Appenzell

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Appenzell

Was ein Wanderwochenende im Alpstein wirklich kostet, wann du zum Äscher musst, damit du ihn nicht nur auf dem Handy der anderen siehst, und warum zwei Nächte besser sind als der Tagesausflug.

Foto: Jean-Paul Wettstein / Pexels

Was kostet deine Reise nach Appenzell?

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1'705 CHF
≈ 853 CHF pro Person
  • Anreise 120 CHF
  • Unterkunft 850 CHF
  • Essen 500 CHF
  • Transport vor Ort 125 CHF
  • Bergbahnen (Ebenalp retour und Säntis retour, mit Halbtax) 110 CHF

Schätzwerte zur Orientierung, keine Buchungspreise. Anreise heisst hier Bahn oder Auto ab der Schweiz, hin und zurück pro Person. Hotels schwanken saisonal stark, aktuelle Preise findest du über die Links weiter unten.

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Schweizer Franken (CHF). Karten und Twint funktionieren praktisch überall, auch auf der Alp. Viele Läden nehmen Euro an, geben aber Franken zurück, zu einem schlechten Kurs. Trinkgeld ist im Preis inbegriffen, Aufrunden ist üblich. Anreise: Anreise mit Bahn (SBB) oder Auto, ab Zürich 1 bis 4 Stunden.

Hotel-Empfehlungen

Neun Optionen in drei Preisklassen – jeweils die Häuser mit den besten Bewertungen auf Booking.com.

Budget

Adler Hotel

Weissbadstrasse, Appenzell

Traditionsreiches Haus am Rand der autofreien Altstadt an der Weissbadstrasse, mit zwei Restaurants und Frühstücksbuffet, Bewertungen durchwegs sehr gut. Kein Hostel, aber das verlässlichste Haus für ein Appenzell-Wochenende ohne grosses Budget; Bahnhof und Landsgemeindeplatz in drei Minuten.

ab CHF 140 / Nacht Ansehen →

Gasthaus Hof Appenzell

Dorf, Appenzell

Gasthaus am Landsgemeindeplatz mit einfachen Zimmern, Matratzenlager für Gruppen und einer Beiz, in der Appenzeller essen. Mittendrin, ohne Schnickschnack, mit Frühstück. Für Wanderer, die das Geld lieber in Bergbahnen stecken.

ab CHF 120 / Nacht Ansehen →

Hotel Appenzell

Landsgemeindeplatz, Appenzell

Kleines Hotel mit bemalter Fassade am Landsgemeindeplatz, mit eigener Konditorei im Erdgeschoss und Restaurant mit regionaler Küche. Zimmer einfach und sauber, Frühstück mit Käse und Mostbröckli. Für alle, die zentral und fair wohnen wollen.

ab CHF 140 / Nacht Ansehen →

Mittelklasse

Romantik Hotel Säntis

Landsgemeindeplatz, Appenzell

Das Traditionshaus am Landsgemeindeplatz, seit Generationen von der Familie Heeb geführt, mit bemalter Fassade, Täferstuben und gutem Restaurant. Zimmer unterschiedlich, die neueren sind gross und ruhig. Für das klassische Appenzell-Wochenende.

ab CHF 190 / Nacht Ansehen →

Hotel Löwen Appenzell

Hauptgasse, Appenzell

Gasthof aus dem 16. Jahrhundert an der Hauptgasse mit Zimmern in Appenzeller Stil, Holz und bemalten Möbeln, und einer Gaststube mit Kachelofen. Fünf Minuten zum Bahnhof. Für alle, die das alte Appenzell im Zimmer haben wollen.

ab CHF 170 / Nacht Ansehen →

Hotel Hecht Appenzell

Hauptgasse, Appenzell

Traditionshaus an der Hauptgasse, seit über 100 Jahren Hotel, mit modernen Zimmern hinter historischer Fassade und Restaurant mit Appenzeller Küche. Direkt am Dorfplatz, Bahnhof in drei Minuten. Für Komfort im Dorfzentrum.

