Österreich · Roadtrip · 8 Tage

Arlberg und Vorarlberg im Winter

Vom Bodensee über den Bregenzerwald auf den Flexenpass und ins Paznaun: acht Wintertage zwischen Käsekeller, Pulverschnee und Après-Ski, zwei Stunden von Zürich entfernt.

Die Route, Tag für Tag

  1. Tag 1 bis 2

    Bregenz: Bodensee im Winter und Käse im Bregenzerwald

    Ab Zürich fährst du 120 Kilometer über die A1 und A13 nach St. Margrethen und über die Grenze nach Bregenz, eineinhalb Stunden, die österreichische Vignette ab der Grenze digital kaufen. Im Winter ist Bregenz leer und günstig, das Doppelzimmer kostet CHF 110 bis 150 statt der Festspielpreise, und der See liegt im Nebel oder in klarer Kälte vor den Bergen. Tag eins: Pfänderbahn hinauf, Wildpark, Blick auf 240 Alpengipfel, dann Kunsthaus Bregenz und Oberstadt mit dem Martinsturm. Tag zwei fährst du in den Bregenzerwald: über Dornbirn und Alberschwende nach Bezau, Schwarzenberg mit dem Angelika-Kauffmann-Museum und den Holzhäusern, Käsekeller in Lingenau, mittags Käsknöpfle in einem Gasthof, am Nachmittag ein paar Stunden Ski in Damüls oder Mellau mit Tagespass für rund CHF 60, zurück nach Bregenz. Weiter nach Lech: nicht über den Hochtannberg, die Strasse zwischen Warth und Lech ist im Winter wegen Lawinengefahr gesperrt, sondern über die A14 nach Bludenz, die S16 durch das Klostertal nach Langen und die B198 über Stuben und den Flexenpass nach Zürs und Lech. 95 Kilometer, eineinhalb Stunden, bei Schnee zwei bis zweieinhalb.

    Touren an diesem Stopp: Pfänderbahn Bregenz ↗Käsestrasse Bregenzerwald ↗

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  2. Tag 3 bis 4

    Lech: zwei Tage im teuersten Skiort Österreichs, gut überlegt

    Zwei Tage reichen, um zu verstehen, warum Lech so viel kostet: breite, perfekt gewalzte Pisten, Begrenzung auf 14'000 Tageskarten, Hütten mit Tischdecke. Tag drei fährst du den Weissen Ring, die 22 Kilometer lange Skirunde über Zürs, Zug und Oberlech, rund vier Stunden mit Mittagessen. Tag vier mit dem Rüfikopf hinüber zum Trittkopf und weiter über die Flexenbahn Richtung Stuben, oder nach Warth, wo die Pisten weniger voll sind. Der Tagespass Ski Arlberg kostet rund CHF 75 und gilt in allen Orten bis St. Anton, ein reiner Lech-Pass existiert nicht. Du schläfst nicht in Lech, sondern in Zug, zwei Kilometer talaufwärts und mit dem Skibus angebunden, oder in Stuben am Fuss des Flexenpasses, wo die Pension mit Frühstück CHF 140 bis 200 kostet statt 400. Das Auto bleibt die zwei Tage stehen, in Lech ist Parken knapp und teuer. Weiter nach St. Anton: zurück über den Flexenpass nach Stuben, dann entweder über den Arlbergpass und St. Christoph auf der B197, 30 Kilometer, 45 Minuten, bei gesperrtem Pass durch den Arlberg-Strassentunnel ab Langen mit rund CHF 12 Maut.

    Touren an diesem Stopp: Skiverleih Lech ↗Schneeschuhwanderung Lech ↗

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  3. Tag 5 bis 6

    St. Anton: Valluga, Rendl und die ehrliche Après-Ski-Frage

    Derselbe Skipass, anderes Gebiet: St. Anton ist steiler, rauer und voller als Lech, mit 200 Kilometern Tiefschneerouten, die bei Neuschnee der eigentliche Grund für den Ort sind. Tag fünf: Galzig, dann die Valluga mit der zweiten Sektion zum Gipfel, nur zum Schauen oder mit Bergführer zur Abfahrt nach Zürs. Tag sechs: der Rendl auf der anderen Talseite, sonniger, leerer, mit dem besten Snowpark der Region, nachmittags, wenn du willst, Mooserwirt oder Krazy Kanguruh um 15.30 Uhr, ein Bier CHF 6, danach mit dem Skibus statt auf Skiern ins Tal. Du schläfst in Nasserein oder St. Jakob, zehn Minuten vom Zentrum, Doppelzimmer mit Frühstück CHF 130 bis 180 im Januar, deutlich mehr in den Februarferien. Wenn du keinen Après-Ski willst, ist St. Jakob die richtige Wahl, dort hörst du abends nichts. Weiter nach Ischgl: 60 Kilometer über die S16 nach Landeck, kurz die Reschenstrasse und ab Pians die B188 durch das Paznaun, gut eine Stunde, bei Schneefall eindreiviertel, mit Kettenpflicht ab Kappl möglich. Samstags erst nach 11 Uhr losfahren, davor stehen die Wochengäste im Tal.

