Edirne

Türkei · Marmara · Reiseguide

Edirne

Was zwei Tage in der zweiten Osmanen-Hauptstadt wirklich kosten, warum Sinans Meisterwerk jede Reise wert ist und wie du die Leber isst wie ein Einheimischer.

Foto: Sami Türk / Pexels

Was kostet deine Reise nach Edirne?

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1'220 CHF
≈ 610 CHF pro Person
  • Flüge 560 CHF
  • Unterkunft 300 CHF
  • Essen 250 CHF
  • Transport vor Ort 50 CHF
  • Tickets Kırkpınar-Ölringen (Finaltag) 60 CHF

Schätzwerte zur Orientierung, keine Buchungspreise. Flüge & Hotels schwanken saisonal stark – aktuelle Preise findest du über die Links weiter unten.

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Türkischer Lira (TRY). Der Kurs schwankt stark, deshalb stehen hier alle Preise in CHF. Kartenzahlung ist fast überall möglich, Bargeld brauchst du für Dolmuş, Märkte und Trinkgeld. Flugzeit: 3 bis 4 Stunden.

Hotel-Empfehlungen

Neun Optionen in drei Preisklassen – jeweils die Häuser mit den besten Bewertungen auf Booking.com.

Budget

Ak Efe Hotel

Maarif Caddesi, Edirne

Kleines Familienhotel in einem alten Haus im Viertel Kaleiçi, zwei Gehminuten von der Selimiye. Zimmer schlicht und sauber, Frühstück mit lokalen Produkten, herzlicher Besitzer, der dir sagt, wo die beste Leber ist. Für den Preis und die Lage die erste Wahl in Edirne.

ab CHF 50 / Nacht Ansehen →

Balta Hotel

Talatpaşa Caddesi, Edirne

Grösseres Stadthotel an der Hauptstrasse Richtung Bahnhof, zehn Minuten zu Fuss von der Altstadt. Zimmer funktional, Restaurant im Haus, Parkplatz, was im Zentrum sonst schwierig ist. Kein Charme, aber verlässlich und oft mit dem günstigsten Preis für ein Zimmer mit eigenem Bad.

ab CHF 45 / Nacht Ansehen →

Saban Acikgoz Hotel

Çilingirler Çarşısı, Edirne

Kleines, familiengeführtes Hotel mitten im Basarviertel, Selimiye-Moschee und Leberrestaurants erreichst du in wenigen Minuten. Die Zimmer sind sauber, klimatisiert und haben einen Kühlschrank, das Frühstück ist einfach und halal. Gäste loben vor allem Lage und Preis. Wichtig: Das Haus nimmt nur verheiratete Paare auf und verlangt beim Check-in eine Heiratsurkunde.

ab CHF 40 / Nacht Ansehen →

Mittelklasse

Hotel Edirne Palace

Kaleiçi, Edirne

Gepflegtes Hotel in einer Seitengasse von Kaleiçi mit Blick auf die Minarette der Selimiye von der Dachterrasse. Zimmer modern eingerichtet, gutes Frühstück, Mitarbeiter sprechen Englisch. Die beste Kombination aus Lage, Komfort und Preis im Zentrum, für Paare besonders empfehlenswert. Parkplätze auf Anfrage.

ab CHF 70 / Nacht Ansehen →

Katre Tasodalar Hotel

Selimiye, Edirne

Historisches Steingebäude direkt an der Mauer der Selimiye-Moschee, näher geht es nicht. Nur wenige Zimmer mit Gewölbedecken und Holzmöbeln, Restaurant mit osmanischer Küche im Innenhof. Du hörst den Gebetsruf aus nächster Nähe, was man vor der Buchung wissen sollte. Einzigartig gelegen.

ab CHF 60 / Nacht Ansehen →

Edrin Hotel

Atatürk Bulvarı, Edirne

Modernes Stadthotel wenige Minuten von der Altstadt mit geräumigen, hellen Zimmern, kleinem Spa und Frühstücksbuffet. Nicht historisch, dafür verlässlich mit guten Betten und Klimaanlage, was im thrakischen Sommer zählt. Bei Geschäftsreisenden beliebt, am Wochenende oft günstiger. Parkplatz und Restaurant im Haus.

