Malatya

Türkei · Ostanatolien · Reiseguide

Malatya

Was eine Reise nach Malatya wirklich kostet, wie du den Nemrut von der ruhigen Nordseite erreichst und warum die Aprikosen hier mehr als ein Mitbringsel sind.

Foto: Serkan Gönültaş / Pexels

Was kostet deine Reise nach Malatya?

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1'530 CHF
≈ 765 CHF pro Person
  • Flüge 720 CHF
  • Unterkunft 300 CHF
  • Essen 250 CHF
  • Transport vor Ort 100 CHF
  • Nemrut-Tour ab Malatya mit Übernachtung 160 CHF

Schätzwerte zur Orientierung, keine Buchungspreise. Flüge & Hotels schwanken saisonal stark – aktuelle Preise findest du über die Links weiter unten.

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Türkischer Lira (TRY). Der Kurs schwankt stark, deshalb stehen hier alle Preise in CHF. Kartenzahlung ist fast überall möglich, Bargeld brauchst du für Dolmuş, Märkte und Trinkgeld. Flugzeit: 3 bis 4 Stunden.

Hotel-Empfehlungen

Neun Optionen in drei Preisklassen – jeweils die Häuser mit den besten Bewertungen auf Booking.com.

Budget

Malatya Büyük Otel

Zentrum, Malatya

Traditionsreiches, einfaches Hotel direkt im Zentrum neben der grossen Moschee, wenige Schritte zum Aprikosenmarkt. Die Zimmer sind schlicht und etwas älter, aber sauber, das Personal hilfsbereit. Für Reisende, die zentral und günstig schlafen und das Geld in Aprikosen stecken wollen.

ab CHF 30 / Nacht Ansehen →

City Kent Hotel

Zentrum, Malatya

Älteres, einfaches Stadthotel im Zentrum mit kleinen, sauberen Zimmern und einem Frühstück, das mit Aprikosenkonfitüre und Käse aus der Region kommt. Nah bei Markt, Grilllokalen und den Stadtbussen nach Arslantepe. Nichts für Designansprüche, aber günstig, zentral und für ein bis zwei Nächte völlig ausreichend.

ab CHF 25 / Nacht Ansehen →

Yeni Kent Hotel

Zentrum, Malatya

Einfaches, zentrales Stadthotel mit kleinen, funktionalen Zimmern, Lift und Frühstück im Preis. Gut gelegen für den Aprikosenmarkt und die Grilllokale, Stadtbusse nach Arslantepe und Battalgazi fahren in der Nähe ab. Keine Ansprüche an Design, aber verlässlich, sauber und günstig, mit hilfsbereitem Personal.

ab CHF 30 / Nacht Ansehen →

Mittelklasse

Grand Sinan Hotel

Zentrum, Malatya

Ordentliches Dreistern-Hotel im Zentrum mit sauberen, modern eingerichteten Zimmern und einem Frühstück mit Aprikosenkonfitüre und regionalem Käse. Auf Booking für Preis und Lage gut bewertet, das Personal hilft bei Nemrut-Touren. Zu Fuss erreichst du alles im Stadtkern, zum Flughafenbus sind es wenige Minuten.

ab CHF 45 / Nacht Ansehen →

Anemon Malatya

Zentrum, Malatya

Vierstern-Haus einer türkischen Hotelkette mit modernen Zimmern, Hamam, Fitness und Restaurant mit regionaler Küche. Zentrale Lage, zuverlässiger Standard und Personal mit Englischkenntnissen, das Nemrut-Touren und Mietwagen vermittelt. Gutes Frühstücksbuffet mit Aprikosen in allen Varianten, Parkplatz vorhanden, Bar mit Alkohol im Haus.

ab CHF 65 / Nacht Ansehen →

Hanem Hotel

Zentrumsnah, Malatya

Kleines, gepflegtes Hotel mit klimatisierten Zimmern, Minibar, Zimmerservice und einer ruhigen Lounge, das auf Tripadvisor zu den besser bewerteten Häusern der Stadt zählt. Zentrumsnah gelegen, Arslantepe ist mit dem Auto in rund zehn Minuten erreicht. Solide Mittelklasse ohne Schnickschnack, mit freundlichem Personal und gutem Preis-Leistungs-Verhältnis für zwei bis drei Nächte.