ab CHF 180 / Nacht Ansehen →

Luxus

Hof Weissbad

Weissbad, Appenzell

Das grosse Kur- und Wellnesshotel des Appenzellerlands, zehn Minuten vom Dorf, mit Bädern, Spa, mehreren Restaurants und Blick auf den Alpstein. Viele Gäste kommen seit Jahrzehnten. Für Erholung nach den Wanderungen, auch mit Kindern.

ab CHF 320 / Nacht Ansehen →

Appenzeller Huus Bären

Gonten, Appenzellerland

Gasthaus von 1880 in Gonten, acht Minuten mit der Bahn ab Appenzell, 2021 als kleines Boutique-Hotel neu eröffnet, mit regionaler Küche, Sauna und Bio-Badeteich. Ruhig, modern, in Holz. Für Paare, die Design und Alpstein verbinden wollen.

ab CHF 260 / Nacht Ansehen →

Säntis das Hotel

Schwägalp, Urnäsch

Das Hotel an der Talstation der Säntis-Schwebebahn auf 1'350 Metern, mit Blick auf die Säntis-Nordwand, Restaurant und einfacherem Komfort, als der Name verspricht. Für den Morgen auf dem Säntis vor allen anderen und Winterwandern vor der Tür.

ab CHF 240 / Nacht Ansehen →

Buchst du über diese Links, erhalten wir eine kleine Provision – für dich ohne Aufpreis.

Erlebnisse, die sich lohnen

Ebenalp, Wildkirchli und Äscher

Mit der Bahn ab Wasserauen in acht Minuten hinauf (retour CHF 36, mit Halbtax CHF 18), durch die Höhlen zum Gasthaus in der Felswand. Mit der ersten Bahn um 7.30 Uhr fast allein. Eine Stunde oben, mit Abstieg zum Seealpsee ein halber Tag.

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Seealpsee-Wanderung

Von Wasserauen in einer Stunde auf dem Fahrsträsschen zum grünen Bergsee auf 1'141 Metern, mit zwei Gasthäusern und Ruderbooten für CHF 10 pro Stunde. Gratis, zwei bis drei Stunden mit Pause, auch mit Kindern. Morgens spiegelt sich der Säntis.

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Säntis-Schwebebahn

Ab Schwägalp in zehn Minuten auf 2'502 Meter, Sicht in sechs Länder bei klarem Wetter, Restaurant und Terrasse oben. Retour CHF 64, mit Halbtax CHF 32, ganzjährig. Nur bei guter Sicht, zwei bis drei Stunden inklusive Anfahrt mit Postauto ab Urnäsch.

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Hoher Kasten und Höhenweg zum Fählensee

Bahn ab Brülisau auf 1'795 Meter (retour CHF 48, mit Halbtax CHF 24), Drehrestaurant mit Blick ins Rheintal, dann der geologische Höhenweg über Staubern zum Fählensee und hinunter nach Brülisau. Fünf bis sechs Stunden, der schönste Grat des Alpsteins.

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Kronberg mit Rodelbahn

Familienberg ab Jakobsbad mit Bahn (retour CHF 36, Halbtax CHF 18), Rodelbahn CHF 7 pro Fahrt, Seilpark und Panoramaweg zurück ins Tal. Halber bis ganzer Tag, im Winter Schlitteln. Für Kinder ab sechs die beste Wahl im Appenzellerland.

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Schaukäserei Stein

In Stein AR, 25 Minuten mit dem Bus: Produktion durch Glas, Degustation aller Reifegrade, Erlebniswelt um die geheime Kräutersulz. Eintritt CHF 15, mit Restaurant und Laden. Eineinhalb Stunden, der beste Regentag-Plan mit Kindern.

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Brauerei Locher Besucherwelt

Die Brauerei des Quöllfrisch im Dorf mit Brauquöll-Erlebniswelt, Führung durch Sudhaus und Keller und Degustation, CHF 20 pro Person. Eine bis eineinhalb Stunden, vorher buchen, der Laden hat auch die Whisky-Linie Säntis Malt.

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Dorfrundgang Appenzell mit Museum

Hauptgasse mit bemalten Fassaden, Landsgemeindeplatz, Kirche St. Mauritius und das Museum Appenzell (CHF 9) mit Trachten, Bauernmalerei und Sennenkultur. Geführte Dorfführung ab CHF 15 über das Tourismusbüro, eineinhalb Stunden.

