Hotel Spitzweg
Kleines Hotel in einem Patrizierhaus von 1536 an der Paradeisgasse, mit Antiquitäten, Holzböden und einem Wirt, der die Stadtgeschichte kennt. Einfach, ruhig, mit Garten. Für Reisende, die Atmosphäre wollen und ohne Lift auskommen.
Deutschland · Bayern & Alpen · Reiseguide
Was eine Nacht in der bekanntesten Fachwerkstadt Deutschlands wirklich kostet, warum du unbedingt übernachten statt nur durchfahren solltest und wie du die Tagesbusse von 10 bis 16 Uhr einfach aussitzt.
Foto: Sergey Guk / Pexels
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Schätzwerte zur Orientierung, keine Buchungspreise. Anreise heisst hier Bahn oder Auto ab der Schweiz, hin und zurück pro Person. Hotels schwanken saisonal stark, aktuelle Preise findest du über die Links weiter unten.
Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Euro (EUR). Deutschland ist bargeldfreundlicher als die Schweiz: In Bäckereien, Kiosken und kleinen Lokalen heisst es oft «nur Bargeld», Kartenzahlung geht aber fast überall ab CHF 10. Trinkgeld 5 bis 10 Prozent, beim Bezahlen aufrunden und den Betrag nennen. Anreise: Anreise mit Bahn (DB), Auto oder Flug, je nach Ziel 1 bis 8 Stunden.
Neun Optionen in drei Preisklassen – jeweils die Häuser mit den besten Bewertungen auf Booking.com.
Budget
Kleines Hotel in einem Patrizierhaus von 1536 an der Paradeisgasse, mit Antiquitäten, Holzböden und einem Wirt, der die Stadtgeschichte kennt. Einfach, ruhig, mit Garten. Für Reisende, die Atmosphäre wollen und ohne Lift auskommen.
Grösseres Haus direkt am Würzburger Tor mit Zimmern in mehreren Gebäuden, Parkplatz und Restaurant mit fränkischer Küche. Nicht romantisch, dafür praktisch und für Gruppen und Familien eine der günstigsten Adressen an der Mauer.
Ehemaliges Gerberhaus an der Spitalgasse im ruhigen Süden der Altstadt, mit Garten an der Stadtmauer und sehr gutem Frühstück. Zimmer schlicht und sauber, familiär geführt. Für Paare, die vom Plönlein fünf Minuten entfernt in Ruhe schlafen wollen.
Mittelklasse
Traditionshaus gegenüber von St. Jakob mit Restaurant, Weinstube und einem kleinen Spa, seit Generationen in Familienbesitz. Zimmer solide und teils mit Blick auf die Kirche, Garten mit Terrasse. Für Reisende, die alles zu Fuss erreichen und abends gut essen wollen.
Gasthaus von 1264 am Markusturm, einem der ältesten Stadttore, mit Zimmern voller Antiquitäten und einem Restaurant mit fränkischer Küche. Jedes Zimmer anders, einige mit Himmelbett. Für Paare, die das Mittelalter mit modernem Bad wollen.
Grosses historisches Hotel zwischen Marktplatz und Plönlein mit Restaurant und Terrasse, von der du direkt ins Taubertal schaust. Zimmer klassisch, teils renoviert, teils mit Patina. Für alle, die den Talblick beim Frühstück wollen.
Luxus
Das erste Haus am Platz seit über hundert Jahren, aus vier Patrizierhäusern an der Herrngasse zusammengewachsen, mit Rittersaal-Restaurant, Garten zum Taubertal und schweren Holzmöbeln. Grandhotel im Kleinformat. Für alle, die Rothenburg stilecht und mit Service wollen.
Boutique-Hotel mit nur acht Zimmern in einem der ältesten Häuser der Stadt, Barockgarten, Gourmetrestaurant und Design, das Fachwerk und Gegenwart verbindet. Persönlich, leise, teuer. Für Paare zu einem besonderen Anlass.
Kleines Hotel direkt an der Stadtmauer am Burggarten, mit Zimmern, von denen du über das Taubertal schaust, Antiquitäten, Flügel im Salon und einem kleinen Spa. Keine Gruppen, kein Restaurant, dafür Frühstück mit Aussicht. Für ruhesuchende Paare.
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Jeden Abend von März bis Dezember, 20 Uhr auf Englisch, 21.30 Uhr auf Deutsch, Treffpunkt Marktplatz, eine Stunde, CHF 10 bar am Ende, Kinder gratis. Die beste Stunde in Rothenburg, keine Anmeldung nötig.
