Türkei · Vantour · 14 Tage

Van-Tour Westküste

Zwei Wochen Camper zwischen Dardanellen und Lykischer Küste: Troja und Assos, Olivenhaine, Windbuchten, Strände, an denen du am Wasser übernachtest, und Hafenstädte, in denen du abends einfach den Van parkierst.

Die Route, Tag für Tag

  1. Tag 1 bis 3

    Çanakkale: Troja, Gallipoli und die erste Nacht am Meer

    Du übernimmst den Camper in Istanbul, kaufst im ersten Supermarkt ein und fährst über die Autobahn O-7 und die Çanakkale-1915-Brücke, die längste Hängebrücke der Welt, an die Dardanellen, 320 Kilometer, vier Stunden. Die erste Nacht stehst du auf einem Karavan-Platz bei Güzelyalı südlich der Stadt oder direkt am Kordon in Çanakkale, wo abends die ganze Stadt spazieren geht. Am zweiten Tag Troja, 30 Kilometer, mit dem neuen Museum, das die Ausgrabung erst verständlich macht, ehrlich: Ohne Museum oder Guide ist Troja eine Stunde Mauerreste. Der dritte Tag gehört der Halbinsel Gallipoli: mit der Fähre ab Çanakkale nach Eceabat, dann mit dem Van zu den Schlachtfeldern, Friedhöfen und Stränden von 1915, du brauchst den Tag. Alternativ nimmst du die Fähre nach Bozcaada, Insel mit Weingütern und Stränden, Camper bleiben besser am Festland. Weiter nach Izmir: 330 Kilometer über die D550 mit Stopp in Assos, dem Athenatempel über der Ägäis mit Blick auf Lesbos, und Ayvalık, insgesamt fünf Stunden Fahrt, ein Tag mit Pausen.

    Touren an diesem Stopp: Troja mit Guide ↗Gallipoli Schlachtfelder ↗

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  2. Tag 4 bis 5

    Izmir: Stadt vom Stellplatz aus und Vorräte auffüllen

    Mit dem Camper fährst du nicht in die Innenstadt von Izmir, sondern stellst ihn an den Rand: Karavan-Parks gibt es in İnciraltı im Westen der Stadt direkt am Wasser, von dort fährst du mit Bus oder Tram nach Konak und Alsancak. Der erste Tag gehört der Stadt: der Kemeraltı-Basar mit seinen Innenhöfen, Boyoz und Çay zum Frühstück, der Uhrturm, nachmittags der Asansör mit Blick über die Bucht, abends der Kordon mit Midye Dolma von der Hand. Am zweiten Tag füllst du die Vorräte auf, lässt Wasser nach und fährst, wenn du es noch nicht gemacht hast, ins Dorf Şirince oder nach Ephesus, 80 Kilometer südlich, als Tagesausflug, Parkplätze für Camper am unteren Tor. Wer den Van erst in Izmir übernimmt, beginnt die Route hier und fährt Çanakkale als Schleife am Ende oder lässt es weg. Zwei Nächte, mehr Stadt braucht ein Camperurlaub nicht. Stellplatz rund CHF 20 pro Nacht mit Strom. Weiter nach Çeşme: 85 Kilometer über die Autobahn O-32, eine Stunde, Maut per HGS-Plakette.

    Touren an diesem Stopp: Ephesus Tagesausflug ab Izmir ↗Street-Food-Tour Kemeraltı ↗

