Rügen

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Rügen

Was eine Woche auf Deutschlands grösster Insel wirklich kostet, warum du die Kreidefelsen von unten statt vom Königsstuhl aus sehen solltest und wann die Seebrücke von Sellin dir allein gehört.

Foto: Horst Joachims / Pexels

Was kostet deine Reise nach Rügen?

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1'540 CHF
≈ 770 CHF pro Person
  • Anreise 340 CHF
  • Unterkunft 650 CHF
  • Essen 400 CHF
  • Transport vor Ort 100 CHF
  • Rasender Roland (Tageskarte) 50 CHF

Schätzwerte zur Orientierung, keine Buchungspreise. Anreise heisst hier Bahn oder Auto ab der Schweiz, hin und zurück pro Person. Hotels schwanken saisonal stark, aktuelle Preise findest du über die Links weiter unten.

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Euro (EUR). Deutschland ist bargeldfreundlicher als die Schweiz: In Bäckereien, Kiosken und kleinen Lokalen heisst es oft «nur Bargeld», Kartenzahlung geht aber fast überall ab CHF 10. Trinkgeld 5 bis 10 Prozent, beim Bezahlen aufrunden und den Betrag nennen. Anreise: Anreise mit Bahn (DB), Auto oder Flug, je nach Ziel 1 bis 8 Stunden.

Hotel-Empfehlungen

Neun Optionen in drei Preisklassen – jeweils die Häuser mit den besten Bewertungen auf Booking.com.

Budget

RÜGEN-HOTEL mit Ostseeblick

Sassnitz, Rügen

Hochhaus aus DDR-Zeiten am Hang über dem Hafen von Sassnitz, renoviert, mit Pool und dem besten Blick auf Ostsee und Fährhafen für den Preis. Zimmer schlicht, Kreidefelsen und Hochuferweg zu Fuss erreichbar. Für Wanderer, die Binz nicht brauchen.

ab CHF 80 / Nacht Ansehen →

Hotel Binzer Hof

Binz, Rügen

Familiengeführtes Haus zwei Querstrassen vom Strand, mit Sauna, Restaurant und Zimmern, die älter, aber sauber sind. Promenade und Bahnhof Binz zu Fuss, Frühstück inklusive. Für alle, die Binz zum Preis einer Pension wollen.

ab CHF 100 / Nacht Ansehen →

Hotel Gastmahl des Meeres

Strandpromenade, Sassnitz

Einfaches Hotel mit Fischrestaurant direkt an der Strandpromenade von Sassnitz, Hafen und Stadtstrand vor der Tür, Zimmer schlicht, teils mit Meerblick. Ausgangspunkt für den Nationalpark Jasmund, Busse zu den Kreidefelsen halten in der Nähe. Für Preisbewusste, die abends frischen Fisch wollen.

ab CHF 85 / Nacht Ansehen →

Mittelklasse

Dorint Seehotel Binz-Therme

Binz, Rügen

Grosses Hotel am Südende der Binzer Promenade mit direktem Zugang zur Binz-Therme, Pool und Saunalandschaft inklusive. Zimmer mit Balkon und Meerblick buchen, Strand vor der Tür. Für Schlechtwettertage die beste Versicherung der Insel.

ab CHF 150 / Nacht Ansehen →

Cliff Hotel Rügen

Sellin, Rügen

Resort auf der Steilküste zwischen Sellin und Baabe mit grossem Spa, Pools, Kegelbahn und Blick über die Ostsee. Die Seebrücke Sellin erreichst du in 20 Minuten zu Fuss am Strand. Für Familien und Spa-Tage, das Haus ist gross und entsprechend unpersönlich.

ab CHF 140 / Nacht Ansehen →

Precise Resort Rügen

Sagard, Rügen

Hotel und Ferienhäuser bei Sagard im Norden, mit Pool, Spa und einem Golfplatz, abseits der Promenaden, aber näher an Kreidefelsen und Kap Arkona als Binz. Mit dem Auto ideal, ohne Auto schwierig. Für ruhesuchende Paare und Golfer.

