Österreich · Wandern · 9 Tage

Tirol wandern

Vier Täler, Tagestouren statt Hüttenmarsch, Bergbahnen mit der Gästekarte inklusive und abends ein Bett mit Dusche: die Wanderroute für alle, die Tirol zu Fuss und mit der Bahn wollen.

Die Route, Tag für Tag

  1. Tag 1 bis 2

    Innsbruck: Einlaufen auf der Nordkette und am Patscherkofel

    Der Railjet bringt dich in dreieinhalb Stunden ab Zürich nach Innsbruck, Sparbillett ab CHF 30 bis 40, du bist mittags da. Am Nachmittag fährst du mit den Nordkettenbahnen vom Congress zur Seegrube und gehst den Höhenweg zum Hafelekar, zwei Stunden mit Blick über die Stadt, Rückfahrt rund CHF 48 oder mit der Innsbruck Card inklusive. Tag zwei ist die erste richtige Etappe: mit der Tram und der Patscherkofelbahn hinauf und auf dem Zirbenweg zur Glungezerbahn in Tulfes, zweieinhalb Stunden fast eben durch den ältesten Zirbenwald der Alpen, mit Bus zurück. Wer mehr will, geht von der Seegrube den Goetheweg zur Pfeishütte, vier Stunden, nur bei stabilem Wetter. Du schläfst in Wilten oder Saggen, Doppelzimmer CHF 130 bis 180, zehn Minuten zu Fuss vom Hauptbahnhof. Weiter ins Ötztal: Railjet oder Regionalexpress nach Ötztal Bahnhof in 35 Minuten, dort Postbus 8352 nach Sölden oder Obergurgl in 50 bis 70 Minuten, insgesamt zwei Stunden, rund CHF 20.

    Touren an diesem Stopp: Nordkettenbahnen Innsbruck ↗Geführte Wanderung Innsbruck ↗

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  2. Tag 3 bis 4

    Ötztal: Obergurgl, Gaisbergtal und Stuibenfall

    Du wohnst in Obergurgl auf 1'930 Metern, dem höchsten Kirchdorf Österreichs, ruhig und ohne Sölden-Lärm, und bekommst ab zwei Nächten die Ötztal Inside Summer Card, mit der die Bergbahnen in Obergurgl, Sölden und Hochötz sowie die Busse im Tal gratis sind. Tag drei: mit der Hohe-Mut-Bahn hinauf und über die Schönwieshütte durch das Gaisbergtal zurück, mit Blick auf den Gaisbergferner, vier Stunden, Einkehr auf der Hütte mit Kaspressknödelsuppe für CHF 9. Tag vier: entweder der Weg von Obergurgl zur Langtalereckhütte am Gletscherrand, fünf Stunden hin und zurück, oder der Bus nach Umhausen zum Stuibenfall, dem höchsten Wasserfall Tirols, mit dem Klettersteig oder dem Treppenweg entlang, drei Stunden, dazu ein Bad im Piburger See. Du schläfst in einem Hotel mit Halbpension in Obergurgl, im Sommer CHF 140 bis 200 für zwei, halb so viel wie im Winter. Weiter ins Zillertal: Bus nach Ötztal Bahnhof, Zug über Innsbruck nach Jenbach, dort Zillertalbahn nach Zell am Ziller, insgesamt dreieinhalb Stunden, rund CHF 35.

