Geschichte & Hintergrund
Lech wurde um 1300 von Walsern besiedelt, die aus dem Wallis über die Pässe kamen und auf 1'450 Metern am Oberlauf des Lech Höfe bauten, wo vorher niemand überwintern wollte. Sie bekamen vom Grafen von Montfort Freiheitsrechte gegen die Pflicht, den Flexenpass und den Tannberg offen zu halten. Über Jahrhunderte war Lech ein armes Bergbauerndorf, das im Winter von der Welt abgeschnitten war; Zürs auf 1'700 Metern bestand aus wenigen Höfen, die nur im Sommer bewohnt waren. Das änderte sich mit dem Skisport: 1906 fand in Zürs der erste Skikurs Vorarlbergs statt, 1937 ging dort der erste Schlepplift Österreichs in Betrieb. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich Lech zum Treffpunkt von Industriellen, Adel und Politikern, die niederländische Königsfamilie fährt seit Jahrzehnten jedes Jahr her, und die Gemeinde beschloss früh, keine Bettenburgen zuzulassen: Die Bettenzahl ist bis heute gedeckelt, und ab einer bestimmten Zahl an Skifahrern werden keine Tageskarten mehr verkauft. 1956 entstand in Oberlech das autofreie Hoteldorf mit unterirdischen Gängen, über die das Gepäck transportiert wird. Der Weisse Ring, eine Skirunde über Lech, Zürs, Zug und Oberlech, wurde in den 1940ern erdacht und ist seit 2006 jedes Jahr ein Rennen mit tausend Teilnehmern. 2013 verband der Auenfeldjet Lech mit Warth-Schröcken, 2016 die Flexenbahn Zürs mit St. Anton, seither ist Ski Arlberg das grösste zusammenhängende Skigebiet Österreichs. 2012 kam Lech als erste Gemeinde Österreichs in den Kreis der «Best of the Alps», 2018 eröffnete der Künstler James Turrell seinen Skyspace in Oberlech.