Hamburg

Deutschland · Berlin & Norden · Reiseguide

Hamburg

Was ein verlängertes Wochenende an der Elbe wirklich kostet, warum die Hafenfähre 62 die beste Hafenrundfahrt der Stadt ist und wie du in die Elbphilharmonie kommst, ohne ein Jahr vorher zu buchen.

Foto: Sameh Swaiss / Pexels

Was kostet deine Reise nach Hamburg?

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1'630 CHF
≈ 815 CHF pro Person
  • Anreise 360 CHF
  • Unterkunft 650 CHF
  • Essen 450 CHF
  • Transport vor Ort 50 CHF
  • Konzert in der Elbphilharmonie (Grosser Saal) 120 CHF

Schätzwerte zur Orientierung, keine Buchungspreise. Anreise heisst hier Bahn oder Auto ab der Schweiz, hin und zurück pro Person. Hotels schwanken saisonal stark, aktuelle Preise findest du über die Links weiter unten.

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Euro (EUR). Deutschland ist bargeldfreundlicher als die Schweiz: In Bäckereien, Kiosken und kleinen Lokalen heisst es oft «nur Bargeld», Kartenzahlung geht aber fast überall ab CHF 10. Trinkgeld 5 bis 10 Prozent, beim Bezahlen aufrunden und den Betrag nennen. Anreise: Anreise mit Bahn (DB), Auto oder Flug, je nach Ziel 1 bis 8 Stunden.

Hotel-Empfehlungen

Neun Optionen in drei Preisklassen – jeweils die Häuser mit den besten Bewertungen auf Booking.com.

Budget

Superbude St. Pauli

St. Pauli (Juliusstrasse), Hamburg

Hostel und Hotel in einem, bunt, laut, mit Gemeinschaftsküche und Astra im Kühlschrank, zwischen Schanze und Reeperbahn. Doppelzimmer mit eigenem Bad ab CHF 80, Mehrbettzimmer ab CHF 30. Für alle, die abends auf St. Pauli unterwegs sind und morgens länger schlafen.

ab CHF 80 / Nacht Ansehen →

Motel One Hamburg am Michel

Neustadt (Ludwig-Erhard-Strasse), Hamburg

Budgetkette direkt am Michel, Landungsbrücken und Speicherstadt zu Fuss in zehn Minuten, Reeperbahn in 15. Kleine, gut gemachte Zimmer, Lobby-Bar mit Hafenstimmung. Die beste Lage der Stadt für den Preis, deshalb früh buchen.

ab CHF 100 / Nacht Ansehen →

Generator Hamburg

St. Georg (am Hauptbahnhof), Hamburg

Designhostel direkt am Hauptbahnhof, praktisch für Nachtzug und Flughafen-S-Bahn, mit Bar und Kunsthalle gegenüber. Schlafsäle ab CHF 30, Privatzimmer ab CHF 75. Die Umgebung Richtung Steindamm ist abends rau, der Weg zur Alster dafür kurz.

ab CHF 75 / Nacht Ansehen →

Mittelklasse

25hours Hotel HafenCity

HafenCity (Überseeallee), Hamburg

Hotel im Seemannsheim-Look mit Kojen statt Zimmern, Sauna mit Hafenblick auf dem Dach und dem Restaurant Heimat. Elbphilharmonie und Speicherstadt in zehn Minuten zu Fuss, U4 vor der Tür. Für Design-Reisende, denen HafenCity abends nicht zu still ist.

ab CHF 140 / Nacht Ansehen →

Hotel Hafen Hamburg

St. Pauli (Seewartenstrasse), Hamburg

Ehemaliges Seemannsheim von 1858 auf dem Hügel über den Landungsbrücken, mit dem besten Hafenblick der Mittelklasse und der Tower Bar im 12. Stock. Zimmer im Altbau sind charmanter als im Anbau, Hafenseite unbedingt buchen. Reeperbahn fünf Minuten, Speicherstadt 15.