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Höhenweg Schäfler ab Ebenalp

Von der Ebenalp in einer Stunde zur Schäfler-Hütte auf 1'925 Metern und für Geübte über den Grat zum Mesmer, Abstieg zum Seealpsee. Fünf bis sechs Stunden, Trittsicherheit nötig, Übernachtung im Schäfler mit Halbpension ab CHF 90.

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Essen & Trinken

Appenzell isst, was die Alpen hergeben: Käse mit geheimer Kräutersulz, Siedwurst mit Senf, Mostbröckli, Biber mit Mandelfüllung und das Quöllfrisch dazu. Die Küche ist deftig, ehrlich und nicht teuer für Schweizer Verhältnisse, vor allem in den Berggasthäusern. Wer hier Hunger hat, ist am richtigen Ort.

Appenzeller Käse und Siedwurst

Gaststube im Hotel Säntis oder Berggasthäuser im Alpstein, Käse in der Schaukäserei Stein

Der würzige Käse in drei Reifegraden, dessen Kräutersulz-Rezept nur zwei Menschen kennen, und die Siedwurst, eine helle Brühwurst mit Kümmel, die im Wasser zieht. Käseplatte CHF 18 bis 24, Siedwurst mit Kartoffelsalat CHF 20 bis 26.

Tipp:Siedwurst wird klassisch mit Senf und Chäshörnli gegessen, und der Käse heisst hier nur «Appenzeller», ohne Zusatz.

Chäshörnli mit Apfelmus

Berggasthäuser am Seealpsee und auf der Ebenalp

Hörnli-Nudeln mit geriebenem Appenzeller, Rahm und Röstzwiebeln, dazu Apfelmus, das Kindergericht der Region, das auch Erwachsene bestellen. CHF 20 bis 26.

Tipp:Auf der Alp werden sie oft mit Alpkäse gemacht, der kräftiger ist, frag danach.

Mostbröckli

Metzgereien an der Hauptgasse Appenzell oder jedes Frühstücksbuffet im Dorf

Luftgetrocknetes, geräuchertes Rindfleisch, hauchdünn geschnitten, das Appenzeller Gegenstück zum Bündnerfleisch. Als Vorspeise CHF 16 bis 22, 100 Gramm in der Metzgerei CHF 8 bis 10.

Tipp:Vakuumiert ist es das beste Mitbringsel nach dem Käse und hält drei Wochen.

Appenzeller Biber

Bäckerei-Konditorei Böhli an der Hauptgasse oder Bischofberger in Weissbad

Lebkuchen mit Mandelfüllung, als grosser Biberfladen mit Bild oder als kleine Biberli, würzig und saftig. Biberli CHF 2 bis 3, Fladen CHF 8 bis 15.

Tipp:Die Fladen mit dem Säntis-Bild sind das klassische Souvenir und halten wochenlang.

Quöllfrisch und Säntis Malt

Jede Beiz im Dorf, Degustation in der Brauerei Locher

Das Bier der Brauerei Locher, naturtrüb, das in jeder Beiz der Region fliesst, Stange CHF 4.50 bis 5.50. Dazu der Säntis Malt, ein Whisky aus alten Bierfässern, CHF 10 bis 14 das Glas.

Tipp:Das Quöllfrisch vom Fass gibt es auch auf der Ebenalp, dort schmeckt es nach dem Aufstieg am besten.

Appenzeller Alpenbitter

Jedes Restaurant im Dorf, Besucherzentrum der Appenzeller Alpenbitter AG

Kräuterlikör aus 42 Kräutern, seit 1902 im Dorf hergestellt, der Verdauungsschnaps nach jeder Käseplatte. Im Lokal CHF 5 bis 7, die Flasche CHF 25 im Laden.

Tipp:Es gibt ihn auch als Mini-Flasche für CHF 4, das reicht als Souvenir.