2,5 Kilometer überdachter Wehrgang rund um die Altstadt, gratis und immer offen, 60 bis 90 Minuten. Auf den Spendersteinen stehen die Namen derer, die den Wiederaufbau bezahlt haben. Geführt mit Türmen und Toren ab CHF 12.
Die Stadtführung der Tourist-Information startet täglich um 14 Uhr am Marktplatz, 90 Minuten, rund CHF 9. Private Rundgänge mit Riemenschneider-Altar und Burggarten ab CHF 90 pro Gruppe. Vor 9 Uhr fotografierst du das Plönlein ohne Menschen.
Christbaumschmuck, Adventskalender und Weihnachtsmänner aus 150 Jahren über dem Käthe-Wohlfahrt-Laden an der Herrngasse, CHF 5, 45 Minuten. Ganzjährig offen, im Advent lang, der Laden davor ist gratis und kurios.
Tausend Jahre Rechtsgeschichte mit Schandmasken, Pranger, Folterinstrumenten und Hexenprozessakten, CHF 9.50, 90 Minuten. Ernsthafter und besser als der Name verspricht, auch für Jugendliche spannend.
220 Stufen, die letzten über steile Leitern, oben der beste Rundblick über Dächer, Mauer und Taubertal für CHF 4.50. Nur wenige Personen gleichzeitig, am Vormittag kürzeste Wartezeit, nichts bei Höhenangst.
Vom Burggarten hinunter zur Doppelbrücke, zum Topplerschlösschen und zur Kirche Detwang mit Riemenschneider-Altar, zwei Stunden hin und zurück, gratis. Der stillste Teil von Rothenburg, zurück geht es steil bergauf.
Das Stadtgebäck selbst formen und ausbacken, in einer Bäckerei oder Konditorei der Altstadt, 60 bis 90 Minuten ab CHF 15 inklusive der eigenen Schneeballen. Ein nettes Programm für Familien und Regentage.
Die zwei anderen vollständig ummauerten Städte der Romantischen Strasse, 45 Minuten und 1 Stunde 15 mit dem Auto, beide leerer als Rothenburg. Geführte Tagesfahrten ab Rothenburg selten, ab CHF 80, mit Mietwagen auf eigene Faust besser.
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Rothenburg isst fränkisch und trinkt Taubertäler Wein, auch wenn die Herrngasse den Eindruck erweckt, die Stadt lebe von Schneeballen und Bratwurst im Weggla. Wer einen Block von den Gruppenrouten abweicht, findet Weinstuben mit niedrigen Decken, in denen das Schäufele seit Jahrzehnten gleich schmeckt.
Mürbeteigstreifen, zur Kugel geformt und in Schmalz ausgebacken, klassisch mit Puderzucker, heute auch mit Schokolade, Nougat oder Marzipan. Klein CHF 2 bis 3, gross CHF 4 bis 5. Trocken, bröselig, einmal probieren genügt.
Tipp:Die kleine Variante mit Puderzucker nehmen und sie vorher auf dem Teller zerdrücken, so essen es die Einheimischen.
Schweineschulter mit Knochen, knusprig gebraten, mit Kartoffelkloss und Blaukraut oder Krautsalat. Das fränkische Sonntagsessen, CHF 16 bis 20.
Tipp:Das Goldene Greifen war das Haus von Bürgermeister Toppler, und die Portionen sind entsprechend historisch gross.
Grober, längerer und weniger gewürzter als die Nürnberger, meist drei Stück mit Sauerkraut und Brot, CHF 11 bis 14. Auf der Strasse als Bratwurst im Weggla für CHF 4.
Tipp:Zum Vergleich mit Nürnberg: Hier zählt die Grösse, dort die Zahl.
Tauberschwarz ist eine seltene rote Rebsorte, die fast nur im Taubertal wächst, hell, fruchtig, leicht. Dazu trockener Silvaner im Bocksbeutel. Glas CHF 4.50 bis 6, Flasche ab CHF 10 im Weingut.
Tipp:Die Zur Höll ist das älteste Haus der Stadt, ab 17 Uhr offen, reservieren.
In den Monaten mit R, also September bis April, kommt Karpfen aus den Weihern des Aischgrunds auf den Tisch, halbiert, in Backteig gebacken, mit Kartoffelsalat. CHF 16 bis 19.
Tipp:Gebacken ist für Einsteiger besser als blau, und Karpfen hat Gräten, lass dir Zeit.
