Nürnberg

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Nürnberg

Was ein Wochenende in der Stadt der Kaiser, der Lebkuchen und der Nürnberger Prozesse wirklich kostet, warum die Altstadt kleiner ist, als du denkst, und wo die Rostbratwürste noch über Buchenholz gegrillt werden.

Foto: Sabine Freiberger / Pexels

Was kostet deine Reise nach Nürnberg?

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1'416 CHF
≈ 708 CHF pro Person
  • Anreise 260 CHF
  • Unterkunft 600 CHF
  • Essen 450 CHF
  • Transport vor Ort 40 CHF
  • Nürnberg Card (48 Stunden, Museen und ÖV) 66 CHF

Schätzwerte zur Orientierung, keine Buchungspreise. Anreise heisst hier Bahn oder Auto ab der Schweiz, hin und zurück pro Person. Hotels schwanken saisonal stark, aktuelle Preise findest du über die Links weiter unten.

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Euro (EUR). Deutschland ist bargeldfreundlicher als die Schweiz: In Bäckereien, Kiosken und kleinen Lokalen heisst es oft «nur Bargeld», Kartenzahlung geht aber fast überall ab CHF 10. Trinkgeld 5 bis 10 Prozent, beim Bezahlen aufrunden und den Betrag nennen. Anreise: Anreise mit Bahn (DB), Auto oder Flug, je nach Ziel 1 bis 8 Stunden.

Hotel-Empfehlungen

Neun Optionen in drei Preisklassen – jeweils die Häuser mit den besten Bewertungen auf Booking.com.

Budget

a&o Nürnberg Hauptbahnhof

Bahnhofsviertel, Nürnberg

Grosses Hostel-Hotel hinter dem Hauptbahnhof mit Doppelzimmern, Familienzimmern und Schlafsälen. Nüchtern und sauber, zehn Minuten zu Fuss zur Lorenzkirche. Für Sparsame und Gruppen, die nur eine Basis brauchen.

ab CHF 60 / Nacht Ansehen →

Motel One Nürnberg-City

Bahnhofsviertel, Nürnberg

Designbudget-Hotel am Bahnhofsplatz, gegenüber dem Handwerkerhof, mit Blick auf die Stadtmauer. Kleine Zimmer, gute Betten, Bar mit fränkischem Bier. Für Paare, die zentral und günstig schlafen wollen.

ab CHF 95 / Nacht Ansehen →

B&B Hotel Nürnberg-Hbf

Bahnhofsviertel, Nürnberg

Zweckmässiges Kettenhotel direkt am Hauptbahnhof, schlicht, mit guter Schallisolierung und Frühstück zum fairen Preis. Für Reisende mit frühem Zug und alle, die ihr Geld lieber für Bratwürste ausgeben.

ab CHF 70 / Nacht Ansehen →

Mittelklasse

Hotel Drei Raben

Lorenzer Altstadt, Nürnberg

Themenhotel an der Königstrasse, in dem jedes Zimmer eine Nürnberger Geschichte erzählt, vom Dürer-Hasen bis zur ersten Eisenbahn. Persönlich geführt, mit Bar und gutem Frühstück, fünf Minuten vom Hauptbahnhof. Für alle, die ein Hotel mit Charakter wollen.

ab CHF 140 / Nacht Ansehen →

Sorat Hotel Saxx Nürnberg

Hauptmarkt, Nürnberg

Modernes Hotel direkt am Hauptmarkt mit Blick auf Frauenkirche und Schönen Brunnen, im Advent mittendrin im Christkindlesmarkt. Helle Zimmer, Frühstück mit Marktblick. Für alle, die die Altstadt vor der Tür wollen und etwas Trubel aushalten.

ab CHF 130 / Nacht Ansehen →

Hotel Victoria Nürnberg

Königstor, Nürnberg

Traditionshaus von 1896 direkt am Königstor, zwischen Hauptbahnhof und Altstadt, familiär geführt mit moderner Einrichtung hinter der alten Fassade. Gutes Frühstück, ruhige Hofzimmer. Für Städtereisende, die solide Qualität ohne Kettengefühl schätzen.

