Ötztal

Österreich · Arlberg, Ötztal & Vorarlberg · Reiseguide

Ötztal

Was eine Woche in Sölden oder Obergurgl wirklich kostet, warum das Tal im Sommer günstiger und ruhiger ist und wie du ab Zürich ohne Auto hinkommst.

Foto: Tobi &Chris / Pexels

Was kostet deine Reise nach Ötztal?

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1'780 CHF
≈ 890 CHF pro Person
  • Anreise 180 CHF
  • Unterkunft 850 CHF
  • Essen 500 CHF
  • Transport vor Ort 100 CHF
  • Skipass Sölden (Tageskarte) 150 CHF

Schätzwerte zur Orientierung, keine Buchungspreise. Anreise heisst hier Bahn oder Auto ab der Schweiz, hin und zurück pro Person. Hotels schwanken saisonal stark, aktuelle Preise findest du über die Links weiter unten.

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Euro (EUR). Karten gehen fast überall, Hütten und Würstelstände wollen oft Bargeld. Trinkgeld ist Pflicht im Gefühl der Österreicher: 5 bis 10 Prozent, beim Bezahlen «stimmt so» sagen. Die Kurtaxe von CHF 2 bis 4 pro Nacht kommt in Skiorten zum Hotelpreis dazu. Anreise: Anreise mit Bahn (ÖBB Railjet), Auto oder Flug nach Wien, 2 bis 8 Stunden.

Hotel-Empfehlungen

Neun Optionen in drei Preisklassen – jeweils die Häuser mit den besten Bewertungen auf Booking.com.

Budget

Hotel Alpenfriede

Hochsölden, Sölden

Familiengeführtes Dreisternhaus in Hochsölden auf rund 2000 Metern, direkt an der Piste, mit Skibus hinunter ins Dorf. Einfache, saubere Zimmer mit Balkon, gutes Frühstück, kleine Sauna. Für Skifahrer, die lieber oben am Berg als im Trubel von Sölden schlafen und das Geld in den Skipass stecken.

ab CHF 110 / Nacht Ansehen →

Hotel Erhart

Ortszentrum, Sölden

Traditionelles Tiroler Haus an der Dorfstrasse, Gehdistanz zur Giggijochbahn und zum Après-Ski. Zimmer schlicht, Halbpension möglich, Preis-Leistung für Sölden gut. Nach vorne kann es abends laut sein, Zimmer zur Rückseite nehmen.

ab CHF 120 / Nacht Ansehen →

Alpengasthof Grüner

Ausserwald, Sölden

Alpengasthof mit Hotelbetrieb in Ausserwald, rund 800 Meter vom Zentrum, seit Generationen in Familienhand und mit Ski-in direkt vor dem Haus. Solide Zimmer, Tiroler Küche, Sauna, im Sommer ist die Ötztal Card inklusive. Für alle, die bezahlbar und ruhig wohnen wollen.

ab CHF 120 / Nacht Ansehen →

Mittelklasse

Hotel Liebe Sonne

Giggijoch-Talstation, Sölden

Viersternhaus direkt neben der Giggijochbahn, mit Pool, Sauna und bekannter Après-Ski-Bar vor der Tür. Ski-in/Ski-out im Zentrum von Sölden, gute Halbpension. Für Skifahrer, die morgens als Erste am Lift stehen wollen.

ab CHF 220 / Nacht Ansehen →

Hotel Regina

Ortszentrum, Sölden

Ruhiges Viersternhotel mit Wellnessbereich, kleinem Pool und guter Küche, ein paar Schritte abseits der Dorfstrasse. Zimmer mit Balkon und Bergblick. Für Paare, die Sölden ohne Lärm wollen.

ab CHF 200 / Nacht Ansehen →

Hotel Bergwelt

Dorfzentrum, Obergurgl

Viersternhaus im Zentrum von Obergurgl, Piste und Lift vor der Tür, Wellnessbereich mit Pool, Halbpension mit mehreren Gängen. Familiär geführt, viele Stammgäste. Für Familien und alle, die Ruhe und Schneesicherheit suchen.