Im September und Oktober gibt es auf Blech gebackenen Zwiebelkuchen mit Speck und dazu Federweisser, den noch gärenden jungen Wein. Stück mit Glas CHF 8 bis 10.
Tipp:Federweisser gärt weiter, die Flasche nie liegend transportieren.
Rindfleisch in Essigbeize geschmort, mit Lebkuchensauce, Klössen und Blaukraut. CHF 17 bis 21, das Gericht für kalte Abende nach dem Nachtwächter.
Tipp:Fragen, ob die Sauce mit Lebkuchen gebunden ist, sonst ist es nicht fränkisch.
Mit Guide durch Märkte und Lokale, inklusive Kostproben.
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Rothenburg verdankt seinen Zustand einem Unglück: Die Stadt war im Mittelalter reich und wurde danach so arm, dass niemand Geld hatte, die alten Häuser abzureissen. Um 1170 gründeten die Staufer auf dem Bergsporn über der Tauber eine Burg und eine Stadt, 1274 wurde Rothenburg Freie Reichsstadt und wuchs mit ihrem Landgebiet von 400 Quadratkilometern zu einer der grössten Stadtrepubliken des Reiches. Bürgermeister Heinrich Toppler baute Ende des 14. Jahrhunderts die zweite Stadtmauer, die du heute abläufst, und das Rathaus, und starb 1408 im Kerker, weil er sich mit dem falschen König verbündet hatte. 1525 schloss sich die Stadt dem Bauernkrieg an, Tilman Riemenschneider, dessen Heilig-Blut-Altar in St. Jakob steht, wurde im Nachbarort Würzburg dafür gefoltert. Der Dreissigjährige Krieg brachte 1631 die Legende vom Meistertrunk: Der kaiserliche General Tilly soll versprochen haben, die Stadt zu verschonen, wenn ein Ratsherr einen Humpen mit dreieinviertel Litern Wein in einem Zug leere, und Altbürgermeister Nusch habe es geschafft. Historisch belegt ist das nicht, gespielt wird es seit 1881 jedes Jahr an Pfingsten. Danach wurde Rothenburg bedeutungslos, verlor 1802 die Reichsfreiheit an Bayern und schlief hundert Jahre, bis Maler und Schriftsteller der Romantik die unveränderte Stadt entdeckten; 1900 war sie schon ein Reiseziel. Im Nationalsozialismus wurde Rothenburg als «deutscheste aller Städte» vereinnahmt, und im März 1945 zerstörten amerikanische Bomben rund 40 Prozent der Altstadt, vor allem den Osten. Dass der Rest stehen blieb, verdankt die Stadt dem US-Staatssekretär John McCloy, dessen Mutter ein Bild Rothenburgs besessen hatte und der den Beschuss stoppen liess. Der Wiederaufbau wurde mit Spenden aus aller Welt bezahlt, deren Namen auf Steinen der Stadtmauer stehen. Heute leben 11'000 Menschen in Rothenburg, und bis zu zwei Millionen Besucher pro Jahr laufen durch die Gassen.
Rothenburg liegt an einer Stichbahn, und das merkst du bei der Anreise: Ab Zürich fährst du über Stuttgart und Ansbach (oder über München und Ansbach) nach Steinach bei Rothenburg und dort in die kleine Regionalbahn, die in 15 Minuten den Berg hinaufklettert, insgesamt 5 Stunden 30 bis 6 Stunden mit zwei bis drei Umstiegen. Sparbillette gibt es ab CHF 40, der Vollpreis mit Halbtax liegt bei rund CHF 75 pro Weg. Ab Basel geht es über Karlsruhe und Würzburg ähnlich lang. Die Regionalbahn ab Steinach fährt stündlich, der Anschluss in Steinach ist knapp bemessen, aber meist zuverlässig. Mit dem Auto sind es ab Zürich rund 380 Kilometer über Stuttgart und Heilbronn, knapp 4 Stunden, ohne Maut und Vignette; ab Basel 4 Stunden 30. Das Auto ist für Rothenburg tatsächlich praktisch, weil du damit die Romantische Strasse und das Taubertal abfahren kannst. In die Altstadt darfst du nur zum Be- und Entladen am Hotel, die Parkplätze P1 bis P5 vor der Mauer kosten CHF 1 pro Stunde, maximal CHF 8 pro Tag, und sind alle in zehn Gehminuten vom Marktplatz. Hotelgäste bekommen oft eine Durchfahrtsgenehmigung und einen Hofparkplatz. In der Stadt selbst brauchst du nichts ausser Schuhen mit guter Sohle: Das Kopfsteinpflaster ist echt und unregelmässig.
