Geschichte & Hintergrund
Doğubayazıt liegt auf 1'600 Metern in einer weiten Ebene, 35 km vor der iranischen Grenze, und über allem steht der Ararat: 5'137 Meter hoch, ein fast perfekter Vulkankegel, der mit seinem kleineren Bruder im Osten die Silhouette der Stadt bestimmt. Die Bibel nennt den Berg als Landeplatz der Arche Noah, und der Ararat ist das Nationalsymbol Armeniens, obwohl er seit 1921 auf türkischem Boden steht. Die Gegend war seit urartäischer Zeit besiedelt, die alte Stadt Bayazıt lag höher am Berg, wo heute der İshak-Pascha-Palast steht. Dieser Palast, Ende des 18. Jahrhunderts von kurdischen Fürsten erbaut, mischt osmanische, persische, armenische und seldschukische Formen zu einem Bau, der in der Türkei einzigartig ist; er hatte als einer der ersten Paläste des Reichs eine Zentralheizung. Im 19. Jahrhundert und im Ersten Weltkrieg zogen russische Truppen mehrmals durch, die alte Stadt verfiel, und die Bevölkerung siedelte in die Ebene um. Das heutige Doğubayazıt ist eine fast ausschliesslich kurdische Kleinstadt, die vom Grenzhandel mit dem Iran, von der Landwirtschaft und vom Bergtourismus lebt. Der Lastwagenverkehr Richtung Teheran und die Bergsteiger aus aller Welt prägen ihr Gesicht.