ab CHF 260 / Nacht Ansehen →

Luxus

Das Central

Ortszentrum, Sölden

Das Fünfsternhaus von Sölden: grosser Spa mit Innen- und Aussenpool, Gourmetrestaurant, einer der besten Weinkeller Tirols. Zentral, aber vom Trubel abgeschirmt. Für alle, die nach dem Gletscher Luxus statt Après-Ski wollen.

ab CHF 450 / Nacht Ansehen →

Hotel Bergland

Ortszentrum, Sölden

Fünfsternhotel mit modernem Alpin-Design, Rooftop-Spa mit Blick über das Tal und Küche auf Haubenniveau. Gaislachkoglbahn in Gehdistanz. Für Design-Fans, die es weniger traditionell mögen als im Central.

ab CHF 420 / Nacht Ansehen →

Aqua Dome Tirol Therme Längenfeld

Längenfeld, Ötztal

Vier-Sterne-Superior-Hotel direkt an der Therme, mit eigenem Zugang und einem Spa-Bereich nur für Hotelgäste. Grosse Zimmer mit Blick auf die Berge, gute Halbpension. Für Wellness-Reisende und Familien, die das Thermenbad jeden Tag nutzen wollen.

ab CHF 380 / Nacht Ansehen →

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Erlebnisse, die sich lohnen

Gaislachkogl mit 007 Elements

Zwei Gondeln bringen dich auf 3'048 Meter, oben warten das Ice Q und das James-Bond-Museum 007 Elements im Fels. Berg- und Talfahrt rund CHF 45, Museum CHF 25 extra, mit Skipass ist die Bahn inklusive. Zwei bis drei Stunden, bei klarem Wetter.

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Aqua Dome Längenfeld

Thermenlandschaft mit drei schwebenden Aussenbecken, Saunawelt und Rutschen für Kinder. Drei Stunden CHF 45 bis 55, Tageskarte CHF 60, Sauna CHF 10 extra. Abends ab 17 Uhr günstiger und leerer.

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Stuibenfall mit Hängebrücke

Der höchste Wasserfall Tirols, 159 Meter, mit Stufensteig und Hängebrücke bis zur Krone. Gratis, eine Stunde Aufstieg ab Niederthai oder Umhausen, Klettersteig daneben nur mit Ausrüstung. Im Sommer an zwei Abenden pro Woche beleuchtet.

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Ötzi-Dorf Umhausen

Freilichtmuseum mit nachgebauten Häusern, Werkstätten und Tieren aus der Zeit des Mannes aus dem Eis. Eintritt rund CHF 10, mit Ötztal Card gratis, zwei Stunden mit Kindern. Gut mit dem Stuibenfall kombinierbar.

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Skiwoche Sölden mit Gletscher

Big 3, zwei Gletscher, 144 Pistenkilometer von Mitte November bis Mai, Tageskarte rund CHF 75, Sechstagepass CHF 370 bis 400. Skikurs für Einsteiger ab CHF 60 pro Tag in der Gruppe. Online-Vorverkauf spart bis zu 10 Prozent.

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Timmelsjoch Hochalpenstrasse

Passstrasse auf 2'509 Meter nach Südtirol, von Juni bis Oktober offen, Maut rund CHF 20 pro Auto. Fünf Architektur-Stationen erzählen die Geschichte des Passes. Hin und zurück mit Halt in Moos im Passeiertal ein Halbtag.

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Hochötz und Widiversum

Familienberg oberhalb von Oetz mit Spielgelände, leichten Wanderwegen und der Bielefelder Hütte. Bergbahn hin und zurück rund CHF 28, mit Ötztal Card gratis. Ein halber Tag für Familien mit kleinen Kindern.

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Area 47 Outdoor-Park

Wasserpark mit Rutschen, Blobbing und Kletterturm am Taleingang, dazu Rafting und Canyoning auf der Ötztaler Ache. Tageskarte Wasserpark rund CHF 40, Rafting ab CHF 60. Für Jugendliche der beste Tag des Sommers.

