München

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München

Was ein verlängertes Wochenende in der bayerischen Hauptstadt wirklich kostet, warum du mit dem Zug kommst und das Auto zu Hause lässt, und wo du Weisswurst isst, ohne in einer Touristenfalle zu sitzen.

Foto: Nicola Raviglione / Pexels

Was kostet deine Reise nach München?

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1'640 CHF
≈ 820 CHF pro Person
  • Anreise 220 CHF
  • Unterkunft 750 CHF
  • Essen 500 CHF
  • Transport vor Ort 50 CHF
  • Oktoberfest-Abend (zwei Mass, Hendl, Fahrgeschäft) 120 CHF

Schätzwerte zur Orientierung, keine Buchungspreise. Anreise heisst hier Bahn oder Auto ab der Schweiz, hin und zurück pro Person. Hotels schwanken saisonal stark, aktuelle Preise findest du über die Links weiter unten.

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Euro (EUR). Deutschland ist bargeldfreundlicher als die Schweiz: In Bäckereien, Kiosken und kleinen Lokalen heisst es oft «nur Bargeld», Kartenzahlung geht aber fast überall ab CHF 10. Trinkgeld 5 bis 10 Prozent, beim Bezahlen aufrunden und den Betrag nennen. Anreise: Anreise mit Bahn (DB), Auto oder Flug, je nach Ziel 1 bis 8 Stunden.

Hotel-Empfehlungen

Neun Optionen in drei Preisklassen – jeweils die Häuser mit den besten Bewertungen auf Booking.com.

Budget

a&o München Hauptbahnhof

Bahnhofsviertel, München

Grosses Hostel-Hotel fünf Gehminuten vom Hauptbahnhof mit Doppelzimmern, Familienzimmern und Schlafsälen. Schlicht, sauber, verlässlich und eines der wenigen Häuser, die auch zur Wiesn nicht völlig abheben. Für alle, die nur schlafen und früh los wollen.

ab CHF 80 / Nacht Ansehen →

Motel One München-Sendlinger Tor

Altstadt, München

Das Münchner Designbudget-Konzept am Altstadtrand, direkt an der U-Bahn und zehn Minuten zu Fuss vom Marienplatz. Kleine, gut gemachte Zimmer, gute Bar, kein Schnickschnack. Für Paare, die zentral und günstig wohnen wollen.

ab CHF 110 / Nacht Ansehen →

Wombat's City Hostel Munich Hauptbahnhof

Bahnhofsviertel, München

Eines der besten Hostels Europas, direkt hinter dem Hauptbahnhof: begrünter Innenhof, Bar mit Begrüssungsgetränk, Doppelzimmer mit eigenem Bad neben den Schlafsälen. Jung und laut, aber freundlich und sehr sauber.

ab CHF 35 / Nacht Ansehen →

Mittelklasse

Ruby Lilly Hotel Munich

Maxvorstadt, München

Lean-Luxury-Hotel am Stiglmaierplatz, zehn Minuten zu Fuss zu den Pinakotheken und zum Hauptbahnhof. Kompakte Zimmer mit sehr guten Betten, Dachterrasse mit Bar, Self-Check-in. Für Städtereisende, die Design wollen und keine Lobby brauchen.

ab CHF 130 / Nacht Ansehen →

25hours Hotel München The Royal Bavarian

Bahnhofsviertel, München

Verspieltes Designhotel im ehemaligen Telegrafenamt gegenüber dem Hauptbahnhof, mit dem Boilerman Bar und dem Restaurant Neni. Die Lage ist praktisch, die Zimmer sind bunt und bequem. Für alle, die nach dem Zug nicht mehr weit laufen wollen.

ab CHF 160 / Nacht Ansehen →

Platzl Hotel Superior

Altstadt, München

Familiengeführtes Traditionshaus direkt am Platzl, 50 Meter vom Hofbräuhaus und 3 Minuten vom Marienplatz. Bayerisch eingerichtet ohne Kitsch, mit dem Wirtshaus Ayingers und einem kleinen Spa im Stil eines Maurischen Kiosks. Für alle, die die Altstadt vor der Tür wollen.