ab CHF 45 / Nacht Ansehen →

Luxus

Ramada Plaza by Wyndham Malatya Altın Kayısı

Turgut Özal Bulvarı (Ostrand), Malatya

Grosses Kettenhotel am östlichen Stadtrand nahe Arslantepe mit Hallenbad, Spa, Fitness und mehreren Restaurants, darunter eines mit Alkoholausschank. Zimmer modern und geräumig, Service auf internationalem Niveau. Für den Preis bekommst du hier mehr Ausstattung als in den meisten Vierstern-Häusern der Türkei. Gute Wahl für Familien und für die Nacht nach dem Nemrut.

ab CHF 85 / Nacht Ansehen →

DoubleTree by Hilton Malatya

Zentrum, Malatya

Hilton-Standard mitten in der Stadt mit grosszügigen Zimmern, Hallenbad, Spa, Fitness und Dachrestaurant mit Blick über Malatya bis zu den Bergen. Frühstücksbuffet mit Aprikosen in allen Varianten, englischsprachiges Personal, Bar mit Alkohol. Für Ostanatolien das obere Ende, preislich moderat im Vergleich zur Schweiz.

ab CHF 110 / Nacht Ansehen →

Mövenpick Hotel Malatya

Zentrum, Malatya

Das neueste Haus der Stadt mit dem Standard der ursprünglich Schweizer Kette: moderne Zimmer, Spa, Hallenbad, mehrere Restaurants und eine Bar. Zentral gelegen, zuverlässiger Service, englischsprachiges Personal, grosses Frühstücksbuffet. Wer nach der kalten Nacht auf dem Nemrut eine Nacht Komfort sucht, ist hier am besten aufgehoben.

ab CHF 120 / Nacht Ansehen →

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Erlebnisse, die sich lohnen

Nemrut Dağı von der Nordseite

Sonnenuntergang und Sonnenaufgang zwischen den Statuenköpfen auf 2'150 Metern, über die ruhige Bergstrasse ab Malatya mit Übernachtung in der einfachen Pension unter dem Gipfel. Rund CHF 70 bis 90 mit Abendessen, deutlich weniger Leute als von Kahta. Warm anziehen.

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Arslantepe UNESCO-Welterbe

Palast aus der Zeit um 3'300 vor Christus mit den ältesten bekannten Wandmalereien und Schwertern der Welt, zehn Minuten vom Zentrum im Stadtteil Orduzu. Rundweg unter Schutzdach mit guten Erklärtafeln, eine Stunde einplanen, die Funde liegen im Archäologiemuseum.

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Aprikosenmarkt Şire Pazarı

Dutzende Läden mit getrockneten Aprikosen in allen Sorten, gefüllt mit Walnuss, geschwefelt oder sonnengetrocknet, dazu geröstete Aprikosenkerne. Ungeschwefelte gün kurusu kaufen, ein Kilo kostet rund CHF 6 bis 10, vakuumiert ist alles flugtauglich. Probieren ist überall erlaubt.

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Battalgazi Altstadt

Das alte Malatya 10 km nördlich mit Resten der Stadtmauer, der seldschukischen Ulu Camii mit türkisfarbenem Mihrab und der osmanischen Karawanserei. Lebendiger Ort statt Museum, mit Stadtbus oder Taxi erreichbar und gut mit Arslantepe an einem Vormittag kombinierbar.

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Levent-Tal

Canyon mit hunderten Wohnhöhlen aus Jahrtausenden und einer Glasplattform über der Schlucht, 60 km nordwestlich bei Akçadağ. Gratis, ausser am Wochenende kaum besucht, ideal als Halbtagesausflug mit Mietwagen oder mit Dolmuş und Taxi ab Akçadağ.

