Zürich

Schweiz · Zürich, Basel & Luzern · Reiseguide

Zürich

Was ein Wochenende in Zürich wirklich kostet, warum du im Sommer eine Badi brauchst statt eines Museums und wie du mit Halbtax und Tageskarte die Stadt und den Uetliberg zum halben Preis bekommst.

Foto: Marija Piliskic / Pexels

Was kostet deine Reise nach Zürich?

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1'810 CHF
≈ 905 CHF pro Person
  • Anreise 80 CHF
  • Unterkunft 1'000 CHF
  • Essen 600 CHF
  • Transport vor Ort 70 CHF
  • Uetliberg plus Schifffahrt (Tageskarte Zone 110 und Rundfahrt) 60 CHF

Schätzwerte zur Orientierung, keine Buchungspreise. Anreise heisst hier Bahn oder Auto ab der Schweiz, hin und zurück pro Person. Hotels schwanken saisonal stark, aktuelle Preise findest du über die Links weiter unten.

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Schweizer Franken (CHF). Karten und Twint funktionieren praktisch überall, auch auf der Alp. Viele Läden nehmen Euro an, geben aber Franken zurück, zu einem schlechten Kurs. Trinkgeld ist im Preis inbegriffen, Aufrunden ist üblich. Anreise: Anreise mit Bahn (SBB) oder Auto, ab Zürich 1 bis 4 Stunden.

Hotel-Empfehlungen

Neun Optionen in drei Preisklassen – jeweils die Häuser mit den besten Bewertungen auf Booking.com.

Budget

Zürich Youth Hostel

Wollishofen, Zürich

Grosse, moderne Jugendherberge mit Doppelzimmern und Familienzimmern, Frühstücksbuffet inklusive. Tram 7 bringt dich in 15 Minuten zum Paradeplatz, der See ist zu Fuss erreichbar. Für Familien und Sparsame die beste Adresse der Stadt.

ab CHF 130 / Nacht Ansehen →

ibis budget Zürich City West

Altstetten, Zürich

Einfache, saubere Zimmer der Budget-Kette, direkt an der Tramlinie nach Zürich West und zum Hauptbahnhof. Kein Charme, aber das günstigste feste Bett der Stadt mit eigenem Bad. Für alle, die nur schlafen wollen.

ab CHF 95 / Nacht Ansehen →

B&B HOTEL Zürich Airport

Rümlang, bei Zürich

Schlichtes Kettenhotel in Rümlang beim Flughafen, mit Shuttle zum Terminal und klimatisierten Zimmern. In rund 20 Minuten mit S-Bahn oder Bus im Zentrum. Für frühe Abflüge und Reisende mit kleinem Budget sinnvoll, für ein Stadtwochenende etwas weit draussen.

ab CHF 90 / Nacht Ansehen →

Mittelklasse

25hours Hotel Zürich West

Zürich West, Zürich

Buntes Designhotel im Kreis 5, drei Minuten vom Bahnhof Hardbrücke und vom Viadukt. Grosszügige Zimmer, Sauna mit Stadtblick, das Restaurant Neni mit israelischer Küche im Erdgeschoss. Für alle, die das junge Zürich wollen.

ab CHF 170 / Nacht Ansehen →

Motel One Zürich

Enge, Zürich

Die bekannte Kette in Gehweite zum Hauptbahnhof und zum See, mit dem gewohnten Standard: gute Betten, kleine Zimmer, grosse Lounge. Preislich eines der fairsten Häuser im Zentrum. Für Städtereisende ohne besondere Ansprüche.

ab CHF 160 / Nacht Ansehen →

Sorell Hotel Seefeld

Seefeld, Zürich

Solides Hotel der Zürcher Sorell-Gruppe im ruhigen Seefeld, fünf Minuten zu Fuss vom Seeufer und dem Opernhaus. Gutes Frühstück, Trams 2 und 4 direkt vor der Tür. Für alle, die zentral wohnen wollen, ohne im Niederdorf-Lärm zu schlafen.