ab CHF 150 / Nacht Ansehen →

Ruby Lotti Hotel Hamburg

Altstadt (Steinstrasse), Hamburg

Lean-Luxury-Kette mit kleinen, schlau eingerichteten Zimmern, Dachterrasse und Bar, mitten in der Altstadt zwischen Rathaus, Hauptbahnhof und Speicherstadt. Kein Restaurant, kein Schnickschnack, dafür ruhig und zu Fuss überall hin. Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis unter der Woche.

ab CHF 120 / Nacht Ansehen →

Luxus

Fairmont Hotel Vier Jahreszeiten

Neustadt (Binnenalster), Hamburg

Das Hamburger Grand Hotel seit 1897, direkt an der Binnenalster, mit Antiquitäten, Zwei-Sterne-Restaurant Haerlin und einer Lobby, in der Hamburgs Kaufleute Kaffee trinken. Zimmer zur Alster sind die teureren und die richtigen. Für die klassische hanseatische Variante.

ab CHF 420 / Nacht Ansehen →

The Fontenay Hamburg

Rotherbaum (Aussenalster), Hamburg

Neubau von 2018 direkt am Ufer der Aussenalster, rund, weiss, mit Dachpool und Spa über den Baumkronen. Zwei-Sterne-Restaurant Lakeside, Innenstadt in 15 Minuten zu Fuss oder mit dem Alsterdampfer. Für Ruhe und Wasser statt Hafenlärm.

ab CHF 400 / Nacht Ansehen →

The Westin Hamburg

HafenCity (Elbphilharmonie), Hamburg

Das Hotel in der Elbphilharmonie, Zimmer in den Stockwerken 9 bis 20 mit Blick auf Hafen oder Stadt, Zugang zur Plaza ohne Ticket. Pool und Spa, Zimmer mit Wasserblick sind die Reise wert. Für alle, die wegen eines Konzerts kommen und danach den Lift nehmen wollen.

ab CHF 300 / Nacht Ansehen →

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Erlebnisse, die sich lohnen

Barkassenfahrt durch Speicherstadt und Hafen

Die kleinen Boote fahren durch die Fleete der Speicherstadt unter den niedrigen Brücken durch und danach zu den Containerterminals. Eine Stunde CHF 20 bis 25 ab Landungsbrücken, bei Niedrigwasser fällt die Speicherstadt weg, Tidekalender prüfen.

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Elbphilharmonie: Plaza und Führung

Plaza in 37 Metern Höhe gratis, Zeitfenster online für CHF 2 reservieren. Die einstündige Führung durch Foyers und Grossen Saal kostet CHF 18 und ist die einzige Möglichkeit, den Saal ohne Konzert zu sehen. Konzertkarten ab CHF 15 bis 30 für hintere Plätze.

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Miniatur Wunderland

Die grösste Modelleisenbahn der Welt in der Speicherstadt, mit Flughafen, Schweiz, Italien und Südamerika, CHF 20, drei Stunden vergehen schnell. Ohne Online-Zeitfenster stehst du bis zu zwei Stunden an, Abendslots ab 19 Uhr sind leerer.

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St. Pauli und Reeperbahn Kieztour

Geführter Rundgang über Reeperbahn, Grosse Freiheit und Hans-Albers-Platz mit Beatles-Geschichte und Rotlicht-Erklärung, zwei Stunden ab CHF 25, abends besser als nachmittags. Ehemalige Türsteher und Kiezgrössen führen, der Ton ist direkt.

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Fischmarkt am Sonntagmorgen

Sonntag von 5 bis 9.30 Uhr (Winter ab 7 Uhr) in Altona: Marktschreier, Obstkisten, Fischbrötchen, in der Fischauktionshalle Livemusik und Frühstück für CHF 15 bis 20. Gratis, mit der S-Bahn bis Reeperbahn oder Königstrasse, dann zehn Minuten zu Fuss.

