Schweiz · Roadtrip · 6 Tage

Ostschweiz und Rheinfall

Die Schweiz, die zwischen Zürich und den Bergen liegt und die die meisten nur durchfahren: der grösste Wasserfall Europas, ein Städtchen mit bemalten Fassaden, das Hügelland der Appenzeller und am Ende die Schlucht, die der Rhein in den Flimser Bergsturz gegraben hat. Kurze Etappen, viel Zeit vor Ort.

Die Route, Tag für Tag

  1. Tag 1

    Zürich: Ein Tag Stadt vor dem Land

    Du beginnst in Zürich ohne Auto: Hauptbahnhof, Tageskarte, und ein Tag, der zwischen Altstadt und See pendelt. Vormittags Lindenhof, Grossmünster und Niederdorf, mittags ein Tagesmenü im Kreis 4 für CHF 20 bis 25, nachmittags je nach Wetter die Badi Utoquai, das Kunsthaus oder das Landesmuseum neben dem Bahnhof, das die Schweizer Geschichte in zwei Stunden erklärt und ein guter Auftakt für die Ostschweiz ist. Abends Kreis 5, Markthalle im Viadukt, ein Bier am Oberen Letten. Schlafen in einem Mittelklassehotel beim Hauptbahnhof oder in Zürich West, CHF 180 bis 240, am Wochenende günstiger. Den Mietwagen reservierst du für den nächsten Morgen am Hauptbahnhof oder am Flughafen, dort ist die Auswahl grösser und die Ausfahrt Richtung Norden einfacher. Weiter nach Schaffhausen: A4 über Bülach und den Rafzerfeld, 50 Kilometer, 50 Minuten, mit Halt in Eglisau an der Rheinbrücke eine gute Stunde.

    Touren an diesem Stopp: Altstadt-Rundgang Zürich ↗Landesmuseum Zürich ↗

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  2. Tag 2 bis 3

    Schaffhausen: Rheinfall von der Nordseite, Stein am Rhein per Schiff

    Am Rheinfall fährst du nicht auf den Car-Parkplatz von Schloss Laufen, sondern nach Neuhausen auf die Nordseite: Parkplatz oberhalb, Weg hinunter ans Wasser, gratis, und von dort das Boot zum Felsen mitten im Fall für CHF 20, oder die Überfahrt zur Südseite und zum Känzeli, wo der Sprühnebel dich nass macht. Vormittags ist das Licht auf der Nordseite besser und die Menge kleiner. Nachmittags Schaffhausen selbst: Munot mit der Wendelrampe, Erkerhäuser in der Vordergasse, abends ein Schaffhauser Pinot Noir in einer Weinstube. Der zweite Tag gehört Stein am Rhein, und zwar ohne Auto: Schiff ab Schaffhausen den Rhein hinauf, zwei Stunden flussaufwärts, mit Halbtax rund CHF 18, die bemalten Fassaden am Rathausplatz, Kloster St. Georgen, Burg Hohenklingen über dem Städtchen, zurück mit der Bahn in 25 Minuten. Schlafen in der Altstadt von Schaffhausen, Mittelklasse CHF 150 bis 190, nicht am Rheinfall. Weiter nach Appenzell: Über Stein am Rhein, dem Untersee entlang nach Konstanz oder über Frauenfeld, Wil und St. Gallen, 110 Kilometer, zwei Stunden, mit Halt in Arbon am Bodensee drei.

    Touren an diesem Stopp: Rheinfall Bootsfahrt zum Felsen ↗Schifffahrt Schaffhausen Stein am Rhein ↗Altstadtführung Schaffhausen ↗

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  3. Tag 4 bis 5

    Appenzell: Ebenalp am Morgen, Säntis bei klarem Wetter

    Appenzell ist ein Dorf mit bemalten Häusern, einer Hauptgasse und einem Landsgemeindeplatz, und du wohnst mittendrin in einem Gasthof mit Täfer und Kachelofen, Mittelklasse CHF 150 bis 200 mit Appenzeller Frühstück. Das Auto braucht du hier für die Täler, nicht fürs Dorf. Tag vier: Um acht nach Wasserauen, zehn Minuten, Ebenalp-Bahn hinauf, mit Halbtax rund CHF 18 retour, durch die Wildkirchli-Höhlen zum Berggasthaus Äscher an der Felswand, das du vor zehn Uhr fast allein hast, dann hinunter zum Seealpsee, eine Stunde steil, Rundweg um den See und zurück nach Wasserauen, insgesamt vier Stunden. Tag fünf: Bei klarem Wetter zur Schwägalp und mit der Schwebebahn auf den Säntis, rund CHF 70 retour, mit Halbtax die Hälfte, oben siehst du sechs Länder; bei Wolken stattdessen die Schaukäserei in Stein, die Brauerei Locher im Dorf und den Kronberg mit der Rodelbahn. Abends Siedwurst mit Chäshörnli und ein Alpenbitter. Weiter nach Chur: Über Gais und Altstätten ins Rheintal, A13 bis Chur, 100 Kilometer, eineinhalb Stunden.

