Çanakkale

Türkei · Marmara · Reiseguide

Çanakkale

Was eine Woche an den Dardanellen wirklich kostet, wie du Troja ohne Enttäuschung erlebst und warum Bozcaada die schönste Insel ist, die kaum ein Schweizer kennt.

Foto: Özgür Kaya / Pexels

Was kostet deine Reise nach Çanakkale?

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1'415 CHF
≈ 708 CHF pro Person
  • Flüge 600 CHF
  • Unterkunft 325 CHF
  • Essen 300 CHF
  • Transport vor Ort 100 CHF
  • Geführte Gallipoli-Tour 90 CHF

Schätzwerte zur Orientierung, keine Buchungspreise. Flüge & Hotels schwanken saisonal stark – aktuelle Preise findest du über die Links weiter unten.

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Türkischer Lira (TRY). Der Kurs schwankt stark, deshalb stehen hier alle Preise in CHF. Kartenzahlung ist fast überall möglich, Bargeld brauchst du für Dolmuş, Märkte und Trinkgeld. Flugzeit: 3 bis 4 Stunden.

Hotel-Empfehlungen

Neun Optionen in drei Preisklassen – jeweils die Häuser mit den besten Bewertungen auf Booking.com.

Budget

Anzac Hotel

Kemalpaşa, Çanakkale

Seit Jahrzehnten die Anlaufstelle für Rucksackreisende und Gallipoli-Besucher, direkt beim Uhrturm und zwei Minuten vom Kordon. Einfache, saubere Zimmer, Tourbüro im Haus, das die Gallipoli- und Troja-Touren organisiert. Nicht luxuriös, aber ehrlich, zentral und mit den besten Ratschlägen der Stadt.

ab CHF 40 / Nacht Ansehen →

Artur Hotel

Kemalpaşa, Çanakkale

Kleines Hotel mitten in der Fussgängerzone, einen Block vom Wasser entfernt. Hilfsbereites Team, Frühstück auf der Terrasse, Zimmer einfach aber gepflegt. Gut für Alleinreisende, die mitten im Geschehen sein wollen und abends nur wenige Schritte zu den Lokalen der Fetvane Sokak haben.

ab CHF 45 / Nacht Ansehen →

Kervansaray Canakkale Hotel

Kemalpaşa, Çanakkale

Osmanisches Herrenhaus aus dem 19. Jahrhundert, ehemals Wohnsitz eines Richters, heute ein Hotel mit Holzböden, hohen Decken und Innenhofgarten. Direkt neben dem Uhrturm. Die Zimmer im alten Teil knarren, haben aber Charakter. Für den Preis das stimmungsvollste Haus im Zentrum.

ab CHF 60 / Nacht Ansehen →

Mittelklasse

Hotel Limani

Kordon, Çanakkale

Boutiquehotel am Yachthafen mit Zimmern, die auf die Dardanellen und die Fähren blicken. Darunter liegt das gleichnamige Restaurant, eines der besten der Stadt für Fisch und Meze. Du zahlst für die Lage, bekommst dafür aber das Çanakkale-Gefühl direkt vom Balkon aus.

ab CHF 85 / Nacht Ansehen →

Buyuk Truva Hotel

Kordon, Çanakkale

Das klassische Hotel am Kordon seit den Siebzigerjahren, inzwischen renoviert, mit Pool und Blick über die Meerenge. Zimmer solide, nicht spektakulär, Frühstücksbuffet reichhaltig. Beliebt bei Reisegruppen, deshalb ausserhalb der Saison oft mit guten Preisen. Fussläufig zu allem, Fähre nach Kilitbahir vor der Tür.

ab CHF 90 / Nacht Ansehen →

K Bozcaada Paralia

Ayazma, Bozcaada

Kleines Hotel an der Südküste von Bozcaada, sechs Gehminuten vom Ayazma-Strand, dem bekanntesten Badeplatz der Insel. Garten, eigenes Restaurant und kostenloser Parkplatz, was auf der Insel im Sommer zählt. Zum Hafenort mit Burg und Fischlokalen brauchst du Scooter, Velo oder Dolmuş. Für Strandtage statt Dorfleben die passende Basis.

ab CHF 110 / Nacht Ansehen →

Luxus

Kolin Hotel

Kepez, Çanakkale

Das Fünfsternehaus der Stadt, fünf Kilometer südlich am Wasser Richtung Troja. Grosser Garten am Meer, Aussen- und Innenpool, Spa, mehrere Restaurants, Zimmer mit Blick auf die Dardanellen. Nicht im Zentrum, aber mit Shuttle und Taxi in zehn Minuten dort. Ruhig und familienfreundlich.