ab CHF 190 / Nacht Ansehen →

Luxus

Hotel Bayerischer Hof

Altstadt, München

Seit 1841 in Familienbesitz, Schauplatz der Sicherheitskonferenz und das gesellschaftliche Wohnzimmer Münchens am Promenadeplatz. Dachterrasse mit Pool, Blue Spa, Nachtclub, mehrere Restaurants bis zum Drei-Sterne-Atelier. Grandhotel im besten Sinn.

ab CHF 450 / Nacht Ansehen →

Hotel Vier Jahreszeiten Kempinski München

Maximilianstrasse, München

Seit 1858 das Haus an der Maximilianstrasse, in dem Könige, Staatsgäste und die Oper-Gesellschaft absteigen. Klassische Zimmer, Pool unter dem Dach, Lobby mit der berühmten Glaskuppel. Für alle, die München von seiner repräsentativen Seite wollen.

ab CHF 420 / Nacht Ansehen →

Mandarin Oriental, Munich

Altstadt, München

Kleines Luxushaus in einer Seitenstrasse zwischen Hofbräuhaus und Maximilianstrasse mit nur 73 Zimmern, Dachpool mit Blick auf die Frauenkirche und Matsuhisa-Restaurant. Diskret und persönlich statt pompös. Für Paare, die Ruhe mitten in der Altstadt suchen.

ab CHF 650 / Nacht Ansehen →

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Erlebnisse, die sich lohnen

Altstadt-Rundgang mit Marienplatz und Viktualienmarkt

Glockenspiel um 11 und 12 Uhr, Frauenkirche, Alter Peter (Turm CHF 5, 300 Stufen, bester Blick) und Viktualienmarkt in zwei bis drei Stunden. Geführt ab CHF 20, auf eigene Faust gratis, die Stadtführungen der Stadt selbst sind günstig und gut.

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Residenz und Schatzkammer

Das grösste Stadtschloss Deutschlands mit 130 Schauräumen, Antiquarium und Cuvilliés-Theater. Kombiticket Residenz und Schatzkammer rund CHF 15, Audioguide inklusive, zweieinhalb Stunden einplanen. Am Vormittag deutlich leerer.

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Pinakotheken am Kunstareal

Alte Pinakothek (Dürer, Rubens, Altdorfer) und Pinakothek der Moderne (Design, Architektur, Blauer Reiter) liegen sich gegenüber, je CHF 9 bis 10, am Sonntag CHF 1. Zwei Stunden pro Haus, dazwischen Kaffee im Museumscafé.

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Englischer Garten und Eisbachwelle

Surfer an der Eisbachwelle, Monopteros, Chinesischer Turm und Seehaus auf einem Spaziergang von zwei Stunden, gratis. Mit dem Velo siehst du auch den wilden Nordteil. Eine geführte Velotour durch Park und Altstadt kostet ab CHF 35.

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Oktoberfest-Zelt mit Platzreservierung

Zwischen Mitte September und Anfang Oktober: geführte Wiesn-Besuche mit garantiertem Tischplatz, meist inklusive Mass und Hendl, ab CHF 120 pro Person. Teuer, aber für Gruppen und Wochenenden der einzige sichere Weg ins Zelt. Nur in der Festzeit buchbar.

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KZ-Gedenkstätte Dachau

Das erste Konzentrationslager der Nationalsozialisten, 25 Minuten mit der S2. Eintritt gratis, Audioguide CHF 4, geführte Touren ab München mit Zugfahrt und Historiker ab CHF 35. Mindestens drei Stunden, nichts für denselben Tag wie ein Biergarten.

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Schloss Nymphenburg

Sommerresidenz der Wittelsbacher mit Schönheitengalerie, Amalienburg und 180 Hektaren Park. Gesamtkarte im Sommer CHF 15, nur Schloss CHF 10, mit der Tram 17 in 20 Minuten. Der Park ist gratis und morgens fast leer.