Rösti mit Spiegelei auf der Alp

Berggasthaus Äscher, Seealpsee oder Schäfler

Die Berggasthaus-Rösti aus geriebenen Kartoffeln mit Spiegelei, Speck oder Käse, am Tisch mit Aussicht. CHF 20 bis 28, Portionen für Wanderer bemessen.

Tipp:Mittags um 12 Uhr ist am Äscher nichts zu haben, iss um 11 oder um 14 Uhr.

Food-Tour buchen: Appenzell

Mit Guide durch Märkte und Lokale, inklusive Kostproben.

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Geschichte & Hintergrund

Appenzell heisst «Abbatis Cella», die Zelle des Abtes, und der Abt war der von St. Gallen, der das Land zwischen Bodensee und Säntis ab dem 11. Jahrhundert besiedeln und besteuern liess. Die Bauern wollten das irgendwann nicht mehr: 1403 schlugen sie das Heer des Abtes am Stoss und bei Vögelinsegg, 1405 noch einmal, mit Unterstützung der Schwyzer, und daraus wurde das Land Appenzell, das 1513 als letzter Ort dem alten Bund der 13 Orte beitrat. 1597 trennte sich das Land entlang der Konfession: Innerrhoden mit dem Hauptort Appenzell blieb katholisch, Ausserrhoden mit Herisau und Trogen wurde reformiert, und die Grenze verläuft bis heute mitten durch Wiesen und Dörfer. Innerrhoden ist mit 16'000 Einwohnern der kleinste Kanton der Schweiz und der, der sich am längsten gegen die Zeit gestemmt hat: Die Landsgemeinde, bei der die Stimmberechtigten unter freiem Himmel mit erhobener Hand abstimmen, findet jeden letzten Sonntag im April auf dem Landsgemeindeplatz statt, Männer tragen den Degen als Stimmausweis. Das Frauenstimmrecht wurde 1990 durch das Bundesgericht erzwungen, als letzter Kanton. Die Appenzeller Kultur hält sich aus demselben Grund: die bemalten Fassaden an der Hauptgasse, die Bauernmalerei mit den Alpaufzügen, das Talerschwingen, das Zäuerli als wortloser Naturjodel, der Silvesterchlaus in Urnäsch mit seinen riesigen Hauben, und der Käse, dessen Kräutersulz seit Jahrhunderten geheim bleibt. Der Alpstein mit dem Säntis als 2'502 Meter hohem Hausberg ist seit dem 19. Jahrhundert Wandergebiet, das Berggasthaus Äscher in der Felswand unter der Ebenalp existiert seit 1846 und wurde 2015 durch ein Titelbild von National Geographic zu einem der meistfotografierten Gasthäuser der Welt. Was das mit dem Dorf gemacht hat, siehst du an jedem Sommersamstag an der Talstation Wasserauen.

Insider-Tipps

Anreise und Mobilität: Appenzeller Bahnen, Bus und ein Auto, das Sinn macht

Appenzell erreichst du ab Zürich in rund 1 Stunde 50 mit Umsteigen in Gossau auf die Appenzeller Bahnen, die durch die Hügel bis ins Dorf schaukeln, Retour mit Halbtax rund CHF 35. Ab St. Gallen sind es 45 Minuten direkt, ab Bern 2 Stunden 50, ab Basel 2 Stunden 40. Aus Deutschland kommst du über Lindau und St. Gallen, aus Vorarlberg ab Bregenz in 1 Stunde 15 über St. Margrethen. Weiter ins Tal fährt dieselbe Bahn bis Wasserauen, der Talstation der Ebenalp-Bahn, in 12 Minuten. Auf den Säntis geht es mit dem Postauto oder Auto nach Schwägalp (ab Urnäsch), ab Appenzell rund 45 Minuten. Hier ist das Auto tatsächlich eine Überlegung wert: Die Ausflugsziele liegen in verschiedenen Tälern, Postautos fahren stündlich, und mit dem Auto ab Zürich bist du in 1 Stunde 30 da (Vignette CHF 40). Der Parkplatz in Wasserauen kostet CHF 6 pro Tag und ist an Sommersamstagen ab 9 Uhr voll, danach regelt die Polizei den Zufahrtsstopp. Die Appenzeller Gästekarte vom Hotel gibt Rabatte auf Bergbahnen und Museen, kein Gratis-ÖV. Für Wanderer ohne Auto: Ab Appenzell gehen Wanderwege direkt ins Gelände, zum Seealpsee bist du von Wasserauen in einer Stunde zu Fuss, die Bahn brauchst du nur für die Ebenalp.

