Bregenz und Bodensee

Österreich · Arlberg, Ötztal & Vorarlberg · Reiseguide

Bregenz und Bodensee

Was ein Festspielabend auf der Seebühne wirklich kostet, warum Bregenz auch ohne Oper eine Reise wert ist und wie du in 1,5 Stunden ab Zürich im Bregenzerwald beim Käse sitzt.

Foto: Wolfgang Weiser / Pexels

Was kostet deine Reise nach Bregenz und Bodensee?

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1'715 CHF
≈ 858 CHF pro Person
  • Anreise 100 CHF
  • Unterkunft 750 CHF
  • Essen 550 CHF
  • Transport vor Ort 75 CHF
  • Festspiel-Ticket Seebühne (mittlere Kategorie) 240 CHF

Schätzwerte zur Orientierung, keine Buchungspreise. Anreise heisst hier Bahn oder Auto ab der Schweiz, hin und zurück pro Person. Hotels schwanken saisonal stark, aktuelle Preise findest du über die Links weiter unten.

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Euro (EUR). Karten gehen fast überall, Hütten und Würstelstände wollen oft Bargeld. Trinkgeld ist Pflicht im Gefühl der Österreicher: 5 bis 10 Prozent, beim Bezahlen «stimmt so» sagen. Die Kurtaxe von CHF 2 bis 4 pro Nacht kommt in Skiorten zum Hotelpreis dazu. Anreise: Anreise mit Bahn (ÖBB Railjet), Auto oder Flug nach Wien, 2 bis 8 Stunden.

Hotel-Empfehlungen

Neun Optionen in drei Preisklassen – jeweils die Häuser mit den besten Bewertungen auf Booking.com.

Budget

JUFA Hotel Bregenz

Mehrerau, Bregenz

Familien- und Jugendhotel am westlichen Stadtrand, wenige Schritte vom Seeufer und vom Strandbad, 15 Minuten zu Fuss zur Seebühne. Einfache, saubere Zimmer, Frühstücksbuffet, Velos zu mieten. Für Familien und alle mit kleinem Budget.

ab CHF 95 / Nacht Ansehen →

Hotel Garni Bodensee

Innenstadt, Bregenz

Dreisternhaus an der Kornmarktstrasse, fünf Minuten zu Bahnhof und See. Schlichte Zimmer, gutes Frühstück, familiär geführt, kein Restaurant. Für Festspielgäste, die zentral schlafen und das Geld für die Karten brauchen.

ab CHF 110 / Nacht Ansehen →

Hotel Gasthof Lamm

Mehrerau, Bregenz

Grosser Gasthof mit Hotelbetrieb in der Mehrerau, rund 1,5 Kilometer westlich des Zentrums, zu Fuss zu Festspielhaus und Seeufer. Zimmer ohne Schnickschnack, österreichische Küche im Haus, Gratisparkplatz. Für Autofahrer und ein oder zwei Nächte rund um einen Festspielabend.

ab CHF 100 / Nacht Ansehen →

Mittelklasse

Hotel Weisses Kreuz

Innenstadt, Bregenz

Viersternhaus mit langer Geschichte zwischen Bahnhof und Kornmarkt, mit Sauna, gutem Frühstück und Zimmern, die zuletzt renoviert wurden. Zur Seebühne fünf Minuten. Für Paare und Festspielgäste, die zentral und ruhig wohnen wollen.

ab CHF 160 / Nacht Ansehen →

Hotel Schwärzler

Landstrasse, Bregenz

Viersternhotel am Stadtrand Richtung Pfänder mit grossem Garten, Pool und bekannter Küche, Stadtbus vor der Tür. Ruhiger als die Innenstadt, Parkplatz gratis. Für Autoreisende und alle, die den Bregenzerwald von Bregenz aus erkunden.

ab CHF 170 / Nacht Ansehen →

Mercure Bregenz City

Bahnhof, Bregenz

Kettenhotel direkt am Bahnhof und am Seeufer, moderne Zimmer, einige mit Seeblick, Sauna im Haus. Zur Seebühne fünf Minuten, zum Schiff drei. Für Bahnreisende, die ohne Umwege zur Oper und zurück wollen.

