Luzern Youth Hostel
Jugendherberge am Rotsee mit Doppelzimmern und Familienzimmern, Frühstück inklusive, Bus 18 in zehn Minuten zum Bahnhof. Modern und ruhig, Badeplatz am See vor der Tür. Für Familien und Sparsame die beste Rechnung in Luzern.
Schweiz · Zürich, Basel & Luzern · Reiseguide
Was drei Tage in Luzern mit einem Berg und einem Schiff wirklich kosten, warum du Pilatus, Rigi und Titlis nicht alle brauchst und wie du mit Halbtax und Saver Day Pass die Bergbahnen halbierst.
Foto: ILOVESwitzerland / Pexels
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Schätzwerte zur Orientierung, keine Buchungspreise. Anreise heisst hier Bahn oder Auto ab der Schweiz, hin und zurück pro Person. Hotels schwanken saisonal stark, aktuelle Preise findest du über die Links weiter unten.
Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Schweizer Franken (CHF). Karten und Twint funktionieren praktisch überall, auch auf der Alp. Viele Läden nehmen Euro an, geben aber Franken zurück, zu einem schlechten Kurs. Trinkgeld ist im Preis inbegriffen, Aufrunden ist üblich. Anreise: Anreise mit Bahn (SBB) oder Auto, ab Zürich 1 bis 4 Stunden.
Neun Optionen in drei Preisklassen – jeweils die Häuser mit den besten Bewertungen auf Booking.com.
Budget
Jugendherberge am Rotsee mit Doppelzimmern und Familienzimmern, Frühstück inklusive, Bus 18 in zehn Minuten zum Bahnhof. Modern und ruhig, Badeplatz am See vor der Tür. Für Familien und Sparsame die beste Rechnung in Luzern.
Budget-Kette an der Autobahn in Kriens, mit Bus in zehn Minuten im Zentrum und zu Fuss zur Pilatus-Gondel. Kleine, saubere Zimmer ohne Extras. Für den Bergtag und für alle, die nur schlafen und sparen wollen.
Kleines Hostel am Seeufer in Tribschen, 15 Minuten zu Fuss vom Bahnhof, mit Doppelzimmern, Gemeinschaftsküche und Badeplatz vor dem Haus. Einfach und freundlich, Ruhe statt Altstadt. Für Solo-Reisende und Paare mit kleinem Budget.
Mittelklasse
Direkt an der Reuss mit Blick auf die Kapellbrücke, mittendrin in der Altstadt. Zimmer klassisch und nicht gross, die zum Fluss sind die richtigen, das Restaurant hat eine Terrasse am Wasser. Für alle, die die Postkarte vom Fenster aus wollen.
Grosses Stadthotel der Ameron-Gruppe zwischen Bahnhof und Altstadt, fünf Minuten zu beidem. Moderne Zimmer, gutes Frühstück, ohne Seeblick, dafür fair im Preis. Für Städtereisende, die Lage und Standard wollen.
Traditionshaus gegenüber dem Bahnhof, mit grossen, hellen Zimmern, Restaurant und Garten. Für Bergtage ideal, weil Zug und Schiff in zwei Minuten erreichbar sind. Für Familien und alle, die früh zur Zahnradbahn wollen.
Luxus
Seit 1845 in Familienbesitz, am Quai mit Blick auf See und Pilatus, jedes Zimmer einer Persönlichkeit gewidmet, die hier logierte, von Wagner bis Tolstoi. Grosszügig, persönlich, zentral. Für das klassische Luzern-Erlebnis.
Das Belle-Epoque-Palace von 1906 am Seeufer, 2022 von Mandarin Oriental neu eröffnet, mit Spa, drei Restaurants und Zimmern mit Seeblick. Zehn Minuten zu Fuss zur Altstadt. Für Luxus mit Geschichte und dem Blick, für den man nach Luzern kommt.
Resort auf dem Felsrücken 500 Meter über dem See, mit Infinity-Pool am Abgrund, mehreren Restaurants und eigener Standseilbahn ab Schiffstation Kehrsiten. 30 Minuten ab Luzern mit Schiff und Bahn. Für den grossen Blick ohne Stadt.
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Schiff nach Alpnachstad, steilste Zahnradbahn der Welt hinauf, Gondel nach Kriens hinunter, Bus zurück. CHF 120 ohne, rund CHF 70 mit Halbtax, ein voller Tag. Nur von Mai bis November, vorher Webcam prüfen.