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BMW Welt und BMW Museum

Die BMW Welt neben dem Olympiapark ist gratis und zeigt die aktuellen Modelle, das Museum gegenüber kostet rund CHF 10 und erzählt die Geschichte. Zusammen zwei bis drei Stunden, danach auf den Olympiaturm (CHF 13) für den Alpenblick bei Föhn.

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Allianz Arena Tour

Stadiontour mit Kabine, Spielertunnel und FC Bayern Museum, rund CHF 25, 90 Minuten, mit der U6 bis Fröttmaning. Für Fussballfans ein Muss, für alle anderen ein beliebiger Bau. An Spieltagen keine Touren.

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Essen & Trinken

München isst deftig, bayerisch und zu festen Zeiten: Weisswurst am Vormittag, Schweinsbraten am Mittag, Brotzeit am Nachmittag im Biergarten. Das Bier kommt aus sechs Münchner Brauereien, und welche davon ein Wirtshaus ausschenkt, steht aussen dran. Die gute Nachricht für Schweizer: Alles kostet ein Drittel weniger als zu Hause, und die Portionen sind grösser.

Weisswurst mit Brezn und süssem Senf

Gaststätte Grossmarkthalle in Sendling oder Schneider Bräuhaus im Tal

Weisse Brühwurst aus Kalbfleisch und Speck, mit Petersilie und Zitrone gewürzt, im heissen Wasser serviert und traditionell vor dem Zwölfuhrläuten gegessen. Zwei Stück mit Brezn kosten CHF 7 bis 9, mit Weissbier rund CHF 13.

Tipp:Haut abziehen oder auszuzeln, beides geht, aber niemals mit Messer und Gabel inklusive Haut essen.

Schweinsbraten mit Knödel

Wirtshaus in der Au in Haidhausen (bekannt für Knödel), Augustiner-Keller an der Arnulfstrasse

Krustenbraten in Dunkelbiersauce mit Semmel- oder Kartoffelknödel und Krautsalat, das Sonntagsgericht Bayerns. Im Wirtshaus CHF 17 bis 22.

Tipp:Die Kruste muss knacken, sonst zurückgeben. Das Wirtshaus in der Au gibt Knödelkurse.

Obatzda

Biergarten am Chinesischen Turm oder Königlicher Hirschgarten

Reifer Camembert mit Butter, Paprika, Zwiebeln und Kümmel verrührt, mit Brezn oder Bauernbrot. Die klassische Biergarten-Brotzeit, CHF 8 bis 10.

Tipp:Im Selbstbedienungsbereich darfst du Brezn und Radieschen selbst mitbringen, das machen die Münchner auch.

Leberkässemmel

Metzgereien am Viktualienmarkt oder jede Filiale von Vinzenzmurr

Eine warme Scheibe Leberkäse (weder Leber noch Käse, sondern feiner Fleischkäse) in der Semmel mit süssem Senf, CHF 3 bis 4. Das Münchner Fast Food, seit 150 Jahren.

Tipp:Zwischen 11 und 13 Uhr kommt der Leberkäse frisch aus dem Ofen, dann ist die Kruste am besten.

Steckerlfisch

Seehaus im Englischen Garten, Biergarten am Flaucher, Fischer-Vroni auf dem Oktoberfest

Makrele oder Renke, auf einen Stecken gespiesst und über Holzkohle gegrillt, mit Brezn gegessen. CHF 12 bis 16 im Biergarten, auf der Wiesn CHF 20.

Tipp:Mit den Händen essen, die Haut ist das Beste.

Schmalznudel

Café Frischhut an der Prälat-Zistl-Strasse neben dem Viktualienmarkt

In Schmalz ausgebackener Hefeteig, aussen knusprig, innen weich, mit Zucker bestreut, auch Auszogne genannt. CHF 3 pro Stück, frisch aus der Pfanne.

Tipp:Das Café öffnet um 5 Uhr morgens und ist bei Marktleuten, Nachtschwärmern und Touristen gleichermassen beliebt.