ab CHF 125 / Nacht Ansehen →

Luxus

Le Méridien Grand Hotel Nürnberg

Bahnhofsplatz, Nürnberg

Das Grandhotel der Stadt von 1896, gegenüber dem Hauptbahnhof, mit Jugendstil-Lobby, Brasserie und Zimmern, in denen schon die Ankläger der Nürnberger Prozesse wohnten. Klassisch, nicht hip. Für alle, die Geschichte auch im Hotel wollen.

ab CHF 200 / Nacht Ansehen →

Sheraton Carlton Nürnberg

Bahnhofsviertel, Nürnberg

Gediegenes Fünf-Sterne-Haus am Eilgutsteig neben dem Hauptbahnhof mit Pool, Spa und einem der besseren Hotelrestaurants der Stadt. Zimmer gross und klassisch eingerichtet. Für Geschäftsreisende und Paare, die Komfort über Design stellen.

ab CHF 190 / Nacht Ansehen →

Park Plaza Nuremberg

Bahnhofsviertel, Nürnberg

Modernes Designhotel am Bahnhofsplatz mit Zimmern, die Nürnberger Künstler gestaltet haben, Dachbar und Spa. Eher gehobene Mittelklasse als klassischer Luxus, dafür mit fairen Preisen und sehr guter Lage. Für alle, die es zeitgemäss mögen.

ab CHF 170 / Nacht Ansehen →

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Erlebnisse, die sich lohnen

Kaiserburg mit Tiefem Brunnen und Sinwellturm

Palas, Kaiserkapelle und Burgmuseum für rund CHF 9, der Tiefe Brunnen nur mit Führung (alle 30 Minuten, im Ticket inbegriffen). Zwei Stunden einplanen, Burghof und Freiung mit Stadtblick sind gratis.

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Altstadt-Rundgang von der Lorenzkirche zur Burg

Geführt in zwei Stunden durch Hauptmarkt, Sebalduskirche, Burgstrasse und Tiergärtnertorplatz, ab CHF 15; die Stadtführungen von Geschichte für Alle sind die besten. Auf eigene Faust gratis, mit Pausen ein halber Tag.

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Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände

Interimsausstellung in der Kongresshalle für rund CHF 6, danach mit Audioguide über Grosse Strasse und Zeppelinfeld. Drei Stunden, Tram 8 oder S2 bis Doku-Zentrum. Geführte Touren mit Historiker ab CHF 20 lohnen sich hier besonders.

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Memorium Nürnberger Prozesse

Der Saal 600 im Justizpalast, in dem 1945 die Hauptkriegsverbrecher angeklagt wurden, mit Ausstellung zur Geschichte des Völkerstrafrechts. Rund CHF 7.50 mit Audioguide, zwei Stunden, U1 bis Bärenschanze.

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Historische Felsengänge mit Bierprobe

Führung durch die mittelalterlichen Bierkeller unter dem Burgberg, rund CHF 15 inklusive Rotbier-Probe der Hausbrauerei Altstadthof. 75 Minuten, konstant 8 Grad, Jacke mitnehmen. Das beste Regenprogramm der Stadt.

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Albrecht-Dürer-Haus

Wohn- und Werkstatthaus des Künstlers am Tiergärtnertor, mit rekonstruierter Druckwerkstatt und Vorführungen. Rund CHF 7.50, eine Stunde, samstags Führung mit «Agnes Dürer» in Kostüm. Originale hängen im Germanischen Nationalmuseum.

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Germanisches Nationalmuseum

Das grösste kulturgeschichtliche Museum des deutschen Sprachraums mit Behaim-Globus, Dürer-Gemälden und mittelalterlichen Skulpturen, rund CHF 10, mittwochs ab 17.30 Uhr gratis. Drei Stunden sind das Minimum, die Strasse der Menschenrechte davor ist gratis.

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Christkindlesmarkt am Hauptmarkt

Vom Freitag vor dem ersten Advent bis zum 24. Dezember, Eintritt gratis, Glühwein CHF 4 bis 5. Unter der Woche am Vormittag am schönsten, geführte Rundgänge mit Lebkuchen- und Glühweinprobe ab CHF 25 nur im Advent.

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Lebkuchen-Backkurs

Elisenlebkuchen selbst machen, mit Oblaten, Nüssen und Gewürzen, in einer Backstube oder Konditorei der Altstadt, zwei bis drei Stunden ab CHF 45, die eigene Produktion zum Mitnehmen. Vor allem im Herbst und Advent angeboten.