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  3. Tag 6 bis 7

    Çeşme: Surfbucht, Altınkum und Nächte am Strand

    Die Halbinsel von Çeşme ist Camperland: Zwischen Alaçatı und der Südküste gibt es mehrere Karavan-Parks und geduldete Stellplätze an den Stränden von Altınkum und Pırlanta, wo das Wasser türkis ist und der Meltem jeden Nachmittag bläst. Du stehst am besten am Südufer, windgeschützter als die Surfbucht. Am ersten Tag Alaçatı am Morgen, wenn die Steingassen leer sind, dann der Surfstrand, wo du einen Schnupperkurs nimmst oder den Kitern zuschaust, Mittagessen abseits der Hauptgasse, die Istanbul-Preise hat. Der zweite Tag gehört den Buchten: Altınkum, Pırlanta, Ayayorgi, im Van zwischen ihnen pendeln, baden, Buch lesen. Abends Ilıca mit den warmen Quellen im Meer oder die Burg in Çeşme-Stadt, und Kumru, das Brötchen mit Sucuk und Käse, das es nur hier gibt. Freistehen ist auf der Halbinsel in der Hochsaison eingeschränkt, im Mai und Oktober problemlos. Stellplatz rund CHF 20 bis 25 pro Nacht. Weiter nach Bodrum: 300 Kilometer über die O-32 zurück, die O-31 über Aydın und die D525 über Milas, gut vier Stunden.

    Touren an diesem Stopp: Windsurfkurs Alaçatı ↗Bootstour Çeşme-Buchten ↗

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  4. Tag 8 bis 9

    Bodrum: Halbinsel-Buchten statt Stadt

    Bodrum-Stadt ist mit dem Camper mühsam, enge Gassen, kein Parkplatz, deshalb stellst du den Van ausserhalb ab und besuchst die Stadt für einen Nachmittag: das Kreuzritterkastell mit dem Unterwassermuseum und dem ältesten Schiffswrack der Welt, die weissen Gassen, der Hafen. Geschlafen wird auf der Halbinsel: Karavan-Plätze gibt es in Bitez und Akyarlar im Süden und bei Gümüşlük im Westen, dort stehst du zwischen Olivenbäumen fünf Minuten vom Wasser. Der zweite Tag ist Halbinseltag: morgens Gümüşlük mit der Insel, zu der du hinüberwatest, mittags Fisch direkt am Wasser, nachmittags Türkbükü oder Yalıkavak an der Nordküste, abends zurück zum Van. Wer einen Tag mehr hat, nimmt die Fähre nach Kos, Camper bleibt am Hafen, Pass mit. Bodrum ist im Juli und August teuer und voll, im Mai und Oktober die ruhigste Ecke der Route. Stellplatz rund CHF 20 bis 30 pro Nacht. Weiter nach Fethiye: 230 Kilometer über Milas, Muğla und die D400, dreieinhalb Stunden, mit Badestopp in Akyaka am Golf von Gökova länger.

    Touren an diesem Stopp: Kastell und Unterwassermuseum ↗Bootstour Bodrum-Buchten ↗

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  5. Tag 10 bis 12

    Fethiye: Ölüdeniz, Kabak und die Schlucht

    Die Bucht von Fethiye ist der Camper-Höhepunkt der Route: Der grosse Karavan-Park in Çalış nördlich der Stadt liegt direkt am Kiesstrand mit Sonnenuntergang über den Inseln, und von hier fährst du drei Tage lang Sterne. Erster Tag: Ölüdeniz, früh hin, bevor die Busse aus Hisarönü kommen, oder gleich weiter ins Kabak-Tal, die wildere Bucht am Ende der Strasse, Wanderung hinunter, Baden, Abend im Van oben am Parkplatz mit Blick aufs Meer. Zweiter Tag: Saklıkent-Schlucht, 50 Kilometer, Gummischuhe mieten, und die lykische Stadt Tlos am Hang, danach zurück nach Fethiye und abends Fisch vom Markt in einem der Lokale drumherum zubereiten lassen. Dritter Tag: Paragliding vom Babadağ für 70 bis 100 Franken, oder das verlassene Dorf Kayaköy und der Strand von Gemiler mit den byzantinischen Ruinen auf der Insel davor. Wasser nachfüllen, Toilette entsorgen, der Park in Çalış hat alles. Stellplatz rund CHF 20 pro Nacht. Weiter nach Kaş: 110 Kilometer über die D400 mit Patara, 18 Kilometer Sand, Camper am Parkplatz hinter den Dünen, zweieinhalb Stunden reine Fahrt.