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Kağıt Kebab essen

Lammfleisch mit Tomaten, Peperoni und Petersilie in Papier gegart, das Gericht der Stadt, für CHF 6 bis 9 in den Grilllokalen im Zentrum. Dazu Malatya-Köfte, als Vorspeise Analı Kızlı und zum Dessert Aprikosen mit Rahm.

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Rafting in der Tohma-Schlucht

Im Sommer Rafting auf dem Tohma bei Darende, rund 100 km westlich von Malatya. Kurze, einfache Touren für Anfänger und Familien für wenige Franken, oft kombiniert mit dem Günpınar-Wasserfall und der Somuncu-Baba-Moschee mit ihren Forellenteichen.

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Karakaya-Stausee am Euphrat

Grosser Stausee am Euphrat nördlich der Stadt mit Fischlokalen am Ufer, Bootsfahrten und Badestellen im Sommer. Entspannter Nachmittag nach Battalgazi, mit Blick auf einen Fluss, den die meisten nur aus dem Geschichtsbuch kennen. Mit Mietwagen am einfachsten.

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Essen & Trinken

Malatya schmeckt nach Aprikosen, aber nicht nur: Die Küche ist eine Bulgur- und Hackfleischküche mit Dutzenden Köfte-Sorten, Kebab aus dem Papierpaket und Frühstück mit Tahin und Traubensirup. Günstig, deftig und abseits der Aprikosenstände fast ohne Touristen.

Kağıt Kebabı

Grilllokale rund um den Kernek-Platz und an der Kışla Caddesi

Lammwürfel mit Tomaten, Peperoni, Knoblauch und Petersilie in Papier gewickelt und im Ofen gegart, serviert im geöffneten Paket mit Fladenbrot; saftig und mild. CHF 6 bis 9.

Tipp:Mit Zwiebel-Sumach-Salat und Ayran; mittags am frischesten.

İçli Köfte

Köfte-Läden rund um den Şire Pazarı

Bulgur-Hülle mit Hackfleisch-Walnuss-Füllung, in Malatya gekocht statt frittiert, deshalb hell und weich. CHF 1 bis 1.50 pro Stück.

Tipp:Zwei Stück sind ein Snack, fünf ein Mittagessen.

Analı Kızlı

Lokantas im Zentrum rund um die Yeni Cami

Suppe mit grossen gefüllten Bulgurklössen (die Mutter) und kleinen (die Töchter), Kichererbsen und säuerlicher Tomatenbrühe. CHF 3 bis 5.

Tipp:Gibt es vor allem mittags, oft als Tagesgericht.

Kuru Kayısı

Şire Pazarı, Aprikosenmarkt im Zentrum

Getrocknete Aprikosen in zwei Welten: gün kurusu, dunkel und ungeschwefelt, intensiv; kükürtlü, orange und mild. CHF 6 bis 10 pro Kilo, dazu mit Walnuss gefüllte Aprikosen und geröstete Kerne.

Tipp:Überall probieren, vakuumiert kaufen; die gefüllten Aprikosen sind das Dessert für den Abend.

Kaymaklı Kayısı Tatlısı

Konditoreien an der Atatürk Caddesi und die Restaurants der Kettenhotels

Getrocknete Aprikosen in Sirup weich gekocht, mit Kaymak gefüllt und mit Walnüssen bestreut; das Dessert der Stadt. CHF 2 bis 4 pro Portion.

Tipp:Nach dem Kağıt Kebab, mit Tee ohne Zucker.

Kahvaltı mit Tahin und Pekmez

Frühstückslokale im Zentrum

Frühstück mit Aprikosenkonfitüre, Dorfkäse, Oliven, Eiern und Tahin mit Traubensirup, den du selbst mischst. CHF 5 bis 8 pro Person.

Tipp:Tahin und Pekmez zwei zu eins mischen und mit Brot auftunken.

Malatya Köftesi

Grilllokale an der Kışla Caddesi

Dünne, lange Hackfleischspiesse vom Grill mit Bulgur-Pilaw und gegrillten Peperoni; einfach und überall. CHF 5 bis 8.