    Touren an diesem Stopp: Skikurs St. Anton ↗Freeride-Guide Arlberg ↗

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  4. Tag 7 bis 8

    Ischgl: Silvretta Arena, Samnaun und Heimfahrt

    Das Finale im Paznaun: Ischgl ist mit der Silvretta Arena das schneesicherste Gebiet dieser Route, fast alles zwischen 2'000 und 2'872 Metern, und mit dem Tagespass für rund CHF 72 fährst du automatisch in zwei Ländern. Tag sieben: mit der Pardatschgratbahn direkt auf 2'624 Meter, Piste 14 und die Höllkar-Seite, mittags auf der Idalp. Tag acht: über die Idalp hinüber nach Samnaun, zollfrei einkaufen, in Franken zahlen, mit der Doppelstock-Pendelbahn zurück, und am frühen Nachmittag an der Talstation, denn danach wartet die Heimfahrt. Du schläfst in Kappl oder Galtür, wo die Pension mit Frühstück CHF 110 bis 150 kostet, Ischgl selbst beginnt bei 300, und der Skibus im Pass bringt dich zur Talstation. Wer Après-Ski will, hat in Ischgl die lauteste Version Österreichs, wer nicht, ist in Galtür am besten aufgehoben. Rückreise nach Zürich: 230 Kilometer zurück nach Landeck, durch den Arlberg-Strassentunnel mit rund CHF 12 Maut, über Feldkirch und die A13 nach Zürich, drei Stunden ohne, vier bis fünf mit Schnee und Samstagsverkehr. Am Sonntagvormittag fährst du fast allein.

    Touren an diesem Stopp: Skiverleih Ischgl ↗Silvretta Therme Ischgl ↗Rodeln Ischgl ↗

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Was die Route kostet

Grobe Gesamtkosten pro Person in CHF für die ganze Route, Mittelklasse, zu zweit unterwegs. Flüge und Hotels schwanken saisonal, Details stehen auf den Reiseziel-Seiten.

  • Anreise 90 CHF
  • Unterkunft 980 CHF
  • Essen 480 CHF
  • Mobilität vor Ort 100 CHF
1'650 CHF
Gesamt pro Person · 8 Tage

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Euro (EUR). Karten gehen fast überall, Hütten und Würstelstände wollen oft Bargeld. Trinkgeld ist Pflicht im Gefühl der Österreicher: 5 bis 10 Prozent, beim Bezahlen «stimmt so» sagen. Die Kurtaxe von CHF 2 bis 4 pro Nacht kommt in Skiorten zum Hotelpreis dazu.

Mietwagen für diese Route

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Tipps für die Route

Pässe gesperrt: Die Strasse zwischen Warth und Lech ist jeden Winter von Dezember bis April wegen Lawinengefahr geschlossen, der Hochtannbergpass davor meist offen. Der Flexenpass zwischen Stuben und Zürs ist mit Galerien gesichert, schliesst aber bei starkem Schneefall für Stunden bis Tage, der Arlbergpass ebenso. Prüfe am Morgen die Strassenlage auf der Website des Landes Vorarlberg und halte für Lech einen Puffertag bereit.

Winterreifen sind in Österreich vom 1. November bis 15. April bei Schnee und Eis Pflicht, Schneeketten gehören ins Auto und werden im Paznaun und auf dem Flexenpass bei Schneefall angeordnet. Die digitale Zehntagesvignette kostet rund CHF 12, der Arlberg-Strassentunnel rund CHF 12 pro Richtung. Tanken ist in Vorarlberg und Tirol 20 bis 30 Rappen günstiger als in der Schweiz, also leer über die Grenze.

Skipässe statt Wochenpass: Lech und St. Anton teilen Ski Arlberg, vier Tageskarten kosten rund CHF 300, oder du kaufst einen Viertagespass für rund CHF 280. Ischgl hat einen eigenen Pass, zwei Tage rund CHF 145, Damüls oder Mellau im Bregenzerwald einen Tagespass um CHF 60. Online fünf Prozent günstiger, in der Vorsaison bis Mitte Dezember und ab Ende März rund 15 Prozent.

