschland und Hamburg oder Berlin.

Lohnt sich die Brockenbahn für CHF 50?

Einmal ja, bei klarem Wetter. Die Dampflok braucht 100 Minuten für 34 Kilometer und 900 Höhenmeter ab Wernigerode, mit Spitzkehren und Blick auf den Brocken, das ist für Bahnfreunde und Kinder ein Erlebnis. Bei Nebel, und davon hat der Brocken 300 Tage im Jahr, siehst du oben nichts. Sparvariante: einfache Fahrt ab Schierke für CHF 30 hinauf, zu Fuss hinunter, zwei Stunden. Oder ganz zu Fuss ab Torfhaus über den Goetheweg, zwei Stunden, gratis, mit dem Zug als Fotomotiv.

Was kostet der Harz im Vergleich zur Schweiz?

Etwa die Hälfte eines Schweizer Berg-Ziels. Mittelklasse-Doppelzimmer CHF 85 bis 120, Ferienwohnung ab CHF 70, Hauptgericht CHF 12 bis 18, Bier CHF 4, Kaffee und Kuchen CHF 6. Teuer ist nur die Brockenbahn mit CHF 50, die Seilbahnen kosten CHF 10 bis 18, Eintritte CHF 6 bis 19. Mit CHF 80 bis 100 pro Tag und Person ohne Anreise bist du gut unterwegs, mit Auto kommen Benzin und Parkgebühren von CHF 5 bis 8 pro Tag in den Städten dazu.

Warum sieht der Wald am Brocken so tot aus?

Seit 2018 haben Trockenheit, Stürme und der Borkenkäfer die Fichtenmonokulturen im Oberharz grossflächig absterben lassen, am Brocken und rund um Schierke stehen auf Kilometern graue Stämme. Der Nationalpark lässt sie stehen, darunter wächst bereits ein neuer Mischwald mit Ebereschen und Birken. Es sieht anders aus als auf den alten Fotos, aber die Aussichten sind weiter geworden, und die Laubwälder im Bodetal, Selketal und Vorharz sind nicht betroffen. Der Harz-Besuch ist auch eine Lektion in Klimawandel.

Ist der Harz etwas für Familien?

Ja, mehr als die meisten anderen Ziele hier. Dampfbahn, Hexen, Seilbahnen, Bodetal, Baumwipfelpfad, Sommerrodelbahnen in Thale und Braunlage, Tropfsteinhöhlen in Rübeland, Höhlen der Rosstrappe. Ferienwohnungen sind günstig, die Wege kurz, die Berge klein genug für Kinder ab sechs. Die Walpurgisnacht ist für Kinder ein Spektakel, der Hexentanzplatz in Thale hat Tierpark und Rodelbahn. Reserviere in den Sommer- und Herbstferien früh.

Routen mit diesem Ziel

Aktivitäten in der Region

Weitere Reiseziele in Sachsen & Harz