ab CHF 150 / Nacht Ansehen →

Luxus

Seehotel am Kaiserstrand

Kaiserstrand, Lochau bei Bregenz

Vier-Sterne-Superior-Haus direkt am Seeufer in Lochau, mit eigenem Strand, Badehaus auf Stelzen im See, Spa und Restaurant mit Seeblick. Zur Seebühne mit Bus oder Velo zehn Minuten. Für ein Wochenende am Wasser mit Oper am Abend.

ab CHF 280 / Nacht Ansehen →

Hotel Post Bezau

Dorfzentrum, Bezau im Bregenzerwald

Traditionshaus in Bezau, von der Familie Kaufmann zu einem Wellnesshotel mit Vorarlberger Holzarchitektur, grossem Spa und Küche auf Haubenniveau gemacht. 45 Minuten von Bregenz. Für Gäste, die Bregenz am Abend und den Wald am Tag wollen.

ab CHF 350 / Nacht Ansehen →

Hotel Bayerischer Hof Lindau

Hafen, Lindau (Bodensee)

Grand Hotel von 1854 direkt am Hafen von Lindau mit Blick auf Löwe, Leuchtturm und die Alpen, mit Pool auf dem Dach und klassischem Service. Mit Zug oder Schiff in Minuten in Bregenz. Für alle, die Festspiele und eine Grand-Hotel-Nacht verbinden.

ab CHF 320 / Nacht Ansehen →

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Erlebnisse, die sich lohnen

Bregenzer Festspiele auf der Seebühne

Oper unter freiem Himmel vor 7'000 Zuschauern, Mitte Juli bis Mitte August, Beginn 21.15 Uhr. Tickets CHF 30 bis 450, mittlere Kategorien ab CHF 100 sind die besten. Im Herbst davor kaufen, unter der Woche gibt es länger Karten.

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Seebühnen-Führung

Tagsüber hinter die Kulissen des Bühnenbilds mit Technik, Akustik und Geschichte, rund eine Stunde, Eintritt um CHF 10, mit Freizeitkarte gratis. Auch ausserhalb der Festspielzeit, solange das Bühnenbild steht, also meist bis Herbst des zweiten Jahres.

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Pfänderbahn und Alpenwildpark

Seilbahn von der Innenstadt auf 1'064 Meter mit Blick über den ganzen Bodensee und auf 240 Gipfel, Berg- und Talfahrt rund CHF 16. Oben Alpenwildpark gratis, Greifvogelschau im Sommer CHF 8, Wanderwege. Zu Fuss hinunter 90 Minuten, zwei bis drei Stunden insgesamt.

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Kunsthaus Bregenz

Glaskubus von Peter Zumthor am Seeufer mit vier grossen Wechselausstellungen pro Jahr internationaler Gegenwartskunst. Eintritt rund CHF 12, Kombiticket mit Vorarlberg Museum CHF 14, Führungen am Wochenende. Anderthalb Stunden, das Gebäude allein lohnt den Besuch.

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Vorarlberg Museum

Landesmuseum am Kornmarkt mit römischem Brigantium, Angelika Kauffmann, Alltagskultur und Architektur Vorarlbergs, in einem Bau mit Fassade aus Betonblüten. Eintritt rund CHF 10, am ersten Sonntag im Monat gratis, zwei Stunden mit Café im Dachgeschoss.

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Schifffahrt nach Lindau

Mit dem Kursschiff ab Hafen Bregenz in 30 Minuten zur Insel Lindau, einfache Fahrt rund CHF 12, mit Freizeitkarte gratis. Hafen mit Löwe und Leuchtturm, Altstadt mit Maximilianstrasse, zurück mit Zug in zehn Minuten. Ein halber Tag, abends ist die Insel leer.