ab CHF 75 / Nacht Ansehen →

Luxus

Margi Hotel

Yeni Sanayi, Edirne

Das einzige Fünfsternehaus der Stadt, etwas ausserhalb des Zentrums Richtung Bulgarien, mit Spa, Hamam, Innenpool und grossen Zimmern. Design modern, Restaurant gut, Service aufmerksam. Zur Altstadt brauchst du ein Taxi (CHF 4). Für alle, die nach dem Tag in der Stadt Ruhe und Komfort wollen.

ab CHF 110 / Nacht Ansehen →

Rüstempaşa Kervansaray Hotel

Eski Cami, Edirne

Eine Karawanserei von Mimar Sinan aus dem Jahr 1561, direkt neben der Eski Cami, heute ein Hotel mit Zimmern in den alten Gewölbekammern um einen grossen Innenhof. Die Zimmer sind einfach für die Kategorie, aber du schläfst in einem Sinan-Bau mitten in der Altstadt. Für Geschichtsfans unschlagbar.

ab CHF 90 / Nacht Ansehen →

Taşhan Hotel

Zentrum, Edirne

Hotel im Zentrum von Edirne, fussläufig zu Selimiye, Eski Cami und Saraçlar Caddesi. Keine Spa-Anlage und kein Pool, dafür zentrale Lage und ein Preis, der für die Kategorie fair ist. Eine Alternative, wenn dir das Margi zu weit draussen und das Kervansaray zu rustikal ist. Vor der Buchung die aktuellen Bewertungen prüfen.

ab CHF 85 / Nacht Ansehen →

Buchst du über diese Links, erhalten wir eine kleine Provision – für dich ohne Aufpreis.

Erlebnisse, die sich lohnen

Selimiye-Moschee

Sinans Meisterwerk mit 31-Meter-Kuppel und vier Minaretten, UNESCO-Welterbe. Vormittags wegen des Lichts, abends wegen der Stimmung. Eintritt frei, angemessen kleiden, Museum in der Medrese daneben. Mit Guide erkennst du Sinans Tricks.

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Kırkpınar Ölringen

Seit 1361 ringen eingeölte Pehlivan um den goldenen Gürtel, eine Woche Ende Juni oder Anfang Juli im Stadion Sarayiçi. Das älteste Sportfestival der Welt, mit Trommeln, Zurna und Tausenden Zuschauern.

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Gesundheitsmuseum Bayezid-II-Külliye

Osmanisches Spital von 1488, in dem Kranke mit Musik und Wasser behandelt wurden, heute ein eindrückliches Museum mit Wachsfiguren. UNESCO-Kandidat, kaum Touristen, Eintritt rund CHF 3, am Fluss zwei Kilometer vom Zentrum.

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Altstadt-Rundgang: Eski Cami, Üç Şerefeli, Bedesten

Drei Jahrhunderte osmanischer Architektur in zehn Gehminuten: die Alte Moschee mit riesigen Kalligrafien, die Moschee mit dem gestreiften Minarett und der überdachte Basar. Alles kostenlos, mit Stadtführung in zwei Stunden.

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Tava Ciğeri beim Meister

Knusprige Kalbsleber mit frittierten Chilis und Zwiebeln, das Gericht, für das Istanbuler extra nach Edirne fahren. Bei Niyazi Usta oder Kazım Usta, mit Ayran, für unter CHF 8. Mittags hingehen, abends ist es voll.

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Meriç-Brücke & Sonnenuntergang am Fluss

Osmanische Steinbrücke von 1847 mit Pavillon, dahinter Teegärten am Ufer mit Blick nach Griechenland. Der Abendspaziergang der Einheimischen, 20 Minuten zu Fuss von der Altstadt, im Sommer mit Fisch und Raki am Wasser.

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Sarayiçi & Palastruinen

Die Flussinsel mit dem Ringerstadion, den Resten des Sultanspalasts und dem Balkankriegs-Denkmal. Mit dem Fahrrad am schönsten, über die alten Saray-Brücken. Ruhig, grün, geschichtsträchtig, und ausserhalb der Kırkpınar-Woche fast menschenleer.