Schiff nach Vitznau, Zahnradbahn von 1871 auf die Rigi Kulm, Wanderung und zurück über Arth-Goldau oder mit der Seilbahn nach Weggis. CHF 40 bis 45 mit Halbtax, mit Saver Day Pass gratis. Ganzer Tag, auch im Winter.
Bahn nach Engelberg, dann in drei Sektionen auf 3'020 Meter mit Gletscher, Hängebrücke und Schnee das ganze Jahr. Rotair CHF 96 retour, mit Halbtax die Hälfte, plus Bahn ab Luzern. Voller Tag, im Sommer sehr voll.
Einstündige Rundfahrt ab Bahnhofquai für CHF 15 mit Halbtax oder der ganze Tag bis Flüelen durch den Urnersee für CHF 35 retour. Fünf historische Dampfschiffe im Sommer, Fahrplan zeigt, welcher Kurs mit Dampf fährt.
Kapellbrücke, Spreuerbrücke mit Totentanz, Jesuitenkirche, Weinmarkt und der Aufstieg auf die Museggmauer mit vier begehbaren Türmen, alles gratis. Geführte Tour ab CHF 25, zwei Stunden, vor 9 Uhr oder nach 17 Uhr.
Das meistbesuchte Museum des Landes am Seeufer: Lokomotiven, Flugzeuge, Raumfahrt, Planetarium und Filmtheater. Eintritt CHF 35, Kinder CHF 15, mit Gästekarte Rabatt. Halber bis ganzer Tag, mit Bus 6 oder Schiff.
Der sterbende Löwe im Fels ist gratis und ab 10 Uhr von Gruppen umstellt, früh hingehen. Der Gletschergarten daneben (CHF 22) mit Gletschertöpfen, Felsenweg und Spiegellabyrinth ist das unterschätzte Museum der Stadt, eineinhalb Stunden.
Schiff nach Kehrsiten, Standseilbahn auf den Bürgenstock, Felsenweg zum höchsten Aussenlift Europas (CHF 15 retour) mit Blick über den ganzen See. Halber Tag, mit Halbtax rund CHF 30 für Schiff und Bahn.
Der Konzertsaal von Jean Nouvel gilt als einer der besten der Welt. Lucerne Festival im August ab CHF 30 für Kurzkonzerte, Sinfoniekonzerte das ganze Jahr ab CHF 40. Zwei Stunden, vorher Apéro auf der Seeterrasse.
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Luzern isst innerschweizerisch: Pastete, Käse, Fisch aus dem See und Kirsch aus dem Zugerland. Die Altstadt ist voller Lokale für Reisegruppen, die guten Beizen liegen am Mühlenplatz, in der Neustadt und am Seeufer gegenüber. Teuer wie überall in der Schweiz, aber mit ehrlicher Küche, wenn du die richtige Gasse nimmst.
Blätterteigpastete, gefüllt mit Kalbfleischbällchen, Brätkügeli, Champignons und Rosinen in Rahmsauce, das Luzerner Nationalgericht. CHF 32 bis 42 im Lokal, mittags als Teller günstiger.
Tipp:Im Galliker seit 1856 nach dem gleichen Rezept, reservieren, sonntags geschlossen.
Kleine Barschfilets, in Butter gebraten, mit Salzkartoffeln und Tartarsauce. Aus dem Vierwaldstättersee, wenn die Fischer liefern, sonst importiert, frag nach. CHF 36 bis 48.
Tipp:Wer «Egli aus dem See» auf der Karte liest, soll nach der Herkunft fragen, die ehrlichen Lokale sagen es.
Makkaroni mit Kartoffeln, Käse, Rahm und Röstzwiebeln, dazu Apfelmus, das Essen der Sennen. CHF 22 bis 28 im Tal, auf dem Pilatus und der Rigi CHF 28 bis 32.
Tipp:Das Apfelmus gehört dazu, auch wenn es seltsam klingt, Luzerner mischen es unter.
Weicher, dunkler Birnenhonig-Lebkuchen, oft mit einem Gesicht aus Zucker, der Klassiker zur Fasnacht und zu Weihnachten. CHF 6 bis 12 pro Stück oder Packung.
Tipp:Heini hat seit 1957 das Café am Falkenplatz, mit Blick auf die Museggmauer und den Löwendenkmal-Besucherstrom.
Biskuit, Japonais-Böden und Buttercreme, getränkt mit Kirsch aus dem Zugerland, 1915 in Zug erfunden und in Luzern in jedem Café. Ein Stück CHF 6 bis 8.
