İznik

Türkei · Marmara · Reiseguide

İznik

Was ein paar ruhige Tage am İznik-See kosten, warum die Stadt der Konzile und der Kacheln mehr als einen Abstecher verdient und wo du die echte Keramik kaufst.

Foto: Efdal Yıldız / Pexels

Was kostet deine Reise nach İznik?

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1'210 CHF
≈ 605 CHF pro Person
  • Flüge 560 CHF
  • Unterkunft 275 CHF
  • Essen 250 CHF
  • Transport vor Ort 75 CHF
  • Kachel-Workshop in einer Werkstatt 50 CHF

Schätzwerte zur Orientierung, keine Buchungspreise. Flüge & Hotels schwanken saisonal stark – aktuelle Preise findest du über die Links weiter unten.

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Türkischer Lira (TRY). Der Kurs schwankt stark, deshalb stehen hier alle Preise in CHF. Kartenzahlung ist fast überall möglich, Bargeld brauchst du für Dolmuş, Märkte und Trinkgeld. Flugzeit: 3 bis 4 Stunden.

Hotel-Empfehlungen

Neun Optionen in drei Preisklassen – jeweils die Häuser mit den besten Bewertungen auf Booking.com.

Budget

Kaynarca Otel

Zentrum, İznik

Die Pension, in der seit Jahrzehnten Rucksackreisende und Archäologen absteigen, zwei Gehminuten von der Hagia Sophia. Einfache Zimmer, Gemeinschaftsküche, Dachterrasse und ein Besitzer, der dir alles über die Stadt erzählt. Für wenig Geld mitten in Nicäa, kein Komfort, viel Herz.

ab CHF 30 / Nacht Ansehen →

Limnades Hotel İznik

Zentrum, İznik

Kleines Hotel in İznik, auf Booking.com gelistet und eine der wenigen Adressen im Ort mit mehr als Pensionsstandard. Hagia Sophia, Kachelwerkstätten und Seeufer erreichst du zu Fuss, die Stadt ist klein. Ausstattung einfach, Preis fair. Vor der Buchung Fotos und aktuelle Bewertungen anschauen, die Zimmer sind unterschiedlich.

ab CHF 45 / Nacht Ansehen →

Çamlık Motel Restaurant

Göl Sahili, İznik

Ein Klassiker am südlichen Seeufer unter Pinien, mit Garten bis zum Wasser und einem Fischrestaurant, das halb İznik am Wochenende besucht. Zimmer einfach, einige mit Seeblick, Parkplatz vorhanden. Ruhig, familiengeführt und ideal, wenn du mit Mietwagen unterwegs bist und abends Fisch essen willst.

ab CHF 45 / Nacht Ansehen →

Mittelklasse

İznik Seyir Otel

Göl Sahili, İznik

Das freundlichste Hotel am See: kleines Boutiquehaus an der Promenade mit modernen Zimmern, grossen Fenstern Richtung Wasser und einem Frühstück mit Oliven, Käse und Honig aus der Region. Fahrräder für Gäste, Terrasse zum Sonnenuntergang. Die beste Wahl für Paare in İznik.

ab CHF 65 / Nacht Ansehen →

Iznik Askania

Keramet, Nordufer İznik-See

Mittelgrosses Hotel am nördlichen Seeufer mit Pool im Garten, Restaurant und Zimmern mit Blick auf den See. Benannt nach dem antiken Namen des Sees, Askania. Liegt an der Uferstrasse Richtung Orhangazi, rund 18 Kilometer von der Stadt, also nur mit Auto sinnvoll, dafür mit Platz, Ruhe und Badestelle vor dem Haus.

ab CHF 75 / Nacht Ansehen →

Limak Thermal Boutique Hotel

Termal, Yalova

Historisches Thermalhotel aus osmanischer Zeit im Kurort Yalova-Termal, 50 Kilometer von İznik, mit Thermalbecken, Hamam und Spa im Wald. Praktisch als Zwischenhalt zwischen Fähre und İznik oder als Abschluss. Zimmer klassisch, Küche gut, Preise für ein Thermalhotel dieser Klasse fair.

