Geschichte & Hintergrund
Bursa liegt am Nordfuss des Uludağ, des «grossen Berges», den die Antike als mysischen Olymp kannte. Die Stadt wurde um 200 vor Christus vom bithynischen König Prusias gegründet, daher der Name, und war unter Römern und Byzantinern eine wohlhabende, aber zweitrangige Provinzstadt. Das änderte sich 1326: Nach jahrelanger Belagerung nahm Orhan Gazi die Stadt ein und machte sie zur ersten Hauptstadt des jungen osmanischen Reiches. Hier entstanden die Bauten, die den osmanischen Stil prägten: die Ulu Cami mit ihren zwanzig Kuppeln, die Grüne Moschee und das Grüne Mausoleum von Mehmed I., der Bedesten und die Karawansereien, die aus Bursa den westlichen Endpunkt der Seidenstrasse machten. Noch lange nach dem Umzug der Hauptstadt nach Edirne und Istanbul blieb Bursa die Stadt der Sultansgräber und der Seide. Im 19. Jahrhundert liefen hier Hunderte Seidenspinnereien, heute ist Bursa mit Autofabriken und Textilindustrie die viertgrösste Stadt der Türkei. Die Altstadt, die Sultangräber und das Dorf Cumalıkızık sind seit 2014 UNESCO-Welterbe. Dass Bursa auf Türkisch «Yeşil Bursa», das grüne Bursa, heisst, verstehst du, sobald du von der Seilbahn aus über die Platanen und Kastanienwälder blickst.