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Speicherstadt zu Fuss mit Speicherstadtmuseum

Die grösste Lagerhausstadt der Welt, UNESCO-Welterbe, am schönsten in der Dämmerung mit Beleuchtung. Das Speicherstadtmuseum (CHF 6) erklärt Kaffee, Tee und Teppichhandel, das Internationale Maritime Museum (CHF 17) füllt einen Regentag. Geführter Rundgang ab CHF 15.

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Michel und Alter Elbtunnel

Der Turm der Hauptkirche St. Michaelis für CHF 8, 452 Stufen oder Lift, bester Blick über Hafen und Stadt. Danach zu Fuss zu den Landungsbrücken und gratis durch den Alten Elbtunnel von 1911 nach Steinwerder, von dort der klassische Hamburg-Blick.

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Alsterrundfahrt oder Tretboot

Die Alsterdampfer fahren in einer Stunde über Binnen- und Aussenalster vorbei an den Villen von Harvestehude, CHF 20. Günstiger und schöner: Tretboot, Kanu oder Stand-up-Paddle ab den Verleihen an der Aussenalster für CHF 15 bis 25 pro Stunde.

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Tagesausflug Lübeck

Holstentor, Altstadtinsel, Marienkirche und Niederegger-Marzipan, 45 Minuten mit dem Regionalzug, mit Deutschlandticket inklusive, sonst CHF 30 hin und zurück. Geführte Tagestour ab Hamburg ab CHF 60, auf eigene Faust einfacher.

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Essen & Trinken

Hamburg isst Fisch, Brot und Deftiges, und zwar oft im Stehen: Fischbrötchen am Hafen, Franzbrötchen beim Bäcker, Labskaus im Traditionslokal. Dazu kommt mit der HafenCity und der Schanze eine junge Küche mit Preisen, die unter denen von Zürich liegen, aber über denen von Berlin.

Fischbrötchen

Brücke 10 an den Landungsbrücken oder die Stände am Fischmarkt in Altona am Sonntag

Brötchen mit Bismarckhering, Matjes, Backfisch oder Krabben, Zwiebeln, Remoulade. Das Hamburger Nationalgericht für CHF 4 bis 8, Krabben am teuersten. Im Stehen, mit Blick auf die Elbe.

Tipp:Matjes ist der mildeste Einstieg, Bismarck der sauerste; die Möwen sind schneller als du.

Franzbrötchen

Jede Hamburger Bäckerei, besonders gut in Ottensen und in der Schanze

Plunderteig mit Zimt und Zucker, plattgedrückt und karamellisiert, Hamburgs Antwort auf das Croissant. CHF 1.80 bis 3 beim Bäcker, mit Streuseln oder Schokolade als Variante.

Tipp:Das Original ist nur mit Zimt, alles andere ist Spielerei.

Labskaus

Old Commercial Room gegenüber dem Michel oder die Gaststätten am Fischmarkt

Pökelfleisch, Kartoffeln und Rote Bete püriert, dazu Spiegelei, Rollmops und Gewürzgurke. Sieht aus wie ein Unfall, schmeckt wie Seefahrt. CHF 16 bis 22 im Traditionslokal.

Tipp:Einmal bestellen, teilen, danach weisst du, ob du dazugehörst.

Pannfisch mit Senfsauce

Fischlokale an den Landungsbrücken und in Övelgönne

Gebratene Fischstücke vom Vortag mit Bratkartoffeln und Senfsauce, das ehrliche Hamburger Resteessen, heute Klassiker. CHF 18 bis 26.

Tipp:Die Mittagskarte ist oft 30 Prozent günstiger als abends.

Finkenwerder Scholle

Fischrestaurants in Finkenwerder (mit der Fähre 62) oder in Blankenese

Ganze Scholle, in Butter gebraten, mit Speck, Zwiebeln und Krabben, benannt nach dem Fischerdorf auf der anderen Elbseite. CHF 22 bis 32, Saison Mai bis Oktober.