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Karaağaç-Bahnhof & Lausanne-Denkmal

Der Jugendstilbahnhof von 1914, auf dem einst der Orient-Express hielt, heute Teil der Universität, mit dem Denkmal für den Vertrag von Lausanne davor. Spannend für Schweizer, mit Teegarten und Fahrradweg am Fluss.

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Essen & Trinken

Edirne ist eine Esswallfahrt: Istanbuler fahren zweieinhalb Stunden für eine Portion knusprige Leber. Dazu kommt das Erbe der osmanischen Palastküche in Form von Mandelsüssigkeiten und Halva, und das thrakische Hinterland liefert Käse, Kaymak und vergorenen Traubensaft.

Tava Ciğeri

Ciğerci Niyazi Usta, Altstadt nahe Saraçlar Caddesi

Hauchdünn geschnittene Kalbsleber, in Mehl gewendet und in viel heissem Öl knusprig ausgebacken, dazu frittierte getrocknete Chilis und rohe Zwiebeln. Innen zart, aussen wie Chips. CHF 5 bis 8 pro Portion.

Tipp:Mittags hingehen, abends ist es voll; Ayran oder Şalgam dazu, Bier passt nicht und gibt es dort auch nicht.

Edirne Köftesi

Köfte-Lokale rund um die Saraçlar Caddesi

Flache, gegrillte Hackfleisch-Köfte mit viel Zwiebel, serviert mit Piyaz und scharfer Sauce. Die Alternative für alle, die keine Leber mögen. CHF 5 bis 7.

Tipp:Bestell eine Portion und schau dir an, wie gross die Teller sind; nachbestellen geht schnell.

Badem Ezmesi

Keçecizade, Saraçlar Caddesi, und andere Konditoreien der Strasse

Edirner Marzipan aus gemahlenen Mandeln und Zucker, weicher und weniger süss als das aus Lübeck, oft in Rollen oder als Konfekt. Die Schachtel CHF 6 bis 10.

Tipp:Frisch kaufen und innert einer Woche essen, es trocknet schnell aus.

Deva-i Misk Helvası

Konditoreien an der Saraçlar Caddesi

Weisser Mandelhalva nach einem Rezept aus der Medizinschule der Beyazıt-II-Külliye, mit 41 Gewürzen, einst als Heilmittel verschrieben. Die Dose CHF 5 bis 8.

Tipp:Kleine Stücke, es ist gehaltvoll; passt zum türkischen Kaffee am Nachmittag.

Kaleiçi Kahvaltısı

Frühstückslokale in den Gassen von Kaleiçi

Frühstück im alten Viertel Kaleiçi mit Kaymak, Honig, weissem Käse aus Edirne, Oliven, Eiern und Tee ohne Ende. CHF 6 bis 10 pro Person.

Tipp:Am Wochenende vor zehn Uhr kommen, danach sind die Tische der Istanbuler belegt.

Hardaliye

Lebensmittelläden und Marktstände im Zentrum

Vergorener Traubensaft mit Senfkörnern und Kirschblättern, kaum Alkohol, säuerlich und erfrischend, ein thrakisches Getränk aus der Gegend um Kırklareli und Edirne. CHF 1 bis 2 das Glas oder die Flasche.

Tipp:Gut gekühlt zum Köfte oder nach der Leber, es hilft der Verdauung.

Mamzana

Meyhanes und Fischrestaurants an der Meriç-Brücke

Edirner Meze aus gegrillten Peperoni, Auberginen und Tomaten, grob gehackt mit Olivenöl und Essig. Steht in den Meyhanes am Fluss auf jedem Tisch. CHF 3 bis 4.

Tipp:Im Sommer abends am Ufer mit Blick nach Griechenland, dazu Rakı und Fisch.

Edirne Beyaz Peyniri

Käsehändler im Ali Paşa Çarşısı, dem überdachten Basar

Weisser Käse aus Schaf- und Kuhmilch, cremig und mild, in Salzlake gereift. Gilt zusammen mit Ezine als bester Beyaz Peynir des Landes. Das Kilo CHF 8 bis 12.