Halbes Hendl

Augustiner-Keller, Hirschgarten, Wiesn-Zelte

Grillhähnchen mit knuspriger Haut, im Biergarten CHF 12 bis 14, auf dem Oktoberfest CHF 20 bis 23. Mit einer Brezn und einem Radi ein ganzes Abendessen.

Tipp:Im Biergarten beim Hendlstand bestellen, nicht an der Essensausgabe, dort ist es oft schon länger warm gehalten.

Mass Helles im Biergarten

Augustiner-Keller, Hirschgarten (grösster Biergarten der Welt), Hofbräukeller am Wiener Platz

Ein Liter Helles aus dem Holzfass, CHF 10 bis 12 im Biergarten, CHF 14 bis 15 auf der Wiesn. Augustiner Edelstoff gilt bei Münchnern als das beste der sechs Biere.

Tipp:Wer keinen Liter schafft, bestellt eine Halbe, das ist kein Gesichtsverlust. Radler ist auch eine Mass.

Food-Tour buchen: München

Mit Guide durch Märkte und Lokale, inklusive Kostproben.

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Geschichte & Hintergrund

München beginnt 1158 mit einem Streich: Herzog Heinrich der Löwe liess die Isarbrücke des Freisinger Bischofs bei Föhring abbrennen und baute flussaufwärts seine eigene, damit der Salzhandel von Reichenhall durch seine Siedlung «bei den Mönchen» lief und den Zoll bei ihm bezahlte. Kaiser Barbarossa segnete das im Augsburger Schied ab, und seither trägt die Stadt das Mönchlein im Wappen. 1255 wurde München Residenz der Wittelsbacher, die bis 1918 blieben, länger als jede andere Dynastie Europas an einem Ort. Aus dieser Zeit stammt fast alles, was du heute besuchst: die Residenz, die Frauenkirche mit den Zwiebelhauben von 1525, das Reinheitsgebot von 1516, das Hofbräuhaus von 1589. Im 19. Jahrhundert machte König Ludwig I. aus der Provinzstadt ein «Isar-Athen» mit Ludwigstrasse, Glyptothek und Pinakotheken, und sein Enkel Ludwig II. verbaute das Geld der Familie lieber in Schlössern am Alpenrand als in der Hauptstadt. Das erste Oktoberfest war 1810 ein Pferderennen zur Hochzeit des Kronprinzen auf der Wiese, die seither Theresienwiese heisst. Das 20. Jahrhundert ist die dunkle Seite: München war die «Hauptstadt der Bewegung», hier gründete sich die NSDAP, hier scheiterte 1923 der Hitlerputsch an der Feldherrnhalle, und in Dachau vor den Toren entstand 1933 das erste Konzentrationslager. Nach dem Krieg entschied sich die Stadt, die zerbombte Altstadt in alter Form wieder aufzubauen, statt wie Frankfurt in die Höhe zu gehen. Die Olympischen Spiele 1972 brachten U-Bahn, Fussgängerzone und das Zeltdach im Olympiapark, aber auch das Attentat auf die israelische Mannschaft. Heute ist München mit 1,6 Millionen Einwohnern die teuerste Stadt Deutschlands, Sitz von BMW, Siemens und Allianz, und für Reisende aus der Schweiz trotzdem ein Ort, an dem alles ein bisschen weniger kostet als zu Hause.