Tipp:Schollensaison ist der Sommer, im Winter kommt sie aus dem Tiefkühler.

Rote Grütze mit Vanillesauce

Traditionslokale in der Innenstadt und die Fischauktionshalle am Sonntag

Rote Beeren, eingedickt, mit Vanillesauce oder flüssiger Sahne, das norddeutsche Dessert. CHF 5 bis 8 als Nachtisch.

Tipp:Mit Sahne ist die Hamburger Art, mit Vanillesauce die dänische.

Astra und Mettbrötchen

Kioske und Eckkneipen in St. Pauli und in der Schanze

Das St.-Pauli-Bier mit dem Herz-Anker, CHF 3 bis 5, und dazu rohes Hackfleisch mit Zwiebeln auf dem Brötchen, CHF 3 bis 4. Zusammen das Frühstück nach einer Nacht auf dem Kiez.

Tipp:Mett ist roh und frisch, nur beim Metzger oder Bäcker kaufen, nie nachmittags.

Currywurst in der Schanze

Erikas Eck an der Sternstrasse in der Schanze, das Nachtlokal der Taxifahrer

Auch Hamburg hat Imbisskultur: Currywurst mit Pommes für CHF 6 bis 8, oft bis tief in die Nacht, dazu Schnitzel in Tellergrösse.

Tipp:Erikas Eck ist von früh bis spät offen, das Schnitzel reicht für zwei.

Food-Tour buchen: Hamburg

Mit Guide durch Märkte und Lokale, inklusive Kostproben.

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Geschichte & Hintergrund

Hamburg nennt sich Freie und Hansestadt, und beides ist Programm. Gegründet wurde die Hammaburg um 810 unter Karl dem Grossen als Missionsstützpunkt gegen die Dänen und Slawen, an der Stelle, wo heute der Domplatz liegt. Der Aufstieg begann 1189, als Kaiser Friedrich Barbarossa der Stadt Zollfreiheit auf der Elbe bis zur Nordsee gewährte, ein Privileg, das Hamburg bis heute als Geburtsurkunde seines Hafens feiert. Im Bund mit Lübeck wurde Hamburg im 13. Jahrhundert zu einem Zentrum der Hanse, die den Handel zwischen Nowgorod, Bergen, Brügge und London kontrollierte. Die Stadt blieb protestantisch, republikanisch und stolz auf ihre Unabhängigkeit: keine Fürsten, keine Residenz, sondern Kaufleute, die sich im Rathaus selbst regierten. Der Grosse Brand von 1842 zerstörte ein Drittel der Innenstadt, das Rathaus von 1897 und die Alsterarkaden entstanden danach. 1888 trat Hamburg dem deutschen Zollgebiet bei und baute als Ausgleich die Speicherstadt als Freihafen, dafür wurden 20'000 Menschen aus den Gängevierteln umgesiedelt. Von hier aus wanderten fünf Millionen Europäer über die Hapag nach Amerika aus, die BallinStadt erinnert daran. Die Operation Gomorrha im Juli 1943 vernichtete in einem Feuersturm grosse Teile der Stadt und tötete rund 35'000 Menschen. Nach dem Krieg wurde Hamburg Medienstadt und Containerhafen, die Beatles spielten 1960 bis 1962 auf St. Pauli, die Sturmflut von 1962 kostete 315 Menschen das Leben und machte Helmut Schmidt bekannt. Seit 2008 wächst die HafenCity auf alten Hafenflächen, 2017 öffnete die Elbphilharmonie nach zehn Jahren Bau und 866 Millionen Euro Kosten, und die Speicherstadt ist seit 2015 UNESCO-Welterbe.