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Wanderung Vent zur Breslauer Hütte

Vom Bergsteigerdorf Vent mit dem Sessellift auf die Stablein-Alm, dann in zwei Stunden zur Breslauer Hütte auf 2'844 Meter mit Blick auf die Wildspitze. Lift rund CHF 18, Hütte mit Suppe und Kuchen, insgesamt fünf Stunden.

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Essen & Trinken

Das Ötztal kocht Tiroler Bergküche: Knödel, Gröstl, Schmarrn und viel Butter, wie es Bauern nach einem Tag auf der Alm gebraucht haben. In Sölden kommt dazu ein Haubenrestaurant auf 3'000 Metern und eine Dichte an Pizzerien, die der Nachfrage der Partygäste folgt. Die ehrlichen Teller findest du auf den bewirteten Almen und in den Gasthöfen von Längenfeld, Umhausen und Vent.

Tiroler Gröstl

Gampe Thaya, Almhütte im Skigebiet Sölden oberhalb der Gaislachalm

Bratkartoffeln mit Rindfleisch oder Speck, Zwiebeln und Spiegelei aus der Pfanne, dazu Krautsalat. Das Skifahrer-Mittagessen schlechthin, CHF 16 bis 22 auf der Hütte.

Tipp:Auf der Gampe Thaya gibt es den eigenen Käse und Speck dazu, mittags nach 13 Uhr wird ein Tisch frei.

Kaspressknödel in der Suppe

Hütten am Giggijoch und in Hochgurgl, Gasthöfe in Umhausen

Flach gedrückte Knödel aus Brot und Graukäse, in Butter gebraten und in Rindsbouillon serviert. Eine Portion mit zwei Knödeln CHF 10 bis 14 und sättigend genug für den Nachmittag.

Tipp:Als Vorspeise für zwei bestellen, dann bleibt Platz für den Schmarrn.

Kaiserschmarrn

Berghütten im Skigebiet Obergurgl-Hochgurgl, etwa an der Hohen Mut

Zerrissener, karamellisierter Pfannkuchen mit Rosinen, Puderzucker und Zwetschgenröster. In den Hütten frisch aus der Pfanne, CHF 12 bis 16, reicht für zwei.

Tipp:Ohne Rosinen bestellen ist erlaubt, Vanillesauce statt Röster eher nicht.

Schlutzkrapfen

Gasthöfe in Vent und Längenfeld

Halbmondförmige Teigtaschen aus Roggenteig mit Spinat-Topfen-Füllung, in brauner Butter mit Parmesan. Ein Teller CHF 14 bis 18, oft hausgemacht.

Tipp:Hausgemacht erkennst du an ungleichmässigen Rändern, das ist das gute Zeichen.

Haubenküche auf 3'000 Metern

Ice Q, Gaislachkogl, Sölden

Das Ice Q auf dem Gaislachkogl serviert alpine Gourmetküche mit eigenem Wein (Pino 3000) und Blick auf 250 Gipfel. Mittagsgang ab CHF 30, Menü am Abend ab CHF 120, dazu die Bergfahrt.

Tipp:Nur mit Reservierung, mittags mit Skipass einplanen, dann zahlst du die Gondel nicht extra.

Graukäse mit Zwiebeln und Essig

Bewirtete Almen im Tal, etwa auf dem Weg zum Stuibenfall

Fettarmer, kräftiger Tiroler Sauermilchkäse, mariniert mit Essig, Öl und roten Zwiebeln, dazu Bauernbrot. Als Jause CHF 8 bis 12, nichts für empfindliche Nasen.

Tipp:Mit einem Glas Buttermilch oder einem Zirbenschnaps dazu, nicht mit Rotwein.

Zirbenschnaps

Gasthöfe und Hofläden in Längenfeld und Umhausen

Schnaps aus den violetten Zapfen der Zirbe, rot, harzig, leicht süss. Ein Stamperl CHF 3 bis 5, eine Flasche aus der Brennerei CHF 20 bis 30 als Mitbringsel.