ab CHF 190 / Nacht Ansehen →

Luxus

Baur au Lac

Bahnhofstrasse, Zürich

Seit 1844 in Familienbesitz, eigener Park am See, am Ende der Bahnhofstrasse. Das klassische Zürcher Grandhotel mit zwei Restaurants, von denen das Pavillon zwei Michelin-Sterne hat. Für den einen besonderen Anlass, an dem der Preis keine Rolle spielt.

ab CHF 750 / Nacht Ansehen →

The Dolder Grand

Adlisberg, Zürich

Schlosshotel über der Stadt mit grossem Spa, eigener Kunstsammlung und Blick auf See und Alpen. Mit der Dolderbahn ab Römerhof in sechs Minuten oben. Für Erholung mit Abstand zur Stadt, weniger für ein Altstadt-Wochenende.

ab CHF 650 / Nacht Ansehen →

Hotel Storchen Zürich

Altstadt, Zürich

Direkt an der Limmat am Weinplatz, seit über 650 Jahren Gasthaus an dieser Stelle. Zimmer mit Flussblick, Terrasse über dem Wasser, die Altstadt vor der Tür. Für die zentralste Lage, die Zürich zu bieten hat.

ab CHF 550 / Nacht Ansehen →

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Erlebnisse, die sich lohnen

Altstadt-Rundgang mit Grossmünster und Lindenhof

Zwei Stunden durch Niederdorf, Grossmünster (Turmbesteigung CHF 5), Fraumünster mit den Chagall-Fenstern (CHF 5) und den Lindenhof. Eine geführte Tour kostet CHF 25 bis 35, auf eigene Faust brauchst du nur die beiden Kirchen-Eintritte.

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Uetliberg und Gratwanderung zur Felsenegg

Mit der S10 in 20 Minuten auf Zürichs Hausberg, oben Aussichtsturm (CHF 2) und Blick auf Alpen und See. Der Gratweg zur Felsenegg dauert 90 Minuten, zurück mit der Seilbahn nach Adliswil. Mit Zone-110-Tageskarte komplett inbegriffen.

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Schifffahrt auf dem Zürichsee

Die kleine Rundfahrt ab Bürkliplatz dauert 90 Minuten und ist in der ZVV-Tageskarte Zone 110 enthalten. Die grosse Rundfahrt nach Rapperswil kostet CHF 30 mit Halbtax und dauert vier Stunden. Von April bis Oktober mehrmals täglich.

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Kunsthaus Zürich

Grösste Kunstsammlung der Schweiz mit dem Chipperfield-Erweiterungsbau von 2021: Giacometti, Munch, Monet, die Sammlung Bührle mit ihrer umstrittenen Geschichte. Eintritt CHF 24, mittwochs Sammlung gratis. Zwei bis drei Stunden.

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Schokoladen-Erlebnis Lindt Home of Chocolate

In Kilchberg, 15 Minuten mit S-Bahn oder Schiff: der grösste Schokoladenbrunnen der Welt, Ausstellung und Degustation ohne Limit. Eintritt CHF 17, Workshops ab CHF 40. Zwei Stunden, am Wochenende vorher buchen.

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Landesmuseum Zürich

Schweizer Geschichte von der Pfahlbauzeit bis heute im Schloss neben dem Hauptbahnhof, mit dem Neubau von Christ und Gantenbein. Eintritt CHF 13, bis 16 Jahre gratis. Der beste Regentag-Plan in Zürich, zwei Stunden.

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Food-Tour durch Kreis 4 und 5

Drei Stunden mit fünf bis sechs Stationen zwischen Langstrasse und Viadukt-Markthalle, ab CHF 90 pro Person inklusive Essen. Teurer als allein, aber du lernst Lokale kennen, die du sonst übersiehst. Abends oder samstags.

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Museum Rietberg und Park

Aussereuropäische Kunst in zwei Villen im Rieterpark in der Enge, mit dem gläsernen Smaragd-Neubau. Eintritt CHF 18, der Park mit Seeblick ist gratis und einer der schönsten Plätze der Stadt. Eineinhalb Stunden.