Tipp:Probieren ist üblich, einfach fragen; vakuumiert als Mitbringsel geeignet.

Geschichte & Hintergrund

Edirne wurde um 125 nach Christus vom römischen Kaiser Hadrian als Hadrianopolis gegründet, an der Stelle, wo sich Tundscha, Arda und Mariza treffen. Die Lage an der Strasse von Konstantinopel nach Belgrad machte die Stadt zum meistumkämpften Ort Europas: Goten, Bulgaren, Kreuzfahrer und Osmanen schlugen hier Schlachten, 378 fiel Kaiser Valens vor den Toren. Um 1362 eroberte Sultan Murad I. die Stadt und machte sie zur Hauptstadt des osmanischen Reiches, das sie bis zur Einnahme Konstantinopels 1453 blieb. Hier wuchs Mehmed der Eroberer auf, hier wurde der Feldzug gegen Byzanz geplant. Auch danach blieb Edirne Sultansresidenz mit einem riesigen Palast an der Tundscha, von dem heute nur Ruinen übrig sind. Der Architekt Sinan baute 1575 für Selim II. die Selimiye-Moschee, die er selbst als sein Meisterwerk bezeichnete; sie ist seit 2011 UNESCO-Welterbe. Im 19. und 20. Jahrhundert wurde Edirne mehrfach von Russen und Bulgaren besetzt und vom Vielvölker-Zentrum zur Grenzstadt. Heute liegt die Stadt mit 180000 Einwohnern im äussersten Nordwesten der Türkei, wenige Kilometer von Griechenland und Bulgarien, und ist eine ruhige, grüne Universitätsstadt, die vom osmanischen Erbe lebt.

Insider-Tipps

Selimiye: Sinans Meisterwerk, am besten zweimal

Die Selimiye-Moschee ist der Grund, warum Edirne auf der Weltkarte steht. Mimar Sinan hat sie mit über 80 Jahren vollendet und behauptet, hier endlich die Hagia Sophia übertroffen zu haben: eine Kuppel mit 31 Metern Durchmesser auf nur acht Pfeilern, die den ganzen Innenraum zu einem einzigen Raum macht, vier Minarette mit je drei Balkonen, 71 Meter hoch. Nach der jahrelangen Restaurierung bis 2025 ist sie wieder vollständig zugänglich. Geh zweimal hin: einmal am Vormittag, wenn das Licht durch die Fenster der Kuppel fällt, und einmal zum Abendgebet, wenn die Lampen brennen. Eintritt frei, ausserhalb der Gebetszeiten, Schultern und Knie bedeckt, Kopftuch für Frauen liegt am Eingang. Unter der Moschee liegt der Arasta, ein überdachter Basar, der die Moschee finanzieren sollte und heute Seifen, Spiegelbesen und Souvenirs verkauft. Das Museum für türkische und islamische Kunst in der Medrese nebenan erklärt das Kırkpınar-Ringen und die Geschichte der Stadt.

Ciğer: die Leber, die ganze Türkei neidisch macht

Edirne Tava Ciğeri ist dünn geschnittene Kalbsleber, in Mehl gewendet und in viel heissem Öl knusprig ausgebacken, serviert mit getrockneten, frittierten Chilischoten und rohen Zwiebeln. Klingt einfach, ist aber eine Wissenschaft, und die Restaurants der Stadt streiten seit Jahrzehnten, wer die beste macht. Die bekannten Namen: Ciğerci Niyazi Usta und Ciğerci Kazım Usta in der Altstadt sowie mehrere Lokale rund um den Saraçlar-Platz. Eine Portion kostet CHF 5 bis 8, eineinhalb Portionen sind für Hungrige normal. Dazu gehört Ayran oder Şalgam (Rübensaft), nicht Bier. Wer keine Leber mag: Edirne hat auch Köfte und als Süsses Deva-i Misk Helvası, ein Mandelhalva nach osmanischem Rezept, sowie Badem Ezmesi, eine Marzipan-Variante, die es in den Konditoreien an der Saraçlar Caddesi gibt. Das Frühstück in Edirne mit Kaymak und Honig ist ebenfalls bekannt, beste Adressen sind die kleinen Lokale im Viertel Kaleiçi.