Tipp:Die meisten Bauern brennen selbst, frag nach dem «eigenen» statt der Flasche aus dem Regal.

Food-Tour buchen: Ötztal

Mit Guide durch Märkte und Lokale, inklusive Kostproben.

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Geschichte & Hintergrund

Das Ötztal ist mit 65 Kilometern das längste Seitental Tirols und zieht sich von Ötztal Bahnhof im Inntal bis zu den Gletschern an der italienischen Grenze hinauf. Berühmt wurde es 1991, als zwei Wanderer am Tisenjoch auf 3'210 Metern eine Mumie im Eis fanden: Ötzi, den Mann aus dem Eis, der vor rund 5'300 Jahren hier starb. Der Fund zeigte, dass die Menschen schon in der Jungsteinzeit über diese Pässe gingen. Die Dörfer im Tal lebten über Jahrhunderte von der Bergbauernwirtschaft, und noch heute treiben die Bauern von Vent ihre Schafe im Juni über die Gletscher ins Südtiroler Schnalstal, eine Tradition, die inzwischen UNESCO-Kulturerbe ist. Im Mittelalter brach bei Köfels ein ganzer Berghang ab, einer der grössten Bergstürze der Alpen, der das Tal bis heute in Stufen gliedert und dem Stuibenfall seinen Absturz verschafft. Der Tourismus kam spät: Obergurgl, mit 1'930 Metern das höchste Kirchdorf Österreichs, wurde 1931 schlagartig bekannt, als der Schweizer Physiker Auguste Piccard nach seinem Stratosphärenflug auf dem Gurgler Ferner notlandete. Sölden war bis in die 1960er ein Bergdorf mit ein paar Gasthöfen, dann kamen Lifte, 1975 die Gletscherstrasse zum Rettenbachferner und mit ihr der Ganzjahres-Skibetrieb. Seit 1993 eröffnet der Weltcup-Riesenslalom auf dem Rettenbachgletscher die alpine Saison. 2015 drehte James Bond «Spectre» auf dem Gaislachkogl, worauf dort das Museum 007 Elements entstand. Heute zählt Sölden über zwei Millionen Übernachtungen pro Jahr und gilt als Partyort, während Obergurgl und Vent ruhig geblieben sind.

Insider-Tipps

Anreise ab Zürich: Railjet bis Ötztal Bahnhof, dann Bus

Ab Zürich fährt der ÖBB Railjet alle zwei Stunden direkt nach Innsbruck, Halt in Landeck-Zams und in Ötztal Bahnhof. Bis Ötztal Bahnhof brauchst du rund 2 Stunden 45 Minuten, mit Halbtax und Sparbillett kostet die einfache Fahrt CHF 25 bis 45, wenn du früh buchst; der Normalpreis liegt bei rund CHF 70. Ab Ötztal Bahnhof fährt der Postbus 8352 durch das ganze Tal: nach Längenfeld 30 Minuten, nach Sölden 50 Minuten, nach Obergurgl 80 Minuten, Fahrpreis CHF 7 bis 12. Im Winter gibt es an Samstagen zusätzliche Skibusse, die Wartezeit am Bahnhof kann trotzdem eine halbe Stunde betragen. Mit dem Auto bist du ab Zürich in 2 Stunden 30 Minuten in Sölden, über Arlbergtunnel oder Arlbergpass; du brauchst die österreichische Vignette (10 Tage CHF 12) und bezahlst den Arlbergtunnel mit CHF 12 je Richtung, ausser du nimmst den Pass. Vor Ort brauchst du das Auto kaum: Der Ötztaler Skibus ist mit Skipass gratis, im Sommer fährt der Bus mit der Ötztal Card ebenfalls gratis. Parkplätze in Sölden kosten CHF 10 bis 15 pro Tag, viele Hotels haben eine Garage gegen Aufpreis. Fahrgemeinschaft aus Zürich oder Basel ist am Ende oft günstiger als die Bahn, allein ist die Bahn schneller, als du denkst.

