Schweiz · Vantour · 10 Tage

Vanlife Alpenpässe

Sieben Pässe, vier Sprachregionen und kein einziges Hotel: Mit dem Camper fährst du von Luzern über die grossen Alpenstrassen ins Tessin und zurück ins Engadin, schläfst auf TCS-Plätzen und Stellplätzen und frühstückst mit Gletscherblick.

Die Route, Tag für Tag

  1. Tag 1 bis 2

    Luzern: Camper übernehmen und einfahren

    Den Camper holst du in Zürich oder direkt in der Zentralschweiz ab, die meisten Vermieter übergeben am Vormittag, und du fährst die 55 Kilometer über die A4 nach Luzern als Einfahrstrecke, um Breite und Bremsen kennenzulernen. Der Camping Lido liegt direkt am See neben dem Verkehrshaus, Stellplatz mit Strom rund CHF 50 bis 60 für zwei, von dort fährt der Bus in zehn Minuten in die Altstadt. Am Nachmittag Kapellbrücke, Löwendenkmal und Museggmauer, abends ein Bad im See vor dem Camper. Der zweite Tag ist ein Bergtag ohne Camper: Schiff nach Vitznau und mit der Zahnradbahn auf die Rigi, mit Halbtax rund CHF 40 retour, oben flach dem Grat entlang zur Rigi Scheidegg, zurück über Weggis. Oder du kaufst gleich am ersten Morgen gross ein, Coop und Migros sind am Sonntag zu. Weiter nach Interlaken über den Susten: Luzern, A2 bis Wassen, Sustenpass auf 2'224 Meter mit dem Steingletscher im Blick, Innertkirchen, Meiringen, Brienzersee, 150 Kilometer, dreieinhalb bis vier Stunden mit Halten.

    Touren an diesem Stopp: Rigi Rundfahrt mit Schiff und Bahn ↗Verkehrshaus der Schweiz ↗

    Zum Reiseguide Luzern →
  2. Tag 3 bis 4

    Interlaken: Zwischen den Seen vor dem grossen Grimsel-Tag

    Der Susten ist der sanfteste der sieben Pässe, breit ausgebaut, mit Parkplätzen an jeder Kurve, und bringt dich am Nachmittag an den Brienzersee. In Interlaken stehen die Campingplätze am Ostende bei Bönigen und in Unterseen an der Aare, rund CHF 50 bis 65 pro Nacht für zwei mit Strom, alle mit Blick auf die Jungfrau an klaren Tagen. Der zweite Tag ist dein Puffer für das Wetter: Bei Sonne die Schynige Platte mit der Zahnradbahn ab Wilderswil und die Panoramawanderung, bei Wolken das Ballenberg-Freilichtmuseum bei Brienz oder einfach das Schiff nach Iseltwald und zurück. Den Camper lässt du beide Tage stehen, Interlaken ist mit Bus und Bahn besser bedient als mit sieben Metern Fahrzeug. Abends kochen am Platz, die Beizen am Höheweg sind teuer und mittelmässig. Weiter zur Aletsch Arena über den Grimsel: Meiringen, Innertkirchen, Grimselpass auf 2'164 Meter an den Stauseen vorbei, hinunter nach Gletsch, dann das Goms hinaus bis Fiesch, 105 Kilometer, gut drei Stunden. Abstecher von Gletsch auf die Furka zum Rhonegletscher und zurück: 25 Kilometer, eine Stunde extra.