ab CHF 120 / Nacht Ansehen →

Luxus

Grand Hotel Binz

Binz, Rügen

Klassisches Grand Hotel mit Pool, Spa auf 1'500 Quadratmetern und Restaurants, am ruhigen Nordende von Binz, 200 Meter vom Strand. Zimmer gross und klassisch, Frühstück ausgezeichnet. Für eine Woche Ferien mit allem unter einem Dach.

ab CHF 240 / Nacht Ansehen →

Travel Charme Kurhaus Binz

Binz, Rügen

Das weisse Kurhaus von 1908 direkt an der Seebrücke, Wahrzeichen von Binz und das Haus mit der besten Lage der Insel. Spa, Restaurant mit Meerblick, Bäderarchitektur innen und aussen. Zimmer zum Meer kosten mehr und sind das Geld wert.

ab CHF 280 / Nacht Ansehen →

A-ROSA Collection Hotel Ceres am Meer

Binz, Rügen

Kleines Boutique-Hotel an der Binzer Promenade, nur für Erwachsene, mit rund 40 Zimmern, modernem Design, Spa mit Hallenbad und Restaurant mit guter Küche. Persönlicher als die Grand Hotels, Strand über die Strasse. Für Paare, die Ruhe und Stil wollen.

ab CHF 260 / Nacht Ansehen →

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Erlebnisse, die sich lohnen

Hochuferweg Sassnitz bis Königsstuhl

Neun Kilometer durch den Buchenwald des Nationalparks Jasmund mit Blick auf die Kreidefelsen, Wissower Klinken und Victoria-Sicht, gratis, drei bis vier Stunden. Zurück mit dem Bus ab Hagen oder Lohme. Geführte Nationalpark-Wanderung mit Ranger ab CHF 15.

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Nationalpark-Zentrum Königsstuhl mit Skywalk

Ausstellung zur Kreide und die 2023 eröffnete Skywalk-Plattform über dem 118 Meter hohen Felsen, CHF 14 bis 16, mit Parkplatz und Bus CHF 25. Früh um 9 Uhr oder nach 16 Uhr kommen, mittags ist es voll. Zwei Stunden mit Ausstellung.

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Rasender Roland von Putbus nach Göhren

Dampfbahn seit 1895 auf Schmalspur durch Wälder und Seebäder, 24 Kilometer in 70 Minuten, einfache Fahrt CHF 12 bis 18, Tageskarte CHF 25. Velos dürfen mit. In Putbus das Bahnbetriebswerk ansehen, die Fahrt im offenen Wagen bei Sonne.

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Tagesausflug Hiddensee

Fähre ab Schaprode in 45 Minuten, hin und zurück CHF 22 bis 26, auf der Insel Velo mieten für CHF 10. Leuchtturm Dornbusch, Kloster mit Hauptmann-Haus, Weststrand. Den ganzen Tag einplanen, letzte Fähre zurück prüfen. Schiffsausflug ab Binz oder Sassnitz mit Umrundung ab CHF 35.

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Kap Arkona und Fischerdorf Vitt

Zwei Leuchttürme, slawischer Burgwall, Steilküste und das reetgedeckte Vitt, Rundweg 8 Kilometer ab Parkplatz Putgarten (CHF 6), Leuchtturm-Aufstieg CHF 6. Mit der Arkona-Bahn für CHF 5, wer nicht laufen will. Halber Tag, bei Wind Jacke mitnehmen.

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Seebrücke Sellin und Tauchgondel

Die schönste Seebrücke der Ostsee, 394 Meter, mit Restaurant im Brückenhaus, gratis, am Morgen vor 9 Uhr fast leer. Die Tauchgondel am Ende fährt für CHF 12 vier Meter unter die Wasseroberfläche, mehr Film als Fisch. Die Himmelsleiter hinunter zum Strand nicht vergessen.

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Prora: Dokumentationszentrum und Baumwipfelpfad

Das Dokumentationszentrum (CHF 8) erklärt den Nazi-Koloss und seine DDR-Nutzung, 90 Minuten. Der Baumwipfelpfad im Naturerbe Zentrum Rügen (CHF 14) endet auf einem 40-Meter-Turm mit Inselblick. Beides mit dem Velo ab Binz in 20 Minuten.