Tipp:Abends, wenn die Grills im Zentrum rauchen.

Geschichte & Hintergrund

Malatya liegt am Oberlauf des Euphrat in einer fruchtbaren Ebene zwischen den Bergen des Taurus und dem Hochland Ostanatoliens. Die Geschichte beginnt am Hügel Arslantepe, direkt am Stadtrand: Hier stand vor über 5'000 Jahren einer der ersten Paläste der Menschheit, mit Wandmalereien, Siegeln und den ältesten bekannten Schwertern der Welt. Seit 2021 ist Arslantepe UNESCO-Welterbe. Später war die Stadt hethitisch, assyrisch, römisch und byzantinisch, unter dem Namen Melitene ein Legionslager am Euphrat. Die Seldschuken, die Mamluken und ab dem 16. Jahrhundert die Osmanen machten aus dem heutigen Battalgazi, damals Eski Malatya, eine Stadt mit Karawanserei, grosser Moschee und Stadtmauern. Das moderne Malatya entstand erst im 19. Jahrhundert einige Kilometer weiter südlich und wuchs zur Industriestadt. Weltbekannt ist Malatya für Aprikosen: Rund drei Viertel der getrockneten Aprikosen auf dem Weltmarkt stammen aus dieser Ebene, und das Klima mit kalten Wintern und trockenen Sommern ist der Grund dafür. Das Erdbeben vom Februar 2023 traf Malatya schwer; die Stadt baut seither wieder auf, die Sehenswürdigkeiten sind weitgehend zugänglich.

Insider-Tipps

Nemrut von Norden: der ruhige Weg zu den Köpfen

Die Statuenköpfe auf dem Nemrut Dağı, 2'150 Meter hoch, liegen genau zwischen Malatya und Adıyaman. Fast alle Reisenden kommen von Süden über Kahta, wo die Hotels, Busse und Touristenbusse sind. Die Nordseite ab Malatya ist leerer und landschaftlich schöner: Über Tepehan führt eine Bergstrasse in rund drei Stunden hinauf, die letzten Kilometer sind steil, aber asphaltiert. Lokale Reisebüros in Malatya und einige Hotels bieten von Mai bis Oktober eine Tour mit Abfahrt am Nachmittag, Sonnenuntergang auf dem Gipfel, Übernachtung in der einfachen Pension unterhalb des Gipfels und Sonnenaufgang am Morgen an, für rund CHF 70 bis 90 pro Person inklusive Abendessen. Ehrlich: Die Pension ist spartanisch, kalt und das Essen einfach. Dafür stehst du bei Sonnenaufgang mit wenigen Dutzend statt mehreren Hundert Leuten zwischen den Köpfen. Mit Mietwagen geht es auch allein, dann kannst du über den Süden mit Arsameia und der Römerbrücke zurückfahren. Warm anziehen, auch im Juli ist es oben bei Sonnenaufgang knapp über null.

Arslantepe: 5'000 Jahre, zehn Minuten vom Zentrum

Der Hügel Arslantepe liegt am östlichen Stadtrand im Stadtteil Orduzu und ist mit dem Bus oder Taxi in 10 bis 15 Minuten erreicht. Was du siehst: die Lehmziegelmauern eines Palastes aus der Zeit um 3'300 vor Christus, unter einem Schutzdach, mit Resten der ältesten bekannten Wandmalereien in einem Verwaltungsgebäude und den Spuren eines Opferplatzes. Die Ausgrabung ist italienisch geleitet, die Erklärtafeln sind gut, und ein Rundweg führt in einer Stunde über die Grabungsstelle. Die hethitischen Löwen, die dem Hügel den Namen geben, stehen als Kopien am Eingang; die Originale findest du im Archäologischen Museum Ankara. Der Eintritt ist günstig und mit dem Museumspass abgedeckt. Ohne Kontext wirkt die Stätte unscheinbar, mit Kontext ist sie einer der wichtigsten Orte der frühen Geschichte: Hier entstand ein Staat, bevor es Schrift gab. Das Archäologiemuseum im Zentrum zeigt die Funde, darunter die Schwerter; nach dem Erdbeben solltest du die Öffnungszeiten vorher prüfen.