ab CHF 110 / Nacht Ansehen →

Luxus

Thermalium Wellness & Spa Hotel by Vima

Termal, Yalova

Grosses Wellnesshotel im Thermalkurort Yalova mit mehreren Thermalbädern, Innenpool, Hamam und umfangreichem Spa-Angebot, eine Stunde von İznik. Für Paare und Familien, die nach den Ruinen im warmen Wasser entspannen wollen. Zimmer modern, Verpflegung reichlich, Halbpension möglich. Wochentags deutlich günstiger als am Wochenende.

ab CHF 140 / Nacht Ansehen →

Black Bird Thermal Hotel & Spa

Termal, Yalova

Elegantes Thermalhotel im Wald von Yalova-Termal mit privaten Thermalbädern in manchen Suiten, Spa, Innen- und Aussenpool. Die ruhigere, kleinere Alternative zum Thermalium, gut für Paare. Von hier erreichst du İznik, Bursa und die Fähre nach Istanbul in je einer Stunde.

ab CHF 150 / Nacht Ansehen →

Crowne Plaza Bursa

Nilüfer, Bursa

Wer in İznik keinen Luxus findet (den gibt es dort nicht), übernachtet in Bursa, 90 Minuten entfernt. Das Crowne Plaza im Westen der Stadt hat Thermalbecken, Hamam, Innenpool und grosse Zimmer und liegt an der Ausfallstrasse Richtung İznik. Mit Mietwagen die bequemste Basis für beide Städte.

ab CHF 140 / Nacht Ansehen →

Buchst du über diese Links, erhalten wir eine kleine Provision – für dich ohne Aufpreis.

Erlebnisse, die sich lohnen

Hagia Sophia von Nicäa

Die Kirche des siebten Konzils von 787, heute Moschee, mit byzantinischen Mauern, Bodenmosaik und Apsisfreske. Mitten in der Stadt, Eintritt frei, ausserhalb der Gebetszeiten besuchen, mit Guide ist es deutlich ergiebiger.

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Kachel-Workshop in einer Werkstatt

Eine eigene Kachel bemalen mit den Motiven des 16. Jahrhunderts, unter Anleitung in einer Familienwerkstatt. Rund zwei Stunden, CHF 20 bis 30 inklusive gebranntem Stück, das du mitnehmen oder nachschicken lassen kannst.

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Stadtmauer-Rundgang mit İstanbul- und Lefke-Tor

Fünf Kilometer römische und byzantinische Mauer mit doppelten Torbögen und Reliefs. Die Runde dauert zwei Stunden, das Lefke-Tor im Osten ist das schönste. Mit Guide verstehst du die Schichten von Rom bis Byzanz.

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İznik-Museum (Nilüfer Hatun İmareti)

Osmanische Armenküche von 1388 mit römischen Grabstelen, Originalkacheln und Fundstücken aus Nicäa, inklusive Modell der versunkenen Basilika. Kleines, gutes Museum, eine Stunde reicht, Eintritt wenige Franken, nahe dem Lefke-Tor gelegen.

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Römisches Theater

Ausgrabung aus dem 2. Jahrhundert innerhalb der Mauern nahe dem See-Tor, mit Aussichtsplattform. Wurde lange als Steinbruch genutzt, deshalb nur teilweise erhalten, aber eindrücklich in der Grösse. Kostenlos von aussen einsehbar.

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Versunkene Basilika am Seeufer

Die Kirche aus dem 4. Jahrhundert, 2014 im Wasser entdeckt, liegt 20 Meter vor dem Ufer. Vom Uferweg bei ruhigem Wasser als Umriss zu erkennen. Unterwasser-Museum in Planung, bis dahin lohnt der Spaziergang trotzdem.