Insider-Tipps

Anreise: Flug ab Zürich, Nachtzug ab Basel, ICE ab Basel

Swiss und Eurowings fliegen ab Zürich mehrmals täglich nach Hamburg (HAM), 1 Stunde 30 Minuten, hin und zurück ab CHF 90, meist CHF 130 bis 220. Der Flughafen liegt in der Stadt: S1 zum Hauptbahnhof in 25 Minuten, CHF 3.50, kein Shuttle nötig. Ab Basel und Genf fliegt easyJet. Der ÖBB Nightjet verbindet Zürich und Basel über Nacht mit Hamburg, Abfahrt am Abend, Ankunft gegen 9 Uhr am Hauptbahnhof oder in Altona, Liegewagen ab CHF 80, Schlafwagen ab CHF 150 pro Richtung. Tagsüber fährt der ICE ab Basel SBB direkt nach Hamburg in rund 7 Stunden, ab Zürich mit Umstieg in Basel in 8 Stunden, Sparpreise ab CHF 40 pro Richtung bei früher Buchung, Halbtax gilt nur bis zur Grenze. Das Auto brauchst du nicht: 900 Kilometer ab Zürich, 9 Stunden, in Hamburg Parkhäuser für CHF 25 bis 35 pro Tag und Umweltzone. In der Stadt fährst du mit dem HVV: Tageskarte CHF 8, 9-Uhr-Tageskarte für Gruppen bis fünf Personen CHF 14, und das Ticket gilt auch auf den Hafenfähren, was Hamburg von jeder anderen Hafenstadt unterscheidet. Die Innenstadt zwischen Rathaus, Speicherstadt und Landungsbrücken läufst du zu Fuss, St. Pauli und Schanze sind eine U-Bahn-Station weiter, Blankenese ist 20 Minuten S-Bahn. StadtRAD-Leihvelos sind die ersten 30 Minuten gratis.

Unterkunft: HafenCity, St. Pauli oder Alster, nicht Hauptbahnhof

Das Quartier rund um den Hauptbahnhof mit Steindamm und St. Georg hat die meisten günstigen Hotels und ist abends unangenehm, besonders Richtung Hansaplatz. Besser: Neustadt rund um den Michel (zentral, ruhig, zu Fuss überall hin), HafenCity (Neubauten, Elbphilharmonie vor der Tür, nachts still), St. Pauli und Schanze (laut, lebendig, nah am Hafen, Reeperbahn in Hörweite), Ottensen und Altona (Quartierleben, S-Bahn nach Mitte 8 Minuten) oder die Aussenalster für die gediegene Variante mit Rotherbaum und Harvestehude. Die ehrlichen Preise: Hostelbett CHF 30 bis 45, Motel One und Ibis CHF 90 bis 140, Mittelklasse CHF 120 bis 180, Vier Jahreszeiten und Fontenay ab CHF 400. Hamburg ist eine Messe- und Musicalstadt: Wenn ein grosses Musical startet, eine Kreuzfahrt-Saison beginnt oder der Hafengeburtstag im Mai ansteht, kosten dieselben Zimmer das Doppelte. Der Hafengeburtstag (erstes Maiwochenende) und die Cruise Days (alle zwei Jahre im September) sind spektakulär, aber buche dann vier Monate vorher. Kultur- und Tourismustaxe liegt bei 3 bis 6 Prozent, je nach Zimmerpreis. Wochenenden sind teurer als Wochentage, weil Hamburg ein Städtereiseziel ist; ein Sonntag-bis-Dienstag-Aufenthalt spart gegenüber Freitag bis Sonntag gern 30 Prozent.