Aprikosen: wann, wo und was du wirklich kaufen sollst

Malatya ohne Aprikosen geht nicht. Die Ernte läuft von Mitte Juni bis Mitte Juli; dann liegen die Früchte auf Tüchern in den Gärten rund um die Stadt zum Trocknen in der Sonne, und frische Aprikosen kosten am Strassenrand fast nichts. Das ganze Jahr über findest du getrocknete Aprikosen im Şire Pazarı, dem Aprikosenmarkt im Zentrum: Dutzende Läden mit Säcken voller Sorten, sortiert nach Grösse und Verarbeitung. Wichtig zu wissen: Die orangen, glänzenden Aprikosen sind geschwefelt (kükürtlü), die dunkelbraunen, matten sind ungeschwefelt in der Sonne getrocknet (gün kurusu) und schmecken intensiver. Ein Kilo gute gün kurusu kostet rund CHF 6 bis 10, geschwefelte sind etwas günstiger. Probier auch die mit Walnuss gefüllten Aprikosen und die Aprikosenkerne, die wie Mandeln geröstet werden. Verhandeln ist beim Kilopreis wenig üblich, beim Kauf mehrerer Kilo gibt es Rabatt von selbst. Vakuumiert hält alles den Flug und Monate danach.

Battalgazi: das alte Malatya mit Karawanserei und Moschee

Das heutige Battalgazi, 10 km nördlich des Zentrums, war bis ins 19. Jahrhundert Malatya selbst. Übrig sind Teile der Stadtmauer, die Ulu Camii aus dem 13. Jahrhundert mit einem türkisfarbenen Fliesen-Mihrab, die Silahtar-Mustafa-Pascha-Karawanserei aus dem 17. Jahrhundert und ein paar Strassen mit alten Lehmhäusern. Das Ganze ist kein Museum, sondern ein Ort, an dem Leute leben, Gemüse verkaufen und Tee trinken. Rechne mit zwei Stunden, der Eintritt in die Karawanserei ist gering oder gratis. Hinkommen: Stadtbusse ab dem Zentrum fahren regelmässig, ein Taxi kostet rund CHF 6 bis 8 pro Weg. Das Erdbeben 2023 hat auch hier Schäden hinterlassen, einzelne Bauten sind eingerüstet. Kombinier Battalgazi mit Arslantepe an einem Vormittag; beide liegen im Nordosten der Stadt. Wer Zeit hat, fährt weiter zum Euphrat-Stausee Karakaya, wo an den Ufern Fischlokale stehen und das Wasser im Sommer zum Baden einlädt.

Kağıt Kebab und die Küche von Malatya

Das Gericht, das du probieren musst, heisst Kağıt Kebabı: Lammfleisch mit Tomaten, Peperoni und Petersilie in Papier gewickelt und im Ofen gegart, serviert im geöffneten Paket. Fast jedes Grilllokal im Zentrum hat es, rechne mit CHF 6 bis 9 pro Portion. Malatya-Köfte sind dünne, lange Hackfleischspiesse, und Analı Kızlı ist eine Bulgur-Kichererbsen-Suppe mit kleinen Klösschen, die als Vorspeise kommt. Zum Dessert gibt es Aprikosen in jeder Form: als Kompott, gefüllt mit Rahm (kaymaklı kayısı) oder als Konfitüre zum Frühstück. Die Lokale rund um das Zentrum und die Strasse Kışla Caddesi sind einfach, günstig und voll mit Einheimischen; Alkohol gibt es nur in wenigen Restaurants und den Kettenhotels. Ein Frühstück im Stadtzentrum kostet CHF 5 bis 8 und kommt mit Aprikosenkonfitüre, Käse aus der Region und Tahin mit Traubensirup. Wer sich durch die Stadt isst, zahlt am Tag kaum mehr als CHF 20.