ab CHF 130 / Nacht Ansehen →

Akol Hotel

Kordon, Çanakkale

Das grosse Hotel am Nordende der Uferpromenade mit Pool, Dachrestaurant und Zimmern mit Blick auf Meerenge und Gallipoli-Halbinsel. Vier Sterne, Service eingespielt, alles in fünf Minuten zu Fuss erreichbar. Wer Komfort will, ohne die Stadt zu verlassen, nimmt ein Zimmer zur Seeseite.

ab CHF 120 / Nacht Ansehen →

Hotel des Etrangers

Kemalpaşa, Çanakkale

Kleines Boutiquehotel in dem Haus, in dem Heinrich Schliemann während der Troja-Grabungen logierte, liebevoll restauriert mit nur wenigen Zimmern. Steinmauern, Antiquitäten, ruhiger Innenhof. Keine Pool-Anlage, dafür Geschichte zum Anfassen und ein ausgezeichnetes Frühstück. Für Reisende, die Persönlichkeit vor Grösse stellen.

ab CHF 115 / Nacht Ansehen →

Buchst du über diese Links, erhalten wir eine kleine Provision – für dich ohne Aufpreis.

Erlebnisse, die sich lohnen

Troja Ausgrabung & Troja-Museum

Neun Siedlungsschichten und das hervorragende Museum daneben. Zuerst ins Museum, dann in die Ruinen, und am besten mit Guide. Rund drei Stunden einplanen, Eintritt je rund CHF 25, Minibus ab Çanakkale stündlich.

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Gallipoli Schlachtfelder Tour

Anzac Cove, Lone Pine, Chunuk Bair und das Märtyrerdenkmal in einem Halbtag mit Guide, der beide Seiten erzählt. Die sinnvollste geführte Tour der Region, weil die Orte weit auseinanderliegen. Rund CHF 45 pro Person.

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Bozcaada Weinverkostung

Corvus, Talay, Amadeus und Çamlıbağ: Die Kellereien der Insel bieten Degustationen mit Käse und Blick auf die Weinberge. Ein Nachmittag per Fahrrad oder mit Tour, danach Fisch am Hafen. Nebensaison ist günstiger und ruhiger.

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Burg Kilitbahir & Fähre über die Dardanellen

Für ein paar Rappen mit der Fähre ab Çanakkale auf die europäische Seite, hoch zur Festung von Mehmed dem Eroberer und mit Blick auf die engste Stelle der Meerenge zurück. Das günstigste Erlebnis der Stadt.

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Assos (Behramkale) Tagesausflug

Athenatempel auf dem Hügel mit Blick auf Lesbos, Steindorf und winziger Hafen mit Fischrestaurants. Aristoteles hat hier gelehrt. 90 Kilometer südlich, am besten mit Mietwagen oder Tagestour, mit Bad im Meer unten am Hafen.

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Bootstour Dardanellen bei Sonnenuntergang

Auf dem Wasser siehst du die Burgen, die 1915-Brücke und die Schiffe Richtung Istanbul von der besten Seite. Abends im Sommer ab dem Yachthafen, mit Tee oder Bier an Bord.

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Naval Museum & Çimenlik-Festung

Die osmanische Festung am Südende des Kordons mit dem Marinemuseum, dem Minenleger Nusret als Nachbau und Kanonen aus dem Ersten Weltkrieg. Für alle, die 1915 aus Sicht der Marine verstehen wollen.

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Gökçeada (Imbros) Inselausflug

Die grösste Insel der Türkei mit griechischen Bergdörfern, Salzsee mit Flamingos und Surfstränden. Wilder als Bozcaada und kaum touristisch. Fähre ab Kabatepe in gut einer Stunde, mit Übernachtung sinnvoller als ein Tagestrip.

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Essen & Trinken

Çanakkale isst, was die Meerenge und das Hinterland hergeben: Sardinen vom Grill, Tomaten und Käse aus Ezine, Wein von Bozcaada. Die Studentenstadt hält die Preise tief, und eine Süssigkeit gibt es nur hier: den warmen Käsehalva.

Peynir Helvası

Konditoreien rund um die Fetvane Sokak und den Aynalı Çarşı

Warmes Dessert aus ungesalzenem Frischkäse, Griess, Butter und Zucker, aussen leicht karamellisiert, innen fadenziehend. Gibt es in dieser Form nur in Çanakkale. CHF 2 bis 3 pro Portion.

Tipp:Warm bestellen (sıcak), kalt verliert es die Hälfte; ein Tee dazu, mehr braucht es nicht.