Sölden gegen Obergurgl: welcher Ort für wen

Sölden ist gross, laut und für alle Niveaus gebaut: 144 Pistenkilometer, drei Dreitausender mit Bahnen (Big 3), zwei Gletscher, Après-Ski ab 15 Uhr. Die Pisten am Giggijoch sind breit und sonnig, am Gaislachkogl steiler, die Gletscherabfahrten im Herbst oft die einzigen in den Alpen, die wirklich offen sind. Dafür stehst du in der Hauptsaison an der Giggijochbahn morgens 20 Minuten an, und die Dorfstrasse klingt ab 17 Uhr nach Ballermann. Obergurgl-Hochgurgl, 15 Kilometer taleinwärts, liegt zwischen 1'800 und 3'080 Metern, ist schneesicher von Mitte November bis Anfang Mai und ein Ort ohne Nachtleben: Familien, Paare, ältere Skifahrer, viele Briten. 112 Pistenkilometer, nie Anstehen, breite rote Pisten, perfekt gepflegt. Die Hotels sind fast alle Vier- und Fünf-Sterne-Häuser mit Halbpension, deshalb liegt der Einstiegspreis höher als in Sölden, aber du bekommst mehr fürs Geld. Vent, noch weiter hinten, ist das Dorf für Skitouren und Ruhe mit 15 Pistenkilometern. Unser Rat: Partys und Gletscher nach Sölden, Familien und Geniesser nach Obergurgl, und wer beides will, wohnt in Sölden und fährt mit dem Skibus einen Tag nach Obergurgl, der Skipass gilt im ganzen Tal.

Unterkunft: Preisfallen in Sölden, Halbpension in Obergurgl

Ein Doppelzimmer in einer Pension in Sölden kostet im Januar CHF 100 bis 140, ein Dreisternhotel mit Frühstück CHF 150 bis 200, Vier Sterne mit Halbpension CHF 220 bis 320 für zwei. Über Weihnachten, Neujahr und in den Februarferien (Zürich, Basel, Baden-Württemberg und Bayern fallen oft zusammen) steigen die Preise um 30 bis 50 Prozent und viele Häuser verlangen eine Mindestdauer von sieben Nächten, Samstag bis Samstag. Dazu kommt die Ortstaxe von rund CHF 3 pro Person und Nacht. Die Preisfalle in Sölden heisst Lage: Hotels im Ortsteil Innerwald oder Richtung Zwieselstein sind günstiger, dafür bist du auf den Skibus angewiesen, der am Abend nach 18 Uhr nicht mehr fährt. In Obergurgl sind fast alle Häuser Ski-in/Ski-out, Halbpension ist Standard und sinnvoll, weil es nur wenige Restaurants gibt. Längenfeld im unteren Tal ist die Alternative für Sommer und Therme: ruhige Gasthöfe und Pensionen ab CHF 90, der Aqua Dome ist zu Fuss erreichbar. Buchen: Für Februar bis Oktober des Vorjahres, für Januar und März reichen zwei Monate, Sommer kannst du kurzfristig buchen. Viele Familienhotels sind nicht auf Booking.com, sondern nur über die Tourismusseite des Tals, dort findest du oft noch Zimmer, wenn die Plattformen leer sind.

Kosten-Fallen und Spartricks: Skipass, Gletscherstrasse, Ötztal Card

Die Tageskarte Sölden kostet in der Hauptsaison rund CHF 75, der Sechstagepass CHF 370 bis 400, Kinder bis 15 die Hälfte. Online im Vorverkauf sparst du 5 bis 10 Prozent, und ab drei Tagen gilt der Pass im ganzen Tal inklusive Obergurgl und Hochötz. Mittagessen auf der Piste kostet CHF 18 bis 25 für Gröstl oder Spaghetti, ein Bier CHF 6; wer spart, isst in den Selbstbedienungsrestaurants am Giggijoch statt im Ice Q. Die Gletscherstrasse zum Rettenbachferner ist im Sommer mautpflichtig (rund CHF 25 pro Auto), lohnt sich aber als höchste asphaltierte Strasse Österreichs. Das Timmelsjoch nach Südtirol kostet CHF 20 für Autos. Im Sommer ist die Ötztal Card der grosse Spartrick: Für CHF 100 (3 Tage) bis CHF 180 (10 Tage) sind alle Bergbahnen, Busse, der Stuibenfall-Zugang, das Ötzi-Dorf, Schwimmbäder und ein Eintritt in den Aqua Dome drin. Ab zwei Bergbahnen pro Tag hast du sie heraus. Viele Hotels geben sie ab drei Nächten gratis dazu, frag vor dem Buchen. Der Aqua Dome kostet ohne Karte CHF 45 bis 55 für drei Stunden, Sauna extra CHF 10; nach 17 Uhr gibt es einen Abendtarif, der sich lohnt.