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Störtebeker-Festspiele in Ralswiek

Freilichttheater am Jasmunder Bodden mit Schiffen, Pferden, Feuerwerk und 150 Mitwirkenden, Juni bis September, CHF 30 bis 50. Beginn 20 Uhr, Ende gegen 22.30 Uhr, Decke mitnehmen. Mit dem Auto oder Shuttle ab Bergen, Karten im Sommer vorher kaufen.

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Tagesausflug Stralsund mit Ozeaneum

UNESCO-Altstadt mit Backsteingotik, Hafen und der Gorch Fock I, 30 Minuten mit der Bahn ab Bergen. Das Ozeaneum (CHF 20) mit Ostsee- und Nordsee-Aquarien füllt einen Regentag, drei Stunden. Stadtführung ab CHF 12.

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Essen & Trinken

Rügen isst, was Ostsee und Bodden hergeben: Hering, Dorsch, Zander, Aal, geräuchert am Hafen oder gebraten mit Bratkartoffeln. Dazu Sanddorn in allen Formen und Kaffee und Kuchen als Nachmittagsritual. Die gute Küche sitzt selten auf der Promenade, sondern in Räuchereien, Hafenbuden und Dorfgasthöfen.

Fischbrötchen mit Bismarckhering oder Matjes

Hafen Sassnitz, Stände an den Seebrücken Binz und Sellin

Das Grundnahrungsmittel der Küste, am besten frisch am Hafen: Hering, Matjes, Backfisch oder Krabben im Brötchen, CHF 4 bis 7.

Tipp:Am Sassnitzer Hafen liegen die Räucherkutter, dort ist der Fisch am frischesten.

Räucherfisch aus der Räucherei

Räuchereien in Sassnitz, Thiessow, Gager und Breege

Makrele, Aal, Heilbutt, Sprotten und Forelle aus dem Buchenrauch, nach Gewicht, ab CHF 3 für Sprotten bis CHF 12 für ein Stück Aal. Mit Brot und Meerrettich das beste Abendessen der Insel.

Tipp:Mittags kaufen, wenn die Ware aus dem Ofen kommt, und am Strand essen.

Zander oder Dorsch mit Bratkartoffeln

Dorfgasthöfe im Inselinneren und Fischlokale in Sellin unten am Strand

Boddenzander in Butter gebraten oder Dorsch aus der Ostsee, dazu Bratkartoffeln, Speck und Gurkensalat. CHF 18 bis 28, auf der Binzer Promenade mehr.

Tipp:Dorsch ist in der Ostsee knapp geworden, Zander vom Bodden ist die ehrlichere Wahl.

Sanddorn: Saft, Likör, Eis

Hofläden und Sanddorn-Stände in Binz, Göhren und Putbus

Die orangen Beeren von den Dünen, extrem sauer und voller Vitamin C, als Saft (CHF 4 pro Glas), Likör (CHF 12 bis 18 die Flasche), Konfitüre, Kuchen und Eis.

Tipp:Sanddorn-Eis an der Promenade probieren, der Likör ist das Mitbringsel.

Rügener Kuchen zum Nachmittagskaffee

Cafés in der Bäderarchitektur von Binz und Sellin, Landcafés bei Putbus

Streuselkuchen, Pflaumenkuchen, Sanddorntorte und Bienenstich, Kaffee und Kuchen um 15 Uhr sind hier Gesetz. Stück CHF 4 bis 5, mit Sahne.

Tipp:Bei Regen sind die Cafés voll, ab 16.30 Uhr wird es wieder ruhig.

Insel-Brauerei und Störtebeker-Bier

Insel-Brauerei in Rambin, Störtebeker Braumanufaktur in Stralsund

Die Insel-Brauerei in Rambin braut Spezialbiere in Flaschen mit Papier, CHF 4 bis 5 im Laden, Verkostung in der Brauerei ab CHF 12. Störtebeker aus Stralsund ist das Alltagsbier, CHF 3.50 bis 4.50 im Lokal.

Tipp:Die Brauerei in Rambin hat einen Biergarten, mit dem Velo ab Bahnhof Rambin in zehn Minuten.

Pommersche Küche: Schmorgurken und Kartoffelsuppe

Dorfgasthöfe in Gingst, Garz und Putbus

Das Inselinnere kocht bodenständig: Schmorgurken mit Hackfleisch, Kartoffelsuppe mit Würstchen, Grützwurst. CHF 10 bis 16, sättigend und selten auf Touristenkarten.