Kostenfallen und Spartricks: Fähre 62, Plaza-Ticket, Miniatur Wunderland

Die klassische Hafenrundfahrt ab Landungsbrücken kostet CHF 22 bis 28 für eine Stunde mit Mikrofondurchsage und Witzen. Die Hafenfähre 62 fährt dieselbe Strecke bis Finkenwerder mit normalem HVV-Ticket, du steigst in Neumühlen aus, gehst am Elbstrand Övelgönne entlang und fährst zurück. Für die Speicherstadt und die Fleete brauchst du eine Barkasse, die kleinen Boote sind es wert, CHF 20 bis 25, Hochwasser vorausgesetzt. Die Elbphilharmonie-Plaza in 37 Metern Höhe ist gratis, online reservierst du ein Zeitfenster für CHF 2 Gebühr und stehst nicht in der Schlange. Konzerte im Grossen Saal sind oft ausverkauft, aber nicht immer: Die Vorverkaufsstarts im Juni und Dezember, Konzerte unter der Woche und die Restkarten an der Abendkasse ab 60 Minuten vor Beginn sind deine Chance, Karten ab CHF 15 bis 30 für hintere Ränge, die akustisch fast gleich gut sind. Das Miniatur Wunderland ist die meistbesuchte Attraktion Deutschlands und wirklich sehenswert, CHF 20, aber ohne Online-Zeitfenster wartest du zwei Stunden; die Abendslots ab 19 Uhr sind leerer. Der Michel-Turm kostet CHF 8, der Blick ist besser als der von der Plaza. Alter Elbtunnel, Fischmarkt, Planten un Blomen mit Wasserlichtkonzert im Sommer, Alsterrundweg und die Blankeneser Treppen sind gratis. Taxis sind teuer, CHF 15 bis 20 für zehn Minuten, Nachtbusse und U-Bahn fahren am Wochenende durch.

Timing: Hafengeburtstag, Schietwetter und der Sonntag um 6 Uhr

Hamburg hat ein maritimes Klima: Es regnet in jedem Monat, selten lange, dafür waagrecht. Mai bis September ist die beste Zeit mit 18 bis 25 Grad, langen Abenden und Hamburgern, die am Elbstrand und an der Alster leben. Der Hafengeburtstag Anfang Mai bringt Grossegler, Schlepperballett und eine Million Besucher, der Schlagermove im Juli ist Karneval auf St. Pauli, der Dom (Jahrmarkt auf dem Heiligengeistfeld) läuft dreimal im Jahr je einen Monat. Oktober und November sind grau, die Hotels günstig, Theater und Elbphilharmonie in voller Saison. Dezember hat Weihnachtsmärkte am Rathaus und, als Hamburger Besonderheit, den «Santa Pauli» mit Glühwein und Striptease. Januar und Februar sind kalt, windig und die günstigste Zeit, Zimmer ab CHF 80. Der Fischmarkt in Altona findet nur Sonntag von 5 bis 9.30 Uhr statt (im Winter ab 7 Uhr), und der Trick ist, ihn nicht als Markt zu sehen, sondern als Ende der Nacht: St.-Pauli-Gänger kommen direkt von der Reeperbahn, in der Fischauktionshalle spielt um 6 Uhr eine Band. Komm um 7 Uhr, iss ein Fischbrötchen und geh dann schlafen. Zu Hause die Regenjacke einpacken, keinen Schirm, der dreht sich hier um.