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Käsekeller Lingenau und Käsestrasse

Reifekeller mit 30'000 Laiben Bregenzerwälder Bergkäse, Führung mit Degustation rund CHF 10, Hofladen daneben. Mit dem Landbus eine Stunde ab Bregenz, mit dem Auto 35 Minuten. Mit Schwarzenberg und Bezau zu einem Tag im Bregenzerwald kombinieren.

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Rappenlochschlucht Dornbirn

Schlucht mit Stegen, Wasserfall und Staufensee, 15 Zugminuten von Bregenz, Einstieg bei Gütle. Gratis, eine Stunde bis zum See, zwei bis drei mit Rückweg. Daneben das Rolls-Royce Museum (CHF 12) und in Dornbirn die inatura für Kinder (CHF 13).

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Bregenzerwald Umgang in Schwarzenberg und Andelsbuch

Architektur-Spaziergänge durch die Holzbaudörfer mit erklärenden Stelen, dazu der Werkraum Bregenzerwald von Peter Zumthor in Andelsbuch (Eintritt rund CHF 8) und das Angelika-Kauffmann-Museum in Schwarzenberg (CHF 8). Gratis unterwegs, ein halber Tag pro Dorf.

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Essen & Trinken

Vorarlberg isst anders als der Rest Österreichs: alemannisch, mit Käse, Maisgriess und Fisch aus dem See, näher an der Ostschweiz und am Allgäu als an Wien. Bregenz hat die Felchen und den Kornmarkt, der Bregenzerwald hat 150 Käsereien und Gasthöfe, in denen Bauernküche mit Hauben gekocht wird. Teuer ist es nur am Hafen mit Seeblick.

Käsknöpfle

Gasthaus Kornmesser am Kornmarkt in Bregenz, Gasthöfe im Bregenzerwald

Vorarlberger Kässpätzle mit Bergkäse, Rässkäse und Sura Kees, Röstzwiebeln und Kartoffelsalat, in der Pfanne serviert. CHF 15 bis 20, das Nationalgericht des Landes.

Tipp:Im Bregenzerwald werden sie mit Apfelmus serviert, das gehört dazu und ist kein Dessert.

Bodenseefelchen

Wirtshaus am See neben dem Festspielhaus, Fischlokale in Lindau

Felchenfilet aus dem See, gebraten oder «Müllerin», mit Kartoffeln und Salat. Am Hafen CHF 28 bis 34, in den Gasthöfen der Innenstadt CHF 22 bis 26. Fangfrisch von Mai bis Oktober.

Tipp:Nachfragen, ob der Fisch aus dem Bodensee ist, bei Felchen ist das nicht mehr selbstverständlich.

Bregenzerwälder Bergkäse

Käsekeller Lingenau, Dorfsennereien in Schwarzenberg und Schoppernau, Wochenmarkt Bregenz

Heumilch-Hartkäse aus den Dorfsennereien des Waldes, von mild (sechs Monate) bis scharf (über zwei Jahre). Als Platte CHF 14 bis 18, im Hofladen CHF 18 bis 24 das Kilo.

Tipp:Der Wochenmarkt am Kornmarktplatz in Bregenz ist Dienstag und Freitag am Vormittag.

Riebel

Gasthöfe im Bregenzerwald, einzelne Frühstücksbuffets in Bregenz

Maisgriess, in Butter geröstet und krümelig gebraten, mit Apfelmus, Zucker oder Milchkaffee. Das Vorarlberger Bauernfrühstück, heute als Süssspeise CHF 9 bis 13.

Tipp:Es gibt ihn kaum ausserhalb Vorarlbergs, hier probieren oder nie.

Sura Kees und Käsesuppe

Berghäuser am Pfänder und Gasthöfe im Bregenzerwald

Säuerlicher Montafoner Magerkäse, mariniert oder als Basis für die Vorarlberger Käsesuppe mit Brotwürfeln. Suppe CHF 8 bis 11, Käse als Jause CHF 9 bis 12.

Tipp:Die Käsesuppe ist der richtige Einstieg, der marinierte Käse ist für Fortgeschrittene.