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Sonnenuntergang und Fisch am See

Abends an der Promenade westlich der Mauer: Tee, gegrillter Fisch aus dem See und die Sonne, die hinter den Bergen versinkt. Der tägliche Treffpunkt der Stadt, kein Touristenprogramm. Fischer nehmen dich gegen Trinkgeld aufs Boot.

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Tagesausflug nach Bursa

Die erste Osmanen-Hauptstadt mit Ulu Cami, Grünem Mausoleum, Koza Han und Uludağ-Seilbahn liegt 90 Busminuten entfernt. Die natürliche Ergänzung zu İznik, am besten mit einer Übernachtung und Dorffrühstück in Cumalıkızık.

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Essen & Trinken

İznik isst, was rund um den See wächst und schwimmt: Oliven, Olivenöl, Pfirsiche, Fisch aus dem Süsswasser. Die Küche ist ländlich und bescheiden, Restaurants mit Karte gibt es wenige, dafür Lokantas, Bäckereien und Bauern, die direkt ab Hof verkaufen.

İznik Köftesi

Lokantas und Köfte-Lokale im Zentrum rund um die Kılıçaslan Caddesi

Flache, kleine Hackfleisch-Bällchen aus Rind, mit Zwiebeln auf dem Grill, serviert mit Pide, gegrillten Peperoni und Tomaten. Das Alltagsessen der Stadt. CHF 4 bis 6.

Tipp:Mittags gibt es die frischesten, abends schliessen viele Lokale früh.

Göl Balığı

Çamlık Motel Restaurant am Südufer oder die Fischrestaurants an der Promenade

Fisch aus dem İznik-See, meist Wels (yayın) oder Karpfen (sazan), gegrillt oder gebraten mit Salat und Brot. CHF 8 bis 12 pro Portion, am See mit Blick CHF 12 bis 18 für ein Abendessen.

Tipp:Nach dem Fang des Tages fragen und zum Sonnenuntergang kommen, dann sitzt die halbe Stadt dort.

İznik Zeytini

Bauernstände entlang der Uferstrasse und auf dem Wochenmarkt

Schwarze Tafeloliven vom Südufer, fleischig und mild, die mit denen aus Gemlik um den ersten Platz streiten. Das Kilo ab Hof CHF 5 bis 8, im Laden das Doppelte.

Tipp:Nach der Ernte im November und Dezember ist die Auswahl am grössten; die zerknitterten (sele) sind die kräftigsten.

Zeytinyağı

Ölmühlen und Hofläden an der Strasse Richtung Orhangazi

Kaltgepresstes Olivenöl aus den Hainen am See, grün, fruchtig und leicht bitter. Der Liter direkt vom Produzenten CHF 8 bis 12.

Tipp:In Blechdosen kaufen, nicht in Plastik, und nach dem Erntejahr fragen.

Pide aus dem Holzofen

Pide-Bäckereien in den Gassen hinter der Hagia Sophia

Lang gezogene Pide mit Hackfleisch, Käse oder Ei, direkt aus dem Steinofen, in Streifen geschnitten. Das günstigste warme Essen in İznik. CHF 3 bis 5.

Tipp:Zwischen Mittag und zwei Uhr sind die Öfen heiss, danach wird nur noch aufgewärmt.

Şeftali und Tahin-Pekmez

Obststände am Ortsrand und in jeder Lokanta

Pfirsiche aus den Obstgärten am See, in der Saison im Juli und August kiloweise für CHF 1.50 bis 3. Ausserhalb der Saison ist das Dessert Tahin mit Traubensirup, zum Brot getunkt.

Tipp:Pfirsiche direkt vom Baum sind reif und weich, sie halten keinen Tag im Rucksack.

Çay am See

Teegärten an der Promenade westlich der Stadtmauer

Tee im Tulpenglas in den Teegärten an der Promenade, mit Blick auf das Wasser und die Berge dahinter. 40 bis 60 Rappen pro Glas, das günstigste Vergnügen der Stadt.