Der ganze Sinn einer Übernachtung in Rothenburg ist die Stadt nach 17 Uhr, deshalb wohnst du innerhalb der Mauer, auch wenn die Hotels an der Ausfallstrasse CHF 20 günstiger sind. Die Altstadt hat rund 50 Hotels und Pensionen in Fachwerkhäusern, viele seit Generationen in Familienbesitz, mit knarrenden Treppen und schiefen Böden; wer Lift und grosse Bäder braucht, fragt vor der Buchung nach. Ein Mittelklasse-Doppelzimmer kostet CHF 100 bis 140, eine einfache Pension CHF 70 bis 90, die bekannten Traditionshäuser am Marktplatz CHF 180 bis 250. Die Lage ist überall gut, die Stadt ist von der Mauer zur Mauer in 15 Minuten durchquert; am ruhigsten schläfst du im Süden rund um die Spitalgasse und im Westen am Burggarten, am lebhaftesten am Marktplatz. Rothenburg ist zu drei Zeiten ausgebucht: an Pfingsten zum Meistertrunk-Festspiel, im September zu den Reichsstadt-Festtagen und an den Adventswochenenden zum Reiterlesmarkt. Dann buchst du drei bis vier Monate voraus, sonst reichen zwei Wochen, unter der Woche auch kürzer. Frühstück ist in den Gasthäusern meist inbegriffen und gut. Im Winter sind einige kleine Häuser von Januar bis März geschlossen, dafür sind die offenen dann sehr günstig und die Stadt gehört dir.
Die Reisebusse von München, Frankfurt und den Flusskreuzfahrten in Würzburg kommen zwischen 10 und 11 Uhr und fahren zwischen 15 und 16 Uhr wieder, dazwischen ist der Weg vom Marktplatz zum Plönlein eine Kolonne. Also drehst du den Tag um: Vor 9 Uhr Marktplatz, Rathausturm und Plönlein fotografieren, dann von 10 bis 16 Uhr die Dinge, die Gruppen nicht machen. Dazu gehört der Rundgang auf der Stadtmauer, 2,5 Kilometer überdachter Wehrgang, kostenlos, 60 bis 90 Minuten, am schönsten vom Klingentor im Norden über das Galgentor bis zum Spitaltor im Süden, mit Blick in die Gärten und auf die Dächer. Dazu gehört der Abstieg ins Taubertal zur Doppelbrücke, zum Topplerschlösschen (das Wohnturm-Häuschen des Bürgermeisters) und zur Kirche in Detwang mit einem weiteren Riemenschneider-Altar, zwei Stunden hin und zurück, fast menschenleer. Dazu gehören die Museen: das Mittelalterliche Kriminalmuseum mit Rechtsgeschichte, Schandmasken und Folterinstrumenten (CHF 9.50, 90 Minuten, besser als es klingt) und das Reichsstadtmuseum im Dominikanerinnenkloster mit dem originalen Meistertrunk-Humpen (CHF 6). Ab 17 Uhr gehört dir die Stadt dann wieder: Burggarten zum Sonnenuntergang mit Blick ins Taubertal, Abendessen, und um 20 Uhr steht der Nachtwächter am Marktplatz.
Der Nachtwächter-Rundgang ist die beste Investition der Stadt: Jeden Abend von März bis Dezember um 20 Uhr auf Englisch und um 21.30 Uhr auf Deutsch führt ein Mann mit Hellebarde, Laterne und trockenem Humor eine Stunde lang durch die dunklen Gassen und erzählt die Stadtgeschichte so, dass auch Jugendliche zuhören. Keine Anmeldung, du stehst einfach am Marktplatz und zahlst am Ende CHF 10 in die Hand, Kinder gratis. Der Rathausturm (CHF 4.50, 220 Stufen, oben eine Plattform für wenige Leute, Öffnungszeiten je nach Saison) gibt den besten Blick über die Dächer, aber mit Höhenangst bleibst du unten, die letzte Leiter ist steil. Das Deutsche Weihnachtsmuseum im Haus von Käthe Wohlfahrt an der Herrngasse (CHF 5) zeigt Christbaumschmuck und Adventskalender aus 150 Jahren, ist liebevoll gemacht und dauert 45 Minuten; der riesige Laden davor ist das ganze Jahr Weihnachten und preislich hoch, eine Kugel kostet CHF 10 bis 30, aber anschauen kostet nichts. Was du dir sparen kannst: die Kutschenfahrt für CHF 10 pro Person durch Gassen, die du in derselben Zeit läufst, die Souvenirläden mit Bierkrügen aus China, und ein zweiter Schneeballen. St. Jakob mit dem Heilig-Blut-Altar von Riemenschneider (CHF 3.50) solltest du dagegen nicht auslassen: Das Abendmahl aus Lindenholz von 1505 ist eines der grossen Werke der deutschen Spätgotik.