    Touren an diesem Stopp: Säntis Schwebebahn ↗Ebenalp und Äscher Wanderung ↗Appenzeller Schaukäserei ↗

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  4. Tag 6

    Chur: Rheinschlucht und die älteste Stadt der Schweiz

    Der letzte Tag beginnt früh in Chur, der ältesten Stadt der Schweiz, und führt in die Rheinschlucht, die die Bündner Ruinaulta nennen: Vor 10'000 Jahren brach der Flimser Berg ins Tal, der Rhein hat sich seither 300 Meter tief durch den Schutt gefressen, und die Wände leuchten weiss. Mit dem Auto fährst du nach Flims, parkierst beim Caumasee oder in Conn und gehst 45 Minuten zur Aussichtsplattform Il Spir, die über dem Fluss hängt. Wer die Schlucht von unten will, nimmt die Rhätische Bahn ab Chur nach Versam-Safien oder Ilanz und wandert zwischen den Stationen dem Rhein entlang, oder bucht im Sommer eine Rafting-Tour ab Ilanz für rund CHF 100 bis 130. Zurück in Chur noch eine Stunde Altstadt: Bischofshof mit Kathedrale, Arcas-Platz, Capuns in einer Beiz im Welschdörfli. Rückreise: Mietwagen in Chur abgeben, dann IC nach Zürich in 75 Minuten, mit Halbtax rund CHF 20, oder selbst über die A13 und A3 dem Walensee entlang, 120 Kilometer, eineinhalb Stunden, am Sonntagabend mit Stau eher zwei. Nach Basel sind es mit der Bahn 2 Stunden 20.

    Touren an diesem Stopp: Rafting Rheinschlucht ↗Stadtführung Chur ↗

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Was die Route kostet

Grobe Gesamtkosten pro Person in CHF für die ganze Route, Mittelklasse, zu zweit unterwegs. Flüge und Hotels schwanken saisonal, Details stehen auf den Reiseziel-Seiten.

  • Anreise 40 CHF
  • Unterkunft 430 CHF
  • Essen 330 CHF
  • Mobilität vor Ort 360 CHF
1'160 CHF
Gesamt pro Person · 6 Tage

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Schweizer Franken (CHF). Karten und Twint funktionieren praktisch überall, auch auf der Alp. Viele Läden nehmen Euro an, geben aber Franken zurück, zu einem schlechten Kurs. Trinkgeld ist im Preis inbegriffen, Aufrunden ist üblich.

Mietwagen für diese Route

Mietwagen-Vergleich folgt, sobald der Partnerlink freigeschaltet ist. Bis dahin: direkt beim Vermieter oder am Zielflughafen vergleichen.

Tipps für die Route

Umgekehrt ab Chur ist die Route genauso gut, dann holst du das Auto in Chur, fährst über Appenzell an den Rheinfall und gibst es in Zürich ab. Das passt für Gäste, die aus Graubünden oder vom Bündner Skiurlaub kommen. Ab Zürich ist der Vorteil der jetzigen Richtung, dass du das Auto erst am zweiten Tag brauchst und die Stadt ohne Parkhaus siehst.

Ein Mittelklasse-Mietwagen kostet CHF 60 bis 90 pro Tag, fünf Tage mit Rückgabe in Chur rund CHF 400 bis 450, Inland-Einwegmiete meist ohne oder mit kleinem Zuschlag, Vignette ist bei Schweizer Fahrzeugen dabei. Parkieren: Schaffhausen und Appenzell haben günstige Parkhäuser für CHF 10 bis 20 pro Tag, am Rheinfall Nordseite zahlst du wenige Franken, in Stein am Rhein bleibst du draussen, die Altstadt ist zu.

Die Bergbahnen sind der teuerste Einzelposten des Tages: Säntis rund CHF 70 retour, Ebenalp rund CHF 35, beide mit Halbtax halb. Wer kein Halbtax hat, prüft die Ostschweizer Tageskarten und die Angebote der Appenzeller Bahnen. Der Säntis ist nur bei klarem Wetter sein Geld wert, schau morgens auf die Webcam der Säntisbahn, bei Nebel oben siehst du den Sendeturm und sonst nichts.