Tipp:Nach der Tageskarte fragen, nicht nach der gedruckten Speisekarte.

Food-Tour buchen: Rügen

Mit Guide durch Märkte und Lokale, inklusive Kostproben.

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Geschichte & Hintergrund

Rügen ist mit 926 Quadratkilometern die grösste Insel Deutschlands, und ihre Geschichte beginnt mit den Slawen. Die Ranen hatten auf Kap Arkona ihre Tempelburg mit dem vierköpfigen Gott Svantevit, bis 1168 der dänische König Waldemar I. mit Bischof Absalon die Burg eroberte und die Insel christianisierte. Vier Jahrhunderte war Rügen dänisches Lehen unter eigenen Fürsten, dann kam es 1325 an Pommern und 1648 nach dem Dreissigjährigen Krieg an Schweden. Schwedisch-Pommern dauerte bis 1815, weshalb die Kirchen und Gutshäuser auf der Insel bis heute skandinavisch wirken. Erst dann wurde Rügen preussisch. Berühmt machte es ein Maler: Caspar David Friedrich, in Greifswald geboren, malte 1818 die Kreidefelsen auf Rügen, und das Bild zog die Romantiker nach Stubbenkammer. Die Bäderarchitektur in Binz, Sellin und Göhren entstand ab 1880, als Berliner mit der Bahn ans Meer fuhren; Putbus war schon 1810 von Fürst Malte als weisse Residenzstadt mit Theater und Zirkus angelegt worden. Die Nazis bauten ab 1936 in Prora das «Kraft durch Freude»-Seebad, einen 4,5 Kilometer langen Betonriegel für 20'000 Urlauber, der nie fertig wurde und heute zum Teil Eigentumswohnungen enthält. 1936 öffnete der Rügendamm nach Stralsund, 2007 kam die Rügenbrücke dazu. In der DDR war Rügen das wichtigste Ferienziel des Landes mit FDGB-Heimen und Zeltplätzen, nach 1990 kamen Sanierung, Grand Hotels und Zweitwohnungen. Der Nationalpark Jasmund mit den Kreidefelsen besteht seit 1990, seine Buchenwälder sind seit 2011 UNESCO-Weltnaturerbe. Der Rasende Roland dampft seit 1895 zwischen Putbus und Göhren, und die Störtebeker-Festspiele in Ralswiek ziehen seit 1993 jeden Sommer 300'000 Zuschauer an.

Insider-Tipps

Anreise: Bahn über Berlin, Nachtzug, oder elf Stunden Auto

Mit der Bahn ist Rügen ab der Schweiz eine Zweitagesreise oder eine Nachtzugreise. Die beste Variante: ÖBB Nightjet ab Zürich oder Basel nach Berlin Hauptbahnhof, Ankunft gegen 8 Uhr, dann mit dem IC oder Regionalexpress über Stralsund nach Bergen auf Rügen und Binz in gut drei Stunden, mittags bist du am Strand. Nightjet-Liegewagen ab CHF 80 pro Richtung, Anschluss Berlin bis Binz mit Sparpreis CHF 20 bis 40, mit Deutschlandticket gratis im Regionalzug. Tagsüber dauert die Fahrt ab Zürich mit zwei Umstiegen 12 bis 13 Stunden, das ist nur mit Zwischenhalt in Berlin oder Hamburg sinnvoll. Mit dem Auto sind es ab Zürich rund 1'050 Kilometer und 10 bis 11 Stunden über Nürnberg, Leipzig, Berlin und die A20 nach Stralsund, ohne Maut, Benzin und Abnutzung pro Person bei zwei Reisenden etwa CHF 130 bis 160 pro Richtung. Das Auto ist auf Rügen praktisch, aber nicht nötig: Die Bahn fährt bis Binz und Sassnitz, der Rasende Roland verbindet Putbus, Binz, Sellin, Baabe und Göhren, Busse der VVR fahren stündlich zu den Kreidefelsen und nach Kap Arkona, und mit der Kurkarte sind viele Busse inklusive. Das Velo ist das beste Verkehrsmittel: flache Radwege von Binz nach Prora und Sassnitz, Miete CHF 10 bis 15 pro Tag, E-Bike CHF 25 bis 35.