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Essen & Trinken

Fränkisch ist nicht bayerisch, und das merkst du am Teller: Die Bratwurst ist klein und mit Majoran gewürzt, das Bier ist rot oder kellertrüb, der Wein kommt aus dem Bocksbeutel. Nürnberg isst deftig und günstig, und die besten Adressen sind Bratwurstküchen, in denen seit Jahrhunderten über Buchenholz gegrillt wird.

Nürnberger Rostbratwürste

Bratwursthäusle bei St. Sebald, Historische Bratwurstküche Zum Gulden Stern, Bratwurst Röslein am Rathausplatz

Fingerlange Schweinswürste mit Majoran, über Buchenholz gegrillt, geschützte Herkunftsbezeichnung. Sechs Stück mit Sauerkraut oder Kartoffelsalat und Meerrettich kosten CHF 12 bis 14, zwölf Stück CHF 20. Auf der Strasse heissen sie «Drei im Weggla» für CHF 4 bis 5.

Tipp:Das Gulden Stern ist seit 1419 im Betrieb und angeblich die älteste Bratwurstküche der Welt. Meerrettich dazu bestellen, das ist fränkisch.

Schäufele

Wirtshäuser rund um den Weinmarkt und am Burgberg

Gebratene Schweineschulter mit dem Schulterblatt-Knochen, Kruste wie Glas, dazu Kloss und dunkle Sauce. Das fränkische Sonntagsessen, CHF 16 bis 20.

Tipp:Das Schäufele muss man zu zweit nicht teilen, aber nachher ist Schluss für den Tag.

Blaue Zipfel

Bratwursthäusle bei St. Sebald

Bratwürste, roh im Essigsud mit Zwiebeln und Wacholder gegart, kalt oder lauwarm serviert. Klingt seltsam, schmeckt grossartig, CHF 10 bis 13.

Tipp:Mit Bauernbrot und einem Kellerbier, nicht mit Kraut.

Elisenlebkuchen

Fabrikverkauf Lebkuchen-Schmidt am Zollhausplatz, Konditorei Neef an der Winklerstrasse, Wicklein am Hauptmarkt

Lebkuchen mit mindestens 25 Prozent Mandeln, Hasel- oder Walnüssen und fast ohne Mehl, auf Oblate, mit Schokolade oder Zuckerguss. Vom Fabrikverkauf oder Konditor CHF 1.50 bis 3 pro Stück, in der Blechdose das Doppelte.

Tipp:Lebkuchen gibt es das ganze Jahr, die beste Qualität ab Oktober, «Bruch» zum halben Preis.

Fränkischer Sauerbraten

Traditionswirtshäuser auf der Sebalder Seite

Rindfleisch, tagelang in Essig und Wein eingelegt, geschmort und mit Lebkuchensauce serviert, dazu Klösse und Blaukraut. CHF 17 bis 21.

Tipp:Die Sauce gibt es nur mit Lebkuchen gebunden, das ist der Unterschied zum rheinischen Sauerbraten.

Rotbier und Kellerbier

Hausbrauerei Altstadthof am Burgberg, Biergarten Kettensteg an der Pegnitz

Nürnbergs eigenes Bier ist rot und malzig, seit dem Mittelalter in den Felsenkellern gereift. Eine Halbe CHF 4 bis 5. Daneben das kellertrübe fränkische Landbier aus der Region Bamberg.

Tipp:Im Altstadthof das Rotbier zur Felsengang-Führung, am Kettensteg bei Sonnenuntergang.

Gebrannte Mandeln und Zwetschgenmännla

Christkindlesmarkt am Hauptmarkt, ganzjährig im Handwerkerhof

Die Süssigkeiten des Christkindlesmarkts: Mandeln in Zuckerkruste für CHF 4 pro 100 Gramm, Zwetschgenmännla sind Figuren aus Dörrzwetschgen und Walnüssen ab CHF 5, zum Hinstellen, nicht zum Essen.

Tipp:Die Mandeln frisch vom Kessel kaufen, wenn sie noch warm sind.

Frankenwein aus dem Bocksbeutel

Weinstuben rund um den Weinmarkt und am Unschlittplatz

Silvaner und Müller-Thurgau aus Franken in der flachen Bocksbeutelflasche, trocken und mineralisch. Ein Glas im Weinlokal CHF 5 bis 7, eine Flasche im Laden ab CHF 10.