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Tagesausflug Rheinfall

Mit der S-Bahn in einer Stunde nach Schloss Laufen am grössten Wasserfall Europas, Eintritt zur Plattform CHF 5, Bootsfahrt zum Felsen CHF 20. Ein halber Tag reicht, am schönsten im Juni bei viel Wasser.

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Essen & Trinken

Zürich isst zwinglianisch: solide, nicht übertrieben, aber in den letzten zwanzig Jahren deutlich besser geworden. Die Klassiker sind Geschnetzeltes, Rösti und Wurst vom Grill, dazu kommt eine Beizenkultur mit Holztischen und Mittagsmenüs. Teuer ist es überall, gut essen tust du in den Quartieren, nicht am See.

Zürcher Geschnetzeltes mit Rösti

Zeughauskeller am Paradeplatz oder Zunfthaus zur Waag

Kalbfleisch in Streifen, Champignons, Weisswein-Rahmsauce, dazu die goldbraune Rösti. Das Zürcher Gericht, in der Beiz CHF 38 bis 48, in den Zunfthäusern CHF 55 und mehr.

Tipp:Mittags ist es oft als Tagesteller für CHF 28 bis 32 zu haben, dieselbe Küche.

St. Galler Bratwurst vom Grill

Sternen Grill am Bellevue

Kalbsbratwurst, aussen knusprig, dazu Bürli und auf Wunsch Senf, den Ostschweizer aber ablehnen. CHF 7 bis 9 am Stand, Zürichs ehrlichstes Fast Food.

Tipp:Die goldgelbe Variante mit scharfem Senf gehört zum Sternen Grill, egal was die St. Galler sagen.

Luxemburgerli

Confiserie Sprüngli am Paradeplatz

Kleine, luftige Macarons mit Buttercreme, seit 1957 die Zürcher Süssigkeit. Acht Stück kosten rund CHF 10, die Schachtel übersteht die Zugfahrt knapp.

Tipp:Das Café im ersten Stock ist weniger voll als der Laden unten.

Tibits-Buffet

Tibits am Seefeld oder im Hauptbahnhof

Vegetarisches Buffet nach Gewicht, Zürcher Erfindung aus dem Jahr 2000, mit 40 Gerichten zwischen Curry, Salat und Dessert. 100 Gramm kosten rund CHF 4.50, ein Teller CHF 18 bis 25.

Tipp:Schwere Sachen wie Kartoffeln und Reis sparsam auf den Teller, die treiben das Gewicht.

Fondue und Raclette

Raclette Factory im Niederdorf oder Chäsalp auf dem Adlisberg

Im Winter überall, im Sommer nur in Touristenlokalen. Fondue Moitié-Moitié CHF 30 bis 38 pro Person, Raclette à discrétion CHF 35 bis 45.

Tipp:Nie mit kaltem Wasser oder Bier trinken, sondern Weisswein oder Tee, sonst liegt der Käse schwer.

Tirggel und Hüppen

Bäckereien in der Altstadt und Weihnachtsmarkt im Niederdorf

Tirggel sind dünne, harte Honigkekse mit geprägten Bildern, Hüppen gerollte Waffeln mit Schokoladenfüllung. Beides alte Zürcher Weihnachtsgebäcke, CHF 5 bis 10 pro Packung.

Tipp:Tirggel gibt es das ganze Jahr, sie sind das leichteste Mitbringsel aus Zürich.

Kebab an der Langstrasse

Langstrasse und Helvetiaplatz, Kreis 4

Zürichs Nachtessen nach Mitternacht, Dönerkebab oder Dürüm für CHF 11 bis 14, auch mit Rind oder Kalb. Teurer als in Berlin, aber die Qualität ist gut.

Tipp:Frag nach scharfer Sauce, in Zürich wird sie standardmässig zurückhaltend dosiert.

Bürli und Butterzopf

Bäckerei Kleiner oder Bäckerei Buchmann, mehrere Filialen

Das Zürcher Frühstück: ein krustiges Bürli mit Butter und Konfitüre, am Sonntag der geflochtene Butterzopf. Zopf CHF 5 bis 8, Bürli unter CHF 2.