Insider-Tipps

Anreise: EC ab Zürich, Vignette oder nicht, Auto bleibt am Rand

Der Eurocity fährt ab Zürich HB alle zwei Stunden direkt nach München Hauptbahnhof, über St. Gallen, Bregenz und Lindau, Fahrzeit 3 Stunden 30 Minuten. Wer früh bucht, zahlt mit dem Sparbillett der SBB oder dem Super-Sparpreis Europa der DB CHF 30 bis 50 pro Weg, der Vollpreis mit Halbtax liegt bei rund CHF 55. Ab Basel brauchst du einen Umstieg, meist in Zürich oder in Ulm, rund 4 Stunden 45. Mit dem Auto sind es ab Zürich 310 Kilometer, knapp 3 Stunden 30 bei freier Fahrt, und die schnellste Strecke führt über Bregenz durch ein Stück Österreich: Dafür brauchst du die österreichische Vignette, 10 Tage CHF 12. Wer die sparen will, fährt über Schaffhausen, Singen und Memmingen auf der A7, rund 20 Minuten länger. In Deutschland selbst gibt es keine Autobahnmaut. In München brauchst du das Auto dann nicht mehr: Die Altstadt ist Fussgängerzone, Parkhäuser kosten CHF 30 bis 45 pro Tag, und der Park-and-Ride am Stadtrand (Fröttmaning, Messestadt) kostet CHF 1 bis 2. Die MVV-Tageskarte für die Zone M kostet rund CHF 9, zu zweit oder zu dritt lohnt die Gruppentageskarte für CHF 17. Vom Hauptbahnhof zum Marienplatz läufst du in 15 Minuten.

Unterkunft: Quartierwahl und die Oktoberfest-Falle

Ein Mittelklasse-Doppelzimmer kostet in München CHF 130 bis 180, und damit ist die Stadt teurer als Berlin oder Hamburg, aber günstiger als Zürich. Die Preise explodieren zu drei Zeiten: während des Oktoberfests (Mitte September bis Anfang Oktober), bei den grossen Messen (bauma alle drei Jahre im April, Expo Real im Oktober, ISPO im Dezember) und an Champions-League-Abenden. Dann kostet das Motel One CHF 300, und die Zimmer sind trotzdem weg. Prüfe vor der Buchung den Messekalender und buch für die Wiesn vier bis sechs Monate im Voraus. Zur Lage: Das Bahnhofsviertel südlich des Hauptbahnhofs hat die meisten günstigen Hotels, ist praktisch, aber abends nicht schön. Besser wohnst du im Glockenbachviertel oder rund um den Gärtnerplatz (Kneipen, Cafés, 10 Minuten zum Marienplatz), in Haidhausen hinter dem Ostbahnhof (Dorfcharakter, Wirtshäuser) oder in der Maxvorstadt bei den Museen. Schwabing ist weniger Bohème, als der Name verspricht, dafür nah am Englischen Garten. Hostels und Budgethotels (a&o, Wombat's, Motel One) sind in München von guter Qualität, ein Doppelzimmer gibt es ab CHF 90. Frühstück dazubuchen lohnt selten: Eine Bäckerei mit Brezn und Kaffee für CHF 5 ist immer um die Ecke.

Kostenfallen und Spartricks: Hofbräuhaus, Pinakotheken, Deutschlandticket

Das Hofbräuhaus musst du nicht meiden, aber du musst wissen, was es ist: eine Touristenhalle mit Blaskapelle, in der die Mass CHF 12 kostet und das Schweinsbraten-Teller mittelmässig ist. Dieselbe Mass gibt es im Augustiner-Keller oder im Biergarten am Chinesischen Turm für CHF 10, und das Bier ist besser. Zweiter Spartrick: Die staatlichen Museen, also Alte Pinakothek, Pinakothek der Moderne, Glyptothek, Bayerisches Nationalmuseum und die Sammlung Schack, kosten am Sonntag CHF 1 Eintritt statt CHF 9 bis 10. Nimm den Sonntag für die Kunst und den Samstag für den Viktualienmarkt. Die Neue Pinakothek ist wegen Sanierung bis voraussichtlich Ende des Jahrzehnts geschlossen, die wichtigsten Bilder hängen in der Alten Pinakothek. Drittens: Wer länger als vier Tage bleibt oder Tagesausflüge nach Nürnberg, Salzburg oder an den Chiemsee macht, kauft das Deutschlandticket für rund CHF 60 pro Monat (monatlich kündbar, auch für Ausländer per App). Es gilt in allen Regionalzügen, Bussen, Trams und U-Bahnen Deutschlands, nicht aber im ICE. Viertens: Im Biergarten darfst du dein eigenes Essen mitbringen, nur das Getränk musst du kaufen. Das ist kein Trick, sondern seit 1812 bayerisches Recht, und am Hirschgarten oder am Chinesischen Turm siehst du Familien mit Tischdecke und Käseplatte.