Rothenburg ist die Mitte der Romantischen Strasse, der 460 Kilometer langen Ferienstrasse von Würzburg nach Füssen, und mit dem Auto lohnt sich mindestens ein Tag darauf. Nach Süden liegt Dinkelsbühl (45 Minuten), ebenfalls komplett erhalten, weniger bekannt und darum an Werktagen fast leer, mit bunten Giebelhäusern und dem Münster St. Georg; Nördlingen im Meteoritenkrater (1 Stunde 15) ist die dritte der drei Mauerstädte, hier kannst du die Mauer ebenfalls ganz umrunden. Nach Norden durchs Taubertal fährst du über Creglingen mit dem Marienaltar von Riemenschneider in der Herrgottskirche (CHF 4) und Weikersheim mit Schloss und Barockgarten (CHF 7) bis Bad Mergentheim, ein Tag mit vielen kurzen Stopps. Das Taubertal fährst du auch mit dem Velo: der Radweg «Liebliches Taubertal» ist flach, verläuft am Fluss entlang und führt in 40 Kilometern nach Weikersheim, Rückfahrt mit dem Zug ab Weikersheim; Velos leihst du in Rothenburg für CHF 15 bis 20 pro Tag. Ohne Auto bleibt Dinkelsbühl schwer erreichbar (Bus über Dombühl, zwei Stunden), dafür ist Würzburg mit Residenz und Festung mit dem Zug in 1 Stunde 15 zu erreichen, Nürnberg in ebenso langer Zeit. Von Ende April bis Anfang Oktober fährt der Europabus der Romantischen Strasse täglich einmal pro Richtung die ganze Strecke, Rothenburg nach Füssen kostet rund CHF 50 und dauert einen Tag.
Der Schneeball ist das Gebäck der Stadt, Mürbeteigstreifen zu einer Kugel geformt, in Schmalz ausgebacken und mit Puderzucker bestreut, ursprünglich ein Festtagsgebäck, das sich wochenlang hielt. Ehrlich gesagt: Er ist trocken, bröselt überall hin und schmeckt am besten in der kleinen Variante mit Puderzucker, nicht in der mit Schokolade und Nüssen für CHF 5 aus den Läden an der Herrngasse. Einer pro Besuch genügt, aus einer Bäckerei. Die eigentliche Küche ist fränkisch: Schäufele, Bratwürste mit Kraut, Sauerbraten, Karpfen in den Monaten mit R aus den Weihern des Aischgrunds, dazu Wein von den Hängen des Taubertals, vor allem der seltene rote Tauberschwarz und trockener Silvaner. Rothenburg hat ein eigenes Weingut, Glocke, mit Weinstube am Plönlein, und die Zur Höll in der Burggasse ist mit einem Kern aus dem 10. Jahrhundert das älteste Haus der Stadt und eine Weinstube mit fränkischer Küche. Preise: Hauptgericht CHF 15 bis 22, Glas Wein CHF 4.50 bis 6, Bier CHF 4. Die Lokale direkt am Marktplatz und an der Herrngasse sind nicht schlecht, aber auf Gruppen eingestellt; besser isst du in den Seitengassen rund um die Klingengasse, in der Spitalgasse und in den Gasthöfen mit angeschlossenem Hotel, wo abends Einheimische sitzen. Reservieren am Wochenende und im Advent.
Mit der Bahn ab Zürich über Stuttgart und Ansbach nach Steinach bei Rothenburg, dort umsteigen in die Regionalbahn, insgesamt 5 Stunden 30 bis 6 Stunden, Sparbillett ab CHF 40, Vollpreis mit Halbtax rund CHF 75 pro Weg. Mit dem Auto sind es ab Zürich 380 Kilometer über Stuttgart, knapp 4 Stunden ohne Maut oder Vignette, und das Auto lohnt sich hier, weil du damit Taubertal und Romantische Strasse abfahren kannst. Parkplätze vor der Stadtmauer kosten maximal CHF 8 pro Tag. Ein Flug macht keinen Sinn.