Tipp:Ein Gipfeli mit Kaffee an der Theke kostet CHF 6 bis 7, im Café am Tisch das Doppelte.

Food-Tour buchen: Zürich

Mit Guide durch Märkte und Lokale, inklusive Kostproben.

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Geschichte & Hintergrund

Zürich beginnt als römischer Zollposten Turicum an der Stelle, wo die Limmat den See verlässt, und der Lindenhof über der Altstadt ist bis heute der Hügel, auf dem die Römer standen. Im Mittelalter wächst die Stadt um das Grossmünster und das Fraumünster, 1218 wird sie reichsfrei, 1351 tritt sie dem Bund der Eidgenossen bei. Die Zünfte übernehmen 1336 unter Rudolf Brun die Macht, und ihre Zunfthäuser am Limmatquai stehen noch. 1519 beginnt Huldrych Zwingli am Grossmünster zu predigen, und Zürich wird zur Stadt der Reformation, nüchtern, bilderarm und arbeitsam. Daraus wird im 19. Jahrhundert das Zürich von Alfred Escher: Gotthardbahn, Credit Suisse, ETH, der Hauptbahnhof von 1871 als Kathedrale des Fortschritts. Im Ersten Weltkrieg sitzt Lenin an der Spiegelgasse, ein paar Häuser weiter gründen Hugo Ball und Emmy Hennings im Cabaret Voltaire den Dadaismus. Nach 1945 wird Zürich zur Bankenstadt, die Bahnhofstrasse zur teuersten Einkaufsmeile des Landes. In den Achtzigern brennt es anders: Die Jugendunruhen um das Autonome Jugendzentrum verändern die Stadt, aus den Industriearealen in Zürich West werden ab den Neunzigern Clubs, Theater und das Viadukt mit seinen Läden. Die Langstrasse im Kreis 4 war lange Rotlichtmeile und ist heute das Ausgehquartier, in dem alles nebeneinander existiert. Mit rund 440'000 Einwohnern ist Zürich die grösste Stadt der Schweiz, und seit gut zwanzig Jahren liegt sie bei jeder Umfrage zur Lebensqualität vorne. Die Preise sind der Beweis.

Insider-Tipps

Anreise und Mobilität: Hauptbahnhof, Tageskarte, kein Auto

Zürich ist der Knoten des Schweizer Bahnnetzes, und du kommst aus jeder Ecke des Landes ohne Umsteigen hin: ab Bern in 56 Minuten, ab Basel in 53 Minuten, ab Luzern in 41 Minuten, ab Genf in 2 Stunden 40. Mit Halbtax kostet das Retourbillett ab Bern rund CHF 50, mit Sparbilletten ab CHF 20. Aus Deutschland fahren ICE ab Stuttgart (3 Stunden) und München (3 Stunden 30) direkt in den Hauptbahnhof, ab Wien der Railjet in 8 Stunden oder der Nightjet über Nacht. Ein Auto brauchst du in der Stadt nicht, und du willst es auch nicht: Parkhäuser kosten CHF 3 bis 5 pro Stunde, die Blaue Zone ist für Gäste praktisch nicht nutzbar, und der Verkehr im Kreis 1 ist seit Jahren absichtlich langsam gemacht. Kauf dir eine ZVV-Tageskarte für die Zone 110 (CHF 9.20, mit Halbtax CHF 6.60): Sie gilt für Tram, Bus, S-Bahn und die Schiffe der Zürichsee-Schifffahrt innerhalb der Stadt, inklusive Uetlibergbahn. Die Zürich Card (CHF 29 für 24 Stunden) lohnt sich nur, wenn du mindestens zwei grosse Museen besuchst. Ab dem Flughafen fährt die S-Bahn in 10 Minuten in die Stadt, das Ticket kostet CHF 7.