Funkaküachle

Bäckereien in der Bregenzer Innenstadt und in den Walddörfern

Hefeküchlein aus dem Fett, mit Zucker und Zimt, traditionell am Funkensonntag im Februar, wenn im ganzen Land die Funken brennen. CHF 3 bis 5 das Stück, in Bäckereien das ganze Jahr.

Tipp:Am Funkensonntag nach Fasnacht gratis am Feuer, mit Glühmost dazu.

Subirer und Obstbrand

Brennereien und Hofläden im Vorderwald und Rheintal, Gasthöfe in Bregenz

Edelbrand aus der Subirer-Birne, einer alten Vorarlberger Mostbirne, dazu Kirsch und Williams aus dem Rheintal. Ein Stamperl CHF 4 bis 6, eine Flasche aus der Brennerei CHF 30 bis 50.

Tipp:Der Subirer ist eines der eigenständigsten Produkte Vorarlbergs, in der Schweiz fast unbekannt.

Kaiserschmarrn mit Zwetschgenröster

Berghaus Pfänder, Gasthöfe im Bregenzerwald

Auch in Vorarlberg der Klassiker, am Pfänder frisch aus der Pfanne mit Blick über den See. CHF 12 bis 15, auf dem Berg etwas mehr.

Tipp:Am Pfänder nachmittags, wenn die Mittagsgäste weg sind und der See im Gegenlicht liegt.

Food-Tour buchen: Bregenz und Bodensee

Mit Guide durch Märkte und Lokale, inklusive Kostproben.

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Geschichte & Hintergrund

Bregenz ist eine der ältesten Städte am Bodensee. Die Kelten nannten den Ort Brigantion, die Römer machten um 15 vor Christus Brigantium daraus, einen Hafen mit Flottenstützpunkt, dessen Reste du im Vorarlberg Museum siehst. Im Mittelalter sassen die Grafen von Bregenz und später die Montforter auf der Oberstadt, dem befestigten Hügel über dem See, der bis heute mit Stadtmauer, Martinsturm und Fachwerkhäusern ein eigenes Dorf in der Stadt ist. 1451 und 1523 verkauften die Grafen die Stadt in zwei Hälften an die Habsburger, und Bregenz blieb bis 1918 österreichisch, mit einer kurzen bayerischen Zeit unter Napoleon. 1726 bekam der Martinsturm seine Zwiebelhaube, die grösste Barockkuppel Mitteleuropas. Im 19. Jahrhundert kamen die Textilindustrie, die Bahn aus Lindau und München (1872), der Hafen für die Dampfschiffe und die Pfänderbahn (1927), eine der ersten Seilbahnen Österreichs. 1946, im ersten Sommer nach dem Krieg, spielte das Wiener Symphonieorchester auf zwei Kieskähnen im Gondelhafen Mozarts «Bastien und Bastienne»: die Geburt der Bregenzer Festspiele. 1950 entstand die erste feste Seebühne, 1980 das Festspielhaus, und seit den 1990ern sind die Bühnenbilder mit dem riesigen Auge aus «Tosca» (2007, mit Auftritt im James-Bond-Film «Ein Quantum Trost») und dem Clownkopf aus «Rigoletto» (2019) weltbekannt. 1997 eröffnete Peter Zumthors Kunsthaus Bregenz, ein Glaskubus am See, der die Architekturwelt anzog und Vorarlberg zu dem Ort machte, an dem Holzbau und moderne Architektur zusammenfanden. Heute hat Bregenz 30'000 Einwohner, ist die kleinste Landeshauptstadt Österreichs und liegt näher an Zürich als an Innsbruck.