Tipp:Silvaner statt Riesling bestellen, das ist die fränkische Traube.

Food-Tour buchen: Nürnberg

Mit Guide durch Märkte und Lokale, inklusive Kostproben.

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Geschichte & Hintergrund

Nürnberg taucht 1050 erstmals in einer Urkunde auf, als Kaiser Heinrich III. auf dem Burgfelsen Hof hielt, und für die nächsten 500 Jahre blieb die Stadt eng mit dem Reich verbunden. Die Goldene Bulle von 1356 schrieb fest, dass jeder neu gewählte König seinen ersten Reichstag in Nürnberg abzuhalten habe, ab 1424 wurden hier die Reichskleinodien, also Krone, Zepter und Reichsapfel, aufbewahrt. Die Freie Reichsstadt wurde im 15. und 16. Jahrhundert zu einer der reichsten Städte Europas: Hier baute Peter Henlein die ersten tragbaren Uhren, Martin Behaim den ältesten erhaltenen Globus, und Albrecht Dürer malte in seinem Haus am Tiergärtnertor Bilder, die bis heute die Vorstellung von der Renaissance nördlich der Alpen prägen. Die Handwerker der Stadt waren so berühmt, dass «Nürnberger Tand geht durch alle Land» zum Sprichwort wurde, und der Lebkuchen entstand, weil die Gewürze der Fernhändler und der Honig der Zeidler aus dem Reichswald zusammenkamen. Der Niedergang begann mit dem Dreissigjährigen Krieg und der Verlagerung des Handels an die Atlantikküsten; 1806 fiel die verschuldete Stadt an Bayern. Dass die Nationalsozialisten ausgerechnet dieses Symbol des alten Reiches für ihre Reichsparteitage wählten, war kein Zufall, sondern Inszenierung: Auf dem Gelände im Südosten entstanden das Zeppelinfeld und die nie vollendete Kongresshalle, 1935 wurden hier die Rassengesetze verkündet. Die Alliierten antworteten 1945 mit Bomben, die 90 Prozent der Altstadt zerstörten, und mit den Nürnberger Prozessen im Saal 600 des Justizpalastes, dem Beginn des modernen Völkerstrafrechts. Die Altstadt wurde in ihrer Struktur wieder aufgebaut, mit Sandstein und Satteldächern, aber viele Häuser sind schlichter als vor dem Krieg. Heute hat Nürnberg 520'000 Einwohner, ist die zweitgrösste Stadt Bayerns, Heimat der Spielwarenmesse und mit Fürth und Erlangen zu einer Metropolregion zusammengewachsen.

Insider-Tipps

Anreise: ICE über Stuttgart oder München, das Auto bleibt vor der Mauer

Ab Zürich fährst du am besten mit dem IC nach Stuttgart (3 Stunden) und dort in den ICE nach Nürnberg (2 Stunden 15), insgesamt rund 5 Stunden 30 mit einem Umstieg. Die Alternative über München dauert ähnlich lang: EC nach München 3 Stunden 30, dann ICE in einer Stunde auf der Schnellfahrstrecke durch die Hallertau. Sparbillette gibt es ab CHF 40 pro Weg, der Vollpreis mit Halbtax liegt bei CHF 70 bis 80. Ab Basel bist du über Karlsruhe und Stuttgart in rund 5 Stunden da. Mit dem Auto sind es ab Zürich 450 Kilometer über Schaffhausen, Stuttgart und Heilbronn auf der A6, knapp 5 Stunden ohne Stau, ohne Vignette und ohne Maut. In Nürnberg selbst ist das Auto ein Klotz am Bein: Die Altstadt innerhalb der Stadtmauer ist weitgehend Fussgängerzone, die Parkhäuser verlangen CHF 20 bis 30 pro Tag, und alles Wichtige liegt in 20 Minuten Fussdistanz vom Hauptbahnhof. Zum Reichsparteitagsgelände fährst du mit der S-Bahn S2 oder der Tram 8 (Haltestelle Doku-Zentrum) in 15 Minuten, ein Einzelticket kostet CHF 3.50, die Tageskarte CHF 9. Die Nürnberg Card für CHF 33 deckt zwei Tage lang alle Museen inklusive Kaiserburg, Dokuzentrum und Dürer-Haus plus den gesamten Nahverkehr ab und rechnet sich ab drei Museen.