Unterschätzt: Övelgönne, Blankenese, Ottensen und die Alster zu Fuss

Die meisten laufen Speicherstadt, Landungsbrücken, Reeperbahn und fahren wieder heim. Hamburg wird dort besser, wo es Alltag ist. Der Elbstrand in Övelgönne ist ein richtiger Sandstrand mit Blick auf die Containerterminals, du erreichst ihn mit der Fähre 62 und läufst flussabwärts bis zur Strandperle, dem bekanntesten Kiosk der Stadt. Von dort sind es 40 Minuten zu Fuss oder fünf Minuten mit der S-Bahn nach Blankenese, einem alten Fischerdorf mit Treppenviertel, 5'000 Stufen und Villen am Hang, oben der Süllberg mit Blick bis Stade. Ottensen hinter dem Bahnhof Altona ist das Quartier mit den Läden, Cafés und Kinos, in dem Hamburger wohnen würden, wenn sie es sich leisten könnten. Die Aussenalster umrundest du in zwei Stunden auf 7,4 Kilometern, mit Segelbooten, Ruderern und den Villen von Harvestehude, oder du mietest für CHF 20 pro Stunde ein Tretboot oder einen Stand-up-Paddler. Planten un Blomen ist der Stadtpark der Innenstadt mit japanischem Garten und Wasserlichtkonzerten im Sommer um 22 Uhr. Der Alte Elbtunnel von 1911 führt dich gratis unter der Elbe hindurch, von Steinwerder hast du den klassischen Blick auf die Landungsbrücken. Für einen Tagesausflug lohnt Lübeck: 45 Minuten mit dem Regionalzug, Holstentor, Marzipan und Altstadtinsel, mit Deutschlandticket gratis.

St. Pauli und die Reeperbahn: was du wirklich siehst

Die Reeperbahn ist 930 Meter Spielhallen, Bars, Musicaltheater, Dönerläden und Sexshops, und sie ist um Mitternacht am Samstag voller Junggesellenabschiede aus Dänemark. Das echte St. Pauli liegt in den Nebenstrassen: die Grosse Freiheit mit Clubs wie dem Grossen Freiheit 36 und dem Indra, in dem die Beatles 1960 zuerst spielten, der Hans-Albers-Platz, das Paul-Roosen-Viertel mit kleinen Bars, das Karoviertel am Schlachthof und die Schanze mit Rote Flora, Piazza und Kneipen an der Schulterblatt. Die Herbertstrasse ist für Frauen und Minderjährige gesperrt und auch für Männer keine Sehenswürdigkeit. Musicals (König der Löwen, Disney-Produktionen) kosten CHF 60 bis 150 und sind für viele Deutsche der Grund für die Reise; wenn du gehst, nimm die Fähre zum Theater im Hafen, sie ist im Ticket inbegriffen. Der FC St. Pauli ist Kult: Heimspiele am Millerntor sind ausverkauft, eine Stadionführung kostet CHF 15, und die Kneipen rund ums Stadion sind an Spieltagen das eigentliche Erlebnis. Trinken ist hier Astra, das Bier mit dem Herz-Anker, CHF 3 bis 4 im Kiosk, CHF 4 bis 5 in der Bar. Die Davidwache an der Ecke ist das bekannteste Polizeirevier Deutschlands. Nachts ist St. Pauli belebt und in Ordnung, Taschendiebe arbeiten vor den Clubs, das Portemonnaie bleibt vorne.

Häufige Fragen zu Hamburg

Wie komme ich ab der Schweiz nach Hamburg, und was kostet es?

Flug ab Zürich mit Swiss oder Eurowings, 1 Stunde 30 Minuten, hin und zurück CHF 130 bis 220, S-Bahn vom Flughafen in 25 Minuten für CHF 3.50. Oder der ÖBB Nightjet ab Zürich und Basel über Nacht, Liegewagen ab CHF 80 pro Richtung, Ankunft morgens. Der ICE ab Basel braucht 7 Stunden direkt. Ein Auto brauchst du in Hamburg nicht, das HVV-Ticket gilt sogar auf den Hafenfähren.

Wie viele Tage braucht man für Hamburg?

Zwei volle Tage für Speicherstadt, HafenCity mit Elbphilharmonie-Plaza, Hafenfähre, Michel, Rathaus und einen Abend auf St. Pauli. Mit dem Fischmarkt am Sonntagmorgen, Blankenese, Alsterrundweg, Miniatur Wunderland und einem Konzert sind es vier Tage. Hamburg ist kompakt, die Wege sind kürzer als in Berlin, dafür verlierst du bei Regen gern einen halben Tag im Café, und das ist in Ordnung.

Wie komme ich an Karten für die Elbphilharmonie?