Unterkunft: warum Zürich so teuer ist und wo du trotzdem schläfst

Zürich ist die teuerste Hotelstadt der Schweiz, und der Grund ist nicht der Tourismus, sondern die Messen und die Banken. Ein Mittelklasse-Doppelzimmer kostet unter der Woche CHF 180 bis 280, am Wochenende oft weniger, in Messewochen (Swiss-Moto, Giardina) und an der Street Parade das Doppelte. Rechne nicht mit Frühstück, das kostet separat CHF 20 bis 35. Die ehrlichen Alternativen: Die Budget-Ketten in Zürich West und Oerlikon (Ibis, 25hours, Motel One, a&o) liegen 10 bis 15 Minuten mit dem Tram vom Zentrum und kosten die Hälfte des Niederdorfs. Die Jugendherberge in Wollishofen hat Doppelzimmer ab CHF 130 inklusive Frühstück und liegt eine Tramfahrt vom See. In der Altstadt zahlst du für die Lage, nicht für die Zimmergrösse: Die meisten Häuser im Niederdorf sind alt, eng und laut, das Nachtleben läuft bis 2 Uhr. Für ein ruhiges Wochenende ist Seefeld (Kreis 8) der beste Kompromiss: zu Fuss am See, drei Tramstationen vom Bellevue, mit Beizen und Bäckereien, in denen Zürcher leben und nicht nur Touristen. Buch drei bis vier Wochen im Voraus und schau auf den Veranstaltungskalender: Ein Kongress macht aus CHF 180 schnell CHF 350.

Kostenfallen und Spartricks: Essen, Trinken, Museen

Das Mittagessen ist die grösste Falle. Ein Teller im Restaurant kostet in Zürich CHF 25 bis 35, ein Bier CHF 7 bis 9, ein Cappuccino CHF 5.50. Die Spartricks der Zürcher: Mittagsmenüs in den Quartierbeizen für CHF 20 bis 25 inklusive Suppe oder Salat, die Markthalle im Viadukt und der Bürkliplatz-Markt am Dienstag und Freitag für Käse, Brot und Früchte, die Coop- und Migros-Restaurants, wo ein warmes Menü CHF 13 bis 17 kostet und niemand schief schaut. Abends bist du im Kreis 4 an der Langstrasse besser bedient als im Niederdorf: Thai, Eritreisch, Türkisch und Italienisch für CHF 18 bis 28 pro Hauptgang. Wasser aus dem Hahn ist überall trinkbar, Zürich hat 1'200 Brunnen, also keine Flaschen kaufen. Bei den Museen lohnt sich das Timing: Das Kunsthaus kostet CHF 24, ist aber mittwochs für die Sammlung gratis, das Landesmuseum CHF 13, das Rietberg CHF 18 mit gratis Park. Die Bahnhofstrasse ist zum Schauen da, nicht zum Kaufen: Dieselbe Schokolade von Sprüngli kostet im Laden am Paradeplatz gleich viel wie am Flughafen, aber das Confiserie-Café im ersten Stock ist ein ehrliches Erlebnis für CHF 15.

Badi-Kultur: Zürichs eigentliche Attraktion im Sommer

Von Mai bis September verlagert sich Zürich ins Wasser, und wer das nicht mitmacht, hat die Stadt nicht gesehen. Die Flussbäder an der Limmat sind aus Holz, 100 Jahre alt und kosten CHF 8 Eintritt: die Frauenbadi am Stadthausquai (nur Frauen, abends als Barfussbar für alle), die Männerbadi Schanzengraben (nur Männer, abends Rimini-Bar), die Badi Unterer Letten, in der du dich gratis in die Strömung legst und 400 Meter flussabwärts wieder hinauskletterst. Am See sind die Seebäder Utoquai und Enge die Klassiker, Mythenquai und Tiefenbrunnen die grossen Wiesen mit Blick auf die Alpen. Gratis badest du an der Werdinsel, am Oberen Letten und an jeder Stelle des Seeufers zwischen Tiefenbrunnen und Zürichhorn, wo die Zürcher nach Feierabend mit Bier und Grill sitzen. Die Regeln: Keine Glasflaschen am Letten, Badetücher reservieren keine Liegeplätze, und die Limmat hat Strömung, also nur Schwimmer. Die Wassertemperatur liegt im Juli bei 22 bis 24 Grad. Im Winter werden drei Flussbäder zu Saunas mit Fluss-Tauchbecken, das kostet CHF 30 bis 40 und ist eine der besten Zürcher Erfahrungen überhaupt.