Kırkpınar: das älteste Sportfestival der Welt

Seit 1361 ringen die Pehlivan jeden Sommer in Edirne in Lederhosen und mit Olivenöl eingerieben um den goldenen Gürtel, laut Guinness das älteste ununterbrochen stattfindende Sportereignis der Welt und UNESCO-Kulturerbe. Das Festival dauert eine Woche, meist Ende Juni oder Anfang Juli, der Finaltag ist ein Sonntag. Die Kämpfe finden im Stadion Sarayiçi auf der Insel in der Tundscha statt, wo früher der Sultanspalast stand. Tickets für die ersten Tage kosten wenige Franken, der Finaltag CHF 20 bis 40, und dann wird es voll: Hotels in Edirne sind in dieser Woche ausgebucht, reserviere Monate vorher. Die Kämpfe dauern Stunden, mit Trommeln und Zurna, mit Hunderten Ringern gleichzeitig auf dem Gras, und sind ein Erlebnis, das man nirgendwo sonst sieht. Ausserhalb des Festivals erzählt das Kırkpınar-Haus (Kırkpınar Evi) die Geschichte, und in der ganzen Stadt stehen Ringerstatuen.

Die Brücken, der Palast und das Grün an der Tundscha

Edirne hat ein Dutzend osmanischer Steinbrücken über Tundscha und Mariza, und sie sind der beste Spaziergang der Stadt. Die Meriç-Brücke von 1847 mit ihrem Pavillon in der Mitte führt zum Ufer, wo im Sommer Teegärten und Restaurants mit Blick auf den Fluss liegen, abends mit Sonnenuntergang über Griechenland. Von der Altstadt läufst du in 20 Minuten hin. Richtung Norden führen die Saray-Brücken nach Sarayiçi, wo der Palast von Edirne stand, 1875 bei einem Pulverlager-Brand explodiert, heute wird ein Teil rekonstruiert. Dort liegt auch das Balkankriegs-Denkmal und das Kırkpınar-Stadion. Für den Weg nimm ein Fahrrad, Edirne ist flach und ruhig. Südlich des Zentrums liegt der Karaağaç-Bahnhof, ein Jugendstilgebäude, das heute zur Universität gehört, mit dem Lausanne-Denkmal davor: Der Vertrag von Lausanne 1923, in der Schweiz unterzeichnet, hat Edirne der Türkei zugesprochen. Als Schweizer ein netter Moment.

Das zweite Welterbe: Beyazıt-II-Külliye und die Medizin

Zwei Kilometer nordwestlich der Altstadt an der Tundscha liegt die Külliye von Sultan Bayezid II. aus dem Jahr 1488: Moschee, Spital, Medizinschule und Küche in einem Komplex. Das Spital ist heute das Gesundheitsmuseum (Sağlık Müzesi) und zeigt mit Wachsfiguren, wie hier vor 500 Jahren psychisch Kranke mit Musik, Wasserplätschern und Düften behandelt wurden, lange bevor Europa so etwas kannte. Eintritt rund CHF 3. Das Museum ist einer der eindrücklichsten Orte der Stadt und fast ohne Touristen, die Moschee daneben mit ihrer einzigen grossen Kuppel ist ein ruhiger Gegenentwurf zur Selimiye. Der Weg führt über die Yalnızgöz-Brücke und am Fluss entlang. Zurück in der Stadt lohnt die Eski Cami (alte Moschee) von 1414 mit ihren riesigen Kalligrafien, die Üç Şerefeli Cami mit dem gestreiften Minarett und der Bedesten daneben. Alle Moscheen in Edirne sind kostenlos.