Die Plaza ist gratis, online mit Zeitfenster für CHF 2 reservieren. Konzerte im Grossen Saal gehen an den Vorverkaufsstarts im Juni und Dezember weg, aber unter der Woche, bei weniger bekannten Orchestern und im Kleinen Saal bekommst du Karten ab CHF 15 bis 30. Restkarten gibt es ab 60 Minuten vor Beginn an der Abendkasse. Die hinteren Ränge sind akustisch fast gleichwertig, der Saal ist ein Weinberg, kein Schuhkarton.

Wann ist die beste Reisezeit für Hamburg?

Mai bis September, wenn Elbstrand, Alster und Biergärten leben. Der Hafengeburtstag Anfang Mai ist das grösste Fest, aber Hotels kosten dann das Doppelte. Oktober bis März ist grau und günstig, mit voller Kultursaison; Dezember hat die Weihnachtsmärkte. Regen gibt es in jedem Monat, pack die Regenjacke ein. Wochentage sind deutlich günstiger als Wochenenden.

Lohnt sich die Hafenrundfahrt?

Die grosse Rundfahrt mit Durchsage für CHF 25 kannst du dir sparen: Die HVV-Fähre 62 ab Landungsbrücken fährt dieselbe Elbe bis Finkenwerder für den Preis eines Tagestickets, mit Blick auf Docks, Elbphilharmonie und Containerterminals. Was sich lohnt, ist die Barkassenfahrt durch die Speicherstadt und die Fleete, weil nur die kleinen Boote unter den Brücken durchpassen, CHF 20 bis 25, bei Hochwasser fahren.

Wie teuer ist Hamburg im Vergleich zu Zürich und Berlin?

Hamburg ist die teuerste deutsche Grossstadt nach München, aber immer noch rund 30 Prozent günstiger als Zürich: Mittagessen CHF 14 bis 18, Bier CHF 4.50, Mittelklasse-Doppelzimmer CHF 120 bis 180, Fischbrötchen CHF 5 bis 7. Gegenüber Berlin zahlst du für Hotels 10 bis 20 Prozent mehr. Rechne mit CHF 110 bis 140 pro Tag und Person inklusive Hotel, Konzert und Musical extra.

Routen mit diesem Ziel

Aktivitäten in der Region

Veranstaltungen

Mai 7

Hamburger Hafengeburtstag

Fest

7. Mai 2027 Wochenende um den 7. Mai, drei Tage; 2027 voraussichtlich 7. bis 9. Mai

Das grösste Hafenfest der Welt feiert den Freibrief von 1189, mit dem Hamburg Zollfreiheit auf der Elbe bekam: Drei Tage lang reihen sich Bühnen, Buden und Fahrgeschäfte auf rund sechs Kilometern vom Fischmarkt bis in die HafenCity, über eine Million Besucher kommen. Die Höhepunkte spielen sich auf dem Wasser ab: die Einlaufparade mit Grosseglern, Marineschiffen und Kreuzfahrern am Freitag, das Schlepperballett am Samstagnachmittag, bei dem tonnenschwere Schlepper zu Walzermusik tanzen, und das Feuerwerk am Samstagabend. Alles am Ufer ist gratis, Hafenrundfahrten kosten rund CHF 25 bis 40 (EUR 25 bis 40) und sind während der Paraden das Beste, was du machen kannst. Die Landungsbrücken sind nachmittags so voll, dass S- und U-Bahn-Stationen zeitweise geschlossen werden. Hotels sind an diesem Wochenende voll und teurer, die Stadt ist aber gross genug, dass du ausserhalb von St. Pauli noch Zimmer findest.

Für Reisende: Die Auslaufparade am Sonntagnachmittag ist weniger überlaufen als die Einlaufparade; einen guten Blick ohne Gedränge hast du vom Altonaer Balkon oder vom Fähranleger Dockland.

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