    Touren an diesem Stopp: Stuibenfall Klettersteig ↗Gletscherwanderung Obergurgl ↗

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  3. Tag 5 bis 6

    Zillertal: Olpererhütte und ein Stück Berliner Höhenweg

    Zell am Ziller ist dein Standort, weil es an der Zillertalbahn liegt, eine Brauerei hat und weniger kostet als Mayrhofen. Mit der Übernachtung bekommst du eine Gästekarte, die Zillertalbahn und Busse im Tal enthält, und du kaufst für rund CHF 95 die Zillertal Activcard für sechs Tage, die täglich eine Bergbahn und die Freibäder abdeckt, oder zahlst die einzelne Bahn mit CHF 30 bis 40. Tag fünf ist der Klassiker: Bus bis zum Schlegeis-Stausee hinter Mayrhofen, Aufstieg zur Olpererhütte mit der Hängebrücke und dem Blick über den See, drei Stunden hin und zurück, mehr, wenn du auf der Hütte sitzen bleibst. Tag sechs: mit der Ahornbahn ab Mayrhofen auf 2'000 Meter und über das Ahornplateau zur Edelhütte, ein Stück Berliner Höhenweg, vier Stunden, oder bei Regen die Krimmler Wasserfälle über den Gerlospass. Du schläfst in einem Gasthof in Zell am Ziller, Doppelzimmer CHF 120 bis 160. Weiter nach Kitzbühel: Zillertalbahn nach Jenbach, Zug nach Wörgl, Umstieg nach Kitzbühel, zwei bis zweieinhalb Stunden, rund CHF 25.

    Touren an diesem Stopp: Olpererhütte Wanderung ↗Zillertalbahn Dampfzug ↗

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  4. Tag 7 bis 9

    Kitzbühel: Hahnenkamm, Horn und Wildseeloder zu Fuss

    Drei Nächte zum Schluss, weil die Kitzbühel Card im Sommer die beste Gästekarte dieser Route ist: ab einer Übernachtung alle Bergbahnen der Region täglich einmal berg- und talwärts, Busse, Regionalzüge zwischen Wörgl und Hochfilzen und das Schwimmbad. Tag sieben: Hahnenkammbahn hinauf, über den Ehrenbachgraben und die Streif-Markierungen hinunter, zwei bis drei Stunden, dann Baden im Schwarzsee. Tag acht: Kitzbüheler Horn mit dem Alpenblumengarten und dem Gipfel auf 1'996 Metern, Abstieg über die Hornköpflhütte, vier Stunden. Tag neun: mit dem Zug nach Fieberbrunn, Bergbahn zum Lärchfilzkogel und zum Wildseeloderhaus am Bergsee, drei Stunden hin und zurück, mit der Card gratis. Du schläfst in Kirchberg oder in einer Pension am Ortsrand von Kitzbühel, Doppelzimmer im Sommer CHF 120 bis 170, deutlich unter den Winterpreisen. Rückreise: Zug ab Kitzbühel nach Wörgl oder Innsbruck und mit dem Railjet nach Zürich, insgesamt fünf Stunden, Sparbillett ab CHF 45. Wer am Nachmittag fährt, ist zum Abendessen zu Hause.

    Touren an diesem Stopp: Hahnenkammbahn Kitzbühel ↗Geführte Wanderung Kitzbüheler Alpen ↗Alpenblumengarten Kitzbüheler Horn ↗

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Was die Route kostet

Grobe Gesamtkosten pro Person in CHF für die ganze Route, Mittelklasse, zu zweit unterwegs. Flüge und Hotels schwanken saisonal, Details stehen auf den Reiseziel-Seiten.

  • Anreise 100 CHF
  • Unterkunft 600 CHF
  • Essen 450 CHF
  • Mobilität vor Ort 150 CHF
1'300 CHF
Gesamt pro Person · 9 Tage

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Euro (EUR). Karten gehen fast überall, Hütten und Würstelstände wollen oft Bargeld. Trinkgeld ist Pflicht im Gefühl der Österreicher: 5 bis 10 Prozent, beim Bezahlen «stimmt so» sagen. Die Kurtaxe von CHF 2 bis 4 pro Nacht kommt in Skiorten zum Hotelpreis dazu.

Tipps für die Route

Reihenfolge umdrehen, wenn du Ende Juni startest: Dann beginnst du in Kitzbühel, wo die Wege tiefer liegen und früher schneefrei sind, und endest im Ötztal, wo die hochgelegenen Routen ab Obergurgl oft erst Anfang Juli ohne Altschnee gehen. Im September ist die Reihenfolge wie beschrieben besser, weil im Ötztal die Bergbahnen früher schliessen.

Gästekarten sind der Kern dieser Route, aber du musst sie verlangen: Ötztal Inside Summer Card ab zwei Nächten, Kitzbühel Card ab der ersten Nacht, im Zillertal die Gästekarte für Bahn und Bus gratis und die Activcard zum Kauf. Frag beim Buchen schriftlich nach, ob die Unterkunft die Karte ausstellt, nicht alle Privatzimmer sind dabei. Ohne Karten zahlst du pro Bergbahn CHF 30 bis 48.