Der Äscher ist das Instagram-Motiv der Ostschweiz, und das merkst du ab zehn Uhr: Dann steht die Schlange an der Ebenalp-Bahn eine halbe Stunde, die Terrasse ist voll. Nimm die erste Bahn um acht, geh vor der Menge hinunter zum Seealpsee, und iss dort oder picknicke am Ufer. Alternativ übernachtest du im Berggasthaus Äscher oder auf der Ebenalp selbst, dann hast du den Abend und den Morgen ohne Tagesgäste.

Essen ist in der Ostschweiz günstiger als in Zürich: Mittagsmenü CHF 18 bis 22, Abendessen mit Getränk CHF 35 bis 45, der Appenzeller Käse direkt aus der Käserei die Hälfte des Supermarktpreises. Sonntags sind viele Läden zu und die Restaurants in Appenzell voll, reservier für den Abend. Die Brauerei Locher hat einen Shop im Dorf, Alpenbitter gibt es überall.

Mai bis Oktober ist die Saison, Juni für den Rheinfall mit der höchsten Wassermenge nach der Schneeschmelze, September und Oktober für den Alpstein mit klarer Sicht und den Alpabfahrten mit geschmückten Kühen im Appenzellerland. Im Winter läuft der Rheinfall ebenfalls, kleiner und ohne Boote, die Ebenalp hat eine Schlittelbahn, und der Säntis fährt bei Wetter, dann wird aus dem Roadtrip eine Wintertour.

Häufige Fragen zur Route Ostschweiz und Rheinfall

Wie lange braucht man für den Ostschweiz-Roadtrip?

Sechs Tage mit je zwei Nächten in Schaffhausen und Appenzell, einer in Zürich und einem Tag in Chur sind entspannt, kein Fahrtag ist länger als zwei Stunden. In vier Tagen geht Rheinfall und Appenzell ohne Chur und ohne Stadttag. Mit acht Tagen hängst du Bodensee und Bregenz oder zwei Tage in Flims mit Caumasee und Rheinschlucht an.

Wann ist die beste Zeit für Rheinfall und Appenzell?

Mai bis Oktober. Der Rheinfall hat im Juni und Juli nach der Schneeschmelze die meiste Wucht, der Alpstein ist von Juni bis Oktober schneefrei bis zum Säntis, die Alpabfahrten im September sind das schönste Appenzeller Spektakel. Juli und August sind am Äscher und am Rheinfall voll, dann früh unterwegs sein. Der Oktober ist klar, leer und günstig.

Geht die Route auch ohne Auto?

Ja, fast vollständig: S-Bahn Zürich nach Schaffhausen in 40 Minuten, Schiff nach Stein am Rhein, Bahn über St. Gallen nach Appenzell, Appenzeller Bahnen nach Wasserauen, Postauto zur Schwägalp, Zug nach Chur und die Rhätische Bahn durch die Rheinschlucht. Mit Halbtax kostet das alles weniger als der Mietwagen. Das Auto spart dir nur Umsteigezeiten und bringt dich morgens vor den Bahnen nach Wasserauen.

Was kostet der Roadtrip pro Person?

Rechne mit rund CHF 1'160 pro Person zu zweit in der Mittelklasse: Anreise nach Zürich und Rückfahrt ab Chur 40, fünf Hotelnächte 430, Essen 330, Mietwagen, Benzin, Parkhäuser, Schiff und Bergbahnen mit Halbtax 360. Rafting in der Rheinschlucht kommt mit CHF 100 bis 130 dazu. Die Ostschweiz ist günstiger als die Innerschweiz, das macht den Unterschied zu anderen Schweizer Routen aus.

Wie ist das Fahren in der Ostschweiz?

Einfach. Autobahn bis Schaffhausen und ins Rheintal, dazwischen Landstrassen durch Hügel mit Tempo 80, keine Pässe, kein Schnee bis in den November. Die Appenzeller Strassen sind schmal und kurvig, Postautos haben Vortritt, Traktoren sind langsam. Radarkontrollen gibt es wie überall, Tempo 50 innerorts strikt. Am Rheinfall und in Appenzell steuerst du direkt die Parkhäuser an, Suchen lohnt nicht.

Gibt es eine kürzere oder längere Variante?

Kürzer: Schaffhausen und Appenzell als Viertagesrunde ab Zürich, Chur weglassen. Länger: Nach Appenzell über Bregenz und das Rheintal, dann Chur mit zwei Nächten und einem Tag Arosa oder Flims, oder im Anschluss die Albulalinie ins Engadin, dann bist du bei neun bis zehn Tagen und hast die Ostschweiz von Rheinfall bis Bernina gesehen.

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