Oktoberfest ehrlich: was es kostet und ob du eine Reservierung brauchst

Die Wiesn dauert 16 bis 18 Tage, von Mitte September bis zum ersten Sonntag im Oktober, und zieht sechs bis sieben Millionen Besucher an. Die Mass kostet 2025 CHF 14 bis 15, ein halbes Hendl CHF 20 bis 23, ein Abend mit zwei Mass, Hendl und einer Fahrt im Fahrgeschäft also rund CHF 60 pro Person, dazu das doppelte Hotel. Der Eintritt auf das Gelände ist gratis. Die grossen Zelte (Schottenhamel, Hacker, Augustiner, Hofbräu) sind abends und am Wochenende ab Mittag für Leute ohne Reservierung praktisch geschlossen; Reservierungen vergeben die Wirte ab Januar, oft nur für Zehnertische mit Mindestverzehr. Ehrlich gesagt kommst du trotzdem hinein: Unter der Woche vor 15 Uhr, vor allem Montag bis Mittwoch, findest du in fast jedem Zelt einen Platz an den nicht reservierten Tischen im Mittelschiff. Die kleineren Zelte wie das Augustiner-Festzelt oder die Oide Wiesn (CHF 4 Eintritt, Blasmusik statt Partyhits, traditionellere Stimmung) sind entspannter. Der zweite Wiesn-Sonntag mit Trachtenumzug lohnt sich zum Zuschauen, der erste Samstag zum Anstich ist der vollste Tag des Jahres. Tracht ist keine Pflicht, aber die Mehrheit trägt sie; eine brauchbare Lederhose kostet CHF 150 bis 300, ein Dirndl ab CHF 100. Wer nur ein Bierzelt-Gefühl ohne den Wahnsinn will, kommt im Frühling zum Frühlingsfest oder im Sommer zum Kocherlball im Englischen Garten.

Englischer Garten, Eisbachwelle und die Isar: das gratis München

Der Englische Garten ist mit 375 Hektaren grösser als der Central Park und das Beste an München kostet keinen Franken. Am Südeingang beim Haus der Kunst steht seit 50 Jahren die Eisbachwelle, auf der Surfer das ganze Jahr über und bei jedem Wetter reiten; zuschauen ist ab 7 Uhr morgens am ruhigsten, nachmittags stehst du in drei Reihen Touristen. Weiter nördlich liegen der Monopteros mit Blick über die Stadt, der Biergarten am Chinesischen Turm mit 7'000 Plätzen und der Kleinhesseloher See mit dem Seehaus. Noch weiter nördlich wird der Park ruhig und wild, dort baden Münchner im Schwabinger Bach. Die zweite Lebensader ist die Isar: Zwischen Reichenbachbrücke und Flaucher sitzen an warmen Abenden Tausende auf den Kiesbänken, grillieren und schwimmen, obwohl der Fluss kalt und schnell ist. Der Flaucher-Biergarten ist einer der unprätentiösesten der Stadt. Wer Velo fährt, nimmt den Isar-Radweg nach Süden bis zum Kloster Schäftlarn (20 Kilometer, Biergarten) oder nach Norden bis zum Aumeister am Nordende des Englischen Gartens. Leihvelos gibt es über die MVG-Rad-App für rund CHF 1 pro 15 Minuten oder bei Verleihern am Hauptbahnhof für CHF 15 bis 20 pro Tag. München ist flach, hat breite Radwege und ist zu zweit auf dem Velo deutlich schöner als in der U-Bahn.