Insider-Tipps

Anreise: 1,5 Stunden ab Zürich mit der Bahn, Auto nur für den Wald

Ab Zürich HB fährt der ÖBB Railjet oder der Eurocity über St. Margrethen nach Bregenz, Fahrzeit 1 Stunde 30 bis 1 Stunde 50 Minuten, meist mit Umstieg in St. Margrethen oder direkt über Lindau nach München. Mit Halbtax kostet die einfache Fahrt rund CHF 20 bis 25, mit Sparbillett ab CHF 12; die Strecke bis St. Margrethen ist Schweizer Tarif, der Rest österreichischer, das Billett kaufst du bei der SBB durchgehend. Ab St. Gallen sind es 40 Minuten. Der Bahnhof Bregenz liegt direkt am See, fünf Minuten zu Fuss von Seebühne, Hafen und Innenstadt. Mit dem Auto brauchst du ab Zürich 1 Stunde 30 Minuten über die A1 und den Grenzübergang St. Margrethen, Vignette Österreich für 10 Tage CHF 12, in Bregenz kostet das Parken CHF 2 bis 3 pro Stunde, Tagesparkplätze am Festspielhaus CHF 10 bis 15. In der Stadt brauchst du kein Auto, alles liegt am Seeufer in Gehdistanz, und der Stadtbus fährt mit der Gästekarte gratis. Das Auto lohnt sich für den Bregenzerwald, wo der Landbus zwar gut fährt (Bregenz bis Bezau 50 Minuten, Linie 40 nach Egg und weiter), aber für Käsekeller, Hofläden und die Dörfer dazwischen eine eigene Mobilität bequemer ist. Nach Lindau fährst du mit Schiff, Zug oder auf dem Radweg am Ufer.

Die Festspiele: Seebühne, Tickets und was sie wirklich kosten

Die Bregenzer Festspiele dauern von Mitte Juli bis Mitte August und zeigen auf der Seebühne vor 7'000 Zuschauern jede zwei Jahre eine neue Oper, 2025 und 2026 ist es «Der Freischütz», dazu im Festspielhaus eine selten gespielte Oper und Konzerte. Die Tickets kosten CHF 30 bis 50 in den hintersten Reihen, CHF 100 bis 160 in der Mitte und bis CHF 450 vorne; die mittleren Kategorien sind die besten, weil die Bühne für die hinteren Reihen gebaut ist und du vorne den Nacken verdrehst. Der Vorverkauf startet im Herbst des Vorjahres, Wochenenden sind im Frühjahr ausverkauft, unter der Woche gibt es bis kurz vorher Karten. Die Vorstellung beginnt bei Einbruch der Dunkelheit um 21.15 Uhr und dauert ohne Pause rund zwei Stunden, bei Regen wird ins Festspielhaus verlegt, wo nur die ersten Kategorien Platz finden, der Rest bekommt das Geld zurück. Warm anziehen: Am See kühlt es nach 22 Uhr auch im Juli auf 15 Grad ab, Decken gibt es zu mieten. Danach fährt kein Zug mehr in die Schweiz (letzter Anschluss gegen 22 Uhr), du übernachtest also in Bregenz oder Lindau, und die Hotelpreise verdoppeln sich an Festspielabenden; wer eine Stunde Fahrt in Kauf nimmt, wohnt in Dornbirn oder im Bregenzerwald günstiger. Die Seebühnen-Führung tagsüber kostet rund CHF 10 und zeigt dir die Technik, auch ausserhalb der Saison.

Unterkunft: Seeufer, Oberstadt, Lindau oder gleich in den Wald

Bregenz hat weniger Hotels als man denkt, und während der Festspiele und der Dornbirner Messe sind sie voll. Ausserhalb kostet ein Mittelklasse-Doppelzimmer CHF 130 bis 180, ein einfaches Hotel CHF 90 bis 120, das Seehotel in Lochau ab CHF 250. An Festspielabenden rechne mit dem Doppelten und Mindestaufenthalten von zwei Nächten. Die Lage: Zwischen Bahnhof, Kornmarkt und Seeufer wohnst du mitten im Geschehen und bist in fünf Minuten an der Seebühne. Die Oberstadt ist ruhig, hübsch und ein steiler Fussmarsch vom See entfernt. Lochau, drei Kilometer Richtung Lindau, hat den Kaiserstrand mit dem Seehotel und dem Badehaus auf Stelzen, ein Ort für ein verlängertes Wochenende. Lindau auf der deutschen Seite, zehn Zugminuten entfernt, hat die schönere Altstadt auf der Insel und während der Festspiele oft noch freie Zimmer; deutsche Preise sind ähnlich wie die österreichischen. Die beste Alternative ist aber der Bregenzerwald, 30 bis 50 Minuten entfernt: Gasthöfe in Schwarzenberg, Bezau, Mellau und Schoppernau in der berühmten Holzarchitektur, ab CHF 120 mit Frühstück bis CHF 350 im Designhotel, mit der Bregenzerwald Card im Sommer gratis Bergbahnen und Busse. Buchen: Für Festspielabende im Winter davor, sonst zwei bis vier Wochen reichen, im Bregenzerwald für die Sommerferien zwei Monate vorher.