Timing: Gletscher-Herbst, Februar-Falle und der unterschätzte Sommer

Das Ötztal hat drei Saisons mit sehr unterschiedlichen Preisen. Der Winter läuft in Sölden von Mitte November bis Anfang Mai, in Obergurgl ähnlich. Die teuersten Wochen sind Weihnachten bis 6. Januar und Mitte Februar bis Anfang März; am günstigsten und mit viel Schnee ist Mitte Januar sowie März nach den Ferien, wenn die Tage lang und die Pisten weich werden. Die Gletscher öffnen im September und Oktober für Rennteams und Frühstarter; der Weltcup Ende Oktober ist ein Fest, aber Hotels sind dann voll und teuer. November ist Zwischensaison: Gletscher offen, Hotels halb leer, Preise tief, aber viele Lokale haben zu. Der Sommer von Juni bis September ist die unterschätzte Zeit: Hotels kosten 30 bis 40 Prozent weniger als im Winter, die Ötztal Card macht Bergbahnen gratis, und das Tal gehört Wanderern, Bikern und Familien. Hochsommer heisst in Sölden angenehme 20 bis 25 Grad, nachmittags oft Gewitter, deshalb Touren früh starten. Die Übergangszeit Mitte April bis Ende Mai und Mitte Oktober bis Ende November ist tot: viele Bahnen und Hotels geschlossen, nur Längenfeld mit Therme läuft durch. Für Schneesicherheit ohne Gletscher ist Obergurgl die beste Adresse Tirols, selbst in schlechten Wintern.

Unterschätzt: Stuibenfall, Ötzi-Dorf, Hochötz, Vent und Timmelsjoch

Der Stuibenfall bei Umhausen ist mit 159 Metern der höchste Wasserfall Tirols. Der Steig mit Hängebrücke und 700 Stufen führt in einer Stunde bis zur Krone, gratis, im Sommer dienstags und donnerstags abends beleuchtet; dazu gibt es einen Klettersteig (Schwierigkeit B/C) direkt neben dem Wasser, nur mit Ausrüstung. Daneben liegt das Ötzi-Dorf, ein Freilichtmuseum mit nachgebauten Steinzeithäusern und Vorführungen, CHF 10, mit Kindern zwei Stunden. Hochötz oberhalb von Oetz ist das Familienskigebiet des Tals, im Sommer mit dem Widiversum-Spielgelände und der Bielefelder Hütte, dreissig Minuten von der Ötztaler Höhe entfernt und ohne Gedränge. Der Piburger See bei Oetz ist der wärmste Badesee Tirols mit 22 Grad im Juli und ein Spaziergang um den See dauert 45 Minuten. Vent, ganz hinten auf 1'900 Metern, ist das Tor zur Wildspitze (3'768 Meter, höchster Berg Tirols) und zu den Ötzi-Fundstelle-Touren über die Similaunhütte, eine Zweitagestour für Trittsichere. Die Fahrt über das Timmelsjoch (2'509 Meter) nach Südtirol ist eine der schönsten Passstrassen der Alpen, von Juni bis Oktober offen, mit fünf Architektur-Stationen zur Geschichte des Passes. Die Area 47 am Taleingang ist ein Outdoor-Park mit Wasserrutschen, Rafting und Canyoning, teuer (Tageskarte rund CHF 40), aber für Jugendliche der beste Tag der Woche.