Levent-Tal und der Weg weiter nach Osten

Das Levent-Tal liegt rund 60 km nordwestlich von Malatya bei Akçadağ: ein Canyon mit mehreren hundert Höhlen in den Felswänden, in denen über Jahrtausende Menschen lebten, von der Steinzeit bis in die byzantinische Zeit. Eine Aussichtsplattform aus Glas hängt über der Schlucht, der Besuch ist gratis, und ausser Familien aus Malatya am Wochenende ist kaum jemand dort. Mit Mietwagen ist es ein Halbtagesausflug, mit Dolmuş nach Akçadağ und Taxi weiter geht es auch. Auf der gleichen Strasse liegt die Tohma-Schlucht, wo du im Sommer Rafting machen kannst. Für die Weiterreise ist Malatya gut gelegen: Der Zug Güney Kurtalan Ekspresi hält hier auf dem Weg von Ankara nach Diyarbakır, Busse fahren nach Adıyaman, Gaziantep und Şanlıurfa in drei bis fünf Stunden. Wer die Rundreise Südostanatolien plant, beginnt oft in Malatya, nimmt den Nemrut von Norden mit und fährt über die Südseite weiter nach Adıyaman und Şanlıurfa.

Häufige Fragen zu Malatya

Wie viele Tage sollte man für Malatya einplanen?

Zwei Tage für die Stadt, Arslantepe, Battalgazi und den Aprikosenmarkt, plus eine Nacht für den Nemrut mit Sonnenuntergang und Sonnenaufgang. Mit vier Tagen hast du auch das Levent-Tal und den Karakaya-Stausee drin. Als Startpunkt einer Südost-Rundreise sind drei Tage ideal.

Wann ist die beste Reisezeit für Malatya?

Mitte Juni bis Mitte Juli für die Aprikosenernte und den Nemrut bei stabilem Wetter. Mai und September bis Oktober sind mit 20 bis 28 Grad angenehmer für die Stadt. Der Nemrut ist von November bis April meist wegen Schnee nicht zugänglich; im Hochsommer ist es in der Ebene über 35 Grad heiss.

Wie komme ich ab der Schweiz nach Malatya?

Mit Turkish Airlines oder Pegasus via Istanbul nach Malatya (MLX), zwei bis vier Flüge täglich, Gesamtreisezeit rund acht Stunden. Der Flughafen Erhaç liegt 35 km westlich der Stadt, der Havaş-Bus ins Zentrum kostet wenige Franken, Taxis rund CHF 25. Mietwagen gibt es am Flughafen bei den grossen Anbietern.

Ist Malatya sicher für Reisende?

Ja. Malatya ist eine Grossstadt mit 800'000 Einwohnern und Universität, ohne besondere Sicherheitsprobleme, und das EDA hat für die Provinz keine Einschränkungen. Was du beachten solltest, ist das Erdbeben von 2023: Einzelne Viertel sind noch im Wiederaufbau, manche historische Bauten eingerüstet. Hotels und Sehenswürdigkeiten funktionieren, prüf aber vor der Reise die Öffnungszeiten von Museen.

Nemrut von Malatya oder von Kahta aus?

Von Kahta ist die Infrastruktur besser: mehr Hotels, kürzere Fahrt, Touren jeden Tag, dazu Arsameia und die Römerbrücke auf dem Weg. Von Malatya ist es ruhiger, landschaftlich schöner und du bist bei Sonnenaufgang mit weniger Leuten oben, dafür ist die Übernachtung spartanisch. Ideal ist die Kombination: Auffahrt von Norden, Abfahrt nach Süden mit Mietwagen.

Wie bringe ich Aprikosen in die Schweiz?

Getrocknete Aprikosen darfst du als Lebensmittel für den Eigenbedarf problemlos einführen; vakuumiert gibt es keine Probleme mit Zoll oder Geruch. Kauf ungeschwefelte gün kurusu, die halten Monate. Frische Aprikosen überstehen den Flug schlecht und sind zollrechtlich heikler. Ein paar Kilo sind im Koffer kein Problem, bei grösseren Mengen gelten Freigrenzen.

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