    Touren an diesem Stopp: Schynige Platte Bahn ↗Freilichtmuseum Ballenberg ↗

    Zum Reiseguide Interlaken und Jungfraujoch →
  3. Tag 5 bis 6

    Aletsch: Zwei Pässe am Morgen, der Gletscher am Nachmittag

    Der Grimsel ist der dramatischste Pass dieser Route, nackter Granit, türkise Stauseen, die Strasse in Serpentinen an der Staumauer entlang; am Totesee auf der Passhöhe ist Platz zum Anhalten. Der Furka-Abstecher lohnt wegen des Rhonegletschers und der Eisgrotte, die jedes Jahr kleiner wird. In Fiesch stellst du den Camper auf den Campingplatz im Sportresort am Dorfrand, rund CHF 45 bis 55 pro Nacht, und erhältst die Gästekarte, mit der die Postautos im Goms gratis sind. Der zweite Tag gehört dem Gletscher: Gondel von Fiesch auf die Fiescheralp, weiter aufs Eggishorn, mit Halbtax rund CHF 30 retour, oben siehst du den ganzen 20 Kilometer langen Aletschgletscher bis zum Jungfraujoch. Wer gut zu Fuss ist, wandert von der Fiescheralp zum Märjelensee und zurück, vier Stunden, mit Gletscherblick fast die ganze Zeit. Weiter nach Lugano über Nufenen und Gotthard: Fiesch, Ulrichen, Nufenenpass auf 2'478 Meter, der höchste ganz in der Schweiz liegende, hinunter nach Airolo, dann die Tremola hinauf zur Gotthard-Passhöhe und zurück, 13 Kilometer Kopfsteinpflaster in 24 Kehren, schliesslich A2 nach Lugano, 150 Kilometer, vier Stunden.

    Touren an diesem Stopp: Eggishorn Bergbahn ↗Gletschertrekking Aletsch ↗

    Zum Reiseguide Aletsch Arena →
  4. Tag 7 bis 8

    Lugano: Palmen, Grotto und Camper am Lago di Muzzano

    Die Tremola ist der schönste Umweg dieser Route, eine Pflasterstrasse aus dem 19. Jahrhundert, die sich in Kehren den Südhang des Gotthards hinaufwindet; mit einem Camper über sechs Meter fährst du langsam, aber problemlos, Gegenverkehr ist selten, weil alle den Tunnel nehmen. Oben am Hospiz das Nationale Gotthard-Museum, dann zurück nach Airolo und auf der A2 in gut einer Stunde nach Lugano. Der TCS Camping Lugano-Muzzano liegt am kleinen Lago di Muzzano westlich der Stadt, rund CHF 55 bis 70 pro Nacht für zwei, mit Bus ins Zentrum. Der Ruhetag beginnt am Quai mit Cappuccino, dann das Schiff nach Morcote, dem schönsten Dorf am See, mit dem Parco Scherrer und der Treppe zur Kirche, zurück mit Postauto. Abends ein Grotto ausserhalb des Zentrums, Polenta, Brasato, ein Boccalino Merlot, zusammen CHF 35 bis 45. Weiter nach St. Moritz über San Bernardino und Julier: Bellinzona, Mesolcina, alte Passstrasse über den San Bernardino auf 2'066 Meter statt Tunnel, Splügen, Thusis, Tiefencastel, Julierpass auf 2'284 Meter, Silvaplana, 180 Kilometer, vier Stunden mit Halten.

    Touren an diesem Stopp: Schifffahrt nach Morcote ↗Monte Brè Standseilbahn ↗Gotthard Museum und Tremola ↗