Sardalya

Fischrestaurants am Kordon und in den Gassen dahinter

Sardinen aus den Dardanellen, in der Saison von August bis November frisch vom Grill, sonst eingelegt wie in Gelibolu. Eine Portion mit Salat und Brot CHF 8 bis 12.

Tipp:Im Herbst sind die Sardinen am fettesten; am Kordon zahlst du für den Blick, eine Strasse dahinter nicht.

Midye Dolma

Strassenstände am Kordon beim Trojanischen Pferd

Miesmuscheln mit gewürztem Reis gefüllt, Zitrone drauf, aus der Hand gegessen. Das Strassenessen der Uferpromenade am Abend, rund 40 Rappen pro Stück.

Tipp:Du isst, bis du satt bist, und zahlst nach gezählten Schalen; nur dort kaufen, wo viel Umsatz ist.

Zeytinyağlı in der Lokanta

Lokantas in den Strassen zwischen Uhrturm und Kordon

Gemüse in Olivenöl, kalt serviert: Artischocken, Bohnen, gefüllte Peperoni, dazu ein warmer Eintopf und Reis. Ein Teller mit drei Sachen CHF 7 bis 10.

Tipp:Mittags zwischen zwölf und zwei ist die Auswahl am grössten, am Abend sind die Töpfe leer.

Ezine Peyniri

Käseläden in der Altstadt von Çanakkale und Markt in Ezine

Weisser Käse aus Schaf-, Ziegen- und Kuhmilch aus dem Ort Ezine südlich der Stadt, salzig, bröselig, mit geschützter Herkunft. Das Kilo CHF 10 bis 14, eine Scheibe gehört zu jedem Frühstück.

Tipp:Vakuumiert reist er problemlos in die Schweiz; nach Reifegrad fragen, älter ist kräftiger.

Bozcaada-Wein

Kellereien Corvus, Talay und Çamlıbağ auf Bozcaada

Die Insel baut seit der Antike Wein an, heute vor allem aus den lokalen Sorten Çavuş, Vasilaki und Kuntra. Ein Glas im Restaurant CHF 4 bis 6, die Flasche ab Kellerei CHF 12 bis 20.

Tipp:Die Degustationen am Nachmittag sind günstig oder gratis, danach Fisch am Hafen; auf dem Festland findest du die Weine in den Weinläden am Kordon.

Domates Reçeli

Kleine Läden im griechischen Viertel von Bozcaada

Konfitüre aus kleinen Bozcaada-Tomaten, überraschend fein und nicht so süss wie befürchtet. Das Glas CHF 3 bis 5, das beste Mitbringsel von der Insel.

Tipp:Auch Tomaten aus Ezine gibt es in der Saison auf dem Wochenmarkt, sie schmecken nach Sonne.

Geschichte & Hintergrund

Die Dardanellen, die schmale Meerenge zwischen Europa und Asien, haben Weltgeschichte entschieden, und Çanakkale liegt an ihrer engsten Stelle. Dreissig Kilometer südlich gruben Heinrich Schliemann und seine Nachfolger ab 1870 den Hügel Hisarlık auf und fanden neun übereinanderliegende Siedlungen: Troja, dessen Krieg Homer in der Ilias besang und das heute UNESCO-Welterbe ist. Perser, Alexander der Grosse, Römer und Byzantiner überquerten hier die Meerenge, bis Sultan Mehmed II. um 1462 die beiden Festungen Kilitbahir und Kale-i Sultaniye bauen liess, aus der die Stadt Çanakkale entstand. Der Name bedeutet «Festung der Töpferei», denn die Stadt war bis ins 20. Jahrhundert für Keramik bekannt. 1915 wurde die Meerenge zum Schlachtfeld: Die Alliierten versuchten, mit Schiffen und einer Landung auf der Halbinsel Gallipoli zu Istanbul durchzubrechen. Die osmanische Armee unter Mustafa Kemal, dem späteren Atatürk, hielt stand, über 100000 Soldaten beider Seiten starben. Für die Türkei ist Çanakkale seither ein nationaler Erinnerungsort, für Australier und Neuseeländer der Ort des Anzac Day. Seit 2022 verbindet die 1915-Çanakkale-Brücke, die längste Hängebrücke der Welt, die beiden Ufer.