    Touren an diesem Stopp: Paragliding Babadağ ↗Saklıkent-Schlucht und Tlos ↗Bootstour 12 Inseln ↗

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  6. Tag 13 bis 14

    Kaş: Kekova vom Wasser aus und die lange Rückfahrt

    Kaş ist der schönste Schlusspunkt, den die Küste hat: ein kleiner Hafen, keine Pauschalbusse, Tauchschulen, Kneipen mit Blick auf die griechische Insel Meis. Camper stehen auf dem Karavan-Platz auf der Halbinsel Çukurbağ oder an den Stränden Richtung Kalkan, Büyükçakıl ist nah an der Stadt. Der erste Tag ist Bootstag: die Tour zur versunkenen Stadt Kekova mit Baden über den Ruinen, oder du mietest ein Kajak in Üçağız und paddelst selbst über die Mauern. Abends Hafen, Mezze, ein letzter Rakı. Am zweiten Tag Kaputaş-Strand am Morgen, bevor die Treppe voll ist, dann die Burg von Simena zu Fuss, mittags in Üçağız Fisch, nachmittags Packen und Entsorgen. Stellplatz rund CHF 20 pro Nacht. Rückreise: Wer den Van in Izmir übernommen hat, fährt 450 Kilometer über Fethiye, Muğla und Aydın zurück, sechs bis sieben Stunden, ein voller Tag. Nach Istanbul sind es 900 Kilometer und zwei Fahrtage, deshalb lohnt sich die Einwegmiete ab Istanbul nach Izmir oder Antalya, falls dein Vermieter sie anbietet, meist gegen CHF 150 bis 250 Zuschlag.

    Touren an diesem Stopp: Bootstour Kekova ab Kaş ↗Kajaktour über die versunkene Stadt ↗Schnuppertauchen in Kaş ↗

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Was die Route kostet

Grobe Gesamtkosten pro Person in CHF für die ganze Route, Mittelklasse, zu zweit unterwegs. Flüge und Hotels schwanken saisonal, Details stehen auf den Reiseziel-Seiten.

  • Anreise 320 CHF
  • Unterkunft 280 CHF
  • Essen 420 CHF
  • Mobilität vor Ort 900 CHF
1'920 CHF
Gesamt pro Person · 14 Tage

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Türkischer Lira (TRY). Der Kurs schwankt stark, deshalb stehen hier alle Preise in CHF. Kartenzahlung ist fast überall möglich, Bargeld brauchst du für Dolmuş, Märkte und Trinkgeld.

Mietwagen für diese Route

Mietwagen-Vergleich folgt, sobald der Partnerlink freigeschaltet ist. Bis dahin: direkt beim Vermieter oder am Zielflughafen vergleichen.

Tipps für die Route

Camper mieten: In Istanbul und Izmir gibt es eine Handvoll Vermieter mit Kastenwagen und Alkoven, oft auch über die grossen Plattformen. Rechne mit CHF 90 bis 140 pro Tag inklusive Kilometer, Kaution 500 bis 1'000 Franken, Mindestalter 25 bis 27, Schweizer Führerschein B reicht bis 3,5 Tonnen. Buch drei Monate voraus, in der Nebensaison gibt es Rabatte von einem Drittel.

Stellplätze: Karavan-Parks heissen auf Türkisch Karavan Parkı oder Kamp, kosten 15 bis 30 Franken mit Strom und Dusche, und die Apps Park4Night und iOverlander listen die meisten. Freistehen wird an Stränden ausserhalb der Ortschaften toleriert, nicht in Nationalparks und nicht auf Tankstellenparkplätzen über Nacht, obwohl viele Tankstellen Wasser, Toilette und einen Çay anbieten. Im Juli und August drängen die Gemeinden an beliebten Stränden auf die Plätze.

Maut und Brücken: Die Autobahnen und die Çanakkale-Brücke rechnen über die HGS-Plakette ab, die am Fahrzeug klebt und vom Vermieter nachbelastet wird, die Brücke allein kostet umgerechnet rund CHF 25 für einen Camper. Diesel kostet etwa wie in der Schweiz, Tankstellen gibt es alle 20 Kilometer, Karte überall. Rechne bei einem Kastenwagen mit zehn Litern auf hundert Kilometer, auf dieser Route rund 1'500 Kilometer.