Unterkunft: Binz oder Sellin, Kurtaxe und die Ferienwohnungsfalle

Binz ist der Hauptort mit Promenade, Bäderarchitektur, Grand Hotels und der besten Infrastruktur; wer zum ersten Mal kommt, wohnt hier oder in Sellin mit der Seebrücke. Göhren und Baabe sind ruhiger und günstiger, Sassnitz ist Hafenstadt mit Charme und Fährverbindung nach Schweden, aber ohne Badestrand im Ort. Putbus ist weiss und still, Kap Arkona und der Westen sind etwas für die zweite Reise. Die ehrlichen Preise: Pension oder einfaches Hotel CHF 70 bis 110, Mittelklasse in Binz CHF 120 bis 180 mit Frühstück, die Grand Hotels am Strand CHF 250 bis 400. Dazu kommt die Kurtaxe, die auf Rügen Kurabgabe heisst: CHF 2.50 bis 3.50 pro Person und Tag in der Saison, dafür bekommst du die Kurkarte mit Rabatten und Busfahrten. Die Falle sind die Ferienwohnungen: Rügen hat Zehntausende, viele mit Mindestaufenthalt von sieben Nächten, Endreinigung CHF 60 bis 120 und Bettwäsche extra, was ein Schnäppchen schnell auf Hotelniveau bringt. Für drei bis vier Nächte ist das Hotel günstiger. Hochsaison sind die Sommerferien von Mitte Juni bis Anfang September, dann sind die guten Häuser in Binz Monate vorher weg, buche im Januar. Im Mai, Juni und September bekommst du dieselben Zimmer für 30 bis 40 Prozent weniger und oft ohne Mindestaufenthalt. Zimmer mit Meerblick kosten CHF 30 bis 60 mehr pro Nacht; in Binz ist die Promenade Fussgängerzone, also ruhig.

Kostenfallen und Spartricks: Königsstuhl, Kurkarte, Autozug Hiddensee

Rügen ist günstig, bis du die Attraktionen bezahlst. Das Nationalpark-Zentrum Königsstuhl mit dem Skywalk über dem Kreidefelsen kostet CHF 14 bis 16 pro Person, Parkplatz in Hagen CHF 8, Pendelbus CHF 3, Familie macht CHF 60 für einen Blick, den du 500 Meter weiter von der Victoria-Sicht gratis hast. Noch besser: Der Hochuferweg von Sassnitz nach Lohme läuft neun Kilometer durch den Buchenwald mit Blick auf die Kreide, gratis, oder du gehst bei Sassnitz die Treppe hinunter an den Strand und läufst unten an den Felsen entlang, Feuersteine und Donnerkeile suchen inklusive. Das ist das Caspar-David-Friedrich-Erlebnis, nicht die Aussichtsplattform. Die Seebrücke Sellin ist gratis, die Tauchgondel am Ende CHF 12. Der Rasende Roland kostet CHF 12 bis 18 einfach je nach Strecke, Tageskarte CHF 25, und ist mehr Erlebnis als Verkehrsmittel. Die Kurkarte bringt ermässigte Eintritte und auf vielen Linien Busfahrten gratis, frag beim Einchecken. Hiddensee: Fähre ab Schaprode hin und zurück CHF 22 bis 26, Velo mitnehmen CHF 8, oder auf der Insel mieten für CHF 10, die Insel ist autofrei. Kap Arkona ist ebenfalls autofrei, Parkplatz in Putgarten CHF 6, dann 2 Kilometer zu Fuss oder Arkona-Bahn CHF 5. Störtebeker-Festspiele in Ralswiek kosten CHF 30 bis 50, Juni bis September, mit Schiffen und Feuerwerk; das Essen auf dem Gelände ist überteuert, iss vorher.