Essen: Weisswurst vor zwölf, Viktualienmarkt und Biergarten-Regeln

Die Weisswurst isst man am Vormittag, das ist keine Folklore, sondern stammt aus der Zeit ohne Kühlung: Zwei Stück mit Brezn, süssem Senf und einem Weissbier kosten CHF 8 bis 11 und sind das beste Zmorge der Stadt. Du zuzelst sie oder schneidest sie längs auf und ziehst die Haut ab, beides ist erlaubt, nur die Haut mitessen nicht. Der Viktualienmarkt hinter dem Marienplatz ist schön, aber in den Fressständen am Rand zahlst du Touristenpreise; die Metzgereien und der Käsestand in der Mitte sind fair, und der Biergarten unter den Kastanien wechselt alle sechs Wochen die Brauerei. Schweinsbraten mit Knödel und Krautsalat kostet im Wirtshaus CHF 17 bis 22, Obatzda mit Brezn CHF 8 bis 10, eine Leberkässemmel vom Metzger CHF 3 bis 4. Biergarten-Regeln: Du suchst dir selbst einen Platz, auch an einem fremden Tisch, holst Bier an der Schänke und gibst das Glas an der Rückgabe wieder ab, sonst ist das Pfand von CHF 2 bis 3 weg. Tische mit Tischdecke gehören zum bedienten Bereich, dort darfst du nichts mitbringen. Trinkgeld 5 bis 10 Prozent, beim Bezahlen aufrunden und «stimmt so» sagen. Kartenzahlung geht fast überall, aber der Stehausschank, die Bäckerei und der Biergarten wollen oft Bargeld. Reservieren musst du in den klassischen Wirtshäusern (Wirtshaus in der Au, Fraunhofer, Schneider Bräuhaus) am Freitag- und Samstagabend.

Häufige Fragen zu München

Wie komme ich am besten von der Schweiz nach München, und was kostet es?

Mit dem Eurocity ab Zürich HB: alle zwei Stunden direkt, 3 Stunden 30 Minuten, Sparbillett ab CHF 30, Vollpreis mit Halbtax rund CHF 55 pro Weg. Ab Basel und Bern steigst du in Zürich um. Mit dem Auto brauchst du ab Zürich 3 Stunden 30 über Bregenz (österreichische Vignette nötig) oder knapp 4 Stunden über Singen und Memmingen ohne Vignette. Ein Flug lohnt sich nicht: Mit Anfahrt zum Flughafen und S-Bahn vom Flughafen München (45 Minuten) bist du langsamer als der Zug und zahlst mehr. Vor Ort brauchst du kein Auto, Parkhäuser in der Altstadt kosten CHF 30 bis 45 pro Tag.

Wie viele Tage sollte man für München einplanen?

Drei volle Tage sind ein guter Richtwert: ein Tag Altstadt mit Marienplatz, Frauenkirche, Viktualienmarkt und Residenz, ein Tag Maxvorstadt mit zwei Pinakotheken und abends Englischer Garten, ein Tag Nymphenburg oder BMW Welt plus Isar und Biergarten. Mit einem vierten Tag machst du einen Ausflug: KZ-Gedenkstätte Dachau (halber Tag), Chiemsee mit Herrenchiemsee, Salzburg (1 Stunde 30 mit dem Zug) oder die Alpen mit Tegernsee oder Garmisch. Für ein Wochenende ab Zürich reichen zwei Nächte, weil du mit dem Zug schon am Freitagabend am Marienplatz stehst.

Wann ist die beste Reisezeit für München?

Mai bis September für Biergärten, Isar und Englischen Garten, wobei Juli und August heiss (bis 33 Grad) und voller Reisegruppen sind. Das Oktoberfest von Mitte September bis Anfang Oktober ist ein Erlebnis, aber kein Städtetrip mehr: Hotelpreise verdoppeln sich, die Innenstadt ist voll. Der Advent mit Christkindlmarkt am Marienplatz und dem Mittelaltermarkt am Wittelsbacherplatz ist stimmungsvoll und kalt. Januar und Februar sind die günstigsten Monate, mit Föhn hast du dann Alpenblick vom Olympiaturm. Unser Favorit: Juni, bevor die Ferien beginnen, oder die erste Oktoberhälfte nach der Wiesn.

Komme ich ohne Reservierung ins Oktoberfest-Zelt?