Kreis 4 und 5: wo Zürich lebt

Die Altstadt ist am Tag schön und am Abend eine Touristenkulisse. Das echte Zürich beginnt westlich des Hauptbahnhofs. Der Kreis 4 rund um die Langstrasse ist laut, bunt und dicht: Bars, Clubs, Kebab, Kinos, der Helvetiaplatz mit seinem Markt, die Bäckeranlage als Quartierpark, die Zwinglikirche. Am Wochenende sind hier mehr Menschen auf der Strasse als am Paradeplatz, und niemand trägt Anzug. Der Kreis 5, Zürich West, war bis in die Neunziger Industrie und ist heute das Quartier mit dem Viadukt (Läden und Markthalle unter den Bahnbögen), dem Schiffbau mit Theater und Jazzclub Moods, dem Prime Tower als höchstem Haus der Stadt (Restaurant Clouds im 35. Stock, Kaffee für CHF 6 mit der besten Aussicht in Zürich), der Frau Gerolds Garten als Sommerbar aus Containern und dem Freitag-Tower aus gestapelten Schiffscontainern. Zwischen beiden liegt die Josefwiese, der Quartierpark mit Kiosk und Boulebahn. Ein guter Abend: Apéro in der Frau Gerolds Garten, Essen an der Langstrasse, danach ein Bier in der Bar Olé-Olé oder im Longstreet. Die Langstrasse ist nach Mitternacht roh, aber nicht gefährlich, und die Tramlinie 8 fährt bis spät.

Timing, Uetliberg und Ausflüge

Die beste Zeit für Zürich ist Juni bis September wegen der Badis und Mai oder Oktober wegen der Preise. Im Juli ist die Stadt voll (Züri Fäscht alle drei Jahre, Street Parade im August mit einer Million Menschen), im Dezember lohnt sich das für die Weihnachtsmärkte am Hauptbahnhof und im Niederdorf. Januar und Februar sind grau, oft liegt Hochnebel, und genau dann fährst du auf den Uetliberg: Die S10 bringt dich ab Hauptbahnhof in 20 Minuten auf 870 Meter (in der Tageskarte Zone 110 inbegriffen), und wenn unten Nebel liegt, stehst du oben in der Sonne mit Blick auf die ganze Alpenkette. Der Gratweg zur Felsenegg dauert 90 Minuten, von dort fährt die Seilbahn nach Adliswil hinunter (CHF 9, auch in der Tageskarte). Die Schifffahrt ist der zweite Pflichtausflug: Eine kleine Rundfahrt dauert 90 Minuten und ist mit der Zone-110-Karte gratis, die grosse Rundfahrt nach Rapperswil kostet CHF 30 mit Halbtax und dauert vier Stunden. Für den Rheinfall rechnest du mit einer Stunde S-Bahn, für Luzern mit 41 Minuten, für die Rigi mit zwei Stunden bis zur Zahnradbahn. Alles Tagesausflüge, für die du kein Hotel wechseln musst.

Häufige Fragen zu Zürich

Wie komme ich nach Zürich, und brauche ich ein Auto?

Mit der Bahn: Zürich ist der Hauptknoten der SBB, ab Bern 56 Minuten, ab Basel 53 Minuten, ab Luzern 41 Minuten, ab Genf 2 Stunden 40. Retour mit Halbtax ab Bern rund CHF 50, Sparbillette ab CHF 20. Aus Deutschland fahren ICE direkt ab Stuttgart und München. Ein Auto ist in der Stadt ein Nachteil: Parkhäuser kosten CHF 3 bis 5 pro Stunde, Tram und S-Bahn fahren alle paar Minuten.

Was kostet ein Wochenende in Zürich?

Für zwei Personen und zwei Nächte rechnest du ehrlich mit CHF 400 bis 560 für ein Mittelklasse-Hotel, CHF 60 pro Person und Tag fürs Essen, wenn du mittags günstig isst, und CHF 14 pro Tag für die Tageskarte. Das sind rund CHF 700 bis 900 ohne Anreise und Museen. Mit Hostel, Markt und Badi geht es für die Hälfte.