Ebenalp, Äscher, Seealpsee: der richtige Tag

Die Ebenalp-Bahn ab Wasserauen bringt dich in acht Minuten auf 1'644 Meter, retour CHF 36, mit Halbtax CHF 18. Oben führt der Weg durch die Wildkirchli-Höhlen, in denen Mönche lebten und Höhlenbärenknochen gefunden wurden, in 15 Minuten hinunter zum Äscher, dem Gasthaus an der Felswand. Jetzt die ehrliche Information: Das Haus ist klein, hat seit 2018 neue Wirte, die Terrasse fasst vielleicht 100 Leute, und an einem Sommersamstag stehen dort 2'000. Die erste Bahn fährt um 7.30 Uhr im Sommer, und wer mit ihr fährt, hat den Äscher um 8 Uhr zum Kaffee fast allein. Ab 10.30 Uhr ist es vorbei. Der zweite Fehler ist, oben umzukehren. Der eigentliche Tag geht weiter: Vom Äscher in 90 Minuten hinunter zum Seealpsee, einem grünen Bergsee auf 1'141 Metern mit Säntis und Altmann im Spiegel, zwei Berggasthäusern am Ufer (Forelle, Seealpsee) und Ruderbooten für CHF 10 pro Stunde. Von dort geht es in einer Stunde auf dem Fahrsträsschen nach Wasserauen hinunter. Das sind vier bis fünf Stunden, du brauchst gute Schuhe, der Abstieg vom Äscher ist steil und bei Nässe rutschig. Unter der Woche im Juni oder September ist dieselbe Tour eine andere Welt. Wer länger will: Ab Ebenalp zur Schäfler-Hütte und über den Grat zum Mesmer, das ist der schönste Höhenweg im Alpstein, fünf bis sechs Stunden mit Rückweg über den Seealpsee.

Unterkunft: Dorf, Gasthof oder Berggasthaus

Appenzell ist kein teurer Ort nach Schweizer Massstäben: Ein Mittelklasse-Doppelzimmer im Dorf kostet CHF 150 bis 200 mit Frühstück, oft in Häusern, die seit Generationen derselben Familie gehören, mit Täfer, Kachelofen und Appenzeller Frühstück mit Käse und Mostbröckli. Die Hotels an der Hauptgasse und am Landsgemeindeplatz sind mittendrin, aber das Dorf ist abends still, Lärm ist kein Thema. Im Sommer und an der Landsgemeinde Ende April sind sie voll, sonst reicht eine Woche Vorlauf. Die ehrliche Besonderheit ist die Nacht in einem Berggasthaus: Der Äscher hat keine Betten mehr, aber die Ebenalp, der Schäfler, der Seealpsee und der Mesmer bieten Lager und einfache Zimmer, Halbpension CHF 80 bis 110 pro Person, mit Sonnenuntergang und Morgen ohne Tagesgäste. Das ist das beste Appenzell-Erlebnis für das Geld, reservieren ist Pflicht, Bettwäsche oder Hüttenschlafsack mitbringen. Die Familien- und Wellnessalternative ist Weissbad mit dem Hof Weissbad, dem grossen Kurhotel mit Bad und Küche ab CHF 300, zehn Minuten vom Dorf. Günstiger als im Dorf schläfst du in Gonten, Urnäsch oder Gais in Gasthöfen ab CHF 120, dafür brauchst du den Bus oder das Auto. Was es in Appenzell kaum gibt: Ketten, Hostels und Budget-Hotels, die günstigste Variante ist das Lager im Berggasthaus.