Tipp:Nach dem Abendessen, wenn die Familien kommen; Backgammon liegt bereit.

Geschichte & Hintergrund

İznik heisst in der Antike Nicäa, und wenige Städte dieser Grösse haben so viel Kirchengeschichte geschrieben. Gegründet um 316 vor Christus von Antigonos, einem General Alexanders, wurde die Stadt Hauptstadt des Königreichs Bithynien und unter den Römern eine blühende Handelsstadt am See. Im Jahr 325 berief Kaiser Konstantin hier das erste ökumenische Konzil ein, das mit dem Glaubensbekenntnis von Nicäa den Grundstein des christlichen Dogmas legte, 787 folgte das siebte Konzil in der Hagia Sophia, das den Bilderstreit beendete. Nach dem Fall Konstantinopels an die Kreuzfahrer 1204 war Nicäa fünfzig Jahre lang Hauptstadt des byzantinischen Exilreichs. 1331 eroberte Orhan Gazi die Stadt, die Hagia Sophia wurde Moschee, und İznik erlebte seine zweite Blüte: Im 16. Jahrhundert fertigten die Werkstätten hier die berühmten Kacheln mit Kobaltblau, Türkis und dem leuchtenden Tomatenrot, die die Moscheen Istanbuls und den Topkapı-Palast schmücken. Mit dem Niedergang des Reiches verschwand das Handwerk, das Geheimnis der Glasuren ging verloren und wurde erst im 20. Jahrhundert wiederentdeckt. Heute ist İznik eine Kleinstadt mit 45000 Einwohnern, umgeben von fünf Kilometern römisch-byzantinischer Stadtmauer, Olivenhainen und dem See, und steht auf der Vorschlagsliste des UNESCO-Welterbes.

Insider-Tipps

Hagia Sophia von İznik und die Konzile

Mitten in der Stadt, am Kreuzungspunkt der beiden römischen Hauptstrassen, steht die Hagia Sophia von Nicäa (Ayasofya Orhan Camii). Die Kirche aus dem 4. Jahrhundert, in der 787 das siebte ökumenische Konzil tagte, wurde mehrfach zerstört und wieder aufgebaut, nach der Eroberung 1331 zur Moschee, später zur Ruine und zum Museum, seit 2011 wieder Moschee. Du siehst Reste des Bodenmosaiks, eine Freske in der Apsis und die byzantinischen Mauern unter dem osmanischen Dach. Der Besuch ist kostenlos und dauert eine halbe Stunde. Das erste Konzil von 325 tagte nicht hier, sondern im kaiserlichen Palast am Seeufer, dessen Fundamente 2014 bei Luftaufnahmen im Wasser entdeckt wurden: eine Basilika rund 20 Meter vor dem Ufer, die als Unterwasser-Museum erschlossen werden soll. Vom Uferweg siehst du bei ruhigem Wasser die Umrisse. Für Christinnen und Christen aus der Schweiz ist dieser Ort oft der Grund der Reise, das Glaubensbekenntnis, das jeden Sonntag gesprochen wird, wurde hier beschlossen.

Die Kacheln: wo du echte İznik-Keramik kaufst

Die originalen İznik-Kacheln des 16. Jahrhunderts sind unbezahlbar und hängen in Museen. Was du heute kaufen kannst, ist die wiederbelebte Tradition: Seit den 1990er-Jahren arbeiten in İznik wieder gut zwei Dutzend Werkstätten mit Quarzkeramik und den alten Glasuren. Die bekannteste ist die İznik-Stiftung (İznik Vakfı) am Seeufer, deren Kacheln in Moscheen und Museen weltweit hängen, mit Preisen ab CHF 50 für eine einzelne Kachel bis in die Tausende. In den Werkstätten rund um die Hagia Sophia und in der Strasse zum Lefke-Tor sitzen Familienbetriebe wie Nicea Çini, Adil Can oder die Werkstätten der Familie Nakkaş, wo du beim Malen zuschauen kannst. Ein handbemalter Teller mittlerer Grösse kostet CHF 20 bis 60, kleine Schalen ab CHF 8. Erkennungsmerkmal echter Arbeit: Quarzkörper (schwer, nicht Ton), Linien leicht erhaben, kleine Unregelmässigkeiten. Die billigen Teller in Istanbuler Souvenirläden sind Kütahya-Massenware. Ein Workshop, bei dem du selbst eine Kachel bemalst, kostet CHF 20 bis 30.