Timing und Saison: Juni, September und die Kreide im Frühling

Die Ostsee hat im Juni 16 Grad und erst Ende Juli 19 bis 20 Grad, Badeferien im Schweizer Sinn sind das nicht, Strandferien schon. Juli und August sind die Hochsaison mit 22 bis 26 Grad, vollen Promenaden, Staus auf der Rügenbrücke und Strandkörben, die in Binz CHF 12 bis 15 pro Tag kosten. Die ehrlich beste Zeit ist Juni, wenn Raps und Mohn blühen, die Tage 17 Stunden lang sind und die Hotels noch Vorsaison rechnen, und September, wenn die Ostsee am wärmsten ist, die Ferienfamilien weg sind und das Licht auf der Kreide am schönsten. Mai ist frisch, aber die Buchenwälder im Jasmund leuchten hellgrün. Oktober bringt Sturm und Herbstfarben, viele Lokale schliessen Ende Oktober. Der Winter ist leer, grau und für Spaziergänger mit Thermosflasche; Hotels, die offen haben, kosten die Hälfte, und die Kreidefelsen sind im Nebel ein eigenes Erlebnis. Zwei Termine prägen den Sommer: die Störtebeker-Festspiele ab Mitte Juni und die Seebrückenfeste in Binz und Sellin im Juli und August mit Feuerwerk. Sonntags und bei Regen strömen alle ins Nationalpark-Zentrum und ins Ozeaneum nach Stralsund, geh an solchen Tagen stattdessen auf den Hochuferweg, da hast du Platz. Sonnenaufgang über der Ostsee ist der Moment, für den du nach Rügen fährst: Binz, Promenade, 5 Uhr im Juni, allein.

Unterschätzt: Hiddensee, Kap Arkona, der Westen und Stralsund

Hiddensee ist die Insel vor der Insel: 17 Kilometer lang, autofrei, mit Leuchtturm auf dem Dornbusch, Heide, Sandstrand im Westen und dem Dorf Kloster, in dem Gerhart Hauptmann begraben liegt. Fähre ab Schaprode 45 Minuten, letzte Rückfahrt um 19 Uhr prüfen, Velo mieten in Vitte, den ganzen Tag einplanen; wer eine Nacht bleibt, hat die Insel ab 18 Uhr für sich. Kap Arkona im Norden hat zwei Leuchttürme (Besteigung CHF 6), den slawischen Burgwall, die Kreidesteilküste und das Fischerdorf Vitt mit reetgedeckten Häusern, das aussieht wie vor 200 Jahren. Vom Parkplatz Putgarten läufst du eine Schleife von 8 Kilometern über Kap und Vitt. Der Westen Rügens um Gingst, Schaprode und die Halbinsel Ummanz ist flach, still und voller Kraniche im Herbst: Im Oktober rasten Zehntausende auf den Feldern, Beobachtungsplattformen stehen bei Ummanz, das kostet nichts und ist eines der grossen Naturerlebnisse Deutschlands. Prora, der Nazi-Koloss zwischen Binz und Sassnitz, ist mit dem Dokumentationszentrum (CHF 8) ein wichtiger Ort und mit dem Baumwipfelpfad im Naturerbe Zentrum (CHF 14) ein schöner, der 40-Meter-Turm gibt den besten Blick über die Insel. Putbus mit dem Circus, dem weissen Rondell, und dem Schlosspark ist einen Nachmittag wert, der Rasende Roland startet hier. Stralsund auf dem Festland ist UNESCO-Welterbe mit Backsteingotik, Hafen und dem Ozeaneum (CHF 20), 30 Minuten mit der Bahn ab Bergen.

Essen: Fisch, Sanddorn und was die Promenade kostet

Die Küche auf Rügen ist einfach und gut, wenn du sie an der richtigen Stelle isst. Fischbrötchen am Hafen in Sassnitz oder an der Seebrücke kosten CHF 4 bis 7, geräucherter Fisch aus den Räuchereien in Sassnitz, Thiessow und Gager wird nach Gewicht verkauft, Makrele, Aal und Sprotten ab CHF 3 bis 8 pro Stück. Die Restaurants auf der Binzer Promenade sind mit CHF 22 bis 32 für ein Fischgericht für Rügen teuer und mittelmässig; eine Strasse dahinter, in Sellin unten am Strand oder in den Dörfern im Inselinneren zahlst du CHF 15 bis 22 und isst besser. Sanddorn ist die Frucht der Insel, orange, sauer, in Saft, Likör, Konfitüre und Eis, der Likör ist das Mitbringsel. Die Insel hat eine eigene Brauerei in Rambin (Insel-Brauerei) mit Flaschenbieren für CHF 4 bis 5 im Laden. Frühstück im Hotel ist meist inklusive und üppig, Mittagessen lohnt sich als Hauptmahlzeit in den Fischlokalen, abends reicht oft Räucherfisch mit Brot vom Hafen. Störtebeker-Bier aus Stralsund gibt es überall, Kaffee und Kuchen am Nachmittag ist auf Rügen eine Institution, Stück Kuchen CHF 4 bis 5. Reservieren musst du im Juli und August für den Abend in Binz, sonst nie. Karte geht in Hotels und grösseren Lokalen, Fischbuden, Räuchereien und Bauernläden wollen Bargeld.