Unterkunft: Sebald oder Lorenz, und wann die Stadt ausgebucht ist

Die Pegnitz teilt die Altstadt in die nördliche Sebalder Seite mit Burg, Dürer-Haus und den schönsten Fachwerkgassen und die südliche Lorenzer Seite mit Hauptbahnhof, Königstrasse und Einkaufszone. Wer das Nürnberg-Gefühl will, wohnt auf der Sebalder Seite rund um den Weinmarkt oder am Burgberg, zahlt dafür aber CHF 20 bis 40 mehr pro Nacht und läuft mit dem Koffer bergauf. Praktischer und günstiger sind die Hotels rund um den Hauptbahnhof und am Frauentorgraben, von dort bist du in zehn Minuten am Hauptmarkt. Ein Mittelklasse-Doppelzimmer kostet CHF 100 bis 140, das ist deutlich günstiger als in München und ungefähr die Hälfte von Zürich. Drei Termine machen die Stadt voll und teuer: die Spielwarenmesse Ende Januar oder Anfang Februar, wenn jedes Zimmer im Umkreis von 50 Kilometern vergeben ist, die Adventswochenenden mit dem Christkindlesmarkt und das Rock-im-Park-Festival Anfang Juni. Für den Advent buchst du im September, für den Rest des Jahres reichen zwei bis drei Wochen. Hostels und Budgetketten (a&o, B&B, Motel One, Ibis) gibt es in Bahnhofsnähe zuhauf, ein Doppelzimmer ab CHF 70. Fürth, zehn Minuten mit der U1, ist eine schöne Alternative mit Gründerzeit-Altstadt und tieferen Preisen.

Reichsparteitagsgelände und Saal 600: Geschichte ohne Beschönigung

Nürnberg geht mit seiner Rolle im Nationalsozialismus so offen um wie kaum eine Stadt, und du solltest dir dafür einen halben Tag nehmen. Das Dokumentationszentrum in der unvollendeten Kongresshalle wird seit 2021 umgebaut und zeigt bis zur Wiedereröffnung der Dauerausstellung eine kompakte Interimsschau «Nürnberg. Ort der Reichsparteitage» für rund CHF 6, die den Ort, die Inszenierung und die Täter verständlich erklärt. Mit dem Audioguide läufst du danach über das Gelände: die Grosse Strasse, das Zeppelinfeld mit der Tribüne, von der Hitler sprach, und der Dutzendteich. Das Zeppelinfeld ist frei zugänglich, bröckelt und wird gerade mit Steuergeld gesichert, nicht restauriert, eine bewusste Entscheidung. Der Rundgang dauert zwei bis drei Stunden, die kostenlosen Stadtführungen des Vereins Geschichte für Alle sind besser als jede App. Der zweite Ort ist das Memorium Nürnberger Prozesse im Justizpalast an der Fürther Strasse (U1, Haltestelle Bärenschanze): Der Saal 600, in dem 1945 und 1946 Göring, Hess und Speer angeklagt wurden, ist seit 2020 nicht mehr in Gerichtsbetrieb und immer zugänglich, Eintritt CHF 7.50 mit Audioguide, zwei Stunden. Beides an einem Tag ist viel, aber machbar; abends ist dann ein Biergarten die richtige Antwort. Kinder unter zwölf nimmst du besser nur in die Altstadt.

Kostenfallen und Spartricks: Burgticket, Lebkuchen, Felsengänge

Die Kaiserburg ist das wichtigste Ticket der Stadt und kostet mit Palas, Kaiserkapelle, Burgmuseum, Tiefem Brunnen und Sinwellturm rund CHF 9, der Burghof, die Freiung mit dem Stadtblick und der Burggarten sind gratis. Wer nur den Blick will, spart sich das Ticket; wer hinein will, nimmt die Führung zum Tiefen Brunnen mit, weil die 50 Meter mit brennender Kerze erst dort beeindrucken. Lebkuchen sind die zweite Falle: Die Dosen mit Burgmotiv an der Königstrasse kosten CHF 20 bis 30 und enthalten mittelmässige Ware. Echte Elisenlebkuchen mit mindestens 25 Prozent Nüssen kaufst du im Fabrikverkauf von Lebkuchen-Schmidt am Zollhausplatz oder bei Wicklein, als «Bruch» zum halben Preis, und in der Konditorei Neef oder bei Düll aus der Bäckerei, nicht aus der Dose. Dritter Trick: die Historischen Felsengänge unter dem Burgberg, 20'000 Quadratmeter Bierkeller aus dem Mittelalter, Führung mit Bierprobe rund CHF 15 und bei Regen das beste Programm der Stadt; die Kunstbunker-Führung nebenan erzählt, wie die Stadt im Krieg ihre Kunstschätze dort versteckte. Das Germanische Nationalmuseum, das grösste kulturgeschichtliche Museum des deutschen Sprachraums, kostet CHF 10 und ist am Mittwochabend ab 17.30 Uhr gratis. Der Tiergarten am Schmausenbuck (CHF 20) ist einer der schönsten Zoos Europas, aber ein ganzer Tag.