Nein, und das ist die wichtigste Antwort auf dieser Seite. Zwischen 10 und 16 Uhr teilst du die Stadt mit Reisebussen und siehst eine Kulisse. Übernachte mindestens eine Nacht: Dann hast du den Abend mit dem Nachtwächter, den Burggarten zum Sonnenuntergang und den frühen Morgen mit leeren Gassen. Zwei Nächte sind ideal, wenn du die Stadtmauer, das Taubertal und einen Ausflug nach Dinkelsbühl oder Würzburg machen willst. Rothenburg lässt sich gut mit Nürnberg (1 Stunde 15 mit dem Zug) oder Würzburg kombinieren.
Mai, Juni und September bis Mitte Oktober: mildes Wetter, lange Abende auf der Mauer, überschaubare Gruppen unter der Woche. Juli und August bringen die meisten Reisebusse und Hitze auf dem Pflaster. Der Advent mit dem Reiterlesmarkt und Schnee auf den Giebeln ist das Rothenburg von den Postkarten, aber die Wochenenden sind brechend voll und teuer; die Adventswochentage sind wunderbar. Pfingsten (Meistertrunk-Festspiel) und die Reichsstadt-Festtage Anfang September sind Volksfeste mit Umzügen, Lagerleben und Feuerwerk, für die du Monate voraus buchst. Januar bis März: leer, kalt, ein Teil der Lokale geschlossen.
Deutlich weniger, trotz Tourismus. Ein Mittelklasse-Doppelzimmer im Fachwerkhaus kostet CHF 100 bis 140, ein Hauptgericht CHF 15 bis 22, ein Glas Frankenwein CHF 5, der Nachtwächter CHF 10, die Stadtmauer nichts. Eintritte liegen zwischen CHF 3.50 und 9.50, es gibt keine Stadtkarte, die sich lohnen würde. Mit CHF 80 bis 100 pro Tag und Person inklusive Hotel bist du gut unterwegs. Teuer wird es nur in den Souvenirläden an der Herrngasse und am Adventswochenende bei den Hotels.
Für Kinder ja: Stadtmauer-Wehrgang, Nachtwächter (Kinder gratis), Kriminalmuseum mit Schandmasken und Pranger, Weihnachtsmuseum und das Taubertal zum Toben. Der Rathausturm ist ab etwa acht Jahren machbar. Für Menschen mit Gehproblemen ist die Stadt anstrengend: Kopfsteinpflaster überall, Treppen in den Hotels, der Wehrgang nur über steile Stufen erreichbar, der Abstieg ins Taubertal steil. Gut gehen lässt sich auf dem Marktplatz, der Herrngasse und im Burggarten, die ebenerdig sind.
Als Idee ja, als Gesamtstrecke nur mit Zeit. Die 460 Kilometer von Würzburg nach Füssen brauchen mindestens drei Tage, und ehrlich gesagt sind die Highlights ungleich verteilt: Würzburg, Rothenburg, Dinkelsbühl, Nördlingen und das Ende am Alpenrand lohnen sich, dazwischen fährst du durch flaches Land. Für Schweizer am sinnvollsten: zwei Nächte in Rothenburg mit Tagesausflug nach Dinkelsbühl und Nördlingen, dann weiter nach Nürnberg oder zurück. Der Europabus fährt die Strecke von Ende April bis Anfang Oktober einmal täglich, ist aber ein langer Tag im Bus mit kurzen Stopps.
Was ein verlängertes Wochenende in der bayerischen Hauptstadt wirklich kostet, warum du mit dem Zug kommst und das Auto zu Hause lässt, und wo du Weisswurst isst, ohne in einer Touristenfalle zu sitzen.
Was ein Wochenende in der Stadt der Kaiser, der Lebkuchen und der Nürnberger Prozesse wirklich kostet, warum die Altstadt kleiner ist, als du denkst, und wo die Rostbratwürste noch über Buchenholz gegrillt werden.
Was der höchste Berg Deutschlands wirklich kostet, warum die Partnachklamm und der Wank den Tag retten, wenn der Gipfel in den Wolken hängt, und ob der Ausflug nach Neuschwanstein den Stress wert ist.
Was ein paar Tage im südöstlichsten Zipfel Deutschlands wirklich kosten, warum du das erste Boot über den Königssee nehmen musst und wie du Kehlsteinhaus und Obersalzberg einordnest, ohne dass es eine Hitler-Tour wird.