Wann ist die beste Reisezeit für Zürich?

Juni bis September, wenn die Badis offen sind und der See warm ist, mit Juli als vollstem und teuerstem Monat. Mai und Oktober sind günstiger und ruhiger. Im Dezember locken die Weihnachtsmärkte, im Januar und Februar liegt oft Hochnebel über der Stadt, dann rettet dich der Uetliberg über der Nebeldecke.

Lohnt sich die Zürich Card?

Nur, wenn du an einem Tag mindestens zwei grosse Museen besuchst. Die Karte kostet CHF 29 für 24 Stunden und enthält ÖV, Schiff und viele Museen. Wer vor allem spazieren, baden und essen will, fährt mit der ZVV-Tageskarte Zone 110 für CHF 9.20 (Halbtax CHF 6.60) besser, denn auch sie gilt auf den Schiffen in der Stadt und auf der Uetlibergbahn.

Wo sollte man in Zürich wohnen?

Für ein Wochenende: Seefeld (Kreis 8) für See und Ruhe, Kreis 4 oder 5 für Nachtleben und günstigere Preise, Niederdorf nur, wenn du Lärm aushältst und die Lage willst. Oerlikon und Zürich West sind 10 bis 15 Minuten mit dem Tram vom Zentrum und deutlich günstiger. Für Messewochen weichst du besser nach Winterthur oder Baden aus, beide 15 bis 25 Minuten mit der Bahn.

Kann man im Zürichsee und in der Limmat wirklich schwimmen?

Ja, beide haben Trinkwasserqualität und sind im Sommer 20 bis 24 Grad warm. Die Flussbäder an der Limmat kosten CHF 8, der Obere und der Untere Letten sind gratis, das Seeufer ab Zürichhorn bis Tiefenbrunnen auch. Die Limmat hat Strömung, also nur für sichere Schwimmer und nicht nach starkem Regen. Die Saison dauert von Mitte Mai bis Mitte September.

Routen mit diesem Ziel

Aktivitäten in der Region

Veranstaltungen

Apr 19

Sechseläuten Zürich

Fest

19. April 2027 Dritter Montag im April; 2027: 19. April, Böögg-Verbrennung um 18 Uhr

Das Zürcher Frühlingsfest der Zünfte: Am Sonntag ziehen die Kinder im Umzug durch die Stadt, am Montagnachmittag die 26 Zünfte in historischen Kostümen, mit Pferden und Musik, vom Bahnhof zum Sechseläutenplatz am See. Um 18 Uhr wird dort der Böögg angezündet, ein Schneemann aus Watte mit Böllern im Kopf, während die Zünfter zu Pferd um den Scheiterhaufen reiten. Je schneller der Kopf explodiert, desto schöner soll der Sommer werden, meist dauert es zwischen 10 und 40 Minuten. Der Zuschauerplatz ist frei, aber ab 16 Uhr dicht gedrängt, bessere Sicht hast du von den Tribünen (Karten ab rund CHF 40, früh ausverkauft) oder vom Utoquai aus. Der Montagnachmittag ist in der Stadt Zürich ein halber Feiertag, viele Läden schliessen um 12 Uhr, Trams fahren um die Innenstadt herum.

Für Reisende: Die Zünfte feiern anschliessend in ihren Zunfthäusern und ziehen ab 20 Uhr gegenseitig zu Besuch, das ist mit Fackeln und Musik der stimmungsvollere Teil für Zaungäste; fällt der dritte Montag auf Ostermontag, findet das Fest eine Woche später statt.