Häufige Fragen zu Rügen

Wie komme ich ab der Schweiz nach Rügen, und lohnt sich das Auto?

Am besten mit dem ÖBB Nightjet ab Zürich oder Basel nach Berlin (Liegewagen ab CHF 80 pro Richtung), dann in gut drei Stunden mit IC oder Regionalexpress über Stralsund nach Binz, Anschluss CHF 20 bis 40. Tagsüber dauert die Bahn 12 bis 13 Stunden. Mit dem Auto sind es 1'050 Kilometer und 10 bis 11 Stunden, keine Maut. Vor Ort ist das Auto praktisch für Kap Arkona und den Westen, in Binz im Sommer aber eher ein Problem. Bahn, Bus, Rasender Roland und Velo reichen für eine Woche.

Wie viele Tage braucht man für Rügen?

Fünf bis sieben Tage. Die Anreise frisst einen Tag pro Richtung, und die Insel ist gross: Binz und Prora, Kreidefelsen mit Hochuferweg, Sellin und Göhren mit dem Rasenden Roland, Kap Arkona und Vitt, ein Tag Hiddensee, ein Tag Stralsund oder Westrügen. Für ein langes Wochenende ist Rügen ab der Schweiz zu weit, dann besser Berlin oder Hamburg.

Wann ist die beste Reisezeit für Rügen?

Juni und September. Im Juni blüht die Insel, die Tage sind endlos, die Preise noch Vorsaison. Im September ist die Ostsee mit 18 bis 19 Grad am wärmsten, die Ferienfamilien sind weg und das Licht auf der Kreide ist am besten. Juli und August sind voll und teuer, mit Staus auf der Rügenbrücke. Oktober ist Kranichzeit im Westen, viele Lokale schliessen danach bis Ostern.

Wie sehe ich die Kreidefelsen am besten?

Nicht vom Königsstuhl, das ist eine bezahlte Plattform mit Menschenmenge. Lauf den Hochuferweg von Sassnitz nach Lohme (9 Kilometer, gratis, durch Weltnaturerbe-Buchenwald) mit der Victoria-Sicht unterwegs, oder steig in Sassnitz die Treppe zum Strand hinunter und geh unten an der Kreide entlang. Morgens vor 9 Uhr oder nach 17 Uhr ist der Weg fast leer. Bei Regen und nach Sturm bröckelt die Kreide, Absperrungen ernst nehmen.

Was kostet eine Woche Rügen für zwei Personen?

Mit Nachtzug-Anreise, Mittelklasse-Hotel in Binz mit Frühstück (CHF 130 pro Nacht), Essen (CHF 40 pro Person und Tag), Kurabgabe, Bus, Rasender Roland, Fähre nach Hiddensee und zwei, drei Eintritten rechnest du mit CHF 2'000 bis 2'400 für zwei Personen und sieben Nächte. Mit Pension und Velo statt Hotel und Auto gehen auch CHF 1'500. Die Grand Hotels am Strand verdoppeln die Rechnung.

Ist Rügen etwas für Familien und für Leute, die nicht baden wollen?

Für beide. Familien haben flache Sandstrände in Binz, Baabe und Göhren, den Rasenden Roland, den Baumwipfelpfad, Strandkörbe und Störtebeker. Wer nicht badet, wandert im Jasmund und auf dem Zickerschen Höft, fährt Velo durch den flachen Westen, beobachtet Kraniche und besucht Stralsund und Hiddensee. Die Ostsee wird selten wärmer als 20 Grad, das Baden ist hier ohnehin ein kurzes Vergnügen.

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