Kosten-Fallen und Spartricks: Festspiel-Hotels, Gästekarte, Käsestrasse

Bregenz ist für Schweizer günstig, und die wenigen Fallen sind klar: Hotelpreise an Festspielabenden, Parken im Zentrum und Restaurants mit Seeblick am Hafen, wo das Felchenfilet CHF 32 statt CHF 24 kostet. Dafür sind die Spartricks einfach. Die Bodensee-Vorarlberg Freizeitkarte (3 Tage rund CHF 65) macht Pfänderbahn, Schifffahrt auf dem ganzen Bodensee, Kunsthaus, Vorarlberg Museum, inatura in Dornbirn, Seebühnen-Führung und alle Busse und Bahnen in Vorarlberg gratis, und ab zwei Bergbahnen und einem Schiff ist sie bezahlt. Das Vorarlberg Museum und das Kunsthaus haben ein Kombiticket für rund CHF 14, am ersten Sonntag im Monat ist das Vorarlberg Museum gratis. Die Pfänderbahn kostet CHF 16 hin und zurück, der Aufstieg zu Fuss dauert 90 Minuten und ist gratis. Essen: Mittagsmenüs in der Innenstadt und am Kornmarkt kosten CHF 12 bis 16, abends zahlst du CHF 20 bis 30 für ein Hauptgericht, deutlich unter Zürich. Im Bregenzerwald gibt es für Gäste ab drei Nächten im Sommer die Bregenzerwald Card mit allen Bergbahnen und Bussen, und die Hofläden der Käsestrasse verkaufen Bergkäse für CHF 18 bis 24 das Kilo, den du in der Schweiz für das Doppelte bekommst; die Zollfreigrenze liegt bei CHF 150 pro Person, Käse ist bis 1 Kilo frei. Tanken in Vorarlberg kostet CHF 1.55 bis 1.65 pro Liter, rund 15 Rappen weniger als in der Schweiz.

Timing: Festspielsommer, Frühling und Herbst am See, Winter im Wald

Bregenz hat zwei Gesichter. Von Mitte Juli bis Mitte August dominieren die Festspiele: Die Stadt ist voll, die Hotels teuer, der Hafen abends ein Flanierort mit Sektglas, das Wetter meist warm, der See 22 bis 24 Grad. Wer die Oper will, kommt dann, am besten unter der Woche. Für alles andere sind Mai, Juni, September und Oktober besser: Pfänder mit klarer Sicht, Seeufer ohne Gedränge, Hotels zum Normalpreis, und im Bregenzerwald blühen im Juni die Wiesen und im September steigt das Vieh von den Alpen ab, mit Alpabtrieben in Schwarzenberg und Bezau. Juli ohne Festspielkarte ist der schlechteste Deal: hohe Preise ohne den Grund dafür. Der Herbst bringt oft Nebel über dem See, dann ist der Pfänder über der Nebeldecke die richtige Adresse, mit Fernsicht auf 240 Gipfel. Der Winter ist in Bregenz selbst ruhig, mit kleinem Weihnachtsmarkt am Kornmarkt und Eislaufen; der Bregenzerwald wird dann zum Skigebiet mit Damüls-Mellau (109 Pistenkilometer, Tageskarte rund CHF 65) und den Familienbergen von Bezau und Andelsbuch, und mit Warth-Schröcken am oberen Ende sogar zum Teil von Ski Arlberg. Die Bodensee-Schifffahrt fährt von April bis Oktober, im Winter nur an Wochenenden und mit reduziertem Fahrplan. Die Dornbirner Messe im September und die Herbstmesse füllen die Hotels der ganzen Region kurzfristig.