Aug 14

Street Parade Zürich

Fest

14. August 2027 Zweiter Samstag im August; 2027: 14. August, 13 bis 24 Uhr

Die grösste Technoparade der Welt: Rund 30 Love Mobiles mit DJs und Soundanlagen fahren von 13 Uhr an langsam um das Zürcher Seebecken, dazu Bühnen am Bürkliplatz, Bellevue und Utoquai, bis zu einer Million Menschen in Glitzer, Netz und sehr wenig Stoff. Der Eintritt ist frei, das Motto ist Toleranz, und die Stimmung ist bis zum Abend friedlich und bunt, danach wird sie alkoholisiert, die Afterpartys in den Clubs dauern bis Sonntagmittag. Die Innenstadt ist ab Mittag gesperrt, Trams fahren nicht ums Seebecken, der Hauptbahnhof ist am Abend überlaufen, die SBB setzt Extrazüge ein. Hotels in Zürich sind an diesem Wochenende ausgebucht und deutlich teurer. Wer kein Techno mag, verbringt den Tag besser am Üetliberg oder auf dem Schiff, der Bass ist bis Wollishofen zu hören.

Für Reisende: Ohrstöpsel, Sonnenschutz und Wasser mitnehmen, Taschen werden kontrolliert und Glas ist verboten; am Sonntagmorgen ist das Seebecken eine Müllhalde, das Baden lohnt erst ab Montag wieder.

Sep 23

Zurich Film Festival (ZFF)

Kultur

23. September 2027 Ende September bis Anfang Oktober, elf Tage; 2027 voraussichtlich 23. September bis 3. Oktober

Das grösste Filmfestival der Deutschschweiz zeigt in elf Tagen rund 150 Filme, viele davon als Europa- oder Weltpremiere, mit Hollywood-Gästen auf dem grünen Teppich vor dem Opernhaus und Nachwuchswettbewerben für Spiel- und Dokumentarfilm. Gespielt wird im Festivalzentrum am Sechseläutenplatz und in den Kinos rund um Bellevue und Stauffacher, die Karten kosten rund CHF 20 bis 25, Galapremieren mehr, der Vorverkauf startet rund zwei Wochen vor Festivalbeginn und die Premieren sind rasch weg, Zweitvorstellungen nicht. Die Stimmung ist professioneller und weniger volksnah als in Locarno, dafür ist das ZFF ohne grossen Aufwand in einen Zürich-Besuch einzubauen. Hotels in Zürich sind Ende September ohnehin teuer, das Festival ändert daran wenig.

Für Reisende: Das Programm steht etwa drei Wochen vorher online; die Dokumentarfilm-Reihe und die Masterclasses mit Regisseuren sind oft die lohnenderen und leichter erhältlichen Karten.

Nov 19

Zürcher Weihnachtsmärkte und Montreux Noël

Fest

19. November 2026 Ende November bis 23./24. Dezember; 2026 voraussichtlich ab 19. November, 2027 ab 18. November

Zürich hat gleich mehrere Weihnachtsmärkte: den Christkindlimarkt in der Halle des Hauptbahnhofs mit dem Swarovski-Baum, das Wienachtsdorf auf dem Sechseläutenplatz mit Fondue-Chalets und Eisfeld, den kleinen Markt im Niederdorf, das Lichterschwimmen auf der Limmat und den Singing Christmas Tree am Werdmühleplatz, bei dem Chöre auf einer Baum-Tribüne singen. Glühwein kostet CHF 6 bis 8, Raclette oder Fondue in den Chalets CHF 25 bis 40, Geschenke sind Zürcher Preisniveau. Montreux Noël am Genfersee ist der grösste Weihnachtsmarkt der Romandie: 170 Chalets auf der Seepromenade, ein fliegender Weihnachtsmann über dem Markt, das Weihnachtsdorf im Schloss Chillon und ein Markt auf dem Rochers-de-Naye mit Zahnradbahnfahrt, alles vor Alpenkulisse und meist milder als in der Deutschschweiz. An Adventwochenenden sind beide Orte voll, Montreux-Hotels verlangen dann Aufpreise, unter der Woche ist es entspannt.

Für Reisende: In Zürich ist der Christkindlimarkt im HB ideal für Zwischenhalte mit Gepäck, der Sechseläutenplatz stimmungsvoller; nach Montreux fährst du am besten unter der Woche mit dem Zug und kombinierst den Markt mit Schloss Chillon.

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