Insider-Tipps

Troja: kein Disneyland, und warum das gut ist

Sei ehrlich zu dir, bevor du hinfährst: Troja ist eine Ausgrabung, keine Stadt mit Säulen wie Ephesus. Du siehst Mauerreste aus neun Epochen, einen Rampenweg, Fundamente und das hölzerne Pferd am Eingang, das für Fotos da ist. Ohne Erklärung ist das in 40 Minuten durch und enttäuschend. Mit einem guten Guide oder dem Audioguide wird es eines der spannendsten Erlebnisse der Türkei, weil du begreifst, wie Schliemann hier gegraben hat und was Troja II, VI und VII voneinander unterscheidet. Der Eintritt kostet rund CHF 25, viele Guides warten am Eingang. Der eigentliche Gewinn ist das Troja-Museum (Troya Müzesi) direkt neben der Ausgrabung, 2018 eröffnet: ein rostroter Kubus mit den Fundstücken, hervorragend aufbereitet. Erst ins Museum, dann zur Ausgrabung, so herum verstehst du mehr. Minibusse ab Çanakkale fahren stündlich für wenige Franken, ein Taxi hin und zurück mit Wartezeit kostet CHF 30 bis 40.

Gallipoli (Gelibolu): mit Tour oder selbst?

Die Halbinsel Gallipoli auf der europäischen Seite ist ein 33000 Hektar grosser Nationalpark mit über 50 Friedhöfen, Denkmälern und Schützengräben. Die Orte liegen weit auseinander: Anzac Cove, Lone Pine, Chunuk Bair, das Märtyrerdenkmal in Eceabat, Kilitbahir. Ohne Auto kommst du nicht sinnvoll herum. Die geführten Halbtages- und Tagestouren ab Çanakkale für CHF 40 bis 60 sind deshalb eine der wenigen organisierten Touren in der Türkei, die ich uneingeschränkt empfehle, zumal die Guides die Geschichte von beiden Seiten erzählen. Mit Mietwagen nimmst du die Fähre ab Çanakkale nach Eceabat oder Kilitbahir (20 Minuten, mit Auto rund CHF 5) und fährst die Strecke selbst, das lohnt sich vor allem, wenn du beim Sonnenuntergang auf Chunuk Bair bleiben willst. Am 25. April, dem Anzac Day, kommen Tausende Australier und Neuseeländer, dann sind Hotels Monate vorher ausgebucht. Die Friedhöfe sind still und würdig, nimm dir Zeit.

Bozcaada: die Insel, die dich nicht loslässt

Bozcaada, das antike Tenedos, liegt eine halbe Stunde mit der Fähre ab Geyikli südlich von Çanakkale. Eine venezianisch-osmanische Burg am Hafen, weisse Häuser mit blauen Fensterläden im alten griechischen Viertel, Weinberge im Inselinneren und Strände mit Windmühlen an der Südküste, Ayazma ist der bekannteste. Die Insel lebt vom Wein: Corvus, Talay, Amadeus und Çamlıbağ sind die Kellereien, Degustationen kosten CHF 10 bis 20. Die lokale Spezialität ist Tomatenkonfitüre, der Sakız-Likör und Fisch am Hafen. Das Problem: Im Juli und August fahren Istanbuler zu Tausenden auf die Insel, dann kosten einfache Pensionen über CHF 120 und die Fähre ist mit Auto ohne Reservation nicht zu kriegen. Komm im Mai, Juni oder September, dann zahlst du die Hälfte und hast die Strände fast allein. Zwei Nächte sind das Minimum, drei sind besser. Ein Fahrrad oder Scooter reicht, die Insel misst nur sechs mal zwölf Kilometer.

Der Kordon und das Essen in Çanakkale

Die Uferpromenade (Kordon) ist das Wohnzimmer der Stadt: Abends laufen Studenten, Familien und Rentner hier auf und ab, die Fähren nach Kilitbahir legen ab, und das Trojanische Pferd aus dem Hollywoodfilm von 2004 steht am Ufer. Die Restaurants direkt am Wasser sind gut, aber mit Zuschlag für die Lage. Zwei Strassen landeinwärts, rund um die Fetvane Sokak und den Aynalı Çarşı (Spiegelbasar), sitzt die Stadt selbst beim Essen. Die Spezialität ist Peynir helvası, ein warmes Dessert aus Käse, Griess und Zucker, das es nur hier gibt, für CHF 2 bis 3 in jeder Konditorei. Dazu Sardinen vom Grill in der Saison und Tomaten aus Ezine, die zu den besten der Türkei gehören. Ein Abendessen mit Fisch und Raki am Kordon kostet CHF 20 bis 30, in einer Lokanta mit Tagesgerichten bist du mit CHF 7 bis 10 satt. Bier und Wein sind in Çanakkale dank der Universität selbstverständlich und bezahlbar.