    Zum Reiseguide Lugano →
  5. Tag 9 bis 10

    St. Moritz: Julier, Seen und die Rückfahrt nach Zürich

    Der San Bernardino ist ruhig, weil der Verkehr durch den Tunnel darunter rollt, oben ein kleiner See und Moorlandschaft, hinunter nach Splügen, einem Walserdorf mit Steindächern, das einen Kaffeehalt verdient. Der Julier ist dann der einzige Pass dieser Route, der ganzjährig offen ist, eine breite Rampe über die römische Passhöhe mit dem roten Theaterturm. In Silvaplana bist du am frühen Abend. Der TCS Camping St. Moritz liegt bei der Olympiaschanze zwischen Champfèr und St. Moritz Bad, rund CHF 50 bis 65 pro Nacht für zwei, alternativ der Camping Morteratsch bei Pontresina mit Blick auf den Gletscher. Der letzte volle Tag gehört den Seen: Seenwanderung von Sils über den Silvaplanersee nach St. Moritz, drei bis vier Stunden flach, mit dem Engadin Bus zurück, oder Diavolezza mit der Gondel, mit Halbtax rund CHF 25. Abends ein Picknick am Stazersee, der Camperkühlschrank hat noch Bündnerfleisch. Rückreise: St. Moritz über den Julier, Tiefencastel, Chur und die A13 und A3 nach Zürich, 200 Kilometer, dreieinhalb Stunden, Camperrückgabe meist bis 16 Uhr, Tank voll, Toilette geleert.

    Touren an diesem Stopp: Diavolezza Gletscherblick ↗Engadiner Seenwanderung ↗

    Zum Reiseguide St. Moritz und Engadin →

Buchst du über diese Links, erhalten wir eine kleine Provision – für dich ohne Aufpreis.

Was die Route kostet

Grobe Gesamtkosten pro Person in CHF für die ganze Route, Mittelklasse, zu zweit unterwegs. Flüge und Hotels schwanken saisonal, Details stehen auf den Reiseziel-Seiten.

  • Anreise 40 CHF
  • Unterkunft 270 CHF
  • Essen 450 CHF
  • Mobilität vor Ort 1'050 CHF
1'810 CHF
Gesamt pro Person · 10 Tage

Geld & Bezahlen: Bezahlt wird in Schweizer Franken (CHF). Karten und Twint funktionieren praktisch überall, auch auf der Alp. Viele Läden nehmen Euro an, geben aber Franken zurück, zu einem schlechten Kurs. Trinkgeld ist im Preis inbegriffen, Aufrunden ist üblich.

Mietwagen für diese Route

Mietwagen-Vergleich folgt, sobald der Partnerlink freigeschaltet ist. Bis dahin: direkt beim Vermieter oder am Zielflughafen vergleichen.

Tipps für die Route

Die Pässe öffnen je nach Winter zwischen Ende Mai und Mitte Juni und schliessen im Oktober, Nufenen und Grimsel oft zuerst. Vor jeder Etappe den Passzustand beim TCS prüfen, auch im Juli kann es nach einem Kaltlufteinbruch einen Tag Sperre geben. Der Julier ist die Ausnahme und ganzjährig offen, der Gotthard-Tunnel ebenfalls, so dass du immer eine Ausweichstrecke hast.

Campermiete in der Schweiz kostet im Juli und August CHF 150 bis 200 pro Tag für ein Fahrzeug mit vier Schlafplätzen, im Juni und September 20 bis 30 Prozent weniger, plus Endreinigung und Kilometerpaket. Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen fahren mit der normalen Vignette für CHF 40, darüber zahlst du die pauschale Schwerverkehrsabgabe, rund CHF 3.25 pro Tag, mindestens CHF 25, am Zoll oder online.

Wildcampen ist in der Schweiz kantonal geregelt und in Naturschutzgebieten, auf Passhöhen und in den meisten Gemeinden des Wallis und Tessins verboten, Bussen ab CHF 100. Was geht: offizielle Stellplätze, TCS-Plätze, Bauernhöfe über Nomady, und mit Nachfrage die Parkplätze bei Berghotels auf Grimsel und Gotthard. Rechne mit CHF 40 bis 70 pro Nacht, buch Juli und August zwei Wochen voraus.

Fahrstil auf Pässen: Bergauf im zweiten oder dritten Gang, bergab im selben Gang wie bergauf, nie dauernd auf der Bremse, das riecht nach zwanzig Kehren verbrannt. Postautos haben auf Bergstrassen immer Vortritt, Bergfahrer vor Talfahrer, auf einspurigen Stücken wartet, wer die Ausweichstelle näher hat. Mit sieben Metern Länge bleibt die Tremola machbar, die Serpentinen sind fürs Postauto gebaut.