Säntis, Kronberg, Hoher Kasten: welcher Berg und was er kostet

Der Säntis ist mit 2'502 Metern der höchste Punkt der Ostschweiz, und bei klarem Wetter siehst du von oben sechs Länder. Die Schwebebahn ab Schwägalp kostet retour CHF 64, mit Halbtax CHF 32, fährt das ganze Jahr, und der Gipfel ist ein Gebäude mit Restaurant, Aussichtsterrasse und Wetterstation, nicht wild, aber eindrücklich. Bei Föhn oder Hochnebel im Tal ist er die Rettung, oft steht er allein über der Wolkendecke, Webcam vorher prüfen. Der Hohe Kasten (1'795 Meter) ab Brülisau hat die bessere Rundsicht auf das Rheintal und den Alpstein zugleich, die Bahn kostet retour CHF 48, mit Halbtax CHF 24, oben ein Drehrestaurant und der geologische Wanderweg über Staubern zum Fählensee, der zu den schönsten Höhenwegen der Schweiz gehört, fünf bis sechs Stunden mit Abstieg nach Brülisau. Der Kronberg (1'663 Meter) ab Jakobsbad ist der Familienberg mit Rodelbahn, Seilpark und Barfussweg, Bahn retour CHF 36, mit Halbtax CHF 18, und mit einem Panoramaweg zurück zur Talstation, der auch Kinder schaffen. Unsere Rechnung für zwei Tage: Ebenalp und Hoher Kasten mit Halbtax CHF 42 pro Person, den Säntis nimmst du dazu, wenn das Wetter perfekt ist, sonst ist er sein Geld nicht wert. Alle Bahnen haben Online-Preise, die Gästekarte gibt 10 bis 20 Prozent.

Timing, Landsgemeinde und Bräuche

Die beste Zeit für den Alpstein ist Mitte Juni bis Mitte Oktober, vorher liegt oben Schnee auf den Wegen, danach schliessen die Berggasthäuser. Juli und August sind voll, September ist der beste Monat: stabiles Wetter, Alpabfahrten mit geschmückten Kühen (Termine je nach Wetter kurzfristig), Käse von der Alp, und die Ebenalp-Bahn ohne Schlange unter der Woche. Der letzte Sonntag im April ist Landsgemeinde: Tausende Innerrhoder stehen auf dem Platz, du kannst von den Rändern zuschauen, das Dorf ist voll und die Hotels sind lange vorher weg. Der Silvesterchlaus in Urnäsch findet am 31. Dezember und am 13. Januar (alter Silvester) statt, mit Schuppeln von Chläusen in riesigen Hauben, die von Hof zu Hof ziehen und Zäuerli singen, eines der archaischsten Brauchtumsfeste Europas, frühmorgens ab 5 Uhr. Im Winter ist der Alpstein ruhig: Kronberg und Ebenalp haben kleine Skigebiete, Schlitteln ab Kronberg, Winterwandern zur Schwägalp, der Säntis fährt. Hotels kosten im Winter 20 bis 30 Prozent weniger, ausser an Weihnachten. Was du planen musst: Die Appenzeller Bahnen fahren im Halbstundentakt, die letzte Bahn ab Wasserauen gegen 20 Uhr, die Ebenalp-Bahn stellt um 18 Uhr den Betrieb ein, und wer oben isst, muss den Abstieg zu Fuss rechnen.

Dorf, Käse und Spartricks

Das Dorf Appenzell ist in einer Stunde durchlaufen und einen halben Tag wert: Hauptgasse mit den bemalten Fassaden, der Landsgemeindeplatz, die Pfarrkirche St. Mauritius, das Museum Appenzell (CHF 9) mit Trachten und Bauernmalerei, die Kunsthalle Ziegelhütte für zeitgenössische Kunst (CHF 12) und die Brauerei Locher, die das Quöllfrisch braut und in ihrer Brauquöll-Besucherwelt für CHF 20 mit Degustation führt. Am Kräuter-Pionier Alpenbitter gibt es ebenfalls Führungen, der Appenzeller Alpenbitter ist das Souvenir, das jeder mitnimmt, CHF 25 die Flasche. Der Käse: Die Schaukäserei in Stein AR (CHF 15 mit Degustation, Bus ab Appenzell 25 Minuten) zeigt die Produktion, die Kräutersulz bleibt geheim, und du probierst alle Reifegrade vom milden bis zum extra würzigen. Günstiger kaufst du Käse direkt auf den Alpen im Sommer (Alpkäse CHF 2.50 bis 3.50 pro 100 Gramm) oder in der Dorfkäserei. Spartricks: Halbtax halbiert alle Bergbahnen, mittags im Berggasthaus essen kostet CHF 22 bis 30 für Älplermagronen oder Rösti, was ehrlich für einen Berg ist. Picknick ist überall erlaubt, Coop und Volg im Dorf. Wandern ist gratis, und die schönsten Touren, Seealpsee, Fählensee und Sämtisersee ab Brülisau, brauchen keine Bahn. Die Biberfladen und Appenzeller Biber in der Bäckerei kosten CHF 3 bis 8 und halten wochenlang.