Häufige Fragen zu Ötztal

Wie komme ich ab der Schweiz ins Ötztal, und brauche ich ein Auto?

Mit dem Railjet ab Zürich in 2 Stunden 45 Minuten nach Ötztal Bahnhof (mit Halbtax und Sparbillett CHF 25 bis 45 je Richtung), dann mit dem Postbus 50 Minuten nach Sölden oder 80 Minuten nach Obergurgl. Mit dem Auto sind es 2,5 Stunden ab Zürich, Vignette CHF 12 für zehn Tage plus Arlbergtunnel CHF 12. Vor Ort fährt der Skibus mit Skipass gratis, im Sommer der Bus mit Ötztal Card. Ein Auto brauchst du nur, wenn du das Timmelsjoch oder die Gletscherstrasse selbst fahren willst.

Wie teuer ist eine Skiwoche in Sölden im Vergleich zur Schweiz?

Rechne für zwei Personen mit CHF 1'400 bis 2'000 für sieben Nächte im Dreisternhotel mit Frühstück, CHF 750 für zwei Sechstagepässe, CHF 500 bis 700 für Essen auf der Piste und am Abend. Das sind rund CHF 1'500 pro Person ohne Anreise. In Zermatt oder St. Moritz liegst du bei gleichem Standard 30 bis 50 Prozent höher, in Laax oder Arosa etwa 20 Prozent. Skipass und Hüttenessen sind in Sölden günstiger, Hotels in der Hochsaison nicht viel.

Sölden oder Obergurgl, was passt besser zu mir?

Sölden, wenn du viele Pistenkilometer, Gletscher, Après-Ski und Auswahl an Restaurants willst und dich Anstehen nicht stört. Obergurgl, wenn du Ruhe, Schneesicherheit, kurze Wege vom Hotel zur Piste und ein Dorf ohne Nachtleben suchst, zum Beispiel mit Kindern oder als Paar. Preislich startet Sölden tiefer, weil es Pensionen gibt; Obergurgl ist fast nur Vier- und Fünf-Sterne mit Halbpension. Der Skipass gilt ab drei Tagen in beiden Gebieten.

Lohnt sich das Ötztal im Sommer?

Ja, und zwar mehr, als die meisten erwarten. Hotels sind 30 bis 40 Prozent günstiger als im Winter, die Ötztal Card macht Bergbahnen, Busse, Bäder und Museen gratis, und du hast Stuibenfall, Ötzi-Dorf, Piburger See, Timmelsjoch, Aqua Dome und Wanderungen bis auf 3'000 Meter. Sölden ist im Sommer ruhig, fast zu ruhig, Längenfeld und Oetz sind dann die lebendigeren Orte. Beste Zeit: Ende Juni bis Mitte September.

Was kostet der Aqua Dome, und lohnt er sich?

Drei Stunden kosten rund CHF 45 bis 55, der Tagespass CHF 60, die Saunawelt kostet CHF 10 extra und ist textilfrei. Die drei schwebenden Aussenbecken mit Blick auf die Berge sind das, wofür du kommst, besonders bei Schneefall am Abend. Es lohnt sich für einen Schlechtwettertag oder als Pausentag beim Skifahren. Wochenenden und Ferientage sind voll, dann ab 17 Uhr mit Abendtarif hingehen. Mit Ötztal Card ist ein Eintritt inklusive.

Kann ich im Ötztal auch im Oktober Ski fahren?

Ja, auf dem Rettenbach- und Tiefenbachgletscher in Sölden ab Mitte September, je nach Schneelage. Es sind dann 20 bis 30 Pistenkilometer offen, die Tageskarte kostet rund CHF 65, und auf den Pisten trainieren Nationalteams. Am letzten Oktoberwochenende findet der Weltcup-Auftakt statt, dann ist Sölden voll und die Hotels sind teuer. Mitte Oktober unter der Woche ist die beste Kombination aus leeren Gletscherpisten, Herbstlicht und tiefen Hotelpreisen.

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