Anreise, Aussprache und Praktisches

Edirne spricht sich «E-dir-ne», Betonung auf dem Dir. Du erreichst die Stadt ab Istanbul mit dem Bus ab Esenler in zweieinhalb bis drei Stunden für CHF 8 bis 12, Abfahrten im Halbstundentakt, oder mit dem Zug ab Halkalı in vier Stunden, langsamer, dafür schön. Der Busbahnhof liegt ausserhalb, Stadtbusse und Taxis (CHF 5) fahren ins Zentrum. Alles Wichtige liegt dann zu Fuss. Edirne ist eine Grenzstadt: Griechenland ist 7 Kilometer, Bulgarien 20 Kilometer entfernt, und viele Besucher kommen aus Bulgarien zum Einkaufen, was die Preise im Zentrum am Wochenende hebt. Unter der Woche ist die Stadt ruhig und günstig. Rechne mit CHF 25 pro Tag fürs Essen, wenn du Leber, Köfte und Frühstück in Lokalen isst. Alkohol gibt es in Restaurants an der Meriç und in der Altstadt, die Stadt ist entspannt. Eine Übernachtung reicht nicht, zwei sind richtig, mit Kırkpınar oder einem Abstecher nach Kıyıköy ans Schwarze Meer drei.

Häufige Fragen zu Edirne

Wie viele Tage sollte man für Edirne einplanen?

Zwei volle Tage: einer für Selimiye, Altstadt und die Leber, einer für Bayezid-II-Külliye, Brücken und Sarayiçi. Während Kırkpınar oder mit Abstecher nach Kıyıköy ans Schwarze Meer sind es drei. Ein Tagesausflug ab Istanbul ist möglich, aber hetzig.

Wann ist die beste Reisezeit?

April bis Juni und September bis Oktober. Der Sommer ist in Thrakien heiss und trocken, aber Ende Juni oder Anfang Juli findet Kırkpınar statt, dafür lohnt sich die Hitze. Der Winter ist kalt und grau mit gelegentlichem Schnee, die Selimiye ist dann wunderbar leer.

Wie komme ich aus der Schweiz nach Edirne?

Flug nach Istanbul (IST), dann Bus ab Esenler oder direkt ab Flughafen Istanbul nach Edirne in rund drei Stunden für CHF 8 bis 15. Ein Mietwagen ab Istanbul fährt die Autobahn in zweieinhalb Stunden. Edirne hat keinen Flughafen mit Linienverkehr.

Wann findet das Kırkpınar-Ölringen statt?

Jedes Jahr Ende Juni oder Anfang Juli, eine Woche lang, der Finaltag ist der Sonntag. Das genaue Datum wird von der Stadt im Frühling veröffentlicht. Hotels sind in dieser Woche Monate vorher ausgebucht, Tickets gibt es im Stadion und online.

Kann ich von Edirne nach Griechenland oder Bulgarien?

Ja, die Grenzen sind wenige Kilometer entfernt. Mit Schweizer Pass brauchst du für beide Länder kein Visum. Beachte aber, dass die Türkei bei Ausreise und Wiedereinreise das e-Visum prüft; ein Mehrfach-Einreise-Visum ist Standard. Mit Mietwagen die Grenzüberfahrt vorher beim Vermieter klären.

Ist Edirne auch für Nicht-Fleischesser ein gutes Ziel?

Das Essen dreht sich um Leber und Köfte, aber das Frühstück mit Kaymak, Honig, Oliven und Käse, die Lokanta-Gemüsegerichte in Olivenöl und die Mandelsüssigkeiten sind ebenfalls stark. Wer auf Leber verzichtet, verpasst das Wahrzeichen, nicht die Stadt.

Routen mit diesem Ziel

Veranstaltungen

Jul 4

Kırkpınar Ölringkämpfe Edirne

Fest

4. Juli 2027 Ende Juni bis Anfang Juli, eine Woche mit Finale am Sonntag

Das älteste kontinuierlich ausgetragene Sportturnier der Welt, seit dem 14. Jahrhundert, UNESCO-Kulturerbe: Über tausend Ringer in Lederhosen, mit Olivenöl eingerieben, kämpfen auf der Wiese von Sarayiçi um den Titel Başpehlivan. Dazu Trommler und Zurna-Bläser, Marktstände und Volksfest. Eintritt für die Tribüne wenige Franken, das Finale am Sonntag ist der Höhepunkt.

Für Reisende: Edirne ist in der Kırkpınar-Woche ausgebucht, Tagesausflug ab Istanbul (zweieinhalb Stunden) ist die einfachere Variante.

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