Häufige Fragen zu Appenzell

Wie komme ich nach Appenzell, und brauche ich ein Auto?

Mit der Bahn ab Zürich in rund 1 Stunde 50 über Gossau mit den Appenzeller Bahnen, Retour mit Halbtax rund CHF 35, ab St. Gallen 45 Minuten direkt. Aus Vorarlberg ab Bregenz 1 Stunde 15, aus Deutschland über Lindau. Ein Auto ist hier nützlich, weil Säntis, Hoher Kasten und Kronberg in verschiedenen Tälern liegen und Postautos stündlich fahren. Für Ebenalp und Seealpsee reicht die Bahn bis Wasserauen.

Was kostet ein Wanderwochenende in Appenzell?

Für zwei Personen und zwei Nächte: Hotel im Dorf CHF 300 bis 400 mit Frühstück, Essen CHF 50 pro Person und Tag, Bergbahnen mit Halbtax CHF 40 bis 70 pro Person je nach Bergen. Insgesamt rund CHF 600 bis 750 ohne Anreise. Mit einer Nacht im Berggasthaus-Lager mit Halbpension für CHF 80 bis 110 pro Person wird es günstiger und schöner.

Wann sollte man zum Äscher gehen?

Mit der ersten Ebenalp-Bahn um 7.30 Uhr im Sommer, dann hast du das Gasthaus in der Felswand um 8 Uhr fast allein. Ab 10.30 Uhr ist die Terrasse voll und die Bahn hat Wartezeiten von einer Stunde. Unter der Woche im Juni oder September ist es deutlich ruhiger. Der Äscher hat keine Übernachtung mehr, dafür haben Ebenalp und Schäfler Lager, und wer dort schläft, hat den Morgen für sich.

Wann ist die beste Reisezeit für den Alpstein?

Mitte Juni bis Mitte Oktober für die Berge, September ist der beste Monat mit stabilem Wetter, Alpabfahrten und weniger Gästen. Juli und August sind voll, vor allem an Wochenenden. Die Landsgemeinde ist am letzten Aprilsonntag, der Silvesterchlaus am 31. Dezember und 13. Januar in Urnäsch. Im Winter fahren Säntis, Kronberg und Ebenalp, die Hotels kosten weniger.

Lohnt sich der Säntis?

Nur bei klarer Sicht, dann siehst du von 2'502 Metern bis in sechs Länder. Die Bahn ab Schwägalp kostet retour CHF 64, mit Halbtax CHF 32, der Gipfel ist ein Gebäude mit Restaurant und Terrasse. Bei Hochnebel im Tal steht er oft über den Wolken, Webcam prüfen. Für Wanderer ist der Hohe Kasten mit dem Höhenweg zum Fählensee der bessere Berg zum halben Preis.

Ist Appenzell für Familien geeignet?

Ja, besser als viele grössere Orte. Der Kronberg ab Jakobsbad hat Rodelbahn, Seilpark und einen Panoramaweg, den Kinder ab sechs schaffen. Der Seealpsee ist in einer Stunde ab Wasserauen zu Fuss erreichbar, mit Ruderbooten und zwei Gasthäusern. Die Schaukäserei in Stein, die Brauerei und der Barfussweg in Gonten füllen Regentage. Hotels haben meist Familienzimmer, Kinder zahlen in Bergbahnen die Hälfte.

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