Timing und Christkindlesmarkt: wann die Stadt am schönsten ist

Der Christkindlesmarkt öffnet am Freitag vor dem ersten Advent und läuft bis zum 24. Dezember, mit zwei Millionen Besuchern auf dem Hauptmarkt. Er ist schöner als sein Ruf, weil die Stadt ihn streng reguliert: keine Plastikgirlanden, keine Fressbuden mit Pommes, nur Holzbuden mit rot-weissem Tuch, Zwetschgenmännla, Rauschgoldengel und die Drei im Weggla. Die Eröffnung durch das Christkind vom Balkon der Frauenkirche am Freitag um 17.30 Uhr ist ein Erlebnis, die Samstage danach sind unerträglich voll. Komm unter der Woche am Vormittag oder zum Feierabend um 17 Uhr, und geh für den Glühwein (CHF 4 bis 5, Tassenpfand CHF 3) auf den Markt der Partnerstädte am Rathausplatz oder den Kinderweihnachtsmarkt am Hans-Sachs-Platz, die sind leerer. Ausserhalb des Advents ist Nürnberg von Mai bis Oktober am schönsten, mit Biergärten am Burgberg und an der Pegnitz und dem Bardentreffen Ende Juli, einem gratis Musikfestival mit 200'000 Besuchern. Das Altstadtfest im September bringt fränkische Bratwurstbuden und Bierzelte auf die Insel Schütt. Januar bis März ist die Stadt grau, günstig und leer, ausser während der Spielwarenmesse. Für die Burg und das Dürer-Haus ist der Wochentag egal, für das Dokuzentrum sind Samstage voll mit Schulklassen aus ganz Deutschland.

Dürer, Sebalduskirche und die Pegnitz: der Rundgang, der sich lohnt

Fang oben an. Vom Hauptbahnhof durch den Handwerkerhof (hübsch, aber eine Touristenbude) die Königstrasse hinauf zur Lorenzkirche mit dem Englischen Gruss von Veit Stoss und dem Sakramentshaus von Adam Kraft, dann über die Museumsbrücke zum Hauptmarkt mit dem Schönen Brunnen: Dreh den goldenen Ring im Gitter, das machen alle, und es kostet nichts. Weiter zur Sebalduskirche, wo Peter Vischers Bronzegrab des Stadtheiligen steht, dann die Burgstrasse hinauf zum Fembohaus (Stadtmuseum, CHF 7) und zur Burg. Vom Burggarten gehst du hinunter zum Tiergärtnertorplatz, dem schönsten Platz der Stadt mit dem Albrecht-Dürer-Haus (CHF 7.50, Führung mit «Agnes Dürer» samstags) und dem Pilatushaus. Abends sitzen hier Hunderte auf dem Pflaster mit einem Bier aus dem Kiosk. Dann hinunter an die Pegnitz: Weinstadel, Henkersteg, Kettensteg und die Insel Schütt, bei Sonnenuntergang die beste Fotostrecke. Der ganze Weg dauert mit Pausen vier bis fünf Stunden, ohne einen einzigen Fahrschein. Weniger bekannt und sehr schön ist der Johannisfriedhof vor der Stadtmauer im Westen, wo Dürer, Veit Stoss und Willibald Pirckheimer unter flachen Sandsteingräbern mit Bronzetafeln liegen, und daneben die Hesperidengärten, barocke Gärten mit Zitrusbäumen, gratis.

Häufige Fragen zu Nürnberg

Wie komme ich von der Schweiz nach Nürnberg, und was kostet es?