Unterschätzt: Bregenzerwald, Käsestrasse, Lindau, Dornbirn und die Oberstadt

Der Bregenzerwald ist der eigentliche Schatz dieser Region: zwei Dutzend Dörfer zwischen 600 und 1'500 Metern mit einer Holzbaukultur, die weltweit Architekten anzieht, Käsereien, die noch von Hand käsen, und Gasthöfen, in denen Vorarlberger Küche auf Haubenniveau gekocht wird. Die Käsestrasse ist kein Strassenzug, sondern ein Verbund von 150 Betrieben; die Pflichtstation ist der Käsekeller in Lingenau, wo 30'000 Laibe Bergkäse reifen, Führung rund CHF 10 mit Degustation. Schwarzenberg mit dem Angelika-Kauffmann-Museum und dem Gasthof Hirschen, Bezau mit der Bezau-Bahn auf die Baumgartenhöhe, Andelsbuch mit dem Werkraum Bregenzerwald (Handwerksbau von Peter Zumthor) und Schoppernau mit dem Diedamskopf sind die vier Dörfer für einen ersten Tag. Der Bregenzerwald Umgang ist eine Serie von Architektur-Spaziergängen durch zwölf Dörfer, mit Stelen erklärt, gratis. Lindau nebenan ist eine Altstadt auf einer Insel mit Hafen, Löwe und Leuchtturm, mit dem Schiff 30 Minuten; abends nach 18 Uhr sind die Tagesgäste weg. Dornbirn, 15 Minuten mit der Bahn, hat die inatura (Naturmuseum für Kinder, CHF 13), die Rappenlochschlucht mit Steg und Wasserfall (gratis, eine Stunde) und das Rolls-Royce Museum mit der grössten Sammlung der Marke. Und in Bregenz selbst: die Oberstadt mit dem Martinsturm (CHF 5), der Gebhardsberg mit Burgruine über der Stadt und die Pipeline, der Uferweg Richtung Lochau, an dem die Bregenzer baden.

Häufige Fragen zu Bregenz und Bodensee

Wie komme ich ab Zürich nach Bregenz, und brauche ich ein Auto?

Mit der Bahn ab Zürich HB in 1 Stunde 30 bis 1 Stunde 50 Minuten über St. Margrethen, mit Halbtax CHF 20 bis 25 je Richtung, mit Sparbillett ab CHF 12. Der Bahnhof liegt am See, fünf Minuten von Seebühne und Zentrum. Mit dem Auto 1 Stunde 30 Minuten über die A1, Vignette CHF 12, Parken CHF 10 bis 15 pro Tag. In der Stadt brauchst du kein Auto, für den Bregenzerwald ist es bequem, aber der Landbus fährt gut und ist mit Gästekarte gratis.

Was kostet ein Festspielabend auf der Seebühne?

Tickets CHF 30 bis 50 hinten, CHF 100 bis 160 in den mittleren Kategorien, die wir empfehlen, bis CHF 450 vorne. Dazu Hotel in Bregenz an einem Festspielabend CHF 200 bis 350 für ein Doppelzimmer, Abendessen vorher CHF 30 bis 50 pro Person. Rechne für zwei Personen mit CHF 500 bis 800 für den Abend inklusive Übernachtung und Bahn. Günstiger: Unter der Woche kommen, in Dornbirn oder im Bregenzerwald übernachten, und die Karten im Herbst davor kaufen.

Was, wenn es an meinem Festspielabend regnet?

