Geschichte & Hintergrund
München beginnt 1158 mit einem Streich: Herzog Heinrich der Löwe liess die Isarbrücke des Freisinger Bischofs bei Föhring abbrennen und baute flussaufwärts seine eigene, damit der Salzhandel von Reichenhall durch seine Siedlung «bei den Mönchen» lief und den Zoll bei ihm bezahlte. Kaiser Barbarossa segnete das im Augsburger Schied ab, und seither trägt die Stadt das Mönchlein im Wappen. 1255 wurde München Residenz der Wittelsbacher, die bis 1918 blieben, länger als jede andere Dynastie Europas an einem Ort. Aus dieser Zeit stammt fast alles, was du heute besuchst: die Residenz, die Frauenkirche mit den Zwiebelhauben von 1525, das Reinheitsgebot von 1516, das Hofbräuhaus von 1589. Im 19. Jahrhundert machte König Ludwig I. aus der Provinzstadt ein «Isar-Athen» mit Ludwigstrasse, Glyptothek und Pinakotheken, und sein Enkel Ludwig II. verbaute das Geld der Familie lieber in Schlössern am Alpenrand als in der Hauptstadt. Das erste Oktoberfest war 1810 ein Pferderennen zur Hochzeit des Kronprinzen auf der Wiese, die seither Theresienwiese heisst. Das 20. Jahrhundert ist die dunkle Seite: München war die «Hauptstadt der Bewegung», hier gründete sich die NSDAP, hier scheiterte 1923 der Hitlerputsch an der Feldherrnhalle, und in Dachau vor den Toren entstand 1933 das erste Konzentrationslager. Nach dem Krieg entschied sich die Stadt, die zerbombte Altstadt in alter Form wieder aufzubauen, statt wie Frankfurt in die Höhe zu gehen. Die Olympischen Spiele 1972 brachten U-Bahn, Fussgängerzone und das Zeltdach im Olympiapark, aber auch das Attentat auf die israelische Mannschaft. Heute ist München mit 1,6 Millionen Einwohnern die teuerste Stadt Deutschlands, Sitz von BMW, Siemens und Allianz, und für Reisende aus der Schweiz trotzdem ein Ort, an dem alles ein bisschen weniger kostet als zu Hause.