Stadtmauer und Tore: die Runde zu Fuss

İznik liegt komplett innerhalb einer fünf Kilometer langen Mauer aus römischer und byzantinischer Zeit mit vier Haupttoren, die noch heute die Zufahrten bilden. Das İstanbul-Tor im Norden und das Lefke-Tor im Osten sind die besterhaltenen mit doppelten Torbögen und römischen Reliefs, das Yenişehir-Tor im Süden ist einfacher, das See-Tor im Westen liegt am Ufer. Die Runde auf oder entlang der Mauer dauert zwei Stunden, am Nachmittag mit Sonne im Rücken am besten. Innerhalb der Mauern ist die Stadt ein Schachbrett römischer Strassen, in der Mitte die Hagia Sophia, dazwischen Obstgärten und Olivenhaine, so locker ist İznik heute bebaut. Ausserhalb des Lefke-Tors stehen das römische Theater (Ausgrabung mit Aussichtsplattform) und die Lefke-Brücke. Das Museum der Stadt ist in der Nilüfer-Hatun-İmareti untergebracht, einer Armenküche von 1388, mit römischen Grabstelen, Kacheln und Fundstücken aus der Stadt. Alles ist zu Fuss erreichbar, ein Fahrrad bekommst du in manchen Hotels gratis.

Der See: Baden, Fisch und Sonnenuntergang

Der İznik-See ist mit 32 Kilometern Länge der fünftgrösste der Türkei, Süsswasser, im Sommer 25 Grad warm und sauber genug zum Baden. Die Uferpromenade westlich der Stadtmauer ist abends der Treffpunkt: Teegärten, Fischrestaurants und Familien, die auf den Sonnenuntergang warten, der hier hinter den Bergen über dem Wasser versinkt. Die Strände direkt an der Stadt sind Kies, feiner wird es nördlich in Orhangazi-Richtung oder südlich bei Göllüce. Die Spezialität ist Fisch aus dem See, meist Wels und Karpfen, gegrillt für CHF 8 bis 12, dazu Oliven aus İznik, die mit denen aus Gemlik um den Titel der besten der Türkei streiten. Entlang der Uferstrasse verkaufen Bauern Oliven, Olivenöl, Pfirsiche und Honig direkt ab Hof, deutlich günstiger als im Laden. Eine Bootsfahrt über den See gibt es nicht regelmässig, frag in den Restaurants am Ufer, Fischer nehmen Gäste gegen ein Trinkgeld mit. Im Frühling blühen die Obstbäume rund um den See, das ist die schönste Zeit.

Anreise und die Kombination mit Bursa

İznik hat keinen Bahnhof und keinen Flughafen. Du fliegst nach Istanbul, nimmst die Fähre ab Yenikapı nach Yalova (eine Stunde, rund CHF 8) und von dort den Bus oder Dolmuş nach İznik über Orhangazi in gut einer Stunde für wenige Franken. Oder du kommst von Bursa: Busse ab dem Terminal fahren stündlich, 80 Kilometer, 90 Minuten, rund CHF 4. Mit dem Mietwagen ab Istanbul bist du über die Osman-Gazi-Brücke in zweieinhalb Stunden da, und die Fahrt am Nordufer des Sees entlang ist schön. In der Stadt läufst du alles ab. Die sinnvollste Kombination für eine Schweizer Reise: zwei Nächte Bursa, eine oder zwei Nächte İznik, dann zurück nach Istanbul oder weiter an die Ägäis. Wer Thermalbäder mag, kann in Yalova-Termal, 50 Kilometer entfernt, einen Halt einlegen, die heissen Quellen dort kannte schon Atatürk. Für einen Tagesausflug ab Istanbul ist İznik zu weit, du hättest vier Stunden Fahrt für drei Stunden Stadt.