Tipp:Sie ist deutlich alkoholhaltig, für Kinder nicht die richtige Wahl.
Der harte, würzige Innerschweizer Käse, älter als Parmesan, in Möckli gebrochen zum Apéro oder gehobelt zur Pastete. Am Markt CHF 4 bis 6 pro 100 Gramm.
Tipp:Ein Stück Sbrinz ist vakuumiert das beste Mitbringsel, es hält monatelang.
Kalbsbratwurst vom Grill am Samstagsmarkt oder am Wurststand am Bahnhof, dazu Bürli und Senf. CHF 7 bis 9, das günstigste Mittagessen der Stadt.
Tipp:Am Markt gibt es auch Raclette im Winter und Zopf, ein Frühstück für CHF 10 bis 12.
Mit Guide durch Märkte und Lokale, inklusive Kostproben.
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Luzern entsteht um 750 als Kloster St. Leodegar im Hof, am Punkt, wo die Reuss den Vierwaldstättersee verlässt. Der Ort bleibt unbedeutend, bis um 1230 der Gotthardpass begehbar wird und Luzern plötzlich an der wichtigsten Nord-Süd-Route Europas liegt. 1332 tritt die Stadt als erste Stadt dem Bund von Uri, Schwyz und Unterwalden bei, und der See heisst seither nach den vier Waldstätten. Die Kapellbrücke wird um 1365 als Teil der Stadtbefestigung gebaut, der Wasserturm steht schon vorher, die Museggmauer mit ihren neun Türmen folgt um 1400. Luzern bleibt katholisch, als Zürich und Bern reformiert werden, wird Sitz des päpstlichen Nuntius und Zentrum der katholischen Orte. Das Löwendenkmal von 1821 erinnert an die Schweizergardisten, die 1792 in den Tuilerien für den französischen König starben, Mark Twain nannte es das traurigste Stück Stein der Welt. Mit der Dampfschifffahrt ab 1837 und der Gotthardbahn ab 1882 wird Luzern zur Touristenstadt, die Belle-Epoque-Hotels am Quai entstehen, Königin Victoria verbringt 1868 einen Sommer hier, und 1889 fährt die steilste Zahnradbahn der Welt auf den Pilatus. Richard Wagner komponiert in Tribschen die Meistersinger. Im Zweiten Weltkrieg bleibt Luzern verschont, 1993 brennt die Kapellbrücke bis auf die Fundamente ab und wird in acht Monaten wieder aufgebaut, die meisten der Giebelbilder sind seither verloren. Das KKL von Jean Nouvel macht die Stadt ab 1998 zur Konzertstadt. Heute hat Luzern 85'000 Einwohner und an schönen Sommertagen gefühlt ebenso viele Gäste.
Luzern liegt mitten im Land: ab Zürich in 41 Minuten, ab Bern in einer Stunde, ab Basel in einer Stunde, ab dem Flughafen Zürich in 70 Minuten mit einmal Umsteigen. Retour mit Halbtax kostet ab Zürich rund CHF 26, ab Bern CHF 40. Aus Deutschland kommst du über Basel, aus Österreich über Zürich oder mit dem Voralpen-Express über St. Gallen, der die schönere, langsamere Variante ist. Der Bahnhof steht direkt am See neben dem KKL, die Schiffsanleger sind 50 Meter entfernt, die Altstadt beginnt hinter der Seebrücke. Alles Wichtige liegt in 15 Gehminuten. Ein Auto ist in der Stadt nutzlos und teuer (Parkhaus CHF 3 bis 4 pro Stunde), für die Berge brauchst du es nicht, weil Zahnradbahnen, Schiffe und Busse ab Bahnhof fahren. Der Vierwaldstättersee ist Teil des Schweizer ÖV-Netzes: Die Schiffe der SGV sind mit Halbtax 50 Prozent günstiger, mit GA, Swiss Travel Pass oder Saver Day Pass gratis. Die Gästekarte vom Hotel gibt dir den Stadtbus gratis und kleine Rabatte. Der Saver Day Pass (ab CHF 52 mit Halbtax, früh buchen) ist der Trick für einen Bergtag: Er deckt Bahn, Schiff und viele Bergbahnen wie die Rigi komplett ab.