Fahrstil: Türkische Autofahrer sind schneller und knapper als du, Lastwagen auf der D550 und D400 überholen auch Camper. Fahr rechts, lass überholen, hupe kurz vor engen Kurven. Nachts nicht fahren. Die Küstenstrasse zwischen Fethiye und Kaş und die Abfahrten nach Kabak und Kaputaş sind steil und eng, mit einem Alkoven über sechs Meter ist Kabak keine gute Idee, dann parkierst du oben.

Mai, Juni, September und Oktober sind die Monate: Nachts 15 bis 20 Grad, tagsüber 25 bis 30, das Meer badewarm ab Juni, die Strände leer, die Stellplätze frei. Im Juli und August ist der Van bei 35 Grad in der Sonne ein Backofen und ohne Klimaanlage nachts kaum auszuhalten. Im Winter sind die Parks zum Teil geschlossen, aber Freistehen an der Lykischen Küste ist dann herrlich.

Mitnehmen: Stirnlampe, Mückenschutz, Schnorchel, eine Schnur zum Wäschetrocknen und ein Adapter für türkische Steckdosen, die wie in der Schweiz Typ F sind, also Schweizer Dreipolstecker brauchen den Adapter. Supermärkte der Ketten Migros und CarrefourSA gibt es in jeder Stadt, Dorfmärkte einmal pro Woche mit dem besten Gemüse. Leitungswasser nicht trinken, grosse Wasserflaschen kosten einen Franken.

Häufige Fragen zur Route Van-Tour Westküste

Wie lange braucht man für die Westküste mit dem Camper?

Vierzehn Tage für sechs Stationen mit je zwei bis drei Nächten und Etappen von drei bis fünf Stunden. In zehn Tagen lässt du Çanakkale weg und startest in Izmir. Mit drei Wochen fährst du langsamer, hängst Datça und Dalyan an und fährst den Van ohne Einwegzuschlag nach Izmir zurück.

Wann ist die beste Zeit?

Mai, Juni, September und Oktober. Dann ist es im Van nachts angenehm kühl, das Meer warm genug, und Stellplätze wie Strände gehören dir. Juli und August sind zu heiss für ein Fahrzeug ohne Klimaanlage, und die Küstenorte sind voll. April und November gehen mit Fleece, dann sind viele Karavan-Parks aber geschlossen.

Kann man in der Türkei überhaupt Camper mieten und frei stehen?

Ja, beides. Vermieter sitzen in Istanbul, Izmir und Antalya, die Flotten sind klein, also früh buchen. Freistehen wird an Stränden und in Dörfern toleriert, auf Tankstellen über Nacht und in Nationalparks nicht. Karavan-Parks mit Strom, Wasser und Entsorgung gibt es an jeder Station der Route, die Apps Park4Night und iOverlander zeigen sie.

Was kostet die Van-Tour pro Person?

Rund CHF 1'920 pro Person zu zweit: Flug 320, Stellplätze und zwei Hotelnächte am Anfang 280, Essen mit Selbstkochen und Restaurant 420, Camper vierzehn Tage mit Diesel für 1'500 Kilometer, Maut, Fähren und Einwegzuschlag 900. Der Camper ist der grosse Posten, alles andere ist günstiger als eine Hotelreise.

Ist das Fahren mit dem Camper schwierig?

Auf Autobahnen und der D400 nicht, sie sind breit und gut asphaltiert. Anspruchsvoll sind die Altstädte von Çanakkale, Bodrum und Kaş, in die du mit dem Van nicht hineinfahren solltest, und die steilen Stichstrassen zu Buchten wie Kabak oder Kaputaş. Fahr defensiv, lass überholen, nie nachts, und du hast zwei entspannte Wochen.

Welche kürzere oder längere Variante gibt es?

Kürzer: Izmir bis Fethiye in zehn Tagen ohne Çanakkale und Kaş, Van ab und bis Izmir. Länger: Ab Kaş weiter über Olympos und Çıralı nach Antalya in drei Tagen, Van dort abgeben, dann hast du die ganze Westküste in gut zwei Wochen. Oder vor Çanakkale zwei Nächte auf Bozcaada, dann aber mit dem Zelt statt Camper.

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