Hütten: Die Olpererhütte, die Schönwieshütte und das Wildseeloderhaus sind Einkehrhütten, keine Pflichtübernachtungen. Wer eine Nacht am Berg will, reserviert auf der Langtalereckhütte oder der Pfeishütte über die Hüttenseite des Alpenvereins, im Juli und August vier bis sechs Wochen vorher. Hüttenschlafsack mitnehmen, Bargeld für das Abendessen, rund CHF 25 mit Bier.

Wetter und Ausrüstung: Tirol hat im Sommer Gewitter ab 14 Uhr, deshalb früh los und mittags unterhalb der Grate sein. Wanderschuhe über den Knöchel, Regenjacke, Mütze und Handschuhe für Obergurgl, Sonnencreme für alles. Ein kleiner Rucksack mit zwei Litern Wasser reicht, das grosse Gepäck bleibt im Hotel, und die Züge zwischen den Stopps nehmen Rollkoffer problemlos mit.

Buchen und Nebensaison: Juli und August sind in allen vier Orten Hauptsaison, mit Familien aus Deutschland und den Niederlanden. Die zweite Junihälfte und der September sind leerer, 20 bis 30 Prozent günstiger und wettermässig stabiler, nur in Obergurgl liegt im Juni oben noch Schnee. Hotels vier bis sechs Wochen vorher buchen, mit Halbpension, weil die Restaurants in den Bergdörfern teuer sind.

Häufige Fragen zur Route Tirol wandern

Wie viele Tage braucht man für die Tiroler Wanderroute?

Neun Tage mit vier Standorten sind entspannt, mit je einem Ruhetag für Baden oder Regen. Wer eine Woche hat, streicht Innsbruck und fährt direkt ins Ötztal. Wer zwölf Tage hat, bleibt in jedem Tal eine Nacht länger und geht eine zweite Hüttentour, zum Beispiel im Zillertal zwei Tage auf dem Berliner Höhenweg.

Wann ist die beste Wanderzeit in Tirol?

Mitte Juni bis Ende September, mit September als Favorit: stabile Hochdrucklagen, klare Sicht, keine Nachmittagsgewitter, leere Hütten. Juli und August sind grün und warm, aber voll und gewittrig. Im Juni liegt in Obergurgl oberhalb von 2'500 Metern noch Schnee, im Oktober schliessen die ersten Bergbahnen.

Geht die Route wirklich ohne Auto?

Ja, und besser als mit: Alle vier Orte sind mit Railjet, Regionalzug, Zillertalbahn und Postbus erreichbar, die Gästekarten enthalten Busse und Regionalzüge, und die Bergbahnen starten in den Dörfern. Ein Auto müsstest du am Schlegeis mit Mautstrasse parken und würdest sonst nur in der Garage stehen lassen.

Was kostet die Wanderwoche pro Person?

Rund CHF 1'300 bei Mittelklasse zu zweit: Railjet hin und zurück rund CHF 100, acht Nächte rund CHF 600, Essen inklusive Hütteneinkehr CHF 450 und für Züge zwischen den Stopps, Activcard und die Nordkettenbahn rund CHF 150. Die übrigen Bergbahnen sind dank Gästekarten inklusive, was auf dieser Route CHF 150 bis 200 spart.

Wie schwierig sind die Wanderungen?

Alle beschriebenen Etappen sind rot markierte Bergwege mit drei bis fünf Stunden Gehzeit und 400 bis 900 Höhenmetern, für geübte Wanderinnen und Wanderer mit Trittsicherheit machbar. Der Goetheweg und die Langtalereckhütte sind alpiner und nur bei stabilem Wetter sinnvoll. Der Zirbenweg und die Hahnenkamm-Runde gehen auch mit Kindern ab acht.

Gibt es eine kürzere oder längere Variante?

Kürzer: Innsbruck und Ötztal in fünf Tagen oder Zillertal und Kitzbühel in sechs, beide mit direkter Bahnanreise. Länger: Zwischen Ötztal und Zillertal zwei Nächte im Stubaital mit dem Wilde-Wasser-Weg einschieben, oder nach Kitzbühel noch zwei Tage am Wilden Kaiser ab St. Johann, dann sind es zwölf bis dreizehn Tage.

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