Einkaufen vor den Pässen: Zwischen Innertkirchen und Fiesch sowie zwischen Airolo und Lugano gibt es auf der Höhe nichts ausser Hospizen mit Suppe für CHF 15. Coop und Migros schliessen um 18.30 oder 19 Uhr und bleiben am Sonntag zu, Tankstellenshops sind offen und teuer. Diesel kostet CHF 1.90 bis 2.10, ein Camper braucht auf Pässen 12 bis 15 Liter.

September ist der beste Monat: Pässe offen, Stellplätze halb leer, klare Luft, Lärchen im Engadin gelb ab Ende des Monats. Nachts fällt es auf 1'800 Metern aber auf drei bis fünf Grad, Heizung im Camper testen, Schlafsäcke statt Decken. Im Juli und August ist jeder TCS-Platz voll und die Pässe sind am Wochenende Rennstrecken für Motorräder, fahr sie unter der Woche vor neun.

Häufige Fragen zur Route Vanlife Alpenpässe

Wie lange braucht man für die Pässe-Route?

Zehn Tage mit fünf Quartieren und je einem Fahrtag von drei bis vier Stunden dazwischen sind entspannt. In sieben Tagen geht es, wenn du Luzern und Interlaken auf je eine Nacht kürzst und den Furka-Abstecher weglässt. Mit zwölf Tagen hängst du Andermatt an und fährst dort Oberalp und Furka als Tagesrunde ohne Gepäck.

Wann sind die Pässe offen?

Susten, Grimsel, Furka, Nufenen, Gotthard-Passstrasse und San Bernardino öffnen je nach Schnee Ende Mai bis Mitte Juni und schliessen zwischen Mitte Oktober und Anfang November. Der Julier ist ganzjährig offen. Juli bis September ist die sichere Saison, September mit dem besten Wetter und den wenigsten Campern.

Geht die Route auch mit dem Auto oder mit der Bahn?

Mit dem Auto und Hotels ja, dann wird sie teurer, aber schneller auf den Pässen. Mit der Bahn fährst du dieselbe Landschaft im Glacier Express, über Furka und Oberalp, und mit Postautos über Grimsel, Susten, Nufenen und Gotthard, alle fahren im Sommer fahrplanmässig über die Passhöhen, mit Halbtax zum halben Preis. Was fehlt, ist das Anhalten, wo du willst.

Was kostet die Camper-Route pro Person?

Rechne mit rund CHF 1'810 pro Person zu zweit: Anreise nach Zürich 40, neun Nächte auf Camping- und Stellplätzen 270, Essen mit viel Selberkochen 450, Campermiete, Diesel, Vignette und Bergbahnen 1'050. Der Camper ist der grosse Posten, zu viert im selben Fahrzeug sinkt der Anteil pro Kopf auf die Hälfte.

Ist das Fahren mit dem Camper auf den Pässen schwierig?

Nicht, wenn du Zeit mitbringst. Alle sieben Pässe sind asphaltiert oder gepflastert, zweispurig oder mit Ausweichstellen und werden von Postautos befahren, die breiter sind als jeder Mietcamper. Was zählt: niedriger Gang bergab, Postautos vorlassen, bei Nebel oder Regen den Tunnel nehmen, und kein Zeitdruck. Fahrzeuge mit über 3,5 Tonnen brauchen den Führerschein C1.

Gibt es eine kürzere oder längere Variante?

Kürzer: Luzern, Susten, Interlaken, Grimsel, Goms, Furka, Andermatt und über den Gotthard-Tunnel zurück in fünf Tagen, die klassische Dreipässe-Runde. Länger: Vom Engadin über den Ofenpass ins Münstertal und den Umbrail oder das Stilfserjoch nach Italien, oder statt direkt nach Zürich über Flüela, Davos und Prättigau zurück, dann sind es 13 bis 14 Tage.

Weitere Routen durch Schweiz