Luzern ist nach Zürich und Zermatt eine der teuersten Hotelstädte der Schweiz, und der Sommer macht es schlimmer: Ein Mittelklasse-Doppelzimmer kostet im Mai CHF 170, im Juli und August CHF 250 bis 300, die Häuser am Quai ab CHF 400. Der Grund sind die Gruppenreisen aus Asien und den USA, die Luzern als Pflichtstation haben. Die ehrlichen Alternativen: In der Altstadt wohnst du mittendrin und hörst bis Mitternacht die Reuss und die Gäste, die kleinen Häuser dort haben oft keinen Lift. Das Quartier hinter dem Bahnhof (Neustadt, Tribschen) ist 10 Minuten zu Fuss entfernt, deutlich günstiger und mit guten Quartierbeizen. Die Jugendherberge am Rotsee liegt etwas draussen, hat aber Doppelzimmer ab CHF 120 mit Frühstück und Busanschluss. Die Budget-Ketten (Ibis, Ibis budget) sitzen in Kriens an der Autobahn, zehn Busminuten von der Stadt, für CHF 100 bis 130. Und dann die beste Alternative: Weggis oder Vitznau am Seeufer gegenüber, 30 bis 50 Minuten mit dem Schiff, mit Hotels direkt am Wasser, Blick auf den Pilatus und Rigi-Bahn vor der Tür, oft für weniger als in der Stadt. Buch im Sommer sechs bis acht Wochen voraus, im Winter reicht eine Woche.
Du brauchst nicht alle drei, und keiner ist billig. Der Pilatus (2'132 Meter) ist der Hausberg direkt über der Stadt: Die Goldene Rundfahrt kombiniert Schiff nach Alpnachstad, die steilste Zahnradbahn der Welt (48 Prozent) hinauf, Luftseilbahn und Gondel nach Kriens hinunter und Bus zurück, CHF 120 ohne, rund CHF 70 mit Halbtax, ein voller Tag. Die Zahnradbahn fährt nur von Mai bis November. Die Rigi (1'798 Meter) ist die «Königin der Berge», sanfter, mit Wiesen, Wanderwegen und Blick auf 13 Seen: Schiff nach Vitznau, Zahnradbahn hinauf, hinunter nach Arth-Goldau oder mit der Seilbahn nach Weggis, CHF 80 bis 90 ohne, CHF 40 bis 45 mit Halbtax, und mit dem Saver Day Pass ist die Rigi gratis, weil sie zum ÖV gehört. Das ist die beste Rechnung. Der Titlis (3'020 Meter) in Engelberg ist der einzige mit Gletscher und Schnee das ganze Jahr, die Rotair-Drehgondel kostet CHF 96 retour ab Engelberg, dazu CHF 20 Bahn ab Luzern mit Halbtax, ein voller Tag. Oben sind Hängebrücke, Gletschergrotte und viele Gruppen. Unsere ehrliche Empfehlung: Rigi für Wanderer und Sparer, Pilatus für den Nervenkitzel der Bahn, Titlis nur, wenn du Schnee im Sommer sehen willst. Bei Nebel in der Stadt vorher die Webcams anschauen, oft liegt der Berg über der Wolkendecke.
Die Bergbahnen sind die grösste Position: Ohne Halbtax zahlst du für Pilatus plus Titlis an zwei Tagen CHF 250 pro Person. Hol dir deshalb vor der Reise ein Halbtax (CHF 190 im ersten Jahr, lohnt sich ab zwei Schweizer Reisen) oder für ausländische Gäste den Swiss Half Fare Card für einen Monat (CHF 120). Die Rigi ist mit Saver Day Pass gratis, die Pilatus-Bahn gibt 50 Prozent, der Titlis gibt ebenfalls 50 Prozent auf die Bahn. Online-Tickets sind manchmal günstiger als am Schalter, und das Pilatus-Frühaufsteher-Ticket vor 9 Uhr spart noch einmal. Zweite Falle: Die Restaurants an der Kapellbrücke und am Schwanenplatz mit Menüs in sechs Sprachen, wo das Schnitzel CHF 42 kostet. Zwei Gassen weiter, am Mühlenplatz oder hinter dem Rathaus, isst du für CHF 25 bis 30. Die Souvenirläden am Schwanenplatz leben von Uhren für Reisegruppen, Kommission inklusive; wenn du eine Schweizer Uhr willst, kauf sie bei Bucherer oder Gübelin, aber nicht, weil der Guide dich hinführt. Dritte Falle: Die KKL-Konzerte des Lucerne Festival im August kosten CHF 80 bis 320, aber es gibt Stehplätze und 40-Minuten-Konzerte für CHF 20 bis 30, und die Akustik ist dieselbe.