Bei leichtem Regen wird draussen gespielt, Regenjacke ja, Schirm nein. Bei starkem Regen oder Gewitter wird die Vorstellung ins Festspielhaus verlegt, das rund 1'600 Plätze hat; dort kommen nur die teuersten Kategorien unter, alle anderen bekommen das Geld zurück. Die Entscheidung fällt meist kurz vor Beginn, in seltenen Fällen auch mitten in der Vorstellung mit Abbruch. Eine Versicherung gibt es nicht, deshalb nicht den Flug nach Wien um den Abend herum planen, sondern einen zweiten Abend in Reserve haben.

Lohnt sich Bregenz auch ohne Festspiele?

Ja, als Wochenende ab Zürich: Pfänder, Kunsthaus, Vorarlberg Museum, Oberstadt, Schiff nach Lindau und ein Tag im Bregenzerwald füllen zwei bis drei Tage, zu Preisen 20 bis 30 Prozent unter der Ostschweiz. Die Stadt selbst ist klein und an einem Nachmittag gesehen, der Reiz liegt in der Kombination aus See, Berg und Wald. Mai, Juni, September und Oktober sind die besten Monate, im Juli ohne Festspielkarte zahlst du den Festspielzuschlag ohne Gegenwert.

Wie komme ich in den Bregenzerwald, und was sollte ich dort sehen?

Mit dem Landbus ab Bregenz oder Dornbirn in 40 bis 60 Minuten nach Egg, Schwarzenberg, Bezau und weiter bis Schoppernau, mit dem Auto in 30 bis 50 Minuten über die Bödele-Strasse oder durch die Achtalstrasse. Sehen solltest du den Käsekeller in Lingenau, Schwarzenberg mit dem Angelika-Kauffmann-Museum, den Werkraum in Andelsbuch und eine Bergbahn, etwa Bezau oder Diedamskopf. Mit zwei bis drei Nächten in einem Gasthof mit Holzarchitektur bekommst du die Bregenzerwald Card mit gratis Bahnen und Bussen.

Kann ich Bregenz mit Lindau und Konstanz kombinieren?

Lindau ja, auf jeden Fall: zehn Minuten mit dem Zug oder 30 Minuten mit dem Schiff, die Insel-Altstadt mit Hafen ist ein halber Tag, Zollkontrollen gibt es kaum. Konstanz ist mit dem Schiff drei bis vier Stunden entfernt, mit dem Zug über St. Margrethen und Romanshorn rund 1 Stunde 45 Minuten; als Tagesausflug machbar, aber lang. Besser: Bregenz mit Lindau, Dornbirn und Bregenzerwald kombinieren und Konstanz von der Schweizer Seite aus separat besuchen.

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Veranstaltungen

Jul 21

Bregenzer Festspiele

Kultur

21. Juli 2027 Mitte Juli bis Mitte August; 2027 voraussichtlich 21. Juli bis 22. August

Die Seebühne im Bodensee ist die grösste Freilichtbühne der Welt, und die Oper darauf ist ein Spektakel: riesige Kulissen im Wasser, Feuer, Taucher, Artisten, alles mit Mikrofonen verstärkt, für 7000 Zuschauer auf der Tribüne am Ufer. Jede Inszenierung läuft zwei Sommer lang, dazu kommen Opern im Festspielhaus, Orchesterkonzerte und Schauspiel. Karten für die Seebühne kosten rund CHF 35 bis 400 (EUR 35 bis 420), die günstigen Kategorien hinten sind erstaunlich gut, da die Bühne von überall sichtbar ist, Wochenendtermine sind ab Frühling weg. Bei Regen wird ins Festspielhaus verlegt, wo nur ein Teil der Zuschauer Platz findet, die Regelung dazu solltest du vor dem Kauf lesen. Bregenz ist in dieser Zeit ausgebucht und teuer, Lindau, Dornbirn und das Schweizer Ufer (St. Margrethen, Rorschach) sind per Bahn in 10 bis 30 Minuten erreichbar.

Für Reisende: Reise aus der Ostschweiz per Zug an, Bregenz liegt eine Stunde von St. Gallen, nach der Vorstellung fahren Züge zurück; eine Windjacke gehört auch an warmen Abenden dazu, am See kühlt es spürbar ab.

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