Mit der Bahn ab Zürich über Stuttgart oder München in 5 bis 5 Stunden 30 mit einem Umstieg, Sparbillett ab CHF 40, Vollpreis mit Halbtax CHF 70 bis 80 pro Weg. Ab Basel über Karlsruhe und Stuttgart in rund 5 Stunden. Mit dem Auto sind es ab Zürich 450 Kilometer über Stuttgart, knapp 5 Stunden, keine Maut und keine Vignette. Ein Flug nach Nürnberg lohnt sich ab der Schweiz nicht, es gibt keine Direktverbindung. Vor Ort brauchst du kein Auto, die Altstadt ist Fussgängerzone, Parkhäuser kosten CHF 20 bis 30 pro Tag.

Wie viele Tage sollte man für Nürnberg einplanen?

Zwei volle Tage: einer für die Altstadt mit Burg, Dürer-Haus, Kirchen und Pegnitzufer, einer für das Reichsparteitagsgelände und das Memorium Nürnberger Prozesse, dazu das Germanische Nationalmuseum oder die Felsengänge. Mit einem dritten Tag fährst du nach Bamberg (40 Minuten, Rauchbier, Welterbe-Altstadt), Rothenburg ob der Tauber (1 Stunde 15 mit Umstieg in Ansbach und Steinach) oder Fürth und Erlangen. Für ein verlängertes Wochenende ab Zürich sind zwei Nächte das Minimum, drei sind entspannter.

Wann ist die beste Reisezeit für Nürnberg?

Mai bis Oktober für Biergärten und Pegnitzufer, Advent für den Christkindlesmarkt. Im Advent sind die Wochentage am Vormittag erträglich, die Samstage überfüllt, und Hotels kosten das Doppelte, also früh buchen. Ende Juli ist das Bardentreffen, ein gratis Musikfestival in der ganzen Altstadt. Meide die Spielwarenmesse Ende Januar oder Anfang Februar, dann gibt es keine Zimmer. Januar bis März ausserhalb der Messe ist günstig, aber kalt und grau, dafür hast du die Burg fast allein.

Lohnt sich die Nürnberg Card?

Ab drei Museen in zwei Tagen ja. Die Karte kostet CHF 33 für 48 Stunden und deckt Kaiserburg (CHF 9), Dokuzentrum (CHF 6), Dürer-Haus (CHF 7.50), Germanisches Nationalmuseum (CHF 10), Memorium (CHF 7.50), Spielzeugmuseum und Tiergarten ab, dazu alle Busse, Trams und U-Bahnen in Nürnberg und Fürth. Wer nur Burg und Altstadt will, braucht sie nicht; wer das volle Programm mit Reichsparteitagsgelände macht, spart CHF 15 bis 25. Du bekommst sie online, in der Tourist-Information am Hauptmarkt und in vielen Hotels.

Was kostet Nürnberg im Vergleich zur Schweiz?

Rund 40 Prozent weniger. Sechs Rostbratwürste mit Kraut kosten CHF 12 bis 14, ein Schäufele CHF 16 bis 20, eine Halbe Bier CHF 4.50, der Cappuccino CHF 3.50. Ein Mittelklasse-Doppelzimmer liegt bei CHF 100 bis 140, Museen bei CHF 6 bis 10, die ÖV-Tageskarte bei CHF 9. Mit CHF 90 bis 110 pro Tag und Person inklusive Hotel bist du komfortabel unterwegs, mit CHF 60 sparsam. Nur im Advent und zur Spielwarenmesse rücken die Hotelpreise an Schweizer Niveau heran.

Ist Nürnberg etwas für Kinder?

Sehr. Das Spielzeugmuseum an der Karlstrasse (CHF 7.50) hat eine Spieletage, die Kaiserburg hat Tiefen Brunnen und Turm, der Tiergarten am Schmausenbuck (CHF 20, Tram 5) gilt als einer der schönsten Europas mit Delfinlagune und Eisbären, und das DB Museum (CHF 9) zeigt den Adler, die erste deutsche Eisenbahn, die 1835 von Nürnberg nach Fürth fuhr. Im Advent gibt es den Kinderweihnachtsmarkt am Hans-Sachs-Platz mit Karussell und Backstube. Die Felsengänge sind ab etwa acht Jahren spannend, das Dokuzentrum und das Memorium erst ab zwölf bis vierzehn.

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