Luzern hat von Juni bis September Hochsaison mit vollen Hotels und Reisegruppen, die zwischen 10 und 16 Uhr die Altstadt und das Löwendenkmal füllen. Dein Tagesrhythmus dagegen: Kapellbrücke und Altstadt vor 9 Uhr oder nach 18 Uhr, tagsüber auf dem Berg oder dem Schiff. Die beste Zeit sind Mai, Juni und September: Bergbahnen fahren, Wetter ist stabil, Preise liegen 20 bis 30 Prozent unter August. Im Oktober kommt Altweibersommer mit Nebel im Tal und Sonne auf der Rigi. Von November bis März ist die Stadt leer, die Pilatus-Zahnradbahn steht still (die Gondel ab Kriens fährt), die Schiffe fahren im reduzierten Fahrplan, dafür kostet das Hotel die Hälfte. Die Luzerner Fasnacht im Februar oder März ist die grösste der Schweiz, lauter und wilder als Basel: Am Schmutzigen Donnerstag um 5 Uhr beginnt der Urknall am Kapellplatz, danach ziehen Guggenmusiken fünf Tage durch die Stadt. Hotels sind dann voll und teuer. Das Lucerne Festival im August bringt die besten Orchester der Welt ins KKL, Ende November ist der Weihnachtsmarkt am Franziskanerplatz. An Weihnachten und Neujahr sind die Preise wieder auf Sommerniveau.
Die Museggmauer ist gratis und fast leer: Vier der neun Türme sind von April bis Oktober begehbar, der Zytturm hat die älteste Stadtuhr Luzerns, die eine Minute vor allen anderen schlägt, und von oben siehst du über die Dächer auf See und Pilatus. Der Gletschergarten neben dem Löwendenkmal (CHF 22) klingt nach Touristenfalle und ist ein ehrlich gutes Museum mit Gletschertöpfen aus der Eiszeit, dem neuen Felsenweg im Berg und dem Spiegellabyrinth von 1896. Das Verkehrshaus der Schweiz (CHF 35, mit Gästekarte Rabatt) am Seeufer ist das meistbesuchte Museum des Landes, mit Lokomotiven, Flugzeugen, Planetarium und einem halben Tag Programm für Familien. Für den Nachmittag: Mit dem Schiff nach Kehrsiten und mit der Standseilbahn auf den Bürgenstock, dem Felsrücken über dem See, wo das Resort steht, das du nicht buchen musst, um den Felsenweg zum Hammetschwand-Lift (CHF 15 retour) zu gehen, dem höchsten Aussenlift Europas. Der Spaziergang Weg der Schweiz rund um den Urnersee und die Schifffahrt bis Flüelen durch den fjordartigen Teil des Sees mit dem Rütli sind der schönste ganze Tag auf dem Wasser: ab Luzern drei Stunden einfach, mit Halbtax CHF 35 retour, am Nachmittag zurück mit der Bahn über Arth-Goldau in 50 Minuten.
Mit der Bahn ab Zürich in 41 Minuten (Retour mit Halbtax CHF 26), ab Bern und Basel in einer Stunde, ab dem Flughafen Zürich in 70 Minuten. Aus Deutschland über Basel, aus Österreich über Zürich. Der Bahnhof liegt am See neben den Schiffsanlegern. Ein Auto brauchst du nicht: Zahnradbahnen, Schiffe und Busse auf Pilatus, Rigi und Titlis fahren ab Bahnhof, Parkhäuser kosten CHF 3 bis 4 pro Stunde.
Mit Halbtax: Pilatus Goldene Rundfahrt rund CHF 70, Rigi mit Schiff und Zahnradbahn CHF 40 bis 45, Titlis mit Bahn nach Engelberg und Rotair rund CHF 115. Ohne Halbtax das Doppelte. Mit dem Saver Day Pass (ab CHF 52 mit Halbtax, früh buchen) ist die Rigi komplett inbegriffen, das ist die günstigste Rechnung. Dazu kommen CHF 25 bis 35 fürs Essen oben.
Mai, Juni und September: Bergbahnen und Schiffe fahren voll, das Wetter ist stabil, Hotels sind 20 bis 30 Prozent günstiger als im Juli und August, wenn die Gruppenreisen die Stadt füllen. Oktober bringt Nebel im Tal und Sonne auf den Bergen. Von November bis März ist die Pilatus-Zahnradbahn geschlossen, dafür sind die Hotels halb so teuer. Die Fasnacht im Februar oder März ist laut und speziell.