Assos und die Küste südlich: der zweite Tag im Auto

Wenn du einen Mietwagen hast, fahr einen Tag nach Süden. Assos (Behramkale), 90 Kilometer von Çanakkale, ist ein Dorf aus Steinhäusern auf einem Hügel mit einem Athenatempel aus dem 6. Jahrhundert vor Christus obendrauf, Aristoteles hat hier drei Jahre gelehrt. Der Blick vom Tempel auf die griechische Insel Lesbos ist einer der besten der Ägäis. Unten am winzigen Hafen liegen drei, vier Hotels in alten Lagerhäusern. Auf dem Weg lohnen Ezine (Käse kaufen) und der Olivenhain-Ort Adatepe mit seinen Steinhäusern. Nordwestlich von Çanakkale liegt die Insel Gökçeada (Imbros), die grösste Insel der Türkei, mit griechischen Dörfern, Salzsee und Surfern. Sie ist wilder und weniger erschlossen als Bozcaada, die Fähre ab Kabatepe braucht gut eine Stunde. Für beides brauchst du Zeit: Wer Troja, Gallipoli, Bozcaada und Assos sehen will, plant sechs bis sieben Tage.

Aussprache und was du wissen solltest

Çanakkale spricht sich «Tscha-nak-ka-le», mit Betonung auf dem Nak. Gelibolu ist der türkische Name für Gallipoli, Truva für Troja, Bozcaada sprichst du «Bos-dscha-a-da». Die Stadt ist entspannt, liberal und hat wegen der grossen Universität ein gutes Nachtleben für türkische Verhältnisse. Zum Thema Gallipoli: Für die Türkei ist es Çanakkale Zaferi, der Sieg von Çanakkale, und am 18. März wird gefeiert. Sei respektvoll an den Denkmälern beider Seiten. Praktisches: Der Flughafen Çanakkale (CKZ) hat täglich Flüge ab Istanbul mit Turkish Airlines und AJet für CHF 40 bis 80, der Bus ab Istanbul braucht sechs Stunden und kostet CHF 15 bis 20. Seit die 1915-Brücke steht, fährt der Bus nicht mehr über die Fähre, dafür ist die Fähre ab Çanakkale nach Kilitbahir als Mini-Kreuzfahrt für ein paar Rappen das günstigste Erlebnis der Stadt. Geldautomaten und Kartenzahlung sind überall, auf Bozcaada nimm trotzdem Bargeld mit.

Häufige Fragen zu Çanakkale

Wie viele Tage sollte man für Çanakkale einplanen?

Drei Tage für das Pflichtprogramm: ein Tag Troja mit Museum, ein Tag Gallipoli, ein Tag für die Stadt. Mit zwei Nächten auf Bozcaada sind es fünf, mit Assos und Gökçeada eine ganze Woche. Als Tagesausflug ab Istanbul ist Çanakkale zu weit, das wird ein Marathon.

Wann ist die beste Reisezeit?

Mai, Juni und September: warm, Badesaison auf Bozcaada, aber ohne die Istanbuler Sommermassen. Juli und August sind heiss, windig und auf der Insel teuer. Im Frühling blühen die Schlachtfelder von Gallipoli, der 25. April (Anzac Day) ist allerdings extrem ausgebucht.

Wie komme ich aus der Schweiz nach Çanakkale?

Flug nach Istanbul (IST), dann entweder Inlandflug nach Çanakkale (CKZ, 50 Minuten, CHF 40 bis 80) oder Bus ab Istanbul Esenler (rund sechs Stunden, CHF 15 bis 20). Mit dem Mietwagen ab Istanbul sind es fünf Stunden über die neue Brücke bei Lapseki.

Lohnt sich Troja wirklich?

Mit Guide oder Audioguide und dem Museum nebenan: ja, absolut. Ohne Erklärung läufst du durch Mauerreste und fragst dich, was der Aufwand soll. Plane zwei bis drei Stunden für Museum und Ausgrabung zusammen und erwarte keine Säulenstadt wie Ephesus.

Wie komme ich nach Bozcaada?

Mit der Autofähre ab Geyikli (Yükyeri İskelesi), 60 Kilometer südlich von Çanakkale, in 30 Minuten. Minibusse ab Çanakkale fahren direkt zum Hafen. Im Sommer gibt es zusätzlich eine Passagierfähre ab Çanakkale. Mit Auto unbedingt vorher online reservieren, im Juli und August ist die Fähre Wochen im Voraus voll.

Brauche ich einen Mietwagen?

Für Troja, Gallipoli-Tour, Stadt und Bozcaada nicht: Minibusse, Fähren und geführte Touren decken alles ab. Für Assos, Gökçeada und die Dörfer der Südküste schon. Ein Kleinwagen kostet CHF 30 bis 45 pro Tag, mit Abholung am Flughafen Çanakkale.

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