Reihenfolge umdrehen, wenn Schneefall angesagt ist: Dann fährst du zuerst nach Ischgl, wo es am höchsten und sichersten liegt, und endest in Bregenz, von wo die Heimfahrt bei jedem Wetter eineinhalb Stunden dauert. Im März ist die umgekehrte Richtung ohnehin besser, weil du die Sonnentage im Bregenzerwald zum Schluss hast und die Firnhänge in Ischgl zuerst.

Buchen: Lech und St. Anton verlangen in der Hauptsaison Samstag bis Samstag, zwei Nächte bekommst du in Pensionen in Zug, Stuben, Nasserein oder St. Jakob und über Plattformen mit flexibler Stornierung. Über Weihnachten, Neujahr und in den Februarferien ein halbes Jahr vorher buchen, sonst vier bis acht Wochen. Halbpension nehmen, ein Abendessen in Lech kostet sonst CHF 50 bis 80 pro Person.

Gepäck: Skischuhe und Helm in den Kofferraum, die Ski quer oder auf den Träger, der bei Salz und Schnee aber vereist. Wer in Bregenz zwei Tage ohne Ski ist, lässt sie im Auto, die Hotelgaragen sind sicher. Eine Thermoskanne, Handschuhe zum Kettenmontieren und eine Decke im Auto sind kein Luxus, wenn der Flexenpass für zwei Stunden schliesst und du in Stuben wartest.

Häufige Fragen zur Route Arlberg und Vorarlberg im Winter

Wie viele Tage braucht man für Arlberg und Vorarlberg?

Acht Tage mit zwei Nächten pro Ort sind gut: zwei ruhige in Bregenz, dann sechs Skitage in drei Gebieten. Wer nur fünf Tage hat, lässt Bregenz weg und fährt direkt nach Lech oder St. Anton. Wer zehn Tage hat, bleibt drei Nächte in St. Anton und hängt einen Tag Skitour oder Schneeschuhwanderung in Galtür an.

Wann ist die beste Zeit für diese Winterroute?

Mitte Januar bis Mitte März, ausserhalb der Februarferien. Dezember ist am Arlberg und in Ischgl schneesicher, im Bregenzerwald manchmal grün. März bringt Sonne, lange Tage und Firn, und ab Ende März sind die Skipässe günstiger. Über Weihnachten und Neujahr sind die Zimmer in Lech und Ischgl doppelt so teuer und Monate vorher weg.

Geht die Route auch ohne Auto?

Ja, erstaunlich gut: Railjet nach Bregenz, Bus in den Bregenzerwald, Railjet nach Langen und Bus 91 über den Flexenpass nach Lech, Railjet nach St. Anton, Bus ab Landeck nach Ischgl. Du verlierst Flexibilität im Bregenzerwald und brauchst pro Etappe eine Stunde mehr, sparst aber Vignette, Tunnel, Garagen und die Sorge um gesperrte Pässe.

Was kostet die Winterwoche pro Person?

Rund CHF 1'650 ohne Skipässe: Anreise mit dem eigenen Auto rund CHF 90, sieben Nächte Mittelklasse mit zwei teuren in der Lech-Region rund CHF 980, Essen CHF 480 und für Benzin vor Ort, Tunnel und Garagen rund CHF 100. Dazu kommen sechs Skitage für rund CHF 450 und eventuell Skimiete mit CHF 40 bis 55 pro Tag.

Wie schwierig ist das Fahren über Flexenpass und Arlberg im Winter?

Die Pässe sind breit, mit Galerien gesichert und werden rund um die Uhr geräumt, aber sie sind steil, kurvig und oft vereist. Mit Winterreifen, Ketten im Kofferraum, langsamer Fahrt und ohne Zeitdruck ist das für geübte Fahrerinnen und Fahrer kein Problem. Bei Sturm oder starkem Schneefall warten und die Strassenlage prüfen, nicht losfahren und hoffen.

Gibt es eine kürzere oder längere Variante?

Kürzer: Lech und St. Anton in fünf Tagen, ein Skipass, eine Anreise von zwei Stunden. Länger: Nach Ischgl zwei Tage in Galtür mit Skitouren oder Langlauf anhängen, oder vor Bregenz eine Nacht in Lindau am deutschen Ufer mit der Insel-Altstadt, dann sind es zehn bis elf Tage. Wer Zeit hat, baut einen Puffertag für gesperrte Pässe ein.

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