Zwei volle Tage für Altstadt, Kapellbrücke, Museggmauer, eine Schifffahrt und einen Berg. Drei Tage, wenn du zwei Berge oder das Verkehrshaus willst. Luzern ist eine gute Basis für vier bis fünf Tage Zentralschweiz mit Engelberg, Bürgenstock, dem Urnersee und dem Rütli, alles in ein bis zwei Stunden mit Schiff und Bahn erreichbar.
Ja, mehr als jedes Museum. Die Schiffe der SGV gehören zum ÖV: Halbtax halbiert den Preis, GA, Swiss Travel Pass und Saver Day Pass gelten voll. Eine Rundfahrt von einer Stunde kostet mit Halbtax CHF 15, die Fahrt bis Flüelen durch den Urnersee CHF 35 retour. Fünf Dampfschiffe aus den Jahren 1901 bis 1928 fahren im Sommer regulär, der Fahrplan zeigt, welcher Kurs mit Dampf fährt.
Zwischen 10 und 16 Uhr in der Altstadt, am Löwendenkmal und am Schwanenplatz ja, dort stehen dann die Cars. Vor 9 Uhr und nach 18 Uhr hast du die Kapellbrücke fast für dich, und auf dem Schiff, der Museggmauer oder in den Quartieren hinter dem Bahnhof merkst du wenig davon. Wer Ruhe will, wohnt in Weggis oder Vitznau und fährt mit dem Schiff in die Stadt.
Zürich · Luzern · Interlaken · Zermatt · Lausanne und Montreux · Bern · Basel
Die offizielle Grand Tour ist 1'600 Kilometer lang und braucht drei Wochen. Diese Version nimmt die besten 900 Kilometer davon: Seen, Matterhorn, Weinterrassen und zwei Altstädte in zwei Wochen, mit sieben Quartieren statt täglichem Zügeln.
Luzern · Interlaken · Aletsch · Lugano · St. Moritz
Sieben Pässe, vier Sprachregionen und kein einziges Hotel: Mit dem Camper fährst du von Luzern über die grossen Alpenstrassen ins Tessin und zurück ins Engadin, schläfst auf TCS-Plätzen und Stellplätzen und frühstückst mit Gletscherblick.
Luzern · Interlaken · Grindelwald
Eine Woche, drei Quartiere und jeden Tag etwas, das Kinder wirklich wollen: Zahnradbahn, Schiff, Trottinett bergab, Rodelbahn und ein Museum, das man anfassen darf. Ohne Auto, weil Kinder mit der Junior-Karte gratis Bahn fahren.
Die Luzerner Fasnacht ist die wildere Schwester der Basler: Am Schmutzigen Donnerstag knallt um 5 Uhr früh der Urknall auf dem Kapellplatz, dann ziehen Guggenmusigen, Masken und verkleidete Gruppen bis tief in die Nacht durch die Altstadt. Es gibt keine Zuschauerrolle, wer kommt, verkleidet sich und mischt sich darunter, Konfetti und schiefe Blasmusik inklusive. Die grossen Umzüge finden am Donnerstag und am Güdismontag nachmittags statt, am Dienstagabend endet alles mit dem Monstercorso. Eintritt gibt es keinen, dafür ist die Altstadt an den Hauptagen so voll, dass du mit Kinderwagen oder Rollkoffer nicht weit kommst. Hotels sind in dieser Woche gut gebucht, aber nicht ausverkauft, Luzern liegt zudem eine Stunde von Zürich.
Für Reisende: Für den Urknall um 5 Uhr lohnt eine Nacht in Luzern, die ersten Züge aus Zürich sind zu spät; Ohrstöpsel mitnehmen, die Guggenmusigen spielen direkt vor dir.
Was ein Wochenende in Zürich wirklich kostet, warum du im Sommer eine Badi brauchst statt eines Museums und wie du mit Halbtax und Tageskarte die Stadt und den Uetliberg zum halben Preis bekommst.
Was ein Museumswochenende in Basel kostet, warum du im Sommer mit dem Rhein durch die Stadt treibst statt zu laufen und wie du mit der BaselCard die Hälfte der Eintritte sparst.
Was ein Tag oder ein Wochenende am grössten Wasserfall Europas wirklich kostet, warum die Nordseite besser ist als Schloss Laufen und weshalb du Schaffhausen nicht nur als Umsteigebahnhof sehen solltest.
Was ein Wanderwochenende im Alpstein wirklich kostet, wann du zum Äscher musst, damit du ihn nicht nur auf dem Handy der anderen siehst, und warum zwei Nächte besser sind als der Tagesausflug.