Aussprache, Essen und was dich überrascht

İznik spricht sich «Is-nik», mit dem gepunkteten İ als normales I. Nicäa heisst auf Türkisch Nikaia oder einfach İznik, die Einheimischen kennen beides. Die Stadt ist konservativ-ländlich, ruhig und sehr sicher, abends ist um zehn Uhr Schluss. Zum Essen: İznik köftesi, flache Hackfleisch-Bällchen, gegrillt mit Zwiebeln und Pide, für CHF 4 bis 6. Dazu Fisch vom See, Oliven und zum Dessert Pfirsiche oder Tahin-Pekmez. Eine Lokanta-Mahlzeit kostet CHF 5 bis 8, ein Abendessen am See mit Fisch CHF 12 bis 18. Alkohol gibt es in wenigen Restaurants am Ufer, nicht in der Stadt, das sollte man wissen. Was Schweizer überrascht: Die Hotels sind einfach, aber günstig, ein Zimmer am See kostet CHF 45 bis 70. Und niemand will dir etwas verkaufen, ausser den Keramikwerkstätten, und selbst die lassen dich in Ruhe schauen. Nach Istanbul und Kappadokien ist das eine Erholung.

Häufige Fragen zu İznik

Wie viele Tage sollte man für İznik einplanen?

Eine Nacht reicht für Hagia Sophia, Stadtmauer, Museum und Kachelwerkstätten mit Sonnenuntergang am See. Zwei Nächte, wenn du baden, einen Workshop machen oder einfach runterkommen willst. Als Halbtagesausflug ab Bursa siehst du nur das Zentrum, das ist okay, aber schade um den See.

Wann ist die beste Reisezeit?

April bis Juni, wenn die Obstbäume blühen und es 20 bis 28 Grad warm ist, und September bis Oktober zur Olivenernte. Juli und August sind heiss, aber der See kühlt. Im Winter ist es kühl und feucht, dafür hast du die Stadt für dich allein.

Wie komme ich aus der Schweiz nach İznik?

Flug nach Istanbul (IST oder Sabiha Gökçen), dann Fähre ab Yenikapı nach Yalova und Bus über Orhangazi nach İznik, total rund drei Stunden. Oder ab Bursa mit dem Bus in 90 Minuten. Mit Mietwagen ab Istanbul über die Osman-Gazi-Brücke in zweieinhalb Stunden.

Kann man die versunkene Basilika im See sehen?

Von Land aus bei ruhigem Wasser nur als Umriss, rund 20 Meter vor dem Ufer westlich der Stadt. Die Fundamente liegen zwei Meter unter der Oberfläche. Ein Unterwassermuseum ist geplant, aber noch nicht geöffnet. Luftaufnahmen und Modelle zeigt das Stadtmuseum.

Woran erkenne ich echte İznik-Keramik?

Am Gewicht (Quarzkörper, nicht leichter Ton), an den leicht erhabenen Konturen, am Tomatenrot, das nur mit der richtigen Glasur gelingt, und am Preis: Unter CHF 15 für einen Teller ist es Massenware aus Kütahya. In den Werkstätten in İznik kannst du beim Malen zuschauen, das ist die beste Garantie.

Kann man im İznik-See baden?

Ja, das Wasser ist sauber und im Sommer rund 25 Grad warm. Die Strände bei der Stadt sind Kies, nördlich und südlich entlang des Ufers wird es feiner. Umkleiden gibt es kaum, Badekleidung ist üblich, aber die Gegend ist ländlich, also eher zurückhaltend als am Mittelmeer.

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