Ja, unter der Woche und am Vormittag. Montag bis Donnerstag vor 15 Uhr findest du in fast jedem Zelt freie Plätze an den unreservierten Tischen im Mittelschiff, am Nachmittag wird es eng, abends und am Wochenende sind die grossen Zelte oft ab 11 Uhr wegen Überfüllung geschlossen. Wer trotzdem am Samstag will, steht vor 9 Uhr an. Alternativen sind die Oide Wiesn (CHF 4 Eintritt, ruhiger) und die kleinen Zelte wie das Ammer oder das Fischer-Vroni. Rechne mit CHF 14 bis 15 pro Mass, Bargeld ist Pflicht für das Trinkgeld an die Bedienung, mindestens CHF 1 pro Mass.

Ist München teurer oder günstiger als die Schweiz?

Günstiger, und zwar deutlich bei Essen und Bier: Ein Wirtshausgericht kostet CHF 17 bis 22 statt CHF 30, die Mass CHF 10 bis 12, der Cappuccino CHF 4. Hotels sind mit CHF 130 bis 180 für ein Mittelklasse-Doppelzimmer etwa 20 Prozent günstiger als in Zürich, ausser während Oktoberfest und Messen, dann liegen sie darüber. Öffentlicher Verkehr ist ähnlich teuer wie zu Hause, die Tageskarte CHF 9. Mit CHF 100 bis 130 pro Tag und Person inklusive Hotel kommst du in München gut zurecht, mit CHF 70 sparsam.

Welche Tagesausflüge lohnen sich ab München?

Die KZ-Gedenkstätte Dachau (S-Bahn S2, 25 Minuten, Eintritt gratis, 3 Stunden einplanen) gehört zu einem München-Besuch dazu, auch wenn sie schwer ist. Der Chiemsee mit Schloss Herrenchiemsee ist in einer Stunde erreichbar, Salzburg in 1 Stunde 30 mit dem Zug und mit dem Deutschlandticket oder dem Bayern-Ticket günstig. Neuschwanstein ist ab München ein langer Tag (2 Stunden pro Weg mit Zug und Bus, Tickets Wochen im Voraus online), ehrlich gesagt lohnt sich das eher von Garmisch oder Füssen aus. Der Tegernsee mit dem Bräustüberl ist in einer Stunde erreichbar und ein schöner Biergarten-Ausflug mit Bergblick.

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Sep 18

Oktoberfest München

Fest

18. September 2027 Samstag nach dem 15. September bis erster Sonntag im Oktober (bzw. 3. Oktober); 2027: 18. September bis 3. Oktober

Das grösste Volksfest der Welt: 16 Tage, rund sechs Millionen Besucher, 14 grosse Festzelte mit je bis zu 10 000 Plätzen, Blasmusik bis zur Dämmerung, danach Partyschlager auf den Bänken. Der Eintritt auf die Wiesn ist frei, die Mass Bier kostet rund CHF 15 (EUR 15 bis 16), ein halbes Hendl ähnlich viel, ein Abend kommt schnell auf CHF 80 bis 100. Die Zelte sind am Wochenende ab Mittag voll und werden geschlossen, ohne Reservierung kommst du dann nicht mehr hinein, Reservierungen für Tische (meist zehn Personen, mit Verzehrgutscheinen) gehen ab Frühling direkt bei den Wirten und sind schnell weg. Hotels in München kosten in diesen zwei Wochen das Drei- bis Vierfache und sind ab Frühjahr ausgebucht, Augsburg, Rosenheim oder Landshut per Regionalzug sind die vernünftige Alternative. Tracht ist nicht Pflicht, aber fast alle tragen sie, ein günstiges Dirndl oder eine Lederhose gibt es in der Stadt ab CHF 100. Die Wiesn ist ab dem späten Nachmittag sehr betrunken, mit Kindern und Ruhebedürftigen gehst du vormittags unter der Woche.

Für Reisende: Dienstag und Mittwoch vormittags findest du ohne Reservierung einen Platz, der Einzug der Wiesnwirte am ersten Samstag und der Trachtenumzug am ersten Sonntag sind die schönsten Momente auch für Nicht-Biertrinker.

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